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Forum>Hardware>Habt Ihr Euch auch einen Eimer mit Deckel bestellt?

Habt Ihr Euch auch einen Eimer mit Deckel bestellt?

fadenschein19.10.2120:45
(Ich habe das kleinste 14er bestellt.)

Bemerkenswert ist, dass Apple zum ersten Mal seit geraumer Zeit in der Neuvorstellung für eine große Produktlinie kein (nennenswertes) Wort zum Design fallen gelassen hat.

Da Schönheit im Auge des Betrachters liegt, sei es jedem unbenommen, die neuen Macbook Pro schön zu finden.
Von einer ambitionierten Gestaltung oder gar von einem gestalterischen Fortschritt kann man aber kaum sprechen.
Der ein oder andere mag einwenden, dass dank des Wegfalls der Gestaltungsprämisse endlich wieder Schnittstellen möglich seien. Aber das trifft eigentlich nicht. Denn die älteren Unibody Geräte hatten auch Schnittstellen und waren gestalterische Vorreiter.

Zur flapsigen Gestaltung passt dann auch der ebenso flapsige Werbeclip, der genauso gut von Huawai oder Samsung hätte sein können.

Vielleicht müssen wir uns dauerhaft gefasst machen, dass Apple mittlerweile andere Prämissen verfolgt.
-14

Kommentare

pünktchen
pünktchen20.10.2122:56
Weia
Und ein Kriterium ist eben auch Schönheit.

Meinetwegen - aber mit dem Trauerrand waren viele ja auch nicht zufrieden. Viel dicker als nötig soll es auch nicht sein. Jede gestalterische Entscheidung hat Konsequenzen. Und was jetzt an dem aktuellen Modell so schlimm sein soll kapier ich nicht.

Aber in einem sind wir einig: das TiBook ist hässlich.
+1
sonorman
sonorman20.10.2123:08
Das neue MBP ist eine klare und für meinen Geschmack gut gemachte Verfeinerung des TI-Designs. Ob man das nun mag oder nicht ist reine Geschmacksache und jede Verunglimpfung von Geschmäckern ist geschmacklos. So wie Weias Bemerkung von „Wohlstandsideologie“. Was soll das?
+2
Weia
Weia21.10.2100:01
sonorman
jede Verunglimpfung von Geschmäckern ist geschmacklos.
Ja? Kritik z.B. an Menschen, die vulgäre, menschenverachtende Kunst goutieren, wäre geschmacklos?

Dass man über Geschmack nicht (gehaltvoll) streiten kann, ist ein Ammenmärchen.
So wie Weias Bemerkung von „Wohlstandsideologie“. Was soll das?
Das soll darauf aufmerksam machen, dass das Hohelied der Abwechslung, das zu singen Du nicht müde wirst, ökologisch mehr als problematisch ist. Es geht hierbei überhaupt nicht um Geschmack (der ist diesbezüglich austauschbar), sondern um Konsumverhalten. Dass der Kapitalismus es immer wieder schafft, das Leben der Menschen derart armselig zu machen, dass sie als Strohhalm nach dem Kitzel der „Abwechslung“ gieren, nicht, weil ein Objekt, das sie dereinst schön fanden, seine Funktion nicht mehr erfüllen kann, sondern nur, weil sie sich an ihm „sattgesehen“ haben, ist nicht nur ein First-World-Problem par excellence, sondern auch eine der stärksten Triebkräfte für jenes zerstörerische Wachstum, dessen Folgen uns jetzt so auf die Füße fallen.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+4
marm21.10.2100:55
Also ich finde die hohen Füße vom neuen Macbook gut. Wenn ich mal wieder eine Tasse umstoße, fließt der Kaffee besser darunter weg.

Ansonsten: 14“ sieht viel besser aus als 16“. Der breite Rand um die Tastatur störte mich schon vorher.
+4
fadenschein21.10.2107:07
pünktchen
Ihr tut so als könne Apple sein Produkte einfach irgendwie designen damit sie schön aussehen. Abgerundete Ecken sind beim Deckel vermutlich schlicht nicht mehr drin weil das Display bis ganz an den Rand geht.
Ein sehr wichtiger Punkt. Aber deshalb müssten die Neuen nicht zwingend so aussehen, wie sie aussehen.

sonorman
john
ich hätte neben dem weissen macbook noch die assoziation zum powerbook g4 titanium, was "wanne" und "deckel" angeht.


Die Ähnlichkeiten sind offensichtlich. Dabei gilt das Titanium für Viele als eines der schönsten Notebooks überhaupt. Somit ist die Design-Kritik am neuen MBP letztlich doch nur einem anders geprägten Geschmack geschuldet und sicher keine Entgleisung oder Fehlentscheidung seitens Apple.

Übrigens war auch die Tastatur beim Titanium ähnlich schwarz.

Somit haben wir es beim neuen MBP quasi mit Retro-Design zu tun. Das Gute kommt eben immer wieder.

Mit dem legendären Ti haben die neuen nur wenig zu tun, wenn man genau hinschaut.
Das Ti gibt vor eine Art Sandwich zu sein. Unten Stulle, oben Stulle, dazwischen Belag.
Der Eimer will ein Eimer sein.
0
sonorman
sonorman21.10.2108:54
Weia
Echt jetzt?
Wir diskutieren hier friedlich das DESIGN eines Produktes (das ich mir übrigens weder gekauft habe, noch vorhabe es zu kaufen) und Du machst daraus ein Politikum mit sehr persönlicher Anklage gegen mich?

