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Forum>Apple>Europas digitale Souveränität

Europas digitale Souveränität

Falki21.01.2614:08
Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen machen nachdenklich und ich stelle die Frage, welchen Beitrag der einzelne User dazu leisten kann, dass Europa seine "Digitale Souveränität" entwickelt/stärkt.
Ich wünsche mir keine politisch sondern sachlich motivierte Beiträge und bin gespannt auf Anregungen.
+10

Kommentare

Moranai
Moranai21.01.2614:19
Es gibt zahlreiche Europäische Alternativen für diverse US-Dienste. Je mehr User auf diese Dienste umsteigen, desto mehr wird in diese investiert und man verringert gleichzeitig die Abhängigkeit in dieverse US-Dienste.
+8
X-Jo21.01.2614:37
Falki
Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen machen nachdenklich und ich stelle die Frage, welchen Beitrag der einzelne User dazu leisten kann, dass Europa seine "Digitale Souveränität" entwickelt/stärkt.
Ich wünsche mir keine politisch sondern sachlich motivierte Beiträge und bin gespannt auf Anregungen.
Beispiel Messengers: Der Einzelne stößt da an seine Grenzen, wo das soziale Umfeld ausschließlich auf amerikanische Lösungen (Whatsapp, etc.) setzt, weil das »jede/jeder« hat.
Wie will man diese Abhängigkeit beenden? Es müssten alle nahezu zeitgleich auf ein europäisches System (bspw. Threema) umsteigen. Dass so etwas gelingt, halte ich für extrem unwahrscheinlich bis ausgeschlossen! Leider.
+7
ohne2221.01.2614:48
Finde ich interessant – sowohl privat als auch beruflich.

Daher mal konkret gefragt: Was wäre denn eine Alternative zu iCloud? Im Detail wäre ein möglichst einfacher und gut in macOS und iOS integrierter Cloudspeicher interessant. Oder alternativ eine Datensynchronisation zwischen mehreren Geräten – optional auch zwischen mehreren Benutzern.

Privat organisiere ich doch recht viel im iCloud-Speicher, weil es einem relativ einfach gemacht wird.

Eine echte Alternative zu GMail wäre auch super. Da müsste es im Bestfall einen Umzugsservice geben. Wobei ich die GMail-Adresse behalten und weiterleiten müsste. Da hängen etliche Accounts dran und meine Kontakte kennen die schon seit Jahren. Da merkt man den Vendor-Lock-In besonders stark. Keine eigene Domain usw. zu nutzen war eben billiger und/oder einfacher. Und jetzt wäre eine Umstellung auch nur der E-Mail-Adresse eine Mammutaufgabe.

Bei meinem Arbeitgeber sind wir aktuell dabei, uns von weiteren US-Diensten zu trennen. Indirekt lief zum Beispiel manches über AWS. Problematisch bleiben Microsoft Office Produkte und beim Hosting wird Cloudflare als Teil der Lösung eingesetzt.

Bisher habe ich dazu noch keine Idee, wie man diese Dienste ersetzen könnte. Excel- oder Word-Dateien müssten bei einer Alternativ-Lösung perfekt funktionieren. Man hat doch immer mal wieder den Fall, dass man teils komplexe Excel-Dateien erhält oder etwas in der Art. Selbst Numbers kann dann mit so etwas nicht umgehen.

Bei Cloudflare hätte ich gern schon allein wegen des Klumpenrisikos eine Alternative. Unser Hosting-Dienst meinte nur lapidar "können wie deaktivieren, aber dann habt ihr keinen DDOS-Schutz mehr". Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass es nur "Cloudflare oder nichts" gibt. Allerdings bin ich kein Server-Admin.
+4
shakebox21.01.2614:59
kein eigener inhaltlicher Beitrag, aber ein Link zum sowieso sehr guten Kuketz-Blog, der sich rund ums Thema Datensicherheit und -sparsamkeit ja auch damit immer wieder beschäftigt. Dort fängt grad eine Artikelreihe zum Thema "UnplugBigTech" an, die sich letztendlich ja in vielem genau damit beschäftigt. Aktuell ist erst der Einführungsartikel dazu verfügbar, aber wer will kann das ja weiterverfolgen oder bis zur Vollständigkeit den Rest der Seite durcharbeiten, da gibt es schon vieles zu dem Thema:
+6
haudejen
haudejen21.01.2615:03
ohne22
Finde ich interessant – sowohl privat als auch beruflich.

Daher mal konkret gefragt: Was wäre denn eine Alternative zu iCloud? Im Detail wäre ein möglichst einfacher und gut in macOS und iOS integrierter Cloudspeicher interessant. Oder alternativ eine Datensynchronisation zwischen mehreren Geräten – optional auch zwischen mehreren Benutzern.

Privat organisiere ich doch recht viel im iCloud-Speicher, weil es einem relativ einfach gemacht wird.

Eine echte Alternative zu GMail wäre auch super. Da müsste es im Bestfall einen Umzugsservice geben. Wobei ich die GMail-Adresse behalten und weiterleiten müsste. Da hängen etliche Accounts dran und meine Kontakte kennen die schon seit Jahren. Da merkt man den Vendor-Lock-In besonders stark. Keine eigene Domain usw. zu nutzen war eben billiger und/oder einfacher. Und jetzt wäre eine Umstellung auch nur der E-Mail-Adresse eine Mammutaufgabe.

Bei meinem Arbeitgeber sind wir aktuell dabei, uns von weiteren US-Diensten zu trennen. Indirekt lief zum Beispiel manches über AWS. Problematisch bleiben Microsoft Office Produkte und beim Hosting wird Cloudflare als Teil der Lösung eingesetzt.

Bisher habe ich dazu noch keine Idee, wie man diese Dienste ersetzen könnte. Excel- oder Word-Dateien müssten bei einer Alternativ-Lösung perfekt funktionieren. Man hat doch immer mal wieder den Fall, dass man teils komplexe Excel-Dateien erhält oder etwas in der Art. Selbst Numbers kann dann mit so etwas nicht umgehen.

Bei Cloudflare hätte ich gern schon allein wegen des Klumpenrisikos eine Alternative. Unser Hosting-Dienst meinte nur lapidar "können wie deaktivieren, aber dann habt ihr keinen DDOS-Schutz mehr". Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass es nur "Cloudflare oder nichts" gibt. Allerdings bin ich kein Server-Admin.

