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Der Apple-Aktien-Thread (Mai 2019)

Weia
Weia01.05.1916:01
Aus aktuellem Anlass begehe ich mal wieder das Sakrileg und mache den Mai-Thread auf.

Nachdem der S&P 500 und der Russell 2000 am Montag ihre Minimal-Ziele erreicht haben, ist AAPL gestern nachbörslich bzw. heute in die Zielzone gelangt:



Das letzte noch offene Gap, mit dem vom 1. zum 2. November 2018 der Abbruch begann, erstreckt sich von 213,65$ bis 216,81$. Bisheriges Hoch von AAPL heute war 212,05$.

Die blaue Linie durch die Hochs 2012 und 2015 ist ein wichtiger Widerstand; es ist, nachdem AAPL ihn letzten August bis Oktober zeitweise bereits überwunden hatte, zwar nicht auszuschließen, dass AAPL in diesmal ohne weiteres nachhaltig (= für mehr als ein paar Tage) überwinden kann, aber sehr wahrscheinlich ist das nicht.
+4

Kommentare

HumpelDumpel
HumpelDumpel01.05.1917:27
Weia
Aus aktuellem Anlass begehe ich mal wieder das Sakrileg und mache den Mai-Thread auf.
Apotheker tanzen offenbar tiefer in den Mai als andere.
+2
Weia
Weia01.05.1917:33
HumpelDumpel
Apotheker tanzen offenbar tiefer in den Mai als andere.
Oder sie haben am nächsten Morgen keine Kopfschmerztabletten zur Hand.

PS: AAPL hat es mittlerweile intraday bis 214,92$ geschafft – fehlen noch 1,89$ zum Schließen des Gaps.
+2
HumpelDumpel
HumpelDumpel01.05.1918:02
Es gibt Überlebenszeichen
+1
doggda
doggda01.05.1918:26
nachdem es gestern vor den Zahlen ordentliche 2,3 % nach unten ging und ich mich schon fragte ob ich mit meinem schönen Gewinn die Reißleine ziehen habe ich mich gefreut da es nachbörslich so durch die Decke ging...
13 USD plus ist ein Wort...
+1
macbeutling01.05.1919:01
„Glück auf🍀“
+2
thomas b.
thomas b.01.05.1919:48
Ich habe mal eine Frage in die Runde: Kann man Apple heute noch als Wachstumstitel bezeichnen? Ein Dividendentitel ist Apple mit der mageren Rendite von aktuell etwa 1,44% auch nicht gerade, da gibt es besseres.
+1
macbeutling01.05.1920:47
Naja, ich sage gerne, 10% sind immer drin.

Was gerne außer acht gelassen wird, ist der Einfluss der buybacks an Aktien auf den Kurs.
Das Apple-Board hat als Ziel ausgegeben, im Laufe der Zeit „cash-neutral“ zu werden, heißt, bis auf ein kleines Polster für Kosten, werden alle aktuellen Barbestände an die Aktionäre ausgeschüttet, in Form von Dividenden und Aktien-Rückkäufen.

Ich mache es mal kurz: die aktuellen Cash-Reserven haben das Potential, den Kurs um ca.28% zu erhöhen.
Man rechnet halt, das der aktuelle börsenwert stabil bleibt, sich der Kurs aber erhöhen muss weil die Anzahl der freien Aktien sinkt und das Produkt ja gleich bleiben soll.
Bei einem heutigen Kurs von 214 Dollar würden wir dann bei etwa 243€ landen.

So, rechne selber für dich aus, ob da noch genug Wachstum in der Aktie steckt.
Bei der Betrachtung ist sogar alles andere ausgeklammert, es geht nur um die buybacks.
„Glück auf🍀“
+1
thomas b.
thomas b.01.05.1920:59
Die Buybacks erhöhen zwar den Wert der verbliebenen Aktien, meine Frage bezog sich aber auf das grundsätzliche Wachstumspotential von Apple. Das iPhone als Umsatz- und Gewinnbringer #1 ist auf hohem Niveau wohl an die Grenzen des Wachstums gestoßen.

Es bräuchte mal wieder ein Next Big Thing aber das kann man nicht erzwingen. Die Services sind ja für sich betrachtet ganz ordentlich, hängen aber letztlich voll an der verkauften Hardware, da ohne sie nicht nutzbar.
+1
Weia
Weia02.05.1901:56
Nachdem zunächst Aktienindizes und AAPL ihre Minimalziele erreicht haben, sind mit dem heutigen Kursrückgang am Schluss nun alle Aktienindizes durch ihre kurzfristigen Aufwärtstrends gefallen (teils waren sie das bereits, teils taten sie es heute). Der Gesamtmarkt kann sich zwar kurzfristig wieder fangen, aber er ist nun deutlich labiler und anfälliger für Kursrückgänge, als er es letzte Woche noch war.

Hier nochmals der eingangs schon gepostete Chart von AAPL, nun auf Schlusskursbasis:



AAPL hat es bis ziemlich genau in die Mitte des Gaps geschafft, aber am oberen Rand der hellgrünen Zielzone (die nach einem statistischen Algorithmus berechnet ist) war dann Schluss, bei 215,31$, genau 1,50$ vom oberen Rand des Gaps entfernt. Geschlossen hat AAPL dann knapp über der massiven blauen Widerstandslinie.

Wenn sich AAPL „ideal“ würde verhalten wollen und das Gap komplett schließen (bei 216,81$), ohne andererseits die hellgrüne Zielzone zu verlassen oder die steilere der beiden grünen Aufwärtstrendlinien nach unten zu durchbrechen, wäre dies rein geometrisch ausschließlich am 14. Mai möglich – markiert mit dem kleinen roten Kreis.

Die Tatsache, dass der Gesamtmarkt deutlich labiler geworden ist, mahnt aber zur Vorsicht, sich darauf nicht mehr zu „verlassen“. „Notfalls“ könnte das Gap auch mit dem heutigen Tage als einigermaßen geschlossen durchgehen.

