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Audiokassetten digitalisieren ab macOS 11

shotekitehi
shotekitehi13.01.2122:10
Hallo,

ich habe noch einige alte Kassetten rumliegen und möchte die gerne digitalisieren.

Im Online-Handel gibt es diverse Geräte, aber offenbar Probleme mit macOS 11 - z.B. hier (siehe Q+A)


Eine Lösung könnte ein Gerät sein, dass direkt auf den USB-Stick überspielt

Aber bin für jeden auch anderen Tipp dankbar.
Hat jemand hier Erfahrungen, Tipp für Hardware/ Software/ Workflow?

Vielen Dank.

Gruß, shotekitehi
„Auf der Schachtel stand: ‘Benötigt Windows XP oder besser’. Also habe ich mir einen Mac gekauft.“
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Kommentare

timp
timp13.01.2122:41
Hast du ein normales Tapedeck, Walkman oder Kassettenradio mit Audio out? Dann brauchst du nur noch ein billiges Audio-Interface, zb. sowas
Aufnehmen kannst du mit GarageBand oder Audacity.
„Never argue with an idiot. He'll bring you down to his level and then beats you with experience.“
+2
Krypton13.01.2123:07
Kommt ganz auf die Art der Kassetten, die Wichtigkeit und deinen Qualitätsanspruch an. Die verlinkten Geräte sind wohl mit das billigste, was du an Tape-Laufwerken bekommen kannst. Eine vernünftige Aussteuerung, Dolby B, Dolby C (wenn die Tapes damit aufgenommen wurden), Anpassung an den Band-Typ (Chrom, Metal) wirst du damit nicht bekommen. Ebenso ist die Geschwindigkeit bei so billigen Laufwerken oft nicht top (leicht zu schnell / zu langsam) oder sie neigen zum «eiern» (wechselnde Geschwindigkeit).

Wenn die Qualität egal ist und du das nur aus Nostalgie- und Erinnerungswert machst, dürfte das Tape > USB-Gerät das richtige sein. Bei höherem Anspruch würde ich ein richtiges Baustein-Tapedeck (gebraucht, oder du hast selbst ein brauchbares) besorgen. Das kannst du später ja vermutlich für einen ähnlichen Preis wieder verkaufen. Bei dem könntest du dann via Cinch (Line-Out) in ein USB-Audio-Interface rein und damit aufnehmen. Hier bietet sich etwa die 80-150 € Klasse an (mehr ist selten auf dem Tape), etwa ein Focusrite Scarlet, ein Steinberg UR22, Motu M2, Presonus AudioBox oder Studio 24 oder deren Vorgänger an. Die gibt’s gebraucht auch deutlich günstiger.

An Software dürfte GarageBand oder auch Audacity reichen. Wenn du noch ein altes macOS und ein altes Toast Titanium Pro hast, könntest du den damals enthaltenen SpinDoctor verwenden. Der hat noch spezielle Filter zum entrauschen und entrumpeln. Andere Software wie Amadeus, Logic, Adobe Audition (in Creative Cloud enthalten) gehen natürlich auch.

Tutorials für Audacity gibt’s bei Youtube, etwas das hier (englisch) . Anleitungen zum entrauschen (denoising) findest du auf dem selben Weg (wenn das für die Tapes eine Rolle spielt).
+6
sambuca2314.01.2109:48
Je nachdem wie viele Kassetten du digitalisieren willst würde ich auch mal über einen Dienstleister mir Gedanken machen. Da gibt es einige - zB .

Für eine Handvoll Kassetten extra Geräte anschaffen, die man nur einmal benutzt und dann in die Ecke stellt, oder wieder weiterverkauft. Oder gar viele Kassetten, die man dann alle in Echtzeit digitalisieren und schneiden (wenn es die Software nicht automatisch kann) muss, lohnt sich vielleicht der ganze Umstand nicht.

