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REWIND erklärt: Warum die variable Irisblende im neuen iPhone 18 Pro eine große Sache ist

Apple Events wie diese Woche sind immer vollgestopft mit größeren und kleineren Neuigkeiten rund um das Apple-Universum. Eine davon war die Implementation einer variablen Irisblende im iPhone 18 Pro. Diese bringt die iPhone-Fotografie wieder ein gutes Stück voran. REWIND erklärt, warum.


In der Fotografie gibt es die variable Irisblende oder Aperturblende schon seit einer Ewigkeit, nämlich seit etwa 1858. In der analogen wie digitalen Fotografie wird sie seit jeher genutzt, um die Helligkeit des Bildes gleichmäßig zu beeinflussen, bzw. um die Lichtmenge, die auf den Film/Sensor fällt, zu steuern. Dazu werden mehrere Blendenlamellen ringförmig und beweglich so angeordnet, dass sie sich ähnlich wie die Iris des menschlichen Auges weiter öffnen oder schließen lassen. – Vereinfacht ausgedrückt.


Die genaue Funktionsweise sowie besondere Vorteile und die Wirkungen, die damit bei der Bildgestaltung erzielt werden können, will ich hier nicht im Detail erläutern. Dazu gibt es genug umfangreiche Erklärungen im Netz. Aber der Einsatz einer variablen Irisblende (Wikipedia) in einem Smartphone, wie in Kürze mit dem neuen iPhone 18 Pro verfügbar, ist schon etwas Besonderes, denn eigentlich brauchen Smartphones mit ihren verhältnismäßig kleinen Optiken und Bildsensoren aus physikalischen Gründen keine variable Blende. Eine Blende haben sie trotzdem alle. Aber die ist bei Smartphones in aller Regel (es gibt wenige Ausnahmen) nicht variabel, also nicht in der Öffnungsgröße verstellbar. Die Blende in Smartphones sieht meist aus wie eine sehr flache Unterlegscheibe für Schrauben, einfach mit einem kreisförmigen Loch in der Mitte, dessen Durchmesser genau auf die Optik abgestimmt ist. Mechanisch beweglich ist da nichts.

Blende zu im neuen iPhone 18 Pro
Apple hat nun für das iPhone 18 Pro/Max eine winzig kleine verstellbare Irisblende entwickelt. Apple schreibt: "Sechs laser­geschnittene Lamellen sorgen für einen sanften Übergang zwischen verschiedenen Blendenöffnungen." Das wird bei genauerer Betrachtung aber schon relativiert, denn real ist die Blende im 18 Pro nur in vier festen Stufen verstellbar. Zum Vergleich: Viele DSLR-Objektive haben (je nach Blendenbereich) mindestens Acht bis weit über 20 Blendenstufen verfügbar. Doch auch mit nur vier Blendenstufen erweitert dieses neue Feature in iPhones die fotografischen Möglichkeiten.


Die verfügbaren Blendenwerte beim iPhone 18 Pro sind f/1,48, 1,8, 2,8 und 4. Der Einstellbereich dürfte Fotografen, die sonst etwa mit Vollformatsensoren fotografieren, sehr gering vorkommen. Bei f/4 fangen viele Systemobjektive gar erst an und die Einstellmöglichkeit reicht dann oft bis Blende f/24 oder noch höher. Für das iPhone ist das aber nicht erforderlich, denn in Relation entspricht f/4 am iPhone immerhin Blende f/13,7 bei Vollformat – bezogen auf die Tiefenschärfe, nicht auf die Belichtung. Zum Vergleich: Die offene Einstellung f/1,48 entspricht ungefähr f/5,1 bei Vollformat.


Aber wozu braucht man eine verstellbare Blende überhaupt? Die Meisten werden dabei erst mal an das Schlagwort Bokeh denken, welches in den letzten Jahren unter Fotografierenden die Runde gemacht hat. Gemeint ist damit der Unschärfebereich abseits des Hauptmotives. Wie unscharf der ist, lässt sich – bei Kameras mit deutlich größeren Sensoren als Smartphones und abhängig vom verwendeten Objektiv – über die variable Blende steuern. Je kleiner der eingestellte Blendenwert, respektive je größer die Blendenöffnung, desto unschärfer der Bereich abseits des Fokus. Oder anders ausgedrückt: Die Tiefenschärfe wird umso geringer, je größer die Blendenöffnung, und desto mehr Licht gelangt auf den Sensor.

