Siri AI: Viele Rückmeldungen – gemischtes Feedback, aber durchaus Lob


Siri AI ist nicht einfach nur eine weiterentwickelte Version des bisherigen Sprachassistenten, denn die beiden Systeme teilen sich in erster Linie einen gemeinsamen Namen. Setzt Siri bislang auf weitgehend vorgefertigte Antworten auf erwartete Fragen sowie festgelegten Aktionspfade, kommt bei Siri AI ein LLM mit zahlreichen weiteren KI-Modellen zum Einsatz. Die verschiedenen KI-Funktionen ermöglichen es, den aktuellen Kontext zu erfassen und zudem mehrere Schritte hintereinander abzuarbeiten. Seit diesem Monat erhalten immer mehr Nutzer Zugriff, wenngleich Apple die Funktion weiterhin ausdrücklich als Beta kennzeichnet, nur auf Englisch anbietet und die Freischaltung schrittweise über eine Warteliste erfolgt. In dieser Zeit sammelte sich viel
Feedback an, das belegt, wie viel es an einigen Stellen noch zu tun gibt.
Verbindungsprobleme und wenig hilfreiche FehlermeldungenEin Teil der Nutzer bekommt bei Anfragen regelmäßig lediglich die Meldung zu sehen, dass etwas schiefgegangen sei. Offenbar handelt es sich dabei teilweise um Kommunikationsprobleme zwischen iPhone und Apples Cloud-Infrastruktur. VPN-Verbindungen oder bestimmte WLAN-Konfigurationen können eine Rolle spielen, möglicherweise kommt es aber auch auf Apples Servern zeitweise zu Ausfällen. Das eigentliche Ärgernis besteht darin, dass Siri keine näheren Angaben zur Ursache macht. Für den Nutzer bleibt daher unklar, ob ein lokales Netzwerkproblem, ein Serverausfall oder etwas anderes verantwortlich ist.
Neue Siri findet teilweise weniger als die alteEtwas irritierend wirken Fehler bei Aufgaben, welche das klassische Siri-System seit Jahren beherrschte. Nutzer berichten beispielsweise davon, Siri finde vorhandene Erinnerungslisten nicht, erkenne keine gesetzten Wecker oder spreche HomeKit-Geräte nicht zuverlässig anhand ihres Namens an.
Entsperrtes iPhone häufiger erforderlichEin weiterer Kritikpunkt betrifft Anfragen bei gesperrtem Gerät. Obwohl in den Einstellungen die Verwendung von Siri im Sperrzustand erlaubt ist, verlangt Siri AI für zahlreiche Aktionen zunächst die Entsperrung des iPhones. Dies scheint vor allem dann aufzutreten, wenn Siri auf den neuen semantischen Index und damit persönliche Daten zugreifen möchte. Problematisch ist allerdings, dass selbst bislang unkomplizierte Befehle wie das Versenden einer Nachricht davon betroffen sein können. Gerade beim Autofahren oder bei Nutzung von AirPods stellt dies gegenüber der bisherigen Siri einen deutlichen Rückschritt dar.
Teilweise deutlich langsamer – vor allem auf der Apple WatchAuch die Reaktionsgeschwindigkeit sorgt für Kritik. Zwar verarbeitet Siri AI einige Aufgaben direkt auf dem Gerät, viele Anfragen werden jedoch über Apples Private Cloud Compute ausgeführt. Entsprechend stark hängt die Antwortzeit von der Netzwerkverbindung und der Auslastung der Cloud-Infrastruktur ab. Besonders auffällig ist dies auf der Apple Watch. Einige Nutzer berichten davon, dass selbst einfache Befehle wie das Starten eines Timers längere Denkpausen hervorrufen. Genau solche Aktionen führte die bisherige Siri unverzüglich aus.
Die genannten Punkte dürften gut zusammenfassen, warum Apple weiterhin an der Beta-Klassifizierung festhält. Zwar gab es in den letzten Monaten durchaus Fortschritte, auch hinsichtlich der Reaktionsgeschwindigkeit, dennoch muss das Unternehmen wohl noch an einigen Stellschrauben drehen. Bislang bleibt natürlich unbekannt, ob die Performance schlicht damit zu erklären ist, wie viel noch an Analysen und Logging im Hintergrund arbeitet – bis darauf in der finalen Version verzichtet werden kann.
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Trotz aller Kritik: Ein großer Schritt nach vornPersönlicher Kontext, Bildschirmverständnis und Aktionen über mehrere Apps hinweg – genau das, was Apple als Alleinstellungsmerkmale verkauft, erhält durchaus viel Lob. Mehrstufige Aufgaben abzuarbeiten anstatt nur einzelne, kurze Befehle auszuführen, funktioniere nun erstmals. Außerdem finde Siri Informationen auf dem Gerät, bei denen Nutzer selbst nicht mehr wussten, dass diese überhaupt hinterlegt waren.
Die Größe des vor Jahren gekauften Watch-Armbands, das Kennzeichen eines früheren Autos oder häufiger besuchte Orte, all das konnte Siri in Fotos, Terminen oder Mails aufstöbern. Anfragen wie "trage alle Termine meines Sportvereins für die laufende Saison in den Kalender ein", klappte ebenso zuverlässig wie "trage alle Informationen zusammen, die ich für meinen Arztbesuch brauche". Selbst wenn es bei der Gesprächsqualität selbst noch Luft nach oben gebe, überzeuge das neue System.