Falls AAPL wieder nach unten abdreht, dann Vorsicht: es wartet u.a. noch das Gap vom 29./30. Januar darauf, bei 158,13$ geschlossen zu werden.
+6
doggda
doggda02.05.1909:13
weia, verstehe ich dich richtig das du meinst es ist nicht mehr viel Luft nach oben und man solle tendetiell eher verkaufen ? für die die nicht "LONG" investiert sein wollen ...
+1
Weia
Weia02.05.1915:39
doggda
weia, verstehe ich dich richtig das du meinst es ist nicht mehr viel Luft nach oben und man solle tendetiell eher verkaufen ? für die die nicht "LONG" investiert sein wollen ...
Öhm – ja … ich dachte/hatte gehofft, das sei mehr als klar, wenn die auch noch optisch so schön hervorgehobene Zielzone erreicht ist. Genau deswegen hatte ich gestern nicht darauf warten wollen, bis macbeutling den Mai-Thread aufmacht, sondern das selbst getan, um die Info mit dem Erreichen der Zielzone so rechtzeitig posten zu können, dass jeder die Möglichkeit hat, gestern noch entsprechend zu handeln.

Ich habe ja hier früher immer wieder mal betont, dass es nicht darauf ankommt, jede Kursbewegung maximal mitzunehmen (was einem eh nie gelingt und was anzustreben ein typischer Laien-Fehler ist), sondern diejenigen Teile der Kursbewegung, bei denen das Chance-/Risiko-Verhältnis optimal ist, wo also eine große Wahrscheinlichkeit besteht, dass eine Kursbewegung in die „richtige“ Richtung stattfindet und eine deutlich geringere, dass die Aktie stattdessen in die andere Richtung läuft. Das ist klassischerweise immer dann der Fall, wenn es (für den betrachteten Zeitmaßstab) ein klares Kursziel gibt, das noch nicht erreicht wurde. Sobald das Ziel erreicht ist, kippt das Chance-Risiko-Verhältnis oder verschlechtert sich zumindest deutlich.

Im gestrigen Fall war die Situation besonders ausgeprägt, denn nicht nur wurde das Kursziel erreicht, AAPL näherte sich auch noch dem oberen Rand des Gaps an (immer ein starker kurzfristiger Widerstand), während die Aktie gleichzeitig über die blaue Trendlinie hinausschoss, die, wie extra geschrieben, einen wichtigen Widerstand darstellt, dessen rasche Überwindung „nicht sehr wahrscheinlich“ war.

Die Situation gestern war im Wesentlichen also:

Kurzfristig (≙ Tage bis Wochen):
  • Zielzone erreicht; weitere (kurzfristige) Kursgewinne weniger wahrscheinlich

Ganz kurzfristig (≙ Stunden bis Tage) (als AAPL bei 215$ notierte):
  • Oberer Rand der Zielzone erreicht; weitere (kurzfristige) Kursgewinne deutlich weniger wahrscheinlich
  • Oberer Rand des Gaps nur noch 1,5$ entfernt, also (ganz kurzfristig) nur noch Chance auf 1,5$ Gewinn
  • 5$ über starkem Widerstand – kurzfristiges Risiko auf Rückgang um 5$ hoch

Grob gesagt stand gestern ganz kurzfristig bei 215$ einer verbleibenden Chance auf 1,5$ Kursgewinn ein Risiko um 5$ Kursrückgang gegenüber. Das ist ein miserables Chance-/Risiko-Verhältnis und war daher für jeden, der eine Glattstellung erwägt, ein idealer Ausstiegszeitpunkt. Wie gesagt, deshalb hatte ich mich bemüht, alle relevanten Infos dafür rechtzeitig im Vorhinein zu posten.

Jetzt ist AAPL schon 5$ tiefer und die Frage ist kniffliger, denn wie gesagt, es kann durchaus sein, dass AAPL vor einem größeren Kursrückgang noch einen neuen Angriff auf den oberen Rand des Gaps startet, muss aber nicht. Das ist im Augenblick 50:50, entsprechend schwer kann ich hier raten.

Generell kann ich hier ja keine konkreten Handelsempfehlungen aussprechen, denn die hängen eben bei jedem von seiner individuellen Position und seinem individuellen Chance-/Risiko-Verhältnis ab. Mehr als den ersten gestrigen Beitrag kann ich da kaum schreiben (und das auch nur, weil die Situation gestern so klar war wie nur selten).
+6
Thyl02.05.1916:44
Ob Rückkäufe den Marktwert eines Unternehmens erhöhen, halte ich nicht für sicher. selbst Apple konnte den Kurs nicht wirklich stützen, als er runterging, und ansonsten kann man das niemals sauber herausfinden, da ein Vergleich zu einem Wert ohne Rückkäufe nicht möglich ist.

ich hätte lieber eine höhere Dividende.
+1
Weia
Weia02.05.1916:53
Thyl
Ob Rückkäufe den Marktwert eines Unternehmens erhöhen, halte ich nicht für sicher.
Naja, das sowieso nicht. Das Argument der Befürworter ist ja: gleicher Marktwert, aber weniger Aktien ⇒ höherer Aktienkurs.
+2
doggda
doggda02.05.1916:54
@weia danke für die Analyse
+2
macbeutling02.05.1916:55
Ob Rückkäufe den Marktwert eines Unternehmens erhöhen, halte ich nicht für sicher

1.) Börsenwert, nicht Marktwert
2.) ...was ist an der Börse schon sicher
Selbst Apple konnte den Kurs nicht wirklich stützen, als er runterging

3.) Also eine Gewinnwarnung fängst du mit Rückkäufen sicherlich nicht auf.