Die Wirkung setzt umso stärker ein, je größer der verwendete Bildsensor ist. Oder wieder umgekehrt: Je kleiner der Sensor, desto weniger unscharfen Hintergrund kann man auf optischem Wege erzielen. Das Bokeh, also dieser sehr weich und ätherisch wirkende Unschärfebereich, der das Hauptmotiv besonders "dreidimensional" hervortreten lässt, ist deshalb bei Smartphones mit ihren relativ kleinen Sensoren kaum ausgeprägt. iPhone & Co. machen ihre Aufnahmen praktisch immer bei "Offenblende". Die fest eingesetzte "Unterlegscheibe" mit dem runden Loch ist quasi das, was bei einer Irisblende der größtmögliche Öffnung entspricht. – Und trotzdem sieht man bei Smartphone-Fotos nur wenig bis gar kein Bokeh in den Aufnahmen.

Heutzutage erzeugen Smartphones wie das iPhone Bokeh bei Bedarf künstlich. Dank einer genauen Tiefenanalyse der Szene, schlauen Algorithmen und viel Rechenleistung, kann das sonst rein optisch bedingte Bokeh größerer Sensoren sehr realistisch nachgebildet werden. Inzwischen klappt das so gut, dass Laien keinen Unterschied mehr zu Systemkameras erkennen. Und selbst Foto-Experten können das nicht immer genau auseinander halten.

Mehr Tiefe, mehr "Zeit"
Eine variable Blende ist bei Smartphones kein Ersatz, um viel schönes weiches Bokeh zu erzeugen. Das geht auf optischen Wege mit den kleinen Sensoren nicht annähernd so gut, wie mit großformatigen Sensoren. Aber ein wenig Unschärfe abseits des Fokus erzeugen auch Sensoren, wie die im iPhone. In bestimmten Motivsituationen, in denen maximale Tiefenschärfe gewünscht ist, reicht die "natürliche" Tiefenschärfe* dann nicht aus. In dieser Situation wäre abblenden auf einen größeren Blendenwert hilfreich. Und genau das ist mit dem iPhone 18 Pro nun möglich. Maximal f/4 reicht dabei völlig aus, um Szenen wie die Folgende mit bestmöglicher Tiefenschärfe zu erzeugen. Das Beispiel wurde sogar nur mit f/2,8 aufgenommen.


Noch weiter auf f/4 abzublenden kann sich in anderen Situatationen lohnen. Nämlich immer dann, wenn es darum geht, längere Belichtungszeiten zu erzielen. Heutige Smartphones wie das iPhone haben recht lichtstarke Objektive. Die Hauptkamera des iPhone 17 Pro etwa f/1,78, das neue 18 Pro sogar f/1,48. Bei hellem Umgebungslicht oder gar strahlendem Sonnenschein müssen iPhones deswegen sehr kurze Belichtungszeiten berwenden, oft verbunden mit stark verringerter ISO-Empfindlichkeit. Trotzdem reicht das manchmal nicht aus, um Überbelichtungen zu vermeiden. Beispielsweise wäre es in manchen Gegenlichtsituationen sinnvoll, stark abblenden zu können, um Details in hellen Bereichen zu erhalten. Wie oft habe ich es erlebt, dass die virtuelle Belichtungskorrektur im iPhone nicht ausreicht? Zu oft! Optisch abblenden zu können wäre da sehr hilfreich.


Eine andere Möglichkeit, die sich ergibt, liegt darin, attraktive Blendeneffekte zu erzeugen, oder Bewegungsunschärfe ins Bild zu bringen, wie Apple mit den folgenden zwei Bildern demonstriert:


Die Blendeneinstellung des iPhone 18 Pro ist Teil der neuen "Pro controls" in der Foto App, die auch noch weitere Einstellungen erlauben, auf die Fotografen schon eine Ewigkeit gewartet haben. Etwa die manuelle Einstellung der Farbtemperatur, ein Histogramm und nicht zuletzt die Verschlusszeit.

Natürlich wird das iPhone damit für fotografische Laien nicht komplizierter. Die Einfachheit der Automatikfunktionen, gepaart mit den mächtigen Fähigkeiten der "Computational Photography" bleiben erhalten. Doch endlich ziehen in der hauseigenen Foto-App mehr Kontrollen für diejenigen ein, die größeren kreativen Einfluss auf das Ergebnis nehmen wollen.


