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iOS 27 und Apple Intelligence auf Deutsch: Sonderseiten für die EU mit starken Einschränkungen

Die Eröffnungsveranstaltung von Apples Entwicklerkonferenz WWDC folgte in diesem Jahr einem unerwarteten Drehbuch: Anstatt Innovationen der 27er-Systeme Plattform für Plattform vorzustellen, strukturierten Referenten ihre Präsentation nach Themenschwerpunkten, bei denen dann iOS, iPadOS, macOS, watchOS et cetera Erwähnung fanden. Das bei weitem umfangreichste Kapitel stellte wenig überraschend „Apple Intelligence und Siri“ dar. Nun sind die für deutschsprachige Länder lokalisierten Themenseiten zu den neuen Systemversionen online gegangen – mit umfangreichen Einschränkungen für EU-Bürger.


Die Unterseite mit Systemankündigungen ist mittels Reitern in sieben Bereiche unterteilt: Auf „Überblick“ folgen die fünf wichtigsten Betriebssysteme iOS, macOS, iPadOS, watchOS und visionOS. Der siebte Eintrag widmet sich Apple Intelligence. Dort finden auch die Neuigkeiten zu Siri AI umfangreiche Erwähnung. Schon im Anreißer schreibt Apple, dass die meisten Funktionen in der EU „zunächst nicht auf iOS, iPadOS und watchOS verfügbar“ sein werden.

Apple Intelligence EU-weit Mac-exklusiv
Die besonders hervorgehobene konzerneigenen KI-Funktion „Apple Intelligence“ wird in den zukünftigen Systemen proaktiv Vorschläge unterbreiten, etwas in Erinnerungen oder Notizen zu speichern. „Visuelle Intelligenz“ analysiert Bildinhalte, um etwa Geschäfte zu erkennen oder Nährwerte einer Mahlzeit zu schätzen. Die Funktion „Anrufkontext“ hört bei Gesprächen mit und zeigt relevante Informationen oder Simultanübersetzungen auf dem Bildschirm an. Einige dieser Funktionen versieht Apple mit der Anmerkung, dass sie in der EU vorerst nicht für iPhone, iPad und Apple Watch bereitstehen.

Siri AI kann nur Englisch – und kommt nach
Lange warteten Anwender auf die 2024 angekündigte, KI-gestützte Sprachassistenzfunktion. Bis heute ist sie nicht erschienen. Der neue Anlauf auf der WWDC nimmt auf den Fehlstart keinerlei Bezug, wirbt aber mit ähnlichen Fähigkeiten: „Stell offene Fragen […] und führe ganz natürliche Dialoge“. Allerdings deutet sich an, dass auch zum Veröffentlichungstermin von System 27 Siri nicht vollendet sein wird: „Und Siri AI kommt später in diesem Jahr auf Englisch.“

Siri nimmt Aufträge entgegen, welche von Apple Intelligence umgesetzt werden – später, auf Englisch und EU-weit nur auf Mac sowie Vision Pro. (Quelle: Apple)

EU sieht Türwächterfunktion
Der Grund für lokale Einschränkungen bei bestimmten Systemen sind festgefahrene Verhandlungen zwischen der Europäischen Wettbewerbskommission und Apple. Der kalifornische Konzern hat eine Anpassungsfrist von 18 Monaten gefordert, um die eigenen Systeme für KI-Assistenten der Konkurrenz zu öffnen. So viel Zeit sei laut Apple notwendig, um einen „Trusted System Agent“ zu implementieren, welcher aushäusigen KIs einen datenschutzkonformen Zugriff auf persönliche Daten erlaube. Die EU halte dagegen, dass Recht nicht verhandelbar sei und Apple die DMA-Regeln seit Jahren bekannt seien. Allerdings scheinen die Verhandlungen jetzt konstruktiv weiterzugehen.

