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Affinity Studio (Canva, Version 3.2) crashed beim Einsetzen von einem kopiertem Satz mit Attributen - reproduzierbar
Affinity Studio (Canva, Version 3.2) crashed beim Einsetzen von einem kopiertem Satz mit Attributen - reproduzierbar
Kehrblech
12.05.26
20:32
Ich kämpfe schwer mit dem neuen Affinity 3.2. Seit ca. 8 Monaten arbeite ich an einem Buch, dass jetzt kurz vor der Veröffentlichung steht – aber Affinity macht nicht mit.
:'(
Neben unendlichen Problemen beim Indexing des Buchtexts (ich weiß, wie es geht, das ist nicht das Problem, aber immer wieder kommt es vor, dass Affinity die Übernahme von Indexeinträgen in die Anzeige- oder Druckversion verweigert. Alle Indexeinträge sind da, können auch bearbeitet werden, aber sie erscheinen nicht im Text, auch nicht nach zigmaligen Aktualisierungsversuchen. Immer wieder muss ich zu drei vier Tage alten Vorversionen, bei denen es noch ging und darf den ganzen Sch… nochmal machen. Und auch das kopieren der bereits bearbeiteten Seiten im die frühere Fassung, in der die Indexierung noch funktionierte klappt i.d.R. nicht. Seit gestern (Update der Grund???) lassen sich entscheidende Textpassagen in Affinity einfach nicht mehr einsetzen. Das ist GANZ GROßER MIST!
Dazu bekomme ich als Crash repost einen Bericht, der mir eher auf den Mac zu verweisen scheint, denn auf Affinity. Kann mir jemand zu dem Crash report vielleicht irgendwas hilfreiches sagen? (Ich habe davon keine wirkliche Ahnung.)
Hier der Anfang des Reports, um es nicht zu lang zu machen:
Translated Report (Full Report Below)
-------------------------------------
Process: Affinity Affinity Store [1128]
Path: /Volumes/*/Affinity.app/Contents/MacOS/Affinity Affinity Store
Identifier: com.canva.affinity
Version: 3.2.0 (4351)
Code Type: ARM-64 (Native)
Parent Process: launchd [1]
User ID: 501
Date/Time: 2026-05-12 20:14:53.9934 +0200
OS Version: macOS 15.7.7 (24G720)
Report Version: 12
Anonymous UUID: 25E57E70-EB05-4C3A-8757-7A694D3DE0F6
Time Awake Since Boot: 490 seconds
System Integrity Protection: enabled
Crashed Thread: 14 Dispatch queue: com.apple.root.default-qos
Exception Type: EXC_BAD_ACCESS (SIGSEGV)
Exception Codes: KERN_INVALID_ADDRESS at 0xffffffffffffffe8
Exception Codes: 0x0000000000000001, 0xffffffffffffffe8
Termination Reason: Namespace SIGNAL, Code 11 Segmentation fault: 11
Terminating Process: exc handler [1128]
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sudoRinger
15.05.26
20:49
Typst und LaTeX vermeiden Satzfehler beim Kompilieren ohne manuellen Eingriff. Für grafische Layout-Programme wie Affinity gibt es das so nicht. Es müsste dafür quasi einen Linter geben, der beim Exportieren automatisch auf Satzfehler prüft und sie auflistet.
Weil Typst schnell ist, kann beim Bearbeiten übrigens eine permanente Live-Vorschau angezeigt werden. Dann hat man WYSIWYG im zweiten Fenster.
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0
Weia
15.05.26
21:33
Kehrblech
Weia
Aber worin liegt der Eros des Neuen, wenn man ein Wort von einer Seite zur nächsten trennt? Das ist dann wohl doch eher schlichte Schludrigkeit oder mangelnder handwerklicher Ehrgeiz.
Och bin mir nicht sicher, ob Schludrigkeit das richtige Wort ist.
