Siri AI in der EU: "Konstruktives Treffen" zwischen Tim Cook und EU-Vertretern


Einem Bericht zufolge gab es ein virtuelles Treffen zwischen Apples CEO Tim Cook und der EU-Digitalchefin Henna Virkkunen. Im Mittelpunkt standen Siri AI und die mögliche Einführung des KI-basierten Assistenten in der EU. Bekanntlich müssen Nutzer hierzulande vorerst auf das System verzichten, laut Apple liege das an Vorgaben des DMA, welche angeblich die Sicherheit der Nutzer gefährden. Die EU sieht das jedoch anders, denn Apple habe kaum konkrete konstruktive Vorschläge gemacht und in erster Linie gefordert, 18 Monate lang außerhalb der Regulierung operieren zu dürfen – was die Kommission als inakzeptabel zurückwies. Apple wolle die Zeit schlicht nutzen, sich einen Vorsprung zu sichern und währenddessen möglichst viele Kunden (kostenpflichtig) an die Dienste zu binden, so die Befürchtungen vieler Beobachter.
Man scheint an den Verhandlungstisch zurückzukehrenOffensichtlich kehrt der öffentlich ausgetragene Konflikt nun aber wieder auf die Verhandlungsebene zurück. Ein Sprecher der Kommission bezeichnete das Gespräch als "konstruktiven Austausch", wollte sich aber zu konkreten Ergebnissen oder Zeitplänen nicht weiter äußern. Bemerkenswert ist, dass Cook jetzt persönlich eingriff und die Verhandlungen übernahm. Dies könnte darauf hindeuten, den Ausschluss des gesamten EU-Marktes doch rascher beenden zu wollen, als es die Stellungnahme zur WWDC vermuten ließ. Apple dürfte klar sein, ansonsten ein wichtiges Verkaufsargument für neue iPhones zu verlieren.
"Trusted System Agent" als Ausweg?Siri AI erscheint in der EU zwar auf Macs und der Vision Pro – bleibt aber bei iPhone, iPad und dadurch automatisch auch der Apple Watch zunächst gesperrt. Der EU zufolge habe Apple bislang kaum technische Details zum "Trusted System Agent" geliefert, mit welchem man Datenschutz gewährleisten wolle, ohne Mitbewerber auszusperren. Ob es zu diesem Thema allerdings neue Informationen gibt, kann die
Financial Times im Bericht nicht mit Sicherheit sagen. Dennoch scheint es sich dabei genau um den Punkt zu handeln, welcher zur Lösung des Konflikts führen könnte – einerseits freie Entscheidung des Nutzers, welchen Assistenten er gerne auf dem iPhone verwenden möchte, andererseits aber Schutz vor beliebigem Zugriff auf lokale Daten.