Da ich für eine etwaige Einschränkung des Zugriffs auf amerikanische Cloudservices vorbereitet sein möchte, habe ich mir jetzt eine Nextcloud Instanz bei Hetzner gebucht und synchronisiere darüber meine Fotos und in Bälde auch meine Büro Dateien, die bislang teils in der iCloud lagen. Die wichtigsten Dinge habe ich lokal auf mehreren Geräten über Resilio Sync synchronisiert. Whatsapp habe ich schon vor Jahren entfernt, meine Freunde haben mir den Gefallen getan, mit mir auf Threema umzuziehen. Von gmail bin ich auch vor Jahren weg, habe den Account dort gelöscht und benutze zufrieden mailbox.org.
+11
maculi
maculi21.01.2615:05
Dazu gibt es auch dieses Video von Marc Uwe Kling: #didit

Im übrigen ist auch Schleswig-Holstein als Land gut dabei, sich von den Abhängigkeiten zu befreien.
+8
TMS
TMS21.01.2615:13
Falki
...
Ich wünsche mir keine politisch sondern sachlich motivierte Beiträge und bin gespannt auf Anregungen.
Ein bisserl schwierig, denn die Motivation dahinter ist politisch. Das in Gänze auszublenden und die Frage, inwieweit es überhaupt Sinn macht, das ist zwar möglich, aber eben nicht einfach.
+3
haschuk21.01.2615:15
haudejen

Da ich für eine etwaige Einschränkung des Zugriffs auf amerikanische Cloudservices vorbereitet sein möchte, habe ich mir jetzt eine Nextcloud Instanz bei Hetzner gebucht und synchronisiere darüber meine Fotos und in Bälde auch meine Büro Dateien, die bislang teils in der iCloud lagen.

Das Problem ist, dass das nix nützen wird, sofern Hetzner z.B. VMWare für ihre virtuellen Maschinen verwendet. Und darin liegt die eigentliche Schwierigkeit. Es nützt nicht viel, als End- oder Company-User auf europäische Lösungen zurückzugreifen, sofern deren Betriebsinfrastruktur wiederum von US-Lösungen abhängig ist.
0
haschuk21.01.2615:17
TMS
Falki
...
Ich wünsche mir keine politisch sondern sachlich motivierte Beiträge und bin gespannt auf Anregungen.
Ein bisserl schwierig, denn die Motivation dahinter ist politisch. Das in Gänze auszublenden und die Frage, inwieweit es überhaupt Sinn macht, das ist zwar möglich, aber eben nicht einfach.

Den politischen Teil haben wir schon im anderen Thread...daher darf man das hier durchaus ausblenden.
+5
xcomma21.01.2615:33
TMS
Ein bisserl schwierig, denn die Motivation dahinter ist politisch. Das in Gänze auszublenden und die Frage, inwieweit es überhaupt Sinn macht, das ist zwar möglich, aber eben nicht einfach.
Ist zwar hochaktuell und politischer als je zuvor, aber digitale Souveränität ist eigentlich schon länger ein Thema.
Dazu hätte es die Amtszeiten von DT nicht extra gebraucht, aber die haben es sicherlich und offensichtlich beschleunigt. Unterm Strich jedenfalls ist es so oder so relevant und kann daher definitiv auch ohne Weltpolitik betrachtet werden - und zwar stark getrieben aus Aspekten wie Privacy, Kosten, Vendor-Lockins / Abhängigkeiten, geschlossene Ökosysteme, FLOSS, Komfort, Security, usw.
Es macht dann natürlich nicht halt bei der "US Haustür", sondern ganz generell. Denn EU-Anbieter sind ja nicht automatisch vertrauenswürdig nur weil sie in der EU basiert sind. Da gibt's sicherlich viele Beispiele. Man ziehe sich da nur einfach die alljährlichen CCC (Chaos Communication Congress) Beiträge rein.
+4
Mufftel
Mufftel21.01.2616:13
Ich habe inzwischen all meine iCloud‑Dienste deaktiviert und bin zu einem Anbieter gewechselt, der DSGVO‑konform arbeitet und in Deutschland sitzt (zum Beispiel IONOS). Meine E‑Mails und Kontakte synchronisiere ich über Posteo.de – und ich muss sagen, das war deutlich einfacher als erwartet. Den einen Euro pro Monat kann ich problemlos verschmerzen.
Zusätzlich habe ich mir ein NAS zugelegt und speichere meine Daten ausschließlich lokal darauf. Wenn ich von außen darauf zugreifen möchte, aktiviere ich den externen Zugriff nur für diesen Zeitraum und schalte ihn anschließend wieder ab.
Für meine Passwortverwaltung suche ich noch eine App, die nicht aus den USA stammt. Insgesamt lief der Umstieg wesentlich reibungsloser, als ich gedacht hätte.
Und um die großen Datenkraken ein wenig aus dem Tritt zu bringen, stelle ich bei Google und ähnlichen Diensten gelegentlich absurde Suchanfragen wie: „Zeige mir einen Kauf-Link für einen dreibeinigen Wasserkocher mit Hufen.“ Wenn das viele Menschen machen würden, kämen die Statistikmodelle dieser Unternehmen irgendwann an ihre Grenzen.
+12
sudoRinger
sudoRinger21.01.2616:24
In der wirtschaftspolitischen Debatte über China hat sich die Unterscheidung zwischen "de-risking" und "de-coupling" etabliert: Möchte man Risiken vermindern oder sich komplett abspalten? Diese Unterscheidung lässt sich auch auf US-Dienste übertragen, und ich halte de-risking für den realistischeren Ansatz. Konkret bedeutet das: Abhängigkeiten schrittweise reduzieren, ohne sich vollständig abzukoppeln.

Bei iCloud beispielsweise bedeutet de-risking, gezielt die riskanten Dienste abzuschalten. iCloud Drive habe ich deaktiviert und durch Nextcloud ersetzt. Das würde ich auch als Start empfehlen, da es der zentrale Speicherdienst ist. Kontakte und andere iCloud-Dienste hoste ich mittlerweile selbst. Gleichzeitig lasse ich unkritische Dienste wie den Sync offener Safari-Tabs weiterlaufen, und das Schlüsselbund (Keychain, nicht der Passwortmanager) synchronisiert weiterhin über iCloud, weil es dafür keine Alternative außer manuellem Abgleich der Macs gibt. Insgesamt benötige ich bei Apple nur noch etwa 1 GB Speicher, rund zwei Drittel der Dienste sind deaktiviert.

Manchmal wissen die Firmen selbst nicht so genau, was sie von iCloud erfordern. Die App Drafts gibt an, iCloud Drive vorauszusetzen. Tatsächlich genügt es aber, iCloud Drive kurz zu aktivieren, den Sync einzuschalten und iCloud Drive wieder zu deaktivieren. Drafts synchronisiert nämlich über CloudKit und speichert nur Backups in iCloud Drive.

Bei Gmail und Outlook.com habe ich den Einsatz seit langem fast eingestellt. Die Accounts existieren noch und bleiben für die Authentifizierung erhalten. Stattdessen verwende ich für Mails mailbox.org. Beim Cloudspeicher bieten sich Hetzner (Nextcloud/Storage Share) an, für Webhosting etwa all-inkl. Noch besser ist es, selbst zu hosten, das mache ich aber nur über VPN.

Bei gewissen Diensten wie Microsoft Office wünscht man sich ja geradezu den Ernstfall. Hier kann man nicht einzeln aussteigen, weil der Dienst vor allem deshalb genutzt wird, weil ihn andere nutzen. Wenn Microsoft irgendwann Zugänge abschaltet, betrifft das dann aber alle gleichzeitig und genau dann würde sich das Problem von selbst lösen, weil niemand mehr Word-Dateien verschicken könnte.

