KI-Agenten mit Zugriff auf private Daten – Apple will die Daumenschrauben anziehen


Mit dem Versprechen, den Menschen das Leben leichter zu machen, kommen gerade fast täglich neue KI-Agenten auf den Markt. Termine organisieren, Texte schreiben und aktive Unterstützung bei der Arbeit – die Nutzungsmöglichkeiten sind vielfältig. Einen Haken gibt es allerdings: Zur Erledigung dieser Aufgaben benötigen die Agenten Zugriff auf viele persönliche Daten der Anwender. Ohne Kalender oder Mails zu kennen, kann keine KI individuelle Treffen organisieren oder Antworten vorschlagen. Bei cloudbasierten Agenten können solche Informationen zumindest teilweise an externe Server übertragen und dort verarbeitet werden.
Nutzerkontrolle oft lückenhaftZwar betonen praktisch alle KI-Unternehmen, dass die Kontrolle darüber immer bei den Kunden liege, doch in der Realität nutzen die Agenten den ihnen gewährten Zugriff auf die Daten umfangreicher, als sie sollten. In einem aktuellen Fall wird Metas Muse
vorgeworfen, ohne Zustimmung auf private Nachrichten zugegriffen zu haben. Facebooks Mutterfirma
bestreitet dies inzwischen. Um vergleichbare Vorfälle auf technischer Ebene zu unterbinden, hat Apple nun verkündet, sein bestehendes Berechtigungssystem unter macOS zu verschärfen.
Verschärfung beim FestplattenvollzugriffBesteht technisch kein Zugriff auf Daten, kann man diese nicht ohne Zustimmung des Nutzers verwenden. Um dieses Konzept herum hat Apple in den vergangenen Jahren ein umfangreiches System aus Berechtigungen und APIs aufgebaut. Über die Datenschutzeinstellungen lassen sich die Berechtigungen für Anwedungen auf dem Computer steuern. Eine mächtige Einstellungsoption ist der sogenannte Festplattenvollzugriff, der einer App Leseberechtigung für alle Festplattenbereiche eines Mac gibt. Diese Freigabe ist vor allem für Backup-Programme gedacht, wird aber immer häufiger auch von KI-Agenten angefragt. Um zu verhindern, dass Besitzer beiläufig einer KI-Anwendung dauerhaft Zugriff auf theoretisch alle Daten des Computers einräumen, plant Apple einer
Ankündigung zufolge, zusätzliche Kontrollen einzuziehen, um diese Erlaubnis zu einer bewussten und ausdrücklichen Entscheidung zu machen.
Apple nennt KI-Agenten als GrundDas Unternehmen aus Cupertino bezieht sich in der Begründung unmittelbar auf die Gefahr, die von KI-Agenten für persönliche Daten ausgehe. Apple erwartet der Mitteilung zufolge, dass diese Risiken künftig noch deutlich steigen. Unklar bleibt, ob Cupertinos Streit mit der EU-Kommission um den Zugriff auf Nutzerinformationen durch KI-Systeme mit der Implementierung der angekündigten Verschärfung neuen Zündstoff erhalten könnte.