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Affinity Studio (Canva, Version 3.2) crashed beim Einsetzen von einem kopiertem Satz mit Attributen - reproduzierbar
Affinity Studio (Canva, Version 3.2) crashed beim Einsetzen von einem kopiertem Satz mit Attributen - reproduzierbar
Kehrblech
12.05.26
20:32
Ich kämpfe schwer mit dem neuen Affinity 3.2. Seit ca. 8 Monaten arbeite ich an einem Buch, dass jetzt kurz vor der Veröffentlichung steht – aber Affinity macht nicht mit.
:'(
Neben unendlichen Problemen beim Indexing des Buchtexts (ich weiß, wie es geht, das ist nicht das Problem, aber immer wieder kommt es vor, dass Affinity die Übernahme von Indexeinträgen in die Anzeige- oder Druckversion verweigert. Alle Indexeinträge sind da, können auch bearbeitet werden, aber sie erscheinen nicht im Text, auch nicht nach zigmaligen Aktualisierungsversuchen. Immer wieder muss ich zu drei vier Tage alten Vorversionen, bei denen es noch ging und darf den ganzen Sch… nochmal machen. Und auch das kopieren der bereits bearbeiteten Seiten im die frühere Fassung, in der die Indexierung noch funktionierte klappt i.d.R. nicht. Seit gestern (Update der Grund???) lassen sich entscheidende Textpassagen in Affinity einfach nicht mehr einsetzen. Das ist GANZ GROßER MIST!
Dazu bekomme ich als Crash repost einen Bericht, der mir eher auf den Mac zu verweisen scheint, denn auf Affinity. Kann mir jemand zu dem Crash report vielleicht irgendwas hilfreiches sagen? (Ich habe davon keine wirkliche Ahnung.)
Hier der Anfang des Reports, um es nicht zu lang zu machen:
Translated Report (Full Report Below)
-------------------------------------
Process: Affinity Affinity Store [1128]
Path: /Volumes/*/Affinity.app/Contents/MacOS/Affinity Affinity Store
Identifier: com.canva.affinity
Version: 3.2.0 (4351)
Code Type: ARM-64 (Native)
Parent Process: launchd [1]
User ID: 501
Date/Time: 2026-05-12 20:14:53.9934 +0200
OS Version: macOS 15.7.7 (24G720)
Report Version: 12
Anonymous UUID: 25E57E70-EB05-4C3A-8757-7A694D3DE0F6
Time Awake Since Boot: 490 seconds
System Integrity Protection: enabled
Crashed Thread: 14 Dispatch queue: com.apple.root.default-qos
Exception Type: EXC_BAD_ACCESS (SIGSEGV)
Exception Codes: KERN_INVALID_ADDRESS at 0xffffffffffffffe8
Exception Codes: 0x0000000000000001, 0xffffffffffffffe8
Termination Reason: Namespace SIGNAL, Code 11 Segmentation fault: 11
Terminating Process: exc handler [1128]
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Kommentare
1
2
>|
Caserio
12.05.26
21:17
Hallo Kehrblech,
alles, was du schilderst, kenne ich zur Genüge. Ich schreibe seit einigen Jahren an einem 700-seitigen Sachbuch. Ich begann mit Affinity Publisher. Es war alles gut – bis ich anfing, Fußnoten, Querverweise, Bildnummerierungen, Indexierung etc. einzufügen. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie oft dieses Programm abgestürzt ist. Mit jedem Update hatte ich (viele andere in Foren auch) Hoffnung, dass es besser wird. Oft ließen sich die Buchkapitel, oder das ganze Buch einfach nicht mehr öffnen. Verzweiflung pur. Am Schluss, als ich nach jedem neuen Absatz abspeicherte und diese Version noch in die Cloud und/oder auf externe Festplatte kopierte, wurde mir das Ganze zu blöd. Mit diesem Programm lässt es sich nicht arbeiten. Ja – vielleicht ein paar Textboxen und Bildchen hin- und herschieben. Aber ein Buch publizieren – unmöglich. Ich biss dann in den sauren Apfel und abonnierte Indesign. Seitdem kann ich von „Arbeiten“ sprechen. Alles funktioniert zuverlässig – mein 700-Seiten-Werk ist momentan im Lektorat. Ich weiß, das hilft Dir jetzt nicht weiter, aber überlege, wie viel Dir Deine Arbeit wert ist? M.a.W. – mit Affinity vergeudest Du Deine Arbeitszeit und Deine Nerven.
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+7
Kehrblech
12.05.26
21:34
Danke, Caserio, gerade für die ehrliche Meinung. Meine Erfahrungsgeschichte sieht zum Glück besser aus. Vor zwei Jahren habe ich ein 400-Seiten-Buch in drei Tagen indiziert. Ohne irgendwelche Probleme, an die ich mich erinnern könnte. – Aber natürlich denke ich über einen Wechsel nach, auch wenn ich Adobe grundsätzlich nicht mag – und immer weniger, je mehr sie tun. Leider bietet Canva ja auch keinen Support mehr an. Insofern …
Wie schwer ist Dir der Umstieg gefallen? Und wie bist Du mit Deinem Projekt umgezogen? Ich arbeite an einem sehr aufwändig gesetzten Buch und bin eigentlich mit allem fertig, außer der Indizierung. Ich würde n ur höchst ungern wieder neu anfangen müssen, auch wenn es bei mir nur ca. 320 Seiten sind …
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0
Caserio
13.05.26
02:12
Der Umstieg war für mich kein großes Ding, da ich schon seit Mitte der 1990er-Jahre mit der Adobe-Suite (anfangs Pagemaker) arbeitete und damit 10 Bücher geschrieben und veröffentlicht habe. Von Adobe habe ich mich nach Einführung ihres Abo-Gedöns verabschiedet. Photoshop nutze ich allerdings noch, für 120€/p.a.
Der Umzug war ziemlich mühsam. Affinity Publisher bietet keine (Text)-Export-Funktion außer PDF, daher habe ich den gesamten Text-Content per Copy&Paste übernommen und in InDesign neu formatiert. Letztendlich war das aber auch gut so, da ich wohl nichts von der Krücke Publisher in meinem InDesign-Dokument hätte haben wollen. Heutzutage ist das wohl kein großes Problem mehr, da InDesign jetzt auch PDFs importiert.
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+2
Wellenbrett
13.05.26
12:01
Kehrblech: Da ist in dem Hintergrundprozeß Thread 14 " com.apple.root.default-qos" ein heftiger Fehler aufgetreten und MacOS hat mit dem SIGSEGV-Signal den Prozess terminiert, damit der nicht auf die Speicheradresse 0xffffffffffffffe8 zugreifen konnte, die ihm nicht gehörte und einer App auch nicht gehören kann. com.apple.root.default-qos ist Grand Central Dispatch. Der Fehler liegt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit bei Affinity und nicht bei Apple.
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0
macblubb
13.05.26
12:38
Kehrblech: Ist das noch ein Intel Mac? Womöglich läuft Affinity auf M Macs problemloser. Evt. hast du Zugriff auf einen neueren Mac und könntest das testen?
„Don't touch anything and don't go to the toilet!“
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-1
Dunnikin
13.05.26
13:03
Mal so allgemein - warum schreibt man so umfangreiche Sachen (700 Seiten) nicht mit einem Programm, das für's Schreiben gedacht ist? Mit einer Textverarbeitung? Die obendrein Standardformate unterstützt, was den Wechsel des Programms sehr vereinfacht?
Es geht ja um ein Buch, nicht um einen Artikel für ein Magazin, welcher ein umfangreiches Layout erfordert (was man ggf. auch mit einer Textverarbeitung machen kann).
Das würde mich interessieren, eure Erfahrungen, Gründe, man lernt ja nie aus.
Hilfreich?
+5
Kehrblech
13.05.26
13:05
An alle:
Danke für Eure Hilfe und Info! Ich habe inzwischen Kontakt zum Support von Affinity (Canva). Das Problem mit der Geschwindigkeit scheint damit zu tun zu haben: "The slowdown may be related to hardware acceleration conflicts." Daher habe ich die "Metal Compute Acceleration" unter den Einstellungen - Performance ausschalten sollen – und tatsächlich "flutscht" das Programm auf einmal um Größenordnungen besser (allerdings ist heute auch eine neue Version erschienen (3.2.1), die ich sofort installiert habe. Das Tempo ist jetzt wieder so, wie ich es von früher kenne.
Das alles unterstreicht, dass es vermutlich noch diverse andere Bugs im Programm gibt (siehe Eure Beiträge). Außerdem haben weder Update noch Performance-Einstellungen das Erscheinen von Indexeinträgen in der eigentlichen Datei wiederhergestellt (d.h., auch das ein leider wiederkehrendes Problem), dass alle paar Tage neue Indexeinträge einfach nicht im Index-Abschnitt der Datei angezeigt werden). Ich habe auch dazu den Support kontaktiert, aber noch keine Antwort erhalten. UNd dieser Fehler ist letztlich schwerwiegender. Denn wenn die gemachte Arbeit nicht in der Datei sichtbar wird, kann man es besser gleich lassen. In den letzten Fällen bin ich zu einer Datei-Version zurückgegangen, in der die Übernahme in den Index-Abschnitt noch funktioniert hat – und von vorne begonnen (
). Ich hoffe, dass Affinity auch eine Lösung für dieses Problem eine Lösung hat.
Interessanter Weise waren davon übrigens auch meine alten Affinity-Programme betroffen (Publisher 2 etc. in der jeweils aktuellsten Fassung. – Als am 9.5. mal wieder die Übertragung in die Index-Abteilung stoppte, war die einzige Änderung, die (außer dem normalen Gebrauch des Programms) zwischen funktionieren und nicht mehr funktionieren lag, das aktuelle Update auf (in meinem Fall) 15.7.7. Irgendwer scheint hier also nicht sauber zu programmieren und dadurch immer neue Schwierigkeiten zu produzieren …
Wenn der Support sich meldet, schreibe ich hier rein, was er geantwortet hat.