Kommentare

aMacUser
aMacUser01.07.26 15:42
MTN
Der kalifornische Konzern hat eine Anpassungsfrist von 18 Monaten gefordert, um die eigenen Systeme für KI-Assistenten der Konkurrenz zu öffnen. So viel Zeit sei laut Apple notwendig, um einen „Trusted System Agent“ zu implementieren, welcher aushäusigen KIs einen datenschutzkonformen Zugriff auf persönliche Daten erlaube. Die EU halte dagegen, dass Recht nicht verhandelbar sei und Apple die DMA-Regeln seit Jahren bekannt seien.
Zum einen ist es gut, dass wir hier keine amerikanischen Verhältnisse bekommen. Zum anderen fände ich es gerade bei so neuen Funktionen auch nicht tragisch, wenn ein Hersteller da eine gewisse Karenzzeit bekommt. Am Ende sind es halt immer noch Geräte und Betriebssysteme von Apple, zu denen Apple neue Funktionen hinzufügen will.
Aber ja, so eine Karenzzeit müsste natürlich allgemein gesetzlich festgelegt werden und nicht "im Hinterzimmer verhandelt".
+5
Embrace01.07.26 16:03
Was genau meinst du mit „amerikanischen Verhältnisse“ in dem Zusammenhang?

Und ich sage auch hier wieder, dass man nicht vergessen darf, dass es ein klarer Freiheitseinschnitt seitens der EU gegenüber den Bürgern ist, da diese nicht selbst entscheiden können, mit wem sie welche Verträge schließen. Es gibt kein Opt-out aus dem DMA.
Die Begründungen wurden schon oft diskutiert und ob DMA richtig oder falsch ist spielen erstmal keine Rolle. Ich will nur nochmal anmerken, dass man sich bewusst machen sollte, dass dadurch eigene Wahlmöglichkeiten entfallen.

Und Stichwort Demokratie: So wirklich haben wir als Bürger in Deutschland nicht die Möglichkeit, über den DMA abzustimmen. Selbst wenn zur Europawahl gesamt Deutschland eine Partei wählen würde, die den DMA abschaffen will, kann es durch das EU-Konstrukt sein, dass diese Partei schlicht keinen Einfluss hat. So richtig demokratisch finde ich das nicht.

Aber einfach anderes Land auswählen und gut ist.
-9
Marcel Bresink01.07.26 16:14
Embrace
dass es ein klarer Freiheitseinschnitt seitens der EU gegenüber den Bürgern ist, da diese nicht selbst entscheiden können, mit wem sie welche Verträge schließen.

Du wolltest wohl "Apple" statt "EU" schreiben.

Apple will mit mutmaßlich illegalen Methoden verhindern, dass die Bürger frei entscheiden, mit welchen KI-Anbietern sie auf iPhone und iPad Verträge abschließen dürfen. Zum Beispiel werden Anbieter, die höheren Datenschutz anbieten als Apple, ausgeschlossen.
+10
System 6.0.101.07.26 17:11
Embrace
Und ich sage auch hier wieder, dass man nicht vergessen darf, dass es ein klarer Freiheitseinschnitt seitens der EU gegenüber den Bürgern ist, da diese nicht selbst entscheiden können, mit wem sie welche Verträge schließen. Es gibt kein Opt-out aus dem DMA.

Im Gegensatz zu den meisten repressiven Diktaturen kann man die EU recht einfach verlassen, und sich ein Land mit mehr Freiheit als Lebensmittelpunkt wählen.

Die USA werden hier oft genannt.
+8
santamariaclaus
santamariaclaus01.07.26 17:24
Damals beim ersten Anlauf mit der "neuen" Siri hieß es ja anfangs auch, dass es erst später in die EU kommt.
Aber als sie dann Deutsch konnte, ging es ja doch recht schnell. Diesmal ist zum Start ja auch vor allem wieder English angepriesen. Also vllt ist es teilweise wieder nur ein Vorwand mit dem DMA, bis die anderen Sprachen gut genug sind.
+1
aMacUser
aMacUser01.07.26 17:33
Embrace
Was genau meinst du mit „amerikanischen Verhältnisse“ in dem Zusammenhang?
Damit meine ich, dass Gesetze effektiv nur noch Teil der Verhandlungsmasse sind. Macht Apple (und andere Konzerne sicherlich auch) in den USA mittlerweile ja ständig, dass die sich aus Dingen, die per Gesetz oder Verordnung oder Dekret oder so vorgegeben sind, rausverhandeln. Zumindest suggerieren die Medien das immer so. Und es ist ja genau das, was Apple bei der EU immer wieder versucht.
+2
holk10001.07.26 20:15
Marcel Bresink
Embrace
dass es ein klarer Freiheitseinschnitt seitens der EU gegenüber den Bürgern ist, da diese nicht selbst entscheiden können, mit wem sie welche Verträge schließen.

