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Aufnahme mit Mikro

Alaska14.05.1216:58
Eine Frage zur Aufnahme mit Mikro (SAMSON Meteor Studio Mic) am MacBook Pro.:

Ich habe zwar diverse Aufnahmen zum Test gemacht, kann aber nicht 100 pro das Ergebnis beurteilen. Es geht um die Sprechtechnik, also die Technik, WIE ich in das Mic spreche.

Also eher von oben, eher frontal usw. Das Meteor Mic hat mMn eine verwirrende Form. Frontal wie oben gibts Öffnungen zum hineinsprechen.

Eine weitere Frage, die mich im Prinzip am meisten interessiert: Was macht es aus, wenn der Sprecher nicht direkt ins Mikrofon spricht, sonder eher dran vorbei? - Gibt es dann eine Unausgewogenheit im Links / rechts Kanal - also höre ich ZB links mehr, wenn ich dementsprechend am Mik. vorbeispreche?

Ich habe mir wie gesagt Tests angehört und an sich nehme ich keine Schwankungen wahr. Allerdings stehen meine PC Boxen nur 1 Meter auseinander -da wo der Film gezeigt wird, sind es vielleicht 6 oder 8 Meter. Ich will natürlich nicht, dass die Linke Seite im Saal mehr hört als die rechte.

Wie kann ich den Sound 100 pro anpassen ? Oder spielt das eh keine Rolle, bei diesen Mikrofonen ?

Danke
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Kommentare

@pplesticker14.05.1217:18
Natürlich spielt es eine Rolle, wie du in dein Mikro sprichst, bzw. ist von der Charakteristik deines Mikros abhängig.
Tante Google meint, dass das SAMSON Meteor Studio Mic eine Nierencharakteristik hat d.h. es gibt sehr wohl eine Vorzugsrichtung, in der du am besten in das Mikro sprichst. Mehr dazu gibt's in der Anleitung deines Mikros .

Grundsätzlich gibt's zum Thema Mikros sehr viel zu sagen, deshalb bin ich froh, dass der Herr Pritlove sich mal darum gekümmert und das Ergebnis verpodcastet hat, das spart mir ne Menge Schreibarbeit.
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Krypton14.05.1217:42
Das Samson Meteor Mic ist ein Großmembran-Kondensatormikrofon. Es hat eine einzige Membran und nimmt dementsprechend in mono auf. Das bedeutet, dass du, egal wie du reinsprichst, immer auf beiden Lautsprechern die selbe Lautstärke hast.

Die Membran des Mikrofons ist nach vorne ausgerichetet, dementsprechend kannst du das Signal am besten aufnehmen, wenn du auch vorne reinsprichst. Vorne ist da, wo auch die Mute-Taste angebracht ist, hinten wäre die Seite mit den Buchsen für Kopfhörer und Mac.

Am besten sprichst du also genau von vorne rein. Von oben und von der Seite wird es etwas leiser und nicht so direkt, von hinten wird es deutlich leiser.

Je nach gewünschtem Klang kannst du recht nahe an das Mikro rangehen (Mund-Mikro-Abstand nur etwa 5 Zentimeter), dann klingt es sehr direkt, nah, warm und bassreich. Wenn du weiter weg gehst, wird es etwas weniger direkt, mehr räumlich, mit mehr »Hall« und weniger Bassreich.
Wenn du Probleme mit so genannten Plosiv-Lauten (P, K, T) oder Zisch-Lauten (S, F, V) hast, kannst du gerne etwas am Mikrofon vorbei sprechen (seitlich oder drüber), dann gibt es weniger ploppen oder Zischen in der Aufnahme. Alternativ kannst zu einen zusätzlichen Plopp-Schutz kaufen, das Mikro hat aber auch schon einen eingebaut.

Idealerweise nimmst du die Aufnahme in einem leisen, eher kleinen Raum auf, in dem viel Stoff (Gardinen, Polstermöbel, Kleider, Matratzen) vorhanden ist, dann klingt es deutlich wärmer, als etwa in der Küche oder im Flur. Du kannst das Mikro auch mit Decken oder Kissen umbauen und so eine »Aufnahmekabine« simulieren. Das MacBook steht dabei möglichst weit weg, damit die surrenden Lüfter und rauschenden Festplatten nicht mit auf die aufnahme kommen. Auch Mausklicks oder Tastenanschläge möchte man da nicht hören.

Bei Mono-Aufnahmen legst du im nachhinein fest, ob die Stimme aus einer Richtung (links/rechts) kommen soll, das geht idealerweise in der Video- oder Audiobearbeitungs-Software.