Einfach hinschicken und machen lassen...
+2
maschu666
maschu66614.01.2110:00
Wird in manchen Büchereien nicht so ein Service angeboten? Wäre vielleicht auch eine Möglichkeit.
„Look at all the fucks i don‘t give...“
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Bassoonist
Bassoonist14.01.2110:32
Krypton

Hast Du ne Idee, welche Filter man bei Logic drüber legen müsste?
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bernddasbrot
bernddasbrot14.01.2110:38
Aber bei fast EUR 10 pro Kassette ist nach zwei Tapes die Hardwareanschaffung weitaus günstiger! Im Zweifelsfall hat im Bekanntenkreis auch noch jemand Verwendung dafür.
sambuca23
Je nachdem wie viele Kassetten du digitalisieren willst würde ich auch mal über einen Dienstleister mir Gedanken machen. Da gibt es einige - zB .

Für eine Handvoll Kassetten extra Geräte anschaffen, die man nur einmal benutzt und dann in die Ecke stellt, oder wieder weiterverkauft. Oder gar viele Kassetten, die man dann alle in Echtzeit digitalisieren und schneiden (wenn es die Software nicht automatisch kann) muss, lohnt sich vielleicht der ganze Umstand nicht.

Einfach hinschicken und machen lassen...
+1
pwvergessen14.01.2110:55
Ich habe mir zu diesem Zweck dieses Gerät beschafft

Sowohl mit der Bedienung als auch mit der Qualität bin ich zufrieden.
-1
Krypton14.01.2112:24
Bassoonist
Hast Du ne Idee, welche Filter man bei Logic drüber legen müsste?

Kommt auf die Logic Version an. Ab 10.3 gibt es ein Noise Reduction Plugin, hier erklärt (englisch)

Je nach Anspruch gibt es natürlich noch externe Plug-Ins, die hier ggf. noch besser geeignet sind. In diesem Video wird beispielswiese das recht mächtige iZotope RX verwendet Das liegt in der Normalversion bei 330 €, ist aktuell als Aktion in der Essentials-Version für schlanke 17 € erhältlich
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Noname081514.01.2113:05
Also, ich beschäftige mich ausgiebig mit solchen Dingen. Für den Einstieg folgendes. Wenn Ihr eine Thunderbolt Dock habt mit Line Eingang diesen über die Systemeinstellungen aktiv schalten. Je nach Doch stehen dann verschiedene Abtastfrequenzen durch den Mac zur Verfügung. Im allgemeinen 44,1 kHz.



Als Software ist derzeit TwistetWave empfehlenswert, wenn auch nicht kostenlos.


In TwistetWave die Geräte (Devices) unter Preferences auswählen.



Dann muss der Line Eingang oder der Microfoneingang mit dem Line Out des Kassettendecks verbunden werden. das nötige Kabel im Elektrohandel kaufen.

Alle nötigen Filter sind in TwistetWave vorhanden. Zum einen einen Klick und Crackle Filter. Dann ist die Nutzung eines Rausch (Noise) Filters empfehlenswert.

Eine andere gute Software ist RX8 von iZotope. Diese Software hat bei der Wandlung von Kassetten und Schallplatten seine Vorzüge. Es gibt verschiedene Editionen.


Hier sind die Preise der Editionen ersichtlich. Die Lite oder Standard Version sollte reichen.



Mit RX8 kann auch wie in TwistetWave Music aufgezeichnet werden.
+3
shotekitehi
shotekitehi14.01.2114:46
schon mal VIELEN DANK für die zahlreichen und durch die Bank nützlichen Tipps.

Aktuell fehlt es mir noch an der Hardware - die Kasettenradios die ich hatte, sind alle defekt - aber ich denke ich werde noch irgendwo etwas auftreiben (bei Freunden leihen).

Dann würde ich es mit damit probieren:
timp
Hast du ein normales Tapedeck, Walkman oder Kassettenradio mit Audio out? Dann brauchst du nur noch ein billiges Audio-Interface, zb. sowas
Aufnehmen kannst du mit GarageBand oder Audacity.

und ggf. die Quali entsprechend der anderen Tipps anpassen.

