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Der Apple-Aktien-Thread (Juli 2019)

macbeutling01.07.1910:27
Hallo zusammen.

Und wieder ist ein Monat um, und auch das 3.Quartal des Geschäftsjahres 2018/2019 hat Apple am letzten Samstag beendet.

Nach dem Abrutschen aus dem Januar hat sich die Aktie stabil bei werten um die 200$ eingependelt.

Was "Fundamentalisten" wie mir die Einschätzung momentaner und zukünftiger Entwicklungen schwer macht ist die Tatsache, dass viele Bewegungen der Aktie nicht aufgrund von Daten,Verkaufszahlen,Produktpräsentationen oder Berichten entstehen, sondern vielmals aus einem oder mehreren Tweets des amerikanischen Präsidenten entstehen.

Der Handelskrieg und immer neue Drohkulissen im Bereich Strafzölle macht es schwierig, eine Voraussage um zukünftige Entwicklungen zu wagen.
Apple wäre aber nicht Apple, wenn nicht versucht werden würde, dies zu umgehen oder andere Wege zu finden, die eigenen Produkte weiterhin zu einem Maximum-Gewinn zu verkaufen....dazu zähle ich die Diskussion um die Eröffnung von Produktionsstandorten ausserhalb Chinas, wie etwas Vietnam....auch ein Niedriglohnland.

Und dann am letzten Freitag die Meldung, dass Sir Johnny sich selbstständig macht und nicht mehr exklusiv für Apple arbeitet....oh Gott, die Welt geht unter....nicht.

So eine Meldung hätte vor 10 Jahren eine Halbierung des Kurses nach sich gezogen, da bin ich mir sicher.

Aber nicht heute.

Apple 2019 ist dank des aktuellen CEOs TC deutlich breiter aufgestellt, als es zu Jobs' Zeiten der Fall war.
Und das ist ein enormer Verdienst.
Heutzutage werden Weggänge deutlich leichter hingenommen, da auch bei Keynote deutlich mehr Manager auf der Bühne Präsent sind, und Neuigkeiten Präsentieren.
Damit wird der Öffentlichkeit, und auch den Anlegern, ganz klar vermittelt: Apples Produkte sind das Ergebnis von vielen köpfen, nicht von einzelnen.

Eine Jobs Keynote bestand ja aus 90 % Jobs, 8 % Schiller und 2% Ives.

Cook hat erkannt, dass der Erfolg und auch die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt werden muss.
Diese Diversifizierung ist meiner Ansicht nach ein enormer Gewinn für das Unternehmen.

So, wie geht es nun an der Börse weiter?

Ich mache es kurz:
-iPhones werden weiter gut laufen und dem Unternehmen alleine einen Umsatz von 210-210 Milliarden im Jahr bringen, alles andere ist nach wie vor "Beifang".
- die Service-Sparte wird weiter wachsen und zusätzliche 50 Milliarden im Jahr bringen, more or less.
- Macs werden weiter gut laufen, ich denke, dass sich die Zahl bei 20 Millionen/jahr einpendeln wird.

Die Rückkäufe werden die Aktie im nächsten Jahr bis auf 300 Dollar bringen.

So, Glaskugel weg.

Viel Spaß beim diskutieren.....

Weia: Feuer frei
„Glück auf🍀“
+5

Kommentare

Weia
Weia02.07.1911:21
Die zentrale Frage für den Gesamtmarkt, die ich immer wieder aufgeworfen habe, ist ja: Schafft es der S&P 500 nachhaltig, die „rote Linie“ zu überwinden (die der Markt nur zweimal im letzten Jahrhundert für ein paar Jahre überwinden konnte, um dann jeweils einzubrechen)? Falls ja, dürfte es einen weiteren rasanten Kursanstieg geben („Blow-Off-Top“), falls nein, dürfte der Markt in nicht allzu ferner Zukunft ein bedeutsames Top bilden.

Vor diesem technischen Hintergrund dürfte klar sein, dass das Schicksal von AAPL weitgehend vom Gesamtmarkt abhängt: Steigt der S&P 500 rasant an, ist es kaum möglich, dass nicht auch AAPL sein altes Allzeithoch (deutlich) übersteigt, bildet der S&P 500 ein Top, so bleibe ich angesichts der relativen Schwäche von AAPL gegenüber dem Gesamtmarkt bei meiner Hypothese, dass AAPL sein altes Hoch nicht mehr erreichen wird und dieses folglich das Allzeithoch für lange Jahre bleiben dürfte. Die euphorische Stimmung rund um AAPL letzten September/Oktober (Kursziele bei 400$ etc.) würde dazu jedenfalls passen.

Von daher heißt AAPL analysieren bis auf weiteres im Wesentlichen den Gesamtmarkt analysieren. Das deckt sich mit macbeultings fundamentalen Überlegungen:
macbeutling
Was "Fundamentalisten" wie mir die Einschätzung momentaner und zukünftiger Entwicklungen schwer macht ist die Tatsache, dass viele Bewegungen der Aktie nicht aufgrund von Daten,Verkaufszahlen,Produktpräsentationen oder Berichten entstehen, sondern vielmals aus einem oder mehreren Tweets des amerikanischen Präsidenten entstehen.

Der Handelskrieg und immer neue Drohkulissen im Bereich Strafzölle macht es schwierig, eine Voraussage um zukünftige Entwicklungen zu wagen.

Hier also ein aktueller Tageschart des S&P 500:


[Ich habe für eine konsistentere Farbgebung die bislang blaue langfristige Aufwärtstrendlinie in diesem Chart durch eine grüne ersetzt.]