Nur weil ich mich an anderer Stelle mal klar zu Fortschritt und Weiterentwicklung bekannt habe, was offenbar Deiner Idealvorstellung von einer statischen Welt, in der sich aus moralischen Gründen nichts mehr bewegt, nicht vereinbar ist?

Komm mal wieder runter.
+6
Büffelchen
Büffelchen21.10.2108:58
Ich gehöre noch der Generation „Schraube fest und noch ein Schlag drauf“ an. Heute heißt es ja „ Nach fest kommt ab“. Wenn das neue MacBook pro für den Transport so stabil ist wie es aussieht , ist für mich das veränderte Design o.k. Allerdings sieht die schwarze „Tastaturplatte“ einfach nur beliebig a la Windows aus (Im Gegensatz zur vorherigen Version) und erschwert mir als Einfingersuchsystemschreiber die Orientierung beim Schreiben
„... Carpe diem ...“
+2
Villiper21.10.2109:09
Weia
pünktchen
Wenn man solche gestalterischen Kompromisse vermeiden will muss man ein technisch schlechteres Produkt verkaufen und das kann es doch wohl auch nicht sein.
Doch, natürlich kann es das sein. Wenn Du den technisch besten Rechner willst, packst Du endlos viele M1Max- oder Wasauchimmer-Prozessoren in ein gigantisches, mit flüssigem Stickstoff gekühltes Hochhaus. Alles darunter ist ein wegen anderer Kriterien technisch schlechteres Produkt.

Mir z.B. wäre lange Akkulaufzeit weit weniger wichtig als Schönheit. Die wird aber sehr oft als erstes geopfert (deshalb sieht unsere Welt so aus, wie sie aussieht). Ive war bei Apple der Garant dafür, dass sie das nicht wird. Das ist nun ganz offenkundig vorbei.

Ich habe ein wenig das Gefühl, dass Du gar nicht Zielgruppe für einen mobilen Rechner bist. Vielleicht kommst Du deshalb auf die Idee, einen mobilen Rechner in Hochhaus-Größe zu denken.
Ich kenne viele (und ich gehöre dazu), die sehr viel Wert darauf legen, wirklich "mobil" zu sein - auch wenn keine Steckdose in der Nähe ist.
+3
Weia
Weia21.10.2109:59
sonorman
Nur weil ich mich an anderer Stelle mal klar zu Fortschritt und Weiterentwicklung bekannt habe,
Hast Du? Ich lese von Dir nur wieder und wieder, dass „Abwechslung“ immer gut sei.
was offenbar Deiner Idealvorstellung von einer statischen Welt, in der sich aus moralischen Gründen nichts mehr bewegt, nicht vereinbar ist?
Kritik an Konsumwahn zur Reizbefriedigung („Abwechslung“) und damit einhergehender Vergeudung von Ressourcen hat nichts, aber auch gar nichts mit einer „Idealvorstellung von einer statischen Welt, in der sich aus moralischen Gründen nichts mehr bewegt“ zu tun. (Ganz im Gegenteil, aus moralischen Gründen müsste sich gerade ganz schnell ganz viel bewegen). Eine solche Idealvorstellung ist mir jedenfalls vollkommen fremd.

Fortschritt und Weiterentwicklung sind aus meiner Sicht elementare Prozesse einer jeden überlebensfähigen Gesellschaft und im Augenblick ganz besonders dringend geboten. Mit dem konsumistischen, bewusstlosen Wunsch nach „Abwechslung“ als Ersatzbefriedigung hat das freilich nichts gemein. Wie kann man das verwechseln?
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+1
sonorman
sonorman21.10.2110:05
Weia
Kannst Du mich bitte einfach mit Deinen Weisheiten und moralischen Zeigefingern verschonen?
+3
Weia
Weia21.10.2110:12
Villiper
Ich habe ein wenig das Gefühl, dass Du gar nicht Zielgruppe für einen mobilen Rechner bist. Vielleicht kommst Du deshalb auf die Idee, einen mobilen Rechner in Hochhaus-Größe zu denken.
Ich habe ja keinen mobilen Rechner in Hochhausgröße gedacht. Das war schlicht ein Extrembeispiel für einen Rechner ohne technische Kompromisse, das ich erwähnt habe, um zu verdeutlichen, dass jeder real existierende Computer natürlich immer jede Menge Abstriche vom technischen Ideal macht, um andere Präferenzen zu erfüllen.

Und Mobilität wäre ein klassisches Beispiel für solch eine Präferenz, die dann zu Laptops führt, bei denen man gegenüber dem Hochaus-Rechner eben Abstriche bei der Leistungsfähigkeit des Computers zugunsten der Mobilität in Kauf nimmt.

Und ich habe nur gefragt, warum Schönheit nicht auch eine solche, andere Präferenz sein kann, für die man Abstriche bei der Leistungsfähigkeit des Computers in Kauf nimmt.
Ich kenne viele (und ich gehöre dazu), die sehr viel Wert darauf legen, wirklich "mobil" zu sein - auch wenn keine Steckdose in der Nähe ist.
Ja, das ist doch völlig nachvollziehbar und legitim.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
0
Weia
Weia21.10.2110:15
sonorman
Weia
Kannst Du mich bitte einfach mit Deinen Weisheiten und moralischen Zeigefingern verschonen?
Frag halt nicht nach und formulier keine derart kruden Alternativen wie Konsumismus oder gesellschaftlicher Stillstand. Was Du da geschrieben hast, könnte ja wörtlich von einer Äußerung eines AfD-Wählers über die Grünen entnommen sein.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
-8
pünktchen
pünktchen21.10.2110:40
Weia
Das war schlicht ein Extrembeispiel für einen Rechner ohne technische Kompromisse.