Du wolltest wohl "Apple" statt "EU" schreiben.

Apple will mit mutmaßlich illegalen Methoden verhindern, dass die Bürger frei entscheiden, mit welchen KI-Anbietern sie auf iPhone und iPad Verträge abschließen dürfen. Zum Beispiel werden Anbieter, die höheren Datenschutz anbieten als Apple, ausgeschlossen.
Wer bietet besseren Datenschutz als Apple? Und welche Ki wird von Apple ausgeschlossen? Ich habe alle als App und kann weitgehende Freigaben erteilen, etwa um aus Texten automatische Apple Kalendereinträge zu generieren. Nur der vollständige Zugriff auf alle persönlichen Daten und Profile durch das interne Apple AI bleibt Apple vorbehalten und gibt keinen Zugriff darauf von auf fremden KI etwa von Altman und Musk. Und das finde ich sehr beruhigend.
+3
bjbo01.07.26 21:51
Embrace
Die Begründungen wurden schon oft diskutiert und ob DMA richtig oder falsch ist spielen erstmal keine Rolle. Ich will nur nochmal anmerken, dass man sich bewusst machen sollte, dass dadurch eigene Wahlmöglichkeiten entfallen.
So wirklich verstanden hast Du den DMA scheinbar nicht. Denn der DMA ermöglicht erst Alternativen, aus denen Du wählen kannst. Ohne DMA keine Wahlmöglichkeiten.

Das tolle ist, Du bist nicht gezwungen die Alternativen zu nutzen, wenn Du das nicht möchtest.
+4
Performant8401.07.26 22:27
Embrace
Und ich sage auch hier wieder, dass man nicht vergessen darf, dass es ein klarer Freiheitseinschnitt seitens der EU gegenüber den Bürgern ist, da diese nicht selbst entscheiden können, mit wem sie welche Verträge schließen.
Viel grösser dagegen ist der Freiheitseinschnitt seitens Apple.

Die EU ermöglicht mir die Freiheit, mit dem AI-Anbieter oder Sprachassistenten (oder Softwareanbieter/Store) Verträge abzuschliessen, den ich möchte - genau das, was Apple verbieten oder untergraben will.
+3
sudoRinger
sudoRinger01.07.26 22:27
holk100
Wer bietet besseren Datenschutz als Apple? Und welche Ki wird von Apple ausgeschlossen? ... Nur der vollständige Zugriff auf alle persönlichen Daten und Profile durch das interne Apple AI bleibt Apple vorbehalten ...
Ein Nutzer könnte der Ansicht sein, dass er die persönlichen Daten lieber mit einem europäischen Unternehmen wie Mistral teilen möchte, als mit einem US-Unternehmen, welches der US-Jurisdiktion unterliegt. Das könnte beruflich sogar erforderlich sein.
Ich werde jedenfalls Siri AI bis auf weiteres abgeschaltet lassen und keinen Zugriff auf meine privaten Daten geben.
Mein Vertrauen in Apple beschränke ich darauf, dass ich Apple glaube, dass sie sich tatsächlich an solche Geräte-Einstellungen gebunden fühlen und nicht trotzdem private Daten versenden.
+7
Performant8401.07.26 22:31
holk100
Wer bietet besseren Datenschutz als Apple?
Das Apple, dass es nicht hinbekommt, anonyme Mailadressen anzubieten - und auch auf Reklamation keine über Monate keine Fehlerbehebung schafft?

Oder, gerade heute berichtet, dessen iPhones Analysedaten zu Apple senden - obwohl man genau das deaktiviert hat?
+1
Embrace01.07.26 22:48
aMacUser
Embrace
Was genau meinst du mit „amerikanischen Verhältnisse“ in dem Zusammenhang?
Damit meine ich, dass Gesetze effektiv nur noch Teil der Verhandlungsmasse sind. Macht Apple (und andere Konzerne sicherlich auch) in den USA mittlerweile ja ständig, dass die sich aus Dingen, die per Gesetz oder Verordnung oder Dekret oder so vorgegeben sind, rausverhandeln. Zumindest suggerieren die Medien das immer so. Und es ist ja genau das, was Apple bei der EU immer wieder versucht.