Die ohnehin schon sehr beeindruckenden fotografischen Möglichkeiten mit dem iPhone werden mit dem neuen 18 Pro nun noch umfangreicher. Die Ergebnisse sind schon jetzt in vielen Bereichen so überzeugend, dass Bilder oft gar nicht mehr von solchen mit Systemkameras unterschieden werden können. Selbst Experten tun sich dabei oft schwer und können (solange keine Metadaten die Herkunft verraten) höchstens noch durch "Pixel Peeping" (Untersuchung des Bildes auf Pixelebene) erkennen, ob die Aufnahme von einer DSLR oder einem Smartphone stammt.

Fazit: Ein weiterer Sargnagel für Systemkameras
Viele Fotofans, die für viel Geld Kamera, Objektive und weiteres Equipment angeschafft haben, werden mir vehement widersprechen. Aber ich – der ich selbst lange, lange Zeit ein eingefleischter Fan von Systemkameras war – bin jetzt endgültig an dem Punkt angekommen, an dem ich ernsthaft über einen Verkauf meiner Kameraausrüstung nachdenke. Im letzten Jahr habe ich etwa 99 % aller Fotos mit dem iPhone 17 Pro geschossen. Einschließlich zahlreicher Produktfotos. Deren Erzeugung erweist sich mit dem iPhone als wesentlich unkomplizierter und schneller in der Nachbearbeitung. Von der Aufnahme bis zur Veröffentlichung benötige ich mit dem iPhone wesentlich weniger Zeit, und die Ergebnisse überzeugen nicht weniger. Zumindest habe ich noch keine Beschwerden deswegen vernommen.

Mit der neuen variablen Blende (die Apple zum Frust vieler leider nicht im neuen iPhone Duo verbaut, dessen großes Innendisplay prädestiniert für kreative fotografische Anwendungen wäre) und in Verbindung mit den endlich eingeführten "Pro controls" in der Fotos App, erweitern sich die Möglichkeiten der iPhone Fotografie (und natürlich auch für Videografen), nochmals erheblich.

Ob ich deswegen von meinem erst letztes Jahr angeschafften iPhone 17 Pro umsteigen werde, habe ich noch nicht entschieden, aber der Reiz ist schon groß. Normalerweise behalte ich mein iPhone für mindestens vier, fünf Jahre. Doch vor allem die neuen Kamerafeatures, explizit die variable Blende, könnten sich für mich auszahlen. Ich warte aber erst mal Erfahrungsberichte ab, wie weitreichend die Möglichkeiten mit den vier verfügbaren Blendenstufen tatsächlich sind. – Was ich auch anderen Nutzern in einer ähnlichen Situation empfehle.


*oder auch Schärfentiefe. Für beide Ausdrucksweisen gibt es Argumente. Ich bleibe bei Tiefenschärfe. Der Kompromiss nennt sich Tärfenschiefe.

Kommentare

Gammarus_Pulex
Gammarus_Pulex12.09.26 08:18
Aber der fürs Endergebnis interessanteste Punkt wurde gar nicht erwähnt: Das iPhone kann jetzt Blendensterne
-1
Uwe Kempf12.09.26 08:31
Ich finde auch, dass das sehr verlockende, neue Features sind. In Hardware und Software.

Und ich kann dem Autor auch nur zustimmen: meines Systemkamera bleibt auch immer häufiger im Regal. Das iPhone übernimmt an vielen Stellen.

Schade, finde ich nur, dass man sehr viel investieren muss, um am iPhone diese Features nutzen zu können.

Wenn man das „normale“ iPhone 18 in einigen Monaten kaufen kann, werden diese Features natürlich leider nicht enthalten sein. Das gilt ja z.B. auch schon langem für das ProRaw Format.

Das finde ich aus zwei Gründen äußerst bedauerlich: Das iPhone Pro ist natürlich deutlich teurer und es ist deutlich schwerer. Ich bevorzuge die „normale“ Bauform des iPhones. Das empfinde ich persönlich als sehr viel handlicher.

Schade, dass man als Foto Enthusiast mit einem normalen iPhone sehr stark beschnitten wird.

Ich wäre auch durchaus bereit, ein Art Software Upgrade zu zahlen für die Freischaltung von ProRaw oder ähnlichen Software basierenden Features. Das könnte doch sogar eine gute Einnahmequelle für Apple sein.

Die Hardware der normalen iPhone Serie ist natürlich im Stande, zum Beispiel auch ein ProRaw zu erstellen.
+1
frankenstein12.09.26 09:04
"...entspricht f/4 am iPhone immerhin Blende f/13,7 bei Vollformat – bezogen auf die Tiefenschärfe, nicht auf die Belichtung."

Doch, auch die Belichtung. Das ist ein weit verbreiteter Irrtum.