Die grüne Aufwärtstrendlinie ist wie immer der Aufwärtstrend seit 2009 durch das Zwischentief 2016 und die rote Linie jene oben schon angesprochene entscheidende „rote Linie“ (eine Parallele zum Jahrhunderttrendkanal durch das Top 2007). Neu hinzugekommen ist die kürzerfristige blaue Verbindungslinie durch die beiden Tops 2018.

Ihr seht auf einen Blick, dass sich der S&P 500 wieder in das sich zuspitzende Dreieck zwischen roter und grüner Linie begeben hat. Der Widerstand über ihm ist also massiv: die rote Linie, die psychologische 3000er-Marke und die blaue Linie bei im Moment etwas über 3020.

Vor diesem Hintergrund ist die augenblickliche Marktverfassung ambivalent:
  • Stimmung: Einige Stimmungsindikatoren sind angesichts des stärksten Junis seit 1955 immer noch bemerkenswert pessimistisch, andere hingegen ziemlich bis ausgesprochen optimistisch. (An ein so starkes Auseinanderdriften der einzelnen Stimmungsindikatoren kann ich mich kaum erinnern.)
  • Marktbreite:Der wichtigste Indikator in diesem Bereich, die Advance-Declne-Linie, sieht immer noch sehr, sehr bullish aus. Steigt der Gesamtmarkt, steigen viele einzelne Aktien, fällt er, fallen nur vergleichsweise wenige. Andererseits: Nach dem stärksten Juni seit 1955 hat es gerade mal der S&P 500 auf neue Allzeihochs gebracht? Man übersieht leicht, dass der Dow Jones das noch immer nicht geschafft hat. Ebenso wenig die NASDAQ-Indizes, von den breiten Marktindizes wie NSYE und Russell 2000 ganz zu schweigen – deren Top datiert auf Januar 2018, und sie sind jetzt deutlich darunter. Das passt überhaupt nicht zu einem in der Breite gefestigten Markt.

Diese Liste von Ambivalenzen ließe sich fortsetzen. Zusammen mit dem oben angesprochenen starken charttechnischen Widerstand ganz nah über den jetzigen Kursen sind kurzfristig weitere deutliche Kurssteigerungen nicht sehr wahrscheinlich; spätestens bei 3020 (≙ +2%) sollte die Luft raus sein.

Das entspricht ja auch meiner Vermutung Anfang Juni, dass der S&P 500 erneut nur ein knappes Allzeithoch machen wird. Andererseits: DAS langfristige Top sollte das dann wiederum auch nicht sein, da eben die Divergenz der Advance-Decline-Linie fehlt. Deren Auftreten ist zwar keine in Stein gemeißelte Voraussetzung für ein Top (das ist nichts an der Börse), aber bislang war es halt immer so. Einen starken Rückgang könnte es dennoch geben (durchaus auch Richtung Tief Ende 2018, AAPL muss ja auch noch das Gap bei 158,13$ schließen), aber auf den sollte dann eben nochmals ein neues Hoch folgen.

Die Ambivalenzen in den Indikatoren spiegeln sich also ganz gut in den Ambivalenzen der weiteren Aussichten. Wenn sich diese Ambivalenzen nicht in einer zum Stillstand führenden gegenseitigen Blockade abbauen, sondern in sukzessivem Hin und Her, dann könnte es sein, dass die nächste Zeit nichts für schwache Nerven wird. Wer generell damit liebäugelt, irgendwas zu verkaufen, für den wäre die augenblickliche Stärke sicher kein schlechter Zeitpunkt.
+5
rosss02.07.1914:08
Fuckt: Wenn ich jetzt verkaufe, geht Apple rasant auf 400$. Aber nur dann.

Soll ich also verkaufen, damit ihr einen sorgenfreien Lebensabend habt? Decisions, decisions…

Danke für dieses Forum!
+3
macbeutling02.07.1914:12
rosss: strong sell.....
„Glück auf🍀“
+1
macbeutling02.07.1914:19
Weia: ich würde die nächsten 6-9 Monate etwas optimistische betrachten: der gestrige Tag hat gezeigt, dass alleine die Ankündigung KEINER neuen Zölle AAPL mal eben 2% nach oben schießen kann.

Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass eine komplette Einigung im Handelsstreit USA-China den gesamten Markt, und damit natürlich auch AAPL einen extremen Anschub geben könnte.
Aber das ist natürlich Kaffeesatz-Leserei.

Trump wird Druck von Seiten der US-Tech-Riesen nicht lange durchhalten können, weil eben diese extrem viel Geld in die USA bringen.
Und wir wissen ja: im direkten Gespräch is Trump bislang immer eingeknickt, große Fresse hat er nur über Twitter....ist halt ein kleiner, feiger Mann mit wenig Ahnung.

BTT: Apple hat ds schwächste Quartal des Jahres recht gut überstanden und rangiert in etwa 15% unter dem Allzeit-Hoch von letztem Oktober. Insofern kann ich mir schon vorstellen, dieses Hoch in diesem Jahr nochmal zu erreichen, sofern das eben abgelaufene und das aktuelle annehmbare Zahlen bringen.
Man bedenke: das nächste iPhone wird bereits in diesem Quartal zu haben sein.
„Glück auf🍀“
+2
Weia
Weia02.07.1914:49
macbeutling
ich würde die nächsten 6-9 Monate etwas optimistische betrachten: der gestrige Tag hat gezeigt, dass alleine die Ankündigung KEINER neuen Zölle AAPL mal eben 2% nach oben schießen kann.
Genau das würde ich als schlechtes Zeichnet werten (wie gesagt nicht speziell auf AAPL bezogen, der ganze Markt hat ja ähnlich reagiert).