Verstehe und guter Punkt. Vollzug und Durchsetzung wurden vor allem unter Trump zum Roulette bzw. wurde man bevorteilt, wenn man sich auf seine Seite gestellt hat.

Marcel Bresink
Embrace
dass es ein klarer Freiheitseinschnitt seitens der EU gegenüber den Bürgern ist, da diese nicht selbst entscheiden können, mit wem sie welche Verträge schließen.

Du wolltest wohl "Apple" statt "EU" schreiben.

Apple will mit mutmaßlich illegalen Methoden verhindern, dass die Bürger frei entscheiden, mit welchen KI-Anbietern sie auf iPhone und iPad Verträge abschließen dürfen. Zum Beispiel werden Anbieter, die höheren Datenschutz anbieten als Apple, ausgeschlossen.
bjbo
Embrace
Die Begründungen wurden schon oft diskutiert und ob DMA richtig oder falsch ist spielen erstmal keine Rolle. Ich will nur nochmal anmerken, dass man sich bewusst machen sollte, dass dadurch eigene Wahlmöglichkeiten entfallen.
So wirklich verstanden hast Du den DMA scheinbar nicht. Denn der DMA ermöglicht erst Alternativen, aus denen Du wählen kannst. Ohne DMA keine Wahlmöglichkeiten.

Das tolle ist, Du bist nicht gezwungen die Alternativen zu nutzen, wenn Du das nicht möchtest.
Performant84
Embrace
Und ich sage auch hier wieder, dass man nicht vergessen darf, dass es ein klarer Freiheitseinschnitt seitens der EU gegenüber den Bürgern ist, da diese nicht selbst entscheiden können, mit wem sie welche Verträge schließen.
Viel grösser dagegen ist der Freiheitseinschnitt seitens Apple.

Die EU ermöglicht mir die Freiheit, mit dem AI-Anbieter oder Sprachassistenten (oder Softwareanbieter/Store) Verträge abzuschliessen, den ich möchte - genau das, was Apple verbieten oder untergraben will.

Apple hat keine Wahlmöglichkeit zu entscheiden, was sie mit ihrer Plattform machen (außer eben die Features gar nicht anzubieten) und Nutzer haben nicht die Wahlmöglichkeit, sich für Apple (die dann aus Gründen, die keine Rolle spielen, restriktiv gegenüber anderen Anbietern verhalten) und Alternativen (die dann unter anderem offen zu anderen Anbietern sind) zu entscheiden.

Und schauen wir doch einfach pragmatisch auf das Ergebnis am Beispiel von iPhone Mirroring, wo Argumente wie „Siri AI ist sowieso noch nicht auf deutsch fertig“ nicht greifen: Offiziell kann man das Feature in der EU nicht nutzten. Ohne DMA könnte man es nutzen. Ist das jetzt ein Vorteil für uns? Sollen wir uns bei der EU bedanken, dass sie uns vor Apple schützt? Ich würde lieber auf die Pseudowahlfreiheitszwang verzichten und iPhone Mirroring (ohne Umwege) nutzen. Diese Freiheit wir mir genommen. Und Apple wird die Freiheit genommen, mit ihren Produkten zu machen, was sie wollen. Selbstverständlich werden die Gründe sein, dass sie ihre Plattform für sich als Alleinstellungsmerkmal behalten wollen. Sicherheitsgründe mögen auch eine Rolle spielen, wobei diese sicher nicht der Hauptgrund für die Verweigerung sind. Aber in einer freien Marktwirtschaft sollte die Regierung (oder eine sonstige Institution) Unternehmen nicht reinreden, unter welchen Bedingungen sie welche Features anbieten können.

Während ich das schreibe, habe ich schon die Antworten vor meinem geistigen Auge. Meine libertäre Position wird kaum geteilt und ich verstehe auch die Argumentation der DMA-Befürworter. Für mich bleibt es aber Bevormundung eines mündigen Bürgers, dem die Wahlfreiheit genommen wird. Und ob kein iPhone Mirroring (oder Siri AI und Co.) besser ist als eine theoretische regulierte, anbieteroffene Version davon muss jeder für sich entscheiden.

Wir haben einfach unterschiedliche Werte, von denen keine grundsätzlich richtig oder falsch sind.

