Neuer Kaufprozess beim Mac: Vorbereitung auf getrennte CPU- und GPU-Konfiguration?


Am vergangenen Wochenende veränderte Apple
überraschend den Kaufprozess eines Macs. In der Vergangenheit präsentierte der Konzern dem Kunden eine Übersicht vorkonfigurierter Macs – und der Interessent konnte diesen daraufhin noch anpassen. Besucht man den Apple Online Store, läuft der Kaufprozess eines Macs ähnlich eines iPhones oder iPads ab: Statt vorkonfigurierter Modelle trifft der Kunde nun jede Entscheidung, wie zum Beispiel verbauter Prozessor, RAM, SSD und Bildschirmgröße, einzeln.
Bislang ist unklar, warum Apple diese Änderung durchgeführt hat. Vielen nicht techaffinen Kunden war es sicher eine Hilfe, dass der Konzern einige sinnvoll konfigurierte Macs direkt auf der Startseite anbot. Nun ist etwas tiefergehendes Wissen erforderlich, um einen Mac zusammenzustellen.
Noch mehr Optionen?Ein denkbarer Grund könnte sein, dass Apple zukünftig beim Mac noch mehr Optionen bezüglich der verbauten CPU und GPU anbietet. Bereits
Ende 2024 kamen Berichte auf, dass ein neuer Fertigungsprozess von Apples Chipfertiger TSMC mit dem Namen "System-on-Integrated-Chips-Molding-Horizontal" (kurz SoIC-mH) es erlauben könnte, flexibel zusammenzustellen, welche CPU und GPU in einem Prozessor verbaut wird – und gleichzeitig auch die Ausbeute der Fertigung maßgeblich erhöht.
CPU unabhängig von GPUUnterschiedliche Anwendungsszenarien erfordern unterschiedliche CPUs und GPUs. Beispielsweise ist bei Computerspielen eine starke Grafikeinheit sinnvoll – und die Anzahl der CPU-Kerne weniger relevant. Bei Programmieraufgaben wünscht man sich oftmals mehr CPU-Kerne, sodass die Kompilierung schneller abläuft – die GPU ist hier nicht involviert.
Durch TSMCs neues Fertigungsverfahren könnte es möglich sein, dass Apple es dem Kunden erlaubt, erheblich mehr mögliche Kombinationen aus CPU und GPU anzubieten. Zum aktuellen Zeitpunkt hat der Nutzer beim MacBook Pro die Auswahl aus M5 ohne Namenszusatz, M4 Pro und M4 Max – und nur beim M4 Max kann der Käufer zwischen zwei Konfigurationsvarianten wählen. Zukünftig wäre es denkbar, dass der Kunde einen M5 in CPU-Basisausstattung mit einer erheblich potenteren GPU erwerben könnte – oder einen Chip mit 16 CPU-Kernen, aber einer schwächeren GPU.