Bedenke aber folgendes: Als Apple 2012 mit Rückkäufen anfing, lag der Börsenwert bei ca 500 Milliarden Dollar.
Die bislang höchste Dotierung lag im Oktober 2018 bei 1,13 Billionen Dollar.
Apple hat in dieser Zeit relativ viel verdient, aber keine 500 Milliarden.

Insofern kann man schon davon ausgehen, das die Rückkäufe und die damit verbundene Reduktion frei verfügbarer Anteilsscheine, den Preis einer einzelnen Aktie schon etwas anschieben.

ich hätte lieber eine höhere Dividende.
.....wer nicht, trotzdem wirst du durch den Anstieg des Kurses mehr Werte im Depot haben, als du es durch eine höhere Dividende auf dem Konto hast.

Ausserdem: Dividende gibt es nur mit einem Minus von knapp 27% an Steuern, der Wertanstieg im Depot ist bei dem einen oder anderen (vor 2009 investiertem) gar steuerfrei.
„Glück auf🍀“
+1
Weia
Weia02.05.1917:04
Weia
Generell kann ich hier ja keine konkreten Handelsempfehlungen aussprechen, denn die hängen eben bei jedem von seiner individuellen Position und seinem individuellen Chance-/Risiko-Verhältnis ab.
Öhm, das sollte natürlich seiner individuellen Chance-/Risiko-Bereitschaft, also seinem individuellen Risikoprofil, heißen.
+2
rosss02.05.1918:34
macbeutling
Apple hat in dieser Zeit relativ viel verdient, aber keine 500 Milliarden.

Im Umkehrschluss heißt das: Ohne Aktienrückkäufe wäre Apple nie in die Nähe der One Billion $ gekommen.

Es gibt andere Unternehmen, die es ohne Aktienrückkäufe (in die Nähe) geschafft haben – demnach steht Apple von allen diese Unternehmen am schlechtesten da*.

…ich muss los, umschichten.


*lies: wird von den Investoren schlechter bewertet.
+1
Thyl02.05.1919:03
rosss
macbeutling
Apple hat in dieser Zeit relativ viel verdient, aber keine 500 Milliarden.

Im Umkehrschluss heißt das: Ohne Aktienrückkäufe wäre Apple nie in die Nähe der One Billion $ gekommen.

Es gibt andere Unternehmen, die es ohne Aktienrückkäufe (in die Nähe) geschafft haben – demnach steht Apple von allen diese Unternehmen am schlechtesten da*.

…ich muss los, umschichten.


*lies: wird von den Investoren schlechter bewertet.
eben. das ist der Punkt. und die haben nicht mal besser perfomed, oder?

Ne Werbeagentur und ein Versandhaus. Gähn.
+1
Weia
Weia02.05.1920:04
Es gibt ja unzählige Blickwinkel, aus denen man eine Aktie technisch betrachten kann (ein gutes Argument gegen die These, technische Analyse würde funktionieren, weil die Marktteilnehmer sich nach ihr richtet: kein Mensch brächte ein solches Gespinst aus den verschiedensten Ansätzen zusammen, die alle untereinander konsistent blieben).

Hier mal ein anderer Blick auf AAPL. Erinnert Ihr Euch noch an eine Aufwärtstrendlinie, die rosss dereinst vorschlug und von deren großer Bedeutung, insbesondere, wenn man sie zu einem Trendkanal erweiterte, er dann fast selbst überrascht war?

DIeser Trendkanal bestimmte die Aufwärtsbewegung von AAPL über die letzten Jahre fast vollständig und spielt auch jetzt noch immer eine enorme Rolle:



AAPL hat mit seinem gestrigen Hoch den unteren Rand des Trendkanals (also rosss’ ursprüngliche Trendlinie), den die Aktie letzten November nach unten durchbrochen hatte, exakt von unten angetestet.

Zu der diskutierten Variante, dass der Gesamtmarkt und AAPL jetzt ein Hoch gemacht haben und erneut nach unten wenden (S&P 500 nach neuem Allzeithoch, AAPL nicht, wie erwartet), würde dieses Verhalten von AAPL perfekt passen.
+12
Weia
Weia02.05.1920:25
Noch eine amüsante Beobachtung am Rande: Wir haben seit neuestem offenbar einen entschiedenen Verächter von Charttechnik oder meiner Person oder beidem unter uns: Sobald ich einen Beitrag gepostet habe, der einen Chart enthält, ist der grundsätzlich in Windeseile (vermutlich schneller, als man den Beitrag überhaupt erfassen könnte) mit einem Daumen nach unten versehen.

Das dürfte in etwa seit der Zeit der Fall sein, wo ich mich an anderer Stelle für das Bewertungssystem auf MacTechNews ausgesprochen hatte. Vermutlich ist Rache süß.

Das ist ein bisschen kindisch, aber ich habe es ja nicht anders gewollt.
+13
doggda
doggda02.05.1921:59
dann gebe ich dir mal überall einen Daumen nach oben... ich finde Eure Diskussionen hier immer sehr lohnenswert.. Habe mich entschieden drin zu bleiben in AAPL...
Könnte mich schwarz ärgern das ich letzte Woche meine Enphase-Energy Aktien verkauft habe, hatte garnicht gesehen das die auch Quartalsergebnisse veröffentlichen... gingen an einem Tag um 22 % nach oben... thats life..
+1
rosss03.05.1909:29
Halb-OT
Warren Buffett steigt jetzt bei AMZN ein – Investitionstechnisch deutet das auf einen Peak hin, mithin vielleicht der richtige Zeitpunkt für Gewinnmitnahmen?
+1
rosss03.05.1909:40
Weia
DIeser Trendkanal bestimmte die Aufwärtsbewegung von AAPL über die letzten Jahre fast vollständig und spielt auch jetzt noch immer eine enorme Rolle:

Der rosa Kanal ist doch voll für'n Allerwertesten, weil sich seit November keiner mehr daran hält.