Gruß
Hilfreich?
+5
Kehrblech
13.05.26
13:18
Dunnikin
Es geht ja um ein Buch, nicht um einen Artikel für ein Magazin, welcher ein umfangreiches Layout erfordert (was man ggf. auch mit einer Textverarbeitung machen kann).
Bezüglich des "Schreibens" gebe ich Dir völlig recht: Man sollte das immer mit einer Textverarbeitung machen! Bezüglich "Buch" habe ich den Eindruck, dass Du kaum Vorstellung von der Komplexität des Satzes eines Fach- oder Sachbuchs mit hunderten von Abbildungen und tausenden von Fußnoten hast (abgesehen mal vom Aussehen im Detail, das bei Satzprogrammen einfach wertiger ist, als bei irgendwelchen selbstverlegten Word-Dokumenten, selbst wenn nur einfacher Text enthalten ist).
So etwas macht niemand mit Word – und wäre vermutlich auch kaum möglich:
Hilfreich?
+8
Dunnikin
13.05.26
13:35
Kehrblech
Dunnikin
Es geht ja um ein Buch, nicht um einen Artikel für ein Magazin, welcher ein umfangreiches Layout erfordert (was man ggf. auch mit einer Textverarbeitung machen kann).
Bezüglich des "Schreibens" gebe ich Dir völlig recht: Man sollte das immer mit einer Textverarbeitung machen! Bezüglich "Buch" habe ich den Eindruck, dass Du kaum Vorstellung von der Komplexität des Satzes eines Fach- oder Sachbuchs mit hunderten von Abbildungen und tausenden von Fußnoten hast (abgesehen mal vom Aussehen im Detail, das bei Satzprogrammen einfach wertiger ist, als bei irgendwelchen selbstverlegten Word-Dokumenten, selbst wenn nur einfacher Text enthalten ist).
Ich bin da tatsächlich völlig frei von Wissen, deshalb die Nachfrage. Jetzt ist mir schon einiges klarer, vielen Dank
Hilfreich?
+3
Wellenbrett
13.05.26
13:45
macblubb
Kehrblech: Ist das noch ein Intel Mac? Womöglich läuft Affinity auf M Macs problemloser. Evt. hast du Zugriff auf einen neueren Mac und könntest das testen?
Nein, ist ein ARM-basierter Prozessor:
Code Type: ARM-64 (Native)
Hilfreich?
+2
Wellenbrett
13.05.26
14:00
Kehrblech:
Path: /Volumes/*/Affinity.app/Contents/MacOS/Affinity Affinity Store
Hattest Du die App von einem externen Volume gestartet und wurde das Volume eventuell abgemeldet, während die App lief?
Hilfreich?
+1
Kehrblech
13.05.26
14:26
Ich habe Affinity zwar auf einer externen SSD, diese war aber durchgehend angemeldet. Jedenfalls habe ich keinen Hinweis auf irgendetwas anderes.
Hilfreich?
0
cfkane
13.05.26
14:28
Kehrblech
Vorstellung von der Komplexität des Satzes eines Fach- oder Sachbuchs mit hunderten von Abbildungen und tausenden von Fußnoten
Das waren interessante Beispiele. Fußnoten, die seitlich quasi als Kolumne mitlaufen – das habe ich auch noch nicht gesehen.
Würde dazu gern noch was fragen:
i) Es scheint zwei Sorten von Fußnoten (bzw. Anmerkungen) zu geben: Einmal
Zahl
und einmal
QZahl
. Die zu den Zahlen gehörigen stehen gleich an der Seite. Und die Q-Fußnoten? Folgen später oder sind Quellennachweise?
ii) Und in den seitlichen Anmerkungen gibt es wiederum Verweise auf Seiten und andere Anmerkungen. Sind das auch aktive Querverweise, insb. die Nummer anderer Anmerkungen? Wie wird das umgesetzt – in InDesign mit Querverweisen?
Besten Dank!
Hilfreich?
0
sudoRinger
13.05.26
14:36
Für das nächste Projekt mit Marginalnotizen und Register könnte Typst interessant sein. Kein Abo, plain text und einfacher als LaTeX. Für den Tufte-Stil mit seitlichen Anmerkungen gibt es direkt ein fertiges Paket: 'tufte-memo' auf typst.app/universe
. Neben dem Titel ist ein anklickbares Beispiel für das Layout.
https://typst.app/
https://github.com/typst/typst
Hilfreich?
+6
Wellenbrett
13.05.26
14:38
Kehrblech
Ich habe Affinity zwar auf einer externen SSD, diese war aber durchgehend angemeldet. Jedenfalls habe ich keinen Hinweis auf irgendetwas anderes.
OK., ich dachte an eine Netzwerkfreigabe, die evt. vorübergehend weg war (hätte aber aber auf jeden Fall in einer Fehlermeldung von macOS resultiert).
Hilfreich?
0
Old Archibald Yates
13.05.26
14:57
Dunnikin
Mal so allgemein - warum schreibt man so umfangreiche Sachen (700 Seiten) nicht mit einem Programm, das für's Schreiben gedacht ist? Mit einer Textverarbeitung? Die obendrein Standardformate unterstützt, was den Wechsel des Programms sehr vereinfacht?
Kehrblech
Bezüglich des "Schreibens" gebe ich Dir völlig recht: Man sollte das immer mit einer Textverarbeitung machen! Bezüglich "Buch" habe ich den Eindruck, dass Du kaum Vorstellung von der Komplexität des Satzes eines Fach- oder Sachbuchs mit hunderten von Abbildungen und tausenden von Fußnoten hast (abgesehen mal vom Aussehen im Detail, das bei Satzprogrammen einfach wertiger ist, als bei irgendwelchen selbstverlegten Word-Dokumenten, selbst wenn nur einfacher Text enthalten ist).
So etwas macht niemand mit Word – und wäre vermutlich auch kaum möglich:
Schreiben und Setzen sind seit der Erfindung des Buchdrucks zwei verschiedene Arbeitsstufen, und das aus guten Gründen. Mit den Möglichkeiten der heutigen Digitaltechnik können Autor und Setzer dieselbe Person sein – und wenn diese Person sowohl vom Schreiben als auch vom Setzen etwas versteht, kann auch etwas Gescheites dabei herauskommen.
Und klar, wer "nur" Text schreibt, der auch nicht in irgendeiner Weise aufwendig grafisch gestaltet werden soll, der bekommt es meist erst später im Prozess mit dem Programm zu tun, das die Druckvorlage erstellt. Aber selbst wenn viele Fußnoten, Querverweise, Illustrationen u. ä. im Buch sein werden: Gleich in einem Satzprogramm zu schreiben, stuft den Schreibprozess zu einem sekundären Vorgang herab, obwohl der Inhalt doch das Primäre ist.
Denn Satzprogramme bieten noch weniger Möglichkeiten, an und in Texten zu arbeiten (nicht an ihrem Aussehen!) als Textverarbeitungen – wenn man darunter
Word
,
Open/LibreOffice
etc. versteht. Die sind nämlich mal für Bürotätigkeiten erfunden worden, Briefe, Rechnungen, sowas, und nicht für Buchmanuskripte. Es wurden einfach nur über die Zeit immer mehr Funktionen drangeklatscht, und das funktioniert mal mehr, mal weniger gut. Und alles hängt am alten Schreibmaschinenkonzept der Seite. Das gilt selbst für
Mellel
, das explizit für lange Texte gedacht ist und mit vielen hundert Seiten und noch viel mehr Fußnoten stabiler läuft, als
Word
das je getan hat.
Seit geraumer Zeit gibt es aber Autorenprogramme; das, soweit ich das beurteilen kann, immer noch beste ist
Scrivener
. Diese Programme bieten Möglichkeiten, mit Referenzen, Versionen usw. zu arbeiten. Der Schreibprozess, wie auch immer der bei einem Autoren aussieht, steht im Mittelpunkt. Und ganz wichtig: Sie tun nicht so, als wären sie Satzprogramme, sondern bieten stattdessen vielfältige Exportmöglichkeiten, damit ihre Texte in Satzprogrammen, Textverarbeitungen (ja, für wissenschaftliche Aufsätze reichen auch die) usw. verarbeitet werden können. Der Austausch klappt noch nicht perfekt, was aber meist daran liegt, das es für die empfangenden Programme kein offengelegtes Format gibt und docx das Austauschformat bleiben muss.
Hilfreich?
+8
Kehrblech
13.05.26
15:08
cfkane
Würde dazu gern noch was fragen:
i) Es scheint zwei Sorten von Fußnoten (bzw. Anmerkungen) zu geben: Einmal
Zahl
und einmal
QZahl
. Die zu den Zahlen gehörigen stehen gleich an der Seite. Und die Q-Fußnoten? Folgen später oder sind Quellennachweise?
ii) Und in den seitlichen Anmerkungen gibt es wiederum Verweise auf Seiten und andere Anmerkungen. Sind das auch aktive Querverweise, insb. die Nummer anderer Anmerkungen? Wie wird das umgesetzt – in InDesign mit Querverweisen?
Hallo cfkane,
Das sind z.T. spezifische Details des Buchs, an dem ich gerade arbeite (ich bin Verleger, der praktisch alles selbst macht).