Was de facto passiert ist: Ein weiteres Aufschieben des Konflikts, und zwar genau so, wie es vor dem Wochenende allgemein erwartet worden war.
Wie der Markt zur Eröffnung am Montag reagiert hat: Wie bei einer völlig unerwarteten Lösung des Konflikts.

Das war ein klassisches Euphorie-(oder Sell the news-)Zeichen, und 10 Minuten nach Markteröffnung fiel das dem Markt ja auch auf, ab da war er auf dem Rückzug. Wenn der Dow Jones nicht noch ein wenig zum Hoch bräuchte und die (massiven!) Widerstandslinien direkt über dem S&P 500 nicht noch 1-2% Platz lassen würden, wäre ich geneigt gewesen, das gestern für das (kürzerfristige) Top zu halten.
Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass eine komplette Einigung im Handelsstreit USA-China den gesamten Markt, und damit natürlich auch AAPL einen extremen Anschub geben könnte.
Aber das ist natürlich Kaffeesatz-Leserei.
Das hielte ich schon auch für gut vorstellbar. Nur ist die Argumentationsrichtung der technischen Analyse ja genau umgekehrt: Du sagst: Wenn X in der Politik, dann Y am Markt. Diesem Konditionalsatz als solchem stimme ich zu, füge aber hinzu: Da aufgrund der technischen Analyse Y extrem unwahrscheinlich ist, ist folglich auch X extrem unwahrscheinlich. Die technische Analyse nimmt ja für sich in Anspruch, die massenpsychologische Verfassung der Gesellschaft insgesamt in den Blick zu bekommen, also nicht nur des Aktienmarktes, sondern auch der Politik.

Dass der Markt jetzt, ohne erneutes inneres Erstarken, das Cluster an Widerstandslinien fast direkt über ihm ohne Weiteres überwindet, ist sehr unwahrscheinlich. Nach einer gewissen Zeit, verbesserter innerer Verfassung des Marktes und möglicherweise auch einem heftigen zwischenzeitlichen Kursrückgang wäre das natürlich grundsätzlich denkbar. Das Überwinden der „roten Linie“ diskutiere ich ja nun explizit als eine (wenn auch nicht sonderlich wahrscheinliche) Möglichkeit, und es könnte ja durchaus sein, dass eine Einigung im Handelskonflikt der Auslöser für diesen Durchbruch nach oben bildet, der dann in Folge zu einem Selbstläufer zum Blow-Off-Top wird. Alles, was die technische Analyse sagt, ist: Mag sein, dass das passieren wird, aber nicht jetzt.
+2
Dirki08.07.1915:51
Rosenblatt downgrades Apple to "Sell"
damit geht es heute leider erstmal richtig runter.....

0
Weia
Weia08.07.1916:04
Weia am 02.07.19 14:49 Uhr
Das war ein klassisches Euphorie-(oder Sell the news-)Zeichen, und 10 Minuten nach Markteröffnung fiel das dem Markt ja auch auf, ab da war er auf dem Rückzug. Wenn der Dow Jones nicht noch ein wenig zum Hoch bräuchte und die (massiven!) Widerstandslinien direkt über dem S&P 500 nicht noch 1-2% Platz lassen würden, wäre ich geneigt gewesen, das gestern für das (kürzerfristige) Top zu halten.
In klassisch patriotischer 4.-Juli-Manier ist der Dow in den letzten 40 Handelssekunden des 3. Juli auf ein neues Allzeithoch gezogen worden, von dem er den gesamten Handelstag zuvor noch entfernt war. Der NASDAQ 100 ebenfalls. Und der S&P 500 ist direkt an die „rote Linie“ gelaufen.

Insofern war dann alles bereit für ein (zumindest) kurzfristiges Top. Alles? Naja, nicht ganz: Der NASDAQ Composite hat das Allzeithoch um Haaresbreite verfehlt und der NYSE Composite sein Hoch vom Herbst 2018 (das Allzeithoch war bei diesem breiten Marktindex im Januar 2018; davon ist er weit entfernt). Wenn sich der Markt nicht nochmals fängt und das kurzfristige Top nicht ganz kurzfristig bleibt, dann werden diese beiden nicht ganz erreichten Hochs als negative Divergenz dem Markt im Magen liegen.
+1
torgem11.07.1915:59
S&P 3.000
„AAPL: halten - reflect-ion.de“
+2
Weia
Weia11.07.1916:23
torgem
S&P 3.000
Das war auch schon gestern, und zwar höher als bislang heute.

Bei der Gelegenheit hatte auch der NASDAQ Composite ein neues Allzeithoch gemacht. Fehlt also nur noch, dass der NYSE Composite sein Hoch vom Herbst 2018 erreicht. Ab dem Moment könnte es für den Markt je nach restlicher Situation gefährlich werden.
+3
doggda
doggda11.07.1918:24
@Weia siehst du jetzt einen generellen Absturz kommen ?
Ich bin seit Anfang des Jahres in vielen Aktien investiert, und manche sind ja grandios durch die Decke gegangen.
+1
Weia
Weia11.07.1920:38
doggda
@Weia siehst du jetzt einen generellen Absturz kommen ?
Das hängt davon ab, was Du unter Absturz verstehst. Ein Rückgang in der einen oder anderen Form ist im Augenblick jedenfalls die wahrscheinlichste Variante.
Ich bin seit Anfang des Jahres in vielen Aktien investiert, und manche sind ja grandios durch die Decke gegangen.
Na, dann sind Gewinnmitnahmen oder zumindest enge Stopps doch in jedem Fall eine sehr gute Idee. Nichts wächst in den Himmel, und der S&P 500 haut sich gerade den Kopf an die „Betondecke“ aus gleich drei massiven Widerstandslinien (3000, Verbindungslinie der beiden Tops 2018 und vor allem die „rote Linie”). Denke immer dran: Der Profi versucht nicht, einen gesamten Kursanstieg als Gewinn einzusacken, sondern den Teil, wo das Chance-/Risikoverhältnis sehr gut ist.