Also systematisch reduzieren statt wild abschalten: Alle Cloud-Dienste und Abhängigkeiten auflisten, die Risiken der einzelnen Dienste bewerten und dann schrittweise reduzieren. Dieser Prozess läuft bei mir seit Jahren und ist nahezu abgeschlossen. De-risking ist ein kontinuierlicher Prozess.
+16
konnektor21.01.2616:33
Mufftel
Für meine Passwortverwaltung suche ich noch eine App, die nicht aus den USA stammt.
1Password, Hersteller sitzt in Kanada, hast also gute Karten solange es nicht zum 51. State wird.
Kannst bei der Installation zwischen Rechenzentren in EU, Asien oder Kanada wählen.
+4
konnektor21.01.2616:47
Ich hätte ein Thema mit E-Mail Konten. Früher habe ich eigene E-Mail Server betrieben, wobei man selbst bei OpenSource im Unterbau bei vernünftigen Verwaltungsoberflächen schnell bei US-Software landet. Heute halte ich das für kaum noch möglich, da die Hoster immer weniger Server im eigenen Netz haben wollen, die selbst E-Mails versenden dürfen.
Ich habe deswegen vermehrt auf Exchange online umgestellt. Was wäre hier eine Alternative?
0
Mufftel
Mufftel21.01.2616:52
Wie sieht es mit Strongbox aus?
0
xcomma21.01.2616:57
konnektor
1Password
Früher praktisch die erste Software, die auf neu aufgesetzten Systemen bei mir landete und hab es damals auch wärmstens jedem empfohlen. Das ist aber Vergangenheit aufgrund diverser Entscheide (falls sich daran erneut was geändert hat, möge man mich korrigieren) wie der technische Umzug zu Electron, der Abo-Zwang, das Entfernen der Möglichkeit lokaler Vaults (und folglich auch dem lokalen Sync) und Cloud-only Ansatz, und letztendlich ging mir auch das penetrante Upselling Gehabe im Forum von ihnen gehörig auf den Keks.

Diverse Komfortfunktionen, die Cloud-basierte Passwordmanager-Lösungen mit sich bringen, verstehe ich schon, aber diese Art von Komfort tausche ich auf keinen Fall damit ein, dass ich meine Credentials ausserhalb meiner Wände bzw. in die Hände Fremder gebe. Das ist total hinrissig.
+3
xcomma21.01.2617:04
Mufftel
Wie sieht es mit Strongbox aus?
Aktuell empfehle ich Bekannten - sowie wird das auch mein eigener Migrationspfad werden - diese App. Zumindest auf dem iPhone. Durch einen Einmalkauf kann man sich auch das Mac Pendant holen und somit einen automatischen Sync (nehme ich stark an) hinbekommen.
Strongbox macht bisher einen sehr guten Eindruck.

Alternativ zur Mac Version - und spätestens wenn man (auch oder ausschliesslich) andere Betriebssysteme einsetzt, wäre dann mein Griff zu KeepassXC als Client derzeit erste Wahl.
Das im Kontext eines Individuums. "Family Sharing" oder gar Unternehmenseinsatz sind anderweitige Szenarien, die anders gelöst werden müssten - vermutlich via einem selbstgehosteten Bitwarden oder so (aber damit habe ich noch keine Erfahrung).

Zu Strongbox: es gibt aber mittlerweile ein kleines Geschmäckle, da die Firma leider von einer anderen, anscheinend nicht "so tollen" Firma aufgekauft wurde: .
Es gibt die Befürchtung, dass z.B. ein Abo-only-Modell früher oder später gestrickt wird.

Das gute am .kdbx Format ist - kurz gesagt - Open Source. Es gibt also viele andere Clients, die mit .kdbx umgehen können. Eine Alternative auf iOS, die auch nennenswert ist, wäre Keepassium .
+3
xcomma21.01.2617:21
konnektor
[..] schnell bei US-Software landet.
Im spezifischen Fall von Email-Server-Administrations-GUIs kann ich nichts dazu sagen, aber würde gerne eine generelle Differenzierung in dem Diskussionsstrang betonen (zumindest wäre das mein Verständnis bisher):
es geht ja nicht drum "US Software" generell zu ersetzen, sondern hauptsächlich Lösungen / Anwendungen von BigTech, von massgebenden Infrastrukturdienstleistern, von "mission criticial" Komponenten, von "den üblichen bekannten Produkten", die zumeist allesamt u.a. vereinen: kommerziell, proprietär, vendor-lock-in-mässig gebaut zu sein und zudem deren Unternehmen den staatlichen NSLs folgen müssen (wenn so ein Letter bei denen reinfliegt).

Hier spielt dann FOSS/FLOSS (wie auch immer) seine Stärke durch dessen Definition bereits aus. Also gemeint ist natürlich "Free Software" gemäss der FSF Definition (und nicht nur "Open Source", weil das - wie es heutzutage vielerorts inflationär und oft falsch gebraucht wird - nie das war, was RMS (Richard Stallman) und der FSF meinen ).

Und solche Free Software, derer viel auch aus den USA kommen, sind natürlich weiterhin tolle Sachen, die man eben nicht durch den Filter "US Software" ausschliessen sollte - und realistisch gesehen wohl auch gar nicht kann.

Free Software ermöglicht die Souveränität "by design".
+2
macblubb
macblubb21.01.2617:31
Hm, ist es nicht bei den meisten Passwortmanagern so, dass die "Tresore" auf einem Netzwerkspeicher nach Kundenwahl gelegt werden können?
„Don't touch anything and don't go to the toilet!“
0
xcomma21.01.2617:46
macblubb
[..] meisten Passwortmanagern [..] Netzwerkspeicher nach Kundenwahl?
Ich kann für mich nicht in Anspruch nehmen, dass ich alle oder zumindest sehr viele Lösungen dieser Art kenne, aber die bekannten Lösungsanbieter wie 1Password, LastPass (schon mehr als einen grossen Sicherheitvorfall gehabt), Dashlane & Co - geben diese Möglichkeit soweit ich weiss nicht und es wird ausschliesslich auf deren Servern gespeichert.