Das Layout ist ein eigener Entwurf, der jeweils an die Gegebenheiten des jeweiligen Buchs angepasst wird, in diesem Fall eine Übersetzung. Im Original gab es zahlreiche Quellenangaben, die sich jedoch zu 99% auf die Angabe zitierter Quellen beschränkten. Das sind in der Tat die Fußnoten, die mit „Q(uelle)“ beginnen. Die Auflösung erfolgt am Ende des Buchs in einem Abschnitt mit den Quellenangaben. Da das Buch ursprünglich eher auf Fachkreise ausgerichtet war, ich es aber für so gut geschrieben hielt, daraus ein (hoffentlich) allgemeinverständliches Sachbuch zu machen, habe ich während der Übersetzung zahlreiche Anmerkungen zu Begriffen, Personen etc. als Randnoten ergänzt (die Nummern ohne „Q“). Zusätzlich bieten Randnoten die Möglichkeit, auch ergänzende Abbildungen in den Text zu integrieren. Das ist allerdings reine Handarbeit in Affinity (inklusive der Nummerierung – was viel Sorgfalt erfordert, damit man nicht dauernd neue Fußnoten einfügt oder streicht und – händisch – neu nummerieren will.
Es gibt bereits ein veröffentlichtes Buch in diesem Layout, dass für seine Immersivität gelobt wurde. Es handelt von Goethes Schwiegertochter Ottilie und schafft es (nach Leser:innen-Aussage) nicht nur, deren Leben zu schildern, sondern die Lebensumgebung in Weimar durch zahlreiche Porträts lebendig zu machen. Deshalb bin ich für diese Sachbuch bei dem Layout geblieben.
Die Verweise in der Seitenspalte beziehen sich auf frühere Anmerkungen und die Seite, auf der diese zu finden sind. Wie so etwas mit Indesign geht, kann ich Dir nicht sagen, da ich bisher immer mit Affinity gearbeitet habe – ich gehe aber davon aus, dass ein entsprechendes Layout problemlos auch mit Indesign erstellt werden könnte. Verweise funktionieren dabei grundsätzlich so, dass (Begrifflichkeit von Affinity) so genannte „Anker“ im Text erstellt und bezeichnet werden. Wird an einer späteren Stelle auf diesen „Anker“ Bezug genommen, kann ein entsprechender „Querverweis“ erstellt werden, der die Seitenzahl (oder eine andere Eigenschaft des Ankers) zitiert. Alles kann natürlich ständig aktualisiert werden, falls Seiten sich mal verschieben.
Der Index funktioniert so, dass ein spezieler „Index“-Bereich irgendwo im Buch eingefügt wird. Dann kann man im sog. Index-Modus Wörter etc. für einen Indexeintrag markieren. Dabei wird eine Liste mit den bisher generierten Einträgen angezeigt, in der man die Begriffe auswählen und nach weiteren Vorkommen im Text suchen kann, die dann ebenfalls im Index auftauchen (jedenfalls, so lange diese Funktion ordnungsgemäß funktioniert, was derzeit leider nicht der Fall ist …). Das vorliegende Buch ist dabei so inhaltsreich, dass der Index bereits 16 Seiten in 9pt-Schrift in drei Spalten umfasst (ca. 80 % des endgültigen Indexes). Deshalb sind die aktuellen Probleme mit Affinity solch ein Problem für mich. Insgesamt habe ich jetzt 8 Monate an dem Buch gearbeitet. Die Indizierung ist quasi der letzte Schritt vor dem Druck. Das dieser jetzt zu scheitern droht, ist für mich ein gewaltiger Albtraum.
Ich hoffe, diese Angaben helfen Dir weiter.
Hilfreich?
+5
Wellenbrett
13.05.26
15:18
Old Archibald Yates
...Der Austausch klappt noch nicht perfekt, was aber meist daran liegt, das es für die empfangenden Programme kein offengelegtes Format gibt und docx das Austauschformat bleiben muss.
Die Kombination mit dem von
sudoRinger empfohlenen markup-basierten Satzsystem "Typst" wäre eine geniale Lösung. Für den Hersteller von Scrivener wäre ein Export-Filter zu Typst viel einfacher zu implementieren als irgendwelche komplexen Textverarbeitungsformate (mit im Falle von docx über
7000
-seitiger Dokumentation). Anwender könnten sich beim Schreiben nahezu vollständig auf den Inhalt konzentrieren und bekommen im Ergebnis dennoch professionellen Satz.
Hilfreich?
+1
cfkane
13.05.26
15:59
Kehrblech
Ich hoffe, diese Angaben helfen Dir weiter.
Ja, vielen Dank für den Einblick!
Bei dieser Menge an Einträgen wäre es wirklich fatal, wenn Affinity streiken würde. Drücke dir die Daumen!
Hilfreich?
0
Kehrblech
13.05.26
15:59
Der Support von Affinity hat nun auch mein zweites Problem gelöst. Es gab wohl an anderer Stelle in einem ansonsten leeren Textrahmen einen zweiten Index, in den meine zwischenzeitlichen Änderungen eingetragen wurden. Der Textrahmen war wohl ein Überbleibsel der Bearbeitung des Dokuments. Ich kann mich nicht erinnern, dort jemals eine Textrahmen aufgezogen, geschweige denn, dort einen weiteren Index eingetragen zu haben (zumal Affinity das i.d.R. nicht so ohne weiters zulässt). Aber nachdem ich den Textrahmen gelöscht habe, funktioniert nun wieder alles wie vorgesehen.
Der Weg, den zweiten Index zu identifizieren, war übrigens im Dokument nach einem beliebigen Eintrag im Index zu suchen! Affinity zeigt die Position des Index leider nicht direkt an (was ich gleich als Verbesserungsvorschlag für sämtliche entsprechende Textbereiche hinterlassen habe).
Vier Wochen Stress und Arbeitswiederholungen haben damit ein Ende gefunden! Und, da Canva meine sWissens nach keinen expliziten Hinweis auf den Affinity Support in die Seiten integriert hat, hier die Adresse (leider nur Englisch, einmal ausgeschrieben und direkt zum Anklicken):
https://support.affinity.studio/hc/en-gb/requests/new
Ob es auch eine deutschsprachige Version gibt, weiß ich nicht.
Hilfreich?
+8
Kehrblech
13.05.26
16:01
cfkane
Bei dieser Menge an Einträgen wäre es wirklich fatal, wenn Affinity streiken würde. Drücke dir die Daumen!
Das kann man wohl laut sagen! Aber zum Glück gibt es doch noch einen – schnellen und freundlichen – Support für Affinity (s.o.) – insofern schaue ich wieder optimistisch auf das Projekt!
Hilfreich?
+3
Old Archibald Yates
13.05.26
17:21
Wellenbrett
Old Archibald Yates
...Der Austausch klappt noch nicht perfekt, was aber meist daran liegt, das
s
es für die empfangenden Programme kein offengelegtes Format gibt und docx das Austauschformat bleiben muss.
Die Kombination mit dem von
sudoRinger empfohlenen markup-basierten Satzsystem "Typst" wäre eine geniale Lösung. Für den Hersteller von Scrivener wäre ein Export-Filter zu Typst viel einfacher zu implementieren als irgendwelche komplexen Textverarbeitungsformate (mit im Falle von docx über
7000
-seitiger Dokumentation). Anwender könnten sich beim Schreiben nahezu vollständig auf den Inhalt konzentrieren und bekommen im Ergebnis dennoch professionellen Satz.
Da wird auch bestimmt noch etwas kommen. Über das Zwischenformat Markdown kann man beispielsweise auch jetzt schon zu LaTeX kompilieren. Im
Scrivener
-Supportforum hieß es irgendwo, die Integration von Pandoc in einer zukünftigen Version von
Scrivener
wäre auch eine Möglichkeit. Damit arbeiten jetzt schon einige, aber eben mit zusätzlicher Software und zusätzlichen Arbeitsschritten. Wenn das irgendwann direkt aus
Scrivener
möglich wäre, ohne das der Nutzer Kenntnisse der Technik dahinter benötigt, wäre das natürlich toll.
Aber für Buchprojekte mit vielen Illustrationen und komplexeren Layouts sind Satzprogramme wie
InDesign
oder
Affinity (Publisher)
für die meisten Nutzer wohl immer noch die erste Wahl, auch wenn Layouts wie das oben von Kehrblech mit Marginalien auch mit z. B. LaTeX machbar sind.
Hilfreich?
+2
Kehrblech
13.05.26
17:40
Ich habe für meine Diplomarbeit mal Latex benutzt, finde das Ganze aber sehr unintuitiv, da ich sehr viel lieber direkt mit Objekten arbeite und diese nach meinem Geschmack auf den Seiten verteile. Ich weiß nicht, ob es inzwischen schon Latex-Editoren gibt, die quasi ein Wysiwyg-Arbeiten mit Latex erlauben. So mächtig Latex auch ist, empfinde ich den formelbasierten Zugang zum Design (für mich!) eher abschreckend und hinderlich. Ich habe mal eben schnell im App-Store geschaut, aber keinen entsprechenden Editor gefunden. Jedenfalls zeiten alle in den Vorschaubildern neben der "grafischen" (Wysiwyg) Anzeige auch die Code-Ansicht. Und ich denke, genau das ist das Problem von Latex: es braucht viel, viel Codeänderungen, um einfach nur zwischen einem Bild oben links und einem Bild in der Mitte der Seite zu kommen. Da zeigt sich der Vorteil der grafisch orientierten Layout-Programme. Wobei ich bis heute nicht verstehe, wo das Problem sein soll, eine manipulierbare grafisch bearbeitbare Seite auf Grundlage von Latex-Code zu gestalten. In der Gestaltung von Zeitschriften, Büchern etc. kommen halt die meisten Menschen von der grafischen Seite. Gibt es denn wirklich niemanden, der einen auf beide Weisen nutzbaren Latex-Editor geschrieben hat?
Hilfreich?
