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Alter LC II mag nicht booten … Ideen?

rosss06.09.2116:23
Ich versuche gerade, meinen alten LC II wiederzubeleben – er mag aber nicht. Das letzte Mal lief er völlig normal vor etwa zwei Jahren.

• Beim Einschalten läuft der Lüfter, die Festplatte macht ihr Startgeräusch, klickert dann aber nicht.
• Keine Startup-Sound.
• Diskettenlaufwerk reagiert gar nicht auf Startdisketten.
• Pufferbatterie war leer, habe ich erneuert, keine Änderung.
• Netzteil liefert 5V, -5V, 12V.
• Keine sichtbaren Schäden.
• Monitor zeigt nur blaues Bild.

Hat irgendjemand noch eine Idee?
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Kommentare

gacki06.09.2116:37
Liefert das Netzteil die Spannungen unter Last oder ausgebaut? Ich hatte neulich einen LC auf dem Tisch, bei dem die Spannungen ohne Last normal aussahen und mit Last völlig zusammenbrachen.
Rechner aus dieser Zeit brauchen auch fast immer ein Recapping der Elkos auf dem Mainboard.
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rosss06.09.2116:58
gacki
Liefert das Netzteil die Spannungen unter Last oder ausgebaut?

Eingebaut, gemessen am Stecker der Festplatte und am Stecker, der aus dem Netzteil kommt.

Das Startgeräusch der Festplatte hört sich für mich vertraut an. (Lüfter, springt an, Festplatte fährt hoch, dann grrrrummeln--ritsch-ritsch-ritsch-ritsch--drriiieeööööt) Festplatte läuft (unglaublich, wie laut die Dinger waren!).

Spannung am Netzteilstecker gemessen – gelb: 11,85V, orange: 5,10V, blau: -4,95V.

Alle Kabel ab, Festplatte und Diskette ab – keine Veränderung. RAM-Riegel zusätzlich raus – keine Veränderung.
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gacki06.09.2117:18
Wie gesagt: die Elkos auf dem Logicboard sind vermutlich hinüber. Da kann zu allen möglichen Problemen führen.

Und dann gibt es noch das "Doppelstart"-Phänomen, mit dem man die Rechner der LC-Reihe zum Darstellen eines Bildes bewegen kann, wenn die Pufferbatterie leer ist oder komplett fehlt. Zweimal unmittelbar hintereinander einschalten. Ob man das auch machen muss, wenn man die Batterie gerade ausgetauscht hat, weiß ich nicht.

Aber grundsätzlich würde ich die Elkos als eine mögliche Ursache vermuten.
+1
Huba06.09.2117:46
Was früher bei solchen Problemen gerne geholfen hat, war, den Parameter-RAM beim Start zurückzusetzen.
Beim Starten PR gedrückt halten, bis die Glocke läutet, gerne gedrückt halten bis zum zweiten Signal -- wenn ich mich richtig erinnere. Gerade wenn die Pufferbatterie leer war, halte ich das für einen vielversprechendnen Ansatz.
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rosss06.09.2117:56
Huba
Was früher bei solchen Problemen gerne geholfen hat, war, den Parameter-RAM beim Start zurückzusetzen.

Habe ich schon versucht – aber leider kein Erfolg. Startup-Ton fehlt auch.

Ich muss mir nochmal die Elkos im Netzteil genau anschauen.
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gacki06.09.2118:16
rosss
Ich muss mir nochmal die Elkos im Netzteil genau anschauen.

Wenn das Netzteil stabil die Spannungen unter Last liefert, liegt das Problem vermutlich woanders. Wie gesagt: Elkos auf dem Logicboard sind dann typische Kandidaten.
(Ich musste bisher einen LC, einen Performa 475, einen IIsi und einen SE/30 recappen. Das ist also ein häufiger Fehler bei Rechnern dieser Ära.)
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rosss06.09.2118:45
Der fette Kondensator im Netztteil könnte der Übeltäter sein, der ist oben leicht aufgebläht. Die anderen, kleineren scheinen alle in Ordnung zu sein.

Kann mir jemand helfen, die genaue Bezeichnung herauszufinden? Kenne mich da nicht aus. 180 µF kann ich bei Conrad finden, aber bei "385 WV" hört es schon auf. Es gibt nur 350V oder 400V…

Auf der Rückseite ist ein Warnaufkleber: Man soll das Teil nur mit einem baugleichen ersetzen.