Die Blende sagt nur etwas über das relative Verhältnis zwischen Brennweite und Öffnungs-Druchmesser aus (z.B. 50mm/25mm = F2). Die ISO-Werte sind ebenfalls keine absolute Zahl, sondern werden "rückwärts" ermittelt. Vereinfacht gesprochen: Der Kamera-Hersteller mißt, wie stark das durch die Photonen erzeugte Signal verstärkt werden muss, biss eine Norm-Helligkeit erreicht ist. Das ist dann z.B. ISO 100 bei dieser Kamera.

Entscheidend für die tatsächliche, physikalische Lichtstärke eines Objektivs ist die absolute Größe der Öffnung, und damit die Anzahl Photonen, die es auffangen kann. Wie ein Behälter im Regen: Eine Fingerhut fängt in der gleiche Zeit weniger Regen auf als ein Waschbottich. Das ist der Grund, warum lichtstarke Objektive größere Front-Elemente (und damit auch größere absolute Blenden-Öffnungen) brauchen.

Die iPhone-Linse mit F1.48 kann niemals so viel Photonen (=Licht!) auffangen wie ein F1.48 Vollformat Objektiv. Es geht physikalisch nicht, die Photonen treffen einfach nicht auf die Linse. Daher muss das iPhone das Signal viel mehr verstärken. Und durch die Verstärkung entsteht das Rauschen – besonders in den dunklen Bereichen oder Nachts, wenn nur wenige Photonen da sind.

Verschlimmert wird das ganze noch durch die kleine Sensor-Fläche, aber der Hauptfaktor ist die winzige Objektiv.
+10
FlyingSloth
FlyingSloth12.09.26 09:15
Und mit jedem Software Update kommen dann neue dazu. Lensflares sind die neuen Emojis.
Gammarus_Pulex
Aber der fürs Endergebnis interessanteste Punkt wurde gar nicht erwähnt: Das iPhone kann jetzt Blendensterne
Fly it like you stole it...
+4
Waldi
Waldi12.09.26 09:17
Flying
Mir wäre lieber, man könnte die Lensflares ausschalten.
vanna laus amoris, pax drux bisgoris
+1
FlyingSloth
FlyingSloth12.09.26 09:20
Oder noch besser komplett löschen.
Waldi
Flying
Mir wäre lieber, man könnte die Lensflares ausschalten.
Fly it like you stole it...
0
sonorman
sonorman12.09.26 09:27
Gammarus_Pulex
Aber der fürs Endergebnis interessanteste Punkt wurde gar nicht erwähnt: Das iPhone kann jetzt Blendensterne
Doch. Wurde erwähnt. Sogar mit Bildbeispiel. 😉

Flying Sloth & Waldi
Das sind keine Lensflares, sondern Blendeneffekte/Blendensterne, wie man sie auch mit einer Vollformat-Systemkamera (und anderen Formaten) durch Abblenden erzeugen kann. Lensflares stammen von Reflexionen zwischen den Linsen, nicht von der Blende. Nur ihre Form entspricht der der Blende.
+8
Electric Dave12.09.26 09:35
Die Ergebnisse sind schon jetzt in vielen Bereichen so überzeugend, dass Bilder oft gar nicht mehr von solchen mit Systemkameras unterschieden werden können.

Äh, nein, wirklich nicht. Meine zehn Jahre alte D750 pulverisiert mein iPhone 17 Pro in Sachen Bildqualität und -Ästhetik.
Aber man muss sich natürlich auch mit Fotografie beschäftigen und nicht nur einen einzigen Knopf drücken wollen.
+25
Dunnikin
Dunnikin12.09.26 09:42
Die Anzahl der Sternstrahlen beim Blendenstern zeigt übrigens die Anzahl der Lamellen einer Blende.

Also sechs Lamellen beim iPhone.
+3
Traumatom
Traumatom12.09.26 09:57
Electric Dave
Die Ergebnisse sind schon jetzt in vielen Bereichen so überzeugend, dass Bilder oft gar nicht mehr von solchen mit Systemkameras unterschieden werden können.

Äh, nein, wirklich nicht. Meine zehn Jahre alte D750 pulverisiert mein iPhone 17 Pro in Sachen Bildqualität und -Ästhetik.
Aber man muss sich natürlich auch mit Fotografie beschäftigen und nicht nur einen einzigen Knopf drücken wollen.
Electric Dave
Die Ergebnisse sind schon jetzt in vielen Bereichen so überzeugend, dass Bilder oft gar nicht mehr von solchen mit Systemkameras unterschieden werden können.