+2
sudoRinger
13.05.26
18:05
Typst ist nicht LaTeX. Hier ist ein ausführliches Beispiel im Typst-Markup für genau den Stil den Kehrblech in seinem Buch hat, sogar mit Bildern in den seitlichen Anmerkungen
und hier das Ergebnis
Noch intuitiver ist Quarkdown, was Markdown mit typografischen Elementen ist
Hilfreich?
+5
Dunnikin
13.05.26
18:10
Wow, hier gibt's mächtig Input, sehr interessant. Das ist ein mir völlig fremdes Territorium. Also diskutiert ruhig weiter, ich verweile als stiller Nutznießer
Hilfreich?
+4
Kehrblech
13.05.26
18:55
sudoRinger
Typst ist nicht LaTeX. Hier ist ein ausführliches Beispiel im Typst-Markup für genau den Stil den Kehrblech in seinem Buch hat, sogar mit Bildern in den seitlichen Anmerkungen
und hier das Ergebnis
Noch intuitiver ist Quarkdown, was Markdown mit typografischen Elementen ist
Interessant, danke für das Beispiel und die Endansicht.
Trotzdem denke ich, dass derartige Programme mir in keiner Weise helfen würden, eher im Gegenteil. Warum?
1. weil sie mich beim Schreiben ständig zur Eingabe von Formatier-Code "zwingen" (klar, kann man auch hinterher machen, aber dann ist es langweilig und mühsam, finde ich) und dadurch ständig aus dem inhaltlichen Gedankenstrom reißen.
2. wie oben schon gesagt, fällt es mir schwer, aus den Format-Anweisungen eine Vorstellung von der endgültigen Ansicht zu entwickeln. Außerdem finde ich Codeschreiben aufgrund der Sonderzeichen mühsam.
Ich kann mir aber gut vorstellen, dass gerade Programmierer hier einen anderen Zugang haben. Das war für mich während meiner Diplomarbeit (Physik) auch noch so, abgesehen davon, dass es Ende der 1980er überhaupt nichts gab, was auch nur annähernd eine vergleichbare Formelgestaltung unterstützte.
Andererseits war es damals so, das alle Diplomarbeiten an unserem sehr großen Forschungszentrum damals auf Grundlage derselben Formatvorlage verfasst wurden. Die sah gut aus, funktionierte auch ohne lange Einarbeitung, man konnte immer jemanden fragen, wie man eine Tabelle o.ä. einfügen konnte etc. Alle waren zufrieden. Von creativer Gestaltung war weit und breit allerdings nichts zu sehen.
So etwas ist in der Wissenschaft hervorragend. Man schnibbelte ein paar entscheidende Seiten zusammen und hatte auch gleich noch eine Veröffentlichung fertig, die ebenfalls gut aussah. Aber in einem Verlag? Wo es um die kreative Gestaltung geht? Für mich undenkbar. Und auch für Sach- und Fachbücher, die nicht nur interessant zu lesen sein sollen, sondern etwa beim Studieren helfen, die neue Zusammenhänge darstellen müssen, funktioniert das meiner Meinung nach nicht. Schaut man sich Lehrbücher von 1980 und von 2000 an, sieht man erst, was durch DTP und Wysiwyg möglich wurde, wie etwa psychologische Erkenntnisse des Lernens in die Buchgestaltung eingeflossen sind, ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht. Und eher nicht wegen Latex o.ä., sondern weil mit der Gestaltung von Seiten auf einmal ("life und in Farbe") gespielt werden konnte. Wei Layout eben nicht mehr eine abstrakte Sache der Vorstellung war, sondern etwas, das man vor den Augen hatte.
Latex/Typst/Quarkdown (hat das eigentlich was mit Quark zu tun?) etc. als Code-Basis kann ich mir vorstellen, Layout in Code zu machen, ist und bleibt für mich eine Horrorvorstellung (weshalb ich etwa auch für den Internetauftritt meines Verlags ein Wysiwyg-Programm nutze: Sitely – früher: Sparkle).
Hilfreich?
+3
sudoRinger
13.05.26
18:55
Ich nutze die Gelegenheit, auf Marked 3 hinzuweisen
. Marked ist ein Tool, das Markdown Live-Previews erstellt und in verschiedenen Formaten ausgibt: PDF, Word und andere. Es arbeitet mit Scrivener zusammen (Integration zur Vorschau) und hat gegenüber dem Vorgänger einen deutlich verbesserten Word-Export. Quasi wie Pandoc mit GUI.
Marked 2 gibt es seit langer Zeit und hat zuletzt einen unerwarteten Schub bekommen, weil Markdown ein bevorzugtes Ausgabeformat von KI-Tools ist. Marked 3 ist aktuell bei Apple in der Prüfung für den App Store und voraussichtlich in ein bis zwei Wochen verfügbar (nein, ich bin nicht der Entwickler, ich kenne diesen nur gut)
Hilfreich?
+1
gfhfkgfhfk
13.05.26
19:52
Kehrblech
Ich habe für meine Diplomarbeit mal Latex benutzt, finde das Ganze aber sehr unintuitiv, da ich sehr viel lieber direkt mit Objekten arbeite und diese nach meinem Geschmack auf den Seiten verteile.
So funktioniert aber Textsatz generell nicht. TeX (das Programm wird hauptsächlich in MINT-Fächer genutzt, Springer setzt damit faktisch alles) genauso wie TUSTEP
(Das geisteswissenschaftliche Gegenstück zu TeX) sind dafür gemacht Dinge vollautomatisch auf Seiten zu platzieren. Man soll gerade nicht manuell eingreifen.
Das klassische Programm mit GUI zum Massentextsatz ist FrameMaker. Das gibt es seit langer Zeit nicht mehr für Macs, da Adobe es nicht vom klassischen MacOS auf MacOS X portiert hat, und generell nur noch stiefmütterlich behandelt. Es gab in der Vergangenheit eine NeXTSTEP Version, und natürlich Versionen für diverse UNICES. Aktuell ist die Windows Version die einzig erhältliche Version. Das Programm entstand ursprünglich auf SunOS (d.h. lange vor Solaris). Arbortext (ursprünglich 3B2 genannt), Interleaf, OASYS, … sind alles vergleichbare Programme, aber keines davon lief jemals auf MacOS. Das waren/sind meist UNIX und später Windows Programme.
Zum Schreiben längerer Texte eigen sich XML-Editoren. Das setzt aber voraus, dass man ein entsprechendes Dokumentenformat (DTD, ein bekanntes FOSS DTD ist DocBook
) hat. Die XML-Editoren prüfen, ob der eingegeben Text den Anforderungen des DTDs entspricht. Sprich ob der Text den logischen Strukturen des DTDs entspricht. Dann kann man später (z.B. eine andere Person) Ausgaben für unterschiedliche Distributionskanäle generieren z.B. HTML und PDF. Oftmals wird hier TeX als Satzmaschine fürs Generieren der PDFs genutzt. Neuere FrameMaker Versionen sollen XML unterstützen, aber das Programm funktioniert nicht so gut wie es sollte.
Ich hatte vor Jahren nach geeigneter Mac Software gesucht, um nicht nur auf TeX festgelegt zu sein, aber meines Wissens gibt es keinerlei brauchbaren nativen XML-Editor für den Mac. Es gibt Crossplattform Programme wie Oxygen XML
. Das ist ein phantastischer Editor, der aber in Java geschrieben ist.
Kehrblech
Wobei ich bis heute nicht verstehe, wo das Problem sein soll, eine manipulierbare grafisch bearbeitbare Seite auf Grundlage von Latex-Code zu gestalten. In der Gestaltung von Zeitschriften, Büchern etc. kommen halt die meisten Menschen von der grafischen Seite. Gibt es denn wirklich niemanden, der einen auf beide Weisen nutzbaren Latex-Editor geschrieben hat?
Dein Fehler ist, dass Du von der Layouter Seite darauf schaust. Das ist typisch für den Werbe-, Zeitungs- und Zeitschriftensatz. Da wird viel manuell in die Gestaltung eingegriffen und manuell Objekte auf der Seite platziert. Beim Massentextsatz werden Stylesheets genutzt, die das Quelldokument vollautomatisch setzen. Das ist perfekt, wenn keinerlei manuelle Interaktion notwendig ist.
Ein geeigneter LaTeX-GUI-Editor für Styles würde ganz anders funktionieren, wie Du Dir das vorstellst. Es geht darum die Regel für das automatische Setzen zu bearbeiten. Bisher macht man das von Hand, in dem man eigene Anpassungen an die Standarddokumentklassen vornimmt. Nur sehr wenige Schreiben ihre eigenen Styles. Denn die großen Verlagen (Springer, Elsevier, American Physical Society, …) haben allesamt ihre eigenen Styles für LaTeX, so dass man üblicherweise bereits beim Schreiben diese nutzt. Die Alternative ist, dass man Word Dokumente einschickt, aber das dauert dann länger bis zur Publikation.
Persönlich nutze ich TeXstudio unter Linux, weil es unter Linux umfangreicher Tastaturtreiber (DIN T3 bzw. E1 Keyboard Belegung) gibt, so dass man sehr viel mehr Sonderzeichen direkt eintippen kann.
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+1
gfhfkgfhfk
13.05.26
20:10
Kehrblech
Schaut man sich Lehrbücher von 1980 und von 2000 an, sieht man erst, was durch DTP und Wysiwyg möglich wurde, wie etwa psychologische Erkenntnisse des Lernens in die Buchgestaltung eingeflossen sind, ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht.
Und trotzdem werden Lehrbücher 2026 immer noch von den Großverlagen im MINT Bereich mit TeX gesetzt, auch in Farbe auch modern layoutet.