Zum sprechen selbst, gibt’s für das iPhone oder iPad eine schöne App mit dem Namen »Besser sprechen« mit der man sein Sprachvermögen etwas aufmöbeln kann, so dass die Zuhörer nicht ob des einschläfernden Vortrags vom Stuhl kippen
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Alaska14.05.1219:25
cool, vielen Dank
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Alaska14.05.1221:32
Ach eine Frage noch:

Gibt es Tipps bei Aufnahmen bei hohen Stimmen?

Meine Tests basieren auf sehr basshaltiger Stimme.

Meine Sprechperson für den Overvoice ist ein 10 jähriges Mädchen. Bei den Test ist die Stimme zwar klar zu hören, jedoch gibts ab und an ein leichtes knacksen zu hören.

Bin mir nicht sicher, ob das mechanisch ist, also übersteuert, oder ob das Mikro einfach so gut, dass jedes Geräusch des Mundes/ Lippen so extrem detailiert aufgezeichnet wird. Könnte auch ein "Schmatzgeräusch" sein, für mich aber undefinierbar.

Übersteuert ist da eigentlich nichts, jedenfalls schlagen die Pegel nachher bei Final Cut nicht aus.

Bei meinem Test höre ich dieses Klacken nicht. Auch ist dieses bei dem Mädchen nicht am Wortanfang zu hören, sondern auch am Wortende (wo es leiser wird) so dass ich eine Übersteuerung so ganz ausschließe )

Gibts dafür ein Tipp? Sind das zu hohe Frequenzen ?


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Krypton14.05.1222:27
Hohe Frequenzen wären ja eher ein hohes piepen. Das geben normalerweise auch 10jährige Mädchen nicht von sich.

Ohne das Mikrofon selbst zu kennen, ist es bei Großmembran-Mikros schon normal, dass sie auch das kleinste Geräusch wunderbar aufzeichnen, von daher könnten es »Mundgeräusche« sein.

Klarer wäre es, wenn du eine kurze Audio-Datei zum Anhören zur Verfügung stellen könntest, so ist es eher ein Ratespiel.

Um die Geräusche möglicherweise zu mindern, gibt es mehrere Möglichkeiten, die meisten sind jedoch schon oben genannt:

- Nicht direkt in das Mikro sprechen, sonder leicht darüber oder seitlich

- Eventuell zusätzlichen Pop-Schutz vor das Mikro (sowas hier , kann man auch selbst mit dünnem Stoff oder Strumpfhosen basteln) Diese Art von Geräuschen kommt aber meist nur bei den Buchstaben P und T vor, wenn nach dem eigentlichen Buchstaben noch ein starker Luftstoß aus dem Mund kommt.

- Die entsprechende Sequenz (wenn es am Satzende ist) rausschneiden oder in der Lautstärke verringern.

Mit welchem Programm wird die Sprache denn aufgenommen?
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Alaska14.05.1223:14
ich nehme mit audacity auf.
Pop-Schutz wird morgen geliefert, kann ich dann erst ausprobieren. Ich check nochmals wie es ist, mehr am Mikro vorbeizusprechen.


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Schens
Schens15.05.1207:33
Oder es ist schlicht übersteuert.
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Alaska15.05.1217:29
Ich habe jetzt mal bei nem Kumpel das File auf seinen Server Laden können - also nur ein kleiner Ausschnitt, aber hörts euch am besten eh im Loop an.


http://www.kita-film.de/Filme/Stoerungen.mp3


Hoffe ihr könnt das mir erklären
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stepp6815.05.1221:09
Hi,
du meinst das Knacksen direkt nach dem Wort "Kita" ?
Das ist kein Lippengeräusch.
Ich würde sagen, an der Stelle hast du einen Schnitt gemacht ? Richtig ? Generell nimmst du ja mit einem Mikro nicht nur die Stimme auf, sondern auch das Grundrauschen (Noise Floor), welches in deiner Wohnung sicher grösser ist, als in einem richtigen Tonstudio.

Folgendes ist zu berücksichtigen:
1) Angenommen du hast mit deinem Mikro 5 Minuten aufgenommen und schneidest von Minute 2 bis Minute 4 diverse Versprecher raus, dann kann es sein, dass das Grundrauschen bei Minute 4 anders oder lauter ist als bei Minute 2. Wenn du die beiden Clips zusammenklebst hört man den "Sprung".
Gleiches gilt für den Fall, dass du eine Sprechpause länger machen möchtest und einfach in Audacity Stille ("Digital Null") einfügst.Den Unterschied von leichtem Grundrauschen zur absoluten Stille wird vom Gehör sofort wahrgenommen.
Ebenfalls bei Atmern. Man hört direkt, wenn diese angeschnitten sind.

2) Wenn man Audio schneidet sollte man am besten an den "Nulldurchgängen" schneiden. Was heisst das ? Schall ist eine Welle. Da wo die Welle (Sinuskurve) die Null-Linie kreuzt, sollte man schneiden. Das vermindert das Risiko des Knacksens.
Die Null-Linie kann man aber nur erkennen, wenn man ziemlich stark reinzoomt.