Äh, nein, wirklich nicht. Meine zehn Jahre alte D750 pulverisiert mein iPhone 17 Pro in Sachen Bildqualität und -Ästhetik.
Aber man muss sich natürlich auch mit Fotografie beschäftigen und nicht nur einen einzigen Knopf drücken wollen.
Sonorman zu unterstellen, er beschäftige sich nicht mit Fotografie ist ein bisschen ein gewagtes Statement.
Aber bezüglich den Unterschieden der Bildqualität muss ich dir zu 100% Recht geben.
+3
karobert12.09.26 10:05
Electric Dave
Die Ergebnisse sind schon jetzt in vielen Bereichen so überzeugend, dass Bilder oft gar nicht mehr von solchen mit Systemkameras unterschieden werden können.

Äh, nein, wirklich nicht. Meine zehn Jahre alte D750 pulverisiert mein iPhone 17 Pro in Sachen Bildqualität und -Ästhetik.
Aber man muss sich natürlich auch mit Fotografie beschäftigen und nicht nur einen einzigen Knopf drücken wollen.

Sehe ich auch so.
Wenn die Bilder allerdings nur auf iPhones und kleinen Bildschirmen konsumiert werden, ist der Unterschied nicht mehr so leicht sichtbar.
Aber für unterwegs (wandern, Radfahren, etc) ist es halt viel bequemer mit dem iPhone zu fotografieren als ein zusätzlich schwereres Gerät mitzunehmen.

Daher lass ich auch meine Nikon Z Kameras leider sehr oft zu Hause.
Ich würde aber nie auf die Idee kommen, diese zu verkaufen, da die noch einige iPhone-Generationen überleben werden.
+9
Assassin12.09.26 10:06
Hab ich denn als Laie, der einfach nur draufhalten und knipsen möchte einen nennenswerten Vorteil von der variablen Blende oder muss ich dafür die Pro Controls nutzen und diverse Regler anpassen?

So, wie ich es verstanden habe, wählt die Automatik auch schon die beste Blende. Oder liege ich da falsch?
+3
Blaubierhund
Blaubierhund12.09.26 10:32
ach @sonorman, es heißtg Schärfentiefe.

Die Tiefenschärfe ist etwas anderes. Und wenn du Schreibst, dass die Blendenöffnung X am iPhone der Blendenöffnung Y am Vollformat entspricht, solltest du auch dazu schreiben, dass diesen Vergleich nur die Wirkung der Schärfentiefe betrifft, nicht aber aber die einfallende Lichtmenge in Relation zur Sensorgröße.
Die Berliner sind unfreundlich und rücksichtslos, ruppig und rechthaberisch, Berlin ist abstoßend, laut, dreckig und grau, Baustellen und verstopfte Straßen, wo man geht und steht - aber mir tun alle Menschen leid, die nicht hier leben können! (Anneliese Bödecker)
+7
Blaubierhund
Blaubierhund12.09.26 10:37
sonorman
Die Wirkung setzt umso stärker ein, je größer der verwendete Bildsensor ist. Oder wieder umgekehrt: Je kleiner der Sensor, desto weniger unscharfen Hintergrund kann man auf optischem Wege erzielen.

Das stimmt. Je kleiner der Sensor, desto schwieriger wirds, etwas unscharf zu bekommen.
Trotzdem kann man auch mit kleinen Sensor sehr unscharfe Hintergründe erzeugen. Beispielsweise, indem man mit langer Brennweite sehr nah ans Motiv geht. Wenn dann auch noch der Hintergrund etwas Abstand zum Motiv hat...
Die Berliner sind unfreundlich und rücksichtslos, ruppig und rechthaberisch, Berlin ist abstoßend, laut, dreckig und grau, Baustellen und verstopfte Straßen, wo man geht und steht - aber mir tun alle Menschen leid, die nicht hier leben können! (Anneliese Bödecker)
+2
sonorman
sonorman12.09.26 10:38
Blaubierhund
ach @sonorman, es heißtg Schärfentiefe.

Die Tiefenschärfe ist etwas anderes. Und wenn du Schreibst, dass die Blendenöffnung X am iPhone der Blendenöffnung Y am Vollformat entspricht, solltest du auch dazu schreiben, dass diesen Vergleich nur die Wirkung der Schärfentiefe betrifft, nicht aber aber die einfallende Lichtmenge in Relation zur Sensorgröße.
Als wäre das nicht schon eine Million mal hier diskutiert worden.
+4
Blaubierhund
Blaubierhund12.09.26 10:40
Man könnte sogar vermuten, Apple hat eine variable Blende verbaut, um noch größere Offenblenden zu ermöglichen. Damit verbessert man die Low-Light-Fähigkeiten, ohne den Filmern allzu arg das Leben zu erschweren.