Kehrblech
Layout in Code zu machen, ist und bleibt für mich eine Horrorvorstellung (weshalb ich etwa auch für den Internetauftritt meines Verlags ein Wysiwyg-Programm nutze: Sitely – früher: Sparkle).
Bei LaTeX gibt es noch keine harte Trennung zwischen Dokument und Layout. XML erzwingt es dann. Dokumente z.B. DocBook Bücher enthalten 0% Layout, und ausschließlich logisch korrekt formulierten Inhalt. Das Layout kommt dann über den jeweiligen Ausgabekanal mit passenden Stylesheets rein.
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0
Kehrblech
13.05.26
20:54
gfhfkgfhfk
So funktioniert aber Textsatz generell nicht.
Dein Fehler ist, dass Du von der Layouter Seite darauf schaust.
Ich glaube, Du hast nicht begriffen, dass ich genau diesen Gegensatz im Zugang beschrieben habe. Das Textsatz so nicht funktionieren würde, ist natürlich eine Behauptung, die einen der beiden Anwendungsfälle zum allein relevanten zu machen versucht (was Quatsch ist, wenn man mal schaut, wer so alles Indesign und eben keine Anwendungen für "Massentext" benutzt – und das gilt auch für Buchverlage). LaTex & Co. sind halt etwas für den Fall, wenn alles gleich aussehen soll und die Anwender keine Ahnung von anständigem Satz haben. Angesichts der Aufgaben in Verlagen (gleichgültig welcher Art) es als einen Fehler zu bezeichnen, dass man von der Layout-Seite auf das Produkt schaut, spricht der Realität und ganzen Branchen Hohn und zeugt von einem sehr verengten Weltbild, wie man mit Gestaltung umgehen sollte.
Und trotzdem werden Lehrbücher 2026 immer noch von den Großverlagen im MINT Bereich mit TeX gesetzt, auch in Farbe auch modern layoutet.
Quelle? Auch wenn ich mir vorstellen kann, dass das tatsächlich (auch) so gemacht wird, weil sich dadurch gleichbleibende Formatvorstellungen an Buchreihen u.ä. gut realisieren lassen, genauso aber aber auch in anderen Editoren wie Indesign etc. Es ist immer nur eine Frage, welche Parameter der Setzer zur freien Verfügung hat und welche unabdingbar festgelegt sind. Wer das Layout solcher Fachbuchreihen wie und womit festgelegt hat, ist damit übrigens weiter offen. Denn man kann mit Latex natürlich jede Gestaltungsoption als Formular festlegen, also nachbauen, was z.B. mit Indesign erstellt wurde. Gründe dafür gäbe es auch, da die meisten Fachautorinnen an Latex u.ä. gewöhnt sein dürften. Was die Verlage dann aber tatsächlich wie verwenden, kann ich Dir aus Mangel an einschlägiger Erfahrung nicht sagen. Beides scheint mir ohne weiteres möglich zu sein.
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+2
gfhfkgfhfk
13.05.26
22:44
Kehrblech
Das Textsatz so nicht funktionieren würde, ist natürlich eine Behauptung, die einen der beiden Anwendungsfälle zum allein relevanten zu machen versucht (was Quatsch ist, wenn man mal schaut, wer so alles Indesign und eben keine Anwendungen für "Massentext" benutzt – und das gilt auch für Buchverlage).
Ich hätte besser den Begriff Werksatz nehmen sollen, dann wäre es wohl klarer gewesen was ich meine. InDesign und Affinity Publisher sind hingegen Programme, die ursprünglich für den Akzidenzsatz entwickelt wurden. Adobe versucht nun immer mehr InDesign als Ersatz für FrameMaker zu platzieren, dazu wurde Funktionalität nach und nach eingeführt, die man für den Werksatz benötigt. Allerdings funktioniert es als Programm anders als ein Werksatzprogramm.
Mir scheint, dass Du ebenso wie weia das Problem hast, dass Du zu sehr visuell das ganze erfasst. Daher Dein Hang dazu die Bücher nicht zu setzen, sondern letztlich individuell zu layouten. Sicherlich kommt an Ende ein lesbares Buch dabei heraus, allerdings kann schon bei einem längerem Buch der Mehraufwand erheblich sein, weil einfach zu viel Handarbeit anfällt.
Kehrblech
LaTex & Co. sind halt etwas für den Fall, wenn alles gleich aussehen soll und die Anwender keine Ahnung von anständigem Satz haben. Angesichts der Aufgaben in Verlagen (gleichgültig welcher Art) es als einen Fehler zu bezeichnen, dass man von der Layout-Seite auf das Produkt schaut, spricht der Realität und ganzen Branchen Hohn und zeugt von einem sehr verengten Weltbild, wie man mit Gestaltung umgehen sollte.
Ich schreibe hier über Massensatz, Buchreihen und besonders den Bereich der technischen Dokumentation. Da ist ein einheitliches Layout zwingend, und gerade bei der technischen Dokumentation ist es notwendig, bei einer Änderung des Coporate Designs schnell und mit geringen Kosten die Dokumente an das neue Design anpassen zu können. Sprich Handbücher werden vollautomatisch neugesetzt, und nur nachkontrolliert.
Kehrblech
Quelle?
Impressum der Springer Bücher, Springer schreibt das eigentlich immer hinein. Früher konnte man es direkt am verwendeten Font erkennen. CMR erkennt man sofort wieder. Bei vielen anderen Dokumenten, die man als PDF bekommt, kann man es in den Dokumenteneigenschaften ersehen. Gerade bei den HP Dokumentationen nachgeschaut, da steht „Antenna House XSL Formatter“
, das ist ein vollautomatischer XML Formatter. Bei vielen anderen steht dort FrameMaker. InDesign findet sich üblicherweise bei den Werbebroschüren.
Kehrblech
Gründe dafür gäbe es auch, da die meisten Fachautorinnen an Latex u.ä. gewöhnt sein dürften.
InDesign kann erst ab Version 2025 intern Formelsatz auf Basis von MathML. Vorher brauchte es dazu Plugins. Dann ist die Frage wie gut setzt InDesign Formeln.
Word, LibreOffice Writer machen es extrem schlecht.
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0
Kehrblech
14.05.26
00:17
Du begreifst anscheinend noch immer nicht, dass es verschiedene Anwendungen von Satzprogrammen gibt. (Und Du hast überlesen, dass ich das aktuelle Buch im Layout eines bereits zuvor veröffentlichten Buchs setze. Bei den vielen Anpassungen, die das trotzdem noch erfordert, fühle ich mich mit Affinity noch immer viel wohler, als mit LaTex & Co. Formeln spielen in den von mir publizierten Büchern so gut wie keine Rolle. – Ehrlich gesagt, frage ich mich inzwischen, was Du mit Deinen Beiträgen eigentlich sagen willst. Ich passe das Layout an das jeweilige Buch an, wie ich es in Rücksprache mit dem oder den Autor:innen für richtig halte. Also, was soll das ganze? Du sagst, es sei falsch Satz vom Layout her zu denken? Warum? Wenn das Layout der Lesefreundlichkeit und der Leseerfahrung der Leser:innen dient? Ich verlege keine Massentexte (die in meiner Branche, von expliziten MINT-Verlagen meinethalben abgesehen, auch keine Rolle spielen, ich verlege individuelle Bücher, die auch immer wieder ein eigenständiges Layout bekommen. Ich bemühe mich, schöne Bücher mit Wiedererkennungswert zu machen, keine Industrieprodukte. Ja, das ist Handwerk. Und häufig sehr viel Arbeit. Das stört mich aber nicht. Wazu führen wir also diese Diskussion über Sätze wieder „Massensatz, Buchreihen und technische Dokumentation“? Ich mache Bücher für Menschen, die gerne lesen und sich an schönen Büchern freuen und die ihren – nicht immer einfachen – Inhalt zu schätzen wissen, und ich füge aus kritischem Bewusstsein an: hoffe ich!
Die Art von Texten, über die Du schreibst, habe ich meistens keine Verwendung mehr (ich war auch zwanzig Jahre lang Medizinjournalist, u.a. für Springer (nicht Axel!), wo ich jeden Text abliefern konnte, wie ich wollte, Hauptsache, er war im Wordformat. Also, worüber streiten wir hier überhaupt? Und warum? Du machst offensichtlich etwas Anderes, auf andere Weise. Gut so.
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+6
Weia
14.05.26
02:09
gfhfkgfhfk
Mir scheint, dass Du ebenso wie weia das Problem hast, dass Du zu sehr visuell das ganze erfasst.
Lustig, ich habe mich gerade durch den Thread gelesen und gedacht,
Kehrblech
geht es ja genau wie mir!
Aber warum haben wir ein Problem?
Mir kamen beim Lesen dieses Threads unterschiedliche Arten von Komponisten in den Sinn: die einen schreiben im Wesentlichen Noten aus dem Kopf und verwenden ein Instrument höchstens, um zu sehen, ob das Stück tatsächlich spielbar ist. Und auf der anderen Seite gibt es Musiker, die haben z.B. eine Gitarrensammlung, würden aber auf jeder Gitarre ein anderes Stück für Gitarre komponieren, nicht aus Absicht, sondern weil ihnen beim Klang eines spezifischen Instruments andere Musik in den Sinn kommt als bei einem anderen (und ich rede jetzt nicht von unterschiedlichen Gitarrentypen (E- und Folk- etc.), nur von verschieden klingenden Instrumenten eines Typs). Ich weiß nicht, was an Letzterem ein Problem sein soll (solange man den Aufwand nicht als Problem sieht, sondern findet, dass er sich lohnt).
Daher Dein Hang dazu die Bücher nicht zu setzen, sondern letztlich individuell zu layouten. Sicherlich kommt an Ende ein lesbares Buch dabei heraus, allerdings kann schon bei einem längerem Buch der Mehraufwand erheblich sein, weil einfach zu viel Handarbeit anfällt.
