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Warum True Tone nicht für farbkritische Arbeiten taugt
Warum True Tone nicht für farbkritische Arbeiten taugt
Weia
06.12.25
23:15
In diesem Jahr kamen wir, meist im Zusammenhang mit Displays, mehrfach darauf zu sprechen, dass für farbkritische Arbeiten die Farbtemperatur von Monitor und Umgebungslicht identisch sein müssen – was natürlich eigentlich fixes = künstliches Umgebungslicht voraussetzt.
In diesem Zusammenhang kam dann die Frage auf, ob das für farbkritische Arbeiten verpönte True Tone am Ende in Wahrheit nicht genau so ein zumindest annähernd praxistaugliches Provisorium für sich ständig wandelndes Tageslicht wäre – schließlich ist der Anspruch von True Tone genau dieser: das Display an das Umgebungslicht anzupassen. Besteht der schlechte Ruf also zu Unrecht?
Die Frage ließe sich ja ganz einfach messtechnische beantworten: wie gut folgt der Weißpunkt des Displays dem des Umgebungslichts? Erstaunlicherweise habe aber zumindest ich im Netz nie irgendsoeine Messung gefunden. Also habe ich das jetzt selbst gemacht – aus Zeitgründen nur ganz grob anhand meines iPad Pro 12,9" (2020), aber das Resultat sollte allemal reichen, um die Frage zu beantworten: Nein, der schlechte Ruf besteht nicht zu Unrecht, wie folgendes Messdiagramm eindrücklich dokumentiert:
Man sieht auf einen Blick, dass Umgebungslicht-Soll-Weißpunkt (orange) und Display-Ist-Weißpunkt (blau) wild divergieren und nirgendwo wirklich zusammenkommen.
Warum ist das so? Ich vermute, die Antwort besteht aus drei Teilen:
Im Bereich niedriger Farbtemperaturen ist die Divergenz besonders groß. Das ist sicherlich sinnvoll, denn dieses viel zu gelbliche Umgebungslicht, das noch aus Glühbirnen-Zeiten stammt, von manchen Menschen aber immer noch als „gemütlich“ empfunden und verwendet wird, obwohl es für die Augen alles andere als gut ist, sähe als Weißpunkt auf dem Bildschirm selbst für solche Menschen viel zu gelblich aus. Hier ist die Differenz also wahrnehmungspsychologisch gerechtfertigt; ohnehin wird kein Grafiker bei Verstand farbkritische Arbeiten in solchem Umgebungslicht ausführen.
Um die Farbtemperatur des Umgebungslichts präzise messen zu können, bedürfte es eines Spektralphotometers, eines Bauteils, das alleine schon einen dreistelligen Betrag verschlingt und daher nicht einfach zusätzlich in ein Display eingebaut werden kann. Apple benutzt deutlich sichtbar eine Näherungslösung, die sich in Stufen verändert, wenn die Differenz zwischen Weißpunkt des Umgebungslichts und des Monitors auch mit einfachen Mitteln gemessen zu groß wird.
Bleibt die Frage, warum die Differenz auch im Bereich ab 5000 K so groß bleibt. Ich vermute, dass Apple hier dasselbe Spiel treibt wie die Papierhersteller, die uns leicht bläulich gefärbtes Papier als „weiß“ verkaufen, während messtechnisch neutralweißes Papier von unseren erfolgreich manipulierten Augen als „vergilbt“ wahrgenommen wird. Warum tun sie das? Weil auf uns leicht bläuliches Papier als das Gegenteil von „vergilbt“ vorkommt, also als „strahlend weiß“. Und diesen Effekt will Apple offenkundig auch für seine „brillanten“ Displays nutzen.
Also: True Tone kann man in der Tat für farbkritische Arbeiten vergessen. Bleibt nach wie vor nur eine hochwertige LED-Beleuchtung im Bereich zwischen 5000 K und 6500 K und ein exakt darauf eingemessenes Display.
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
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Kommentare
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Kehrblech
10.12.25
08:58
Weia:
[quote] Nochmals das zentrale Argument in aller plakativen Einfachheit: Gelbes Licht ist für die Augen „alles andere als gut“, weil es aufgrund der geringeren Rotempfindlichkeit des Auges denselben Effekt hat wie (zu) wenig Tageslicht.]
Das stimmt einfach nicht, weil Du bei Deiner Argumentation unterstellst, dass gelbes Licht in der gleichen Leuchtdichte vorliegt, wie Licht anderer Farbe. Es ist aber technisch kein Problem, die Leuchtdichte von gelbem (oder auch rotem) Licht zu erhöhen, so dass die die gleiche wahrgenommene Helligkeit resultiert. Und dann ist gelbes (oder rotes) Licht natürlich überhaupt kein Problem (aber gewöhnungsbedürftig). Der Mensch sieht das gesamte Spektrum des Tageslichts ja nicht, weil sich ein gewisser Schaden nicht vermeiden ließ, sondern weil es ihm geholfen hat, durch die Evolution zu kommen.
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+1
Kehrblech
10.12.25
09:13
trekkman
Hier dito - mache schon lange mit Foto und stehe kurz vor Rente, ohne jemals auf Monitor-Kalibrierung/Farbumgebung/etc geachtet zu haben. Dazu gehörten jahrelang perfekte Druckergebnisse in Verbindung mit Interieurfotografie, Holzsorten, Farb-, Stoffoberflächen und sowas (was in der Möbelindustrie äußerst wichtig ist).
Wollte nur anmerken, dass es auch ohne viel Technik möglich ist - eher intuitiv, fast schon instinktiv. Oft im Halbdunkel, Mischlicht, irgendwelche Funzeln und jeweiliges Tageslicht gearbeitet. Ich glaube, wenn man seine (noch so miese) Arbeitsgeräte verinnerlicht hat und weiß wie das Resultat ist, läuft es.
Was aber sehr viel Erfahrung mit den vorhandenen (oder mitgebrachten) Lichtquellen, Monitoren etc. voraussetzt, während die Diskussion hier sich um technische Standards dreht, die auch einem Anfänger perfekte Ergebnisse ermöglichen sollen, wenn er alle Parameter beachtet. Nicht umsonst gab es ja selbst zu Zeiten der Analogfotografie Tageslicht- und Kunstlichtfilme etc. – Ich muss vielleicht ein bis maximal fünfmal im Jahr etwas farbkritisches designen. Das ist definitiv zu wenig, um einen Erfahrungsschatz aufzubauen. Trotzdem gelingt mir das inzwischen – nach einigen Fehlschlägen, weil ich Faktoren wie die Temperatureinstellung des Monitors u.ä. nicht genug berücksichtigt hatte – inzwischen für meine Verhältnisse ausreichend sicher und gut (übrigens mit True Tone), auch wenn ich sicher keine hundertprozentige Übereinstimmung von Monitor und Druck erreiche.
Hilfreich?
0
trekkman
10.12.25
10:09
Passt - ich bin ja nicht Technik-Feindlich. War ja bei mir auch nicht immer optimal. Gab auch immer mal Schwankungen wenn es neue Rechner gab, neuer Kollege, Farblieferant, anderes Papier oder Luftfeuchtigkeit beim Druck oder sonst was.
„Gruß, Thomas W“
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+1
Weia
10.12.25
12:44
spheric
Weia
Wenn Du jetzt noch verraten könntest, was denn nun nicht stimmt …
GOTO 10
Weia
..denn dieses viel zu gelbliche Umgebungslicht, das […] für die Augen alles andere als gut ist
Und das stimmt nicht,
weil …
?
Wo
ist Deiner Auffassung nach der Fehler in der (ja fürchterlich simplen) Begründung, die ich dafür geliefert habe? Was bestreitest Du? Dass eine schwache Beleuchtung den Augen nicht gut tut? Dass gelblicheres Umgebungslicht für die Augen auf dasselbe hinausläuft wie schwächeres Umgebungslicht?
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
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0
Weia
10.12.25
13:14
Kehrblech
Nochmals das zentrale Argument in aller plakativen Einfachheit: Gelbes Licht ist für die Augen „alles andere als gut“, weil es aufgrund der geringeren Rotempfindlichkeit des Auges denselben Effekt hat wie (zu) wenig Tageslicht.
Das stimmt einfach nicht, weil Du bei Deiner Argumentation unterstellst, dass gelbes Licht in der gleichen Leuchtdichte vorliegt, wie Licht anderer Farbe.
??? Natürlich tue ich das. Wenn du die Auswirkungen der Änderung einer Objekteigenschaft bestimmen willst, musst du selbstverständlich alle übrigen Objekteigenschaften konstant halten.
Und das entspricht ja auch der Lebenswelt: Wenn sich jemand ein bestimmtes LED-Leuchtmittel kauft, das in verschiedenen Farbtemperaturen erhältlich ist, so sind die übrigen technischen Daten gleich. Leuchten, bei denen man die Farbtemperaturen via Fernbedienung regeln kann, werden auch nicht heller, wenn man eine niedrigere Farbtemperatur einstellt.
Es ist aber technisch kein Problem, die Leuchtdichte von gelbem (oder auch rotem) Licht zu erhöhen
Natürlich ist das
technisch
möglich. Nur wäre die Stromrechnung dann deutlich höher und der durchschnittliche Verbraucher greift nicht gezielt zu Leuchtmitteln höherer Leistung, weil er gelbliches Licht bevorzugt. Im Gegenteil: diejenigen, die dieses fehlangepasste Licht „gemütlich“ finden, sind meiner Erfahrung nach oftmals auch diejenigen, die kein besonders helles Licht wollen, weil sonst selbst gelbliches Licht in ihren Augen die „Gemütlichkeit“ verliert.
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
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+1
Weia
10.12.25
13:24
trekkman
Hier dito - mache schon lange mit Foto und stehe kurz vor Rente, ohne jemals auf Monitor-Kalibrierung/Farbumgebung/etc geachtet zu haben.
[…]
Wollte nur anmerken, dass es auch ohne viel Technik möglich ist - eher intuitiv, fast schon instinktiv. Oft im Halbdunkel, Mischlicht, irgendwelche Funzeln und jeweiliges Tageslicht gearbeitet. Ich glaube, wenn man seine (noch so miese) Arbeitsgeräte verinnerlicht hat und weiß wie das Resultat ist, läuft es.
Das hängt von den Ansprüchen ab. Eine messtechnisch exakte Farbwiedergabe ist ohne kalibrierte Arbeitsgeräte prinzipbedingt unmöglich. Woher willst Du wissen, dass noch irgendein anderer Monitor auf der Welt die Farben so darstellt wie Dein unkalibrierter?