Die Trennung von einer Seite zur nächsten war nur pars pro toto für die ganzen von Dir aufgelisteten Regeln und Deine Frage, ob/warum die heute nicht mehr gelten. Ich habe die Trennung von einer Seite zur nächsten allerdings auch genommen, weil das aus meiner Sicht die wichtigste Regel ist – offenbar ganz im Gegensatz zu Dir.
Wenn man in die Grundregeln für guten Buchsatz schaut, dann steht da sinngemäß: Das an den Enden anderer Zeilen zu trennende Wort müsse in jedem Fall auf die nächste Seite verschoben werde, auch wenn dadurch viel Weiß in der letzten Zeile entsteht.
Das klingt für mich nicht so sehr nach einer ästhetisch oder aufgrund der Lesbarkeit begründeten Regel, sondern eher nach einer Regel um der Regelung willen.
Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Speziell bei nicht-semantischen Trennungen (wo die Wortbestandteile für sich keinen Sinn ergeben) geht es mir oft so, dass meine Augen das Zeilenende erfassen, dann den nächsten Zeilenbeginn und dann nochmals das Zeilenende, weil ich erst jetzt, wo ich die zweite Hälfte des Wortes gesehen habe, mir des Verständnisses/des korrekten Erfassens der ersten Hälfte sicher sein kann. Wenn ich aber statt eines schweifenden Blicks umblättern, dann wieder zurückblättern und dann erneut umblättern müsste, wäre das mehr als störend und würde den Lesefluss extrem beeinträchtigen. Wenn das in einem Buch öfter vorkäme, würde mich das schier verrückt machen.
Schöner wird ein Text dadurch in solchen Fällen sicher nicht.
Um Ästhetik geht es speziell bei dieser Regel doch überhaupt nicht. Hurensöhne, Schusterjungen und große weiße Leerräume sind lediglich ästhetisch störend, aber die Vermeidung von Trennstrichen von einer Seite auf die nächste ist keine ästhetische Regel, sondern eine der Lesbarkeit.
Eher würde ich davon sprechen, dass inhaltsferne Aspekte in den Text eingreifen, die weder dem Aussehen noch der Verständlichkeit helfen, sondern nur der Befriedigung, dass wieder eine Regel eingehalten wurden.
Mir zumindest hilft das bei der Verständlichkeit massiv. Ich kann überhaupt nicht begreifen, wie man den Sinn dieser Regel anzweifeln kann.
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
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+3
Kehrblech
15.05.26
23:01
Das ist interessant, Weia, denn ich lese grundsätzlich anders, denke ich. Ich bin Schuljahrgang 1970 (West) und habe nach der sog. Ganzheitsmethode lesen gelernt (die meine Rechtschreibung bis heute beeinträchtigt). Andererseits erlebe ich einen Zeilenumbruch am Ende überhaupt nicht als störend. Methodenbedingt, ergänze ich mir das getrennte Wort ohnehin schon aus dem Zusammenhang und den ersten Silben (Trefferquote ca. 99% würde ich sagen).
Die „Lesemethode“ könnte auch der Grund sein, dass fast alle Verlage so etwas zu lassen. Es stört Leser, die mit der „Ganzheitsmethode“ lesen gelernt habe (unterstelle ich jetzt einfach mal) erheblich weniger bis gar nicht, während Worttrennungen den Lesefluss für anders unterrichtete Menschen hart unterbrechen. Andererseits scheint auch meine Mutter (Jahrgang 1934) nicht davon gestört zu werden, die sicherlich nicht nach der Ganzheitsmethode, dafür aber mit Currentschrift das Lesen gelernt hat.
Womit wir inzwischen schon bei den neuronalen Verknüpfungen angelangt wären, die durch die Methode des Leseunterrichts im Gehirn angelegt werden …
Das legt auf jeden Fall die Anpassung der Satzregeln nahe, um schöne Bücher zumindest für einen Großteil der Leser setzen zu können. (Denn, wenn ich den Streit um den Leseunterricht in den Grundschulen so anschaue, ist in den nächsten 100 Jahren vermutlich nicht mit einer einheitlichen (und natürlich auch noch funktionierenden ) Methode zu rechnen. Das ganze finde ich hoch spannend, auch wenn es uns von wenigen, klaren Regeln für guten Satz eher zu entfernen scheint.