Und du hast "technisch" für dein absurdes Beispiel einfach mal auf Geschwindigkeit reduziert. Was bei Laptops völliger Quatsch ist, in der Hierarchie der praktischen Anforderungen stehen andere Dinge ganz weit oben. Überhaupt nicht zur praktischen Nutzung erforderlich ist allerdings Schönheit. Deshalb ist das eine andere Kategorie als zB die Ergonomie der Tastatur.

Aber vielleicht kommen wir weiter wenn du noch mal erklärst was du mit deiner für mich völlig unverständigen Behauptung "function follows form" definiere die Apple-Designgeschichte meinst. Denkst du da etwa an die hockey puck Maus des iMac G3? Oder vielleicht eher ans GUI als an die Hardware?
+4
desko7521.10.2111:25
Ich denke, Apples aktuelle Designphilosophie lässt sich gut am iPhone Batterie-Case der vorherigen Generation erkennen und erörtern.



Einige haben hier "unästhetisches" Design bemängelt. Der Buckel hätte kaschiert werden müssen. Das Case hätte über die gesamte Höhe, die gleiche Tiefe haben müssen. Erst dann wäre es ein gelungenes Design.

Ich hab auch zuerst die Nase gerümpft und mich gefragt, was das soll. Wenn man etwas drüber nachdenkt, erkennt man vielleicht die Designphilosophie, die Apple schon immer verfolgt hat, aber neuerdings konsequenter umsetzt. Nämlich: Ein Produkt erhält seine Gestalt durch die verwendeten Komponenten. Es wird nichts "dran geflanscht", "erweitert" oder "drüber gebaut", was nicht nötig ist.



Diese Plastikblende vor den Laufwerken ist nur ein kleines Designverbrechen der 90er-2000er. Sowas gab es auch in wesentlich schlimmeren Ausprägungen in der PC-Welt. So eine Designentscheidung soll das Gehäuse scheinbar organischer, natürlicher und freundlicher wirken lassen. Am Ende ist sowas aber völliger Quatsch und überflüssig, da es keine Funktion erfüllt.

Auf das Batterie-Case übertragen:
Die Batterie hört nunmal kurz unter dem Kamerabuckel auf. Die Komponente ist verbaut und das wars. Es wird nichts "dran geflanscht", um des äußeren Erscheinungsbildes willen. Das Design ist fertig, wenn alle Komponenten untergebracht sind.

Auf den Deckel des neuen MBPs übertragen:
Das Display geht jetzt mehr oder weniger bis an den Rand. Ein Verjüngen zum Rand hin, ist nicht möglich, ohne die Vergrößerung des Displays aufgeben zu müssen oder die äußeren Abmessungen des Gerätes zu vergrößern. Es ist überflüssig, da es keine Funktion erfüllt.

So sehe ich das und ich halte es für eine gelungene und konsequent umgesetzte Designphilosophie. Auch, wenn bei diesem Ansatz so manches ästhetische Empfinden gestört werden könnte. Es ist eine andere Art Ästhetik. Nicht die Ästhetik des ausgeglichenen, symmetrischen, die oft auch langweilig wirken kann, sondern die Ästhetik des puristischen, des realen Unverblümten.
+7
marm21.10.2111:51
Aus dem riesigen Trackpad beim 16" hätte sich noch ein iPad 7" machen lassen.
+5
Weia
Weia21.10.2112:34
pünktchen
Überhaupt nicht zur praktischen Nutzung erforderlich ist allerdings Schönheit.
Die Bedeutung dieses Satzes hängt natürlich ausschließlich daran, was Du mit „praktisch“ meinst.

Verwendest Du „praktisch“ im nüchtern-engen Sinn von „pragmatisch“, dann ist der Satz so tautologisch wie Überhaupt nicht zur immobilen Nutzung erforderlich ist allerdings Mobilität: Du steckst in die adjektivische Eingrenzung von Nutzung bereits das Ergebnis.

Verwändest Du „praktisch“ hingegen im weiteren Sinne von „Ergebnis einer Handlungspraxis“, dann kann ich Dir versichern, dass die (mich inspirierende) Schönheit eines Laptops einen deutlich stärkeren positiven Einfluss auf das Endergebnis meiner Arbeit mit ihm hat als seine Akkulaufzeit. Das kann bei jemand anderem selbstverständlich vollkommen anders sein, aber ich bleibe dabei: auch Schönheit kann ein Kriterium sein, dass die Reduzierung technischer Leistungsdaten rechtfertigt.
Deshalb ist das eine andere Kategorie als zB die Ergonomie der Tastatur.
Dem würde ich daher ausdrücklich widersprechen.
Aber vielleicht kommen wir weiter wenn du noch mal erklärst was du mit deiner für mich völlig unverständigen Behauptung "function follows form" definiere die Apple-Designgeschichte meinst.
Naja, das war zunächst mal ja nur eine pointiert hingerotzte Bemerkung gegen den geistlosen Gemeinplatz form follows function. Aber sie hat schon ihren tieferen Sinn: Nach allem, was ich über die Entstehung des iPhones weiß, war da zunächst die ästhetische, völlig unrealistische, nur durch den Gedanken von Schönheit geprägte Vision eines flachen Stückes Glas, das eine von Geisterhand gemalte virtuelle Welt zeigt, mit der über Fingerberührung interagiert werden kann. Und das reale iPhone war dann das Ergebnis enormer technische Anstrengungen, dieser ästhetischen Vision so nahe wie irgend möglich zu kommen. Hätte Apple den Denkprozess pragmatisch mit der Funktionalität gestartet, die damals mit Smartphones verbunden wurde, würden wir heute noch alle mit verfeinerten Blackberrys durch die Gegend rennen.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
-1
marcel15121.10.2112:49
Dr.Kimble
Fehlt Jony Ive und sein Einfluss vielleicht doch bei Apple?
Naja, das sind nunmal MacBook Pros(!). Die müssen laufen und praktisch sein. Ist eben ein Kompromiss. Gibts eigentlich immer was zu meckern? Erst wird gemeckert, dass das unpraktisch ist, alles verdongelt werden muss und die MacBooks gnadenlos überhitzen. Nun hat man auf die Kritik gehört und jeder meckert jetzt, dass wieder die Funktion dem Design vorgezogen wurde? Ich gehe davon aus, dass auch neue, schöne Modelle kommen. Die Pro-Modelle sind aber nunmal die Arbeitstiere.
+2
rosss21.10.2112:49
sonorman