Was kannst du tun ?
-benutze eine Kreuzblende (crossfade) um die beiden Clips zu verbinden
-alternativ (ich kenne mich nicht mit Audacity aus): blende Clip 1 aus (Fade out) und blende Clip 2 ein (Fade in).
Am besten geht das auf 2 Spuren...
-wenn Sprechpausen länger sein sollen, da nicht digitale Stille einfügen, sondern am besten mit Grundrauschen füllen (Blenden nicht vergessen).
-versuche den Schnitt etwas früher oder später zu machen
-versuche das Grundrauschen in Audacity zu reduzieren
-schneide/höre am besten mit Kopfhörern ab

Hier noch 2 Tutorials:




Hope this helps

P.S: die Sprache klingt gut



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Alaska15.05.1221:51
Hi stepp68,,

danke für deine Hilfe bzw Antwort, leider ist DAS aber gar nicht das Problem

Es handelt sich bei dem Clip welchen ich oben reingestellt habe tatsächlich um 2 Aufnahmen bzw um 2 Clips bei denen mein gemeintes Klicken gut zur Geltung kommt.

Die beiden Clips sind aber nur jetzt als Preview fürs Forum hier zusammengelegt...


Ist mir gerade ein bisschen unangenehm, weil du dir sicher viel Mühe mit deiner Antwort gegeben hast ....


Achtet mal zB auf das Wort "UNSERER" und "SIND ZWISCHEN" - da vernehme ich ein Knacksen. Und es ist dort auch 1 Clip und nichst geschnitten
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stepp6815.05.1223:16
Hi Alaska,

ich hab mir den Clip gerade mal in Pro Tools geöffnet und mit Kopfhörer angehört: klingt für mich völlig in Ordnung.
Einzig bei "und Mädchen" hört man ein sehr leises Wummern im Hintergrund, aber ich kann bei den Wörtern die du nennst keinen Knackser feststellen...
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Alaska15.05.1223:21
ok dann sollte ich mal meine lautsprecher checken ...

Danke für das Engagement !
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Krypton16.05.1200:12
Danke für den Clip. Mir vielen Anfangs auch nur die von stepp86 genannten Probleme auf. Ohne diese hört sich die Stimme eigentlich schon recht gut an.

Nach mehrmaligem Hören ist mir auch noch das Geräusch bei »und Mädchen« aufgefallen, welches man als leise Störung wahrnimmt. Auch ich hab’ das Stück mit Kopfhörer abgehört.

Beim Test auf den Monitor-Lautsprechern konnte ich dann auch die von dir beschriebenen »Knackser« hören sowie ein leichtes »Grisseln« im Sound, welches sich fast nach einer Sampleraten-Konvertierung anhört, das könnte aber auch von der MP3 Konvertierung kommen.

Woher die Knackser kommen, kann ich momentan nicht sagen. In der Waveform-Anzeige sieht man an dieser Stelle »sind« (00'02"417) auch einen Knacks-Ähnlichen Ausschlag, bei »unserer« sehe ich den ebenfalls, höre ihn aber kaum (00'00"452). Noch einer scheint vor »Kita« zu sein (00'00"762).

Es hat zumindest nichts mit zu hohen Frequenzen oder Übersteuerung zu tun. Möglich wäre, dass ein Klopfgeräusch im Raum zu hören ist (Schuhe, Fuß gegen den Stuhl, Wackeln am Tisch, auf dem das Mikro steht) oder dass es durch Störungen auf dem USB-Bus eingeschmuggelt wird. Hier könntest du darauf achten, dass das Mikro ohne USB-Verlängerung oder USB-Hub direkt an einer Buchse des Rechners angeschlossen wird, auf weitere USB-Geräte könntest du mal testhalber verzichten.

Insgesamt hätte ich das Geräusch aber wohl nicht wahrgenommen, wenn ich das File nicht mehrmals angehört hätte. Wenn es in einen Film, vielleicht noch mit Hintergrundmusik kommt, dürfte es wohl nicht auffallen.
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Krypton16.05.1202:31
Ich muss mich korrigieren. Der Klick/Knacks-Sound kommt nicht von dem minimalen Ausschlag, der an den Positionen zu sehen ist, sondern vermutlich ganz »natürlich« vom einsetzenden S-Laut und dürfte somit auch nichts mit der Verkabelung oder möglichen USB-Problemen zu tun haben.

Ich würde daher nochmal mit der Mikroposition (etwas mehr Abstand, Mikro seitlicher positionieren und daran vorbei sprechen) experimentieren) und sehen, ob sich das Geräusch noch etwas minimieren lässt.

Wie aber oben schon erwähnt, finde ich es nicht wirklich störend und es dürfte im Film auch nicht groß zum Tragen kommen.
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