Davon habe ich noch nichts gehört:
maschu666
Wird in manchen Büchereien nicht so ein Service angeboten? Wäre vielleicht auch eine Möglichkeit.
„Auf der Schachtel stand: ‘Benötigt Windows XP oder besser’. Also habe ich mir einen Mac gekauft.“
+1
Krypton14.01.2115:22
In dem «The Bone» Interface ist nur ein extrem günstiger AD-Wandler enthalten, der zudem (für E-Gitarren und E-Bass ausreichend) nur mono (also einen Kanal) aufnimmt und keinen passenden Stecker hat.

Wenn du einen Mac mit Audio-in hast (MacBook bis 2010, MBP bis 2011, Mac mini bis 2014, MP bis 2012) könntest du auch den verwenden. Wenn’s super billig sein soll, wäre das günstigste, das ich empfehlen würde sowas für 25 €. Deutlich besser sind die oben genannten USB-Interfaces. Eine gebrauchte Presonus USB AudioBox USB 96 geht bei eBay für 35 - 55€ über den Tisch.

Hier kannst du einmal den Aufnahmepegel passend zum Tapedeck einstellen (geht bei den billigen nicht), du kannst die Aufnahme in 24 bit/96 kHz vornehmen und hast dadurch passende Reserven für die spätere Bearbeitung (die billigen machen oft nur 16 bit 44 kHz, was dazu führt, dass bei schlecht eingestelltem Pegel ein zu leises Signal mit vielleicht nur noch 12 oder 13 bit vorliegt, das sich schlechter korrigieren lässt).

Wie geschrieben, kommt es stark auf den Zweck und die gewünschte Qualität an. Bei der Digitalisierung (Audio, Video, Scans, Fotos) kommt es halt stark auf den ersten Schritt an. Alles was du hier nicht aufnimmst, fehlt auch in der Bearbeitung bzw. bekommst du später nicht zurück.

Und ebenso: alles was du zusätzlich unerwünscht aufnimmst, bekommst du nur durch irren Aufwand wieder raus – und das oft nur teilweise. (Fusseln und Staub beim scannen, Video-Bildrauschen durch einen schlecht justierten Videorekorder, rauschen, leierndes Band, Kanalübersprchen durch schlecht justierten Tonkopf (hier kann man bei einem Tape-Deck mit verschobenem Tonkopf «versehentlich» auch rückwärts das hören, was eigentlich abgespielt wird, wenn man die Kassette rumdreht)

Rein aus der Erfahrung würde ich am Anfang (beim digitalisieren) lieber etwas mehr Geld in die Hand nehmen. Das zahlt sich später oft in Zeit/Aufwand mehrfach aus. Auf der anderen Seite sind ja auch viele mit den 20 € Amazon Geräten und deren Ergebnis zufrieden. Deinen Anspruch und die Kassetten kennst natürlich nur du selbst.
+5
maschu666
maschu66614.01.2116:13
shotekitehi
Davon habe ich noch nichts gehört:
maschu666
Wird in manchen Büchereien nicht so ein Service angeboten? Wäre vielleicht auch eine Möglichkeit.
Hab ich mal einen Bericht im WDR gesehen. Aber da ich es nicht benötige nicht weiter darüber nachgedacht.
War nur ein Beispiel
„Look at all the fucks i don‘t give...“
+1
piik
piik14.01.2120:40
Krypton
... du kannst die Aufnahme in 24 bit/96 kHz vornehmen und hast dadurch passende Reserven für die spätere Bearbeitung (die billigen machen oft nur 16 bit 44 kHz, was dazu führt, dass bei schlecht eingestelltem Pegel ein zu leises Signal mit vielleicht nur noch 12 oder 13 bit vorliegt, das sich schlechter korrigieren lässt).
Dir ist aber schon klar, wie es um die Qualität von Kassettenaufnahmen aussieht? Da reichen auch 10 bit für die gebotene Dynamik bzw. den möglichen S/N-Abstand. Und 96kHz Sampling? Wenn die Kassette alles über 12kHz nur noch möglicherweise mit viel Glück und nur bei perfektesten Aufzeichnungen und neuem Bandmaterial bringt?
Alte Aufnahmen auf gealtertem Band sind so schlecht (wenn auch immer noch gut hörbar), dass Deine Vorschläge mehr als Overkill sind.

