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Apple will KI mit Nutzerdaten trainieren
Apple will KI mit Nutzerdaten trainieren
xcomma
13.09.26
10:41
Praktisch nur ein "Re-Post" der Info von heise.de, aber fand es zu interessant um es nicht nicht zu erwähnen: voraussichtlich will Apple mittels Opt-In Ansatz Nutzer dazu animieren ihre Daten für KI Training herauszugeben:
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+2
Kommentare
rene204
13.09.26
17:06
dann bleibst eben Opt-Out... ganz einfach...
„Gelassenheit und Gesundheit.. ist das wichtigste...“
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+3
teorema67
13.09.26
17:10
Also Opt-In finde ich völlig OK ... und die Schlagzeile von Heise ziemlichen Mist
„— Hier könnte Ihre Werbung stehen —“
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+4
MLOS
13.09.26
17:16
Irgendwie müssen ja Daten fürs Training herkommen. Sowas finde ich als Opt-In völlig ok.
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0
Peanuts
13.09.26
18:58
Mit Opt-In sehe ich da auch kein Problem.
Die Schlagzeile von heise ist schon ziemlich reißerisch.
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+3
louis franz
13.09.26
19:50
Welche Beweise gibt es dafür, dass Apple trotz Opt-Out nicht doch solche Daten fürs KI-Training verwendet?
abgesehen davon ist das Ganze zumindest in Deutschland illegal, Straftat nach §§ 201 StGB:
"Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes
(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer unbefugt
1. das nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen auf einen Tonträger aufnimmt oder
2. eine so hergestellte Aufnahme gebraucht oder einem Dritten zugänglich macht.
(2) 1Ebenso wird bestraft, wer unbefugt
1. das nicht zu seiner Kenntnis bestimmte nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen mit einem Abhörgerät abhört oder
2. das nach Absatz 1 Nr. 1 aufgenommene oder nach Absatz 2 Nr. 1 abgehörte nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen im Wortlaut oder seinem wesentlichen Inhalt nach öffentlich mitteilt.
2Die Tat nach Satz 1 Nr. 2 ist nur strafbar, wenn die öffentliche Mitteilung geeignet ist, berechtigte Interessen eines anderen zu beeinträchtigen. 3Sie ist nicht rechtswidrig, wenn die öffentliche Mitteilung zur Wahrnehmung überragender öffentlicher Interessen gemacht wird.
(3) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer als Amtsträger oder als für den öffentlichen Dienst besonders Verpflichteter die Vertraulichkeit des Wortes verletzt (Absätze 1 und 2).
(4) Der Versuch ist strafbar."
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-12
teorema67
13.09.26
19:57
Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes ist nicht strafbar, wenn der Betroffene mit Aufnahme und/oder Veröffentlichung einverstanden ist.
„— Hier könnte Ihre Werbung stehen —“
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+8
sudoRinger
13.09.26
20:14
xcomma
voraussichtlich will Apple mittels Opt-In Ansatz Nutzer dazu animieren
Das Opt-in von Apple ist nur so halbwegs ok. xcomma hat es richtig formuliert: Apple will 'animieren'. Man könnte es auch ein Dark Pattern nennen. "Share Audio and Text" ist blau hervorgehoben."Not Now" grau auf grauem Hintergrund darunter.
Weitere Indizien dafür:
"Not now" statt "nein"
Zustimmen kostet einen Tipp im Einrichtungsdialog, Abschalten führt über „Einstellungen > Analyse & Verbesserungen“
Diese Asymmetrie ist in den Leitlinien des Europäischen Datenschutzausschusses als eigenes Muster beschrieben; sie wirkt nicht über Täuschung, sondern über Wiederholung.
Hilfreich?
+17
louis franz
13.09.26
20:21
teorema67
Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes ist nicht strafbar, wenn der Betroffene mit Aufnahme und/oder Veröffentlichung einverstanden ist.
Das ist klar und da steht nix anderes. Nur kann ja kein Einverständnis rechtswirksam erfolgen, wenn z.B. diese neue AppleWatch oder das iPhone die ganze Zeit mitschneidet und das zu apple schickt. In die USA. Also direkt zur NSA.
