Ausprobiert: Optische Ethernet-Verbindung (SFP) für das LAN – Lange Leitung für Heim und Büro

Nerd-Hinweis: Dies ist keine technische Abhandlung zu unterschiedlichen Netzwerktechnologien und auch kein Leistungsvergleich. Der Artikel wendet sich an Privatanwender und kleine Betriebe, die sich für Möglichkeit interessieren, ihr lokales Netzwerk flexibler und zukunftssicherer zu machen. Detailliertere technische Informationen zu SFP finden Sie u. a. bei Wikipedia (verlinkt ist die umfangreichere, englischsprachige Erläuterung.)


Während die Telekom sich teilweise noch etwas sträubt, alle Haushalte in Deutschland zügig mit schnellen Glasfaserleitungen ans Internet anzubinden, können Endverbraucher sich mit dem sogenannten SFP-Standard schon jetzt eine optische Faserverbindung für ihr lokales Netzwerk einrichten. Und das zu vergleichsweise geringen Kosten.

SFP (small form-factor pluggable, umgangssprachlich auch Mini-GBIC genannt) ist nicht wirklich neu, aber in Privathaushalten und kleinen Unternehmen (SoHo – Small Office Home Office) noch nicht sehr bekannt bzw. verbreitet. Gemeint sind mit SFP eigentlich kleine Module ungefähr in Form und Größe eines USB-Sticks, die in Slots (SFP-Cage) geeigneter Router oder LAN-Switches gesteckt werden. SFP-Module dienen als Verbindungsstecker für schnelles Ethernet zum Anschluss von Lichtleiterkabeln. Diese Module sind leicht austauschbar (hot-swap-fähig) und damit bei Bedarf auch gegen Module mit höherer Übertragungsrate (SFP+, SFP28 – Links zu Amazon) ersetzbar. – Vorausgesetzt natürlich, dass auch der Rest der Hardware und die Kabel die höheren Datenraten unterstützen.

Herkömmliche SFP-Module unterstützen Gigabit Ethernet und sind damit für die heute gängigsten LAN-Installationen in privaten Haushalten und SoHos ausreichend.


Was sind die Vorteile von optischen Verbindungen?
Neben der bereits erwähnten leichten Austausch- und Aufrüstbarkeit der kleinen SFP-Module besteht einer der Hauptvorteile von SFP in der Möglichkeit, längere Kabelwege mit vergleichsweise dünnen und flexiblen optischen LWL-Kabeln (Lichtwellenleiter) zu überbrücken. Je nach Auslegung sind hiermit 200 Meter bis mehrere Kilometer machbar, aber natürlich können die LWL-Kabel auch für kürzere Strecken eingesetzt werden. Die für Duplex-Verbindung ausgelegten Kabel sind „zweiadrig“ (je ein Lichtleiter für den Hin- und Rückkanal) und kommen dank ihrer optischen Übertragungsart ohne aufwendige Schirmung aus. Sie sind aufgrund ihrer Natur komplett unempfindlich gegen elektromagnetische Störungen auf dem Signalweg und sorgen für eine galvanische Trennung zwischen Sender und Empfänger. Sie sind zudem frei von Metallen und damit korrosionsbeständig. Das gilt teilweise auch für die Anschlussstecker. Allerdings müssen die Enden der empfindlichen optischen Fasern entsprechend gut vor Verschmutzung geschützt werden.

Mögliche Einsatzgebiete wären also die Überbrückung längerer Verbindungswege etwa in Etagenwohnungen zwischen Keller und Dachboden, oder auch die Anbindung der Gartenlaube auf einem weitläufigen Grundstück. Die dünnen LWL-Kabel lassen sich zudem einfacher hinter Fußleisten verbergen, als elektrische Ethernetkabel. Allein das könnte schon ein Grund sein, sich eine SFP-Verbindung einzurichten.

Standard-SFP-Kabel sind sehr kostengünstig (etwa auf dem Niveau herkömmlicher Ethernet-Kabel) und in der Regel auch schon für schnellere Verbindungen (SFP+, 10 Gb/s) geeignet.