Erstaunlich, wie dünn die Ränder damals waren.
+5
pünktchen
pünktchen21.10.2113:37
Weia
geistlosen Gemeinplatz form follows function

Dieser Gemeinplatz wird im historischen Kontext vielleicht verständlicher: der wendet sich gegen üblichen überbordenden dekorativen Ballast um 1900. Möchtest du gerne neo-barocke goldene Schnörkel ans MBP geklebt haben?

Weia
Nach allem, was ich über die Entstehung des iPhones weiß, war da zunächst die ästhetische, völlig unrealistische, nur durch den Gedanken von Schönheit geprägte Vision eines flachen Stückes Glas, das eine von Geisterhand gemalte virtuelle Welt zeigt, mit der über Fingerberührung interagiert werden kann.


Was ist daran eine ästhetische Vision? Für mich ist das eine technische Vision. Es geht doch um die erwünschte Funktion und nicht darum dass ein Stück Glas schön wäre. Das ist es nicht, die Smartphones sehen doch immer langweiliger aus.

Weia
Hätte Apple den Denkprozess pragmatisch mit der Funktionalität gestartet, die damals mit Smartphones verbunden wurde, würden wir heute noch alle mit verfeinerten Blackberrys durch die Gegend rennen.


Das ist eben dein Verständnisfehler. Es geht nicht um die bestehende Funktion sondern um die gewünschte Funktion. Der hat sich die Form unterzuordnen.
+3
ww
ww21.10.2113:48
rosss
sonorman

Erstaunlich, wie dünn die Ränder damals waren.

Ja schon - hat aber ein völlig anderes Design wie die neuen MBPs.

Wenn schon sieht das Neue in der Formensprache dem MBP von 2006-2008 sehr ähnlich.
0
fadenschein21.10.2116:01
marcel151
Dr.Kimble
Fehlt Jony Ive und sein Einfluss vielleicht doch bei Apple?
Naja, das sind nunmal MacBook Pros(!). Die müssen laufen und praktisch sein. Ist eben ein Kompromiss. Gibts eigentlich immer was zu meckern? Erst wird gemeckert, dass das unpraktisch ist, alles verdongelt werden muss und die MacBooks gnadenlos überhitzen. Nun hat man auf die Kritik gehört und jeder meckert jetzt, dass wieder die Funktion dem Design vorgezogen wurde? Ich gehe davon aus, dass auch neue, schöne Modelle kommen. Die Pro-Modelle sind aber nunmal die Arbeitstiere.
Jedes Gerät ist ein Kompromiss: Gestalt, Material, Handhabung, Preis, Herstellung, Recycling usw.
Auch Nicht-Profi Geräte müssen laufen sein und praktisch sein. Die Gestaltung hat eine integrative übergeordnete Aufgabe. Alles muss zueinander gebracht werden. Je nach Gewichtung der Aspekte wird das gestalterische Ergebnis unterschiedlich sein.
Aber: man kann beim Gestaltungsprozess sorgfältiger und ambitionierter sein oder sich früher zufrieden geben.
Die neuen Modelle wirken nicht so, als wäre man besonders ambitioniert gewesen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass nicht ein schlüssigeres Gesamtbild möglich gewesen wäre, ohne zusätzliche Kompromisse bei der Technik.