Selbst wenn das nur an ein EU-Rechenzentrum einer EU-Firma gehen würde, würde ich grundsätzlich NIEMALS die Erlaubnis dafür geben. Vor allem, wenn hier die AFD demnächst an die Macht kommt, deren europäischen Geschwister-Parteien die EU übernehmen.
Das Ganze ist höchst brisant.
Edit: danke, sudoringer für Deinen Dark Pattern-Hinweis. auch sehr wichtig dabei.
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-1
Performant84
14.09.26
09:17
Welche Beweise gibt es dafür, dass Apple trotz Opt-Out nicht doch solche Daten fürs KI-Training verwendet?
Welche Beweise gibt es dafür, dass es bei Opt-in bleiben wird?
Enhanced Visual Search, das meine Fotos analysiert und (Merkmale über) deren Inhalt an Apple sendet, wurde ja auch einfach
ungefragt
aktiviert. War also Opt-out.
Ich habe auch, trotz angemeldetem iCloud (zwingend für Apple Pay und Home) niemals meine Zustimmung zur Synchronisierung von Fotos mit Apples Servern gegeben. Trotzdem hat sich das mehr als einmal beim Gerätewechsel von sich aus aktiviert.
Hilfreich?
+2
desko75
14.09.26
09:22
Die KI-Firmen wollen einfach an all unsere intimsten Daten und suchen krampfhaft nach einem Produkt, dass sie uns schmackhaft machen können, damit wir die Daten endlich freigeben - Prinzip Hölle mit Honig.
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+3
sudoRinger
14.09.26
09:27
sudoRinger
Diese Asymmetrie ist in den Leitlinien ... beschrieben
HIer ist der Link dazu
. In den Leitlinien von 03/2022 ist auf Seite 50 (deutsche Version, S. 42 engl.) im Beispiel genau das, was Apple macht, dargestellt.
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+5
Peanuts
14.09.26
09:42
desko75
Die KI-Firmen wollen einfach an all unsere intimsten Daten und suchen krampfhaft nach einem Produkt, dass sie uns schmackhaft machen können, damit wir die Daten endlich freigeben - Prinzip Hölle mit Honig.
Genau das. Und keiner weiss wie die Daten später noch verwendet werden.
Ich bin da sehr vorsichtig.
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+4
desko75
14.09.26
10:00
@Peanuts
Und Du tust gut daran. Ich bin sogar so skeptisch, dass ich Apple Intelligence auf allen Geräten abgeschaltet habe. Ich möchte damit erstmal überhaupt nichts zu tun haben. Alles, was es bietet, brauche ich nicht. Und ich werde garantiert keinem größenwahnsinnigen Tech-Heini "freiwillig" meine ganzen Daten geben, nur um mal solche Spielereien auszuprobieren. Ich nutze KI nur zu meinen Bedingungen. Wenn das nicht geht, nehme ich mein Hirn und denke, lerne, notiere und erinnere weiter selbst. Kein Problem.
Hilfreich?
+5
teorema67
14.09.26
10:52
Performant84
... Trotzdem hat sich das mehr als einmal beim Gerätewechsel von sich aus aktiviert.
Ohne nachzufragen? Das geht natürlich gar nicht. Das macht nicht einmal MS.
„— Hier könnte Ihre Werbung stehen —“
Hilfreich?
0
Finnigan
14.09.26
11:16
Performant84
Ich habe auch, trotz angemeldetem iCloud (zwingend für Apple Pay und Home) niemals meine Zustimmung zur Synchronisierung von Fotos mit Apples Servern gegeben. Trotzdem hat sich das mehr als einmal beim Gerätewechsel von sich aus aktiviert.
.... nicht nur beim Gerätewechsel - das passiert auch manchmal beim App updaten.
Hilfreich?
0
Another MacUser
14.09.26
13:39
Peanuts
Die Schlagzeile von heise ist schon ziemlich reißerisch.