Und die Nachteile?
Neben der zusätzlich erforderlichen Hardware ist der Nutzen genau betrachtet in den meisten Fällen wohl nur gering. Es kommt sehr stark auf den persönlichen Bedarf an. Auch mit herkömmlichen elektrischen Ethernetkabeln lassen sich recht große Strecken überbrücken und zur Not durch Repeater natürlich auch noch verlängern. Ein Nachteil von SFP könnte in der Lebensdauer der optischen Transceiver liegen. Einige Hersteller beziffern diese mit etwa 5 Jahren, andere geben hingegen (für zumeist teurere Module) eine „Lifetime“-Garantie. Die für die optische Übertragung zuständigen Module unterliegen einem gewissen Alterungsprozess. Mir liegen allerdings derzeit keine Daten über die gewöhnliche Lebensdauer von SFP-Modulen vor.


Kommentare

Alanin13.06.20 08:51
Vielleicht noch ein Vorteil. Je nach Hersteller fungieren per SFP verbundene Switche als ein einziger Switch. Macht das ganze Netzwerk etwas übersichtlicher, was die Struktur und das Controlling angeht
+2
haschuk13.06.20 09:22
Alanin

Das macht heute jeder vernünftige Switch. Egal wie verbunden.
+1
z3r0
z3r013.06.20 09:23
Alanin
Vielleicht noch ein Vorteil. Je nach Hersteller fungieren per SFP verbundene Switche als ein einziger Switch. Macht das ganze Netzwerk etwas übersichtlicher, was die Struktur und das Controlling angeht

Das ist korrekt, diese SFP Ports müssen allerdings auch spezifisch im OS des jeweiligen Switches, beispielsweise als LAG oder VC Ports, konfiguriert werden. Die gibt es aber auch vorkonfiguriert, dann allerdings als QSFP Ports mit 40Gbit. Das sind dann spezielle, konfektionierte Kabel, die es nur in bestimmten Längen gibt. Wir bauen solche Stacks oder Virtual Chassis genannten Switche mit doppelten 10Gbit SFP+ Verbindungen über größere Distanzen, um Core Equipment in verschiedenen Brandabschnitten trotzdem als Virtual Chassis zu betreiben. Das macht es definitiv übersichtlicher, da hast du vollkommen recht.
0
X-Jo13.06.20 09:29
Auch nicht schlecht, wenn man baut oder renoviert, finde ich das Datalight-System von Fränkische:
Mit in Leerrohren integriertem Lichtleiter!
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KarstenM
KarstenM13.06.20 09:31
Ich finde, hier werden ein paar Sachen vermischt. SFP(+) ist meines Wissens nach nur ein standardisiertes Interface und hat nicht zwangsläufig was mit Glas zu tun. Schließlich gibt es auch SFP-Module mit DSL Modem oder RJ45 Buchse.
+12
cyberdyne
cyberdyne13.06.20 10:03
Ich setze selbst auch eine 35b VDSL SFP+ Modul ein...einfach genial.
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don.redhorse13.06.20 10:15
Also so einfach ist das ganze nun auch nicht. Die Stecker die du da verwendest sind LC-, bzw. Duplex LC-Stecker. Die kann man nicht einfach so stecken wie man RJ45 steckt. Man muss die Verbindungen vorher reinigen, auch niegelnagelneu sind die nicht zwingend sauber. Z.b. Mit einem OneClickCleaner der Preis deutet schon an das es nicht unbedingt etwas für Privatanwender ist. Dazu Isopropanol Alk und diesen Reinigungskassette für Naß und trocken. Dazu muss man beachten, niemals Glas in eingeschalteten Geräten stecken. Das Laser Licht zerlegt ein Augenlicht recht schnell. Das ist kein Laserpointer. IMHO sind weder Glas Infrastruktur auf LC, noch SC Steckverbinder etwas für Endkunden. Deswegen ist das ganze auch noch nicht wirklich im Endkundenmarkt angekommen.
+1
caMpi
caMpi13.06.20 10:18
Es wird hier nur vom geringeren Platzbedarf und der Flexibilität gesprochen, aber vielleicht sollte man zumindest erwähnen, dass man LWL-Kabel nicht knicken und in möglichst großen Bögen legen sollte. Da sind sie um einiges empfindlicher als Kupferkabel.
Ganz zu Schweigen, dass SFP nicht gleich LWL ist. SFP frisst auch 10Gb Kupfer.
+5
Krispo9913.06.20 10:19
Bei dem Thema bitte auch den Punkt Biegeradius der Lichtwellenleiter (LWL) beachten. Die modernen LWL bei 850nm Wellenlänge erlauben zwar Radien von < 30mm bei geringen Verlusten, aber man sollte beim Verlegen sich bewußt sein, dass ein LWL nicht geknickt werden darf und auch die Zugkräfte begrenzt sind.

