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Entlassungen in der Vision-Sparte bei Apple

Auf der Worldwide Developers Conference 2023 kündigte Apple ein komplett neues Produkt an: Die Vision Pro. Hier handelt es sich um einen "Spatial Computer" – genauer gesagt um ein Virtual-Reality-/Mixed-Reality-Headset mit integriertem Computer und externem Akku. Von der technischen Seite handelt es sich um ein beeindruckendes Produkt: OLED mit 3660x3200 Pixel Auflösung pro Auge, M2- (bzw. nun M5-) und R1-Chip für die Berechnung der Bilder, Handgesten-Steuerung wie auch über ein externes Display namens "EyeSight", womit andere die Augen des Trägers sehen können.


Geringes Kaufinteresse
Anfang 2024 führte Apple die Vision Pro in den USA ein – und im Sommer 2024 schließlich auch in Deutschland. Zwei Umstände führten dazu, dass das Kaufinteresse an der Vision Pro mehr als gering ausfiel: Der Preis von 4.000 Euro war zwar für die aufwendige Hardware gerechtfertigt, jedoch absolut gesehen für die meisten Kunden zu viel. Außerdem fehlt es schlichtweg für die meisten Interessenten an konkreten Einsatzszenarien, welche eine solche große Investition rechtfertigen. Apple nennt keine konkreten Verkaufszahlen bezüglich der Vision Pro, doch diverse Berichte legen nahe, dass die Zahlen weit unterhalb der Prognosen von Apple liegen.

John Ternus kein Fan
In wenigen Tagen übernimmt John Ternus als CEO von Apple – und dieser soll laut einem Bericht den Markt für große VR-Headsets anders als Tim Cook beurteilen. Einem Bericht von Juni 2026 nach soll Ternus die Roadmap bezüglich Virtual-Reality und Augmented-Reality neu aufgestellt haben – und für eine zweite Generation der Vision Pro sieht es wohl mehr als düster aus. Ferner hat Apple bereits Ende Juni den Leiter der VR-/AR-Sparte Paul Meade an OpenAI verloren.

Nun Entlassungen
Wie AppleInsider nun erfahren hat, reduzierte Apple das eigene VR-Team um 60 Mitarbeiter. Diese arbeiteten in Apples VR-Abteilung, der "Apple Vision Group" wie auch in ähnlichen Teams. AppleInsider betont mehrfach, dass Apple die Vision-Sparte nicht aufgelöst hat, jedoch kühle das Interesse des Unternehmens deutlich ab. Wie viele Leute noch aktiv mit der Fortentwicklung betraut sind, ist leider nicht bekannt.

Die Zukunft der Vision Pro?
Es wird immer unwahrscheinlicher, dass Apple jemals eine zweite Generation oder eine günstigere Variante der Vision Pro auf den Markt bringt. Wie lange Apple das aktuelle Modell noch mit neuen Features versorgt, bleibt abzuwarten. Apple sieht bezüglich VR/AR den Markt eher bei Smart-Glasses – und forscht aktiv auf diesem Gebiet. Erste Geräte könnten hier bereits im kommenden Jahr auf den Markt kommen.

Kommentare

gfhfkgfhfk21.08.26 09:52
Schon bei der Markteinführung war absehbar, dass das Produkt kaum Anwendungen hat. Die von Apple gewählte Ausführung: eigenständiger Computer und kein Datensichtgerät für eine teure Workstation und somit schwer, und der für Apple verhältnismäßig hohe Preis, haben das Käuferpotential deutlich eingegrenzt. Jetzt kommt das Erwartbare.
+6
Maniacintosh
Maniacintosh21.08.26 10:08
Die Apple Vision Pro ist technisch ein faszinierendes Produkt, ist aber eben auch absolut overengineered ohne damit einen wirklichen USP zu haben, der zu dem Verkaufspreis eine ausreichend große Zielgruppe anprechen kann.