Naja, verkauft sich halt besser…
Und ja – opt-In ist okay. Kann ja jeder dann halten wie er will.
Greetings, C.
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0
Weia
14.09.26
14:45
sudoRinger
Weitere Indizien dafür:
"Not now" statt "nein"
Diese Formulierungsweise wird in den verschiedensten, auch ganz unkritischen Kontexten von vielen als schlechte GUI bemängelt, hat aber einen offensichtlich wenig verstandenen Hintergrund:
Wenn man bei der Einrichtung eines Gerätes mit einer Option konfrontiert wird und als Antwortmöglichkeiten
Ja
und
Nein
angeboten bekommt, besteht bei manchen Nutzern die Befürchtung, dass sie, wenn sie nicht sofort zustimmen, sondern sich das zunächst noch überlegen bzw. sich näher informieren wollen und daher auf
Nein
klicken, sich damit die Möglichkeit verbauen, später noch zuzustimmen, weil dieses Nein möglicherweise endgültig ist, insofern sie diese Frage dann nie mehr gestellt bekommen. Aus dieser Angst heraus klicken manche dann doch auf
Ja
, obwohl sie das eigentlich
noch
nicht wollten..
Das mag paradox klingen, ist aber psychologisch in Usability-Studien erforscht worden (ich hab aber leider keinen Link zur Hand). Psychologisch läuft da was Ähnliches ab wie bei Werbungen, die etwas als zeitlich eng begrenzt anpreisen, was man also leicht verpassen könnte, wenn man nicht sofort kauft.
Vor diesem Hintergrund handelt es sich gerade um
gutes
GUI-Design, nicht
Ja
und
Nein
als Alternativen anzubieten, sondern
Ja
und
Später
, um klarzumachen, dass
nicht sofort
entschieden werden muss. Also genau das Gegenteil der von Dir unterstellten Intention.
Man mag den Gedankengang für richtig oder falsch halten, diese Formulierung ist aber mittlerweile zu einer GUI-Konvention geworden – wenn Du darauf achtest, wirst Du die Alternativen
Ja
und
Später
sehr häufig in den verschiedensten Kontexten antreffen.
Unbenommen Deiner weiteren Argumente ist
Not now
für sich genommen also
kein
Indiz für unlautere Absichten, solange die Nutzer nicht von einer sich ständig wiederholenden Nachfrage genervt werden.
„“The morality of god caters to the ones in control, how strange, how odd” – Sofia Isella, “Numbers 31:17-18” aus “Something is a shell .”“
Hilfreich?
+9
sudoRinger
14.09.26
14:52
Weia
Vor diesem Hintergrund handelt es sich gerade um
gutes
GUI-Design, nicht
Ja
und
Nein
als Alternativen anzubieten, sondern
Ja
und
Später
, um klarzumachen, dass
nicht sofort
entschieden werden muss. Also genau das Gegenteil der von Dir unterstellten Intention.
Gutes Design wären drei Alternativen: "ja", "nein", "später". Bei einem Opt-in müsste "später" auf Abschalten voreingestellt sein.
Denn sonst könnte ich Dir entgegenhalten, dass die 2-Auswahl auch so lauten könnte: "nein" oder "vielleicht später" und das "ja" wird weggelassen.
Weia
wenn Du darauf achtest, wirst Du die Alternativen
Ja
und
Später
sehr häufig in den verschiedensten Kontexten antreffen.
Klar, Dark Pattern ist mittlerweile üblich. Nudging ist die freundlichere Bezeichnung dafür.
Hilfreich?
+3
Weia
14.09.26
15:19
sudoRinger
Gutes Design wären drei Alternativen: "ja", "nein", "später".
Nein, das wäre schlechtes Design, da
Nein
und
Später
de facto exakt dieselbe Option sind und daher unnötig verwirrend.