Hierzu siehe:
+6
don.redhorse13.06.20 10:28
caMpi das stimmt nur bedingt. Patchleitungen haben ähnliche Biegeradien wie LWL. Wenn man in eine LWL Verbindung reinmisst und die LWL Patchleitung um den Finger wickelt, kann man das als Dämpfung sehen. Machst du dass mit einer RJ45 Patchleitung siehst du es ebenfalls. Ich sage mal das die meiste Verlegung in einem Brüstungskanal für Ethernetleitungen mehr als suboptimal sind. Ganz übel ist es, wenn man voller Mühe alles passend aufgebaut hat, die Leitungen sauber liegen etc. Dann aber noch ne Dose nachgerüstet wird. „Wir verschieben die um 5 cm“. Das war es mit deinem Messprotokoll. CAT6a hat sich dann. Da ist LWL um Faktoren besser, einfach weil man es besser verlegen kann. Nur gibt es eben jetzt noch keine wirklich guten Dosen für Brüstungskanäle, abgesteckt, fallen gelassen, wieder eingesteckt und das war es. Hier mal eine schöne Zusammenfassung.
+2
aibe
aibe13.06.20 10:50
Jemand eine Ahnung wie sich die Latenz durch die Wandlung/Rückwandlung erhöht?
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ERNIE13.06.20 11:27
Vielleicht noch eine Überlegung, falls jemand die Idee des Artikels aufgreift und bei sich umsetzen möchte:
Gerade, wenn man den LWL über eine längere Strecke mühevoll verlegt, ist es wohl Zukunftsfähiger ein paar Cent mehr in die Hand nehmen und nicht die orange (OM1/2) Faser zu verlegen, sondern lieber zur hellblauen (OM3) Faser zu greifen. Damit sind auch über längere Strecken die immer günstiger werdenden 10GBit-Verbindungen (und schneller) möglich.

... ist natürlich immer so eine Abwägungssache.
+3
aMacUser
aMacUser13.06.20 12:38
don.redhorse da hast du recht, allerdings verzeiht Kupfer besser als Glas. Wenn man auf ein Kupfer-Kabel drauf tritt oder mal "ausversehen" knickt, dann macht man es wieder gerade und gut ist (zumindest für die meisten Anwendungen). Wenn man auf ein LWL-Kabel tritt oder knickt, dann ist es ja einfach kaputt und nur noch gut genug für die Tonne.
Ich habe selbst auch schon ein wenig mit Glasfaser gearbeitet (im Unternehmensumfeld) und würde auch, wie schon einige Vorredner, sagen, dass Glasfaser nicht so "simpel" ist, wie im Artikel dargestellt. Zumindest sollte man sehr gut wissen, was man da tut, denn sonst wird es schnell ein sehr viel teureres Spielchen.
Sicherlich gibt es sehr gute Anwendungsfälle für Glasfaser auch im privaten Bereich, da möchte ich gar nichts gegen sagen. Jedoch würde ich spontan behaupten, dass Glasfaser im Home-Umfeld in 99% der Fälle nicht notwendig ist.
+2
don.redhorse13.06.20 13:24
aMacUser Kupfer verzeiht Knicken genau so wenig. Ist eine Leitung einmal geknickt ändert sich die Impedanz gewaltig, gerade in den höheren Frequenzen merkt man das. Wenn Glas nicht gebrochen ist, kann man Messtechnisch keinen Unterschied mehr sehen. Bei Kupfer ist die Patchleitung danach hinne. Patchleitungen sind eh das Problemkind in Netzwerken.
Wenn du mal eine Faser aus einer Verlegeleitung rausnimmst und den Mantel und das Coating abziehst, dann wundert man sich wie gut sich dieses dünne Glasstrippchen biegen lässt, bevor es knack sagt. Früher™, da war es echt ein Drama Glas zu legen. Mittlerweile finde ich es es fast einfacher 10 GBit Glas zu legen als eine echte, saubere CAT6a Installation hin zu bekommen, die auch im Messprotokoll richtig sauber ist. Eine Dose wird verschoben, beim reinziehen in den Kanal mal zu doll gezogen, schon hat sich der Schirm erledigt.
0
z3r0
z3r013.06.20 17:52
@ don.redhorse:

Ganz ehrlich, das klingt so als ob Kupfer das schwächere Medium wäre, was nicht so ist. Bei uns (globales Unternehmen bezüglich Rechenzentren) werden täglich tausende Verbindungen gezogen, egal ob Kupfer oder Glas. Beides fußt auf großem Interesse und beides hat keinerlei Probleme. Weder in der Latenz, noch beim Biegeradius. Viel interessanter finde ich, dass hier noch Multimode (SX) statt Singlemode (LX) offeriert wird (bezüglich der Bilder). Das stand vor 10 Jahren in einer starken Preisdifferenz, heute allerdings nicht mehr und die Übertragungsstrecken sind ebenfalls länger. Für das eigene Heim finde ich es definitiv komplett übertrieben. Da ist eine CAT6 Verkabelung mit 1Gbit Hardware noch sehr lange ausreichend.
+2
don.redhorse13.06.20 18:29
z3r0

Mir ging es jetzt eher darum das es eben nicht so ist, dass CAT6(a) Verkabelung so trivial ist und andersherum das LWL total problematisch ist. Bei beidem muss man aufpassen. CAT6a ist auch problemlos 10GBit fähig, da muss man noch lange nicht auf LWL wechseln. Ich persönlich sehe LWL erst dann beim Endkunden angekommen, wenn es Stecker gibt die sich selbst reinigen, also mit einem Verschlussmechanismus. Im Prinzip ähnlich dem E 2000, wobei der nur verschließt und nicht reinigt. Da gibt es jetzt Ideen für, ist halt teuer, nicht standardisiert und, meines Wissens, noch nicht am Markt erhältlich. Aber erst damit kann man sicher LWL Steckverbindungen stecken.

Als InHaus Verkabelung wird eigentlich immer MultiMode genommen, OM3-5, wobei OM4 jetzt als Standard anzusehen ist. Leitungslängen bis rund 100m bei 100GBit. Wenn man alles komplett neu aufbaut und Geschwindigkeiten bis 400GBit im Auge hat, dann nimmt man heute bevorzugt SingleMode, aber da die meisten Unternehmen eine bestehende Infrastruktur haben und diese meist nur modernisiert, bzw. erweitert wird, bleibt man bei MultiMode. Da wird auch heute noch ST statt LC/SC in Neuanlagen verwendet, einfach weil die IT nur ST Patchleitungen liegen hat und sich nicht neue LC/SC, bzw. dann auch noch LC ST LC SC und SC ST Leitungen hinlegen wollen. Glaube nichts ist so konservativ wie die IT
SingleMode ist im DataCenterbetrieb natürlich jetzt die Wahl, da bringt auch OM5 nichts, da dafür ebenfalls die ganze Hardware getauscht werden muss (andere Transceiver, da nur neue die Vorteile von OM5 gegen OM4 ausspielen können. Sieht so aus als würde MM so langsam aber sicher in ein Limit laufen.
+1
Moka´s Onkel
Moka´s Onkel13.06.20 18:44
"Neben der zusätzlich erforderlichen Hardware ist der Nutzen genau betrachtet in den meisten Fällen wohl nur gering. .... Auch mit herkömmlichen elektrischen Ethernetkabeln lassen sich recht große Strecken überbrücken..."

