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Apple-Experten äußern sich zur Leistung im Vorjahr: Miserable Noten für Software-Qualität

Jason Snell veröffentlicht alljährlich eine sogenannte „Report Card“ auf dem Portal Six Colors. Diese macht es sich zur Aufgabe, Apples Leistungen in einem Jahr aus der Perspektive von Experten zu beurteilen – darunter Entwickler, Redakteure, Podcaster und andere Personen, die sich intensiv mit dem Unternehmen auseinandersetzen. Diesmal hatten 56 Personen die Gelegenheit, auf Apples Bilanz des Jahres 2025 einzugehen und einzelne Kategorien mit ein bis fünf Punkten zu bewerten. Cupertino kommt dabei nicht allzu gut weg.


Schlechtere Benotung in 11 von 14 Kategorien
In welchen Bereichen macht Apple eine gute Figur? Nach Ansicht der Experten erweist sich die Hardware noch immer als überaus zuverlässig. Das iPhone sowie das iPad stehen ebenfalls gut da.


Blickt man auf die durchschnittliche Bewertung aller Teilnehmer und zieht einen Vergleich zum Vorjahr, so fällt das Urteil ernüchternd aus: In 11 von 14 Kategorien stellen die Experten Apple eine schlechtere Note aus. So habe der Konzern vor allem an Einfluss auf die Welt verloren. Ferner musste etwa der Mac Federn lassen und es häufen sich Beschwerden zur Qualität der im vergangenen Jahr veröffentlichten Betriebssysteme.


Mac: Gute Hardware, doch macOS Tahoe ein Flop
Beim Mac herrscht weitgehend Einigkeit: Die Hardware wisse nach wie vor zu überzeugen, doch macOS Tahoe findet außergewöhnlich wenig Anklang. John Siracusa bezeichnet macOS 26 als das „schlechteste UI-Update in der Geschichte des Mac“. Die Änderungen seien schlecht umgesetzt und das Design-Team missachte grundlegende Prinzipien, welche bei der Interaktion des Nutzers mit einem Computer von Bedeutung seien. Ähnlich vernichtend fällt das Fazit von John Gruber aus: Das aktuelle Betriebssystem stelle „den schlimmsten Rückschritt in der gesamten Geschichte von macOS“ dar. Christina Warren erklärt, gezwungen zu sein, das Betriebssystem beruflich zu nutzen – privat würde sie es auf keinem Rechner installieren. Etwas wohlwollender äußert sich Chance Miller: Liquid Glass glänze nicht gerade auf dem Mac, aber Spotlight sei leistungsfähiger und es gebe Verbesserungen bei den Kurzbefehlen.

iPhone: Guter Jahrgang für iPhone 17 (Pro), iPhone Air polarisiert
Die Ableger des iPhone 17 wissen zu begeistern: Laut Siracusa merzt die Dampfkammer-Kühlung eine der wenigen Schwächen der Pro-Modelle aus. Viel Lob gibt es zudem für das reguläre iPhone 17. Das iPhone Air polarisiert hingegen: Laut Federico Viticci sei das Gerät ein futuristisches, zukunftsweisendes und fast schon unglaubliches Produkt. Es wecke die gleiche Freude wie das iPhone X nach dessen Release. Peter Cohen stellt dem iPhone Air hingegen ein schlechtes Zeugnis aus: Apple habe schlicht danebengegriffen. Der Startpreis sei angesichts der vielen Kompromisse zu hoch angesetzt. Liquid Glass kommt nicht besonders gut weg, wenngleich einige Teilnehmer einräumen, dass das Design nicht so schlimm wie auf dem Mac sei – „aber immer noch furchtbar“, so Brent Simmons.

iPad: Lob für neue Fensterverwaltung, aber das Produkt stecke in einer Identitätskrise
Die bessere Note des iPads lässt sich vor allem auf das Fenstermanagement von iPadOS 26 zurückführen. Laut Myke Hurley habe Apple dem Betriebssystem die Stützräder abgenommen und so dazu beigetragen, dass es sein volles Potenzial entfalten könne. Laut Quinn Nelson fühle sich iPadOS „nicht mehr wie ein nachträglicher Einfall an“. Gruber spricht gar von einem „Neuanfang für iPadOS“. Es gibt aber auch Kritik: Für Michael Tsai funktionieren 99 Prozent seiner Aufgaben auf dem Mac besser. Laut Gui Rambo sind die Apps für anspruchsvolle Arbeiten nicht optimal.