Wenn sich die Konvention allgemein durchgesetzt hat, wird sie auch niemand mehr missverstehen, wie x andere GUI-Konventionen auch. Es ist die präziseste Kurzform, die beiden Handlungsalternativen auszudrücken. Und Kürze ist in GUIs ja wichtig; wer in der Übergangszeit Missverständnisse befürchtet, kann ja einen Erläuterungstext dazu in die GUI schreiben à la
Wenn du „Später“ wählst, kannst Du auf Wunsch jederzeit unter Einstellungen > Soundso diese Einstellung ändern.
Nicht OK ist in dem Beispiel auf Seite 50 aber, das
Später
viel kleiner geschrieben ist und man könnte auch argumentieren, dass der Default
Später
und nicht
Ja
sein sollte, obwohl das wiederum einer anderen GUI-Konvention widerspricht.
Deine drei Alternativen würden nur Sinn ergeben, wenn
Nein
(im Gegensatz zu
Später
) tatsächlich dazu führen würde, dass die Wahl nie mehr geändert werden kann, und das wäre dann selbst wiederum schlechtes GUI-Design.
Klar, Dark Pattern ist mittlerweile üblich.
Anderen immer die schlechteste denkbare Absicht zu unterstellen, leider auch.
„“The morality of god caters to the ones in control, how strange, how odd” – Sofia Isella, “Numbers 31:17-18” aus “Something is a shell .”“
Hilfreich?
-3
sudoRinger
14.09.26
15:29
Weia
Es ist die präziseste Kurzform, die beiden Handlungsalternativen auszudrücken.
Präzise sind klare Gegensatzpaare:
"ja" oder "nein"
"nein, später ja" und "vorläufig ja"
"not now" und "temporarily, yes"
"ja" und "später" ist dagegen ein Kategorienfehler. Jeder Ausgang des Dialogs ist binär: entweder liegt jetzt eine Einwilligung vor oder nicht. Ein dritter Zustand existiert nicht. „Später" beschreibt also nichts, was es jetzt zur Auswahl gibt.
Hilfreich?
+5
louis franz
14.09.26
15:55
Korrekt wäre
1. Ja
sofort Aktivieren - mit der Möglichkeit, in der Einstellungsapp das ABzuschalten.
2. Nein
niemals (z.B. wider Willen bei System-Updates) Aktivieren - mit der Möglichkeit, in der Einstellungsapp das ANzuschalten.
3. Später
nicht Aktivieren - mit der Frage-Möglichkeit in zb 4 Wochen und der Möglichkeit, in der Einstellungsapp das ANzuschalten.
Hilfreich?
+2
Weia
14.09.26
16:17
sudoRinger
"ja" und "später" ist dagegen ein Kategorienfehler.
GUI-Design ist aber keine Teilmenge formaler Logik, eher der Psychologie.
Jeder Ausgang des Dialogs ist binär: entweder liegt jetzt eine Einwilligung vor oder nicht. Ein dritter Zustand existiert nicht. „Später" beschreibt also nichts, was es jetzt zur Auswahl gibt.
Aber es nimmt dem Nutzer eine Befürchtung und in Folge ein von ihm eigentlich unbeabsichtigtes Verhalten, die/das in psychologischen Studien festgestellt wurde. Eine Nutzeroberfläche rein rational zu betrachten, wäre nur rational, wenn die Nutzer nur rational wären, was sie aber eben nicht sind.
louis franz
Korrekt wäre
Vielleicht korrekt, aber für eine GUI eben zu kompliziert, jedenfalls für eine Mac-GUI. Du kannst Dir ja in Windows ansehen, was aus einer GUI wird, wenn alles Denkbare korrekt erfasst werden soll.
1. Ja
sofort Aktivieren - mit der Möglichkeit, in der Einstellungsapp das ABzuschalten.
2. Nein
niemals (z.B. wider Willen bei System-Updates) Aktivieren - mit der Möglichkeit, in der Einstellungsapp das ANzuschalten.
3. Später
nicht Aktivieren - mit der Frage-Möglichkeit in zb 4 Wochen und der Möglichkeit, in der Einstellungsapp das ANzuschalten.