Mir erschließt sich der Nutzen für SOHO noch nicht so ganz. Im SOHO Bereich kann ich doch - wenn ich schon verkabele - fast alles mit Ethernet erreichen. Wer das nachträgliche Einziehen von Kabel scheut, ist mit SFP auch nicht besser dran. Dann kann man immer noch auf PowerLAN über die Stromleitung ausweichen.

Da ich kein Netzwerkexperte bin, aber hier ein SOHO mit 6 Arbeitsplätzen plus privatem Bereich "betreibe", würde ich gerne dazulernen. Leider geht aus dem Artikel nicht hervor, was der tatsächliche Nutzen von SFP bzw. der Vorteil gegenüber Ethernet ist.
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marcel15113.06.20 19:49
Für mich sehe ich da noch keinen Vorteil. Wir haben einen zentralen Netzwerkschrank im Haus, von da aus gehen Cat. 7 Kabel in Leerrohren überall hin. Auf 100 Meter kommt da kein Kabel. Glasfaser könnte ich mir höchstens für eine zukünftige Gartenhütte vorstellen. Ansonsten reicht Kupfer im Haus noch lange aus, selbst 10 Gbit ist kein Problem damit.
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DTP
DTP14.06.20 00:24
Warum SFP, wenn SFP+ kaum teurer ist?

Gerade NAS oder andere Datenserver mit 10GbE über SFP+ am Mac angeschlossen – 10GbE ist ja auch für MacBooks mit Thunderbolt nicht sehr teuer – erlaubt es, z.B. Bilder oder Videos auch übers Netz performant zu editieren.

Glasfaser hat bei Thunderbolt Adaptern den Vorteil, dass der Transceiver nicht so heiß wird wie bei Kupfer.
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don.redhorse14.06.20 00:28
bei SFP+ sind die Switch/ Router aber deutlich teurer. Aber Sinn macht es, der Schritt auf 2,5/ 5/ 10 Bit/s läuft ja. Besser ausgestattet PC Mobos haben ja schon den einen oder anderen 2,5 /5 GBit/s Port. Meist wird ein 10 GBit/s auf mehrere Ports aufgeteilt.
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DTP
DTP14.06.20 00:39
don.redhorse
bei SFP+ sind die Switch/ Router aber deutlich teurer.
Klar. Wenn man aber nicht zu hohe Ansprüche hat, gibt's bei MikroTik schon 4-Port SFP+ Switches für 130€ und 8-Port SFP+ Switches für 250€. Für SoHo wahrscheinlich ausreichend.

Oder man schließt den Mac über 10GbE SFP+ direkt ans NAS (ohne Switch).
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don.redhorse14.06.20 01:05
DTP ist auf jeden Fall ein sinniges Invest, wenn man mehrere Switche nutzt und die halt kaskadieren muss. LAG ist zwar schön und gut, aber ein 10 GBit/s Link hat schon was. Bei MicroTik gibt es in der Tat schöne Hardware für nicht total überzogene Preise. Leider gibt es WinBox nur für Sinnlos oder eben als Wine gebastel.
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Antagonist17514.06.20 10:27
Ich habe da mal eine Frage. Ich habe im ganzen Haus schon vor Jahren Netzwerkkabel verlegt. Das war relativ aufwendig. Leider haben sich die Bedarfsstrukturen über die Jahre aber verschoben. Konkret, habe ich nur ein Netzwerkkabel zum Fernseher gelegt. Nun ist an der Stelle aber ein Streamer dazu gekommen. Den kann man natürlich auch "wireless" betreiben, in der Praxis hat sich das aber nicht bewährt. Nun habe ich solche Splitter Adapter Buchsen RJ45 entdeckt, die dieses Problem wohl, ohne Switch lösen können. () Dieses "T-Stück" wird beim Router zwei mal angeschlossen, dann mit dem Netzwerkkabel zum Fernseher verbunden und dann am anderen Ende mit einem zweiten "T-Stück" wieder in zwei Leitungen getrennt. Hört sich gut an! Gibt es da irgendeinen Haken, dass gegen solch eine Lösung sprechen würde?
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ERNIE14.06.20 10:37
Der Vorteil der galvanischen Trennung zwischen den mit Glasfaser verbundenen Geräten ist nicht zu unterschätzen. Spätestens, wenn ich mehrere Gebäude miteinander verbinden möchte, wäre ein LWL meine erste Wahl bei einer Neuinstallation. Insbesondere in Gebieten die häufig von Blitzschlägen betroffen sind, kann dies zum Schutz der Geräte beitragen.