Mal einen Moment die Technik außen vor gelassen und fundamental argumentiert: Die Weltwirtschaft wächst so lala und droht zu kippen, sieht jedenfalls nicht super-rosig aus. Die Zinsen hingegen sind in einer historischen, so noch nie dagewesenen Niedrigzinsphase, also eigentlich as good as it gets. Und was hofft die Börse? Dass es der Wirtschaft schlechter geht, damit die Zinsen noch weiter fallen. Nicht um wie üblich pro Schritt 0,25%, nein, gleich 0,50% hätte sie gerne. Das ist komplett gaga. Die Niedrigzinspolitik war 2009 eine gute Idee, 10 Jahre später hängt die Börse am Zinstropf wie ein Drogenabhängiger. Das wird vermutlich böse enden.

Zurück zur Technik. Wie gesagt, der S&P 500 ist an massiven Widerstandslinien angekommen. Welche Möglichkeiten gibt es nun prinzipiell in der nächsten Zeit?

  • Der S&P 500 „klemmt“ an den Widerstandslinien und bewegt sich kaum. Wahrscheinlichkeit: eher gering. Die Erfahrung zeigt, dass das Erreichen wichtiger Widerstandslinien fast immer zu erhöhter Volatilität führt, nicht zu geringerer.
  • Der S&P 500 marschiert durch die Widerstandslinien einfach hindurch. Wahrscheinlichkeit: sehr gering. Dass sie nicht 0% ist, liegt im Wesentlichen daran, dass ein Überschreiten der Linien ein (per se unwahrscheinliches) Blow-Off-Top einleiten dürfte. Für ein Blow-Off-Top muss der Markt gaga sein, und genau das ist er wie gesagt bereits. Wenn der Markt aber erstmal durchdreht, ist nie auszuschließen, dass er gleich noch mehr durchdreht. Vielleicht reicht eine Zinssenkung um 0,50% auf der nächsten Fed-Sitzung am 31. Juli ja tatsächlich dazu aus, dass der Mark auch seinen Restverstand verliert. Technisch könnte man argumentieren, dass der S&P 500 die „rote Linie“ ja bereits letzten Herbst erreicht hatte und der Rückgang in den Dezember samt Kehrtwende bereits der „Anlauf“ war, den der Markt braucht, um die „rote Linie“ zu überwinden und in ein Blow-Off-Top (oder, wie es jetzt öfters heißt, ein “Melt-Up”) zu laufen. Möglich, aber wie gesagt: Die unwahrscheinlichste Variante.
  • Der S&P 500 bildet ein langfristiges Top und beginnt einen Abstieg auf irgendwas zwischen 600 und 1500. Wahrscheinlichkeit: gering. Dieser Abstieg wird mit hoher Wahrscheinlichkeit kommen, aber nicht ohne Ausbilden einer deutlichen Divergenz zwischen S&P 500 und Marktbreite. Die ist hier und heute nicht zu sehen und braucht zum Ausbilden auch Zeit (mehrere Wochen bis mehrere Monate).
  • Der S&P 500 bildet ein kurzfristiges Top und beginnt einen Abstieg auf irgendwas zwischen 2800 und 2300. Wahrscheinlichkeit: gut möglich.. Da eine Divergenz zwischen S&P 500 und Marktbreite zur Zeit fehlt, wird der S&P 500 danach aber erneut an die „rote Linie“ laufen und sie vielleicht sogar übersteigen, also jedenfalls neue Allzeithochs machen. Ob man einen solchen zwischenzeitlichen Kursrückgang aussitzen will, hängt vom persönlichen Risikoprofil ab. Die gute Marktbreite macht einen Rückgang ins obere Ende des genannten Bereichs etwas wahrscheinlicher als ins untere Ende, aber das kann sich auch schnell ändern.

Die Stimmung ist jetzt großenteils optimistisch, aber noch nicht rundum euphorisch. Kann also sein (muss aber nicht), dass die kurzfristige Top-Bildung noch etwas Zeit braucht. Nachdem jetzt alles auf den 31. Juli starrt, passiert bis dahin vielleicht nicht mehr viel.
+7
Weia
Weia12.07.1902:45
Noch ein PS: Das größte Problem mit der wahrscheinlichsten Variante (kurzfristiges Top) ist, dass die 3000 als Widerstand und damit potentieller Wendepunkt so mega-offensichtlich ist (im Gegensatz zur „roten Linie”, die zwar wichtiger ist, die aber offenbar praktisch niemand auf dem Schirm hat). Wie gesagt, der Markt „versucht stets, die größtmögliche Anzahl an Marktteilnehmern hereinzulegen“ (andere Formulierung für die Mehrheit hat immer Unrecht). Könnte also durchaus sein, dass ein kurzfristiges Top mit einer Bullenfalle einhergeht (scheinbarer Ausbruch über die 3000, und wenn es alle glauben, Kehrtwende nach unten).
+6
misc13.07.1909:14
Ab wann gelten die 3000 für Dich als "überwunden"? Momentan sind es ja etwa 3013.
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Weia
Weia13.07.1921:44
misc
Ab wann gelten die 3000 für Dich als "überwunden"? Momentan sind es ja etwa 3013.
Naja, 3013 sind gerade mal 0,4% über der Marke; das ist statistisches Rauschen. Generell ist es bei solchen numerischen Meilensteinen nicht so, dass deren „Überwindung” einfach höhere Kurse bedeutet. Es gab Fälle, wo (übertragen auf die 3000) der S&P 500 es x-mal beim Schlusskurs nicht über die 2999,99 geschafft hat. Es gab aber auch Fälle, wo er jahrelang zwischen (wieder übertragen) 2900 und 3100 oszillierte. Überwunden war die Marke im einen wie im anderen Fall nicht. Man könnte sogar sagen, dass der S&P 500 die 1000 erst im August 2009 endgültig überwunden hat, obwohl er 2000 und 2007 schon mal bei 1500 stand. Aber erst nach dem August 2009 kehrte er (bislang) nie wieder unter die 1000 zurück. Nicht zuletzt ist das also auch eine Frage des Zeithorizonts, wie immer an der Börse: Der S&P 500 kann im Minutenchart in einem Bullmarkt sein, im Stundenchart in einem Bearmarkt, im Tageschart in einem Bullmarkt usw. …