Hilfreich?
+1
matbln
16.05.26
02:39
Vorweg: Für die Marginalien empfehle ich linkszentrierten Satz statt Blocksatz. Insbesondere dort wird der Text sonst arg zerrupft.
Bei Leerräumen der Maßeinheiten – insbesondere im Blocksatz (besser überall) – empfehle ich statt Leerzeichen feste Leerraumdefinitionen: vom geschützten Leerzeichen *fester Breite* über Drittel-, Viertel-, Achtel-, 1/24-Breite oder welcher auch immer. Hauptsache kein Leerzeichen, welches sich im Blocksatz dehnen oder stauchen kann.
Kehrblech
• „1/4Bogenminute“ —> wenigstens 1/8 Geviert Leerraum
• „15Bo-gensekunden“ —> w. o. und bessere Trennung bei Bogen-sekunden
• ggf. auf geringe Leerräume aus Unicode zurückgreifen; inwiefern Aff. die üblichen Leerräume beherrscht, weiß ich aktuell nicht aus eigener Anschauung
Kehrblech
• „s.u.“; „u.a.“ —> wenigstens 1/8 Geviert Leerraum zwischen den abgekürzten Wörtern
Hier bin ich unsicher. Viele dieser Abkürzungen werden inzwischen als typografische Einheiten betrachtet, weshalb sie in Textprogrammen auch ohne Leerzeichen geschrieben werden sollen. Ich werde mal ein wenig herumspielen.
• Hier gibt’s keinerlei Dinge, die verunsichern könnten: Da gehört ein Leerraum rein – beim Schriftsatz ein kleiner (verkleinerter ggü. gewöhnlichem Leerzeichen). —
Seitenblick: Wenn andere das schlechter machen, so ist dies kein Vergleich.
Kehrblech
• „26 Vgl. …“ —> vgl. —> Kleinbuchstabe bei „vergleiche“
Das mag eine Macke von mir sein, aber ich sehe jede Anmerkung als „satzartiges“ Element an, gleichgültig, um welche Versammlung von Abkürzungen da steht. Am Ende ist immer ein Punkt. Deshalb finde ich, dass der Anfang dieser „Sätze“ groß geschrieben werden sollte. Kleingeschrieben habe ich subjektiv immer den Eindruck, dass irgendjemand da etwas an den Rand gekritzelt haben könnte. Deshalb die Großschreibung, selbst wenn andere das für falsch halten. „Vergleiche“ wird am Anfang eines Satzes auch groß geschrieben.
Hier kommen zwei Dinge zueinander:
• Zum einen die – außer der Reihe laufende – Aufzählung, deren Unterpunkte i. d. R. klein fortgeführt werden.
• Zum anderen die Macke von Word, bei jeder neuen Zeile nach einer Absatzmarke mit Großschreibung fortzufahren.
Ist ebend ’ne Macke – muß man händisch nacharbeiten bzw. beim Schreiben jedesmal mit cmd/ctrl + z nacharbeiten und laut fluchen auf den Dreck der Firma Winzigweich.
(Wer damit groß geworden ist, sollte sich fragen, warum dieser Textprozessor „Word“ heißt und welches Versprechen sich aus diesem Namen ableitet: Das Ding kann – manchmal – genau ein Wort korrekt verarbeiten. Über den Rest sollte man schweigen …)
Kehrblech
• „1 / 2: Bild“ —> 1/2 Bild [oder höchstens mit 1/24-Gevierten vor und nach dem Schrägstrich]
Hier scheine ich ein Brett vor dem Kopf zu haben. Ich finde die Stelle nicht, auf die Du Dich beziehst. Die angegebene Zeichenfolge findet sich in der gesamten Datei nicht? Kanns Du mir nochmal helfen, was Du genau meinst?