Jeder Audio-Eingang eines Mac der letzten 20 Jahre ist für Kassette gut genug. Auch jeder USB-Sick mit Ein- und Ausgang für 10€ reicht da aus.
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Krypton14.01.2121:06
piik
Krypton
... du kannst die Aufnahme in 24 bit/96 kHz vornehmen und hast dadurch passende Reserven für die spätere Bearbeitung (die billigen machen oft nur 16 bit 44 kHz, was dazu führt, dass bei schlecht eingestelltem Pegel ein zu leises Signal mit vielleicht nur noch 12 oder 13 bit vorliegt, das sich schlechter korrigieren lässt).
Dir ist aber schon klar, wie es um die Qualität von Kassettenaufnahmen aussieht? Da reichen auch 10 bit für die gebotene Dynamik bzw. den möglichen S/N-Abstand. Und 96kHz Sampling? Wenn die Kassette alles über 12kHz nur noch möglicherweise mit viel Glück und nur bei perfektesten Aufzeichnungen und neuem Bandmaterial bringt?
Alte Aufnahmen auf gealtertem Band sind so schlecht (wenn auch immer noch gut hörbar), dass Deine Vorschläge mehr als Overkill sind.

Jeder Audio-Eingang eines Mac der letzten 20 Jahre ist für Kassette gut genug. Auch jeder USB-Sick mit Ein- und Ausgang für 10€ reicht da aus.

Ja, ich kenne die Qualität von Kassettenaufnahmen. Ich hab’ selbst schon mehrere vor einigen Jahren digitalisiert. Rein von den technischen Daten gebe ich dir recht. Auf den Kassetten ist nicht viel drauf, was Dynamikumfang und Frequenzgang angeht.

Bei der Hardware kann ich dir nicht zustimmen. Ich hatte schon mehrere billige USB-Sound-Interfaces in den Händen. Bei vielen ist hierbei ein Rauschen auf dem Eingang, teilweise auch auf dem Ausgang. Da die Kassette selbst oft schon rauscht wie Hulle, kann ich nicht empfehlen, da noch zusätzliches Rauschen hinzuzufügen. Das selbe bei den eingebauten Inputs. Hier ist der Dynamikumfang oft auch nicht brillant, die Impedanz oft nicht passend und der Pegel nicht gut steuerbar. Warum sollte ich das Signal schon an dieser Stelle verschlechtern?
Bei der Aufnahme mit 24 bit geht es im Wesentlichen um eine Bearbeitungsreserve. Viele Tapes (wenn es keine gekauften oder manuell gut ausgesteuerten sind) haben eine fürchterliche Aussteuerung und die Aufnahmen sind entsprechend leise drauf. Wenn das jetzt mit nur 16 bit digitalisiert wird, später noch durch diverse Denoiser, Normalizer, EQs und möglicherweise noch einen Compressor, dann lässt sich das mit 24 bit einfach geschmeidiger handhaben.
Das selbe bei den 96 kHz. Die sind für das Rohsignal der Tapes massiv überdimensioniert. Da das Rauschen aber generell sehr hochfrequent ist, können manche Filter möglicherweise ein besseres Ergebnis erzielen, wenn das Eingangssignal besser ist.

Für das Ausgangssignal mögen die 10 bit und 12 kHz gut reichen. In der Audiobearbeitung würde ich persönlich mit mehr fahren.