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
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0
Weia
10.12.25
13:50
Kehrblech
Was aber sehr viel Erfahrung mit den vorhandenen (oder mitgebrachten) Lichtquellen, Monitoren etc. voraussetzt, während die Diskussion hier sich um technische Standards dreht, die auch einem Anfänger perfekte Ergebnisse ermöglichen sollen, wenn er alle Parameter beachtet.
Naja, Farbmanagement wendet sich genauso und vor allem auch an Profis, wo es auf wirklich exakte Farbwiedergabe ankommt. Dass man das aufgrund von „Intuition“ auch ohne Farbmanagement schaffen könnte, ist eine Illusion. Dann ist präzise Farbwiedergabe nicht wirklich wichtig.
Die Bildersuche bei Google ist voll von (von Unternehmen veröffentlichten und insofern professionellen) Produktbildern ein- und desselben Produkts in teils horrend unterschiedlicher Farbwiedergabe (Plattencover sind ein gutes Beispiel dafür). Da waren lauter Profis am Werk, die sich auf ihre Intuition verlassen haben.
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
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+1
mactelge
10.12.25
13:55
sudoRinger
Die Monitorlampe Benq Screenbar Pro mit CRI > 95 war für mich jedenfalls eine gute Anschaffung. Im Monitorvorfeld kann ich Papiere jetzt besser lesen.
Deinen Post habe ich zum Anlass genommen, mir das Teil auch zu kaufen. Die Halo2, mit dem Bedien-Puck.
Die sinnvollste Investition im Jahre 2025. Die Fertigungsqualität steht Apple-Produkten in nichts nach.
Danke für den Tip!
„Dreh´dich um – bleib´wie du bist – dann hast du Rückenwind im Gesicht!“
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+3
der_seppel
10.12.25
16:45
mactelge
sudoRinger
Die Monitorlampe Benq Screenbar Pro mit CRI > 95 war für mich jedenfalls eine gute Anschaffung. Im Monitorvorfeld kann ich Papiere jetzt besser lesen.
Deinen Post habe ich zum Anlass genommen, mir das Teil auch zu kaufen. Die Halo2, mit dem Bedien-Puck.
Die sinnvollste Investition im Jahre 2025. Die Fertigungsqualität steht Apple-Produkten in nichts nach.
Danke für den Tip!
Hahahahahaaa, geil! Ich auch, aber die angepriesene! Kommt morgen, bin gespannt, aber ich denke das wird mir gut tun!
„Kein Slogan angegeben.“
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+1
ttwm
10.12.25
17:42
Wir haben hier einen Test auf einem einzelnen iPad aus 2020. Kann man die Ergebnisse auf einer Vielzahl anderer Apple-HW, die TrueTone bietet, mittels Messungen bestätigen? Oder kommen dabei bessere oder noch schlechtere Ergebnisse ans Tageslicht?
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0
Weia
10.12.25
18:36
ttwm
Wir haben hier einen Test auf einem einzelnen iPad aus 2020. Kann man die Ergebnisse auf einer Vielzahl anderer Apple-HW, die TrueTone bietet, mittels Messungen bestätigen? Oder kommen dabei bessere oder noch schlechtere Ergebnisse ans Tageslicht?
True Tone ist ja keine Hardware-, sondern eine Softwaretechnologie; insofern dürfte die spezifische Hardware eine sekundäre Rolle spielen. Wichtiger ist wenn, dann die verwendete Softwareversion; das war iPadOS 26.1. Niemand wird ein iPhone für die Bildbearbeitung nutzen, aber bei einem iPhone 16e mit iOS 26.1 hatten testhalber ebenfalls durchgeführte Messungen jedenfalls dasselbe Ergebnis.
Wenn es überhaupt unterschiedliches Verhalten unter demselben Namen geben sollte, dann wohl zwischen iOS/iPadOS und macOS. Um das zu testen, bräuchte man halt ein neueres MacBook oder ein Studio Display, die ich beide nicht habe. Umgekehrt braucht man für die Messung ein Spektralphotometer, spezielle Software und eine Lichtquelle mit einstellbarer Farbtemperatur, die auch nicht jeder hat. Am einfachsten wäre es vermutlich, ich würde mir ein passendes MacBook leihen. Das wäre grundsätzlich möglich, würde aber vermutlich einige Zeit dauern.
Wenn das dann allerdings wieder nur zu erregten Diskussionen über eine photometrische Randbemerkung führt, ist meine Motivation eher begrenzt …
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
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-1
Kehrblech
10.12.25
19:53
Weia
Naja, Farbmanagement wendet sich genauso und vor allem auch an Profis, wo es auf wirklich exakte Farbwiedergabe ankommt. Dass man das aufgrund von „Intuition“ auch ohne Farbmanagement schaffen könnte, ist eine Illusion. Dann ist präzise Farbwiedergabe nicht wirklich wichtig.
Die Bildersuche bei Google ist voll von (von Unternehmen veröffentlichten und insofern professionellen) Produktbildern ein- und desselben Produkts in teils horrend unterschiedlicher Farbwiedergabe (Plattencover sind ein gutes Beispiel dafür). Da waren lauter Profis am Werk, die sich auf ihre Intuition verlassen haben.
Dem wollte ich überhaupt nicht widersprechen. Trekkman scheint aber bisher gut klargekommen zu sein, was ich auch für erwähnenswert halte, denn viele Dinge sind messbar unterschiedlich, ohne dass irgendein Mensch auch nur das Geringste davon wahrnehmen würde. Man muss also immer noch darauf achten, welche Relevanz Messunterschiede in der Praxis haben.
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0
radneuerfinder
14.12.25
10:26
Weia
dass die geringere Rotempfindlichkeit des Auges wohlbekannt ist, ist der zentrale Grund dafür, dass es keiner Studien zur Schädlichkeit gelblichen Lichtes bedarf, weil es exakt dieselbe Schädlichkeit wie die zu geringer Helligkeit allgemein ist, deren Auswirkungen bekannt und eben Basiswissen sind.
Ohne Angabe von Qualität und Quantität des Schadens bleibt die Aussage sehr unbestimmt.
Für den Fall, dass Qualität und Quantität der Schädlichkeit von „Sonnenuntergangslichtfarbe“ gegen Null tendieren, tendiert auch die Überzeugungskraft des „zentralen“ Arguments gegen Null.
Zumindest mein psychophysikalisches Allgemeinwissen reicht nicht, um von einer Schädlichkeit zu wissen.
Persönliche Erfahrung: Bei 500 Lux/2800 K kann ich stundenlang ein Buch lesen. Dass ich bei 500 Lux/5500 K das Buch vielleicht 10 Minuten schneller gelesen hätte, halte ich nicht für (gesundheitlich) schädlich.
Hilfreich?
+1
TMS
14.12.25
14:00
Weia
....Fast bekommt man den Eindruck, Beleuchtung sei so ein Reizthema wie Audiowiedergabe …
Was noch nicht ist, könnte ja noch werden.
Der Trend zur kompletten Ignoranz gegenüber Messwerten wie etwa im Fanklub von durch Glühlampen betriebenen Verstärkern (ich meinte Radioröhren
) könnte doch auch bei Licht etabliert werden, nichtwahr?
Helfen wir dem Trend, sprechen wir von warmen und kalten Farben z.B. - wobei die
kalten
Farben eine
höhere
Farbtemperatur haben und die
warmen
eine
niedrigere
. Da sind wir metaphorisch schon fast am Ziel.
Fehlen noch Berge an Adjektiven wie etwa "fein aufgelöst, transparent, klar" (Audio-Szene) oder andere alltagsmetaphorische Umschreibungen wie Beeren- oder Erdnote (Somelier-Speak) oder kommen gleich zu wertenden Schrägheiten wie "ehrlich, wahrhaftig, einzigartig".
Das wäre doch was, oder?
Hilfreich?
+2
Weia
14.12.25
15:56
radneuerfinder
Weia
dass die geringere Rotempfindlichkeit des Auges wohlbekannt ist, ist der zentrale Grund dafür, dass es keiner Studien zur Schädlichkeit gelblichen Lichtes bedarf, weil es exakt dieselbe Schädlichkeit wie die zu geringer Helligkeit allgemein ist, deren Auswirkungen bekannt und eben Basiswissen sind.
Ohne Angabe von Qualität und Quantität des Schadens bleibt die Aussage sehr unbestimmt.
Nachdem sich dieser Thread um etwas völlig anderes dreht, sollte das aber reichen.
Das war eine
Randbemerkung
im Zusammenhang mit Vermutungen dazu, warum die Abweichung von True Tone bei niedrigen Farbtemperaturen besonders stark ist, mehr nicht. Ich konnte ja nicht ahnen, dass es eine Gelblichtfraktion gibt, die sich von der Konstatierung der trivialen Tatsache, dass gelbliches Licht fehlangepasst an unseren Gesichtssinn ist, ähnlich provoziert fühlt wie HiFi-Esoteriker von der Feststellung, dass ein messtechnisch identisches Audiosignal nicht unterschiedlich klingen kann, und dieses Off-topic-Thema ins Zentrum der Diskussion rückt.
Für den Fall, dass Qualität und Quantität der Schädlichkeit von „Sonnenuntergangslichtfarbe“ gegen Null tendieren, tendiert auch die Überzeugungskraft des „zentralen“ Arguments gegen Null.
Nicht das Argument ist „zentral“, sondern die geringere Rotempfindlichkeit des Auges (und zwar nicht für die Argumentation, sondern dafür, dass eine Rotverschiebung des Lichts geringerer Helligkeit gleichkommt). 🙄
NB: 2700 K sind mitnichten die „Sonnenuntergangslichtfarbe“. Je nach Wetterlage und örtlichen Verhältnissen (direkter Blickkontakt zum Sonnenball) kann diese Farbtemperatur für wenige Minuten erreicht werden, vorher ist die Farbtemperatur höher und nachher
viel
höher („blaue Stunde“). Goldgelbes, „warmes“ Sonnenlicht hat etwa 5000 K.
Zumindest mein psychophysikalisches Allgemeinwissen reicht nicht, um von einer Schädlichkeit zu wissen.
Nicht schlimm. Frag einfach den Augenarzt Deines Vertrauens.
(Ich wurde just vor 2 Wochen an den Augen operiert und dabei nachdrücklich von den Ärzten ermahnt, nicht bei geringer Helligkeit zu arbeiten/lesen.)