Anders ist das (anscheinend oft) bei Software, die das .kdbx Format nutzen, wie z.B. Strongbox. Hier kann man in der Tat wählen zwischen OneDrive, Dropbox, Google Drive, dann gibt es einen "Strongbox Sync" der glaub via iCloud-Mittel funktioniert (aber bin grad nicht 100% sicher), sowie kann man auch WebDAV und SFTP Server einbinden - spätestens hier kann man also eigene Server einbinden. Plus natürlich der lokalen Speicherung.
+2
macblubb
macblubb21.01.2618:03
Also ich benutze seit langem Enpass, ist natürlich Anbieter aus den USA, bin damals von 1password gewechselt aufgrund Abomodell. Da kann ich sichern wo ich möchte, dachte dass wäre häufiger der Fall.
„Don't touch anything and don't go to the toilet!“
+2
xcomma21.01.2618:22
macblubb
[..] Enpass, ist natürlich Anbieter aus den USA,
Als Enpass neu aufkam hatte ich mich damals grob umgesehen und es immer als indische Firma wahrgenommen: - sowie der indischen oder indisch-stämmigen Gründer.
Wie ich jetzt aber sehe wurde vor der indischen Niederlassung bereits eine Entity ca. 1/2 Jahr vorher in den USA gegründet: . Vermutlich das übliche Modell: Business Operations und globales Marketing-Blabla in/aus den USA, alles andere was vor allem Technologie und Entwicklung betrifft in Indien.
+2
fabisworld
fabisworld22.01.2608:26
Zum ursprünglichen Ausgangspunkt des Themas möchte ich noch auf eine hierzulande eher nicht so bekannte Option hinweisen: Den Anbieter Infomaniak in der Schweiz 🇨🇭



Das Unternehmen bietet sehr vielfältige Dienste und Lösungen an, die konsequent auf eigenständige Architekturen aufsetzen. Zudem sind Aspekte der Nachhaltigkeit etc. hier nicht bloß Marketing-Blabla, sondern gelebte Unternehmens-DNA. Ein Beipiel:

"Infomaniak hat gestern in Genf im Beisein von Behörden und wichtigen Projektakteuren offiziell ein neues Datacenter eingeweiht. Die Besonderheit? Das Datacenter verwertet 100% des verbrauchten Stroms für die Beheizung von 6000 Wohnungen pro Jahr. Es hat keine Auswirkungen auf das Stadtbild und ist im Untergeschoss einer partizipativen und umweltfreundlichen Genossenschaft untergebracht."

Link zum Bericht:
+7
konnektor22.01.2608:32
xcomma
Diverse Komfortfunktionen, die Cloud-basierte Passwordmanager-Lösungen mit sich bringen, verstehe ich schon, aber diese Art von Komfort tausche ich auf keinen Fall damit ein, dass ich meine Credentials ausserhalb meiner Wände bzw. in die Hände Fremder gebe. Das ist total hinrissig.
Wenn Du zu mehreren Personen ständigen Zugriff darauf haben musst und auch schnell auf Wechsel reagieren, dann hat das mit Komfort nichts mehr zu tun, es ist essenziell und ganz und gar nicht hirnrissig. Und dann lege ich lieber einen verschlüsselten Tresor ins Netz als dass ich ein Tor zu meiner lokalen Installation öffne.
Aber jeder hat andere Anwendungsszenarien. Für Privatpersonen ohne technisches Verständnis und Firmen halte ich 1Password immer noch für erste Wahl, für den ambitionierten Privatmenschen oder Einzelkämpfer mag es gegenüber der lokalen Installation keinerlei Vorteile bringen und im Abo teuer sein.
+1
konnektor22.01.2608:47
xcomma
... es geht ja nicht drum "US Software" generell zu ersetzen ...
Doch, darum geht es, denn wenn wir mal weiterspinnen, was Trump & Co noch so einfallen könnte, machst Du Dich extrem abhängig. Das mag Privat- oder Einzelpersonen nicht in dem Maße treffen wie Firmen. Eine US Regierung könnte Ausfuhrbeschränkungen oder -bedingungen erlassen. Würdest Du bedenkenlos chinesische oder russische Software einsetzen? US-Software könnte irgendwann mit ähnlichen Vorbehalten zu kämpfen haben. Es geht mir ja nicht um jetzt gerade aber bis wir eine unabhängige, europäische Softwareentwicklung aufgebaut haben, dauert es auch noch ein bisschen, wenn überhaupt.
Der zweite Punkt ist schlicht Unterstützung. Wenn jeder ständig auf US-Software zurückgreife hat die EU-Konkurrenz schlicht keine Chance.
0
xcomma22.01.2609:19
konnektor
Wenn Du zu mehreren Personen [..]
[..] schnell auf Wechsel reagieren,
Die Funktionen sind mir bewusst und sie sind nützlich, keine Frage.
konnektor
[..] und gar nicht hirnrissig.
Nicht die Funktionen sind hirnrissg - ganz im Gegenteil, sie sind sehr nützlich (es sind Komfortfunktionen..).
Was ich mit "hirnrissig" versuchte zu beschreiben ist die Grundidee überhaupt diese Art von sensiblen Informationen auf Servern anderer zu speichern.
+3
xcomma22.01.2609:28
konnektor
Doch, darum geht es [..],
Eine US Regierung könnte Ausfuhrbeschränkungen oder -bedingungen erlassen.
Du meinst also, dass Free Software beschränkt werden könnte?
konnektor
Würdest Du bedenkenlos chinesische oder russische Software einsetzen?
Genauso "wenig oder mehr" bedenkenlos wie Software von Entwicklern anderer Nationalitäten. Es gibt natürlich hier die Grundeinstellung, dass alles aus diesen beiden Ländern mit Vorsicht zu geniessen ist - dieser "Erziehung" kann ich mich leider auch nicht gänzlich entziehen.
Russische Software habe ich bereits gekauft und eingesetzt, da ich keine adäquaten Lösungen woanders gefunden habe.
Ganz abgesehen davon, vor allem wenn du in den FLOSS Bereich gehst, wo es Projekte mit Unterstützern aus den verschiedensten Ecken der Welt gibt, wird es schwierig eine solch diskrimierende Unterscheidung vorzunehmen. Zumal das ja grad einer der "obersten Selling Points" ist von Free Software - der Zugriff (sowie Verwendung / vollständige Kontrolle) auf den vollständigen Source Code. Ja, in der Praxis kann nicht jeder was damit anfangen, aber viele verlassen sich dann auf viele andere, die den Code visiert haben und/oder weiterentwickeln. Im Gegensatz zu Closed Source, wo man wirklich überhaupt keine Ahnung hat, was einem da untergeschoben wird.
konnektor
Der zweite Punkt ist schlicht Unterstützung.
Stimme dir zu. Aber ich fokussierte mich mit meinem Kommentar explizit auf Free Software und eben nicht auf die Art von Software, die dir mutmasslich vorschwebt (und aus diesem Standpunkt heraus bin ich ganz deiner Meinung). Und genau deshalb wollte ich ja die Differenzierung hervorheben.
+3
Liebestöter22.01.2614:03
Ich plane zumindest meine icloud nur noch für Mail zu nutzen. Im Frühjahr schaffe ich eine Synologie an und werde dann meine eigene NextCloud im Keller haben.

Apple Home habe ich bereits 2025 auf einen HA Green umgezogen.
Adressbuch und Kalender kommen dann auf die Next Cloud via WebDav.
Fotos wird auf Imich migriert.
Devonthink via WebDav, evtl. später durch Papertless ersetzt.
Notizen gehen auf Joplin
Mail müsste ich zu einem anderen Anbieter umziehen und die Apple Adresse nur noch als Alias nutzen, aber erstmal Next Cloud.