Finde ich auch nicht mehr. Vermutung: Anzeige von Bild 1 von 2 in der Webseitendarstellung von MTN. Unklar; ignorieren (nur nicht bei der Typografie …)
Kehrblech
„Kaliningrad“ ist – in welcher Form am Ende auch immer – notwendig, weil in dem Buch auch Königsberg in Bayern eine Rolle spielt. Außerdem benutze ich außerhalb der historischen Schilderung immer aktuelle Namen von Örtlichkeiten. […]
Bei Deinem Werk nehme ich an, daß Kaliningrad als Erstnennung im Text auftauchen kann und ansonsten in den Anhang versenkt gehört.
Königsbergse jibt’s einije. Zum Beispiel Königsberg (Nm.) – also jenes in der Neumark (polnisch Chojna). Ich empfehle für jenes in Preußen den Zusatz „(i. Pr.)“ und ein Ortsregister im Anhang mit der Darstellung anderer Benennungen für denselben Ort. Solange das halbwegs eindeutig ist, reicht eine Tabelle; wenn umfangreicher dann auch retrograd. (Brauchte ich mal für ein Buch, welches mit gleichem Inhalt auch auf polnisch produziert wurde; dort deutsche, polnische und preußische Namen.)
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+2
bmonno2
16.05.26
02:40
Ich denke, das hat weniger mit der Methode zu tun, nach der man das Lesen gelernt hat, sondern eher damit, wieviel man schon gelesen hat. Ich habe in der Schule noch Sütterlin/Courante gelernt (um Briefe meiner Vorfahren lesen zu können) und habe das Lesen mit der synthetischen Methode erlernt (weiss nicht, ob das so heisst). Dennoch erfasse ich in der Regel die Worte in der Gesamtheit. Einfach Übung. Die jüngeren Leute heute, die sich nur noch Videos gönnen, werden das wohl nicht mehr schaffen.
Aber Trennzeichen am Ende einer Seite stören mich.
Hilfreich?
+4
Weia
16.05.26
02:49
Kehrblech
Andererseits erlebe ich einen Zeilenumbruch am Ende überhaupt nicht als störend. Methodenbedingt, ergänze ich mir das getrennte Wort ohnehin schon aus dem Zusammenhang und den ersten Silben (Trefferquote ca. 99% würde ich sagen).
Da liegt der Unterschied: Das mache ich zwar auch, aber meine Trefferquote liegt deutlich unter 50%, sodass ich grundsätzlich hin- und herschauen muss, um sicherzustellen, dass ich nicht schon wieder etwas fantasiert habe, was gar nicht dasteht.
Ich glaube eher weniger, dass das mit der Methode des Lesenlernens zu tun hat, eher mit dem Vokabular in den gelesenen Texten und der Art der Textrezeption (kursorisch versus minutiös).
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
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0
matbln
16.05.26
02:54
Kehrblech
Aber, wie die DIN 5008 sagt, in der ich gerade nochmal nachgeschaut habe, ist wohl die ganz korrekte Schreibweise, ein geschütztes Leerzeichen zu verwenden (zur Breite steht gar nichts da). D.h., "d.h." müsste "d. h." werden. (
). Aber für mich zerfällt dadurch die Einheit. Also werde ich, wenn ich mich dazu durchringe, ein schmaleres Leerzeichen verwenden. Wenn …
Ja bitte! Unbedingt einen Leerraum setzten – einen schmalen.
Zur DIN 5008, welche früher vor allem den Satz (?!) auf der Schreibmaschine und heute den für die Bürokommunikation regelte, findet sich u. a. hier
https://www.typolexikon.de/schreib-und-gestaltungsregeln-fuer-die-textverarbeitung-din-5008/
ein schöner Hinweis Nr. 2 unten:
Anmerkung: »Lesbar« im Sinne der DIN 5008 hat nichts mit dem typografischen Terminus »Lesbarkeit« zu tun!