Liegt vielleicht auch daran, dass ich schon viel digitalisiert/gescannt/gecaptured habe. Manches doppelt und dreifach, weil die erste Version immer mit zu sparsamen Werten gemacht wurde. Für mich ist das allein aufgrund des Zeitaufwandes der langweiligste und nervigste Teil. Daher fahre ich hier lieber einmal mit höheren Werten und rechne das Endergebnis entsprechend runter.
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Noname081514.01.2121:06
Audio wird mit 8, 16, 32 Bit integer, 32 Bit floating oder 64 Bit verarbeitet. 10 Bit sind Unsinn. Ja, alte Aufnahmen haben, vor allem bei Magnetbandaufzeichnungen, eine geringe Sättigung. Der Signal Rausch Abstand ist minimal. Daher wir dieser zuerst verbessert. Je höher die Abtastfrequenz von analogen Quellen ist, desto besser wird am Ende das Ergebnis sein. 96 kHz oder 192 kHz sind ok und sind Voraussetzung für eine gute Qualität. Was piik hier angibt zeugt von wenig Ahnung und sollte am besten ignoriert werden. Diese Qualität reicht vielleicht für einen Wanderzirkus oder Höhrgeschädigte.
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fmx600014.01.2121:41
Noname0815
hrgeschädigte
Sic!
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piik
piik14.01.2121:45
Krypton
Rein von den technischen Daten gebe ich dir recht. Auf den Kassetten ist nicht viel drauf, was Dynamikumfang und Frequenzgang angeht.

Bei der Hardware kann ich dir nicht zustimmen. Ich hatte schon mehrere billige USB-Sound-Interfaces in den Händen. Bei vielen ist hierbei ein Rauschen auf dem Eingang, teilweise auch auf dem Ausgang. Da die Kassette selbst oft schon rauscht wie Hulle, kann ich nicht empfehlen, da noch zusätzliches Rauschen hinzuzufügen. Das selbe bei den eingebauten Inputs. Hier ist der Dynamikumfang oft auch nicht brillant, die Impedanz oft nicht passend und der Pegel nicht gut steuerbar. Warum sollte ich das Signal schon an dieser Stelle verschlechtern?
Bei der Aufnahme mit 24 bit geht es im Wesentlichen um eine Bearbeitungsreserve. Viele Tapes (wenn es keine gekauften oder manuell gut ausgesteuerten sind) haben eine fürchterliche Aussteuerung und die Aufnahmen sind entsprechend leise drauf. Wenn das jetzt mit nur 16 bit digitalisiert wird, später noch durch diverse Denoiser, Normalizer, EQs und möglicherweise noch einen Compressor, dann lässt sich das mit 24 bit einfach geschmeidiger handhaben.
Das selbe bei den 96 kHz. Die sind für das Rohsignal der Tapes massiv überdimensioniert. Da das Rauschen aber generell sehr hochfrequent ist, können manche Filter möglicherweise ein besseres Ergebnis erzielen, wenn das Eingangssignal besser ist.
Nun, etwas Mathe: Angenommen, man hätte eine Super-Aufnahme auf tollem Bandmaterial und einen richtig guten Rekorder. Der liefert dann ein Signal von optimistischen 60 dB S/N und einer Bandbreite von gefühlten 15kHz.
Zur Dynamik:
60 dB S/N ergäben 10 bit. Unteraussteuerung um den Faktor 4 ergäben weitere 12 bit. Das kriegt jeder billige USB-Stick und schon ewig lange ein Mac-Audio-Eingang hin, denn die sind messtechnisch ja garnicht so schlecht. Kann man den Ausgangspegel des Rekorders einstellen, ist das völlig ausreichend. Nun zum additiven Rauschen des eingesetzten A/D-Wandlers. Angenommen, Vollaussteuerung wären 0 dB, die Aufnahme wäre 12 dB zu leise, dann würde sich ein benötigter S/N von 12 bit = 72 dB ergeben. Hätte der verwendete A/D-Wandler ein Eigenrauschen von ebenfalls -72 (und dann wäre er echt sehr mies), dann würde sich das geometrisch addieren und das Resultat wäre bei der Digitalisierung ein 16 bit Datenstrom mit einem S/N von 69 dB und einer resultierenden nutzbaren Dynamik von immer noch 57 dB. Das Rauschen würde gerade wahrnehmbar etwas lauter. Da aber z.B. ein Mac-Audioeingang deutlich Besseres als die S/N von 72 dB bietet, ist die Einschränkung der Qualität schlicht überhaupt nicht gegeben.
Bei der Samplingfrequenz gilt genau das Gleiche. Was nicht da ist, kann auch nicht aufgezeichnet werden. Ob man ein Signal mit 15 kHz Bandbreite mit 44,1 kHz oder 192 kHz digitalisiert ergibt exakt die gleiche Qualität. Das Argument mit dem Headroom zieht nicht, da in diesem höheren Spektralbereich zwischen 30 und 96 kHz einfach keine Audio.-Information vorhanden ist. Nachfolgende Bearbeitungsschritte können da auch nichts hinzufügen, da es im Original nicht da ist.
Headroom bei der Dynamik wäre ein Argument, wenn nachfolgend Abmischungen z.B. mit anderen Instrumenten etc. pp. erfolgen würden. Aber selbst wenn, wären ein paar dB dafür ausreichend - und das bringt ein Mac-Eingang.