Aber niemand 'meckert' hier. Es geht um die Abkehr Apples von einer Prämisse, die bislang ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber allen Mitbewerbern war.
0
Weia
Weia21.10.2116:39
pünktchen
Weia
geistlosen Gemeinplatz form follows function
Dieser Gemeinplatz wird im historischen Kontext vielleicht verständlicher: der wendet sich gegen üblichen überbordenden dekorativen Ballast um 1900.
Ja, das ist mir schon auch klar. Aber deshalb muss dieser Ausdruck jetzt doch nicht in jeder Diskussion über Computer-Design auftauchen. Ich glaube, das wissen mittlerweile alle.
Weia
Nach allem, was ich über die Entstehung des iPhones weiß, war da zunächst die ästhetische, völlig unrealistische, nur durch den Gedanken von Schönheit geprägte Vision eines flachen Stückes Glas, das eine von Geisterhand gemalte virtuelle Welt zeigt, mit der über Fingerberührung interagiert werden kann.
Was ist daran eine ästhetische Vision?
Dass es ums Aussehen von etwas geht?
Für mich ist das eine technische Vision.
Das wären Ideen, wie man dieses Erscheinungsbild technisch verwirklichen könnte.
Es geht doch um die erwünschte Funktion
Funktionen von so einem Teil wären Kommunikation, Informationsgewinnung und so weiter. All das hat nichts damit zu tun, dass das Teil ausschaut wie eine Glasscheibe. Die Funktionen könnten auch in zum Beispiel einer Glaskugel realisiert werden. Dass es eine (möglichst dünne) Glasscheibe sein sollte, war eine ästhetische Vision.
und nicht darum dass ein Stück Glas schön wäre. Das ist es nicht, die Smartphones sehen doch immer langweiliger aus.
Dann trifft dieses ästhetische Konzept eben nicht Deinen Geschmack. Das kann ja sein. Aber nicht ohne Grund wählst Du als Kritikpunkt ein ästhetisches Kriterium (Langeweile).
Das ist eben dein Verständnisfehler.
Oder Deiner.
Es geht nicht um die bestehende Funktion
Sagt ja keiner.
sondern um die gewünschte Funktion. Der hat sich die Form unterzuordnen.
Eben nicht. Es ging um die gewünschte Form (flach wie eine Scheibe, ohne hervorstehende mechanische Teile). Der hatte sich die technische Realisierung samt erreichbarem Funktionsumfang unterzuordnen.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+2
ilig
ilig21.10.2118:32
Weia
Nach allem, was ich über die Entstehung des iPhones weiß, war da zunächst die ästhetische, völlig unrealistische, nur durch den Gedanken von Schönheit geprägte Vision eines flachen Stückes Glas, das eine von Geisterhand gemalte virtuelle Welt zeigt, mit der über Fingerberührung interagiert werden kann.
Woher hast Dein Wissen über die Entstehung des iPhones?
0
Weia
Weia21.10.2118:56
ilig
Woher hast Dein Wissen über die Entstehung des iPhones?
Aus entsprechenden Artikeln, teils mit Interviews von Beteiligten, und meinen eigenen Kontakten zu Apple. Das ist jetzt meines Wissens kein großes Geheimnis.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+1
incredibleole21.10.2119:51
Ehrlich, bei jedem neuen Produkt wird gemeckert. Allen kann man es nie recht machen. Jahrelang wurde nach mehr Anschlüssen, Magsafe, dünneren Rändern geschrien. Jetzt gibt es alles und das Ganze in einem Paket, das es im PC selbst in hässlich nicht gibt. Ich war bei der Notch zuerst skeptisch, aber da ich nun weiß, dass sie keine Pixel vom 16:10 Format klaut und dank Mini-LED es letztlich möglich sein wird, oben einfach nur wieder einen schwarzen Rand daraus zu machen, finde ich es gelungen. Man hat einfach im Zweifelsfall mehr Pixel und wenn es optisch nicht passt, wieder einen breiteren Rand. Wer von euch hat in letzter Zeit mal ein Windows-Notebook in den Händen gehalten? Die sehen alle scheiße aus. Selbst Razer, HP Elitebook, Dell XPS. Von den Herdplattenprozessoren, der beschissenen Akkulaufzeit und dem grauenvollen OS ganz zu schweigen und dann sind sie oft nichteinmal billiger. Mir gefällt das Design und dank eigener Prozessoren sind Macs so attraktiv wie lange nicht mehr, obwohl es eine Zeit lang einen regelrechten Abgesang auf den Mac gab.
+4
fadenschein21.10.2120:12
incredibleole
Ehrlich, bei jedem neuen Produkt wird gemeckert.

Nochmal, weil es vielleicht in der heftigen Debatte zwischen Weia und den anderen untergeht:

Niemand 'meckert' hier. Es geht um die Abkehr Apples von einer Prämisse, die bislang ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber allen Mitbewerbern war.

Dass die Gestaltung Apple wurst ist, wird dadurch belegt, dass in der Keynote oder im Werbeclip kein nennenswertes Wort darüber verloren wird.
-1
pünktchen
pünktchen21.10.2120:47
Weia
Dass es ums Aussehen von etwas geht?

Darum geht es eben gerade nicht. Es geht um eine Form die am besten eine Funktion ermöglicht. Das ist keine ästhetische sondern eine praktische Entscheidung.
Weia
Die Funktionen könnten auch in zum Beispiel einer Glaskugel realisiert werden.

Eben nicht. Die Form ergibt sich aus der Funktion Bildschirm. Und nicht die Funktion Bildschirm aus der flachen Form.
Weia
Aber deshalb muss dieser Ausdruck jetzt doch nicht in jeder Diskussion über Computer-Design auftauchen. Ich glaube, das wissen mittlerweile alle.

Du scheinst das Konzept nur immer noch nicht kapiert zu haben also muss ich es wohl noch ein paar tausend Mal wiederholen.
+1
fadenschein21.10.2121:01
pünktchen
Du scheinst das Konzept nur immer noch nicht kapiert zu haben also muss ich es wohl noch ein paar tausend Mal wiederholen.

Streitet Ihr immer noch über 'form follows function'.
Das bedeutet, dass die Form aus der Funktion abgeleitet wird.
Die 'Funktion' ist aber in der Regel ein Kanon an Anforderungen.
Je nachdem, wie man die Anforderungen gewichtet, kommt man zu einem anderen Ergebnis.

Viele Aspekte, die man bei oberflächlicher Betrachtung als rein ästhetisch erachten würde, haben durchaus einen funktionalen Hintergrund.
Das liegt daran, dass man Gegenstände unterschiedlich wahrnimmt oder handhabt - je nachdem, wie sie gestaltet sind.

Die Gestaltung erzählt etwas darüber, was ein Gegenstand sein will und wie man ihn gebraucht.
Beispielsweise, wie robust etwas ist, wie etwas bewegt, geöffnet, transportiert werden kann, wo oben und wo unten ist etc..