Konkret im jetzigen Fall: Die besprochene Widerstandszone besteht ja aus einem Cluster: 3000, rote Linie und blaue Linie (siehe Chart am Monatsanfang). Die blaue Linie ist am höchsten, am Montag bei 3026. Ich würde erwarten, dass der S&P 500 mindestens intraday, vermutlich aber auch auf Schlusskursbasis, zumindest bis dahin geht. Das sind jetzt noch mal 0,4%. Der NYSE Composite war von seinem Hoch im Herbst 2018 am Freitagsschluss noch 0,18% entfernt. D.h., wenn der S&P 500 bis an die blaue Linie läuft, schafft auch der NYSE Composite höchstwahrscheinlich sein Kursziel, das Hoch im Herbst 2018 zu erreichen/minimal zu überbieten.

Wenn das geschehen ist, wären endgültig alle Voraussetzungen für ein Top beisammen – was nicht heißt, dass es kommen muss, aber ab da jederzeit ohne weiteres kann. Dann wird es spannend: Je länger der S&P 500 dann nicht wieder nach unten abdreht, desto mehr gewinnt das Ausbruchsszenario an Wahrscheinlichkeit. Läuft der S&P 500 z.B. auf 3040 – 3050 und fällt nicht innerhalb von 1 – 3 Tagen wieder mindestens unter die blaue Linie zurück, dann gilt es aufzuhorchen. Ebenso, wenn er gleich noch höher marschieren sollte. Also allgemein gesprochen: entweder deutlich höhere Kurse oder aber etwas höhere Kurse, die über einen längeren Zeitraum gehalten werden können, wären beides Indizien für einen Ausbruch.

Augenblicklich ist die Markstimmung noch nicht so euphorisch, wie man bei einem jedenfalls etwas wichtigeren Top erwarten sollte. Die Insider verkaufen dafür plötzlich wie wild, so stark wie seit Mitte Juli 2018 nicht mehr. Damals hatten sie ja recht, waren aber zweieinhalb Monate „zu früh“ dran. In solch einer Zeitspanne könnte auch die Stimmung noch erheblich optimistischer werden. Die Uhr tickt also, aber vermutlich sind wir noch nicht ganz da, und natürlich könnten sich die Stimmungsindikatoren auch ganz unerwartet verändern. In potentiell wichtigen Börsenphasen wie jetzt gerade muss man sich sozusagen Tag für Tag an den Indikatoren entlanghangeln und schauen, ob sich die Indizien in eine Richtung verdichten.
+2
Weia
Weia22.07.1912:49
Aus aktuellem Anlass ein wie ich fürchte ziemlich langer Beitrag.

Die Zusammenfassung für Eilige: Es besteht – allerdings nur aus einer speziellen Perspektive – die akute Gefahr, dass der Gesamtmarkt letzte Woche ein ausgeprägtes Top gebildet hat.

Inwiefern spezielle Perspektive? Nun, oft lautet der Vorwurf an die technische Analyse, (miss)verstanden als reine Chartanalyse, sie sei Kaffeesatzleserei. Wenn es um Prognosen geht, die ausschließlich aus Chartkonstellationen gewonnen werden, stimme ich dem im allgemeinen zu: Gehaltvolle Prognosen sind nur unter Zuhilfenahme weiterer technischer Analysemethoden wie zum Beispiel der hier immer wieder erwähnten Auswertung von Marktbreite, Divergenzen und Marktstimmung möglich. Um mein Lieblingsbild zu wiederholen: Charttechnik für sich allein ist vergleichbar einer Straßenkarte; sie zeigt die möglichen Wege auf, die das Auto/der Markt nehmen kann, aber nicht, welchen davon es/er nehmen wird.

Es gibt allerdings einige wenige Kursformationen, die bereits für sich allein eine statistisch relevante Aussagekraft bezüglich der weiteren Kursentwicklung besitzen. Kommen nun auch noch mehrere solcher Formationen zusammen, so steigert sich die statistische Wahrscheinlichkeit erheblich (haben zwei einzelne, voneinander unabhängige Ausgangskonstellationen mit einer Wahrscheinlichkeit von jeweils 60% dasselbe Ereignis X zur Folge, so ergeben sie, wenn sie zusammen auftreten, bereits eine Wahrscheinlichkeit von 84% für X; bei 3 solchen Ereignissen wäre die Wahrscheinlichkeit schon 93,6% für X). Um mein Straßenkartenbeispiel in den stark hinkenden Bereich zu überdehnen: Kommen mehrere Straßensperrungen und Staus zusammen, bleibt am Ende womöglich nur noch eine denkbare Fahrtroute.