Dafür ist das Buch dann eine Einheit aus Form und Inhalt.
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
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+5
matbln
14.05.26
03:25
Typografie
Kehrblech
So etwas macht niemand mit Word – und wäre vermutlich auch kaum möglich:
Darf ich typografische Wünsche äußern?
• „1/4Bogenminute“ —> wenigstens 1/8 Geviert Leerraum
• „15Bo-gensekunden“ —> w. o. und bessere Trennung bei Bogen-sekunden
• „s.u.“; „u.a.“ —> wenigstens 1/8 Geviert Leerraum zwischen den abgekürzten Wörtern
• „26 Vgl. …“ —> vgl. —> Kleinbuchstabe bei „vergleiche“
• optional: „Abb. 59 […] Der Turm von Kopernikus befand sich hinter der Häu-serreihe links von der Kirche.“ —> „Kopernikus’ Turm befand sich hinter der Häuser[-]reihe links der Kirche.“
• „1 / 2: Bild“ —> 1/2 Bild [oder höchstens mit 1/24-Gevierten vor und nach dem Schrägstrich]
• „… lud Morsing ein, Königsberg (Kaliningrad) zu besuchen“ —> Was zur Hölle hat hier bei Königsberg i. Pr. „Kaliningrad“ zu suchen?
• oft sehr (zu) enge Leerräume bei Maßeinheiten
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+6
Kehrblech
14.05.26
11:46
Darfst Du, natürlich! Und: danke für Deine Mühe, zumal es sich um Work in progress handelt, das für solche Detailkritik gar nicht gedacht war, sondern nur illustrieren sollte, wie Bücher-Layouts aussehen können, dir mit Word nicht oder nur mit sehr viel Mühe erstellt werden können.
• „1/4Bogenminute“ —> wenigstens 1/8 Geviert Leerraum
• „15Bo-gensekunden“ —> w. o. und bessere Trennung bei Bogen-sekunden
Damit hast Du völlig recht. Tatsächlich befinden sich zwischen Zahl und Einheit in allen Fällen von Affinity so genannte „schmale geschützte Leerzeichen“, die in diesen Screenshots (trotz 5K-Bildschirm) nicht zu erkennen sind (auf Papier ist es ein klein wenig besser. Im Haupttext funktioniert das ganz gut (siehe rote Kreise in der Abb. unten). Für die Randnoten verwende ich allerdings eine sehr schmale Type, deren Zeichenabstände noch zusätzlich komprimiert wurden, um den begrenzten Platz möglichst gut auszunützen (was ein grundsätzliches Problem bei Randnoten ist). Bei Zahlen mit Einheiten funktioniert dieser Ansatz leider nicht so ohne weiteres.Ich werde die Abstände auf jeden Fall größer machen.
Bezüglich der Trennungen werde ich in den Randnoten ebenfalls noch einmal schauen, was die schmale Textbreite zulässt.
• „s.u.“; „u.a.“ —> wenigstens 1/8 Geviert Leerraum zwischen den abgekürzten Wörtern
Hier bin ich unsicher. Viele dieser Abkürzungen werden inzwischen als typografische Einheiten betrachtet, weshalb sie in Textprogrammen auch ohne Leerzeichen geschrieben werden sollen. Ich werde mal ein wenig herumspielen.
• „26 Vgl. …“ —> vgl. —> Kleinbuchstabe bei „vergleiche“
Das mag eine Macke von mir sein, aber ich sehe jede Anmerkung als „satzartiges“ Element an, gleichgültig, um welche Versammlung von Abkürzungen da steht. Am Ende ist immer ein Punkt. Deshalb finde ich, dass der Anfang dieser „Sätze“ groß geschrieben werden sollte. Kleingeschrieben habe ich subjektiv immer den Eindruck, dass irgendjemand da etwas an den Rand gekritzelt haben könnte. Deshalb die Großschreibung, selbst wenn andere das für falsch halten. „Vergleiche“ wird am Anfang eines Satzes auch groß geschrieben.
• optional: „Abb. 59 […] Der Turm von Kopernikus befand sich hinter der Häu-serreihe links von der Kirche.“ —> „Kopernikus’ Turm befand sich hinter der Häuser[-]reihe links der Kirche.“
Hier muss ich sehen, was geht (s.o.). Die Satzkorrektur steht noch aus.
• „1 / 2: Bild“ —> 1/2 Bild [oder höchstens mit 1/24-Gevierten vor und nach dem Schrägstrich]
Hier scheine ich ein Brett vor dem Kopf zu haben. Ich finde die Stelle nicht, auf die Du Dich beziehst. Die angegebene Zeichenfolge findet sich in der gesamten Datei nicht? Kanns Du mir nochmal helfen, was Du genau meinst?
• „… lud Morsing ein, Königsberg (Kaliningrad) zu besuchen“ —> Was zur Hölle hat hier bei Königsberg i. Pr. „Kaliningrad“ zu suchen?
„Kaliningrad“ ist – in welcher Form am Ende auch immer – notwendig, weil in dem Buch auch Königsberg in Bayern eine Rolle spielt. Außerdem benutze ich außerhalb der historischen Schilderung immer aktuelle Namen von Örtlichkeiten. Königsberg i. Pr. gibt es seit fast 81 Jahren nicht mehr, Preußen genau so wenig. Du hast aber recht, dass das Nebeneinander mit Kalininigrad aus dem Text herausreißt. Ich werde nochmal nachdenken, wie eine aktuelle und auch für gegenwärtiges Publikum verständliche Unterscheidung der beiden Städte aussehen könnte.
Auf jede Fall vielen Dank für Deine – offenbar auf viel praktischer Erfahrung beruhenden – Anmerkungen. Ich bin ja kein ausgebildeter Setzer oder Layouter, sondern wurstele mich so durch, mit dem was ich irgendwo lese oder aufschnappe. Da freue ich mich immer über professionelle Rückmeldungen!
Hilfreich?
+2
cfkane
14.05.26
12:12
Kehrblech
• „s.u.“; „u.a.“ —> wenigstens 1/8 Geviert Leerraum zwischen den abgekürzten Wörtern
Hier bin ich unsicher. Viele dieser Abkürzungen werden inzwischen als typografische Einheiten betrachtet, weshalb sie in Textprogrammen auch ohne Leerzeichen geschrieben werden sollen. Ich werde mal ein wenig herumspielen.
In solche Abkürzungen setze ich auch 1/8 Geviert. Wirkt für mich harmonischer, mit Luft zum Atmen. Nach einem Punkt steht ja normalerweise ein Leerzeichen. Und weil diese Abkürzung eben eine Einheit ist, ein schmales Leerzeichen.
PS: Für Word-Dokumente
hat es sich als praktikabel erwiesen, ein geschütztes Leerzeichen zu verwenden und dieses auf 33 % Zeichenbreite zu setzen.
Kehrblech
• optional: „Abb. 59 […] Der Turm von Kopernikus befand sich hinter der Häu-serreihe links von der Kirche.“ —> „Kopernikus’ Turm befand sich hinter der Häuser[-]reihe links der Kirche.“
Hier muss ich sehen, was geht (s.o.). Die Satzkorrektur steht noch aus.
Ein Hoch auf
Kopernikus’ Turm
! Damit ragt er quasi aus Leuchtturm aus der verrückten von-Schwemme empor
.
Häuser-reihe
ist natürlich schöner als
Häu-serreihe
, aber bei schmalen Spalten kann man sich das nicht immer aussuchen.
Hilfreich?
+3
Weia
14.05.26
12:28
Kehrblech
• „s.u.“; „u.a.“ —> wenigstens 1/8 Geviert Leerraum zwischen den abgekürzten Wörtern
Hier bin ich unsicher. Viele dieser Abkürzungen werden inzwischen als typografische Einheiten betrachtet, weshalb sie in Textprogrammen auch ohne Leerzeichen geschrieben werden sollen.
Wer sagt das? Laut Duden gehört da ein Leerzeichen dazwischen; „gefühlt“ würde ich Dir aber Recht geben. Vielleicht habe ich schon zu viele Texte gelesen, die mit Textverarbeitungen gesetzt wurden.
Generell sehe ich, dass auch in
Affinity
in der aktuellen Version, die ich noch nicht verwendet habe, die automatische Silbentrennung ein Drama ist (z.B. Kopern-ikus auf Seite 142). Das haut bei Dir aufgrund der schmalen Spalten + Blocksatz natürlich ganz besonders rein. Das ist einer der eher wenigen Punkte, wo ich AI erwartungsvoll entgegensehe.
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
Hilfreich?
0
Kehrblech
14.05.26
12:45
cfkane
Ein Hoch auf
Kopernikus’ Turm
! Damit ragt er quasi aus Leuchtturm aus der verrückten von-Schwemme empor
.
Ja, ist gekauft! Schon weil dadurch die Häu-serreihe eine echte Reihe ganz ohne Trennstrich wird, habe es gerade probiert!
Bei den Abkürzungen bin ich noch immer unsicher, aber das mag auch schlechte Prägung durch Lesen von schlecht gesetzten Texten sein. Ich blättere mich gerade durch verschiedene Bücher, um mal ein Beispiel zu finden. Ich mag eigentlich die Kompaktheit gerade bei Abkürzungen. Aber, wie die DIN 5008 sagt, in der ich gerade nochmal nachgeschaut habe, ist wohl die ganz korrekte Schreibweise, ein geschütztes Leerzeichen zu verwenden (zur Breite steht gar nichts da). D.h., "d.h." müsste "d. h." werden. (
). Aber für mich zerfällt dadurch die Einheit. Also werde ich, wenn ich mich dazu durchringe, ein schmaleres Leerzeichen verwenden. Wenn …
Hilfreich?