Buffett (s.o.) ist so doof: wäre er VORGESTERN am Höchstpunkt LONG AAPL gegangen, hätte es vielleicht gereicht, wieder in den sicheren Kanal einzuschiffen. Aber nein, genau an dem kritischen Punkt spielt er lieber woanders mit seinem Geld. So etwas verachte ich.
+1
Weia
Weia04.05.1901:03
rosss
Der rosa Kanal ist doch voll für'n Allerwertesten, weil sich seit November keiner mehr daran hält.
Wieso? Am Mittwoch haben sich doch alle exakt daran gehalten …
Buffett (s.o.) ist so doof
Der hat sich doch auch daran gehalten?
0
rosss04.05.1916:22
Weia

Die Linie heißt jetzt übrigens offiziell „rosss-Buffett-Linie“, in Memoriam . Nördlich davon treffen sich die guten Investoren, weil das Gras saftiger und mehr rosa ist.
0
Weia
Weia04.05.1916:50
rosss
Die Linie heißt jetzt übrigens offiziell „rosss-Buffett-Linie“
OK, ich trag’s in den Chart ein.
0
torgem05.05.1910:58
Hallo zusammen,

ich möchte nochmal etwas zum Thema Aktienrückkäufe loswerden. Wir bringen hier zwei unterschiedliche Werte immer wieder durcheinander.

Das ist einmal der Börsenwert eines Unternehmens: Anzahl Aktien * Kurs. Und das ist einmal der Kurs einer einzelnen Aktie. Durch ein Aktienrückkaufprogramm allein wird sich der Börsenwert nicht ändern, der Kurs einer einzelnen Aktie womöglich aber steigen. Der Kurs muss sogar steigen, damit der Börsenwert gleich bleibt. Reine Mathematik. Für den Anleger ist das erstmal ein Nullsummenspiel. Denn in dem Maß wie der Kurs der Aktie steigt, sinkt der Bargeldbestand innerhalb des Unternehmen, an dem man ja beteiligt ist. Die Frage ist eher, was dem Anleger mehr nützt. Das Geld innerhalb des Unternehmens oder ein höherer Kurs der Aktie. Somit sind Rückkaufprogramme wie Ausschüttungen, wenn man denn auch mal eine Aktie verkauft.
„AAPL: halten - reflect-ion.de“
+3
thomas b.
thomas b.05.05.1912:21
Durch die Aktienrückkäufe steigt der Wert der verbliebenen einzelnen Aktie und der Bargeldbestand sinkt. Das ist für mich in Ordnung, so lange der Bargeldbestand hoch genug bleibt, um finanziell gut manövrierfähig zu sein.

Dividenden kommen dem Aktionär auch zu Gute, im Unterschied zu den Rückkäufen kommt es allerdings eher schlecht an, wenn die Dividende gekürzt wird, wenn es nicht mehr (ganz) so gut läuft. Aktienrückkäufe zurück zu fahren ist da unproblematischer, auch wenn es für das Unternehmen finanziell kaum einen Unterschied macht.

Aktienrückkäufe sind aber sicher auch deswegen beliebt, weil sich die Boni vieler Führungskräfte der Unternehmen am Aktienkurs orientieren, daher ist das oft auch nicht so ganz uneigennützig. Dividenden bringen für diesen Fall nichts.
+2
Weia
Weia06.05.1903:51
Nachdem der Gesamtmarkt neue Allzeithochs gemacht hat, steht wie gesagt eine neue Analyse an, wie es nach Erreichen dieses hoch wahrscheinlichen Kurszieles nun weitergeht. Im Folgenden hierzu einige Überlegungen, die alle mittel- bis längerfristiger Natur sind und sich also nicht um die nächsten Tage drehen, sondern eher die nächsten Wochen und Monate. Am Schluss gibt’s eine Zusammenfassung.

Zunächst ein aktueller Tageschart des S&P 500 mitsamt der Advance-Decline-Linie (AD-Linie) der NYSE (New York Stock Exchange):



Wie immer ist hier die blaue Trendlinie der Aufwärtstrend seit 2009 und die rote Trendlinie durch die Steigung des Jahrhunderttrendkanals und das Hoch 2007 definiert. Zur Erinnerung: Die Arbeitshypothese ist, dass ein nachhaltiger Anstieg des S&P 500 über die rote Trendlinie eine starke und vermutliche steile Bewegung zum oberen Rand des Jahrhunderttrendkanals (das letzte Mal im Jahr 2000 erreicht) in Form eines Blow-Off-Tops zur Folge hätte. Andernfalls könnte der S&P 500 zwar langsam unter der roten Trendlinie weiter nach oben kriechen; deutlich wahrscheinlicher wäre dann aber ein starker, möglicherweise sehr starker Kursrückgang.

Bislang hat der S&P 500 2018 zweimal versucht, die rote Trendlinie zu übersteigen und beide Male kräftig auf den Deckel bekommen; der scheinbare Ausbruch nach unten im 4. Quartal 2018 erwies sich aber ebenfalls als Falle.

Jetzt ist der S&P 500 also wieder zwischen beiden Linien. Die kreuzen sich Ende August; bis zum Herbst muss sich der S&P 500 also entscheiden. Bis dahin hat er allerdings Zeit; es könnte also durchaus sein, dass der S&P 500 die nächsten 4 Monate im Wesentlichen zwischen diesen beiden Linien „klemmt“, bis alle Marktteilnehmer völlig entnervt sind.

Wie lässt sich nun antizipieren, in welche Richtung der Ausbruch wohl erfolgen wird?

Wichtige Tops werden fast ausnahmslos von 2 Faktoren begleitet: einer euphorischen Stimmung und einer Divergenz in der Marktbreite (d.h. der S&P 500 macht neue Hochs, die AD-Linie aber nicht). (Die AD-Linie wird einfach dadurch berechnet, dass man am Schluss jedes Börsentages die Zahl der an der NYSE gestiegenen Aktien zum Vortageswert der AD-Linie dazuaddiert und die der gefallenen abzieht.)