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+3
matbln
16.05.26
03:24
[Trennungen am Seitenende]
Kehrblech
Weia
Aber worin liegt der Eros des Neuen, wenn man ein Wort von einer Seite zur nächsten trennt? Das ist dann wohl doch eher schlichte Schludrigkeit oder mangelnder handwerklicher Ehrgeiz.
Och bin mir nicht sicher, ob Schludrigkeit das richtige Wort ist. Wenn man in die Grundregeln für guten Buchsatz schaut, dann steht da sinngemäß: Das an den Enden anderer Zeilen zu trennende Wort müsse in jedem Fall auf die nächste Seite verschoben werde, auch wenn dadurch viel Weiß in der letzten Zeile entsteht.
Das klingt für mich nicht so sehr nach einer ästhetisch oder aufgrund der Lesbarkeit begründeten Regel, sondern eher nach einer Regel um der Regelung willen. Schöner wird ein Text dadurch in solchen Fällen sicher nicht.
Trennungen können von der technischen Machbarkeit her gelitten sein, gemäß dem Motto: Wo auch immer, hau' 'n Trennstrich rein und mache 'n Umbruch.
Aber Halt! Da jibt's noch dieset unbekannte Wesen: der Leser.
[Leser zum Autor: „Du, ich habe Dein Buch gekauft.“
Autor zum Leser: „Ach! Du warst das!“]
Warum bitte in aller Welt soll sich jenes Subjekt Leser mit den Unzulänglichkeiten eines schlechten Umbruchs oder Layouts herumschlagen müssen? Warum soll er das Unvermögen irgendwelcher Leute ausbaden müssen, welche – seit dem Aussterben richtiger™ Setzer, groß geworden mit singen, tanzen, klatschen – schlecht lesbare Druckwerke verbrechen?
Der Text soll einfach mal fluffig runtergehen. Ohne gedankliche Zwangspause beim Umblättern etc.
(Und zu große Wortzwischenräume beim Blocksatz kann man evtl. mit ausgefeilten Einstellungen dämpfen.)
Lange Rede: Denk' an Deine Leser und mache es ihnen bequem, Deine Ergüsse ventilieren zu können.
Hilfreich?
+4
Josch
16.05.26
10:17
Hallo,
Kehrblech
[…]
Fällt jemandem sonst ein Grund ein (oder kennt jemand den Grund dafür), warum viel Weiß in der letzten Zeile besser sein soll als ein Trennstrich?).
aaaaah - endlich einmal wieder ein richtig schönes Thema 😃
Ich bin noch am recherchieren, habe aber bereits etwas gefunden, was etwas Licht in dieses Dunkel bringen könnte - Lesbarkeit.
Ich zitiere dazu aus einem meiner Lieblingswerke:
Lesetypo, Hans Peter Willberg und Friedrich Forssmann, S. 68, 3.Spalte
Die Zeile
Wir lesen nicht, indem das Auge über die Zeile gleitet, sondern indem es mit einer ruckartigen Augenbewegung (
Saccade
) von einem festen Punkt (
Fixation
) zum nächsten springt.
Während der Saccade nimmt man nichts wahr; während der Fixation sieht das Auge.
Wenn das Auge bis zum Zeilenende gesprungen ist, muß es den Weg zum Beginn der neuen Zeile finden (
Rückschwung
).
Bei einer Fixation sieht man ungefähr die Menge von neun Zeichen auf einmal, mehr oder weniger unabhängig von der Schriftgröße. Wenn die Buchstaben- oder Wortbilder in die »Schablone« passen, kann die Bedeutung verstanden werden und das Auge kann weiterspringen. Wenn nicht, muß analysiert werden.
Meistens wird die Bedeutung aus dem Zusammenhang verständlich, das heißt, daß das Auge zur nächsten Fixation weiterspringen muß und dann wieder zurück (
Regression
), um zu prüfen, ob die vermutete Bedeutung zum Wortbild paßt.
Wenn das nicht übereinstimmt, muß buchstabiert werden.