Ein solches, seltenes Aufeinandertreffen mehrerer aussagekräftiger Chartkonstellationen hat sich letzte Woche ergeben. Ich will daher eingangs nochmals betonen: Nach den üblichen Analysemethoden hat die Topbildung noch etwas Spielraum; noch ist die Marktbreite gut, noch sind nicht alle Stimmungsindikatoren euphorisch, noch dauert es bis zu der nächsten Fed-Sitzug am 31. Juli, auf die alle starren. Die folgende Analyse ergibt sich ausschließlich aus dem bemerkenswerten Aufeinandertreffen mehrerer aussagekräftiger Chartkonstellationen.

Dieses Aufeinandertreffen mehrerer aussagekräftiger Chartkonstellationen hat in der speziellen Situation einen kaskadierenden Effekt, sprich, einen Dominoeffekt. Es muss also gar nichts Schlimmes passieren. Das besondere an der augenblicklichen Situation ist, dass sie derart labil ist, dass, wenn jemand den ersten Dominostein umwirft, mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Kettenreaktion ausgelöst werden wird. Wirft niemand einen Dominostein um, ist alles gut und die gesamte Analyse hinfällig.

Da der erste Dominostein eher klein ist, ist vielleicht ein noch passenderes Bild der berühmte Schmetterlingseffekt der mathematischen Chaostheorie, dergemäß der Flügelschlag eines Schmetterlings am Ende einen Orkan auslösen kann. Chaostheorie und die Theorie der Fraktale hängen mathematisch eng zusammen. Ich habe ja immer wieder mal auf die fraktale Struktur des Marktes hingewiesen; das im Folgenden beschriebene Potential für einen Schmetterlingseffekt ist eine schöne Illustration dafür.


Fundamentale Situation

Bevor ich zu der Chartanalyse komme, hier nochmals kurz ein Hinweis aus fundamentaler Sicht. Ich habe ja in einem früheren Beitrag geschrieben, dass der Markt völlig gaga und zinshysterisch geworden ist, und das hat sich letzte Woche eindrucksvoll bestätigt. Vor Markteröffnung am Montag begann mit der Citibank der Reigen der Quartalsberichte. Der von der Citibank war sehr gut, und deshalb eröffnete der Markt mit einem Gap nach oben und einem neuen Allzeithoch. Und das war es dann, ab da ging es nur noch abwärts (Citibank-Aktie eingeschlossen), 40 Punkte Minus im S&P 500 zum Wochenschluss. Und das, ob wohl die Quartalsergebnisse mehrheitlich positiv überraschten. Der einzige Grund: Die Wahrscheinlichkeit stieg, dass die Fed am 31. Juli die bereits historisch niedrigen Zinsen „nur“ um 0,25% senkt, nicht um 0,5%. Wie gesagt: pure Hysterie, aber als solche prima passend zu einem wichtigen Top.


Charttechnische Ausgangssituation

Zur Erinnerung hier ein aktualisierter Monatschart (1 Balken = 1 Monat) des S&P 500:



Die Linien hier wurden ja oft genug in diesem Forum thematisiert; wie gesagt, die enorm wichtige „rote Linie“ ist eine Parallele zum Jahrhunderttrendkanal durch das Hoch 2007. Fast schon unglaublich: Obwohl der Markt seit eineinhalb Jahren mehrfach versucht hat, nach oben oder unten auszubrechen, befindet er sich einen Monat, bevor sich rote und grüne Linie schneiden, noch immer zwischen diesen beiden Linien.


Dominostein 1

Passend zum Flügelschlag eines Schmetterlings wechseln wir von der ganz großen Perspektive Monat auf die ganz kleine Perspektive Stunde. Hier ein Stundenchart des S&P 500, der die letzten 3 Monate abdeckt:



Rote, grüne und blaue Linie sind dieselben wie im vorangegangenen Monatschart.

Was man in diesem Blick mit der Lupe sieht, ist, dass sich im Juli in fast bilderbuchhafter Weise eine potentielle Kopf-Schulter-Formation gebildet hat (bitte googeln, wer die nicht kennt). Potentiell, weil der Kurs nach Ausbildung der rechten Schulter noch nicht unter die Nackenlinie gefallen ist, was den Trigger für das Verkaufssignal bilden würde. (Bemerkenswert auch, dass beide Schultern selbst unter der Lupe eines Stundencharts exakt an der jahrzehntealten roten Linie enden …)

Die Kopf-Schulter-Formation ist eine der beiden Chartformationen mit ausgeprägter prognostischer Kraft. Fällt der Kurs unter die Nackenlinie, ist das prognostizierte Mindestkursziel der Abstand von Kopf zu Nackenlinie nach unten verdoppelt. Wie immer muss man eine „Falle“ (hier eine Bärenfalle) einkalkulieren, also dem Markt einen gewissen Zeitraum (Größenordnung 10 Balken) einräumen, in denen er das Signal dadurch rückgängig machen kann, dass er wieder über die Nackenlinie zurück steigt.

Da es sich hier um einen Stundenchart handelt, sind Größenordnung 10 Balken aber gerade einmal 2 Tage, sprich, nach kurzer Zeit hat man bereits die Bestätigung für die Formation. Dafür ist das prognostizierte Mindestkursziel (2920) auch nicht sonderlich spektakulär. Es ist halt ein Schmetterlingsflügelschlag.

Wäre also alles nicht sonderlich schlimm, käme jetzt nicht


Dominostein 2

Nochmals derselbe Stundenchart des S&P 500, aber diesmal aus anderer Perspektive (sprich, mit anderen Linien):



So, wie es im Chart eingezeichnet ist, besteht die Aufwärtsbewegung seit 3. Juni aus zwei Schüben, unterbrochen durch die Korrektur AB. Diese Aufteilung mag seltsam wirken, gibt es doch nach B noch zwei weitere Korrekturen, von denen insbesondere die erste deutlich größer ist.