Ein Einschalten wider Willen bei System-Updates und Ähnliches sollte es definitiv
nie
geben; da bin ich mit der Kritik völlig bei Euch. Nachfragen alle paar Wochen ebenso wenig. Damit entfiele dann Punkt 2 und es bleiben eben
Ja
und
Später
.
„“The morality of god caters to the ones in control, how strange, how odd” – Sofia Isella, “Numbers 31:17-18” aus “Something is a shell .”“
Hilfreich?
-1
sudoRinger
14.09.26
16:34
Weia
Damit entfiele dann Punkt 2 und es bleiben eben
Ja
und
Später
.
Du bist doch sonst ein der Logik zugewandter Denker. Die Nutzer-Befürchtung, die du oben beschreibst, kann beide Entscheidungen betreffen: das Ja und das Nein. Deswegen wäre ein
Nein
und
Später
genauso eine Schlussfolgerung aus deiner Begründung.
Du sagst selbst, Nachfragen alle paar Wochen sollte es nicht geben. Dann frage ich: Kommt die Frage nach „Später" wieder oder nicht? Kommt sie wieder, ist es das wiederholte Nachfragen, das du gerade abgelehnt hast. Kommt sie nicht wieder, ist „Später" das Wort für „Nein".
Die Formulierung der Antwortmöglichkeiten in Verbindung mit der farblichen Hervorhebung lässt doch klar den Schluss zu, dass Apple eine der beiden Antwortmöglichkeiten bevorzugt.
Stimmst Du mir zu?
[ ] ja
[ ] später.
Hilfreich?
+3
Weia
14.09.26
18:20
sudoRinger
Weia
Damit entfiele dann Punkt 2 und es bleiben eben
Ja
und
Später
.
Du bist doch sonst ein der Logik zugewandter Denker. Die Nutzer-Befürchtung, die du oben beschreibst, kann beide Entscheidungen betreffen: das Ja und das Nein.
Logisch ja, aber psychologisch eben nicht. Denk einfach an die Erfahrung, die Nutzer mit Abos oder auch Online-Käufen machen: Wenn sie sowas abschließen, vertrauen sie darauf, dass sie das später auch wieder abbestellen/widerrufen können und dafür die entsprechenden Links, Buttons etc. bekommen. Wenn sie es aber zunächst nicht abschließen, ist nicht garantiert, dass sie erneut eine Möglichkeit/Einstellung dazu finden.
Ich kann natürlich nachempfinden, dass Du dich logisch dagegen sträubst; das ging mir ganz genauso, als ich der Kombination von
Ja
und
Später
erstmals begegnete. Aber dann las ich diese Usability-Studie und die deckte sich mit den Erfahrungen aus meinem Mac-Nutzer-Umfeld, das ich supporte.
Ja/Nein
führte immer wieder zu hektischen Anrufen oder Nachrichten à la
Ich werde gerade gefragt, ob ich xy will; was soll ich denn da wählen?
, während
Ja/Später
dazu führte, dass erstmal
Später
angeklickt wurde und ich dann ganz relaxed bei Gelegenheit gefragt, ob sie das machen sollten oder nicht.
Du sagst selbst, Nachfragen alle paar Wochen sollte es nicht geben. Dann frage ich: Kommt die Frage nach „Später" wieder oder nicht? Kommt sie wieder, ist es das wiederholte Nachfragen, das du gerade abgelehnt hast. Kommt sie nicht wieder, ist „Später" das Wort für „Nein".
Ja, natürlich bedeutet
Später
funktional dasselbe wie
Nein
, es ist nur psychologisch weniger verunsichernd und führt zu weniger widerstrebenden
Ja
-Klicks. Streng rational denkende Nutzer wiederum stören sich an dem „Kategorienfehler“. Allen kann man es nicht recht machen und ich verstehe durchaus, wenn jemand
Ja/Nein
bevorzugt und es als Entwickler in seinen Apps auch selbst so formuliert; beides hat Pros und Cons. Das einzige, worauf ich beharre, ist, dass Böswilligkeit nicht zwingend der Grund für Apples Wahl sein muss.