Messenger bleiben natürlich, wie schon jemand oben schrieb, dass Problem. man müsste sein Umfeld von WhastApp weg bekommen, das habe ich schon mehrmals erfolglos versucht.

Natürlich ist so eine Open Source Lösung im Keller nur was für Freaks die den Kram so wie ich seit über 30 Jahren mit Leidenachaft und beruflich machen.
Otto Normaluser ärgert sich vielleicht, aber wird bei den mit dem Handy und Rechner gelieferten Lösungen bleiben, was ich mit Blick auf Kosten und Aufwand auch verstehen kann.
+2
Peter Eckel24.01.2610:58
Liebestöter
Ich plane zumindest meine icloud nur noch für Mail zu nutzen.
... und auch (oder gerade das würde ich sein lassen.

Das betrifft jetzt nicht nur iCloud, sondern alle generischen E-Mail-Anbieter: Wer nicht seine eigene Domain nutzt und seine eigenen E-Mail-Adressen hat, ist unauflösbar (zumindest ohne massive Brüche in der Kommunikation) mit dem Anbieter verbunden. Wenn Du Deine iCloud-Mail aufgibst, ist Deine Mailadresse weg - es sei denn, Du arbeitest schon seit jeher mit Alias-Adressen einer eigenen Domain.

iCloud Mail (ohne Aliases) vereint die Nachteile: Anbieter aus USA, Bindung an die Mailadresse. Worst case (OK, es könnte noch schlimmer sein, Google z.B., ein Big Player der Werbemafia).

Klar, wenn man einmal damit angefangen hat, eine Adresse bei @gmx.de, @gmail.com etc.pp. zu nutzen, ist der Umstieg schwierig. Aber wenn man ihn nicht irgendwann vornimmt, bleibt man gebunden. Und machen wir uns nichts vor: An E-Mail hängt heute de facto fast alles. Wenn man Dir Deinen E-Mail-Account abdreht, bist Du online erstmal abgeschaltet. E-Mail ist eine höchst kritische Dienstleistung und sollte niemals von Dritten abhängig sein - zugleich ist es bei keinem anderen Dienst einfacher, sich abzukoppeln, da E-Mail dezentral ist.
Liebestöter
Mail müsste ich zu einem anderen Anbieter umziehen und die Apple Adresse nur noch als Alias nutzen, aber erstmal Next Cloud.
Genau das ist der Weg!
Liebestöter
Messenger bleiben natürlich, wie schon jemand oben schrieb, dass Problem. man müsste sein Umfeld von WhastApp weg bekommen, das habe ich schon mehrmals erfolglos versucht.
Da hatte ich es einfacher: Ich habe WA im Februar 2014 spontan abgeschaltet, nachdem der Aufkauf durch Facebook bekannt wurde. Abgeschaltet, App gelöscht, Kontakte auf Threema umgezogen. Heute ist es vermehrt Signal, Threema hat ein paar praktische Nachteile.

Aber es geht auch heute, und gerade angesichts der Nachrichten aus USA bemerke ich erhöhte Bereitschaft, sich von Mark Zuckerbergs Diensten abzuwenden - Trump sei Dank. Ich habe kürzlich ein Klassentreffen gehabt, bei dem die Idee aufkam, doch eine WhatsApp-Gruppe einzurichten: Es ist dann eine Signal-Gruppe geworden. Einigen habe ich ein wenig Support bei der Einrichtung gegeben, dann lief alles.

Und was das "Umfeld" angeht: Anscheinend bin ich den Leuten in meinem Umfeld wichtig genug, daß sie sich zumindest einen zusätzlichen Messenger installieren. Das reicht mir erstmal - kleine Schritte.

Schöner wäre eine dezentrale Lösung, aber da muß erst einmal die Skalierbarkeit bewiesen werden - im kleinen Kreis experimentiere ich gerade (erstaunlich erfolgreich) mit DeltaChat, einem Messenger, der für die Infrastruktur auf SMTP, also E-Mail-Server, setzt. Damit wäre man dann auch von einem Single Point of Failure weg. Alternativ gibt es natürlich immer noch Matrix, aber damit bin ich bislang einfach nicht warm geworden - zu fett für meinen Geschmack.
Liebestöter
Natürlich ist so eine Open Source Lösung im Keller nur was für Freaks die den Kram so wie ich seit über 30 Jahren mit Leidenachaft und beruflich machen.
Wenn man es ad ultimo betreiben will (was ich auch seit vielen Jahren mache): Ja, absolut. Aber es gibt gute Mittelwege: In Europa gehostete NextCloud-Instanzen und Mailserver sind ubiquitär, das ist schon fast "Qual der Wahl". Eine eigene Domain für Mail, Hosting etc. hat man sich schnell zusammengeklickt, das ist auch alles kein Hexenwerk.

Man muß das Zeug nicht in den eigenen Keller stellen - das ist auch eine Preisfrage, meine Stromrechnung willst Du gar nicht sehen - aber zumindest im eigenen Land ist das alles keine Zauberei, und der entscheidende Punkt ist die Mobilität - wenn es in Land X nicht mehr akzeptabel ist, dann zieht man halt in Land Y und kann nahtlos weitermachen.
Liebestöter
Otto Normaluser ärgert sich vielleicht, aber wird bei den mit dem Handy und Rechner gelieferten Lösungen bleiben, was ich mit Blick auf Kosten und Aufwand auch verstehen kann.
Hier steht halt Bequemlichkeit gegen Sicherheit. Da sind auch die Dienstleister gefragt (und machen teils einen wirklich guten Job): Wenn es kein Riesenaufwand ist, dann denken die Leute auch nach, das beweist schon allein diese Diskussion hier.
„Ceterum censeo librum facierum esse delendum.“
+6
Performant8424.01.2612:12
Peter Eckel
Liebestöter
Ich plane zumindest meine icloud nur noch für Mail zu nutzen.
... und auch (oder gerade das würde ich sein lassen.

Das betrifft jetzt nicht nur iCloud, sondern alle generischen E-Mail-Anbieter: Wer nicht seine eigene Domain nutzt und seine eigenen E-Mail-Adressen hat, ist unauflösbar (zumindest ohne massive Brüche in der Kommunikation) mit dem Anbieter verbunden.

machen wir uns nichts vor: An E-Mail hängt heute de facto fast alles. Wenn man Dir Deinen E-Mail-Account abdreht, bist Du online erstmal abgeschaltet.
Darum wäre Email wahrscheinlich das allererste (und nicht das letzte), bei dem ich - mit eigener Domain und Wahl des Anbieters - auf Souveränität setzen würde.