+1
sudoRinger
14.05.26
12:55
Kehrblech
..., ein schmaleres Leerzeichen verwenden. Wenn …
Ein 'narrow no-break space', Unicode U+202F. Das ist schmal und es gibt keinen Zeilenumbruch
Hilfreich?
+4
gfhfkgfhfk
14.05.26
13:11
Kehrblech
Du begreifst anscheinend noch immer nicht, dass es verschiedene Anwendungen von Satzprogrammen gibt.
Der Punkt ist, dass Du nicht sehen willst, dass PageMaker, QuarkXPress, InDesign, Affinity in erster Linie Layout Programme sind, und eben keine originär Satzprogramme sind. Kann man mit diesen Programmen Bücher setzen – definitiv ja.
Kehrblech
Ehrlich gesagt, frage ich mich inzwischen, was Du mit Deinen Beiträgen eigentlich sagen willst.
Es soll Dir aufzeigen, dass es in der Industrie andere Verfahren gibt – ein Informationsaustausch.
Kehrblech
Du sagst, es sei falsch Satz vom Layout her zu denken? Warum?
Weil Bücher aus Inhalt mit einer logischer Struktur bestehen. Das Layout hängt vom Ausgabekanal ab. Sprich selbst die Wahl eines anderen Papierformats oder Fonts verändert ggf. das Layout, und natürlich ist das Layout fürs Web oder ePub ein ganz anderes. Bei ePub ändert sich das Layout mit jedem unterschiedlichem eBook-Reader, trotzdem muss der Inhalt gleich gut aufnehmbar bleiben.
Wenn man hingegen ein sehr Layout zentriertes Buch produziert (z.B. Bildband), dann ist das Layout zentral für die Publikation und das Werk kann eben nicht über Multichannel Publishing veröffentlicht werden, weil das Produkt das nicht hergibt. Für solche Art Bücher sind Layout Programme die deutlich besseren Applikationen. Mit Satzprogrammen könnte man das auch irgend wie hinwürgen, aber es ist nicht sinnvoll.
Es gibt Menschen, die nicht in der Lage sind Inhalt vom Layout zu trennen. Die Folge davon ist, dass der Inhalt mit Formatanweisungen zugepflastert wird, und am Ende es zu deutlich mehr Problemen führt.
Kehrblech
Wenn das Layout der Lesefreundlichkeit und der Leseerfahrung der Leser:innen dient?
Wer sagt denn, dass dieses Vorgehen zu schlechterem Layout führt? Der Prozess des Schreibens und der Layouten wird hier sehr klar voneinander getrennt. Das führt meistens auch zu deutlich besseren Ergebnissen, weil die meisten Autoren keine Profis im Layout sind.
Kehrblech
Ich bemühe mich, schöne Bücher mit Wiedererkennungswert zu machen, keine Industrieprodukte. Ja, das ist Handwerk. Und häufig sehr viel Arbeit.
Die Leseproben oben im Thread sind verbesserungswürdig. Die eigentliche Textspalte ist für deutsche Texte zu schmal, was zu zuviel Weißraum („über Erik Langes vergebliches Goldmachen war,“) zwischen den Worten und vielen Worttrennungen führt. Dann hast Du am Ende von Seite 152 auf Seite 153 eine Worttrennung.
Kehrblech
Wozu führen wir also diese Diskussion über Sätze wieder „Massensatz, Buchreihen und technische Dokumentation“?
Weil das Ergebnis von Dir handwerklich verbesserungsfähig ist.
Hilfreich?
+3
Kehrblech
14.05.26
13:54
gfhfkgfhfk
Weil das Ergebnis von Dir handwerklich verbesserungsfähig ist.
Das bestreite ich gar nicht, wie Du der vorangehenden Diskussion entnehmen kannst. Außerdem waren die Bilder, wie ebenfalls schon geschrieben, nicht als Illustration für guten Satz, sondern als Illustration von Layouts gedacht, die mit Word nur schwer zu erstellen sind.
Deine letzte Antwort hat mir verständlicher gemacht, worauf Du hinaus wolltest. Und um es noch einmal klarzustellen: Der Transport des Inhalts hat immer Priorität für mich vor Layout, Satz etc., d.h. dass Letztere für mich immer dem Transport des Inhalts dienen sollten. Darum bemühe ich mich.
Die Breite des Haupttexts etwa ist ein Kompromiss, da hast Du recht. Würde ich den Haupttext verbreitern würde der Platz für die Randnoten weiter abnehmen und sich zugleich deren Dichte erhöhen (weil es mehr Anmerkungen pro Zeile Haupttext gäbe). Das von dir erwähnte Beispiel ist, finde ich, ehrlich gesagt, gerade noch erträglich, aber das mag subjektiv sein. Ich gehe am Ende den Text ohnehin noch mehrfach durch und versuche dann zu hohe Weißanteile manuell auszugleichen. Außerdem muss ich beim Druck auch die Kosten berücksichtigen. Eine breitere Gesamtseite würde dazu führen, dass die Seiten sich schlechter auf Bögen verteilen ließe, was das Buch im Druck teurer (zu teuer) machen würde. Es sind immer Kompromisse erforderlich. Wo man dabei die Linien zieht, ist sicher individuell unterschiedlich.
Hilfreich?
+2
Murx
14.05.26
15:41
Ich habe den Eindruck: Hier tauscht sich gerade ein Schnitzer/Bildhauer mit einem CNC-Operator aus.
Beide kommen zum Ziel, erleben die Erschaffung aber völlig unterschiedlich.
Hilfreich?
+4
sudoRinger
14.05.26
17:18
sudoRinger
Marked ist ein Tool, das Markdown Live-Previews erstellt und in verschiedenen Formaten ausgibt: PDF, Word und andere.
Seit heute ist Marked 3 im App Store
Beim Bearbeiten hat man eine permanente Vorschau und für den Export nutzt man Templates für Word/HTML/EPUB/PDF und kann die Markdown-Texte passend formatiert exportieren.
Hilfreich?
0
Georg_KK
14.05.26
20:10
Das waren sehr interessante Beiträge hier, vor allem die Nennung aktueller auf Markdown basierender Entwicklungen.
Vor Jahrzehnten sind wir damals für unsere Programmdokumentationen (medizinische Anwendungen) von Word auf Framemaker umgestiegen und endlich war es kein Drama mehr, irgendwo eine Graphik inkl. des Erscheinens im Abbildungsverzeichnis einzufügen. Word hat dann bei mehr als 150 Seiten oft das Dokument zerstört, ein Hoch auf Versioncontrol statt Herzkasper. Die Akzeptanz durch die Kollegen war leider noch ein anderes Thema.
Die beiden unterschiedlichen Ansätze, vom Layout kommend vs. vom textlichen Inhalt kommend, haben beide ihre Berechtigung, für Veröffentlichungen in Fachjournalen ist LaTeX mit entsprechenden Templates eine gute Wahl, natürlich etwas spröde.
Hilfreich?
+3
Kehrblech
15.05.26
01:02
Falls noch jemand mag, würde ich gerne noch einmal auf die teils detaillierte Diskussion zum (noch einmal: unfertigen!) Satz in meinen beiden Demo-Bildern zurückkommen. Ich bin, wie gesagt, kein Setzer, sondern kompletter Autodidakt was Layout und Satz angeht.
Ich habe mir mal den Spaß gemacht und bei mir mir willkürlich zehn aktuellere (d.h. erschienen 2005–2026) Bücher aus dem Regal gezogen und mal geschaut, wie es um die Einhaltung der Grundregeln für guten Buchsatz steht, die man leicht im Internet findet.
Dazu ist mir aufgefallen: zehn von zehn Verlagen trennen Wörter am Ende der letzten Zeile auf einer Seite (ein Verbot, dass mir übrigens auch nie eingeleuchtet hat – das gab es übrigens schon im 17. Jhdt., wie ich bei der Arbeit am aktuellen Buch bemerkt habe; schlimmer noch(
): die nächsten Silbe(n) des Folgeworts bzw. das gesamte nächste Wort wurden rechtsbündig unter der letzten Zeile auf einer Seite vorweggenommen, so dass diese Wortteile sowohl am Ende der vorangehenden als auch am Beginn der Folgeseite stand, was wohl dem Lesefluss angesichts der oft nicht sauber gedruckten und schwer lesbaren Frakturschriften dienen sollte (ich fand das so witzig, dass ich in einem der nächsten Bücher mal damit experimentieren wollte …
). Wie gesagt zehn von zehn Verlagen begehen den "schweren" Fehler im Satz, Wörter am Seitenende zu trennen.
Ungefähr fünf von zehn Verlagen sind "Schusterjungen" (einzelne Anfangszeilen eines Absatzes) egal, während Hurenkinder (einzelne letzte Absatzzeilen am Beginn einer Seite) von allen konsequent vermieden werden.
Unter den Verlagen war eigentlich alles, was in Deutschland Rang und Namen hat: Hanser, C.H. Beck, Claasen, Piper etc., also Verlage, die im Impressum i.d.R. sogar die Firma benennen, die den Satz für sie erstellt haben.
Vielleicht können die Satzprofis mal kurz was dazu schreiben? Weiß jemand, ob das mit dem Computersatz begann? In Büchern aus der Zeit um 1900, von denen ich hier ein paar stehen habe. finden sich weder Schusterjungen noch getrennte letzte Wörter. Und wie ist das für Euch Profis, so etwas in heutigen Büchern zu sehen?
Ich selbst finde Schusterjungen ziemlich unschön, während mich getrennte Wörter am Seitenende kalt lassen. Hat sich also vielleicht gezeigt, dass einige der Grundregeln für guten Buchsatz gar nicht die Bedeutung hatten, die man ihnen zugeschrieben hat? Oder ist nur der gute Geschmack bei mir und anderen vor die Hunde gegangen?