Aber vielleicht können wir uns darauf einigen, dass zumindest die aktuellen DMA-Umsetzung verbesserungswürdig ist. Warum dauern Verhandlungen so lange, dass Features jahrelang fehlen?
Ist die EU-Kommission kompetent genug, um technische Plattformentscheidungen (auch Umsetzbarkeit in x Monaten) zu beurteilen? Wer haftet, wenn Features jahrelang blockiert werden und sich hinterher herausstellt, dass die Blockade unbegründet war?
+3
Performant8402.07.26 00:12
Embrace
Apple hat keine Wahlmöglichkeit zu entscheiden, was sie mit ihrer Plattform machen (außer eben die Features gar nicht anzubieten)
Doch, natürlich.
Sie dürfen dabei nur kein konkurrierenden Drittanbieter daten-/schnittstellenmässig im Wettbewerb benachteiligen.
Natürlich steht ihnen das Angebot des AI-Dienstes frei - sie wollen anderen Anbietern nur nicht ebenso die Schnittstellen zugänglich machen.
Embrace
und Nutzer haben nicht die Wahlmöglichkeit, sich für Apple (die dann aus Gründen, die keine Rolle spielen, restriktiv gegenüber anderen Anbietern verhalten) und Alternativen (die dann unter anderem offen zu anderen Anbietern sind) zu entscheiden.
User haben die Möglichkeit, sich aus fair konkurrierenden Alternativen zu entscheiden.
Es steht Apple dabei frei, eine davon zu sein oder nicht.
Es steht Apple als Core-Platform-Service-Anbieter nur nicht frei, andere Alternativen wettbewerbswidrig zu benachteiligen.
Aber in einer freien Marktwirtschaft sollte die Regierung (oder eine sonstige Institution) Unternehmen nicht reinreden, unter welchen Bedingungen sie welche Features anbieten können.
Märkte sind und bleiben nicht allein deswegen “frei” oder gar ein “Markt” dadurch, dass der Staat sich völlig raushält.

Denn dann entstehen marktbeherrschende Stellungen und Monopole - die den freien Markt aushebeln.

Ist wie mit der Demokratie: Wenn 50% (oder manchmal sogar etwas weniger) eine demokratiefeindliche Partei wählen können, dann heisst das nicht, dass die Demokratie bzw. demokratische Grundordnung gesichert ist.

Und hier ist das analog auch so: einen marktbeherrschenden und wettbewerbsfeindlichen Anbieter frei von staatlicher intervention und Regulierung machen zu lassen, was er will, heisst nicht, dass es ein freier Markt ist oder bleibt.
Embrace
Aber vielleicht können wir uns darauf einigen, dass zumindest die aktuellen DMA-Umsetzung verbesserungswürdig ist. Warum dauern Verhandlungen so lange, dass Features jahrelang fehlen?
Weil Apple sich beharrlich nicht an die Regeln halten will und diese zu untergraben versucht.
Haben wir mit den App-Store-Regeln ja schon gesehen.

Es gibt da auch nicht - wie von Apple offenbar gewünscht - Ausnahmeregeln zu verhandeln. Sie wussten von Anfang an, dass das Gesetz existierte.

Und dad Vorenthalten einer Funktion ist auch kein Grund dafür.
Es ist einfach eine Taktik Apples um Leute wie dich argumentativ einzuspannen.
+1
Performant8402.07.26 00:24
PS: iPhone mirroring is irgendwie „wow und cool“ - aber auch kein killer feature.
Und schon gar keines, mit dem sich Geld verdienen lässt (die Leute kaufen nicht deswegen mehr Macs oder iPhones).

Deswegen kann man das der EU ja vorbehalten und für Marketingzwecke ausschlachten.

Beim Kopfhörerpairing oder Streamingdiensten verkauft man AirPods und Beats bzw. Abos - deshalb wird Apple sich da ziemlich schnell und deutlich an die Regeln halten.