Wearables: Apple Watch ohne Innovationen
Bei der Apple Watch sei vor allem eines zu beobachten: Stagnation. Laut Hurley wurde die Produktlinie langweilig. Joe Rosensteel erklärt, dass es kaum noch unverzichtbare Hardware-Upgrades gibt. Zwiespältig fällt das Fazit zu den AirPods Pro 3 aus: Rambo findet sie „fantastisch“, Marco Arment betont indes den wesentlich schlechteren Tragekomfort. Warren spricht gar von einem seltenen Fehlgriff: Sie würden merklich schlechter als der Vorgänger klingen. Die Vision Pro ist laut Casey Liss überwältigend. Andere sehen das deutlich anders: Laut Arment handelt es sich um eine teure Tech-Demo und Gabe Weatherhead bereut den Kauf jeden Tag: Der hohe Preis sei angesichts des Mangels an Apps keinesfalls gerechtfertigt.

Schlechte Noten für Software-Qualität, Unverständnis für Anbiederung an US-Regierung
Andere Produktkategorien glänzten nicht gerade im vergangenen Jahr: Die Home-App wisse nach wie vor nicht zu überzeugen und bei Apple TV habe sich nichts getan. Die Software-Qualität stürzte deutlich ab: Die meisten Beschwerden betreffen Liquid Glass, das wenig Wertschätzung erfährt. Laut Liss muss sich Apple eine Auszeit nehmen, um „im Haus aufzuräumen“: Viele sprechen vor allem Bugs an, deren sich das Unternehmen nicht annimmt. Apple enttäusche zudem mit einer „unterwürfigen Komplizenschaft“ mit der Trump-Regierung, so Gruber. Das Unternehmen hat nach Ansicht einiger Kommentatoren schlicht seine moralische Autorität verloren.

Kommentare

macuser96
macuser9624.02.26 11:17
Kann ich so unterschreiben.
+9
L-E24.02.26 11:24
Genau.

Ob es Mr. Cook jucken wird?
Ich denke, nein. Alles ist amazing.
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Troubadixderdritte24.02.26 11:25
dem ist nichts hinzuzufügen
+1
sudoRinger
sudoRinger24.02.26 11:37
Interessant ist auch zu beobachten, wie die Meinung zu Apple von einzelnen Personen gekippt ist. John Gruber (Daring Fireball) hat eine zeitlang alles verteidigt, was Apple gemacht hat, und jetzt ...
Apple dagegen wirbt noch mit einer Reminiszenz an den 1984-Werbespot in meinem Bildschirmschoner.
0
maikdrop24.02.26 11:56
Du
sudoRinger
Interessant ist auch zu beobachten, wie die Meinung zu Apple von einzelnen Personen gekippt ist. John Gruber (Daring Fireball) hat eine zeitlang alles verteidigt, was Apple gemacht hat, und jetzt ...
Apple dagegen wirbt noch mit einer Reminiszenz an den 1984-Werbespot in meinem Bildschirmschoner.

Nennt sich Aufmerksamkeitökonomie. Ja, Apple hat Fehler gemacht. Aber sie sind in jedem Fall fähig vieles zu korrigieren. Expert*innen leben von Aufmerksamkeit. Die verdienen damit ihr Geld bzw. generieren Aufmerksamkeit, um dann damit Geld zu verdienen. Und wenn der Sturm zu groß ist, weil sich damit viel Aufmerksamkeit erzeugen lässt, springt man eben auf. Siehe Fußball. Als Spieler*in “hasst” man die nervigen Fragen, um dann hinterher als “Expert*in” exakt das gleiche zu machen. So ist eben das Game. Zum Problem wird es, wenn Leute von außen dieses Spiel nicht erkennen und mit aufspringen.
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Pymax
Pymax24.02.26 11:57
In Sachen Software kann ich da besonders die Fotoverwaltung durch Fotos hervorheben, das mir schon manche Fotos zerschossen hat.
An dieser Stelle, was nutzt Ihr alles so als Alternative, ca. 60.000 Fotos?
Kein Abo... da bin ich glücklicherweise von Adobe frei.
MacOS Tahoe finde ich persönlich aber nicht so schlecht, auch optisch aber das ist wie bei vielem Geschmacksache...
+1
TorstenW24.02.26 12:03
Hach, "Experten"..
Ich möchte auch mal "Experte" sein.
Das sind auch einfach zum Großteil normale User, eventuell sogar mit sehr eingegrenztem nicht sonderlich tiefgreifenden Usecase.