Zumal es bei Email ja - im Vergleich zu vielen anderen Service oder Softwareprogrammen - tatsächlich so einfach möglich ist. Hier gibt es ja viele unabhängige Anbieter (z.B. Mailbox.org, Tutanote, Posteo - wenngleich letztere externe Domains nicht wirklich schön unterstützen), neben vielen Webhostern.
+2
Peter Eckel24.01.2613:33
Performant84
Darum wäre Email wahrscheinlich das allererste (und nicht das letzte), bei dem ich - mit eigener Domain und Wahl des Anbieters - auf Souveränität setzen würde.
Genau mein Punkt. Vielleicht habe ich mich mißverständlich ausgedrückt: iCloud Mail weiter zu benutzen ist das erste, was ich sein lassen würde, oder andersherum: Das wäre das erste, was ich ablöse.
Performant84
Zumal es bei Email ja - im Vergleich zu vielen anderen Service oder Softwareprogrammen - tatsächlich so einfach möglich ist. Hier gibt es ja viele unabhängige Anbieter (z.B. Mailbox.org, Tutanote, Posteo - wenngleich letztere externe Domains nicht wirklich schön unterstützen), neben vielen Webhostern.
Eben.
„Ceterum censeo librum facierum esse delendum.“
+2
System 6.0.1
System 6.0.124.01.2614:29
Liebestöter
Messenger bleiben natürlich, wie schon jemand oben schrieb, dass Problem. man müsste sein Umfeld von WhastApp weg bekommen, das habe ich schon mehrmals erfolglos versucht.

Mitte Dezember habe ich alle WhatsApp-Kontakte mit denen ich tatsächlich in Kontakt stehe angeschrieben, und sie informiert, dass ich ab dem 1.1.2026 nur noch und ausschließlich über E-Mail und Signal erreichbar bin. Vor ein paar Tagen habe ich dann noch mal reingesehen, ob da noch was kam, und dann WA auf allen Geräten gelöscht.

Überraschung! Viele Kontakte nutzen parallel zu WA ebenfalls Signal. Für die war das kein Problem. Einige haben sich Signal installiert, um mit mir in Kontakt zu bleiben. Was mit dem Rest ist weiß ich nicht. Das ist aber auch deren Sache.

Klar, ich kann mir das leisten. Besonders im beruflichen Umfeld geht das nicht (immer). Nach meiner Erfahrung muss ich aber sagen, WhatsApp ist weit verbreitet, aber absolut nicht in Stein gemeißelt.

Als Unternehmer hätte ich durchaus WA als unsicheren Messenger ablehnen können. Der Widerstand dagegen wäre wohl gegen Null gelaufen. Im privaten Umfeld, also beispielsweise in den berühmt berüchtigten Klassen-Chats, hätte ich auf Informationen via E-Mail bestehen können. Und das nicht nur, weil in einer E-Mail der Stand einer Diskussion festgelegt ist. Man sagt dort was ist, und nicht wie man denkt, das es sein könnte.

Ich denke, wir reden uns mit der Aussage, WA kann man nicht einfach aufgeben, zu schnell raus. Meine Erfahrung der letzten Wochen hat mir bestätigt, das es doch geht. Und wenn eine wichtige Person (Oma Gretel aus Neukirchen-Vluyn) sich nicht umstellen kann, dann halte ich ihr natürlich diesen Kanal offen. Aber nur für die Oma!
„„A lot of times, people don't know what they want until you show it to them.“ Steve Jobs, 1998“
+3
Peter Eckel24.01.2620:51
System 6.0.1
Überraschung! Viele Kontakte nutzen parallel zu WA ebenfalls Signal. Für die war das kein Problem. Einige haben sich Signal installiert, um mit mir in Kontakt zu bleiben. Was mit dem Rest ist weiß ich nicht. Das ist aber auch deren Sache.
Das deckt sich recht genau mit meinen Erfahrungen.
System 6.0.1
Klar, ich kann mir das leisten. Besonders im beruflichen Umfeld geht das nicht (immer). Nach meiner Erfahrung muss ich aber sagen, WhatsApp ist weit verbreitet, aber absolut nicht in Stein gemeißelt.
Im Berufsumfeld ist WA meiner Erfahrung nach nicht existent, insofern kann ich dazu nichts sagen. WA-Nutzung im Geschäftsumfeld halte ich aber auch angesichts der Rechtslage für sehr fragwürdig.
System 6.0.1
Im privaten Umfeld, also beispielsweise in den berühmt berüchtigten Klassen-Chats, hätte ich auf Informationen via E-Mail bestehen können. Und das nicht nur, weil in einer E-Mail der Stand einer Diskussion festgelegt ist. Man sagt dort was ist, und nicht wie man denkt, das es sein könnte.
Ich selbst mache die Erfahrung nicht, aber mir wird immer wieder erzählt, daß gerade bei der Koordination in der Nachbarschaft, im Sportverein, Kindergarten, Schule etc. der größte Widerstand gegen Alternativen besteht. Kann ich weder bestätigen noch widerlegen.
System 6.0.1
Ich denke, wir reden uns mit der Aussage, WA kann man nicht einfach aufgeben, zu schnell raus. Meine Erfahrung der letzten Wochen hat mir bestätigt, das es doch geht. Und wenn eine wichtige Person (Oma Gretel aus Neukirchen-Vluyn) sich nicht umstellen kann, dann halte ich ihr natürlich diesen Kanal offen. Aber nur für die Oma!
Wie gesagt: Meine Erfahrung deckt sich mit der Deinen. Und Oma Gretel wird migriert, ob sie will oder nicht, sonst gibt's keinen IT-Support mehr!
„Ceterum censeo librum facierum esse delendum.“
+3
TMS
TMS25.01.2612:35
Ist die Diskussion hier nicht zumindest teilweise etwas von und für Leute, die sich die Webcam mit einem Aufkleber abdecken?

Und das:
Peter Eckel
...
Wie gesagt: Meine Erfahrung deckt sich mit der Deinen. Und Oma Gretel wird migriert, ob sie will oder nicht, sonst gibt's keinen IT-Support mehr!
spricht Bände...
-3
MLOS25.01.2613:21
Je spezieller der Anwendungsfall ist, umso schwieriger wird es, umzusteigen.
Ich fühle mich als Blinder aktuell z.B. stark an US-Software gebunden, ohne bisher klaren Ausweg. Apple bietet integrierte produktivtaugliche Zugänglichkeitsfunktionen für Blinde, auf die ich angewiesen bin. Entsprechende Software für Windows kommt auch aus den USA oder aus dem Open Source Space, aber leider ist ja dann Windows wieder das Problem, und das nicht nur, weil es aus den USA kommt.
Am liebsten wäre mir eine Linux-Distribution, die ich mir so zusammenstellen kann, wie ich es brauche. Leider ist die Barrierefreiheit da nicht besonders gut. Es gibt zwar Lösungen, die sind aber eher schlecht als recht und eignen sich für mich nicht für den produktiven Einsatz.
Natürlich könnte man selbst mit anpacken um diese Lösungen besser zu machen. Aber das ist halt nicht mal eben am Wochenende ein bisschen was machen, sondern ein Vollzeitjob. Leider ist die Community da im Gegensatz zu der angesprochenen Open Source-Lösung unter Windows (NVDA) zu klein. Und mangels Barrierefreiheit aktuell kriege ich ja nichtmal eine Umgebung so zum LAufen, dass ich mich mal mit einer der Lösungen vertraut machen könnte.
Ich habe schon mehrfach versucht, ein System aufzusetzen. Mehr als Shell-Sitzungen sind nicht brauchbar. Das ist mir bei Servern ganz recht, aber am Desktop und/oder Laptop hätte ich dann schon auch gerne ein zugängliches GUI, weil rein textbasierte Interfaces keinerlei semantische Informationen anbieten und keine Möglichkeit für effiziente Navigation bieten (z.B. Nach Überschrift navigieren, schnell einen Bereich weiter, etc, weil eben alles Text ist).
+1
adiga
adiga25.01.2618:20
System 6.0.1