In Buchhandlungen wimmelt es nur so von Satz"fehlern"(?), die z.T. gegen die Lesbarkeit gerichtet sind. Zu lange Zeilen mit viel zu geringem Abstand zwischen denen sich das Auge ständig verirrt, sind mir gerade bestens in Erinnerung. Wie sehen die Profis hier das? Gerade die aus dem Massendruck, der, wenn ich es richtig verstanden habe, ja so etwas gerade verhindern soll?
Also falls noch jemand Lust hat, dazu etwas zu schreiben (auch von den Nicht-Profis, selbstredend): stört Euch so etwas, fällt es Euch überhaupt auf, und wenn, als unangenehm? Oder nehmt ihr so etwas nur zur Kenntnis, wenn Euch ein Buch aus irgendwelchen Gründen besonders gut / gar nicht gefällt? Würde mich freuen, wenn sich hier nochmal jemand dazu melden würde. Danke!
Hilfreich?
+4
pogo3
15.05.26
18:10
Oder ist nur der gute Geschmack bei mir und anderen vor die Hunde gegangen?
Er ging nicht vor die Hunde, er hat sich verändert. So wie wir, die heutige Gesellschaft, nicht mehr nach der ehemals so einflussreichen Knigge leben wollen, und die Jugend immer den neuen Weg in die Welt finden muss, weil es muss. Das Neue MUSS sich neu erfinden, auch wenn es zu späterer Zeit bemerkt dass das Alte durchaus Sinn gemacht hat. Zunächst muss es NEU werden. Und manches wird nicht neu werden, weil es schon zu alt war als es wurde. Und manches bleibt besser für immer Alt und verschlossen weil es schon im Alten schlecht war. Im Neuen steckt immer die Hoffnung auf das Bessere.
„Ich schmeiss alles hin und werd Prinzessin.“
Hilfreich?
-1
Weia
15.05.26
18:34
pogo3
Das Neue MUSS sich neu erfinden
Deine Innovationserotik in Ehren, aber bei den von
Kehrblech
monierten Fehlern handelt es sich glaube ich doch eher um Nachlässigkeiten. Buchsatz neu denken wäre für mich beispielsweise eher sowas wie auf Blocksatz zugunsten gleichmäßiger Zeichenabstände zu verzichten (zumal bei solch schmalen Spalten), auch wenn man danach vielleicht wieder reumütig zum Block zurückfindet. Aber worin liegt der Eros des Neuen, wenn man ein Wort von einer Seite zur nächsten trennt? Das ist dann wohl doch eher schlichte Schludrigkeit oder mangelnder handwerklicher Ehrgeiz.
„„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.“
Hilfreich?
+3
gfhfkgfhfk
15.05.26
20:09
Kehrblech
Weiß jemand, ob das mit dem Computersatz begann?
Das älteste Satzprogramm ist RUNOFF (1971 für Mainframes bzw. MULTICS entwickelt) bzw. dessen Weiterentwicklung auf UNIX roff. Die weiterentwickelte Version für die Ansteuerung von Belichtern nennt sich troff. troff kennt bereits die Möglichkeit das Trennen in der letzten Zeile zu unterbinden bzw. man kann das Verhalten über Befehle entsprechend steuern. Der Formelsatz war ebenfalls schon mit troff möglich – über das externe Programme eqn. Die Textverarbeitung war in der 1970er das wesentliche Einsatzszenario von UNIX bei AT&T.
TeX (1978 von Donald E. Knuth in der Zusammenarbeit mit Hermann Zapf entwickelt. TeX wurde auch bereits für die Ansteuerung von Fotobelichtern entwickelt.) trennt unter normalen Umständen am Seitenende nicht. Es gibt einen relativ komplizierten Algorithmus wie das ganze bewertet wird. Aus eigener Erfahrung aus den 1980er mit einem Amiga (68000 mit 7MHz) kann ich sagen, dass das damals schon einiges an Zeit gebraucht hat Texte zu setzen, pro Seite konnten da schon einige Sekunden vergehen. D.h. diese Algorithmen waren damals nicht für WYSIWYG-Programme wie PageMaker, XPress, … geeignet.
Ich habe einiges an Fachliteratur im Regal stehen, das mit TeX oder troff gesetzt wurde. Kurze Stichproben haben bei mir nicht zum Auffinden solcher Stellen geführt, da müsste ich länger Protokoll führen, um das zu sehen. Bei einem Sachbuch aus dem Piper Verlag fand ich auf Anhieb eine Stelle.
Wesentlich für den Erfolg von TeX war das 1984 erschiene Makropaket LaTeX, dass das setzen von Texten mit TeX drastisch vereinfachte, und logische Strukturen unterstützt.
Kehrblech
In Büchern aus der Zeit um 1900, von denen ich hier ein paar stehen habe. finden sich weder Schusterjungen noch getrennte letzte Wörter.
Früher wurden fast ausnahmslos für den Textsatz Linotypes
(sehenswert!) benutzt. Da musste der Setzer selbst darauf achten bzw. man musste bei der Korrektur das beheben mit einem entsprechendem Aufwand. Wie die Monotypes funktionieren weiß ich nicht, da ich dazu im Netz noch nichts gefunden habe. Die Monotypes sind interessant, weil mit diesem früher der Formelsatz gemacht wurde, wenn man nicht direkt aufs Setzen von Hand zurückgriff.
Die Zwischenstufe Fotolichtsatz kann man in dieser SRF Doku
von 1976 sehen.
Hilfreich?
+2
Kehrblech
15.05.26
20:13
Weia
Aber worin liegt der Eros des Neuen, wenn man ein Wort von einer Seite zur nächsten trennt? Das ist dann wohl doch eher schlichte Schludrigkeit oder mangelnder handwerklicher Ehrgeiz.
Och bin mir nicht sicher, ob Schludrigkeit das richtige Wort ist. Wenn man in die Grundregeln für guten Buchsatz schaut, dann steht da sinngemäß: Das an den Enden anderer Zeilen zu trennende Wort müsse in jedem Fall auf die nächste Seite verschoben werde, auch wenn dadurch viel Weiß in der letzten Zeile entsteht.
Das klingt für mich nicht so sehr nach einer ästhetisch oder aufgrund der Lesbarkeit begründeten Regel, sondern eher nach einer Regel um der Regelung willen. Schöner wird ein Text dadurch in solchen Fällen sicher nicht. Eher würde ich davon sprechen, dass inhaltsferne Aspekte in den Text eingreifen, die weder dem Aussehen noch der Verständlichkeit helfen, sondern nur der Befriedigung, dass wieder eine Regel eingehalten wurden.
Gerade alte Handwerke tragen immer wieder mal Ballast mit sich herum, der aus längst vergessenen Zeiten stammt und deren Sinn heute nicht mehr nachvollziehbar ist. Eventuell auch nur, weil sich ästhetische Ansichten geändert haben. Ich hatte gerade überlegt, ob hinter der Regel die früher verbreitete Praxis im Buchdruck stecken könnte, dass Bücher oft Bogen für Bogen entstanden und gedruckt und eingelagert wurden, bis der Rest des Buches ebenfalls fertig war (manchmal war schlichter Papiermangel der Auslöser, manchmal auch ein langsamer Autor o.ä.). Aber, um für solche Fälle den Textanschluss leichter zu gestalten, wäre es zielführender gewesen, zu fordern, ein Seite habe mit einem Absatz oder wenigstens mit einem Punkt zu enden. Das ist aber nicht der Fall. Aus Verlegersicht, habe ich eher den Eindruck, ein Trennungsstrich am Ende einer Seite müsste zum Weiterlesen auf der nächsten Seite auffordern (genau wie eine Zeile mit ganzen Worten, aber ohne Punkt am Ende, dafür mit übertrieben viel Weiß).
Fällt jemandem sonst ein Grund ein (oder kennt jemand den Grund dafür), warum viel Weiß in der letzten Zeile besser sein soll als ein Trennstrich? Wenn ich das Ergebnis meiner kleinen statistischen Untersuchung heranziehe, scheint bei den großen Verlagen (die sich sicherlich professionelle Setzer leisten könn(t)en), die Präferenz eindeutig auf dem Trennstrich zu liegen. Da wundere ich mich schon fast über die Traditionalisten, die an dieser Satzregel festhalten, ohne deren Begründung zu kennen. Es dürfte ihnen kaum noch gelingen, ein Buch zu finden, dass streng diesen Grundregeln folgt.
Ich kann mir das auch nicht durch flächendeckende Schludrigkeit oder Nachlässigkeit erklären. Ich denke, hier wurde einfach eine Regel aufgehoben, deren Sinn heute(?) vielleicht nicht mehr überzeugt (was meinem persönlichen Geschmack entgegenkommt).
Hilfreich?
+1
MikeMuc
15.05.26
20:20
Kehrblech
Ich behaupte mal, das die alten Setzer auch nachts um halb 4, frisch geweckt, Schusterjungen und Hurenkinder noch sofort erkannt haben inzwischen in Rente sind. Wer heute Satz betreibt, hat das selten anständig gelernt sondern ist mit Indesig etc. aufgewachsen und mußte schon immer damit „leben“ was dies Programme gerade anboten. Echte Satzregeln kennen heute die wenigsten und so schaut dann eben auch vieles aus
.
Selbst Grafiker lernen sowas kaum noch und ob in Verlagen da überhaupt noch wer ist, der weiß, das es auch besser geht, glaube ich nicht.
Das ist zumindest meine Erfahrung mit Verlagen und Leiten, die sich Grafiker oder Layouter „schimpfen“
Hilfreich?
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