Mich würde ja interessieren, ob bei f4 schon Beugungsunschärfeeffekte sichtbar werden.
Die Berliner sind unfreundlich und rücksichtslos, ruppig und rechthaberisch, Berlin ist abstoßend, laut, dreckig und grau, Baustellen und verstopfte Straßen, wo man geht und steht - aber mir tun alle Menschen leid, die nicht hier leben können! (Anneliese Bödecker)
+1
Blaubierhund
Blaubierhund12.09.26 10:46
sonorman
Blaubierhund
ach @sonorman, es heißtg Schärfentiefe.
Als wäre das nicht schon eine Million mal hier diskutiert worden.

Schärfentiefe, Schärfentiefe, Schärfentiefe...
Die Berliner sind unfreundlich und rücksichtslos, ruppig und rechthaberisch, Berlin ist abstoßend, laut, dreckig und grau, Baustellen und verstopfte Straßen, wo man geht und steht - aber mir tun alle Menschen leid, die nicht hier leben können! (Anneliese Bödecker)
-2
sonorman
sonorman12.09.26 10:49
frankenstein
"...entspricht f/4 am iPhone immerhin Blende f/13,7 bei Vollformat – bezogen auf die Tiefenschärfe, nicht auf die Belichtung."

Doch, auch die Belichtung. Das ist ein weit verbreiteter Irrtum.

…
Es stimmt, dass die LichtMENGE bei einem kleinen Objektiv/Sensorsystem geringer wird, aber die Belichtungszeit bleibt identisch, womit der fotografische Prozess an sich auch gleich bleibt. Das ist damit gemeint und so wird es Dir auch jede KI erklären.
Kurz nachgefragt:
GPT Luna
Bei der Hauptkamera des iPhone 18 Pro entspricht f/4 ungefähr f/13,7 an Vollformat – bezogen auf die Schärfentiefe, nicht auf die Belichtung.

…
Das bedeutet:

Belichtung: f/4 bleibt f/4. Die Kamera erhält pro Sensorfläche genauso viel Licht wie eine Vollformatkamera bei f/4.
Schärfentiefe/Hintergrundunschärfe: entspricht ungefähr f/13,7 bei Vollformat.
Freistellung: Mit f/4 wird das iPhone-Bild also sehr weitgehend scharf sein; starke Hintergrundunschärfe lässt sich damit nicht erzielen.
-3
sonorman
sonorman12.09.26 10:54
Blaubierhund
sonorman
Blaubierhund
ach @sonorman, es heißtg Schärfentiefe.
Als wäre das nicht schon eine Million mal hier diskutiert worden.

Schärfentiefe, Schärfentiefe, Schärfentiefe...
Du musst kräftiger mit dem Fuß aufstampfen, um Dein Argument zu untermauern.
+3
haschuk12.09.26 11:17
Blumenwiese, Wiesenblume. 😄
+4
Dunnikin
Dunnikin12.09.26 11:21
haschuk
Blumenwiese, Wiesenblume. 😄

Was ja verschiedene Dinge sind.

Mir ist es jedenfalls schleierhaft, woher der Begriff Tiefenschärfe in Verbindung mit der Fotografie kommt. Die letzten 45 Jahre, solange ich fotografiere, war Schärfentiefe der richtige und verwendete Begriff.

Tiefenschärfe ist für mich sowas wie ein Update ausrollen. Teppich rollt man aus, ein Update wird bereitgestellt oder verteilt.
+1
frankenstein12.09.26 12:10
sonorman
Es stimmt, dass die LichtMENGE bei einem kleinen Objektiv/Sensorsystem geringer wird, aber die Belichtungszeit bleibt identisch, womit der fotografische Prozess an sich auch gleich bleibt.

Wenn man beim iPhone und bei einer Vollformat-Kamera die gleiche Belichtungszeit, die gleiche Blende und die gleiche ISO-Zahl einstellt, kommt tatsächlich ein gleich belichtetes Bild heraus. Absolut richtig.

Allerdings hat das iPhone-Foto ein massiv stärkeres Rauschen. Gleicher fotografischer Prozess bedeutet nicht gleiches fotografisches Ergebnis.

Wäre es so, könnte man Vollformat-Kameras einstampfen. Aber auch iPhones könnte man einstampfen, weil würde ja dann noch kleiner gehen, ohne dass es mehr rauscht.