Da es bei der Restaurierung alter Aufnahmen ja maximal um etwas Filterung (Frequenzganganpassung) und Denoising etc. geht, bringt ein Overkill genau nichts.
Wenn Du das nicht glaubst (jeder hat die Freiheit, Mathe zu ignorieren...), dann mache mal das Gleiche mit dem guten Equipment und den Standard-Mac-Eingang mit 44,1kHz (und selbst da wäre ja 48 kHz möglich).
Anschließend machst Du ein paar Spektralanalysen von bestimmten Abschnitten. Du wirst sie nicht wirklich unterscheiden können. Hören schon garnicht. Ein Doppelbind-Test würde es nicht erlauben, die beiden unterschiedlich gemachten Digitalisierungen akustisch über Zufall zuzuordnen.
Es gibt generell von Audiophilen die Tendenz, die Auswirkungen von Equipment (ab einer bestimmten Qualitätsstufe) zu überschätzen. Da wird mit 24 bit und 192 kHz digitalisiert und seltenst in betracht egzogen welche üble audioakustische Eigenschaften selbst ultrateure Lautsprecher haben. Von den Abhörrräumen einmal ganz abgesehen.
Von daher: Der Overkill ist ein Overkill, der nichts bringt bei Kassettenaufnahmen.
Anders ist das bei hochqualitativen Aufzeichnungen wie in einem modernen Tonstudio möglich, aber von Kassette kommt so eine Qualität bei Weitem nicht.
+4
piik
piik14.01.2121:57
Noname0815
Audio wird mit 8, 16, 32 Bit integer, 32 Bit floating oder 64 Bit verarbeitet. 10 Bit sind Unsinn.
Das Behauptete ist Unsinn. Natürlich werden A/D-Wandler nicht mit 7 oder 21 bit produziert. Aber 1. kann man das Signal digital anschließend um ein paar Bits erleichtern und zweitens ging es um die Äquivalenz von Bits zu Dynamik. Du musst schon richtig lesen und verstehen, bevor Du da laut wirst. 10 bit entsprechen nunmal einer Dynamik von 60 dB. Mit den 16 bit sind 96 dB möglich. Da Kassettensignale aber nunmal höchstens auf 60 dB kommen, enthalten von den 16 bits eben mindestens 6 bits keine Information. In den 16-bit-Daten stecken also nur 10-bit-Signale. Der Rest ist nichtsignifikantes Rauschen.
Noname0815
Ja, alte Aufnahmen haben, vor allem bei Magnetbandaufzeichnungen, eine geringe Sättigung. Der Signal Rausch Abstand ist minimal. Daher wir dieser zuerst verbessert. Je höher die Abtastfrequenz von analogen Quellen ist, desto besser wird am Ende das Ergebnis sein. 96 kHz oder 192 kHz sind ok und sind Voraussetzung für eine gute Qualität.
Was piik hier angibt zeugt von wenig Ahnung und sollte am besten ignoriert werden. Diese Qualität reicht vielleicht für einen Wanderzirkus oder Höhrgeschädigte.
Von der Pamperei abgesehen, die eher für Audiophilen-Esoterik spricht als von Faktenbasierung, und auch davon, dass Du einen Begriff unpassend verwendest (Sättigung), musst Du mal erklären, wie man durch Bearbeitung den Signal/Rausch-Abstand eines analogen Signals durch anschließende digitale Verarbeitung verbessern kann. Das ist Voodoo...
Man kann höchstens den Klang verbessern, Störungen beseitigen und solche Dinge, aber eine nicht vorhandene Dynamik kann mal nicht nachträglich machen. Das ist nunmal auf Terra so...
Aber vielleicht ist das in einem anderen Universum möglich.
+3
Krypton14.01.2122:30
piik
Wie oben schon geschrieben, gebe ich dir sowohl bei den Daten als auch der mathematischen Betrachtung recht.