So wird‘s mit AI auch: spätestens wenn Apple damit schön lukrative Siri-AI-Abos für mehr Tokens gegen eine Handvoll Euros erfolgreich anbietet (und dazu brauchen natürlich auch erst die Serverkapazitäten), wird Apple auch ganz plötzlich die Vorgaben des Digital Markets Acts erfüllen können. Wetten?
+2
Windwusel
Windwusel02.07.26 09:03
Wieso betrifft der DMA eigentlich nicht auch die dumme Siri? Auch da besteht keine Wahlmöglichkeit. Das müsste doch eigentlich ebenfalls betroffen sein.
Meine  Devices: MacBook Air (13,3-inch, 2025), iPhone 16 Pro, AirPods Pro (2. Gen, USB-C), Apple TV 4K (2022), HomePod mini (1. Gen)
+1
D_BuG
D_BuG02.07.26 11:31
Jeder der schonmal Produkte für ein regulierten Markt entwickelt hat, weiss wie anstrengend und komplex das ist. Es fühlt sich an als ob jedes Dörfchen etwas komplett anderes will. Trotzdem ist meist das Ziel, ein einziges Produkt zu entwickeln und nicht Dutzende.
Die EU ist politisch gesehen ein Zwerg, dieser Tatsache muss man sich gerade in der heutigen Zeit bewusst sein. Somit habe ich Verständnis, dass Apple sich entscheidet Funktionen, für gewisse Regionen auszuschliessen, da die Strategie seitens Apple eher auf eine tiefe Integration ins OS hindeutet und nicht eine Copilot/Chatbot-Lösung bauen will. Da darf ja jeder selbst entscheiden mit welcher AI-Lösung man arbeiten will.
Wir müssen in Europa endlich selber beginnen innovative Produkte zu entwickeln und nicht jammern, andere Länder, wie schon von @Embrace erwähnt, haben unterschiedliche Ansichten und Werte, aktuell will jeder sogar noch seine unwissenschaftliche Meinung ins Produkt programmiert/trainiert haben.

Somit sucht nach eigenen Lösungen, entwickelt eigene Produkte. Oder was uns Steve in einem seiner letzten öffentlichen Auftritten mitgeben wollte:
Stay Hungry. Stay Foolish.
+2
Performant8402.07.26 12:30
Die EU ist politisch gesehen ein Zwerg, dieser Tatsache muss man sich gerade in der heutigen Zeit bewusst sein. Somit habe ich Verständnis, dass Apple sich entscheidet Funktionen, für gewisse Regionen auszuschliessen
Apple würde nicht ihre öffentlichen Schmutzkampagnen führen, wenn ihnen der Markt egal wäre.
Sie würden aber natürlich stillhalten, wenn es China wäre.
+3
sudoRinger
sudoRinger02.07.26 12:30
D_BuG
Wir müssen in Europa endlich selber beginnen innovative Produkte zu entwickeln und nicht jammern, ...
Genau. Und damit eigene Produkte nicht vom Gatekeeper ausgesperrt werden, gibt es das DMA, dass den Zugang für europäische Unternehmen erleichtert.

Ja, ich verstehe, du meinst, wir sollten in Europa eigene Plattformen bauen. Man startet aber nicht so ohne weiteres ein Unternehmen mit 45 Mio. Nutzern, wenn der Platzhirsch sein Revier verteidigt. Also muss man Wachstumspfade für junge Unternehmen offen halten, z.B. erst ein alternativer App Store, später ein alternatives Betriebssystem, dann ein umgelabeltes Smartphone, dann eine eigene Smartphone-Entwicklung. Direkt mit Schritt 4 zu starten ist quasi unmöglich.

Die Regulierung sorgt für mehr Wettbewerb, nicht weniger (... zumindest wenn es gut gemacht wird)
+2
Performant8402.07.26 12:42
sudoRinger
Genau. Und damit eigene Produkte nicht vom Gatekeeper ausgesperrt werden, gibt es das DMA, dass den Zugang für europäische Unternehmen erleichtert.
Exakt.
D_BuG
Somit sucht nach eigenen Lösungen, entwickelt eigene Produkte. Oder was uns Steve in einem seiner letzten öffentlichen Auftritten mitgeben wollte:
Stay Hungry. Stay Foolish.
Wäre der damalig Markt so konzentriert gewesen wie heute (mobile) und hätten sich die damaligen Platzhirsche nur annähernd so monopolistisch und wettbewerbsfeindlich wie Apple heute verhalten, dann gäbe es seine Bude längst nicht mehr und Jobs wär als mittelloser Hippie gestorben, anstatt sich in Stanford feiern zu lassen.

Da wäre schnell schluss mit hungry & foolish gewesen.
0
D_BuG
D_BuG02.07.26 16:31
[/quote]
Wäre der damalig Markt so konzentriert gewesen wie heute (mobile) und hätten sich die damaligen Platzhirsche nur annähernd so monopolistisch und wettbewerbsfeindlich wie Apple heute verhalten, dann gäbe es seine Bude längst nicht mehr und Jobs wär als mittelloser Hippie gestorben, anstatt sich in Stanford feiern zu lassen.