Persönliche Erfahrung: Bei 500 Lux/2800 K kann ich stundenlang ein Buch lesen. Dass ich bei 500 Lux/5500 K das Buch vielleicht 10 Minuten schneller gelesen hätte, halte ich nicht für (gesundheitlich) schädlich.
Wer behauptet denn, dass es um
Lesegeschwindigkeit
geht und langsameres Lesen ungesund wäre?
Im übrigen hat Du bei 500 Lux natürlich keine Probleme mit zu geringer Helligkeit beim Lesen; das entspricht der Norm für Arbeitsplatzbeleuchtungen. Im heimischen Wohnzimmer lesen die Menschen aber meist bei weit geringerer Helligkeit.
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
Hilfreich?
-3
Kehrblech
14.12.25
16:23
Weia
radneuerfinder
Weia
dass die geringere Rotempfindlichkeit des Auges wohlbekannt ist, ist der zentrale Grund dafür, dass es keiner Studien zur Schädlichkeit gelblichen Lichtes bedarf, weil es exakt dieselbe Schädlichkeit wie die zu geringer Helligkeit allgemein ist, deren Auswirkungen bekannt und eben Basiswissen sind.
Ohne Angabe von Qualität und Quantität des Schadens bleibt die Aussage sehr unbestimmt.
Nachdem sich dieser Thread um etwas völlig anderes dreht, sollte das aber reichen.
Also nachdem nun blaues, rotes und gelbes Licht "schädlich" sind, bleibt zum Sehen nicht mehr viel übrig. Wie hat die Menschheit da nur immerhin einige Jahrhunderttausende überstanden? Ich finde schon, dass bei diesem Spektrum schädlicher Frequenzen sehr wohl eine fundierte Quelle angebracht werden muss. An sich ist nämlich überhaupt keine sichtbare Frequenz dem Menschen unzuträglich, wenn man nicht Extremfälle betrachtet, die nicht mit dem gewöhnlichen Leben zu tun haben. Oder läufst du Tags wie nacht mit einer grünen Taucherbrille herum? Wenn dir irgendwas zu dunkel zum Lesen ist und dich das anstrengt (was völlig normal ist), schlage ich vor, du machst es dir einfach ein wenig heller.
Ich kenne nicht eine fundierte Quelle, die irgendeinem sichtbaren Spektralbereich unter den genannten bedingungen Schädlichkeit zugesprochen hat. Aber ich habe das Gefühl, dass du mit "schädlich" einfach das völlig falsche Wort gebrauchst. "Unangenehm" würde ich sofort akzeptieren – oder irgendein anderes Wort mit klar subjektivem Eimnschlag.
Hilfreich?
+4
TMS
14.12.25
16:40
Kehrblech
...
Ich kenne nicht eine fundierte Quelle, die irgendeinem sichtbaren Spektralbereich unter den genannten bedingungen Schädlichkeit zugesprochen hat. Aber ich habe das Gefühl, dass du mit "schädlich" einfach das völlig falsche Wort gebrauchst. "Unangenehm" würde ich sofort akzeptieren – oder irgendein anderes Wort mit klar subjektivem Eimnschlag.
Erst verdreht man ein Argument zu einem Papiertiger und erledigt ihn dann mit "ist doch bloß ein Papiertiger".
Das ist kein Argumentationsstil, der fair ist und mit dem man sich austauschen könnte.
Es wird nicht behauptet, dass eine Lichtfarbe "an sich" schädlich ist. Um fair zu bleiben, solltest Du Dich genau an die These halten, und die könnte man zusammenfassen mit: Bei gegebener Lichtintensität in Wohnräumen kann eine niedrige Farbtemperatur schädlich für die Augen sein. Nämlich bei niedriger Intensität. Da ist die Empfindlichkeit des Auges für das gelbliche Licht bei 2700K etwa grob die Hälfte des Tageslichts um 5000K. Folglich sind bei den Beleuchtungsverhältnissen in Wohnräumen die Kontraste zu niedrig. Oder man muss gut die doppelte Beleuchtungsenergie aufwenden, um das auszugleichen. Das ist Physiologie mit Mathe auf dem Niveau der vier Grundrechenarten.
Es gibt zudem etliche empirische Studien zu den Auswirkungen von zuviel Nahsicht bei zu niedriger Helligkeit, die u.A. zur vermehrten Kurzsichtigkeit führt.
Hilfreich?
-3
TMS
14.12.25
16:46
PS: Die sogenannte V-Lambda-Kurve kann man wohl berechtigt als evolutionäre Anpassung betrachten (Wikipedia
). Und da sieht man, dass die spektrale Empfindlichkeit der menschlichen Augen bei schwachem Licht eben genau nicht Richtung Lagerfeuer/Kerzen (rot) verschoben ist, sondern im Gegenteil ins Blaue. Das passt zur Lichtfarbe nach Sonnenuntergang.
Außerdem dürfte das Sehen als wohl wichtigster Sinn von Primaten vermutlich eine längere Evolutionsgeschichte haben als bis zur Erfindung und Nutzung des Feuers durch homo sapiens und neanderthaliensis.
Hilfreich?
0
sudoRinger
14.12.25
17:10
TMS
Das ist Physiologie mit Mathe auf dem Niveau der vier Grundrechenarten.
Es gibt zudem etliche empirische Studien zu den Auswirkungen von zuviel Nahsicht bei zu niedriger Helligkeit, die u.A. zur vermehrten Kurzsichtigkeit führt.
Wikipedia zu Kurzsichtigkeit
Die Auffassung, viel Lesen, Schularbeiten, Smartphonenutzung und andere Naharbeiten würden die Entstehung einer Myopie im Kindesalter begünstigen, ist in den letzten Jahren in Frage gestellt worden.[8] Aktuell gilt neben der genetischen Disposition insbesondere wenig Tageslicht als Risikofaktor.[1]
Offenbar ist der aktuelle Forschungsstand über dem Niveau der Grundrechenarten hinaus. Laut Wikipedia deuten Studien darauf hin, dass die hohe Lichtintensität im Freien die Dopamin-Freisetzung in der Retina stimuliert, was das Längenwachstum des Augapfels hemmt - das ist also weniger eine Frage der Farbtemperatur als der Zeit, die Kinder im Freien verbringen.
Hilfreich?
+1
TorstenW
14.12.25
17:13
TMS
Es wird nicht behauptet, dass eine Lichtfarbe "an sich" schädlich ist.
Doch. Das war exakt der Punkt, der hinterfragt wurde:
Weia
..denn dieses viel zu gelbliche Umgebungslicht, das noch aus Glühbirnen-Zeiten stammt, von manchen Menschen aber immer noch als „gemütlich“ empfunden und verwendet wird, obwohl es für die Augen alles andere als gut ist
vincentmac
Gibt es dazu eine Studie, das gelbliches Umgebungslicht nicht gut für die Augen ist?
Weia
Dazu bedarf es keiner Studien, das ist psychophysikalisches Basiswissen.
Die Aussage war also Kerngenau, dass es Basiswissen ist, dass gelbes Umgebungslicht nicht gut für die Augen ist.
Dann wurde aus dem Argument der Lichtfarbe auf einmal eine Argumentation der Lichtintensität, mit der irrsinnigen Annahme, dass die Lichtintensität in irgendeiner Art und Weise gleich sein müsse:
TMS
Bei gegebener Lichtintensität in Wohnräumen kann eine niedrige Farbtemperatur schädlich für die Augen sein. Nämlich bei niedriger Intensität.
Wieso sollte die Lichtintensität in Wohnräumen gegeben sein?
Diese ist anpassbar. Ganz egal in welcher Farbtemperatur. Du kannst genauso blaues Licht in zu geringer Intensität haben.
TMS
Oder man muss gut die doppelte Beleuchtungsenergie aufwenden, um das auszugleichen.
Eben. Das ist genau der Punkt, den hier schon mehrere Leute angeführt haben. Es ist halt überhaupt kein Problem auch gelbes Licht in ausreichender Intensität zum Arbeiten zur Verfügung zu stellen. Ja, das kostet mehr Energie, ist aber technisch keine Herausforderung.
Die Lichtfarbe und Lichtintensität haben einfach nichts miteinander zu tun.
Nur weil zu geringe Intensität anstrengend für die Augen ist, ist es eine Lichtfarbe an sich noch lange nicht.
Genau das wurde aber behauptet. Siehe das eingehende Zitat.
Es wurden hier zwei Dinge gekoppelt, die einfach nichts miteinander zu tun haben. Ich kann die Lichtfarbe und die Lichtintensität vollkommen unabhängig voneinander regeln. Ob meine Augen nun für die eine Farbe empfindlicher sind als für die andere, spielt einfach keine Rolle, weil ich dann einfach mehr oder weniger Energie nutzen kann.
Davon wird aber eine Farbe nicht schädlicher als eine andere.
Nur unter der irrsinnigen Annahme, dass die Energie/Intensität, die bereitgestellt wird unveränderlich ist, ergibt das Argument Sinn. Das entspricht aber einfach nicht der Realität, wo es Dimmer gibt und quasi jede Lampe in ihrer Helligkeit gesteuert werden kann.
TMS
Folglich sind bei den Beleuchtungsverhältnissen in Wohnräumen die Kontraste zu niedrig.
Im Gegenteil werden bei gelblicher Beleuchtung Kontraste vom Gehirn als erhöht wahrgenommen, auch wenn sie sich physikalisch natürlich nicht erhöhen. Daher haben all diese Nachtfahrbrillen/Kontrastbrillen auch gelbe Gläser, die den Blauanteil herausfiltern.
Hilfreich?
+6
Weia
15.12.25
18:43
TorstenW
Die Aussage war also Kerngenau, dass es Basiswissen ist, dass gelbes Umgebungslicht nicht gut für die Augen ist.
Basiswissen in der Psychophysik, nicht unter Laien.
Dann wurde aus dem Argument der Lichtfarbe auf einmal eine Argumentation der Lichtintensität, mit der irrsinnigen Annahme, dass die Lichtintensität in irgendeiner Art und Weise gleich sein müsse:
Das ist keine
irrsinnige Annahme
, sondern grundlegende Methodologie jedes physikalischen Experiments: Um den Einfluss eines Parameters zu messen, verändert man den, während man alle anderen konstant hält.
Selbst wenn Du Gründe gegen diese methodologische Entscheidung hättest, würden sie diese Annahme falsch, aber nicht „irrsinnig“ machen.
