Asahi Linux auf M4-Macs: erste rudimentäre Unterstützung geglückt


Lange Zeit war es möglich, nach dem Ende des Software-Supports durch Apple ältere Macs noch etliche Jahre weiterzuverwenden – dank Intel-Chips und Linux. Seit dem Beginn der Apple-Silicon-Ära liegen die Hürden deutlich höher, eine Linux-Distribution auf einem Mac zu verwenden. Für die hauseigenen Silicon-Chips stellt das Unternehmen aus Cupertino keine Hardware-Dokumentation und Treiber bereit, weshalb viele dieser Komponenten über Reverse-Engineering mit viel Aufwand entwickelt werden müssen. Das ist sehr zeitintensiv und die Resultate hinken oft denen proprietärer Treiber hinterher. Bestrebungen, neuere Macs mit Linux zu unterstützen, gibt es trotzdem. Ein
aktueller Pull-Request von Sven Peter liefert erstmals einen Device-Tree für Macs mit M4- und A18Pro-Chips im Linux-Kernel 7.4. Bis eine brauchbare Version herauskommt, wird es aller Voraussicht nach aber noch dauern.
Einfaches Starten möglich, aber nicht mehrDie Änderungen des Pull-Requests von Asahi-Linux-Entwickler Sven Peter ermöglichen erstmals einfaches Booten eines MacBook Neo oder eins Macs mit Basis-M4-Chip bis zur seriellen Konsole. Die Hardware-Unterstützung ist noch auf einem minimalen Niveau, mehr Funktionalität dürfte daher vorerst nicht möglich sein. Wichtige Komponenten fehlen, beispielsweise die GPU-Unterstützung für grafische Anwendungen. Bei der Entwicklung der Blöcke für den M4-Chip kam begünstigend hinzu, dass viele Hardware-Blöcke des M4 – im Vergleich zum M3 –
unverändert geblieben sind. Der A18 Pro des MacBook Neo wiederum gleicht dem M4-Chip recht stark, was ebenfalls Synergieeffekte bei der Entwicklung möglich machte.
Asahi-Linux will Linux auf Silicon-Macs bringenDass der jüngste Pull-Request von einem Entwickler aus dem Asahi-Linux-Team kommt, ist kein Zufall. Das 2021 gestartete Projekt hat sich das Schaffen einer Plattform zum Ziel gesetzt, mit der Linux auf Silicon-Macs nutzbar werden soll. Teil dessen ist die Entwicklung aller dafür notwendigen Hardware-Treiber – samt Bootloader, Kernel-Support oder Firmware-Ansteuerung. Als Linux-Distribution empfehlen die Developer Fedora Asahi Remix. Diese Distribution lässt sich aktuell auf
unterstützten Macs nutzen, deren Chips bis zum M3 Max reichen – wenngleich auch hier einige Lücken bezüglich des Funktionsumfangs klaffen.