Dass diese Aufteilung dennoch signifikant ist, liegt daran, dass der Markt seinen Charakter nach der AB-Korrektur merklich ändert. Davor war es ein ununterbrochener, fast senkrechter Anstieg, danach geht es merklich zäher. Zudem lässt sich der nach B verbleibende Anstieg in drei klare Schübe aufteilen (gestrichelte grüne Linien), und wie schon öfters erwähnt, bilden Bewegungen in Richtung des übergeordneten Trends in der Regel 3 Schübe aus (Korrekturen gegen den Trend hingegen nur 2), so dass es konsistent ist, den gesamten Anstieg nach Punkt B als eine Bewegung aufzufassen.

Der entscheidende Punkt aber, die Bewegung nach Punkt B als eine Einheit aufzufassen, ist, dass sie wiederum eine markante Chartformation ausbildet, ein sogenanntes steigendes Dreieck. Warum das Dingens so heißt, sollte durch die orangen Grenzlinien unmittelbar klar werden: die Kursausschläge werden immer kleiner, die Formation verjüngt sich stetig.

Wie es der Teufel will, ist ein steigendes Dreieck nun die zweite der beiden Chartformationen mit ausgeprägter prognostischer Kraft (neben der Kopf-Schulter-Formation). Die Prognose besagt hier, dass ein steigendes Dreieck grundsätzlich die letzte Etappe einer Aufwärtsbewegung darstellt (intuitiv einleuchtend: immer geringere Kursausschläge = Ermattung der Kräfte) und die Kurse danach rasch zum Ausgangspunkt der Formation (hier also Punkt B) zurückkehren.

Nun sind die Kurse bereits letzten Mittwoch nach unten aus dem Dreieck herausgefallen und haben somit das Verkaufssigna getriggert. Doch auch hier muss natürlich eine Bärenfalle einkalkuliert werden. Da das Dreieck auch auf einem Tageschart noch deutlich ausgebildet ist, sollte man dem Markt hierfür auch Größenordnung 10 Tage Zeit geben. Doch hier kommt jetzt Dominostein 1 ins Spiel: Wird die Kopf-Schulter-Formation getriggert, wird der S&P 500 noch diese Woche Richtung 2920 zu fallen beginnen. Und damit wäre das steigende Dreieck ohne Wenn und Aber als abgeschlossen bestätigt, was wie gesagt einen Kursrückgang zu Punkt B antizipiert. Und damit erreichen wir


Dominostein 3

Ihr erinnert Euch (vielleicht? hoffentlich!), dass schon mehrfach neue Hochs dadurch prognostiziert werden konnten, dass die Kurse über die zweiteilende Aufwärtskorrektur der vorangegangenen Abwärtsbewegung gestiegen waren. Dasselbe Spiel funktioniert natürlich auch umgekehrt: Sinkt der S&P 500 unter Punkt B, so würde dadurch wahrscheinlich, dass er auch unter das Tief am 3. Juni fällt. Nun prognostiziert das steigende Dreieck ja als Mindestkursziel nur, dass der S&P 500 bis zu Punkt B fällt, nicht aber, dass er auch darunter fällt. Nur ist die Wahrscheinlichkeit natürlich recht gering, dass der S&P 500 exakt bis zu Punkt B fällt, aber keinen Gran darunter. Doch – das hatte ich schon ausführlich beschrieben – auch ein noch so minimales Übersteigen bzw. hier Darunterfallen löst sofort das entsprechende Signal aus. Höchstwahrscheinlich kippt also auch dieser Dominostein und der S&P 500 fällt unter das Tief am 3. Juni. Und das wiederum triggert


Dominostein 4

Denn was für Punkt B gilt, gilt für des Tief am 3. Juni exakt genauso, nur eine Ebene höher (fraktale Struktur des Marktes!): Denn das Tief am 3. Juni ist ja seinerseits das Zwischentief der zweiteilenden Korrektur der Aufwärtsbewegung seit dem Tief am 26. Dezember (Tageschart):



Sprich: Fällt der S&P 500 unter das Tief am 3. Juni, fällt er höchstwahrscheinlich auch unter das Tief am 26. Dezember. (Falls Ihr euch – zu Recht – fragt, wie denn sowohl die Abwärtsbewegung im 4. Quartal 2018 als auch die Aufwärtsbewegung 2019 zweigeteilt sein kann, wo Zweiteilung (im Gegensatz zu Dreiteilung) doch eine Bewegung entgegen der Hauptrichtung bedeutet: das deutet stark darauf hin, dass beide Bewegungen Teil einer größeren Korrektur sind, die dann von September 2018 bis irgendwann Ende 2019/Anfang 2020 gedauert haben wird – was wiederum konsistent mit meiner Vermutung wäre, dass der S&P 500 nach einer jetzt beginnenden Abwärtsbewegung nochmals neue Allzeithochs machen wird, da jetzt die Divergenz in der Marktbreite fehlt.)


Zusammenfassung

Der Schmetterlingsflügelschlag einer Kopf-Schulter-Formation mit Kursrückgang auf 2920 wird mit hoher Wahrscheinlichkeit den Orkan eines Kursrückgangs unter 2346 auslösen.

Das muss nicht so kommen. Wenn der Schmetterlingsflügelschlag ausbleibt, passiert gar nichts und Ihr habt all das viele Zeugs hier umsonst gelesen.