Klar, ich kann mir das leisten. Besonders im beruflichen Umfeld geht das nicht (immer). Nach meiner Erfahrung muss ich aber sagen, WhatsApp ist weit verbreitet, aber absolut nicht in Stein gemeißelt.

In meinem beruflichen Umfeld wird WA nicht benutzt (ausser für private Dinge). Beruflich geht nur Threema Work.
+1
Peter Eckel26.01.2609:28
TMS
Ist die Diskussion hier nicht zumindest teilweise etwas von und für Leute, die sich die Webcam mit einem Aufkleber abdecken?
Wenn Du das Thema der digitalen Souveränität im Aluhut-Bereich verortest, dann ist es in der Tat wohl eher nichts für Dich.
TMS
Und das:
Peter Eckel
...
Wie gesagt: Meine Erfahrung deckt sich mit der Deinen. Und Oma Gretel wird migriert, ob sie will oder nicht, sonst gibt's keinen IT-Support mehr!
spricht Bände...
Stimmt, nämlich über Deine Fähigkeit (oder Deine Bereitschaft), nicht ganz ernst gemeinte und mit einem Smiley versehene Aussagen zu interpretieren.
„Ceterum censeo librum facierum esse delendum.“
+8
TMS
TMS26.01.2617:38
Peter Eckel
TMS
Ist die Diskussion hier nicht zumindest teilweise etwas von und für Leute, die sich die Webcam mit einem Aufkleber abdecken?
Wenn Du das Thema der digitalen Souveränität im Aluhut-Bereich verortest, dann ist es in der Tat wohl eher nichts für Dich.
Meinst Du nicht, dass da zumindest ein Schuss Aluhut im Cocktail ist? Oder ist das auch alles ganz sachlich, pure Wissenschaft und letztlich nichts als die Wahrheit?
Schon ein bisschen sanfte Kritik an dieser Haltung der Rückbesinnung mit (zugegebenermaßen immanenten) nationalen Untertönen ist nicht auszuhalten, oder?
Peter Eckel
TMS
Und das:
Peter Eckel
...
Wie gesagt: Meine Erfahrung deckt sich mit der Deinen. Und Oma Gretel wird migriert, ob sie will oder nicht, sonst gibt's keinen IT-Support mehr!
spricht Bände...
Stimmt, nämlich über Deine Fähigkeit (oder Deine Bereitschaft), nicht ganz ernst gemeinte und mit einem Smiley versehene Aussagen zu interpretieren.
Wenn das witzig sein soll, habe ich tatsächlich eine andere Art von Humor...
-6
Falki26.01.2617:59
Bis hierhin bedanke ich mich für die überwiegend sachlichen Hinweise. Ich bin allerdings etwas sehr unsicher, wie ich vorangehen sollte. Ich freue mich über den Hinweis zum Kuketz-Blog. Vielleicht trägt er zur Erhellung bei.
Letztlich sind wir User doch nur die Nutzer. Entscheidungen von Tragweite müssen im Bereich der europäischen Unternehmen (und wohl auch von der Politik) getroffen werden.
Ich möchte auf jeden Fall dazu beitragen, dass unser wunderbares Europa nicht auf Dauer von Oligarchen abhängig ist - mit allen sich daraus ergebenden möglichen Unsicherheiten.
+4
haschuk26.01.2618:23
TMS
Meinst Du nicht, dass da zumindest ein Schuss Aluhut im Cocktail ist? Oder ist das auch alles ganz sachlich, pure Wissenschaft und letztlich nichts als die Wahrheit?
Schon ein bisschen sanfte Kritik an dieser Haltung der Rückbesinnung mit (zugegebenermaßen immanenten) nationalen Untertönen ist nicht auszuhalten, oder?

Eigentlich war in diesem Thread die Vereinbarung, dass der politische Unterton hier unterlassen wird. Leider versuchst Du nun schon das zweite Mal, hier zu politisieren. Und zwar als einziger Teilnehmener.

Hier geht es um das Aufzeigen von Lösungsmöglichkeiten europäischer digitaler Souveränität. Und ein Nachdenken darüber ist weit von irgendwelchen nationalen Untertönen entfernt. Zumal wir hier nicht von nationalen Lösungen sprechen, sondern von europäischen. Und den Versuch realistischer Einschätzungen wie zB in den Beiträgen von xcomma.
+3
sudoRinger
sudoRinger26.01.2619:42
Falki
Ich möchte auf jeden Fall dazu beitragen, dass unser wunderbares Europa nicht auf Dauer von Oligarchen abhängig ist - mit allen sich daraus ergebenden möglichen Unsicherheiten.
Ohne zu klären, ob es bei der "Oligarchen-Abhängigkeit" um Datenschutz, Abo-Unabhängigkeit, Vendor Lock-in oder politische Risiken geht, sind Empfehlungen wie "LibreOffice statt Office" oder "Signal statt WhatsApp" möglicherweise am Problem vorbei. "LibreOffice statt Office" adressiert den Vendor Lock-in, hilft aber null gegen politische Zugriffssperren, wenn die Daten bei Dropbox liegen. Über solche Dinge sollte man sich Gedanken machen, bevor man die US-Dienste durch europäische Lösungen ersetzt, die nicht zwangsläufig alle besser sind.
0
sebi.st26.01.2620:51
ohne22
Daher mal konkret gefragt: Was wäre denn eine Alternative zu iCloud? Im Detail wäre ein möglichst einfacher und gut in macOS und iOS integrierter Cloudspeicher interessant. Oder alternativ eine Datensynchronisation zwischen mehreren Geräten – optional auch zwischen mehreren Benutzern.

Da ich es wichtig finde meine Daten bei mir zu haben, versuche ich möglichst viel selbst zu hosten.
Um den Aufwand im Rahmen zu halten, nutze ich eine Synology. Hier laufen folgende Dienste:
- Proxmox MailGateway zum Filtern der Mails als eigene VM
- Synology MailPlus als Mailserver
- Synology Photo um Bilder von den Smartphones direkt zu sichern und in der Familie zu teilen
- Server für gemeinsame/private Kalender und Kontakte
- Synology Drive (mit Synology Office) als Ersatz für Dropbox
- Eine Ubuntu VM mit Docker für Paperless, Bitwarden als Passwortmanager und Wireguard.