Entsprechend sind die Umfragewerte in vielerlei Hinsicht einfach komplett sinnfrei und an der Realität vorbei.
Lustiges Beispiel: Das Apple TV wurde im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Punkte schlechter bewertet. Das ist ein relativ gewichtiger Abschwung.
Es gab aber 2025 überhaupt kein AppleTV Update. Es ist genau das gleiche Gerät wie vorher und kann überhaupt nicht schlechter bewertet werden.

Andersrum wurde das iPhone nur 0,2 Punkte besser bewertet, während es sich in der Realität so unglaublich gut, wie seit etlichen Jahren nicht mehr verkaufte.

Es ist auch unklar inwieweit die Personen Hard- und Software getrennt betrachtet haben: Es gibt zwar einen Punkt "Software Quality", aber ich würde vermuten, dass viele der Befragten auch MacOS mit in die "Mac" Spalte eingerechnet haben. Aber vllt nicht alle? Die Mac Hardware hat mMn nicht so stark nachgelassen?
Wieso trennt man das nicht?

Ich kann verstehen, wenn man Entwickler zu solchen Themen befragt, die vielleicht noch tiefgreifendere Einblicke haben, aber irgendwelche Redakteure, die davon leben möglichst kontroverse News zu verbreiten und ihre eigene Agenda zu pushen hier als Experten einzuladen.. wen interessiert's?
Das sind einfach willkürliche Zahlen. Man hätte auch 50 Leute auf der Straße befragen können.
Ja, Überraschung: Liquid Glass wurde nicht gut angenommen. Wie das Flat-Design ursprünglich übrigens auch. Geht mal zurück und lest euch die Artikel durch, wie das Flat-Design das "schlechteste UI-Upgrade aller Zeiten" war. Findet ihr zu Hauf. In 3-4 Jahren wird sich niemand mehr über Liquid Glass aufregen, weil dann die groben Fehler ausgemerzt sind.

Ich bin jedenfalls froh, dass ich mir selbst eine Meinung bilden kann und nicht $Random-Podcast-Dude befragen muss, ob mein Apple-Gerät mir taugt oder nicht.
Viele dieser Aussagen da scheitern einfach komplett an der Realität in der Apple eben Geräte hauptsächlich an nicht-"Experten" verkauft, denen viele Dinge einfach vollkommen egal sind und die ganz andere Prioritäten haben, als die lustigen Geek-Newsletter-Schreiber..
-1
Marcel Bresink24.02.26 12:09
TorstenW
Es gab aber 2025 überhaupt kein AppleTV Update. Es ist genau das gleiche Gerät wie vorher und kann überhaupt nicht schlechter bewertet werden.

Diese Argumentation ist völlig weltfremd, denn natürlich gibt es externe Faktoren, die eine Bewertung beeinflussen müssen, selbst wenn sich die Hardware nicht geändert hat. Dazu gehören zum Beispiel System-Updates (hier: tvOS 18), Preis und der Vergleich mit Konkurrenzprodukten.
TorstenW
Andersrum wurde das iPhone nur 0,2 Punkte besser bewertet, während es sich in der Realität so unglaublich gut, wie seit etlichen Jahren nicht mehr verkaufte.

Qualität und Verkaufszahlen haben nichts miteinander zu tun.
+3
Quickmix
Quickmix24.02.26 12:14
TorstenW

1
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TorstenW24.02.26 12:28
Marcel Bresink
Dazu gehören zum Beispiel System-Updates (hier: tvOS 18),
Wie gesagt gibt es extra den Punkt für Qualität der Betriebssysteme.
Wenn ich alles miteinander vermische, sind die Zahlen extrem nutzlos.
Marcel Bresink
Qualität und Verkaufszahlen haben nichts miteinander zu tun.
Es wurde ja auch gar nicht nach der Qualität gefragt.
Originalartikel
They were prompted with 14 different Apple-related subjects, and asked to rate them on a scale from 1 (worst) to 5 (best)

Es ist eine rein persönliche individuelle Bewertung ohne jegliche Vorgabe.
Deswegen finden sich auch Bewertungen vollkommen querbeet dort wieder. Der eine findet das iPhone Air den totalen Flop, der nächste sagt das ist das Lieblingsgerät.
Raus kommt dann eine insgesamt eine durchshcnittliche Bewertung von 3 Punkten...
Who cares?

Das ist ja mein Kritikpunkt.
Man bekommt eine Reihe an zufälligen Zahlen, die auf individuellen Vorlieben basieren und letztlich überhaupt nichts aussagen.

Beteiligte Personen übrigens: 49 Männer, 7 Frauen. Die meisten jenseits der 40. Alles Nerds.
Das deckt nicht einmal ansatzweise Apples Zielgruppe ab. Insbesondere nicht die zukünftige Generation.
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