Für die beiden Tops 2018 habe ich Euch die Tops der AD-Linie durch die gestrichelten senkrechten rosa Linien markiert. Wie Ihr sehen könnt, gab es im Januar nur eine Divergenz von 3 Tagen, im September dann aber von 3 Wochen. Dementsprechend war der Kurseinbruch im Januar auch schnell vorbei, während der im 4. Quartal 2018 weit länger dauerte.

Die Divergenz im Januar 2018 war allerdings wirklich so kurz und wenig ausgeprägt, dass dadurch allein kein größeres Top indiziert worden wäre. Der wichtigere Teil war hier die im Januar vollkommen überbordend euphorische Stimmung – die von Investor’s Intelligence gezählte Zahl der bullischen vs. bärischen Börsen-Newsletter war so hoch wie seit 1987 (vor dem legendären Crash) nicht mehr.

Allerdings war es auch wie 1987 so, dass diese Euphorie Monate vor dem entscheidenden Einbruch im Herbst kam – die Stimmung eilt dem Top teils deutlich voraus und ist insofern kein guter Timing-Indikator; genau da kommt dann die Divergenz mit der AD-Linie ins Spiel. Mit deren Hilfe konnte der erste, kürzere als auch der zweite, längere/größere Einbruch dann recht gut getimed werden.

Wie sieht es nun jetzt damit aus? Wie Ihr mit einem Blick auf die AD-Linie erkennen könnt, ist im Moment weit und breit keine Divergenz zu sehen, weder für die letzten Tage und schon gar nicht für die letzten Wochen (der S&P 500 hat das Hoch vom letzten September gerade mal eingeholt, die AD-Linie ist weit darüber hinaus). Es bleibt also mit hoher Wahrscheinlichkeit bis auf weiteres noch Zeit bis zum Top.

Die Stimmung ist zwar sehr, sehr positiv, aber doch nicht übermäßig, gemessen an dem rasanten Kursanstieg. Es könnte zwar immer noch die unglaubliche Euphorie von Anfang 2018 nachwirken, aber idealerweise sollte auch die jetzige Stimmung noch euphorischer werden.

Sowohl Stimmung als auch fehlende Divergenz deuten darauf hin, dass, falls der Gesamtmarkt ein Top macht, dies jedenfalls nicht sofort geschehen dürfte – sondern der S&P 500 eben zunächst zwischen roter und blauer Trendlinie verharrt.

Es gibt aber im Augenblick noch ein hoch interessantes Indiz, das Verhalten des jüngst schon erwähnten, sehr viele Aktien umfassenden Index Russell 2000.

Hier zunächst ein Monatschart mit einigen wichtigen Trendlinien, damit Ihr seht, woher die kommen:



Auch beim Russell 2000 gibt es zwei wichtige langfristige Trendlinien, die sich, Wunder über Wunder, genau wie beim S&P 500 Ende August kreuzen, so dass sich der Russell 2000 ebenfalls bis dahin „entscheiden“ muss. Die Entscheidung ist der Russell 2000 aber nicht so wie der S&P 500 angegangen, sondern ähnlich wie AAPL, die ja ihrerseits zwei ganz entsprechende Linien hat (siehe Chart zur Eröffnung des Mai-Threads): Es gab zunächst eine ausgeprägte Bullenfalle (= Übersteigen der blauen Trendlinie, bei AAPL für 3 Monate, beim Russell 2000 sogar für 14 Monate) und dann eine ebenso ausgeprägte Bärenfalle im 4. Quartal 2018; sprich: AAPL wie Russell 2000 „umtänzelten“ den herannahenden Schnittpunkt beider Linien massiv. Und beide sind im Moment bereits wieder über ihren blauen Linien.

Das Spannende am Russell 2000 ist nun aber sein Tageschart:



Im Detail hat sich der Russell 2000 dieses Jahr anders verhalten als die anderen Indizes: er hat in genau dem Bereich in Februar und März konsolidiert, in dem er auch letzten November während der Abwärtsbewegung konsolidierte.

Das Ergebnis ist eine symmetrische Formation, die potentiell eine deutliche Kopf-Schulter-Bodenformation bildet (bitte googeln, falls unbekannt ist, was das ist). Diese Formation würde bestätigt, wenn der Russell 2000 nachhaltig (also nicht nur für ein paar Tage) über die Nackenlinie steigen kann. Sie würde falsifiziert, wenn der Russell 2000 unter die rechte Schulter (also das März-Tief bei 1495) fällt.

Es ist mal wieder einer dieser spannenden „Zufälle“, dass der Russell 2000 am Freitag exakt am Kreuzungspunkt seines schon durchbrochenen, nun von unten angetesteten diesjährigen Aufwärtstrends mit der Nackenlinie der Kopf-Schulterformation geschlossen hat: jeder weitere Kursanstieg würde ihn in den Aufwärtstrend zurückkatapultieren und die Nackenlinie nach oben durchstoßen – beides sehr bullische Vorgänge.

Die Kopf-Schulter-Formation ist die zuverlässigste Chartformation überhaupt. Wird sie bestätigt, indem der Russell 2000 seine Nackenlinie eindeutig nach oben zu durchstoßen vermag, dann lässt sich ein eindeutiges Mindestkursziel definieren: ein weiterer Anstieg um genau den (prozentualen) Betrag, den der Kopf von der Nackenlinie entfernt ist (im Chart dargestellt durch die beiden roten senkrechten Linien). Dieses Mindestkursziel beträgt 1920 oder 19% von hier.

