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Ära der Universal-Apps bald zu Ende: Entwickler dürfen Intel-Support aus Programmen entfernen

macOS sowie unzählige Apps von Drittentwicklern führen seit sechs Jahren ein Zwitterdasein: Sie unterstützen sowohl Macs mit Apple Silicon als auch Desktops und Laptops, in denen ein Intel-Prozessor werkelt. Die kommende Betriebssystemversion namens Golden Gate, welche in Kürze erscheint, beendet diesen Zustand: Sie läuft nur noch auf Rechnern aus Cupertino, die mit einen M-Chip ausgestattet sind (siehe ). Rosetta 2 allerdings bleibt noch an Bord, auch in Zukunft lassen sich daher auf Macs mit ARM-SoC Anwendungen ausführen, welche exklusiv für Intel-CPUs programmiert wurden. Dieses Kompatibilitäts-Tool entfällt erst 2027, also in der übernächsten Generation des Mac-Betriebssystems. Auf all diese und noch einige weitere Veränderungen, die mit macOS Golden Gate einhergehen, informierte Apple bereits im Juni dieses Jahres im Rahmen der WWDC (siehe ).


Apple streicht Verpflichtung zu Universal-Apps
Die Ära der „Universal-Apps“ neigt sich also ihrem Ende entgegen. Mit diesem Begriff bezeichnet Apple Anwendungen, welche gleichermaßen auf Macs mit Apple Silicon wie Intel-Rechnern aus Cupertino laufen. Das ist zwar praktisch, geht aber naturgemäß mit einem Nachteil einher: Da die Programme Code für beide Prozessor-Architekturen enthalten müssen, nehmen sie mehr Platz auf Festplatte oder SSD in Anspruch. Zudem dauern Downloads deutlich länger. Wer seine Apps im Mac App Store veröffentlicht, den verpflichtet Apple bislang dazu, diese als Universal-Apps anzubieten. Dieser Zwang entfällt ab sofort: Das Unternehmen teilte den Entwickler jetzt per E-Mail mit, dass sie die Unterstützung von Intel-Macs aus ihrer Software entfernen können. Das gilt Apples Schreiben zufolge für alle Apps, welche mindestens macOS 13 Ventura erfordern.

Keine App-Updates mehr für Nutzer von Intel-Macs
Für Besitzer von Macs mit Intel-Prozessor bedeutet das: Hat ein Entwickler die Unterstützung der Architektur aus seiner App entfernt, erhalten sie keine Updates mehr. Die letzte auf ihrem Computer lauffähige Version des Programms lässt sich aber weiterhin uneingeschränkt verwenden. Da es für Intel-Macs künftig keine macOS-Upgrades mehr gibt, wird es auch nicht zu Inkompatibilitäten kommen, welche die App unbrauchbar machen könnten. Nutzer von Macs mit Apple Silicon hingegen profitieren von Apples Maßnahme, da die Anwendungen schlanker werden und die Ladezeiten sich verringern. Für Entwickler stellt sich die Abkehr von Universal-Apps sehr einfach dar: Sie müssen ihre Anwendungen lediglich einmal mit der Einstellung „nur arm64“ neu kompilieren und dann in den Mac App Store hochladen. In der Folge sinkt der bisher erforderliche Aufwand deutlich, da Apps nicht mehr auf beiden CPU-Architekturen getestet werden müssen.

Kommentare

Macmissionar02.09.26 14:23
Das wird übel, wenn jahrzehntealte, liebgewonnene Tools in einem Jahr nicht mehr laufen. Neu herausgegebene Programme brauchen diese Altlasten wirklich nicht mehr und damit können auch so entfernt werden.