Auch wenn der Schmetterlingsflügelschlag stattfindet, wird es nicht mit 100% Sicherheit zum Orkan kommen. Nichts in der Chaostheorie oder an der Börse ist 100% sicher. Aber die Situation ist im Augenblick so labil wie selten, und jeder, der Kursrückgänge wie im 4. Quartal 2018 nicht aussitzen will, sollte im Augenblick sehr, sehr vorsichtig sein und ggf. enge Stops setzen.


AAPL

Zum Schluss noch ein aktualisierter Tageschart von AAPL:



Über all die Linien hier haben wir schon ausführlich gesprochen, daher nur ein paar Anmerkungen:

Nachdem AAPL sein Top bereits ganz zu Beginn des Zielbereichs (hellgrünes Oval) gebildet hatte, finde ich es interessant, dass die Aktie just am Ende des Zielbereichs nochmal in seine Nähe kraxelt. Findet der oben geschilderte Schmetterlingseffekt statt, dürfte sie ihn aber kaum ein zweites Mal erreichen.

Deutlich sichtbar ist auch die Schwäche von AAPL relativ zum Gesamtmarkt: Die Aktie hat nicht nur das Hoch vom letzten Herbst nicht mehr erreicht, sondern nicht einmal das von Anfang Mai. Die neu eingezeichnete rote Abwärtstrendlinie durch diese beiden Hochs dürfte daher einen erheblichen Widerstand bilden.

Kommt es jetzt zu einem ausgeprägten Rückgang des Gesamtmarkts, dürfte AAPL in dessen Verlauf dann das zweite, noch offene Gap bei 158,13$ schließen. Und die Gefahr wüchse kontinuierlich, dass das Hoch im Oktober 2018 das Hoch für viele, viele Jahre sein wird.
+9
Motorpsycho
Motorpsycho22.07.1914:25
Danke schonmal für die Info...wollte eh meinen Stop anpassen!
„Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen.“
+1
macbeutling22.07.1919:08
Nächste Woche Dienstag gibt es ja wieder Quartalszahlen, mal sehen in welche Richtung der Kurs danach einnehmen wird ...

Momentan tritt die Aktie ja mal wieder auf der Stelle.
„Glück auf🍀“
+1
torgem22.07.1921:37
macbeutling
Momentan tritt die Aktie ja mal wieder auf der Stelle.

? Aktuell 2% im Plus heute. Warum auch immer.

Vom Unternehmen selbst erwarte ich keine Impulse aktuell. iPhone 2019 wird ein Langweiler, auch sonst sehe ich keine neuen Produkte am Horizont, die Kurse bewegen könnten. Das sollte sich 2020 ändern!
„AAPL: halten - reflect-ion.de“
+1
Dirki22.07.1922:13
torgem
? Aktuell 2% im Plus heute. Warum auch immer.

liegt wahrscheinlich an der PreEarning Kaufempfehlung von Morgan Stanley:
+1
Weia
Weia23.07.1901:04
torgem
iPhone 2019 wird ein Langweiler, auch sonst sehe ich keine neuen Produkte am Horizont, die Kurse bewegen könnten. Das sollte sich 2020 ändern!
Ist das „sollte“ eine Vermutung oder eine Forderung?
+1
macbeutling23.07.1908:10
torgem
macbeutling
Momentan tritt die Aktie ja mal wieder auf der Stelle.

? Aktuell 2% im Plus heute. Warum auch immer.

Vom Unternehmen selbst erwarte ich keine Impulse aktuell. iPhone 2019 wird ein Langweiler, auch sonst sehe ich keine neuen Produkte am Horizont, die Kurse bewegen könnten. Das sollte sich 2020 ändern!

Und was ist mit den neuen Diensten, die zum Ende des Jahres starten?
Apple TV Plus und Apple Arcade?

Das könnte noch etwas bringen.
„Glück auf🍀“
+1
macbeutling23.07.1908:28
Nicht nur: nachbörslich kam gestern wohl die Neuigkeit, dass Apple für etwas mehr als eine Milliarde Dollar Intels Modemsparte kaufen möchte, Patente UND Ingenieure.
Das hat die Aktie gestern noch ein wenig angeschoben.
Dirki
torgem
? Aktuell 2% im Plus heute. Warum auch immer.

liegt wahrscheinlich an der PreEarning Kaufempfehlung von Morgan Stanley:
„Glück auf🍀“
+2
torgem23.07.1910:45
Weia
torgem
iPhone 2019 wird ein Langweiler, auch sonst sehe ich keine neuen Produkte am Horizont, die Kurse bewegen könnten. Das sollte sich 2020 ändern!
Ist das „sollte“ eine Vermutung oder eine Forderung?

Eine Vermutung.
„AAPL: halten - reflect-ion.de“
0
Weia
Weia23.07.1917:34
Weia
AAPL
[…]
Die neu eingezeichnete rote Abwärtstrendlinie durch diese beiden Hochs dürfte daher einen erheblichen Widerstand bilden.
AAPL hat heute exakt an dieser Widerstandslinie eröffnet und ist augenblicklich ca. 40¢ darunter.

Insofern AAPL kaum so kurz vor dieser Widerstandslinie nach unten gewendet hätte, ohne sie zuvor noch anzutesten, wäre somit ein weiterer vor einem Top noch zu erledigender Punkt abgehakt.

Sollte AAPL das Gap vom Island Reversal Top im Mai schließen wollen, müsste die Aktie allerdings noch weitere 4$ steigen und also deutlich über diese Widerstandslinie hinaus. Falls sie das tut und danach nicht postwendend kehrt macht, wäre das ein Stärkezeichen für AAPL (und damit indirekt für den Gesamtmarkt).
+2

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