Dennoch möchte ich einigen meiner Vorredner zustimmen, dass in den meisten Fällen der In-Haus-Verlegung eine Cat6/6a/7-Leitung eine gute Wahl ist. (Eine gewisse Spannungsfestigkeit wird ja auch beim Kupferport durch die intern verbauten Übertrager erreicht)

Es wurde aber noch ein weiteres gutes Argument für SFP+ genannt: LWL- und DAC-Module für 10GBit/s arbeiten deutlich kühler (und somit effizienter / energiesparender), als es 10GBase-T-Ports tun.

Seit einer Weile gibt es auch zunehmend erschwingliche Kombi-Switches mit NBase-T und SFP+, wie den Zyxel XGS1010-12 bzw. XGS1210-12 oder den Netgear MS510TX(PP)... je nach Anwendungsfall.
+2
ERNIE14.06.20 10:42
Antagonist175
Ich habe da mal eine Frage. [...] Nun habe ich solche Splitter Adapter Buchsen RJ45 entdeckt, die dieses Problem wohl, ohne Switch lösen können. Dieses "T-Stück" wird beim Router zwei mal angeschlossen, dann mit dem Netzwerkkabel zum Fernseher verbunden und dann am anderen Ende mit einem zweiten "T-Stück" wieder in zwei Leitungen getrennt. Hört sich gut an! Gibt es da irgendeinen Haken, dass gegen solch eine Lösung sprechen würde?

Ja, es gibt einen Haken: Du hast dann nur noch 2x 100MBit.
Der Adapter macht aus dem 8-adrigen Kabel nämlich zwei 4-adrige Kabel.
Für's Fernsehen in HD dürfte es aber reichen.
+2
Antagonist17514.06.20 10:46
Hi Ernie,
vielen Dank für die Info. Ich denke damit kann man leben.
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don.redhorse14.06.20 10:53
Antagonist175

Eine CAT Leitung hat 4 Paare a 2 Adern. Für 100 BaseT benötigst du aber nur 2 Paare, erst ab 1000BaseT benötigst du alle 4 Paare. Dein gefundenes T-Stück macht also nichts anderes als die 4 Paare in zweimal zwei aufzuteilen. Funktioniert im Prinzip, begrenzt auf 100 MBit/s und u.u. kann es, je nach Typ der Leitung ein Problem des Übersprechens geben. Kannst du aber ganz einfach selber lösen, indem du die simplex Dose gegen eine Duplex austauscht und die Leitung eben passend auftackerst. Aber was spricht gegen einen Switch? Einmal 1x 1 GBit/s ist meist besser als 2 x 100 MBit/s. Es gibt auch aktive Dosen, also mit internem Switch, die über PoE versorgt werden. Ist halt ne Dose, eine Strippe geht rein, aber zwei Ports.
+2
Antagonist17514.06.20 12:47
Hallo don.redhorse,
einen Switch wollte ich nicht im Wohnzimmer stehen haben, der kostet auch wieder extra Strom und noch eine Kiste die immer vor sich hin blinkt. Schlechter WAF Faktor, gewissermaßen. PoE geht mit der Fritzbox nicht, müsste man dann erst zwischenspeisen ist aber auch wieder ein extra Netzteil. Als Laie habe ich damals die Kabel direkt verlegt und keine Wanddosen verbaut. Wenn das prinzipiell geht, dann werde ich das ausprobieren. Das ist mir die 12€ wert. Die aktive Dose wäre dann der nächste Versuch.
Trotzdem, danke für die Info.
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don.redhorse14.06.20 13:06
Antagonist175