Dein Unverständnis gegenüber naturwissenschaftlichem Vorgehen, gepaart mit einer völlig unangebrachten Emotionalisierung à la
irrsinnig
, macht eine Sachdiskussion mit Dir leider ziemlich unmöglich.
Es ist halt überhaupt kein Problem auch gelbes Licht in ausreichender Intensität zum Arbeiten zur Verfügung zu stellen. Ja, das kostet mehr Energie, ist aber technisch keine Herausforderung.
Es ist aber in der sozialen Realität praxisfremd. Leuchtmittel werden nach Leistungsaufnahme sortiert angeboten. Gibt es sie in verschiedenen Farbtemperaturen, haben sie dennoch die gleiche Leistungsaufnahme pro Baureihe. Leuchtmittel mit einstellbarer Farbtemperatur erhöhen die Leistungsaufnahme bei gelblicherem Licht ebenfalls nicht.
Die Lichtfarbe und Lichtintensität haben einfach nichts miteinander zu tun.
Doch; eine ist (u.a.) eine Funktion der anderen, soweit es um die wahrgenommene Lichtintensität geht, um die es einzig gehen kann, weil es
Farbe
außerhalb unserer Wahrnehmung gar nicht gibt.
Nur unter der irrsinnigen Annahme, dass die Energie/Intensität, die bereitgestellt wird unveränderlich ist, ergibt das Argument Sinn. Das entspricht aber einfach nicht der Realität, wo es Dimmer gibt und quasi jede Lampe in ihrer Helligkeit gesteuert werden kann.
Und schon wieder
Irrsinn
… Zum Thema
Realität
: Ein erheblicher Teil der LED-Leuchtmittel lässt sich
nicht
dimmen. Und je nach Bauform ist die maximale Helligkeit von LEDs recht begrenzt (und schlägt sich auch sofort deutlich im Preis nieder); Leistungsreserven, um die Helligkeit zu erhöhen, statt sie nur zu dimmen = verringern, gibt es also eher nicht.
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
Hilfreich?
-6
Sumsolin
15.12.25
19:40
Mal was aus dem Leben Teil 1:
Als ich seinerzeit eines der ersten Displays auf meinem Tisch hatte, habe ich den Desktophintergrund nach meiner Vorstellung grau eingestellt. Dazu muss ich sagen, ich bin wohl ein wenig Farbblind, das wusste ich schon immer. Und irgendjemand fragte mich mal, ob es wirklich so sein sollte, dass mein Desktophintergrund ein wenig rosa aussieht...
Dann war mal eine Veranstaltung bei mir in der Firma und dort waren dutzende "Grafiker" anwesend, einige davon für die Druckvorstufe, die alles nur mit D50-Lichtkästen und kalibrierten Geräten machten usw. und andere, die eher hemdsärmelig an das Thema herangingen und auf jeden Fall wollte ich die mal fragen, wie ich meinen Desktophintergrund einstellen muss, damit es einigermaßen neutral wird. Großer Fehler. Hinterher standen ein dutzend Grafiker bei mir und haben sich gekloppt ob mein Desktophintergrund nun neutral grau sei oder einen Farbstich hätte.
Von da an war mir klar, Farbwahrnehmung scheint eine ziemlich subjektive Geschichte zu sein, wenn doch diejenigen, deren Job es ist sich beruflich damit zu beschäftigen, alle so eine unterschiedliche Wahrnehmung haben.
Aus dem Leben Teil 2:
Vor einigen Monaten saß ich abends mit zwei Berufsfotografen zusammen, einige der wenigen, die in den letzten Jahren so übrig geblieben sind... früher gab es da mehr. Aus reiner Neugier fragte ich sie, wie sie es denn mit den Farben handhaben. Beide sprachen darüber, dass sie in ihrer Anfangszeit mit kalibrierten Monitoren, Lichtkästen usw. gearbeitet hätten, das heute aber nicht mehr machen würden, und auch nicht mit 5000K-Einstellung usw. Sie würden heute in einem Umfeld arbeiten, wo eh jeder mit 6500K (der Weißpunkt der in sRGB definiert ist sagte einer der beiden wenn ich mich nicht irre) arbeiten würde, sei es bei der Darstellung auf Display oder im Web und selbst die großen Dienstleister für den Druck wollen Datei mit sRGB-Profil haben, wenn sie Drucke in Auftrag geben würde. Davon ab sei vieles sowieso eher Geschmacksache, wenn nicht absolute Farbneutralität gefordert würde, aber das würde meist sowieso nichts bringen, denn am Ende der Kette sitzt irgendjemand der sich das Endprodukt zuhause auf einem unkalibrierten Gerät oder im Ausdruck bei irgendeiner LED-Lampe anschaut und da sollte es nicht so sehr neben der Spur sein. Wenn der Kunde es wünscht bekommt er natürlich ein Proof, aber selbst das wäre kaum noch gefragt...
Haut mich nicht, ich gebe nur wieder, was mir Fotografen sagen, die beide ziemlich gutes Geld verdienen...
Aus den Leben Teil 3:
Hilfreich?
+4
TorstenW
15.12.25
20:15
Weia
Basiswissen in der Psychophysik, nicht unter Laien.
Ach so?
Gib mir bitte irgendeine legitime psychophysikalische Quelle in der steht, dass gelbes Licht schädlich für die Augen ist.
Nur eine einzige.
Da das ja Basiswissen ist, sollte das super einfach sein.
Weia
Das ist keine
irrsinnige Annahme
, sondern grundlegende Methodologie jedes physikalischen Experiments: Um den Einfluss eines Parameters zu messen, verändert man den, während man alle anderen konstant hält.
Oh, ich wusste nicht, dass dies hier ein physikalisches Experiment ist. Ich dachte wir schreiben in einem Online-Forum. Im besten Falle dachte ich an ein soziologisches Experiment
Nichts an dem was du schreibst, hat übrigens auch nur irgendetwas mit einem physikalischen Experiment zu tun.
Du stellst einfach nur wilde, haltlose Behauptungen auf und begründest diese mit "Basiswissen".
Um deine eingehende Behauptung "gelbes Licht ist schädlich für die Augen" zu prüfen, müsstest du erstmal überhaupt diese Schädigungen definieren und dann bräuchtest du jede Menge Testpersonen, die in unterschiedlich hellen/farbigen Umgebungen arbeiten/sich aufhalten und die sich langfristig regelmäßig Untersuchungen unterziehen, damit deine Aussage auch nur irgendeine Annäherung von gehaltvoller Aussage hätte. (oder Testreihen mit Blindtest (hehe
) aufbauen, und und und....
Wir können es aber abkürzen: Gelbes Licht kommt in unserer Umgebung vor. Wenn es schädlich wäre, müssten alle Menschen nachweisbare Schädigungen haben. Tun sie nicht. Frag bitte irgendeinen deiner Biologie-Dozenten an deiner Uni, die werden dir gerne sagen, dass jegliches Licht, dass wir wahrnehmen können nicht schädlich für unsere Augen ist. Das ergibt auch evolutionstechnisch einfach überhaupt gar keinen Sinn.
Weia
Selbst wenn Du Gründe gegen diese methodologische Entscheidung hättest, würden sie diese Annahme falsch, aber nicht „irrsinnig“ machen.
Die Definition von "irrsinnig" nach Lexikon ist: "geistig so verwirrt, dass die Gedanken keinen Zusammenhang untereinander und keine Übereinstimmung mit der Wirklichkeit haben". Ich empfinde das für die Situation äußerst passend: Da ist keinerlei Bezug zur Realität und es ist vollkommen wirr..
"Irrsinnig" ist auch kein emotionales Wort. Dann hätte ich "dumm" oder "bescheuert" geschrieben.
Weia
Dein Unverständnis gegenüber naturwissenschaftlichem Vorgehen, gepaart mit einer völlig unangebrachten Emotionalisierung à la
irrsinnig
, macht eine Sachdiskussion mit Dir leider ziemlich unmöglich.
Ich andererseits bin ehrlich erstaunt, dass du glaubst dies wäre eine Sachdiskussion. Das ist allenfalls Pausenunterhaltung mit Stammtischniveau..
Weia
Es ist aber in der sozialen Realität praxisfremd. Leuchtmittel werden nach Leistungsaufnahme sortiert angeboten. Gibt es sie in verschiedenen Farbtemperaturen, haben sie dennoch die gleiche Leistungsaufnahme pro Baureihe
Okay, dann sind wir mal ganz praxisnah. Quasi so.. wir tun so, als würden wir eine Glühbirne kaufen wollen.
Z.B. Diese hier:
Osram. Ein Standard-Hersteller. E27. Standard-Sockel.
Und es gibt sie in drei Ausführungen: Warmweiß, kaltweiß und tageslichtweiß.
Es gibt sie außerdem in vier Leistungsstufen: Von 4,9 bis 13W, äquivalent einer 40W bis 100W "alten" Glühbirne.
Sie geben dann 500 bis 1500 Lumen an Licht ab.
Inwiefern ist es jetzt praxisfremd mir eine (oder 20) Lampen in einer Leistungsgröße auszusuchen, die meinen Raum auch in warmweiß mehr als hell ausleuchtet?
Wenn eine lampe nicht ausreicht, nehm ich eben mehrere.
Dein Punkt, dass es mit warmweißem/gelbem Licht nicht möglich ist eine genauso große Lichtausbeute zu realisieren, wie mit kaltweißem Licht ist einfach... irrsinnig.
Ich kann einfach hellere oder einfach mehr Lampen nehmen.
Ich bin in der Realität nicht durch irgendwelche Parameter gebunden, die ich konstant halten muss. Ich kann da Lampen aufstellen, bis der FI fliegt, aber dann hab ich eher das Problem, dass meine Augen von der Strahlung kaputtgehen, weil sie geblendet werden, als dass das warmweiße Licht zu gering ist.
So, Pause vorbei, ich muss wieder sinnvolle Dinge tun
Hilfreich?
+4
Weia
15.12.25
20:50
Sumsolin
Von da an war mir klar, Farbwahrnehmung scheint eine ziemlich subjektive Geschichte zu sein, wenn doch diejenigen, deren Job es ist sich beruflich damit zu beschäftigen, alle so eine unterschiedliche Wahrnehmung haben.
Die Annahme, dass Fotografen und Designer von Berufs wegen grundsätzlich viel von Farbmanagement verstehen, ist leider grundfalsch. Sie
sollten
, ja, aber viele stehen als in den Bereichen Design und Ästhetik Arbeitende mit Physik eher auf Kriegsfuß.