Die Hauptkamera des iPhone ist mehr als 5 Blendenstufen im Nachteil gegenüber dem Vollformat. 5 Blendenstufen bedeutet: 1/32 der Lichtmenge. Es werden nur 1/32 der Photonen vom Sensor absorbiert, nur 1/32 der Elektronen werden frei. 97% des Lichts erreichen den Sensor nie. Statt F1.48 hat man effektiv ein F8-Objektiv im iPhone.

Nun kommt der Witz: Wenn man zum Beispiel Produktfotos macht, bei hellem Tageslicht oder Studiolicht, wird man ohnehin auf F8 oder etwas in der Art gehen. Man zwingt quasi seine Vollformat-Kamera, nur so wenig Licht einzusammeln wie ein iPhone. Am Ende werden die Produktfotos deshalb ähnlich gut und reichen für einfache Zwecke völlig aus.

Und auch für Street-Fotografie und Landschaft ist ein iPhone ganz brauchbar. Die klassische Blende für Street ist 5,6 – das ist nur eine Stufe besser als das iPhone. Und für Landschaftsfotografen fängt der Spaß sowieso erst bei F8 an.

Schärfe, Auflösung usw. ist natürlich ein anderes Thema, da versagt das iPhone heftig, aber bei überwiegender Verwendung im Netz und auf Social Media auch nicht wirklich relevant.
sonorman
Das ist damit gemeint und so wird es Dir auch jede KI erklären.

+7
h.ml12.09.26 12:18
Ich denke ebenfalls das was die Qualität betrifft eine Smartphonekamera immer noch weit von dem Entfernt ist von dem was eine aktuelle DSLM Kamera zu leisten vermag. "Out of Cam" gefallen mir die Bilder meines iPhones zugegebenermaßen meist besser als jene aus meinen Systemkameras, weil die Software eigentlich immer ein sehr lebendiges und gut belichtetes HDR erzeugt, dies muss ich aus meinen Grossen erst einmal aufbereiten.
Anderst sieht es aus wenn ich ins Detail gehe, bei den Smartphones ist es weitgehend egal ob ich die Bilder meines alten 13Pro oder aktuuellen 16Pro betrachte, zwischen diesen beiden sehe ich nur wenige Unterschiede was die Auflössung von Details betrifft. Wenn ich in die 100% Ansicht gehe und zb. ein Blätterwerk eines Baumes anvisiere, sehe ich hier kaum noch Strukturen in den einzelnen Blättern.
Hier punkten dann aber die DSLM, selbst die feinen Adern in den Blättern sind bis zu einer gewissen Enfernung noch gut erkennbar und feinste Farb-, und Kontrastunterscheide werden deutlich besser angezeigt.

Kleine Sensoren + kleine Optiken = weniger Auflössung, da erwarte ich auch in Zukunft keine Wunder bei den Smartphonekameras, man kann den Gesamteindruck per Software zwar aufwerten aber nicht das fehlende Auflössungsvermögen, das helfen auch mehr Mpix nicht, die Phsyik lässt sich hier nicht austricksen. Jemand der sich ernsthaft mit Fotografie beschäftigt wird deshalb auch in Zukunft wohl eher auf Systemkameras zurückgreifen, für alle anderen dürfte eine Smartphonekamera wohl ausreichen. Letztere haben ja die früheren Komaktkameras weitestgehend verdrängt.

Zu der neuen Optik des 18Pro, ja die Irsisblende die nun eingeführt wird ist womöglich interessant insofern sie die Erwartungen erfüllan kann. Aber man muss auch Bedenken das es sich hier um ein mechanisches Bauteil handelt das sich irgendwann womöglich als zusätzliche Fehlerquelle offenbaren kann.
+4
macster10012.09.26 12:28
Ich bin da ganz bei sonorman, was den Tenor des Artikels angeht. „Ernsthaft fotografieren“ ist bei > 95% der Hobbyisten ja (inzwischen) ein Euphemismus fürs Pixelpeepen. Klar sehen die Pixel einer Systemkamera immer noch besser aus als die iPhonepixel, wenn man die Bilder nur groß genug vergrößert. Aber „ernsthaft fotografieren“ ist für mich hauptsächlich die inhaltliche Auseinandersetzung mit einem Motiv, nicht möglichst häufiges Knipsen inkl. gezielter (oder auch: selbstzweckhafter) Ausreizung der technischen Möglichkeiten der Fotoausrüstung. Und dieses „bewusste“, motivgeleitete Fotografieren stößt mit aktuellen Smartphonekameras eben kaum noch an technische Grenzen, die außerdem natürlich den Riesenvorteil des wirklich-immer-dabei haben.
+3
frankenstein12.09.26 12:43
macster100
Ich bin da ganz bei sonorman, was den Tenor des Artikels angeht.