also keine Verlegeleitung, sondern Patchleitung verlegt? Wenn in den nächsten Jahren eine Renovierung ansteht, dann empfehle ich jedem richtige Verlegeleitung (CAT7) zu legen und Elektronikdosen in den Wänden einzustemmen. Keine Dosen, sondern diese Einbaurahmen für KeyStonemodule (auch bekannt als Jacks). Die sind (bis auf Seitenschneider) werkzeuglos verbaubar und man hat ein Modul für jede Leitung, kann die Leitung meist besser vernünftig in der UP Dose verschwinden lassen. Zur Not gibt es auch "Feldkonfektionierbare" Stecker, im Prinzip wie ein KeyStonemodul, nur eben als Stecker. Dann kann die Verlegeleitung einfach aus einer Auslassdose rauskommen und man baut einen Stecker direkt dran. Spart man sich die Dose und die Patchleitung. Verwende ich wenn man z.B. ne Heizung, oder irgend eine Steuerung o.ä. ins Netzwerk bringen will. Weniger Übergänge (Dose Patchleitung Gerät, sind zwei Stecker und ne Klemmstelle so hat man nur einen Stecker mit Klemmstelle).

Wenn man jetzt Möglichkeiten hat Leitungen zu verlegen, sollte man eh zusehen das man in jedem Raum Leitungen rein bekommt. Es wird wahrscheinlich darauf hinauslaufen, dass die Frequenzen beim WLAN immer weiter noch oben gehen, so in den Bereich 20-30 GHz. Damit hat man quasi keine Durchdringung mehr durch Wände, man benötigt dann in jedem Raum einen AP. Wer jetzt nen Haus baut sollte zusehen das in jedem Raum in jeder Decke so eine Elektronikdose mit zumindest einer CAT7 Leitung rein kommt. Da kommt man in den nächsten 20 Jahren schlecht ran und in 20 Jahren erst wenn man richtig umbaut Im Bekanntenkreis sind einige die damals auf mich gehört haben und so gut wie überall Leitungen liegen haben. Die sind happy, dann gibts einige die gesagt haben: "wird ja eh bald alles über Funk laufen", tja, bei denen ist es mau mit schnellem WLAN in allen Räumen, PowerLAN usw. sind zwar Möglichkeiten, aber reell ist nur eine vernünftige Leitung. Und heute würde ich auch jedem Empfehlen die Möglichkeit zu schaffen Glas ins Haus zu legen, zumindest von Etage zu Etage, zur Garage (Versorgung Garten) etc. Ein Haus baut man nicht alle Dekade um, wer jetzt baut und diese Möglichkeiten nicht mit einbaut wird sich in einigen Jahren ärgern.
+2
DTP
DTP14.06.20 13:11
Antagonist175
Ich habe da mal eine Frage. Ich habe im ganzen Haus schon vor Jahren Netzwerkkabel verlegt. Das war relativ aufwendig. Leider haben sich die Bedarfsstrukturen über die Jahre aber verschoben. Konkret, habe ich nur ein Netzwerkkabel zum Fernseher gelegt. Nun ist an der Stelle aber ein Streamer dazu gekommen. Den kann man natürlich auch "wireless" betreiben, in der Praxis hat sich das aber nicht bewährt. Nun habe ich solche Splitter Adapter Buchsen RJ45 entdeckt, die dieses Problem wohl, ohne Switch lösen können. () Dieses "T-Stück" wird beim Router zwei mal angeschlossen, dann mit dem Netzwerkkabel zum Fernseher verbunden und dann am anderen Ende mit einem zweiten "T-Stück" wieder in zwei Leitungen getrennt. Hört sich gut an! Gibt es da irgendeinen Haken, dass gegen solch eine Lösung sprechen würde?
Ein kleiner Switch, der keinen Stromanschluss braucht (PoE) und eine Leitung "aufsplittet", kostet auch nicht die Welt.

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