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Mac-Tipp: Was passiert, wenn Speicherplatz knapp wird?

Die interne SSD eines Macs muss mehrere Aufgaben zugleich meistern. Auf dem zentralen Festspeicher befinden sich Betriebssystem, Preboot-Volume, Recovery-System und Daten-Volume. Letzteres ist das Einzige, auf das Anwender im Finder schreiben können – doch auch macOS selbst nutzt es als temporäre Ablage, unter anderem für Caches, Schnappschüsse und RAM-Auslagerungsdateien. Ist kaum Speicherplatz frei, wird der Mac erst langsam, dann verhält er sich unzuverlässig. So weit sollte es möglichst niemals kommen, weshalb macOS einige Vorkehrungen getroffen hat. Die Alarmglocken erklingen allerdings erst, wenn es schon zu spät ist.


Howard Oakley hat in einer virtuellen Maschine (VM) mit macOS 26 Tahoe ausprobiert, wann und wie das System auf knappen Speicherplatz reagiert. Seine Schlussfolgerung: Als Anwender bekommt man wenig davon mit, dass der Speicherplatz knapp wird. Das System beschwert sich erst, wenn noch etwa ein GB freier Platz auf dem APFS-Container bereitsteht. Die dann eingeblendete Mitteilung führt auf Wunsch in den Dialog „Systemeinstellungen/Allgemein/Speicher“. Dieser listet auf, womit die SSD belegt ist, und offeriert Abhilfe.

Rettungsversuche des Systems
Das letzte Gigabyte freier Speicher ist bei aktiver Mac-Nutzung allerdings schnell aufgebraucht. In diesem Fall erscheint eine Warnung in der Mitte des Bildschirms. Daraufhin, so Oakleys Beobachtung, scheitern nahezu alle Dateioperationen. Selbst das Anlegen neuer Ordner gelinge nicht mehr. Er beobachtete die Protokolldateien von macOS, um herauszufinden, wie das System auf den Ernstfall reagiere. Die relevante Fehlermeldung lautet in diesem Fall „ENOSPC“. Er konnte beobachten, was daraufhin geschah: Der Spotlight-Server fährt zuerst seine Aktivität herunter; dann setzt der Hintergrunddienst „deleted“ eine Zielgröße für freien Speicher. Im Anschluss versucht dieser Dienst, überflüssige Zwischenspeicher (löschbare Daten) zu entfernen. Dies geschieht in drei Runden mit zunehmender Priorität, und jede davon dauert etwa anderthalb Sekunden. Währenddessen scheitern alle Schreibzugriffe auf die interne SSD.

RAM-Knappheit vergrößert das Unheil
Wenn gleichzeitig viele speicherintensive Prozesse aktiv sind, vergrößert sich das Problem, da macOS in diesem Fall den Speicherinhalt auf die SSD auszulagern versucht. In solchen Fällen sollten Sie also zuerst versuchen, so viele Programme wie möglich zu beenden, um eine Ausweitung des Problems zu verhindern. Fängt sich der Mac trotzdem nicht mehr ein, empfiehlt Apple in einem Support-Dokument, den Mac im gesicherten Modus neu zu starten.

Eigene Warnung gestalten
Eine typische Faustregel besagt, dass stets mindestens zehn Prozent des Startvolumes frei bleiben sollten. Um frühzeitig eine Warnung zu erhalten, dass der verbleibende Platz eine Schwelle unterschritten hat, kann man sich einen Kurzbefehl gestalten. Dieser nutzt einen Kommandozeilenbefehl, welcher den freien Speicher anzeigt:

diskutil info /dev/disk3s1 | awk '
    /Container Free Space/      { avail = $4" "$5 } 
    END { printf("%s\n", avail) }'

Fügt man diesen in die Aktion „Shell-Skript ausführen“ ein, erhält man eine Ausgabe in Form von „50.8 GB“. Mittels weiterer Aktionen kann man diese Information aufarbeiten, um beim Unterschreiten von einem selbst gewählten Wert eine Mitteilung anzuzeigen. Diesen koppeln Sie anschließend an eine Automation, damit der freie Speicher täglich überprüft wird. Den im Bild gezeigten Kurzbefehl können Sie hier herunterladen.

Mit einer Kurzbefehl-Automation überprüft man täglich den freien Speicherplatz des eigenen Macs.

Kommentare

Sumsolin
Sumsolin18.09.26 15:34
Volle SSDs, die quasi dauerhaft fast am Speicherlimit betrieben werden, altern unfassbar schnell. Das sollte man auch berücksichtigen und daher mind. 10% frei lassen, besser mehr.
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