Apple blockiert Updates für Launchpad-Alternative: Entwickler soll Nutzeroberfläche ändern


Apple nimmt sich bisweilen gern die Apps anderer Entwickler zum Vorbild und implementiert deren Funktionen in den hauseigenen Betriebssystemen. Das Phänomen nennt sich „Sherlocking“. Es gibt aber auch Fälle, in denen fast das Gegenteil zutrifft: Cupertino nimmt den Anwendern altvertraute Features. Betroffene müssen sich dann nach Alternativen von App-Entwicklern umsehen. Das betrifft etwa das Launchpad, das bis macOS Sequoia fester Bestandteil des Betriebssystems war. macOS 26 setzt hingegen auf eine automatische Anordnung der Anwendungen und die Integration in der Spotlight-Suche. Apple scheint Apps, welche die Funktionalität von Launchpad imitieren, wenig wohlwollend gegenüberzustehen.
AppGrid als Launchpad-ErsatzDas Launchpad stieß bei vielen Nutzern auf Gefallen: Es ermöglichte etwa, Ordner anzulegen und eigene Seiten für bestimmte Apps einzurichten. macOS Tahoe machte dem Tool jedoch den Garaus. Wer die alte Übersicht vermisste, kann sich entweder eines
Tricks bedienen oder wird bei Entwicklern wie Attila Miklosi fündig: Er stellt die Software AppGrid zur Verfügung, welche das vom Launchpad bekannte Verhalten imitiert. Es gibt folglich eine klassische Rasteransicht der installierten Apps, welche nach Belieben angeordnet werden können. Ferner lassen sich gezielt Programme suchen. AppGrid ist selbstverständlich mit macOS Tahoe kompatibel und geht gegen eine Abo-Gebühr mit optionalen Pro-Features einher.
Apple blockiert Updates, verdient aber an In-App-Käufen mitDie Version von AppGrid, welche im
Mac App Store zu finden ist, hat allerdings seit rund vier Monaten kein Update erhalten. Miklosi zufolge blockiert Apple die Aktualisierung der Software, da diese eine zu große Ähnlichkeit mit dem Launchpad aufweise. Der Entwickler habe mehrfach Widerspruch gegen diese Entscheidung eingelegt, allerdings nichts erreicht. Kurioserweise bleibt die App aber im Store: Nach wie vor abonnieren Kunden die Pro-Tools und Apple erhält eine 30-prozentige Umsatzbeteiligung. Miklosi ist es allerdings nicht möglich, Fehler zu beheben oder neue Features nachzureichen. Er empfiehlt daher den
Download abseits des App Store.
Entwickler soll Aufmachung ändernMichael Tsai weist darauf hin, dass Apples Entwickler-Richtlinien Apps untersagen, die bestehenden Apple-Produkten und -Benutzeroberflächen ähneln. Das Launchpad ist allerdings mit der Einführung von macOS 26 Geschichte – Cupertinos Argument steht somit auf dünnen Beinen. Miklosi erklärt, Apple habe eine Möglichkeit vorgeschlagen, um Updates wieder zuzulassen: AppGrid müsse sich ausreichend von Launchpad unterscheiden. Der Entwickler hält dies für keine gute Idee: Tausende Nutzer hätten gerade für die ähnliche Aufmachung bezahlt. Er wolle sich daher Apples Diktum nicht beugen.