S&P 500 und Russell 2000 bewegen sich nicht immer proportional zueinander, aber wenn der Russell 2000 19% steigt, dann steigt der S&P 500 jedenfalls garantiert so weit über die rote Trendlinie, dass im Sinne der eingangs genannten Arbeitshypothese ein Anstieg des S&P 500 an den oberen Rand des Jahrhunderttrendkanals und ein Blow-Off-Top indiziert ist. Mit anderen Worten: Wenn der Russell 2000 von hier aus weitersteigt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit eines Blow-Off-Tops sehr.

Per se ist ein Blow-Off-Top eine Ausnahmeerscheinung und also unwahrscheinlich. Die starke AD-Linie, die noch nicht überbordend euphorische Stimmung und das Potential des Russell 2000 zu einer sehr bullischen Chartformation lassen es aber wahrscheinlicher erscheinen, als das normalerweise der Fall wäre. Auf der Gegenseite wäre zu vermerken, dass jetzt auch der Chef von Black Rock, der weltweit größten Vermögensverwaltung, über ein Blow-Off-Top schwadroniert. Dass öffentliche Figuren mit meiner Analyse übereinstimmen, mag ich gar nicht, denn das macht sie unwahrscheinlicher.


Zusammenfassung

Der Gesamtmarkt hat wie prognostiziert seine alten Allzeithochs erreicht. Es kann gut sein (muss aber nicht), dass er unter Schwankungen den Sommer über auf der Stelle tritt, doch spätestens bis zum Herbst muss er sich angesichts sich kreuzender Trendlinien „entscheiden“.

Dass er danach noch langsam weiter nach oben kriecht, ist die unwahrscheinlichste Variante. Wahrscheinlicher sind ein steiler Anstieg oder ein steiler Abbruch.

Damit es zu Top und danach Abbruch kommen kann, müsste sich eine Divergenz zwischen S&P 500 und der AD-Linie bilden und im Idealfall auch die Stimmung noch euphorischer werden. Beides ist im Augenblick noch nicht zu sehen.

Ein steiler Anstieg umgekehrt wäre per se zwar unwahrscheinlicher, würde aber an Wahrscheinlichkeit zulegen, wenn der breite Index Russell 2000 über das Schlussniveau vom Freitag hinaus deutlich weiter steigen könnte.
+6
macbeutling06.05.1908:10
Trumps Ankündigung, die Zölle auf chinesische Waren aufgrund der schleppenden Verhandlungen mal eben von 10 auf 25% zu erhöhen, hat der Börse heute erstmal einen kräftigen Dämpfer verpasst
„Glück auf🍀“
+2
doggda
doggda06.05.1908:48
was ein einziger Tweet von diesem Idioten anrichten kann ist immer wieder spektakulär...
+2
rosss06.05.1909:31
Ich an Trumps Stelle würde mich über Strohmenschen mit Insidertrades so dermaßen bereichern, und vom Gewinn erst Twitter kaufen und dann die ganze Welt… 👹

Glücklicherweise würde Trump als Ehrenmann so etwas niemals nicht tun, und ich will eigentlich nur an meiner Stelle sein. 😇
+2
MKL06.05.1910:02
rosss

Ist Trump nicht auch selber ordentlich im Markt investiert und schadet sich so auch selber?
0
macbeutling06.05.1910:07
vielleicht shortet er kräftig, setzt also auf sinkende Märkte....zutrauen würde ich dem Idioten ausnahmslos ALLES.

In der "Zeit" war letztens ein interessanter Bericht über die Verflechtungen Trumps mit der Deutschen Bank:
die leiht ihm Millionen, er zahlt nicht zurück, als er dazu aufgefordert wird, verklagt er die mal eben, weil diese ja Mitschuld an der Finanzkrise hatte....

Und anstatt den Herrn vor die buchstäbliche Tür zu setzen, verlegen die ihn auch noch ins "Wealth Management".


Die DB sollte mit der Sparkasse fusionieren, denn zu mehr als regionalem Kleinkram taugt die nicht....
MKL
rosss

Ist Trump nicht auch selber ordentlich im Markt investiert und schadet sich so auch selber?
„Glück auf🍀“
+1
Weia
Weia06.05.1911:43
doggda
was ein einziger Tweet von diesem Idioten anrichten kann ist immer wieder spektakulär...
Kann er das?

Die interessante Frage ist doch die: Warum passiert das ausgerechnet jetzt, wo Indizes wie Einzelaktien ihre Kursziele just erreicht hatten, an dementsprechend starken Widerständen standen und eine kurzfristige Korrektur ohnehin wahrscheinlich war? Technisch gesehen ist an der heutigen Kursbewegung nichts überraschend.
0
torgem06.05.1913:36
Wenn es nicht die Zölle wären, würde man das heranziehen: China lehnt Atom-Deal mit USA und Russland ab. Es gibt für jede Kursbewegung Nachrichten und umgekehrt für jede Nachricht Kursbewegungen.
„AAPL: halten - reflect-ion.de“
+1
Weia
Weia06.05.1915:28
Nachdem AAPL nach den Quartalsergebnissen mit einem Gap nach oben eröffnete, wird die Aktie heute an derselben Stelle mit einem Gap von ca. 7$ nach unten aufmachen.

Wenn AAPL dieses Gap nicht rasch (spätestens innerhalb der nächsten Tage) schließen kann, bekommt die Aktie ein Island Reversal Top, das einen deutlichen Kursrückgang wahrscheinlicher werden lässt.
0
rosss06.05.1918:25
Heute bislang von 204$ auf 208$ – wann gilt das Gap als geschlossen, bei 209$?
0
Weia
Weia06.05.1919:28
rosss
Heute bislang von 204$ auf 208$ – wann gilt das Gap als geschlossen, bei 209$?
Formell gilt ein Gap als geschlossen, wenn der Schlusskurs des Prä-Gap-Tages wieder erreicht wird, aber de facto reicht es meist, das Intraday-Tief des Vortages wieder zu erreichen.

