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Vor 10 Jahren: Apples Retail-Bereich wird umgekrempelt, Angela Ahrendts kommt

Als das Konzept der Apple-eigenen Stores entwickelt wurde, lag der primäre Fokus nicht auf möglichst hohem Abverkauf. Letzterer war zwar ohne jeden Zweifel erwünscht und das langfristige Ziel, zunächst sollte es aber darum gehen, Kunden eine Anlaufstelle zu bieten. Einer der führenden Köpfe hinter Apples Plänen war Ron Johnson, langjähriger Retail-Chef und einer der Väter der Apple Stores. Nicht Preiskampf und aggressive Verkaufspolitik, sondern unvergleichbares Kundenerlebnis sollten im Vordergrund stehen.

Im Juni des Jahres 2011 gab Ron Johnson jedoch bekannt, Apple zu verlassen und stattdessen als CEO der Retail-Kette J.C. Penney zu fungieren. Apple musste Ausschau nach einem neuen Retail-Chef halten und benötigte mehr als ein halbes Jahr, bis die Wahl auf Jon Browett fiel. Der CEO von Billig-Ketten wie Currys sowie PC World galt von Anfang an als sehr schräge Wahl – und konnte sich gerade einmal neun Monate auf seiner Position halten. Profitmaximierung war zwar nicht Browetts Idee, denn die Vorgabe kam von ganz oben, die Umsetzung hingegen galt als glücklos und dem ursprünglichen Konzept der Stores widersprechend.


2014: Ahrendts übernimmt das Tagesgeschäft
Eineinhalb Jahre sollte es dauern, bis eine neue Managerin den Retail-Bereich führen konnte. Ende 2013 bereits offiziell vorgestellt, übernahm Angela Ahrendts vor genau zehn Jahren die Leitung der inzwischen mehr als 450 Stores. Fast genau fünf Jahre sollte ihre Ära währen und als sehr erfolgreiche Zeit in die Retail-Geschichte eingehen. Als vorherige CEO der Luxuskette Burberry hatte Ahrendts Werte verinnerlicht, die sehr viel stärker in Einklang mit der ursprünglichen Konzeption der Stores standen.


Nichts änderte sich am Ziel, möglichst viel Umsatz zu erzielen – doch dies sollte wieder durch unvergleichbares Kundenerlebnis und nicht durch simples Aufschwatzen besonders teurer Artikel samt möglichst viel Zubehör erfolgen. Schon rein optisch ging dies mit einem Wandel der Apple Stores einher. Erstmals gab es komfortable Sitzgelegenheiten und Pflanzen, denn die Stores sollen das Gefühl eines großzügig gestalteten Marktplatzes vermitteln. Dazu trägt weiterhin bei, sich der lokalen Architektur anzupassen und typische Elemente zu integrieren.


Die neue Landschaft in einem Store

Zusammenführung von Kanälen
Ahrendts führte außerdem Apple Stores und den Apple Online Store zu einer Einheit zusammen – wobei es genau genommen gar keine "Stores" mehr waren, denn die Bezeichnung verschwand aus Apples offizieller Nomenklatur. Der Vertrieb von Produkten sollte einem ganzheitlichen Ansatz folgen, der eben alle Kanäle betrachtete. Warum sie als bestbezahlte Managerin der USA galt, konnte man angesichts des Abschneidens gut nachvollziehen. Umsatz und Gewinn stiegen beträchtlich, gleichzeitig glückte ihr aber der Kunstgriff, dies weitgehend mit Überzeugungen aus der Zeit früher Apple Stores zu bewerkstelligen.