„“The morality of god caters to the ones in control, how strange, how odd” – Sofia Isella, “Numbers 31:17-18” aus “Something is a shell .”“
Hilfreich?
+2
gfhfkgfhfk
14.09.26
21:04
Weia
Logisch ja, aber psychologisch eben nicht. Denk einfach an die Erfahrung, die Nutzer mit Abos oder auch Online-Käufen machen: …
Die Formulierung „Später“ steht nach meiner Erfahrung dafür, dass das System immer wieder nervend nachfragen wird.
Hilfreich?
+3
Performant84
15.09.26
07:21
teorema67
Performant84
... Trotzdem hat sich das mehr als einmal beim Gerätewechsel von sich aus aktiviert.
Ohne nachzufragen? Das geht natürlich gar nicht. Das macht nicht einmal MS.
Ohne nachzufragen. Habe mich bei iCloud (wieder) im Rahmen des Updateprozesses wieder angemeldet, d.h. das Passwort zum Account wieder angegeben - aber peinlich drauf geachtet, keine Fotosynchronisierung manuell zu aktivieren.
Finnigan
.... nicht nur beim Gerätewechsel - das passiert auch manchmal beim App updaten.
Genau. …oder der App-Installation. Habe gerade wieder eine Handvoll (neu installierter) Apps deaktiviert, die mich nie nach iCloud-Synchronisierung gefragt haben.
Alles sehr übergriffig, wenn man nur Apple Pay (bzw. eventuell noch Home und Find My) verwenden will.
Hilfreich?
0
Performant84
15.09.26
07:26
Weia
Nein, das wäre schlechtes Design, da
Nein
und
Später
de facto exakt dieselbe Option sind und daher unnötig verwirrend.
Wenn sich die Konvention allgemein durchgesetzt hat, wird sie auch niemand mehr missverstehen, wie x andere GUI-Konventionen auch.
Mittlerweile hat sich das Wissen durchgesetzt, dass “Später” nur ein Euphemismus (eben ein Dark Pattern) für “Nein” ist, und dass diese Wahl eben
nicht
endgültig ist. Wenn’s nicht direkt um Geld für ein Sonderangebot geht.
Ich wüsste wirklich nicht, wer so naiv ist, zu glauben, dass diese Entscheidung “endgültig” sei, wenn’s darum geht einer Firma online Zugriff auf Daten einzuräumen (für Marktanalyse, “Verbesserung” des Produkts, zielgerichtetere Werbung etc.).
Hilfreich?
0
Weia
15.09.26
13:34
Performant84
Mittlerweile hat sich das Wissen durchgesetzt, dass “Später” nur ein Euphemismus (eben ein Dark Pattern) für “Nein” ist, und dass diese Wahl eben
nicht
endgültig ist.
Dieser Satz ergibt keinen Sinn. In dem Begriff
Später
ist ja eben gerade enthalten, dass die Wahl nicht endgültig ist; genau deshalb wird er ja statt
Nein
gewählt. Wo ist da ein Euphemismus?
Später
beschreibt exakt den Sachverhalt: dass du deine Entscheidung, ob du zustimmst oder nicht, auf
später
vertagst.
Ich wüsste wirklich nicht, wer so naiv ist, zu glauben, dass diese Entscheidung “endgültig” sei, wenn’s darum geht einer Firma online Zugriff auf Daten einzuräumen (für Marktanalyse, “Verbesserung” des Produkts, zielgerichtetere Werbung etc.).
Zum Beispiel fast allen, denen ich mit ihren Macs helfe (solange da
Nein
und nicht
Später
steht). Dir ist das Thema Datenschutz offenbar sehr wichtig, aber den meisten ist es das nicht (so meine Erfahrung). Die haben einfach Angst, bei der Einrichtung einer Software etwas falsch zu entscheiden, was sie dann nicht mehr rückgängig machen können; um was es dabei geht, ist dabei völlig sekundär.
„“The morality of god caters to the ones in control, how strange, how odd” – Sofia Isella, “Numbers 31:17-18” aus “Something is a shell .”“
Hilfreich?
-1
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