Und aus der Tatsache, dass Farbwahrnehmung starke subjektive Komponenten hat, zu folgern, dass farbkonsistentes Arbeiten dann nicht erforderlich sei, ist gleich doppelt grundfalsch; das
Gegenteil
ist der Fall. Gerade
weil
es diese subjektiven Komponenten und Störeinflüsse gibt, ist es wichtig, sich nicht auf das Auge zu verlassen, sondern zu messen. Und
obwohl
es diese subjektiven Komponenten und Störeinflüsse gibt, kann man daraus nicht folgern, dass es dann „sowieso egal ist“ – ganz im Gegenteil: Abweichungen und Störeinflüsse addieren sich im ungünstigen Fall, daher ist
umso wichtiger
, diejenigen Störeinflüsse, die man ausschließen kann, auch tatsächlich auszuschließen, sonst landet man am Schluss beim Betrachter bei völligen Fantasiefarben.
Beide sprachen darüber, dass sie in ihrer Anfangszeit mit kalibrierten Monitoren, Lichtkästen usw. gearbeitet hätten, das heute aber nicht mehr machen würden, und auch nicht mit 5000K-Einstellung usw. Sie würden heute in einem Umfeld arbeiten, wo eh jeder mit 6500K (der Weißpunkt der in sRGB definiert ist sagte einer der beiden wenn ich mich nicht irre) arbeiten würde, sei es bei der Darstellung auf Display oder im Web und selbst die großen Dienstleister für den Druck wollen Datei mit sRGB-Profil haben, wenn sie Drucke in Auftrag geben würde.
Das ist leider ein trauriges Beispiel mehr für die völlige Sachunkenntnis in dieser Branche. Ob der Weißpunkt bei 5000 K oder 6500 K oder irgendwo dazwischen liegt, ist vollkommen gleichgültig, da der menschliche Gesichtssinn das durch
chromatische Adaption
(sozusagen einen Weißabgleich) vollständig kompensiert. Ein Raum, der
ausschließlich
mit 5000 K ausgeleuchtet ist (ohne dass noch irgendein anderes Licht hereindringt), lässt sich von einem Raum, der
ausschließlich
mit 6500 K ausgeleuchtet ist (ohne dass noch irgendein anderes Licht hereindringt), vom menschlichen Gesichtssinn überhaupt nicht unterscheiden (was es doppelt absurd macht, fehlangepasstes gelbliches Licht zu bevorzugen). Worauf es einzig ankommt, ist,
dass Display und Umgebungslicht
dieselbe
Farbtemperatur haben, egal welche
(zwischen 5000 K und 6500 K).
Dass der sRGB-Farbraum 6500 K als Weißpunkt nutzt, ist korrekt, aber für die Frage der Anpassung des Display-Weißpunkts ans Umgebungslicht völlig irrelevant, denn der Weißpunkt des Arbeitsfarbraums wird bei der Displaydarstellung ja in den Farbraum des Displays konvertiert, der wie gesagt denselben Weißpunkt wie das Umgebungslicht haben muss.
Davon ab sei vieles sowieso eher Geschmacksache, wenn nicht absolute Farbneutralität gefordert würde
Auch das ist aber ein Argument pro, nicht contra Farbmanagement: Um etwas nach deinem Geschmack, d.h. einer bestimmten ästhetischen Ausrichtung, zu gestalten, brauchst du eine verlässliche neutrale Ausgangsbasis, die du dann gemäß deiner ästhetischen Vorstellungen modifizieren kannst. Wenn du die nicht hast, bist du vielleicht der Auffassung, einem Bild den deinem Geschmack entsprechenden Pink-Touch zu verpassen, während du ihm in Wirklichkeit einen Türkis-Touch verpasst …
aber das würde meist sowieso nichts bringen, denn am Ende der Kette sitzt irgendjemand der sich das Endprodukt zuhause auf einem unkalibrierten Gerät
Wie gesagt, falsches Argument. Gerade
weil
an dieser Stelle ein kaum beeinflussbarer Störfaktor lauert, sollte man alle übrigen Farbabweichungen in der Produktionskette so gering wie möglich halten.
oder im Ausdruck bei irgendeiner LED-Lampe anschaut
Da gibt es aber keine Probleme, denn der Ausdruck leuchtet ja nicht selbst, hat also automatisch immer denselben Weißpunkt wie das Umgebungslicht. (Es gibt ein anderes Problem durch die Metamerie von Druckfarben, aber das führt an dieser Stelle zu weit.)
und da sollte es nicht so sehr neben der Spur sein.
Eben.
Haut mich nicht, ich gebe nur wieder, was mir Fotografen sagen, die beide ziemlich gutes Geld verdienen...
Warum sollte ich Dich hauen wollen? Du dokumentierst einfach den gefallenen Qualitätsanspruch der Branche. Die Resultate einer Bildersuche in Google von ein und demselben Objekt in den unterschiedlichsten Farben müssen ja irgendwo herkommen.
Aus den Leben Teil 3:
Aber diese optischen Täuschungen zeigen doch
nur umso deutlicher
, wie sehr die Farbwahrnehmung von der Umgebung abhängt, und dass daher Display und Umgebungslicht unbedingt aufeinander abgestimmt sein müssen?!? Das ist doch kein Argument gegen Farbmanagement, sondern im Gegenteil ein massives Argument dafür?
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
Hilfreich?
-2
Weia
15.12.25
21:07
TorstenW
Weia
Dein Unverständnis gegenüber naturwissenschaftlichem Vorgehen, gepaart mit einer völlig unangebrachten Emotionalisierung à la
irrsinnig
, macht eine Sachdiskussion mit Dir leider ziemlich unmöglich.
Ich andererseits bin ehrlich erstaunt, dass du glaubst dies wäre eine Sachdiskussion.
Nein, ich sage doch, mit Dir ist eine Sachdiskussion kaum möglich, weshalb ich diese mit Dir hiermit auch beende.
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
Hilfreich?
-5
Sumsolin
15.12.25
21:54
Weia
Und aus der Tatsache, dass Farbwahrnehmung starke subjektive Komponenten hat, zu folgern, dass farbkonsistentes Arbeiten dann nicht erforderlich sei, ist gleich doppelt grundfalsch;
Ich habe da nichts gefolgert. Ich habe nur beschrieben, was ich erlebt habe.
Weia
Und obwohl es diese subjektiven Komponenten und Störeinflüsse gibt, kann man daraus nicht folgern, dass es dann "sowieso egal ist"
Auch hier: Ich habe nirgendwo geschrieben, dass es "sowieso egal ist". Ich weiß nicht, wo Du das Zitat her nimmst.
Weia
Um etwas nach deinem Geschmack, d.h. einer bestimmten ästhetischen Ausrichtung, zu gestalten, brauchst du eine verlässliche neutrale Ausgangsbasis, die du dann gemäß deiner ästhetischen Vorstellungen modifizieren kannst.
Ich will hoffen, das bereit Dir jetzt keine schlaflosen Nächte, aber:
Ich mache nichts mit Farbmanagement, aber meine ästhetischen Vorstellungen orientieren sich garantiert nicht durch eine Differenz zur irgendeiner "neutralen Ausgangsbasis". Ich drehe an den Farbreglern so wie es mir gefällt ohne irgendeine "neutralen Ausgangsbasis" zu kennen oder sie mir anzuschauen. Es muss mir ja gefallen und niemanden anders.
So what?
Und jetzt kommt wahrscheinlich der Hammer für Dich: Das ganze tue ich an einem unkalibrierten Studio-Display mit einer LED-Lampe in der Ecke, die fröhlich mit 2700K daherfunzelt, so steht es zumindest auf dem Leuchtmittel. Das ganze Licht reflektiert durch eine Amber-farbene Wand.
Ach wie herrlich.
P.S.: TrueTone und Nightshift und so ein Zeugs habe ich ausgeschaltet. Ich finde, das sieht "bescheiden" aus, wenn ich es einschalte. Huih!
Hilfreich?
+2
Weia
15.12.25
23:45
Sumsolin
Weia
Und aus der Tatsache, dass Farbwahrnehmung starke subjektive Komponenten hat, zu folgern, dass farbkonsistentes Arbeiten dann nicht erforderlich sei, ist gleich doppelt grundfalsch;
Ich habe da nichts gefolgert. Ich habe nur beschrieben, was ich erlebt habe.
Ich habe Dich so verstanden, dass Du durch die Schilderung Deiner Erlebnisse nahelegen wolltest, dass Farbgenauigkeit müßig sei und „sowieso egal“.
Und dass Du selbst tatsächlich dieser Auffassung bist, bestätigst Du in der Folge ja explizit:
meine ästhetischen Vorstellungen orientieren sich garantiert nicht durch eine Differenz zur irgendeiner "neutralen Ausgangsbasis". Ich drehe an den Farbreglern so wie es mir gefällt ohne irgendeine "neutralen Ausgangsbasis" zu kennen oder sie mir anzuschauen. Es muss mir ja gefallen und niemanden anders.
So what?
Und jetzt kommt wahrscheinlich der Hammer für Dich: Das ganze tue ich an einem unkalibrierten Studio-Display mit einer LED-Lampe in der Ecke, die fröhlich mit 2700K daherfunzelt, so steht es zumindest auf dem Leuchtmittel. Das ganze Licht reflektiert durch eine Amber-farbene Wand.
Ach wie herrlich.
Dazu mal ganz grundsätzlich: Wie leider immer öfter in letzter Zeit, ist dieser Thread ziemlich entgleist. Gerichtet hat er sich an diejenigen hier, denen korrekte Farbwiedergabe wichtig ist, und wollte sie einfach mit Messergebnissen zu True Tone versorgen, die offenbar bislang im Internet nicht zu finden waren. Einfach ein Info-Beitrag.
Es war
nicht
die Intention dieses Beitrags, andere Forumsmitglieder zur Nutzung von Farbmanagement oder einer vernünftigen Beleuchtung zu drängen. Ihr könnt machen, was Ihr wollt.
Ich weiß nur nicht so genau, warum Ihr diesen Thread dann verfolgt.
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
Hilfreich?
-3
D_BuG
16.12.25
09:57
Interessante Diskussion. Lasst mich jetzt noch die Frage stellen, was passiert, wenn ich mich mit dem knallroten Pulli vor den Monitor setze?
Hilfreich?