Da wäre schnell schluss mit hungry & foolish gewesen.
[/quote]
Du solltest Steve's Rede nochmals versuchen zu verstehen.
-2
D_BuG
D_BuG02.07.26 16:35
sudoRinger
Man startet aber nicht so ohne weiteres ein Unternehmen mit 45 Mio. Nutzern, wenn der Platzhirsch sein Revier verteidigt.
[/quote]
1984:
-1
sudoRinger
sudoRinger02.07.26 16:57
D_BuG
1984
Was soll das? Performant84 hat die Rede vielleicht besser verstanden als du, jedenfalls lieferst du keinen Beleg für das Gegenteil.

Mir wirfst du einfach einen Link hin und ich darf mir deine Argumente selbst zusammenreimen. Ich vermute mal, du willst mir damit sagen, dass Apple 1984 eine kleine Klitsche war, die sich mutig gegen das Monopol von IBM behaupten konnte.

Die Realität sah aber anders aus: Apple war 1984 bereits ein Fortune-500-Unternehmen mit einer Milliarde Dollar Umsatz. Allein dieser Werbespot hat 1,5 Millionen Dollar gekostet.

Du bist aber bestimmt selbst "hungry and foolish" und hast längst ein Unternehmen gegründet, das den Kampf gegen die heutigen Giganten erfolgreich aufnimmt, oder? Wahrscheinlich nicht. Aber sich hinstellen und behaupten, die Europäer bekämen einfach nichts auf die Reihe. Du bist vermutlich auch Europäer.
+1
D_BuG
D_BuG02.07.26 18:38
sudoRinger
D_BuG
1984
Was soll das? Performant84 hat die Rede vielleicht besser verstanden als du, jedenfalls lieferst du keinen Beleg für das Gegenteil.

Mir wirfst du einfach einen Link hin und ich darf mir deine Argumente selbst zusammenreimen. Ich vermute mal, du willst mir damit sagen, dass Apple 1984 eine kleine Klitsche war, die sich mutig gegen das Monopol von IBM behaupten konnte.

Die Realität sah aber anders aus: Apple war 1984 bereits ein Fortune-500-Unternehmen mit einer Milliarde Dollar Umsatz. Allein dieser Werbespot hat 1,5 Millionen Dollar gekostet.

Du bist aber bestimmt selbst "hungry and foolish" und hast längst ein Unternehmen gegründet, das den Kampf gegen die heutigen Giganten erfolgreich aufnimmt, oder? Wahrscheinlich nicht. Aber sich hinstellen und behaupten, die Europäer bekämen einfach nichts auf die Reihe. Du bist vermutlich auch Europäer.
Ich respektiere deine Meinung! Allerdings, nur Ausreden zu suchen wird uns nicht wirklich weiter bringen. Mein Tip. Geh in die Politik und beschliesse ein paar Gesetze und hoffe, dass man so die Welt ändern kann. Geh nicht das Risiko ein und versuche selbst was Neues zu erschaffen. Das wäre anstrengend und es gibt keine Garantie, dass es funktioniert. Du hast meine volle Unterstützung, wenn du den politischen Weg gehst und du mir versprichst, dass du so alles in Ordnung bringen kannst und eine tolle und gerechte Welt erschaffen kannst. Ja, ich bin Europäer, habe aber auch lange Zeit "amerikanisch" gearbeitet. Die Unterschiede sind offensichtlich und bekannt. Wenn du die Welt ändern willst, tue es mit Taten und nicht mit Worten. Du wirst das Verhalten von Apple so nicht ändern! Und ehrlich gesagt, habe ich auch nichts dafür, dass du unzufrieden bist.
-1
sudoRinger
sudoRinger02.07.26 19:48
D_BuG
Geh nicht das Risiko ein und versuche selbst was Neues zu erschaffen. Das wäre anstrengend und es gibt keine Garantie, dass es funktioniert.
Zu spät. Ich bin bereits dabei Neues zu schaffen (nicht im IT-Sektor). Ob ich ein 'fool' bin oder 'foolish', wird sich noch zeigen ...
+1

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