Aber was wäre schlimm daran, wenn man das Intel-Framework weiter unterstützen würde für bestehende Apps?
Vergleichbar damit, daß aktiv keine Type-1-Schriften mehr benutzt werden können (weder in Adobe, noch Apple, noch Microsoft-Produkten) und somit auf einen Schlag Millionen Fontdateien vor einiger Zeit inzwischen nur noch Softwaremüll sind.
Aber die Milliarden vorhandenen PDF- und EPS-Dokumente auf diesem Planeten mit eingebetteten Schriften aus der Zeit davor – selbstverständlich können diese weiterhin betrachtet und auch in andere Dokumente via moderner InDesign-Versionen platziert und damit verwendet werden.
A Mac is like a Wigwam: No Windows, no Gates, no Backdoors, Peace, Harmony – and an Apache inside.
-5
gfhfkgfhfk02.09.26 15:03
Macmissionar
Vergleichbar damit, daß aktiv keine Type-1-Schriften mehr benutzt werden können (weder in Adobe, noch Apple, noch Microsoft-Produkten) und somit auf einen Schlag Millionen Fontdateien vor einiger Zeit inzwischen nur noch Softwaremüll sind.
OpenType unterstützt auch weiterhin die PostScript Fonts. Daher ist es technisch möglich Type1 Fonts nach OTF umzuwandeln.
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Metty
Metty02.09.26 15:07
Macmissionar
Das wird übel, wenn jahrzehntealte, liebgewonnene Tools in einem Jahr nicht mehr laufen.

Wer das wirklich braucht kann die zeitliche Grenze noch ein paar Jahre mit Virtualisierungslösungen hinausschieben. Das sollte für die eine oder andere Spezialanforderung ausreichend sein.
+4
thomas b.
thomas b.02.09.26 15:09
Mein seinerzeit gekauftes 1Password 6.x läuft unter macOS 27 dann wohl auch nicht mehr.

Mit der aktuellen Abo Version 1PW 7.x, die ich für macOS 27 bräuchte, kann ich mich nur schwer anfreunden, schwierig...

Es geht mir nicht nur um Logins und Passwörter (das kann die bordeigene Passwörter App auch) sondern auch um so einiges andere, was ich da eingetragen habe.
0
Old Archibald Yates02.09.26 15:36
Hm. Das scheint mir eine Änderung zu sein, die mindestens zu Verwirrungen führen kann.

Es fängt schon damit an, dass "Ära der Universal-Apps bald zu Ende" in Apples Mitteilung an die Entwickler seltsamerweise so formuliert ist: "We're reaching out to let you know that universal macOS apps on the Mac App Store that require macOS 13 or later can now remove support for Intel-based Mac computers." Also: Universal-Apps brauchen nicht mehr universal zu sein. Aha.

Ein Problem könnte sein, dass Programme, die unter macOS 13, 14, 15 und 26 laufen, und die auch gekauft worden sind unter der Voraussetzung, dass sie da laufen, das vielleicht doch nicht mehr tun. Denn so sicher ist das nicht:

[quote]
Da es für Intel-Macs künftig keine macOS-Upgrades mehr gibt, wird es auch nicht zu Inkompatibilitäten kommen, welche die App unbrauchbar machen könnten.
[\quote]

Upgrades mag es vielleicht nicht mehr geben, aber (Sicherheits-)Updates schon. Und wenn da irgendein gravierender Fehler im OS gefunden wurde, kann es dann nicht sehr wohl passieren, dass (manche) Software daran angepasst werden muss?

Vor allem aber hat man die Version X einer (Nicht-Abo-)Software erworben, und das heißt üblicherweise, dass man alle X.n-Updates erhält und erst bei X+1, also der nächsten großen Version, wieder zahlen muss. Für Nutzer von Macs mit Apple Silicon gilt das weiterhin – aber für die mit Intel ab sofort nur noch vielleicht, also wenn der jeweilige Entwickler noch Bock drauf hat?

Die saubere Lösung ist doch, wenn man als Entwickler nicht mehr Intel unterstützen will, als Systemvoraussetzung einer neuen Programmversion macOS 27 zu nennen. Damit ist Intel klar ersichtlich raus.
-5
Frank Blome
Frank Blome02.09.26 15:39
Na ganz so akut und dramatisch ist dann doch noch nicht. Solange ein Softwareentwickler mit seiner App das festgelegt Minimal-OS noch auf einem Intel-Rechner läuft, ist auch noch die Universal-Frameworks drin.

Beispiel: Mit Merlin unterstützen wir aktuell mindestens macOS 13 (Ventura). Das letztes Intel-fähige macOS ist Tahoe. Wenn wir nun jedes Jahr eine Major-Version rausbringen würden und dabei ein altes Betriebssystem abscheiden (um den Entwicklungs- & Testaufwand konstant bei 4 OSses zu halten), würde es noch drei Jahre dauern, bis wir die Intel-Support entfernen könnten.