+6
MacBerf
16.12.25
14:48
…ich finde in diesem Thread manchen Beitrag und die „Diskussion“ teils unterirdisch, teils ernüchternd, teils entwertend.
Im Gegensatz zu Weias Beiträgen, mit denen ich in der Regel etwas anfange, und die meist ein Gewinn für mich sind.
Auch hier. Danke Weia!
Hilfreich?
+1
ttwm
16.12.25
17:02
Weia
Die Bildersuche bei Google ist voll von (von Unternehmen veröffentlichten und insofern professionellen) Produktbildern ein- und desselben Produkts in teils horrend unterschiedlicher Farbwiedergabe (Plattencover sind ein gutes Beispiel dafür). Da waren lauter Profis am Werk, die sich auf ihre Intuition verlassen haben.
Sind das alles Fotos, die direkt vom Unternehmen veröffentlicht wurden oder welche, die auch auf anderen bzw. Partner-Websites zu finden sind? Dass bei letzterem die Darstellungsqualität manchmal abartig leidet, ist für mich nichts neues – aber da kann das Ursprungs-Unternehmen letztendlich nichts für. Und wenn selbst auf Social Media die Abbildungen anders aussehen, sind ja nicht die "Profis im Unternehmen" dafür verantwortlich, sondern diejenigen aus der Marketing-Abteilung, die die Bilder reinsetzen – und ab und an keine Ahnung haben, was die da so treiben… Hast Du mal ein Beispiel bei der Hand?
Hilfreich?
+1
Weia
16.12.25
18:04
ttwm
Hast Du mal ein Beispiel bei der Hand?
Blu-ray und DVD-Cover desselben Films, vom selben Verlag zur selben Zeit veröffentlicht. Ich habe die beiden Bilder jetzt der Schnelligkeit halber von Amazon kopiert, sie entsprechen aber haargenau (gutes Farbmanagement seitens Amazon!) den beiden physischen Ausgaben (die ich beide besitze).
Eine Google-Bildersuche nach „Psyche Gabor Body“ fördert noch weitere Farbvarianten dieser ikonischen Szene zutage, aber die beiden hier gezeigten Bilder stammen von
demselben
Verlag! (Aber vermutlich unterschiedlichen Presswerken; wenn es auch noch dasselbe Presswerk bzw. dieselbe assoziierte Druckerei gewesen wäre, wäre es ja noch absurder.)
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
Hilfreich?
-1
der_seppel
16.12.25
23:46
Weia
ttwm
Hast Du mal ein Beispiel bei der Hand?
Blu-ray und DVD-Cover desselben Films, vom selben Verlag zur selben Zeit veröffentlicht.
Kann es nicht viel banaler sein, dass einfach eine andere Grafiker:in z.B. die neuere Version ein wenig geändert hat, weil sie/er wollte dass das Cover z.B. moderner wirkt..? Oder dass die Druckerei in China einfach einen Fehldruck (flau) produziert hat? Oder… oft sind es die banalsten Dinge die sowas produzieren, und die Welt zerbricht sich den Kopf über die Gründe…
„Kein Slogan angegeben.“
Hilfreich?
+4
Weia
17.12.25
00:04
der_seppel
Kann es nicht viel banaler sein, dass einfach eine andere Grafiker:in z.B. die neuere Version ein wenig geändert hat, weil sie/er wollte dass das Cover z.B. moderner wirkt..?
Nein, das kann nicht sein. Abgesehen davon, dass es keine
neuere
Version gibt – die beiden erschienen wie geschrieben gleichzeitig –, ist es nicht die Aufgabe eines Grafikers, eine ikonische Szene eines ikonischen Films für das Cover nach ihrem Geschmack zu verändern – dann hätte er seinen Beruf verfehlt.
Oder dass die Druckerei in China einfach einen Fehldruck (flau) produziert hat? Oder… oft sind es die banalsten Dinge die sowas produzieren, und die Welt zerbricht sich den Kopf über die Gründe…
Ich zerbreche mir nicht den Kopf über die Gründe,
warum
hier schlampig gearbeitet wurde, ich konstatiere lediglich,
dass
.
Und das ist ja nur eines von zahllosen Beispielen, wo die Farbwiedergabe nicht korrekt ist, obwohl sie es von der Technik her problemlos sein könnte. Und der naheliegendste (und insofern
banalste
, weit banaler als ein Grafiker mit gestalterischen Ambitionen), wenn auch sicher nicht einzig mögliche Grund dafür dürfte nicht korrektes oder gar gar nicht vorhandenes Farbmanagement sein. Das illustrieren die ganzen Beiträge hier mit dem Tenor
Das mit der Farbe muss man nicht so ernst nehmen, das kann man auch intuitiv
doch wunderbar. Aber wenn Du nur eines der Bilder für sich betrachtest, wie willst Du dann „intuitiv“ erkennen, ob die Farben korrekt sind oder nicht?
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
Hilfreich?
-1
ttwm
17.12.25
08:51
Weia
ttwm
Hast Du mal ein Beispiel bei der Hand?
Blu-ray und DVD-Cover desselben Films, vom selben Verlag zur selben Zeit veröffentlicht. Ich habe die beiden Bilder jetzt der Schnelligkeit halber von Amazon kopiert, sie entsprechen aber haargenau (gutes Farbmanagement seitens Amazon!) den beiden physischen Ausgaben (die ich beide besitze).
Eine Google-Bildersuche nach „Psyche Gabor Body“ fördert noch weitere Farbvarianten dieser ikonischen Szene zutage, aber die beiden hier gezeigten Bilder stammen von
demselben
Verlag! (Aber vermutlich unterschiedlichen Presswerken; wenn es auch noch dasselbe Presswerk bzw. dieselbe assoziierte Druckerei gewesen wäre, wäre es ja noch absurder.)
Das sind aber zwei verschiedene Druck-Produkte. Und aus meiner Erfahrung heraus kann ich mir sogar vorstellen, dass diese Farbvariation mit Absicht vorgenommen wurde (z. B. weil man mehr Kontrast zum blauen Blue-ray-Band haben wollte).
Hilfreich?
+5
Weia
17.12.25
10:57
ttwm
Das sind aber zwei verschiedene Druck-Produkte.
Und? Druck ist genauso von Farbmanagement betroffen wie Bildschirmausgabe. Was spielt das für eine Rolle für die Argumentation? Worauf willst Du hinaus?
Wollte ich stattdessen den klassischen Fall von Farbabweichung zwischen physischem Objekt (also zum Beispiel Plattencover) und digitaler Repräsentanz demonstrieren, müsste ich ja selbst ein Foto von dem physischen Objekt machen (solange ich Euch nicht alle zu mir nach Hause einlade) – dann könntest Du immer behaupten, der Fehler läge in meiner Fotografie. Deshalb finde ich ein Beispiel, in dem die Differenz zwischen zwei physischen Produkten der Primärquelle auftritt und online nur korrekt dokumentiert wird, sachlich zwingender.
Du wolltest ein Beispiel dafür, dass dasselbe Bild, von einer professionellen Primärquelle veröffentlicht, farblich abweichend vorliegt. Das ist hier offensichtlich der Fall. Online gäbe es ja keinen Grund für eine Primärquelle, eine Datei zur Veröffentlichung jedes Mal erneut zu bearbeiten; da wird das Bild im Regelfall immer dasselbe sein – was natürlich überhaupt nicht bedeutet, dass deshalb die Farben korrekt sind relativ zum physischen Gegenstand; das ist dann nur schwieriger nachzuweisen.
Und aus meiner Erfahrung heraus kann ich mir sogar vorstellen, dass diese Farbvariation mit Absicht vorgenommen wurde
Wenn das Deine Erfahrung im Umgang mit Farbe ist, wundert mich gar nichts mehr. Warum weichst Du auf eine abseitige Erklärung aus, statt von der naheliegenden auszugehen? Man verändert doch kein ikonisches Bild, damit es farblich besser zur Blu-ray-Verpackung passt. 🙄
Grundsätzlich kannst Du natürlich immer behaupten, Abweichungen in der Farbdarstellung seien nicht das Ergebnis schlechter Arbeit, sondern aus irgendeinem Grund beabsichtigt – egal, ob Druckerzeugnis oder digitales Medium.
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
Hilfreich?
-3
rosss
17.12.25
11:27
ttwm
Das sind aber zwei verschiedene Druck-Produkte. Und aus meiner Erfahrung heraus kann ich mir sogar vorstellen, dass diese Farbvariation mit Absicht vorgenommen wurde (z. B. weil man mehr Kontrast zum blauen Blue-ray-Band haben wollte).
Ein Motiv zu entwerfen und dann je nach Einsatz minimal zu modifizieren wäre selten unprofessionell. Abgesehen davon, dass die Blueray-Version auch noch deutlich andere Hautfarben hat.
Ich vermute hier einen Farbprofil-Fehler bei der Druckvorlagenerstellung, wenn beide Cover mit gleichem Profil in unterschiedlichen Druckereien mit abweichenden Druckfarbräumen gedruckt wurden. Oder die eine Druckerei hatte einfach ihr Farbmanagement nicht im Griff. Oder der Drucker hatte den einen Andruck bei anderem Lichteinfall abgemustert.
Natürlich kann auch der Grafiker nach der Abgabe der ersten Druckvorlage am nächsten Morgen
noch einen Farbstich entdeckt und korrigiert haben. Tausend Möglichkeiten.
Hilfreich?
+4
ttwm
17.12.25
13:05
Weia
Grundsätzlich kannst Du natürlich immer behaupten, Abweichungen in der Farbdarstellung seien nicht das Ergebnis schlechter Arbeit, sondern aus irgendeinem Grund beabsichtigt – egal, ob Druckerzeugnis oder digitales Medium.
Im Gegensatz zu Dir, der davon ausgeht, dass die Cover farblich identisch hätten sein müssen, und dann behauptet
Weia
Da waren lauter Profis am Werk, die sich auf ihre Intuition verlassen haben.
sehe ich – aus Erfahrung in der Werbebranche – noch mehr Möglichkeiten, warum das so gekommen ist.
Auch denkbar: erst wurde die DVD produziert (die erschien 3 Monate vorher, nicht zeitgleich), dann wurde entschieden, dass die Blu-ray auch hergestellt wird. Wer auch immer hat in den drei Monaten dann beschlossen, dass das Cover der DVD zu farbintensiv etc. ist und dies wurde für die Blu-ray dann geändert.
Ich schließe nicht aus, dass der Farbunterschied aufgrund eines Fehlers beim Designer* passiert ist – aber das ist nur eine von vielen Möglichkeiten.