Im jetzigen Falle also formell 211,75$, mindestens aber 210,23$. Hoch AAPL heute bislang 208,71$ – bemerkenswerterweise praktisch exakt der untere Rand des nach unten verlassenen Zielbereichs, in den AAPL somit nicht wieder zurückfand.

Was das Island Reversal Top betrifft – wenn man ganz konziliant ist, dann würde man den tiefsten Intraday-Wert zwischen erstem und zweitem Gap veranschlagen; das wären dann 208,13$ vom 2. Mai, und somit wäre das Island Reversal Top heute schon falsifiziert. Für diese gutwillige Interpretation muss man aber alle Augen zudrücken, die man hat.

Unten hat AAPL übrigens an der langfristigen, dicken grünen Aufwärtstrendlinie gehalten. Hier ein Detail aus dem heutigen Tageschart, das zeigt, dass das einzige Bemerkenswerte bei AAPL, das bislang heute passiert, ist, das charttechnisch überhaupt nichts Bemerkenswertes passiert ist:



Trump ist hier nicht „sichtbar“, AAPL hat sich exakt so verhalten, wie man es nach Erreichen der Zielzone in jedem Fall erwarten konnte. Interessant wird es erst, wenn AAPL die zweite, etwas weniger steil ansteigende und noch nicht nach unten durchbrochene dünne grüne Aufwärtstrendlinie erreicht; dann wird sich zeigen, ob AAPL noch einen zweiten Anlauf in die Zielzone unternimmt, um das Gap von letztem November bei 216,81$ komplett zu schließen, oder nicht.
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rosss07.05.1909:58
Warren Buffett's advice for Tim Cook, 2012
And he was very clear to me. I still remember it. He said, he goes, “Let me just cut through it. If you believe your stock is undervalued, you should buy your stock.” And I thought that was just the simplest way of looking at it.

Kann es sein, dass die beiden damals phänomenal aneinander vorbeigeredet haben?

TCs Ziel war es, einen Weg zu finden den Kurs von AAPL für die Shareholder zu erhöhen. WB ist aber Investor, der möchte bei Kauf/Verkauf einen Gewinn erzielen. Also rät er dazu, AAPL zu kaufen solange der Stock unterbewertet erscheint. Er rät nicht dazu, die gekauften Aktien zu vernichten.*

Welches Signal hätte TC an die Investoren gesendet, wenn er durch die Aktienrückkäufe das Ziel verfolgt hätte, den Eigenanteil an Apple auf 51% und mehr zu erhöhen und somit unabhängig zu werden?

Der geneigte Leser ahnt es: Den Sinn dahinter, Aktien in den Ruhestand zu schicken, habe ich bis heute nicht verstanden. Den Kurs hat es nicht befeuert, Geld loswerden kann man auch mit z.B. einer Umweltstiftung.

* Vielleicht hat er damals zu dem Aktienrückkaufprogramm in seiner jetzigen Form geraten, es wird ja nur ein Telefonat in TCs Worten geschildert. Die ich befremdlich finde.
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thomas b.
thomas b.07.05.1911:53
rosss

...
Welches Signal hätte TC an die Investoren gesendet, wenn er durch die Aktienrückkäufe das Ziel verfolgt hätte, den Eigenanteil an Apple auf 51% und mehr zu erhöhen und somit unabhängig zu werden?
...

Apple kann sich nicht selbst gehören, zurück gekaufte Aktien haben auch kein Stimmrecht.
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torgem07.05.1913:54
@Weia: angenommen es käme zu einem Blow-Off Top. In welchem Zeithorizont würde das in etwa ablaufen? Ist dann eher mit einem euphorischen Ruck nach oben zu rechnen, bei dem auch die letzte kommunistische Hausfrau Aktien kauft oder ein herantasten über Jahre hinweg?
„AAPL: halten - reflect-ion.de“
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Weia
Weia07.05.1913:56
thomas b.
Apple kann sich nicht selbst gehören, zurück gekaufte Aktien haben auch kein Stimmrecht.
Aber wem gehört Apple, wenn Apple 99% von AAPL zurückkauft? Den paar Aktionären, die die verbleibenden 1% von AAPL besitzen?

Das ergäbe keinen Sinn.
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rosss07.05.1914:01
Naja, die letzte Aktie ist dann 1 Fantastillion $ wert.

Die verkaufe ich dann an Apple, dann hört der Laden in dem Moment auf zu existieren, aber ich bin reich.
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Weia
Weia07.05.1914:03
rosss
Naja, die letzte Aktie ist dann 1 Fantastillion $ wert.

Die verkaufe ich dann an Apple, dann hört der Laden in dem Moment auf zu existieren, aber ich bin reich.
Ja, das klingt plausibel.
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rosss07.05.1914:07
Weia

Man kann die restlichen 1% Aktien ja 1:100 splitten, dann hat man wieder 100% im freien Umlauf.

Oh, sh… das wird wohl doch nichts mit meiner Aktie.
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Weia
Weia07.05.1914:58
torgem
angenommen es käme zu einem Blow-Off Top. In welchem Zeithorizont würde das in etwa ablaufen? Ist dann eher mit einem euphorischen Ruck nach oben zu rechnen, bei dem auch die letzte kommunistische Hausfrau Aktien kauft oder ein herantasten über Jahre hinweg?
Typischerweise wäre mit einem Blow-Off-Top eine Akzeleration gegen Ende verbunden, samt entsprechender Euphorie.

Eine gutes Beispiel in kleinerem Zeitrahmen (→ fraktale Struktur der Märkte) könnte die Aufwärtsbewegung von Februar 2016 bis Januar 2018 sein, die die letzten 5 Monate (also die letzten 20% der Zeitspanne), und davon dann wiederum insbesondere die letzten 2,5 Monate (also die letzten 10% der Zeitspanne) deutlich steiler wurde; danach gab es dann die für Blow-Off-Tops typische spitze Kehrtwende nach unten.