Aber warum sollte ich einen schlechten Wandler nehmen, der Rauschen hinzufügt, wenn ich für ’nen Zwanni Aufpreis einen bekomme, der das nicht macht?
An den meisten Tape-Decks kann man den Ausgangspegel nicht einstellen (wenn man nicht den Phono-out nimmt), so dass aus meiner Sicht ein Interface mit Pegelanpassung durchaus hilfreich ist. Auch in der anderen Richtung – falls das Tapedeck etwa zu laut ist und der Mac-Input übersteuern würde.

In wie weit die Aufnahme bearbeitet wird, kann ich nicht wissen, da ich eben zur Aufnahme nichts weiß. Es gibt auch Filter, welche Schwankungen in der Aufnahmegeschwindigkeit korrigieren und bei Korrekturen in der Zeitachse ist meiner Erfahrung nach eine höhere Samplingrate (eben Auflösung in der Zeitachse) hilfreich. Kann gut sein, dass man das bei diesem Material dann immer noch nicht hört, das habe ich nicht im speziellen getestet.

Der Overkill ist für mich praktisch keiner – bis auf das Einstellen des Wertes bei der Aufnahme. Die etwas größeren Daten während der Bearbeitung jucken heute keine Festplatte/SSD und die Geschwindigkeit der Bearbeitung wird praktisch auch nicht mehr beeinträchtigt. Die Audio-Programme rechnen intern eh mit mindestens 32 bit.
Mir geht es darum, dass ich die Arbeit des digitalisierens (da zeitaufwendig und nervig) nur genau ein einziges mal machen will. Daher schieß ich lieber mit Kanonen auf Spatzen als das nochmals machen zu müssen.

Vor ein paar Jahren hab’ ich beispielsweise CD-Cover gescannt, die es so nirgends digital gab. Dabei hab ich 1200 dpi verwendet, obwohl das eigentliche Motiv nur vielleicht 150 - 180 ppi hergibt. Im ersten Schritt massiver Overkill. Ein Jahr nach der Aktion habe ich dann ein schönes Photoshop-Plugin gefunden, welches im vergleich zur Ursprünglichen Bearbeitung ein deutlich besseres Ergebnis erzielen konnte. Es rechnet aus dem Druckraster wieder ein ganz brauchbares Bild . Dazu muss es aber das Druckraster erkennen. Das war bei meinen Scans problemlos möglich und ich konnte die Cover dann deutlich besser bearbeiten.