* Bei den Bildern handelt es sich meiner Einschätzung nach eher nicht um Fotos vom Endprodukt sondern um direkt aus dem Designprogramm erzeugten Motiven – insofern kann man eine beteiligte Druckerei als (Fehler-)Quelle eher ausschließen. Umso erfreulicher, dass die Druckerei ja genau das gedruckt hat, was der Designer abgeliefert hat…
Hilfreich?
+3
TorstenW
17.12.25
14:37
Weia
Man verändert doch kein ikonisches Bild, damit es farblich besser zur Blu-ray-Verpackung passt. 🙄
Weias Welt
Natürlich macht man sowas. Das ist doch eine reine Marketing-Entscheidung. Genauso wie es zig Filme gibt, wo DVD und Blu-Ray Version vollkommen unterschiedliche Cover haben oder Neuauflagen andere Cover haben oder Buch-Cover mit der Zeit angepasst werden und und und.
Selbst bei deinem Beispiel kann man das sehen, denn die beiden Versionen, die du zeigst sind ja gar nicht die Originale.
Die ursprüngliche DVD-Version (2009) ist diese hier: (Bild auch von Amazon btw)
Hier ist nicht nur ein anderer Bildausschnitt gewählt, sondern auch noch eine dritte Person eingeblendet.
Vom Farbschema her erinnert das eher an deine Blu-Ray Version oben. Mit schwarzer Info-Fläche unten.
Dann wurde 2016 diese Version veröffentlicht:
Mit weißem Rahmen und deutlich farbintensiver, möglicherweise um einen höheren Kontrast darzustellen.
2018 erschien dann deine DVD Version und 2019 die Blu-Ray.
D.h. bevor es deine beiden Versionen gab, gab es auch schon beide Farbvarianten.
Wir wissen nicht einmal ob der gleiche Mensch für beide Produkte verantwortlich war.
Wir wissen auch nicht, ob und welche ältere Version als Leitidee herangezogen wurde.
Wir wissen auch nicht, ob die gleiche Datei an die Druckerei gesendet wurde.
Wir wissen nicht einmal ob es nur eine Druckerei war.
Wir wissen nicht, ob nur ein einzelner Batch produziert wurde oder mehrere nachgefordert wurden.
Aber die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwo in der Druckerei ein Fehler passiert ist und jetzt alle Exemplare diesen Fehler aufweisen ist einfach viel viel geringer, als dass das mit Absicht gemacht wurde.
Denn: Wir können ja nicht einmal sagen, welche denn nun die farblich "korrekte" Version ist.
Ist es die DVD Version oder die Blu-Ray?
Keiner weiß es, denn es gibt kein "richtig".
Das ist eine Marketing-Entscheidung, wo jemand sagt "Hey, intensive Farben fallen DVD-Kunden mehr auf und verkaufen sich besser" oder "Blu-Ray-Kunden sind tiefgründiger an Filmen interessiert und die weniger intensive Farbe vermittelt einen künstlerischeren Charakter und verkauft sich besser".
Oder es ist einfach eine rein künstlerische Entscheidung, wo jemand am Bildschirm sitzt und sagt "das intensive Blau beißt sich ein bisschen mit der blauen Blu-Ray-Leiste, ich nehm da lieber ein bisschen die Farbe raus um das angenehmer zu machen"
Und machen wir uns bitte nichts vor: Das ist die Neuauflage einer DVD eines 40 Jahre alten unbedeutenden Films. Der Auftrag da ein druckfähiges Cover für zu erstellen ist vmtl mit 20 ähnlichen Aufträgen am gleichen Tag über den Schreibtisch des Designers gelaufen und war innerhalb von 15 Minuten abgehakt. Der Typ hat sich mit Sicherheit nicht erst den Film angeguckt um nach ikonischen Szenen zu suchen und diese möglichst künstlerisch umzusetzen.
Hilfreich?
+4
Weia
17.12.25
15:57
ttwm
Weia
Grundsätzlich kannst Du natürlich immer behaupten, Abweichungen in der Farbdarstellung seien nicht das Ergebnis schlechter Arbeit, sondern aus irgendeinem Grund beabsichtigt – egal, ob Druckerzeugnis oder digitales Medium.
Im Gegensatz zu Dir, der davon ausgeht, dass die Cover farblich identisch hätten sein müssen, und dann behauptet
Weia
Da waren lauter Profis am Werk, die sich auf ihre Intuition verlassen haben.
sehe ich – aus Erfahrung in der Werbebranche – noch mehr Möglichkeiten, warum das so gekommen ist.
Auch denkbar: erst wurde die DVD produziert (die erschien 3 Monate vorher, nicht zeitgleich), dann wurde entschieden, dass die Blu-ray auch hergestellt wird. Wer auch immer hat in den drei Monaten dann beschlossen, dass das Cover der DVD zu farbintensiv etc. ist und dies wurde für die Blu-ray dann geändert.
Ich schließe nicht aus, dass der Farbunterschied aufgrund eines Fehlers beim Designer* passiert ist – aber das ist nur eine von vielen Möglichkeiten.
Das läuft aber doch aufs selbe raus. Wenn Farbe zum Objekt einer „Entscheidung“ wird, ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen. Farbverbindlichkeit bedeutet, dass die Farben des Originals (in dem Fall des Filmbildes) exakt reproduziert werden; da gibt es nichts zu entscheiden.
Mir ist nicht klar, worüber wir hier debattieren. Die Farben hätten identisch sein müssen, insofern sie dasselbe Filmbild zeigen sollen, und waren es nicht. Also ist nicht sorgfältig im gearbeitet worden, Punkt. Ob den „Profis“ ihre Intuition nun gesagt hat, sie könnten das auch ohne Farbmanagement, oder, sie könnten und sollten das Bild durch subjektive Bearbeitung gar „verbessern“, finde ich demgegenüber zweitrangig.
Aber was hat das alles damit zu tun, dass True Tone für farbverbindliches Arbeiten nicht geeignet ist? Soll das einfach ein trotziger Rundumschlag gegen Farbmanagement sein, weil exakte Farbwiedergabe eh müßig, da gar nicht gewollt ist? Warum aber beteiligen sich diejenigen, die dieser Auffassung sind, dann überhaupt an einem Thread, der lediglich eine spezielle Information für diejenigen enthält,
die
farbverbindlich arbeiten wollen?
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
Hilfreich?
-2
Weia
17.12.25
16:28
TorstenW
Und machen wir uns bitte nichts vor: Das ist die Neuauflage einer DVD eines 40 Jahre alten unbedeutenden Films.
Zum Thema Farbe debattiere ich wie gesagt nicht mehr mit Dir, aber das kann ich unmöglich so stehen lassen.
Narziss und Psyche
ist ein Meilenstein der Filmgeschichte, insofern es der erste Film überhaupt war, der Videokunst/Experimentalfilm und Spielfilm kombinierte. Sein Regisseur, Gábor Bódy, war einer der beiden Pioniere der Videokunst und hat deshalb im
ZKM (Zentrum für Kunst und Medien)
Karlsruhe eine Dauerausstellung. Der Film
Narziss und Psyche
ist eine Verfilmung eines Gedichtbandes von Sándor Weöres, der als einer der bedeutendsten ungarischen Dichter des 20. Jahrhunderts gilt, und wurde im Auftrag der
Akademie der Künste
in Berlin 2011 restauriert.
Nichts davon muss man wissen. Aber wenn man es nicht weiß, sollte man sich vielleicht despektierlicher Urteile wie
unbedeutender Film
enthalten.
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
Hilfreich?
-2
ttwm
17.12.25
16:37
Weia
Mir ist nicht klar, worüber wir hier debattieren. Die Farben hätten identisch sein müssen, insofern sie dasselbe Filmbild zeigen sollen, und waren es nicht. Also ist nicht sorgfältig im gearbeitet worden, Punkt.
Ob den „Profis“ ihre Intuition nun gesagt hat, sie könnten das auch ohne Farbmanagement, oder, sie könnten und sollten das Bild durch subjektive Bearbeitung gar „verbessern“, finde ich demgegenüber zweitrangig.
Wir debattieren hier darüber, dass das in Deiner Vorstellung so sein soll, Du deswegen behauptest, es wurde ein Fehler gemacht und alles andere nicht akzeptierst… Und das dann als Beispiel für fehlendes Farbmanagement heranziehst.
Weia
Aber was hat das alles damit zu tun, dass True Tone für farbverbindliches Arbeiten nicht geeignet ist?
Nichts.
Weia
Soll das einfach ein trotziger Rundumschlag gegen Farbmanagement sein, weil exakte Farbwiedergabe eh müßig, da gar nicht gewollt ist? Warum aber beteiligen sich diejenigen, die dieser Auffassung sind, dann überhaupt an einem Thread, der lediglich eine spezielle Information für diejenigen enthält,
die
farbverbindlich arbeiten wollen?
Ich bin für Farbmanagement und einheitliche Darstellung eines Produkts über alle Medien hinweg.
Wenn aber ein Vorgesetzter aka Kunde zu mir kommt und sagt „Weniger farbintensiv für das Cover XYZ“ – dann mach ich das. Da muss ich mir den Drang zur einheitlichen Darstellung verkneifen.
Dann spielt Farbmanagement für mich nur noch insofern eine Rolle, als dass die neuen Farben, die ich angelegt habe, auch im Druck & Co. korrekt wiedergegeben werden.
Hilfreich?
+5
pogo3
17.12.25
16:44
Es wäre doch so einfach:
Weia sollte anerkennen dass selbst die absolut optimierte, farbverbindliche digitale Produktion, unabhängig von True Tone, kein farbverbindliches Endprodukt liefern wird, sondern lediglich eine Annäherung.
Alle anderen sollten anerkennen dass ein farbverbindliches Endprodukt mindestens eine farbverbindliche, unabhängig von True Tone, digitale Vorbereitung benötigt und eine Annäherung bleiben wird.
Und alle zusammen könnten sich einig sein dass dies alles zusammen keine simple Angelegenheit ist, sondern eine äußerst komplizierte weil sehr viele Rahmenbedingungen des Prozesses kaum zu bewältigen sind.
Weia dürfte man freundlicher Weise dankbar sein, für den Mut und die Kraft in einem solch versierten Forum derart umstrittige Themen anzubieten. Schließlich lebt dieses Forum, wie es scheint, sehr umtriebig von Weias tollen Beiträgen, an denen sich viele Anwesende gerne, ich würde sagen, profilieren wollen, und auch dürfen. Auch wenn es manchmal etwas kricki wird. Wie würdet ihr euch nur langweilen ohne Weias Beiträgen.