Wenn Apple so nonchalant die Erlaubnis "Entwickler dürfen Intel-Support aus Programmen entfernen" ausspricht, heißt das nicht "Entwickler: spring". Wir haben schließlich nicht das Interesse, Hardware zu verkaufen!
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Frank Blome
Frank Blome02.09.26 15:41
Da war @Old Archibald Yates mit seiner ähnlichen Aussage einen tacken schneller. Wir meinen das gleiche 😉
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Old Archibald Yates02.09.26 15:47
Frank Blome
Da war @Old Archibald Yates mit seiner ähnlichen Aussage einen tacken schneller. Wir meinen das gleiche 😉

Bist Du sicher?
Frank Blome
Solange ein Softwareentwickler mit seiner App das festgelegt Minimal-OS noch auf einem Intel-Rechner läuft, ist auch noch die Universal-Frameworks drin.

Ich verstehe Apple so, dass eben das "ist" nicht mehr gilt, sondern ab jetzt ein "kann sein" ist. Und genau das meinte ich mit Verwirrung.
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Crypsis8602.09.26 15:57
ist doch nicht so schwer zu verstehen.. setz ich den haken bei "nur arm64", ist die intel plattform raus. lässt der entwickler "intel und arm64" drin, läufts auch weiterhin auf den ollen kartoffeln.. apple gibt jetzt nur die option, die ohnehin nur den mac app store betraf, dass man intel support streichen kann mit der nächsten version.
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Frank Blome
Frank Blome02.09.26 17:35
Frank Blome
Solange ein Softwareentwickler mit seiner App das festgelegt Minimal-OS noch auf einem Intel-Rechner läuft, ist auch noch die Universal-Frameworks drin.
Old Archibald Yates
Ich verstehe Apple so, dass eben das "ist" nicht mehr gilt, sondern ab jetzt ein "kann sein" ist. Und genau das meinte ich mit Verwirrung.

Ja, dass "kann" ist korrekt.
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Old Archibald Yates02.09.26 19:44
Crypsis86
ist doch nicht so schwer zu verstehen.

Hatte ich bei Dir den Eindruck hinterlassen, dass ich das nicht verstanden habe? Doch, habe ich. Ich habe nur geschrieben, warum ich Apples Entscheidung für schlecht halte.
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claudiusw
claudiusw02.09.26 19:59
thomas b.
Mein seinerzeit gekauftes 1Password 6.x läuft unter macOS 27 dann wohl auch nicht mehr.

Mit der aktuellen Abo Version 1PW 7.x, die ich für macOS 27 bräuchte, kann ich mich nur schwer anfreunden, schwierig...

Es geht mir nicht nur um Logins und Passwörter (das kann die bordeigene Passwörter App auch) sondern auch um so einiges andere, was ich da eingetragen habe.
1Passwort hat den großen Fehler gemacht ab Version 8 ins Abo Geschäft einzusteigen. Dazu kam Cloud only. Obwohl ich von Anfang an dabei war, werde ich 1Password ab Jahresende den Rücken kehren. Dieser Laden ist einfach nur gierig geworden, speziell seit dem ein Venture Capital Investor eingestiegen ist. Kaum wirkliche Neuerungen aber immer schön die Kundschaft melken, so macht man heute Milllionen Umsätze. NEIN DANKE!
You can­not cre­ate good ty­pog­ra­phy with Arial.
+4
claudiusw
claudiusw02.09.26 20:04
Jeder Entwickler kann selbst bestimmen, ob er noch Intel unterstützen möchte. Nur weil Apple gerne komplett auf M Chips migrieren möchte, muss es der einzelne Entwickler nicht. Solange die Entwicklungstools ein kompilieren für Intel unterstützen und man ein Intel Mac zum testen und debuggen hat, warum nicht.
You can­not cre­ate good ty­pog­ra­phy with Arial.
+2
thomas b.
thomas b.02.09.26 22:50
claudiusw
...
1Passwort hat den großen Fehler gemacht ab Version 8 ins Abo Geschäft einzusteigen. Dazu kam Cloud only. Obwohl ich von Anfang an dabei war, werde ich 1Password ab Jahresende den Rücken kehren.

Würde ich auch gerne, und wie dann weiter? Enpass hat mich noch nicht so ganz überzeugt.
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