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gacki06.09.2121:59
Der große Kondensator ist eigentlich nie das Problem. Der Aufkleber bezieht sich auf die Sicherung, nicht den Kondensator.
Mach mal ein hochauflösendes Foto von den Elkos auf dem Logicboard, vielleicht von denen in der Nähe der Audioanschlüsse?
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M@rtin06.09.2122:03
Was ist den mit PRAM-Puffer-Batterie? Ist ein 3,6V Lithium-Zelle der Größe 1/2 AA (halbe Länge der Größe AA)
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Al Boland
Al Boland06.09.2122:08
„-Pufferbatterie war leer, habe ich erneuert, keine Änderung.“
„Nom de dieu de putain de bordel de merde de saloperies de connards d'enculés de ta mère. Sehen Sie, es ist, als ob man sich den Arsch mit Seide abwischt.“
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Franz Audiowerk
Franz Audiowerk06.09.2122:11
Das ist der Elko welcher die Netzspannung siebt, solltest du den ersetzen dann mit 220µF 400V, dann bist du auf der sicheren Seite. Eine aus der Netzspannung gewonnene Gleichspannung liegt bei ca 240x1,5=360, also 400V ist die sichere Seite
+1
westmeier
westmeier07.09.2107:10
gacki
Und dann gibt es noch das "Doppelstart"-Phänomen, mit dem man die Rechner der LC-Reihe zum Darstellen eines Bildes bewegen kann, wenn die Pufferbatterie leer ist oder komplett fehlt. Zweimal unmittelbar hintereinander einschalten.

Das fiel mir jetzt auch ein. Hast du das schon probiert?
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rosss07.09.2110:20
westmeier
Das fiel mir jetzt auch ein. Hast du das schon probiert?

Mehrfach, auch nach dem Tausch der Pufferbatterie.
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rosss07.09.2110:29
gacki
Der große Kondensator ist eigentlich nie das Problem.

Der „Deckel“ ist etwas nach außen gewölbt – auf dem oberen Foto habe ich eine Stahlkante aufgelegt, damit erkennt man die Beugung.
gacki
Mach mal ein hochauflösendes Foto von den Elkos auf dem Logicboard, vielleicht von denen in der Nähe der Audioanschlüsse?

Sind das überhaupt Elkos auf dem Board?

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rosss07.09.2110:39
Elkos: „C" steht dann wohl für „Capacitor“ – die sehen aber für mein ungeschultes Auge normal aus.

Neben dem Prozessor sind auf dem Board zwei Pins mit "Reset" beschriftet (ganz links unten in diesem Foto) – sollte man da mal im laufenden Betrieb mit einer Büroklammer überbrücken? Oder lieber nicht?

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piik
piik07.09.2110:43
Die Spannungen mal mit einem Oszilloskop beobachten
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rosss07.09.2110:53
Habe kein Oszilloskop…
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vasquesbc
vasquesbc07.09.2111:39
Ziemlich sicher die Elkos. Entweder auf dem Board und/oder im Netzteil. Gerade die LC-Serie ist da berühmt für.
Ein guter Mentor für derlei Probleme ist Adrian von „Adrian's Digital Basement“

Es kann natürlich auch an einem oder mehreren andere Bauelementen liegen - aber irgendwo muss man ja anfangen.

EDIT: Bevor man zum Lötzinn greift wären folgende Komponenten mit sicher funktionierenden zu tauschen:
- RAM
- VRAM
- Netzteil

Und ja, die sind selbstverständlich nicht mehr leicht verfügbar
„Allwissend bin ich nicht; doch viel ist mir bewußt.“
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rosss07.09.2112:47
Danke. Einen Elko im Netzteil auszutauschen würde ich mir noch gerade zutrauen, beim Logic-Board hört es auf.

Schade.
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gacki07.09.2114:43
Die Elkos auf dem Logicboard sind eindeutig ausgelaufen.
Sehr gut zu sehen ist das bei C13 - die Leiterplatte drumherum sieht leicht ölig aus; und bei ZL2 gibt es Korrosion.

Nicht alle Kondensatoren sind Elkos: C13 ist einer, C15 ist ein Tantal-Kondensator.
Ob man beim recapping the Elkos auch mit Tantal-Kondensatoren ersetzt, ist Geschmackssache - ich habe bisher wieder Elkos genommen.

https://recapamac.com.au/macintosh-lcii/

Machbar ist das alles, auch ohne großartiges Spezialwerkzeug.
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rosss07.09.2120:05
Danke für die Diagnose und vor allem auch für den tollen Link!
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gacki07.09.2120:42
Mir fällt gerade auf: Ist Dein Logicboard nicht von einem LC III? Dann wäre das hier relevant:

https://recapamac.com.au/macintosh-lciii/
+1
Ely
Ely07.09.2121:31
Wenn es etwas nach Fisch müffelt, sind die Dinger vor eher kürzerer Zeit ausgelaufen. Nach einiger Zeit verfliegt der Fischkutter-Mief, aber der verräterische ölige Film deutet auch auf schlappe Kondensatoren hin.

Also Recap. Dann dürfte die Kiste wieder gut sein.
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rosss08.09.2111:05
gacki
Mir fällt gerade auf: Ist Dein Logicboard nicht von einem LC III?

Du hast recht, es ist tatsächlich ein Performa 450 – also LC III, nicht II.
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