Beispielsweise wäre es widersinnig ein achsensymmetrisches Notebook zu gestalten, bei dem man nicht intuitiv erkennen kann wo und in welche Richtung man es aufklappen kann.

Kurzum: die wurstige Gestaltung der neuen Macbooks ist sicher nicht der Funktion geschuldet.
+1
Deichkind21.10.2121:40
Die vorgenommenen Änderungen hätte man auch schon mit Intel inside machen können. Die seitlichen Öffnungen für die Lüftung erleichtern die Luftzufuhr bei geschlossenem Deckel und konnten wohl aus Gründen der Stabilität nur nahe über dem Boden angebracht werden. Jetzt mussten sie erfolgen, da man nur so den Weggang von Intel begründen konnte: durch kompromisslos auf Hochleistung getrimmte Laptops.
+2
Weia
Weia21.10.2121:45
pünktchen
Weia
Dass es ums Aussehen von etwas geht?
Darum geht es eben gerade nicht. Es geht um eine Form die am besten eine Funktion ermöglicht. Das ist keine ästhetische sondern eine praktische Entscheidung.
Das wird jetzt langsam ein Streit um Worte, der wenig Sinn ergibt.

Nimm mal ein anderes Beispiel, ehe wir uns am iPhone festbeißen: den iMac (Versionen nach der Nachttischlampe). Ich kann nicht erkennen, dass irgendeine Funktion des iMacs dadurch besser wurde, dass er immer dünner würde. Ganz im Gegenteil: Dadurch, dass er immer dünner wurde, mussten weniger leistungsfähige Laptop- statt Desktop-Komponenten verwendet werden, es gab thermische Probleme usw. Das war eine rein ästhetische Entscheidung und die Bauteileauswahl (Laptopkomponenten) musste sich dem anpassen. Das war, was ich etwas flapsig als function follows form bezeichnet habe.
Du scheinst das Konzept nur immer noch nicht kapiert zu haben
Doch doch. Ich bewerte es nur anders als Du. Es ist ja nicht so, dass jeder, wenn er das Konzept nur versteht, es deswegen automatisch auch toll finden muss.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+4
ilig
ilig22.10.2114:45
Weia
Aus entsprechenden Artikeln, teils mit Interviews von Beteiligten… Das ist jetzt meines Wissens kein großes Geheimnis.
Meine Frage war ernsthaft gemeint.
Nach allem, was ich über die Entstehung des iPhones weiß, war da zunächst die ästhetischen, völlig unrealistische, nur durch den Gedanken von Schönheit geprägte Vision eines flachen Stückes Glas, das eine von Geisterhand gemalte virtuelle Welt zeigt, mit der über Fingerberührung interagiert werden kann.
Ich wäre nicht darauf gekommen, dass die Entstehung des iPhones einer völlig unrealistischen, nur durch den Gedanken von Schönheit geprägten Vision eines flachen Stück Glases geschuldet ist. Daher meine Interesse, welchen Quellen Dein Wissen entsprang. Wenn es für Dich kein großes Geheimnis ist dann lass uns doch an Deinem Wissen teilhaben.
+4
Weia
Weia22.10.2115:26
ilig
Weia
Aus entsprechenden Artikeln, teils mit Interviews von Beteiligten… Das ist jetzt meines Wissens kein großes Geheimnis.
Meine Frage war ernsthaft gemeint.
Äh, ja, so habe ich Dich auch verstanden – und meine Antwort war ebenfalls ernsthaft gemeint.

Allerdings war das jetzt auch kein Thema, das mich sehr umgetrieben hat. Was öffentlich zugängliche Quellen betrifft, habe ich mir deshalb keine Links abgespeichert und kann jetzt keine direkten Quellen angeben; das wabert eher so als Erinnerung in meinem Hirn. Nicht zuletzt deshalb, weil ich wie gesagt dachte, das sei eine allgemeine bekannte und daher nicht sehr spannende Information.

Was meine persönlichen Quellen bei Apple betrifft, bitte ich um Verständnis, dass ich dazu nichts weiter sagen kann.

Meiner Erinnerung nach tauchte das als Idee auch wiederholt in Science-Fiction-Filmen auf und war auch von daher als Vision gar nicht fernliegend; Auch hier fällt mir jetzt aber konkret kein Film ein. In 2001: A Space Odyssey gibt es ein ziemlich genaues Abbild des iPads zu bewundern, aber eben so wie das reale iPad auch nicht aus Glas. Das Einzige, was mir jetzt konkret in den Sinn kommt (da aus jüngerer Zeit), ist ein Musikvideo der Band The Warning (das meines Wissens den ersten Visualisierungen innerhalb Apples gespenstisch gleicht), aber das ist von 2017 und zählt daher nicht. Vielleicht erinnern Science-Fiction-Filmfans hier mehr?

Der Punkt ist aber auch gar nicht primär das Material Glas. Das Entscheidende war die Idee, dass das Ding eine so völlig plane Oberfläche haben und so dünn sein sollte wie quasi ein supersteifes Blatt Papier, sodass es gar nicht mehr als körperliches Gerät wahrgenommen würde, sondern eben nur noch als quasi eigenschaftsloser Träger von Informationen, der hinter den Informationen selbst vollständig verschwindet. (Ursprünglich ging es ja bei dem Entwurf um ein Tablett, aus dem aus marktstrategischen Gründen dann zunächst das iPhone wurde, bevor es zum iPad zurückging.)