Man ist mit dem Telefon halt doch ziemlich eingeschränkt in den Möglichkeiten.

Einen weiter entfernten Vogel aufnehmen: kann man vergessen. Die Milchstrasse fotografieren: Kann man vergessen. Einen Fussballspieler formatfüllend vom Spielfeldrand aus: Kann man vergessen. Ein Portrait mit wenig Tiefenschärfentiefe (und nicht hinterher reingerechent): Kann man vergessen. Ein Konzert in einer dunklen Kirche: Kann man vergessen. Und so weiter.
+8
horst112.09.26 12:49
Und wenn man das alles eh nicht macht, muss man auch nichts vergessen.
Immer wieder dieselben dummen Beispiele.
-8
frankenstein12.09.26 12:55
horst1
Und wenn man das alles eh nicht macht, muss man auch nichts vergessen.
Immer wieder dieselben dummen Beispiele.

Natürlich. Wenn man einfach nur ein paar Erinnerungsfotos knipsen will, reicht ein iPhone völlig.

Es gibt aber Menschen, die Spaß an bestimmten Formen der Fotografie und der Kreativität haben. Dafür gibt es dann Kameras, die das können.
+7
sonorman
sonorman12.09.26 12:58
frankenstein
macster100
Ich bin da ganz bei sonorman, was den Tenor des Artikels angeht.

Man ist mit dem Telefon halt doch ziemlich eingeschränkt in den Möglichkeiten.
…
Es kommt auf das persönliche Profil an. Für echtes Birding etwa braucht man riesige und teure Supertele-Objektive. Viel Tele-Fotografie habe ich in meinem Leben nicht gemacht. Und auch viele andere Teilbereiche der Fotografie, für die eine DSLM (noch) sinnvoll ist, treffen mein Profil nicht oder nicht mehr. Wie etwa Action-Fotografie.

Was ich fotografisch benötige, kann das iPhone inzwischen uneingeschränkt. Und auch wenn viele hier das Gegenteil behaupten, bin ich mir ziemlich sicher, dass diejenigen bei einer direkten Gegenüberstellung kompetent aufgenommener Fotos von DSLM und iPhone (mindestens 17 Pro) nicht sicher unterscheiden könnten, was von welcher Kamera stammt. Vorausgesetzt, die Fotos sind so aufbereitet, dass sie nicht etwa anhand der Metadaten, der Auflösung oder des Seitenverhältnisses leicht unterscheidbar sind. Wie gesagt: Ohne Pixel-Peepeing und ohne Zuhilfenahme von Analysetools. Wäre es nicht so, würde ich nicht daran denken, meine Ausrüstung zu verkaufen, die gebraucht noch genug einbringen dürfte, um mir damit die nächsten vier bis fünf iPhone-Pro-Generationen kaufen zu können.
+2
frankenstein12.09.26 13:07
sonorman
...bin ich mir ziemlich sicher, dass diejenigen bei einer direkten Gegenüberstellung kompetent aufgenommener Fotos von DSLM und iPhone (mindestens 17 Pro) nicht sicher unterscheiden könnten, was von welcher Kamera stammt.

Gebe ich dir absolut recht. Läßt sich oft kaum noch unterscheiden.

Überhaupt ist die Kamera, die man verwendet, ziemlich egal. Ein gutes Foto entsteht durch Motiv, Idee, Situation, Komposition, Intuition, Timing, Licht, oft auch die Nachbearbeitung und manchmal durch Zufall.

Um es überspitzt zu sagen: Wenn ein Profi-Model, professionell gestylt und professionell ausgeleuchtet, vor einem posiert, kann auch ein 8-jähriges Kind mit einem iPhone extrem professionell aussehende Bilder machen.
+3
KLL12.09.26 13:24
Auch interessant in dem Zusammenhang: Die Stiftung Warentest hat im letzten Heft Systemkameras, Kompaktkameras und nach den gleichen Kriterien das iPhone 17 Pro verglichen. Das Ergebnis ist erstaunlich. Nachteile hat das iPhone natürlich in den mangelnden Einstellmöglichkeiten. Dieser Nachteil wird relativiert, wenn man eine Kamera-App wie z.B. proCamera verwendet und Aufnahmen im Raw-Formar macht.
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