Nicht nur unklare Wort-Zusammenhänge stören. Auch zu große Abstände zwischen Bestandteilen, die zusammengehören, zu geringe Abstände zwischen Bestandteilen, die nicht zum Wort gehören, oder ohne Grund auffallende Elemente in der Nachbarschaft des fixierten Wortes können ablenken.
Das bedeutet Verzögerung.
Ein Teil der Aufmerksamkeit wird der Beschäftigung mit dem Inhalt entzogen.
Das ist eine Definition für schlechte Lesbarkeit
Ein größerer Weißraum statt einer Worttrennung am Ende der letzten Zeile einer Seite erfüllt zwei Sachen:
1. Rückschwung und Regression verkürzen sich und
2. Die "Überprüfung, ob die vermutete Bedeutung zum Wortbild passt" wird einfacher, da das Gehirn bei der Pause im Rückschwung nur eine Vermutung überprüfen muss (den Wortzusammenhang) und nicht zwei Vermutungen (Wortzusammenhang und Trennzusammenhang)
So würde ich das Ganze analysieren. Wie gesagt - ich bin noch bei der Recherche. Mal sehen, was ich noch herausfinden kann 😃
Hilfreich?
+4
Kehrblech
16.05.26
11:49
Zunächst: Ich danke allen für die interessanten Rückmeldungen! Und noch etwas: Der relativ kleine Secessions Verlag achtet auch in aktuellen Büchern noch darauf, am Seitenende keine Trennstriche zu verwenden (woraus sich mal wieder ein Lob der kleinen Verlage ableiten lässt). Außerdem habe ich den Eindruck (teilweise nach konkreten Hinweisen), dass hier eher eher eine ältere Fraktion diskutiert (vielleicht 50+), ohne dass ich das bewerte (ich bin 61). Es wäre also interessant, wie die sog. digital natives auf das ganze schauen, die inzwischen mit New Adult-Büchern ja auch z.T. wieder Bücher lesen (bei denen ich aber bezweifeln würde, dass hier viel Geld in guten Satz investiert wird).
Ich bin hier definitiv auf Probleme gestoßen, die neu für mich sind, weil sie sich meiner subjektiven Erfahrung entziehen (Trennungen am Seitenende). Ich werde mal probieren, wie sehr es den Weißanteil der Seiten belastet, wenn ich solche Trennungen vermeide. Prinzipiell ist das ja kein Problem, da alle Layout-Programme die Variation von Zeichenabständen im Promille-Bereich zulassen. Bisher habe ich bei solchen Manipulationen allerdings vor allem Schusterjungen und Hurenkinder im Sinn gehabt. Trennungen am Seitenende aber ignoriert. Spannend wird das Unterfangen vor allen durch die geringe Textbreite des Haupttexts und die Marginalien, bei denen vor allem die Übereinstimmende Höhe von Fußnote im Haupttext und Marginalie eventuell zu ziemlich aufwändigen manuellen Nacharbeiten führen könnte. Ich bin gespannt.
Von matbin kam, glaube ich, noch der Hinweis, die Marginalien linkszentriert zu setzen (was nahe liegt). Diese Marginalien sind jedoch Hinzufügungen, die das Buch vor allem für Leser erschließen soll, die nicht vom Fach sind. Sie sollen den Lesefluss im Haupttext möglichst wenig beeinflussen, aber vorhanden sein, falls jemand doch ein wenig genauer wissen will, wer z.B. Matthias Menius war, ohne das Buch zur Seite legen zu müssen. Für diese Funktion habe ich linksbündigen Satz als zu unruhig und ablenkend empfunden (der rechte Rand flattert ja) und mich deshalb für Blocksatz entschieden, auch wenn dabei immer wieder Zeilen mit hohem Weißanteil entstehen. Das Leben ist voller Kompromisse …
Nicht als Schlusswort, aber als Zwischenfazit wollte ich hier auch das Folgende mal anmerken:
Vielen Dank ebenso allen für die konstruktive Diskussion, die sich hier entwickelt hat und mit der ich in diesem Technikforum gar nicht gerechnet hätte. Großartig!
Hilfreich?
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