Jedenfalls was das zweifellos eine ästhetische (vermutlich von Jobs’s halluzinatorischen Drogenerfahrungen inspirierte) Vision, die am Anfang des iPhones stand. Die Touchbedienung war eine Folge dieser Vision, weil völlig unklar gewesen wäre, wie sonst sich so ein monolithisches Etwas hätte bedienen lassen können.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
-2
incredibleole22.10.2115:33
Klar, die Akkulaufzeit ist bei einem mobilen Gerät natürlich für die meisten Leute völlig unerheblich. Über Geschmack lässt sich immer streiten, aber wer das neue MBP optisch nicht gelungen findet, sollte einfach mal für ne halbe Stunde in den Lenovo-Onlineshop, in der Regel ist man dann kuriert. Ich habe noch ein 13“ MBP, das vorwiegend zuhause und auch vorwiegend mit externer Tastatur benutzt wurde. Trotzdem, werde ich da Apples Austauschprogramm nutzen müssen. Diese Tastatur war ein gutes Beispiel, wozu „Function follows Form“ führen kann… Aber man kann es nicht allen recht machen. Das neue MBP als Indiz für einen Abstieg von Apples Designabteilung zu sehen halte ich für Blödsinn. Diesmal haben sie mit dem Ding viel mehr richtig als falsch gemacht und zwar gemessen an sich selbst. Gemessen an Lenovo und co stammt das Ding quasi aus dem Himmelsreich 😁
Weia
pünktchen
Wenn man solche gestalterischen Kompromisse vermeiden will muss man ein technisch schlechteres Produkt verkaufen und das kann es doch wohl auch nicht sein.
Doch, natürlich kann es das sein. Wenn Du den technisch besten Rechner willst, packst Du endlos viele M1Max- oder Wasauchimmer-Prozessoren in ein gigantisches, mit flüssigem Stickstoff gekühltes Hochhaus. Alles darunter ist ein wegen anderer Kriterien technisch schlechteres Produkt.

Solche Kriterien sind z.B. Gewicht, Mobilität, Preis, Akkubetrieb (und die entsprechende Laufzeit) usw. Und ein Kriterium ist eben auch Schönheit. Hartgesottene, nüchterne Techniker lassen das oft nicht gelten, aber das ist eine Frage subjektiver Präferenzen. Es gibt keinen objektiven Grund, warum ausgerechnet Schönheit keines der Kriterien sein sollte, das aus einem technisch maximal leistungsfähigen Gerät ein für Menschen nutzbares macht.

Mir z.B. wäre lange Akkulaufzeit weit weniger wichtig als Schönheit. Die wird aber sehr oft als erstes geopfert (deshalb sieht unsere Welt so aus, wie sie aussieht). Ive war bei Apple der Garant dafür, dass sie das nicht wird. Das ist nun ganz offenkundig vorbei.
+3
incredibleole22.10.2116:27
ja, aber das ist genau der Punkt. Wer Apple aufgrund des MBP eine solche Abkehr unterstellt, hat offensichtlich schon lange keinen PC mehr in den Händen gehabt. Mein berufliches Notebook ist ein HP Elitebook G5, mit "Bang und Olufsen" Lautsprechern (klingen wie Blechbüchsen), "Unibody" Alugehäuse. Dennoch ein grauenvolles Gerät, besonders wenn man bedenkt, dass man für die 1800€ Endkundenpreis auch einen Mac bekommen hätte.
Ich kann es gerade eigentlich auch nichts fassen, dass ich nach dieser Produktvorstellung so wenig Kritik an der Vorstellung habe und das, obwohl mir Apples Architekturwechsel den beschissensten Wiederverkaufswert meiner "Alt"geräte in zwanzig Jahren Macnutzerschaft beschert hat (und ich gerade auch noch etwas unschlüssig bin, ob ich überhaupt verkaufe). Aber ich bin mit den Preisen gerade recht versöhnt, solange eben sowas wie Apple Silicon kommt und man einfach merkt, dass die so viel Kohle in R&D pumpen, um mal eben wieder ein echtes Alleinstellungsmerkmal zu schaffen und das nach endlosen "Apple ist nicht mehr innovativ" Gejammer vieler (was hier und da ja auch gar nicht so unberechtigt schien) und das teilweise seit dem iPhone 5. Für alle "Form Follows-Function"-Liebhaber wird da wieder ein neues MBA oder so kommen. Das MBP ist mal ein echtes Pro-Gerät, das hoffentlich auch wieder die Pros anzieht. Letztlich ist dieses obere Segment wichtig für die Entwicklung des Macs insgesamt. Ich finde den Mac gerade so spannend wie seit meinem ersten Mac (Powerbook G4 12") nicht mehr, ok die Intelumstellung war auch interessant und hat lange solide Produkte hervorgebracht, aber seit etwa vier Jahren hat man die Sackgasse in dem Bereich bemerkt. Und was Ive angeht: Viel Licht und viel Schatten und auch etwas zu viel Personenkult. Für jedes gelungene Ive-Design findet man eins, das eher mäßig war oder einen gewaltigen Haken hatte. Was seinen Beitrag und Anteil an Apples Aufstieg nicht schmälern soll.
fadenschein
incredibleole
Ehrlich, bei jedem neuen Produkt wird gemeckert.

Nochmal, weil es vielleicht in der heftigen Debatte zwischen Weia und den anderen untergeht:

Niemand 'meckert' hier. Es geht um die Abkehr Apples von einer Prämisse, die bislang ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber allen Mitbewerbern war.

Dass die Gestaltung Apple wurst ist, wird dadurch belegt, dass in der Keynote oder im Werbeclip kein nennenswertes Wort darüber verloren wird.
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fadenschein22.10.2117:23
incredibleole
ja, aber das ist genau der Punkt. Wer Apple aufgrund des MBP eine solche Abkehr unterstellt, hat offensichtlich schon lange keinen PC mehr in den Händen gehabt.

