Tracking im App Store: Personalisierte Empfehlungen – Vorwurf des "Keyloggings"


Apple sammelt im App Store ausführlich Nutzerdaten. Jede Suche, jede Interaktion wird aufgezeichnet und gespeichert, ohne dass Anwender dies deaktivieren können. Das Unternehmen erhält selbst dann eine solche Logdatei, wenn der Nutzer personalisierter Werbung und Datenerhebung nicht zugestimmt hat. Höchstwahrscheinlich dienten die Aufzeichnungen bislang vor allem zwei Gründen, nämlich einerseits genaueren Statistiken für Werbekunden, andererseits möglichst exakter Aussteuerung von Werbeanzeigen im App Store. Mit iOS 27 kommt noch eine weitere Funktion hinzu: personalisierte Empfehlungen.
Alles wird aufgezeichnet – auch TastatureingabenDer bekannte Tech-Blogger Michael Tsai übt in seinem neuen
Beitrag nun noch schärfere Kritik an Apples Verhalten, indem er jüngste Funde zusammenträgt. Seine Verärgerung rührt auch daher, wie Apple mit Suchfeldern umgeht. Was das Unternehmen hier tue, müsse man als "Keylogging" bezeichnen, denn der Ablauf der Tastatureingabe werde ungewöhnlich genau protokolliert. Während des Tippens erfasst Apple jede Aktion mit Zeitstempeln, sodass "sich sogar die Tippgeschwindigkeit berechnen lasse".
Außerdem kommt zur Sprache, dass die Analysepakete eine Kennung enthalten, über die sie einem Apple-Account zugeordnet werden könnten. Damit wäre es nicht nur anonyme Nutzungsstatistik, sondern ein detailliertes Verhaltensprofil eines identifizierbaren Nutzers. Die Speicherung der Daten erfolge unverschlüsselt, diese liegen Apple im Klartext vor, so ein weiterer Kritikpunkt.
Datenschutzerklärung nennt PunkteApples eigene Datenschutzbeschreibung nennt unter anderem Suchanfragen, aufgerufene Inhalte, Downloads und Interaktionen mit Mitteilungen sowie den App-Store-Oberflächen. Aus wettbewerbsrechtlicher Sicht ist das Vorgehen durchaus fraglich. Apple beschränkt das Tracking fremder Anbieter stark, erhebt selbst aber umfangreichste First-Party-Daten im App Store – und verschafft sich dadurch einen Vorteil. Die Forderung ist dabei weniger, dass alle Anbieter auf jene Daten zugreifen sollen, sondern eher: Apple möge sich bitte so verhalten, wie man es aufgrund der Plattformmacht gegenüber Konkurrenten durchsetzt. Andernfalls sehe es sehr danach aus, nicht aus Datenschutzsorgen Tracking weitgehend einzuschränken, sondern um sich selbst einen Datenvorteil zu verschaffen.