Wenn wir dieses Modell auf die Aufwärtsbewegung seit 2009 übertragen, also grob ein Jahrzehnt, kämen wir auf 1 – 2 Jahre für die letzte Phase. Gehen wir mal vom Sommer 2021 aus, da wäre der obere Rand des Jahrhunderttrendkanals bei etwa 4750. 4750 / 2900 = 64% Gewinn oder 28% Gewinn pro Jahr. Das wäre jedenfalls nicht unrealistisch.

Zum Vergleich: Wenn der S&P 500 sich „einfach“ an der blauen Aufwärtstrendlinie weiter entlang bewegt, die bis auf den Ausreißer die letzten Monate seit 2009 gehalten hat (immer noch ein sehr sehr guter Aufwärtstrend!), dann würde er den oberen Rand des Jahrhunderttrendkanals im Sommer 2023 bei 5350 erreichen. Das entspräche 16% Gewinn pro Jahr und wäre sicher gut, aber schon nicht mehr wirklich außergewöhnlich.

Schauen wir uns die beiden historischen Präzedenzfälle an, in denen der S&P 500 bislang die rote Linie übersteigen konnte:

1997 schaffte er das erstmals im Juli, das Top erfolgte im März 2000, also 32 Monate später mit einem Gewinn von 23% pro Jahr. Allerdings überstieg er die rote Linie zunächst nach nur leichter Konsolidierung ohne größeren Kampf, fiel dafür aber von Juli bis Oktober 1998 nochmals steil auf sie zurück (Antesten des Ausbruchs nach oben von oben). Man könnte argumentieren, dass dieser Kampf um die rote Linie hier und heute bereits durch den Kurseinbruch der letzten Monate unterhalb dieser Linie vorweggenommen wäre; dann wäre der Markt jetzt sozusagen bereits an dem Punkt, an dem er im Oktober 1998 war. Von da vergingen bis zum Top nur noch 17 Monate, entspricht 40% Gewinn pro Jahr.

1928 überstieg der S&P 500 erstmals im September die rote Linie und brauchte dann lediglich 12 Monate bis zum Top im August 1929, der „Mutter aller Blow-Off-Tops“. Das waren satte 51% Gewinn pro Jahr.

Das wäre also der grob gesteckte Rahmen anhand der beiden bislang einzigen Fälle, in denen der S&P 500 die rote Linie überwinden konnte (was deren Bedeutsamkeit unterstreicht und damit auch den enormen Widerstand, den sie darstellt), und fraktaler Modellbildungen:

Zeitdauer: 12 – 32 Monate
Steigung = Gewinn pro Jahr: 23% – 51%


Nochmals zum Vergleich das charttechnische Modell des Anstiegs entlang der blauen Aufwärttrendlinie:

Zeitdauer: 50 Monate
Steigung = Gewinn pro Jahr: 16%
+2
thomas b.
thomas b.07.05.1915:06
rosss
Naja, die letzte Aktie ist dann 1 Fantastillion $ wert.

Die verkaufe ich dann an Apple, dann hört der Laden in dem Moment auf zu existieren, aber ich bin reich.

Die letzten Aktien kann sich dann nicht einmal Apple mehr leisten zu kaufen.
+1
Thyl07.05.1917:53
torgem
Hallo zusammen,

ich möchte nochmal etwas zum Thema Aktienrückkäufe loswerden. Wir bringen hier zwei unterschiedliche Werte immer wieder durcheinander.

Das ist einmal der Börsenwert eines Unternehmens: Anzahl Aktien * Kurs. Und das ist einmal der Kurs einer einzelnen Aktie. Durch ein Aktienrückkaufprogramm allein wird sich der Börsenwert nicht ändern, der Kurs einer einzelnen Aktie womöglich aber steigen. Der Kurs muss sogar steigen, damit der Börsenwert gleich bleibt. Reine Mathematik. Für den Anleger ist das erstmal ein Nullsummenspiel.

Der Aktienkurs "müsste" steigen, damit der Börsenwert gleich bleibt. Muss er aber nicht, denn es gibt ja keine Verpflichtung der Kaufinteressenten. "Ach, Apple hat 10% seiner Aktien zurückgekauft? Na dann, ganz klar, gebe ich freiwillig 10% mehr aus!". Ne, so ist das nicht. Ob der Rückkauf honoriert wird oder nicht, kann man in keinster Weise sagen. Ich finde, es macht sich nicht wirklich bemerkbar. Die Steigerungsraten waren vor Beginn des Rückkaufprogramms sogar höher (ich weiß, das ist kein Argument, aber umgekehrt halt auch nicht).

Ich halte das Rückkaufprogramm für keine gute Idee. Es basiert auf Annahmen indirekter Honorierung einer Aktion, und das kann einfach schiefgehen, wie jeder weiß, der seiner Angebeteten zu oft Wicken mitgebracht hat, ohne sie äh, aber lassen wir Otto aus dem Spiel.
+2
thomas b.
thomas b.07.05.1920:58
Aktienrückkäufe haben für mich aus Laiensicht drei mögliche Gründe:

1. Zu viel Geld in der Kasse, für das man keine sinnvolle Verwendung hat. Statt Aktienrückkäufen könnte man auch Dividenden-Sonderausschüttungen machen oder die Dividende entsprechend erhöhen, man wird wohl Gründe dafür haben, es anders zu machen.

2. Es schönt den Gewinn pro Aktie, der steigt sogar, wenn der Gewinn selbst gar nicht steigt, das ist so zu sagen legale Bilanzkosmetik.

3. Vom durch Rückkäufe gestiegenen Aktienkurs profitieren insbesondere Boni-Empfänger, die gar keine Aktien besitzen (müssen), deren Bonus sich genau daran und nicht am Börsenwert, der theoretisch davon unberührt ist, orientiert. Von Dividenden hat dieser Personenkreis nichts. Wenn das die Motivation sein sollte, ist das schon etwas schräg.
+3

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