Dies erfordert eine feste IP, eine Firewall und das KnowHow zur sicheren Konfiguration und Betrieb eines Mailservers und eine gut überlegte Backup Strategie und ist nicht mal eben gemacht.
Aber wenn das System läuft ist es ein gutes Gefühl seine Daten bei sich zu haben und nicht auf CloudDienste angewiesen zu sein!

Für Webseiten und Domains nutze ich hosting.de.
+1
haschuk26.01.2622:57
sudoRinger
Falki
Ich möchte auf jeden Fall dazu beitragen, dass unser wunderbares Europa nicht auf Dauer von Oligarchen abhängig ist - mit allen sich daraus ergebenden möglichen Unsicherheiten.
Ohne zu klären, ob es bei der "Oligarchen-Abhängigkeit" um Datenschutz, Abo-Unabhängigkeit, Vendor Lock-in oder politische Risiken geht, sind Empfehlungen wie "LibreOffice statt Office" oder "Signal statt WhatsApp" möglicherweise am Problem vorbei. "LibreOffice statt Office" adressiert den Vendor Lock-in, hilft aber null gegen politische Zugriffssperren, wenn die Daten bei Dropbox liegen. Über solche Dinge sollte man sich Gedanken machen, bevor man die US-Dienste durch europäische Lösungen ersetzt, die nicht zwangsläufig alle besser sind.

Da bin ich vollkommen bei Dir. Nur wenn wir dann über Dropböxle reden, wurde da ja die Hälfte des Sinnvollen nicht erfüllt. Nextcloud kann hier wiederum Dropi ersetzen. Auch immer im Background, dass Open Source, FOSS oder was auch immer Entwickler außerhalb Europas inkludiert. xcomma hat hier einige Beiträge geliefert.
Und das hatte ich im Grundsatz fast am Anfang schon angesprochen. Auf ein europäisches Rechenzentrum zu setzen, dass ihre Struktur auf VMWare aufbaut, ist dann auch so lala.
0
Claus Becker
Claus Becker27.01.2607:55
Moin,

Ich hänge mich mal hier ran, bin aber noch nicht komplett umgezogen.
Nextcloud ist ja eine gute Cloud alternative, Devonthink per WebDAV.
Mailbox.org läuft auch.

Was bei mir noch das Problem darstellt, sind Apple Fotos, geht ja leider nur mit iCloud.
Fotos in Nextcloud hochladen vom Handy alles kein Problem, nur eben nicht mit Apple Fotos.

Wie macht ihr das, welche alternative nutzt ihr oder auch die Fotos mit Nextcloud im Browser? Fotos sind nur noch Hobby nebenbei, also nichts professionelles.

Gruß
Claus
+3
LoCal
LoCal27.01.2609:16
Zum Thema digitale Souveränität: Jeff Bezos macht kaum noch einen Hehl daraus, dass die großen Konzerne, allen voran Amazon, OpenAI, Google, usw, darauf aus sind, dass wir bald keine eigenen Rechner mehr haben, sondern alles schön in der Cloud lassen.
Und wenn ich hier auf meinen Ministerpräsidenten, Markus Söder, (ich habe ihn nicht gewählt) und seine CSU schaue, wie die sich gerade mit voller Wucht in die Abhängigkeit von Microsoft katapultieren wollen, dann wir mir echt schlecht. Nicht nur, dass sie einen Milliardenauftrag ohne öffentliche Ausschreibung durch die Instanzen schmuggeln wollten, nein auch mit welcher Dreistigkeit sie das verteidigen und behaupten, damit die digitale Souveränität sogar noch zu stärken… m(
„Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem“
+3
centris27.01.2609:27
Was ist Europa? Wenn alle Digitalkonzerne französisch oder polnisch wären, wäre dies für Deutschland auch nicht besser. Entscheidend ist am Ende die Souveränität des Einzelnen.
-4
Wauzeschnuff
Wauzeschnuff27.01.2609:42
centris
Was ist Europa? Wenn alle Digitalkonzerne französisch oder polnisch wären, wäre dies für Deutschland auch nicht besser. Entscheidend ist am Ende die Souveränität des Einzelnen.

Europa ist - je nach Sinnzusammenhang - ein Kontinent, eine Sagengestalt oder ein Synonym für die EU. Allerdings schütten Sie hier das Kind mit dem Bade aus. Wenn jemand sagt, dass er europäische Alternativen bevorzugt, dann eben tatsächlich Alternativen aus ganz Europa (bzw. der ganzen EU - je nach dem). Und das ist eben das genaue Gegenteil von "alles aus hier-Land-Ihrer-Wahl-einsetzen" und vor allem auch das Gegenteil vom heutigen "alles aus den USA".

Und genau das dient im Endeffekt dann der Souveränität des Einzelnen. Die Alternative wäre nämlich nicht etwas, alle Dienste die man nutzt auch selbst zu hosten. Dazu sind 99% der Einwohner nämlich nicht in der Lage, nicht nur wegen fehlender Kompetenzen, sondern auch wegen fehlender materieller und personeller Möglichkeiten. Die Alternative zur Nutzung europäischer Dienste wäre also der komplette Verzicht auf das Internet (so man amerikanische Dienste aus welchen Gründen auch immer ablehnt).
+2
LoCal
LoCal27.01.2609:46
centris
Was ist Europa? Wenn alle Digitalkonzerne französisch oder polnisch wären, wäre dies für Deutschland auch nicht besser. Entscheidend ist am Ende die Souveränität des Einzelnen.

Nein, denn deshalb haben wir die EU und haben gemeinsame Regeln und daran haben sich französische, polnische oder auch deutsche Unternehmen zu halten.
Und "alleine" wäre Deutschland, gerade jetzt, komplett aufgeschmissen.
„Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem“
+9
Wauzeschnuff
Wauzeschnuff27.01.2609:50
Claus Becker
Was bei mir noch das Problem darstellt, sind Apple Fotos, geht ja leider nur mit iCloud.
Fotos in Nextcloud hochladen vom Handy alles kein Problem, nur eben nicht mit Apple Fotos.

Ich verstehe gerade nicht ganz, was Dein Problem ist. Mit der NextCloud iOS App solltest Du doch die Fotos aus Apple-Fotos in die NextCloud synchronisieren können?
+2
MetallSnake
MetallSnake27.01.2611:11
centris
Was ist Europa? Wenn alle Digitalkonzerne französisch oder polnisch wären, wäre dies für Deutschland auch nicht besser. Entscheidend ist am Ende die Souveränität des Einzelnen.

Was ist der Einzelne? Deutschland? NRW? Köln? Eine Person?
Warum nicht Europa?
„Wer kann mir helfen? - 'Nicht richtig gelesen. Setzen, sechs.', wo ist mein Fehler? https://www.mactechnews.de/news/article/S-187416.html#newscomment1621890“
+2

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