„Ich schmeiss alles hin und werd Prinzessin.“
Hilfreich?
+3
Weia
17.12.25
17:26
ttwm
Wir debattieren hier darüber, dass das in Deiner Vorstellung so sein soll,
Du tust so, als sei eine solche Vorgabe (originalgetreue Reproduktion) seitens einer Kunstinstitution wie der Akademie der Künste ungewöhnlich. Ich würde sagen, es ist der Regelfall, von dem man getrost ausgehen kann, solange keine spezifischen anderen Informationen vorliegen.
Du deswegen behauptest, es wurde ein Fehler gemacht und alles andere nicht akzeptierst… Und das dann als Beispiel für fehlendes Farbmanagement heranziehst.
Dann frage ich Dich nochmal, was Du als Beispiel für fehlendes Farbmanagement denn überhaupt akzeptieren würdest? Du kannst doch bei
jeder
Farbdifferenz behaupten, man könne nicht ausschließen, dass die beabsichtigt gewesen sei. Aber wozu soll diese Immunisierungsstrategie gut sein?
Wenn aber ein Vorgesetzter aka Kunde zu mir kommt und sagt „Weniger farbintensiv für das Cover XYZ“ – dann mach ich das.
Kannst Du ja machen, darum geht es doch aber nicht. Würdest Du denn ernsthaft behaupten wollen, all die Farbabweichungen, denen man unentwegt begegnet, seien allesamt so gewollt?
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
Hilfreich?
-3
Weia
17.12.25
17:35
pogo3
Es wäre doch so einfach:
Weia sollte anerkennen dass selbst die absolut optimierte, farbverbindliche digitale Produktion, unabhängig von True Tone, kein farbverbindliches Endprodukt liefern wird, sondern lediglich eine Annäherung.
So einfach ist es scheint’s eben nicht. Entweder Du meinst obiges in einem prinzipiellen Sinne (= es wird nie eine messtechnisch absolut perfekte Übereinstimmung der Farben bis auf die fünfte Nachkommastelle geben), dann ja, aber pragmatisch irrelevant, oder Du meinst, man schafft es nicht, die Differenzen unter die Sichtbarkeitsschwelle zu drücken (auf dem Bildschirm, nicht im Druck) – dann nein, das geht und ist gar nicht so schwer, wenn man versteht, was man tut.
PS:
umstrittige Themen
War das ein Tippfehler oder hast Du gerade ein neues Wort kreiert?
Würde mir gefallen.
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
Hilfreich?
-2
TorstenW
17.12.25
17:47
Weia
Farbverbindlichkeit bedeutet, dass die Farben des Originals (in dem Fall des Filmbildes) exakt reproduziert werden; da gibt es nichts zu entscheiden.
Mir ist nicht klar, worüber wir hier debattieren. Die Farben hätten identisch sein müssen, insofern sie dasselbe Filmbild zeigen sollen,
Das ist genau der Punkt:
Wieso sollten die Farben einer Produktverpackung exakt den Farben des Filmbildes entsprechen?
Wieder koppelst du zwei Dinge, die absolut nichts miteinander zu tun haben.
Das eine ist ein Film in dem künstlerische (zu der Zeit mit Sicherheit auch technische) Entscheidungen zu Licht, Farben, Kontrasten etc getroffen werden, die auch eben im Zusammenhang mit dem Filmverlauf stehen.
Das andere ist eine Produktverpackung wo hauptsächlich Verkaufsgründe für das Design entscheidend sind.
Diese beiden Dinge können sich fundamental unterscheiden. Da besteht kein Zusammenhang und keine Pflicht die Filmszene farbgetreu auch auf dem Cover abzubilden. Im Gegenteil wäre das höchst ungewöhnlich.
Es ergibt auch aus mehreren anderen Gründen keinerlei Sinn:
Der Film wurde für das Kino gedreht, also für eine vollkommen dunkle Umgebung.
Die Produktverpackungen stehen im sehr hell beleuchteten Verkaufsregal.
Alleine dieser Unterschied bedingt eine Anpassung des Bildes.
Deine DVD/Blu-Ray ist 40 Jahre nach dem Film entstanden. In dieser Zeit hat sich die Ästhetik des Mainstreams, der die DVD kaufen soll vollkommen verändert. Es gibt keinen Grund hier 40 Jahre alte Ideen 1zu1 zu kopieren. Der Marketing-Mensch passt das dem aktuellen Trend an.
Weia
Die Farben hätten identisch sein müssen, insofern sie dasselbe Filmbild zeigen sollen,
Sollen sie halt nicht. Hat jemand entschieden.
Genauso wie jemand entschieden hat bei der Blu-Ray Version einen anderen Bildausschnitt zu wählen.
Genauso wie jemand entschieden hat bei der Blu-Ray Version die Schriftgröße zu verändern.
Das sind einfach zwei verschiedene Produkte, die an ihre jeweilige Verpackungsgröße und ein Zielpublikum angepasst wurden.
Über die Bedeutsamkeit eines Film, der nicht einmal irgendeine Synchronisation erhalten hat werde ich mich nicht mit dir streiten, aber ich gehe jede Wette, dass 2018 da kein Designteam an dem DVD-Cover gearbeitet hat wie bei einem bedeutenden Film (im Sinne von kommerziell bedeutsam).
Hilfreich?
+3
Weia
17.12.25
19:00
TorstenW
Wieder koppelst du zwei Dinge, die absolut nichts miteinander zu tun haben.
Ein- und dasselbe Bild hat „absolut“ nichts mit sich selbst zu tun?
Den Zusammenhang zwischen Film und Coverbild mal außen vor gelassen: Es geht bei den beiden Covern ja um zwei Medien, die
beide
in denselben Verkaufsregalen stehen. Warum sollte für die Blu-ray zutreffen, was für die DVD nicht zutrifft (oder umgekehrt)? Die Erklärung, jemand habe entschieden, dass Blu-ray und DVD verschiedene Käuferkreise anspreche, die auf unterschiedliche Farbgebungen positiv reagieren würden, ist doch nun wirklich an den Haaren herbeigezogen.
Über die Bedeutsamkeit eines Film, der nicht einmal irgendeine Synchronisation erhalten hat werde ich mich nicht mit dir streiten
„nicht einmal synchronisiert“ =
unbedeutend
?
Was für eine Messlatte! 🙄
Es gibt Filme, die kann man aus künstlerischen Gründen nicht synchronisieren; dieser gehört dazu. Der Film lief übrigens auch in Ungarn mit Untertiteln, denn der Originalton ist 6-sprachig (ungarisch/deutsch/englisch/slowakisch/polnisch/ungarisches Romani) und so in die Filmmusik verwoben, dass du ihn so wenig synchronisieren könntest wie die Musik in einem Konzertfilm.
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
Hilfreich?
-2
TorstenW
17.12.25
19:36
Hat halt jeder seine eigenen Kriterien für Bedeutsamkeit.
Hilfreich?
+2
oxid
17.12.25
20:07
Also das Resümee ist ja das True Tone für farbkritisches Arbeiten sich nicht eignet. Also ausschalten. Habe ich mir seit dem das eingeführt wurde gedacht. Danke Weia für die Bestätigung und deine Zeit die du immer wieder investierst.
Hilfreich?
+5
TMS
18.12.25
13:07
sudoRinger
TMS
Das ist Physiologie mit Mathe auf dem Niveau der vier Grundrechenarten.
Es gibt zudem etliche empirische Studien zu den Auswirkungen von zuviel Nahsicht bei zu niedriger Helligkeit, die u.A. zur vermehrten Kurzsichtigkeit führt.
Wikipedia zu Kurzsichtigkeit
Die Auffassung, viel Lesen, Schularbeiten, Smartphonenutzung und andere Naharbeiten würden die Entstehung einer Myopie im Kindesalter begünstigen, ist in den letzten Jahren in Frage gestellt worden.[8] Aktuell gilt neben der genetischen Disposition insbesondere wenig Tageslicht als Risikofaktor.[1]
Offenbar ist der aktuelle Forschungsstand über dem Niveau der Grundrechenarten hinaus. Laut Wikipedia deuten Studien darauf hin, dass die hohe Lichtintensität im Freien die Dopamin-Freisetzung in der Retina stimuliert, was das Längenwachstum des Augapfels hemmt - das ist also weniger eine Frage der Farbtemperatur als der Zeit, die Kinder im Freien verbringen.
Eine Freundin ist Augenärztin. Ich habe durch ihre Anregung etliche Studien zu diesem Thema gelesen und sie kommen einhellig zu ähnlichen Schlüssen. In Deinem Wikipedia-Ausschnitt ist der erste Teil mit der Myopie einfach eben nicht Stand der Technik. Es ist nicht nur die Helligkeit an sich, sondern durchaus der dadurch bedingte Kontrast. Die Sache mit der Helligkeit ist eine verkürzte Interpretation der Studien. Es geht um Kontrast. Und der ist bei niedriger Farbtemperatur bei künstlichem Licht niedriger als mit höherer.
Selbst wenn man Deinen Punkt gelten lassen würde: Es ist nur die Helligkeit, folgt daraus doch zwingend der Schluss, dass künstliches Licht mit niedriger Farbtemperatur schädlich ist.
Weia hat also Recht und Du kommt ohne Ignoranz der physiologischen und empirischen Fakten nicht daran vorbei.
Hilfreich?
-1
sudoRinger
18.12.25
13:15
TMS
Selbst wenn man Deinen Punkt gelten lassen würde: Es ist nur die Helligkeit, folgt daraus doch zwingend der Schluss, dass künstliches Licht mit niedriger Farbtemperatur schädlich ist.
Weia hat also Recht und Du kommt ohne Ignoranz der physiologischen und empirischen Fakten nicht daran vorbei.
Nein, in Wikipedia steht, dass es nicht auf das Licht im Raum ankommt, sondern dass die Kinder sich ausreichend lange draußen bewegen, weil es in Innenräumen nicht zur ausreichenden Dopamin-Freisetzung kommt.
Ich bin kein Forscher auf dem Gebiet, ich finde es jedoch bei offenbar widersprüchlichen Forschungshypothesen nicht angemessen zu sagen: "Das ist Physiologie mit Mathe auf dem Niveau der vier Grundrechenarten."
Hilfreich?
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