Der Fall mag hier etwas anders liegen. Da die höhere Samplingeinstellung aber bis auf den leicht größeren Platzverbrauch praktisch keine Nachteile hat, werde ich das so beibehalten. Wer weiß wofür es in 5 Jahren gut ist. Hauptsache ich muss die Tapes nie wieder digitalisieren und kann sie ruhigen Gewissens wegwerfen, da ich die bestmögliche digitale Abbildung davon habe.
+2
piik
piik15.01.2102:01
Krypton
Aber warum sollte ich einen schlechten Wandler nehmen, der Rauschen hinzufügt, wenn ich für ’nen Zwanni Aufpreis einen bekomme, der das nicht macht?
Wenn man das öfter macht, dann hast Du völlig recht. Sehr gute A/D-Wandler gibt es für wenig Geld.
Normalerweise reicht halt der normale Audio-Eingang eines Mac völlig aus.
Beim der Korrektur von Wow und Flutter bringt theoretisch die höhere Sampling-Rate eine feinere Korrektur.
Wenn ich mich recht erinnere, dann liegt die Wahrnehmungsschwelle bei Frequenzunterschieden etwa bei 0,3%. Das macht bei 1kHz genau 3Hz. Bei rythmischen Frequenzvariationen dürfte das Ohr noch empfindlicher sein, aber sicher nicht unter 0,1% = 1Hz. Bei 44,1kHz ergeben sich Abtastabstände von 22µs, was eine Korrektur von ±0,1% Zeitfehler in ±44,1 Stufen ermöglicht. 192kHz ist da um den Faktor 4,35 feiner - allein das zu hören dürfte unmöglich sein.
Einen besseren A/D-Wandler kann man also zwar nehmen, aber seine Anschaffung bringt nur dann was, wenn man diesen Wandler auch für besseres Material verwendet. Eine Kassettenaufnahme ist aber so schlecht, dass auch eine doppelte MP3-Standardkodierung das Signal nicht wirklich verschlechtert. Eine Kassettenaufnahme lossless mit höheren Abtastraten zu speichern wäche dann pure Platzverschwendung.
Krypton
Der Fall mag hier etwas anders liegen.
Ja, denn Musik ist ein deutlich komplexeres Signal als ein CD-Cover. Aber ja, vielleicht gibt es in 20 Jahren Super-KI, die Quasi die Musik analysiert und neu synthetisch zusammenbaut, so wie man heute maschinell aus einer Bitmap einer Vektorgrafik machen kann. Aber selbst die KI hat dann keine besseren Chancen mit Oversampling
+1
shotekitehi
shotekitehi20.01.2110:28
shotekitehi
Dann würde ich es mit damit probieren:
timp
Hast du ein normales Tapedeck, Walkman oder Kassettenradio mit Audio out? Dann brauchst du nur noch ein billiges Audio-Interface, zb. sowas
Aufnehmen kannst du mit GarageBand oder Audacity.

Meine Hardware hat leider keine Klinke 6,3 mm - kann ich dazu dann einen Adapter nehmen auf 3,5 mm, z.B. den oder funktioniert das dann nicht (mehr)?
„Auf der Schachtel stand: ‘Benötigt Windows XP oder besser’. Also habe ich mir einen Mac gekauft.“
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timp
timp20.01.2111:58
shotekitehi
Meine Hardware hat leider keine Klinke 6,3 mm - kann ich dazu dann einen Adapter nehmen auf 3,5 mm, z.B. den oder funktioniert das dann nicht (mehr)?
Klar, das geht. Aber aufpassen: Wie oben erwähnt, das Ding ist nur Mono. Das heißt, wenn du ein Stereo-Signal draufgibst, wird nur der linke Kanal weitergegeben (man korrigiere mich, falls ich danebenliege).
„Never argue with an idiot. He'll bring you down to his level and then beats you with experience.“
+1
Fernsehdoktor20.01.2112:54
Da nähme ich dann in jedem Fall einen Stereo-Audio-Wandler - oder einen entsprechenden Eingang direkt am Mac.
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Krypton20.01.2116:06
shotekitehi
shotekitehi
Dann würde ich es mit damit probieren:
timp
Hast du ein normales Tapedeck, Walkman oder Kassettenradio mit Audio out? Dann brauchst du nur noch ein billiges Audio-Interface, zb. sowas
Aufnehmen kannst du mit GarageBand oder Audacity.

Meine Hardware hat leider keine Klinke 6,3 mm - kann ich dazu dann einen Adapter nehmen auf 3,5 mm, z.B. den oder funktioniert das dann nicht (mehr)?

timp hat da recht. Mit dem Adapter bekommst du nur den linken Kanal. Ich hatte das im Post vom 14.01.21 15:22 schon erwähnt und ein paar Alternativen genannt.
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