2019: Der Abschied
Völlig überraschend gab Apple im Februar 2019 bekannt, dass Angela Ahrendts nicht mehr lange als "Senior Vice President of Retail" tätig sein werde. Als Begründung für den Weggang heißt es, Ahrendts wolle in Zukunft "neue persönliche und berufliche Ziele verfolgen". Sie selbst kommentierte ihre Entscheidung ebenfalls, Apple den Rücken zu kehren. Es habe sich um die herausforderndste und erfüllendste Zeit ihrer gesamten Karriere gehandelt. Der Retail-Bereich sei stärker und besser denn je – ein guter Zeitpunkt also, den Stab weiterzureichen. Die Nachfolgerin stand ebenfalls schon bereit, Deirdre O'Brien übernahm ihren Aufgabenbereich.

Kommentare

vismed.
vismed.26.04.24 15:32
Unglaublich ... 10 Jahre ist das schon her. Wie die Zeit verfliegt
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Nebula
Nebula26.04.24 17:55
Gibt‘s hier jemanden der das Einkaufen ohne klar ersichtliche Kasse für eine tolle Erfahrung hält? Gut dass es jetzt Self-Checkout gibt. Gute Beratung hatte ich da noch nie. Mir wurde in der Vergangenheit sogar schon mehrfach das falsche verkauft. Ich hatte schon eine Supportsituatuon mitbekommen, wo jemand nicht wusste, wie man verhindert, dass das Dock automatisch verschwindet. Schlimmer noch, er behauptete, das muss so, obwohl die Demogeräte was anderes zeigten. Ein Kunde, der das ebenfalls mitbekam, intervenierte dann.
»Wir werden alle sterben« – Albert Einstein
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Creader26.04.24 19:22
Ich empfinde das Einkehren in einen Apple Store als sehr exklusiv. Gerade, dass es keine handelsüblichen Kassen und Warteschlangen gibt, trägt zu dem fortschrittlich erscheinendem Aufenthalt bei.

Für mich verbinden diese Stores den Erlebniseinkauf, den man sonst eher in größeren Kaufhäusern oder Fachlädeb vorfindet, mit der Intimität und 1:1 Beratung, welcher sonst eher in kleineren Boutiquen, zu erhalten ist - trotz des starken Besuchs. Gerade diese widersprüchlich erscheinenden Elemente, machen die positive Erfahrung in den Stores aus.

Dabei komme ich aus Hannover und kenne diese Today@Apple Formate, bzw. Schulungen nicht, welche die Erfahrung bestimmt nochmal auf ein neues Level heben.
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Nebula
Nebula27.04.24 21:12
Ich kenne auch den Store in Hannover (und Hamburg). So unterschiedlich können die Wahrnehmungen sein. In meinen Situationen ballten sich einige Trauben um Mitarbeiter, nicht besser als eine Schlange. Möchte man sich Geräte näher anschauen, sitzt man mitunter in einem Gang und muss gut auf seine Taschen aufpassen. Mangels schallbrechender Regale ist es auch recht laut. bei der Barrierefreiheit hat Apple hier wohl die neurodivergenten Menschen außer Acht gelassen.

In Ruhe Anschauen ging in meinem Fall auch nicht, weil immer wieder jemand nervte und mich fragte, ob ich Hilfe brauche. Als ob ich dann nicht fragen würde. Und wie erwähnt gab‘s bei konkreten Fragen eher solchen schmarren: ist schon alles ganz toll und besser bei Apple, das größere Modell ist grundsätzlich die bessere Wahl (nö), ja Apple ist mit allem kompatibel (nö), MS Access gibt’s auch für macOS (nö), Schriftgröße kann man anpassen (weitgehend nö), Apples Displays sind exakt kalibriert, unterschiedliche Wirkung im Laden liegt am Licht und am Blickwinkel … Das meiste hatte ich aber auch einfach gefragt, um die Kompetenz zu testen.

Das ist natürlich nur anekdotisch und es gibt sicher zahlreiche gute Leute dort. Ist ja anderswo nicht anders. Aber meine Trefferquote bzgl. schlechter Beratung ist mir für so eine Luxusmarke zu hoch.
»Wir werden alle sterben« – Albert Einstein
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