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Microsoft kündigt weitreichende Strategie an: Weg von Betriebssystemen und Apps, hin zu Agenten

Was ist das "next big thing" im Computermarkt? Wie Microsoft nun ausführlich präsentierte, sieht man klassische Betriebssysteme nicht mehr als die Zukunft an. Auf der hauseigenen Build-Conference, Microsofts Pendant zur WWDC, äußerte sich CEO Satya Nadella zur Vision des Unternehmens. In diesem Jahr gehörte "Project Solara" zu den auffälligeren Ankündigungen, denn Microsoft beschrieb damit recht deutlich, wohin sich Computer aus Sicht des Herstellers entwickeln werden. Im Kern geht es um eine neue Plattform für die "Agent first"-Zukunft. Nicht mehr Betriebssysteme und Apps stehen im Mittelpunkt, KI-Agenten sollen über Geräte, Dienste und Arbeitsumgebungen hinweg Aufgaben übernehmen.


Der nächste große "Plattformwechsel" – nach Desktop, Web und Smartphones
Die zentrale Aussage formulierte Microsoft-Chef Satya Nadella ungewöhnlich grundsätzlich. Man erlebe einen echten Plattformwechsel und Microsoft bewege sich weg davon, Betriebssysteme und Geräte für Apps zu entwickeln – hin zu Agenten. Nutzer sollen künftig weniger einzelne Apps öffnen, stattdessen Absichten formulieren, woraufhin Agenten im Hintergrund passende Werkzeuge, Datenquellen und Dienste koordinieren. Das Betriebssystem sei nicht mehr auf dem Gerät, sondern verteilt sich über lokale Hardware und Azure-Dienste. Auf dem Computer selbst läuft nur ein vergleichsweise schlanker Teil, während Kontext, Zustand und Agentenlogik über Cloud und Unternehmensinfrastruktur verbunden bleiben, so die Erläuterungen.

Die Build-Keynote – Solara beginnt bei Minute 37

Software- und Hardware-Entwicklung
Microsoft arbeitet bei Project Solara mit mehreren Chipanbietern zusammen. Qualcomm beschreibt das Projekt als Plattform, in der "Silicon, Software, and Cloud" zusammenkommen. Auch MediaTek spielt eine Rolle, unter anderem bei Referenzdesigns für entsprechende Desktop-Geräte. Microsoft denkt jedoch weniger an den klassischen PC, sondern an einen weiter gefassten Bereich – vom kleinen Wearable über stationäre Geräte bis hin zu späteren Speziallösungen für Branchen wie Handel, Gesundheitswesen, Logistik oder Industrie.

Keine fertigen Produkte – und Akzeptanz muss sich ebenfalls noch zeigen
Project Solara ist keine unmittelbare Ablösung von Windows und bei weitem auch kein fertiges Consumerprodukt. Die Ankündigung ist dennoch bemerkenswert, weil Microsoft damit einen Plattformwechsel sehr offensiv beschreibt, der Abschied vom bisherigen Konzept aus System und Apps nehmen soll. So groß die Vision klingt, so vorsichtig muss man die praktische Bedeutung einordnen. Ein KI-Badge oder ein dauerhaft verfügbarer Agent benötigt Mikrofone, Sensoren, möglicherweise Kameras, Standort- und Kontodaten sowie Zugriff auf Unternehmensinformationen – ob das wirklich etwas ist, wovon Nutzer unterschiedlicher Anforderungsbereiche zu überzeugen sind, sei einmal dahingestellt.

Kommentare

Tux
Tux03.06.26 11:02
Es ist schon interessant, wo Microsoft sich da hin bewegt. Die missglückte und vom Markt nicht angenommen KI-fitizierung von Windows/Office ist noch nicht verdaut, da schießt man den Ball nochmal ein gutes Stück in die KI-Richtung.
Im Vergleich dazu hält sich Apple ehr zurück und sieht den Nutzen von KI ja schon, aber diese wird austauschbar und vom Nutzer flexibel im Rahmen des OS auf dem jeweiligen Endgerät ausgewählt.

Nach dem Wayne Gretzky Zitat: "Skate to where the puck is going, not where it has been." 
Microsoft rennt in eine Zukunft, in der sie alleine sind und nur ihre KI-Umgebung existiert (wie schon immer in der Vergangenheit, sie legen ihre Lösungen auf Umgebungen aus, wo es nur sie gibt. Das ist bei KI recht unwahrscheinlich)
Apple hingegen ist da offener aufgestellt (müssen sie vielleicht nach ihrem unglücklichen Start bei dem Thema) und lasst Platz für unterschiedliche KI Anbieter (was nach aktuellem Stand die wahrscheinlichere Zukunft ist...), was mal eine ganz andere Strategie ist, als das was sie sonst in der Vergangenheit bei iPod, iPhone, Musik und Filme gemacht haben...
Es muss schmecke! :-D
+2
System 6.0.1
System 6.0.103.06.26 11:05
Microsoft springt — wieder mal — auf einen Zug auf, den sie weder verstehen noch auf dem sie sich halten können.

Sie laufen — wieder mal — hinter etwas her, ohne zu wissen, was es ist und wie sie es kontrollieren können.

Sie hoffen — wieder mal — das ihre Kunden mit einer good enough Lösung zufrieden sein werden.

Zumindest die letzte Hoffnung wird sich erfüllen. Hat sie bisher ja jedes Mal, egal wie schlecht das Produkt war.

Microsofts 50 größte Flops der letzten 50 Jahre
„A lot of times, people don't know what they want until you show it to them.“ Steve Jobs, 1998
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Zacks
Zacks03.06.26 11:11
Das wird gut für SteamOS und hoffentlich damit auch für macOS
Ware wa messiah nari!
+1
IceHouse
IceHouse03.06.26 11:15
Passend dazu:
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Ich fotografiere, um herauszufinden, wie etwas aussieht, wenn es fotografiert wurde. - Gary Winogrand
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