Die Dinge bitte nicht vermischen. Die neuen Macbooks sind in jeder Hinsicht herausragend:
Technisch im Vergleich zu den eigenen Geräten und gestalterisch im Vergleich zu anderen Herstellern ebenfalls (noch immer). Das hatte ich nicht infrage gestellt.

Es ist auch unstrittig, dass die Tastaturen wieder besser geworden sind. Bei der Frage der Schnittstellen stellt sich das schon anders dar. Diejenigen, die gegen die Schnittstellen sind, sind es aber nicht aus gestalterischen Gründen.

Deshalb ist der Reflex auch albern, alle technischen Pannen Ives gestalterischem Ehrgeiz in die Schuhe schieben zu wollen. Es geht auch gar nicht um Ive.

Es geht darum, dass Apple seit langer Zeit kein Gerät mehr vorgestellt hat, bei dem gestalterische Konsequenz ablesbar gewesen wäre. Auch die neuen iMacs zählen nicht dazu. Man erinnere sich an das Aufsehen, als Apple das den ersten iMac gezeigt hatte, das erste Metall Notebook, das erste Unibody Macbook, den ersten Alu iMac, das erste Macbook Air, den iPod, das iPhone usw.

Manches aber nicht alles davon waren technische Meilensteine, aber alle waren gestalterische Meilensteine und hatten ein für die gesamte Branche richtungsweisendes Produktdesign.
+2
incredibleole22.10.2118:29
Ja, aber das liegt vielleicht auch irgendwie daran, dass die Dinger derart ausgereift sind. Die CNC-gefrästen Unibodys sind kaum zu verbessern, evtl. noch anderes Material und die Frage, wie ein Laptop funktioniert und aussieht ist auch weitgehend geklärt. Vorher gab es, was die Gehäuse betrifft immer mehr oder weniger Probleme (man erinnere sich an die ersten Macbooks aus Kunststoff, Das Titanium Powerbook). Interessant wäre tatsächlich ein vernünftiges Convertible, aber sowas dürfte unmöglich sein, ohne es relativ Fehleranfällig zu machen, wegen der beweglichen Teile. Bei den heutigen Notebooks ist da nur noch das Displayscharnier, sonst bewegt sich nichts mehr. Ich denke, es ist schwierig, da neue Produktkategorien zu bringen. Wenn man den Macintosh Portable als Anfang sieht und die Books seit den Unibodys als Ende, dürfte da Produktionstechnisch und gestalterisch einfach nicht mehr viel rauszuholen sein, außer man findet noch ein besseres Material als Aluminum. Beim iPhone kommen evtl. irgendwann auch noch Klappgeräte, aber auch hier wird der Preis eine erhöhte Anfälligkeit sein. Die aktuellen Geräte sind eben geradezu monolithisch ohne Schnickschnack, der mit jedem größeren Technologiesprung weniger wurde. Es wird eben schwieriger das Rad neu zu erfinden. Momentan sehe ich auch keine Gerätekatgorien mehr, die von jedem benutzt werden und darauf warten, als Vereinigung neu erfunden zu werden (wie damals beim iPhone oder sogar beim iPod auch wenn er nur eine Gerätekategorie revolutionierte). Wenn ich überlege, wie der Alltag vor Apple in der Bahn war: Handy (Nokia), Minidiscplayer mit Kabelkopfhörer, evtl. noch Organiser/ Windows CE-Handheld, Ixus-Knipse wenn man unterwegs Schnappschüsse machen wollte). Heute hat jeder sein Smartphone und vermisst schlicht nichts mehr. Das zeigt sich ja auch darin, dass die Leute ihre Geräte immer länger behalten. Wenn Apple es nun schafft, dass die Dinger super Akkulaufzeiten haben und nicht mehr heiß wie eine Herdplatte bei guter Leistung werden, löst Apple quasi das letzte Problem, das diese Produktkategorie noch hatte.
fadenschein
incredibleole
ja, aber das ist genau der Punkt. Wer Apple aufgrund des MBP eine solche Abkehr unterstellt, hat offensichtlich schon lange keinen PC mehr in den Händen gehabt.

Die Dinge bitte nicht vermischen. Die neuen Macbooks sind in jeder Hinsicht herausragend:
Technisch im Vergleich zu den eigenen Geräten und gestalterisch im Vergleich zu anderen Herstellern ebenfalls (noch immer). Das hatte ich nicht infrage gestellt.

Es ist auch unstrittig, dass die Tastaturen wieder besser geworden sind. Bei der Frage der Schnittstellen stellt sich das schon anders dar. Diejenigen, die gegen die Schnittstellen sind, sind es aber nicht aus gestalterischen Gründen.

Deshalb ist der Reflex auch albern, alle technischen Pannen Ives gestalterischem Ehrgeiz in die Schuhe schieben zu wollen. Es geht auch gar nicht um Ive.

Es geht darum, dass Apple seit langer Zeit kein Gerät mehr vorgestellt hat, bei dem gestalterische Konsequenz ablesbar gewesen wäre. Auch die neuen iMacs zählen nicht dazu. Man erinnere sich an das Aufsehen, als Apple das den ersten iMac gezeigt hatte, das erste Metall Notebook, das erste Unibody Macbook, den ersten Alu iMac, das erste Macbook Air, den iPod, das iPhone usw.

Manches aber nicht alles davon waren technische Meilensteine, aber alle waren gestalterische Meilensteine und hatten ein für die gesamte Branche richtungsweisendes Produktdesign.
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