Das meiste, was die Vision Pro kann, kann ich auch anders mit Geräten lösen, die ich eh habe - wenn ggf. auch nicht so elegant oder auch mit Abstrichen. Und dafür ist sie dann schlicht zu teuer. Und für die meisten sinnvollen Use Cases müsste die Vision Pro nicht ihren eigenen M2 oder M5 mit sich herum tragen, da steht oft genug eh noch ein Mac rum. Und zum Einsatz "auf der Straße", wo das gebraucht würde, ist sie nicht vorgesehen und auch nicht wirklich geeignet, weil dann doch relativ schwer und zu kurze Akkulaufzeit - und eben ausdrücklich nicht dafür konzipiert. Aber in Augumented Reality Szenarien könnte ich mir die Vision Pro sonst sehr gut vorstellen.

Was bleibt: Edge Cases, die dann aber eben ein kleiner Markt sind. Und Early Adopter und technische Spielkinder. Da gibt es sicher auch ein paar, aber mir sind 4000€ für ein Gerät, bei dem ich nicht absehen kann, dass ich da einen wirklich langfristigen Use Case mit Mehrwert für mich finde, dann halt einfach auch zu viel. Gerade da es auch mal wieder als Personal Device konzipiert ist - hier würde eine deutlich bessere Mehrbenutzerunterstützung sicher Sinn ergeben.

Für um die 1000€ hätte ich mir vielleicht eine Vision zugelegt, einfach um die Neugier zu befriedigen und es auszuprobieren. Und wenn es dann am Ende einfach nur ein fancy Weg zum persönlichen Medienkonsum gewesen wäre - so what? Womit sich der Kreis wieder schließt: Denn für das was in der Apple Vision Pro nun verbaut ist, wäre rund 1000€ natürlich zu günstig, um damit Geld zu verdienen. Das Ding ist für den realen Markt eben overengineered.
+6
desko7521.08.26 10:18
@gfhfkgfhfk
Sehe ich genauso.

Vielleicht haben sie endlich eingesehen, dass der Tragekomfort, also ein leichtes und unkompliziertes Headset entscheidend dafür ist, dass es sich im Massenmarkt durchsetzt. Die Kameras und Displays in dem Headset können noch so toll sein. Wenn es so ein riesen Trümmer ist, den man nur unter Schmerzen 1-2 Stunden am Stück benutzen kann, dann ist das einfach nichts.
Erst wenn das Featureset der AWP in eine z.B. Meta Ray Ban passt, weil der technische Fortschritt dort angekommen ist, können sie es nochmal versuchen.
+1
sudoRinger
sudoRinger21.08.26 10:29
Und dabei ist Eure Sichtweise auf die Vision Pro, dass es nur am Preis oder Gewicht lag, noch sehr wohlwollend. Ich zweifle grundsätzlich am Konzept mit Fingern in der Luft Fenster zu verschieben und das noch produktives Arbeiten nennen zu wollen. Auch zu einem sehr günstigen Preis wäre das Vision Pro kein Erfolg gewesen.
Für Anwendungen wie Games, Videos oder berufliche Einsätze sind spezialisierte Geräte sinnvoll. Für Büroarbeiten kann ich mir keinen Einsatz vorstellen. Apple wollte mit einem Universal-VR-Gerät dann noch alle Anwendungen unter einen Hut bringen. Das konnte nur schief gehen.

Games: kein Interesse der Spielehersteller, zu kleiner Markt, kaum Unterstützung von Apple
Videos: ein paar Spezialfilme von Apple
Beruf: kann sich ein Unternehmen darauf verlassen, dass das Vision Pro 10 Jahre funktioniert?
Büro: Kokolores.
+9
mkummer
mkummer21.08.26 10:47
Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass die meisten, die sich über die Vision Pro auslassen, nie selber eine besessen haben oder wirklich ausführliche Erfahrungen damit (gehabt) haben. Ich bin nach wie vor ein grosser Fan der Vision Pro und habe sich seit Beginn im täglichen Einsatz. Sollte sie komplett aus dem Fokus geraten, wäre es ein grosser Verlust und auch keine gute Entscheidung.
+6
milk
milk21.08.26 10:56
Die Vision Pro ist wohl Tim Cooks Newton.

Faszinierendes Produkt, gnadenlos overengineered, teuer. Die meisten probieren es nichtmal aus, und für diejenigen, die es tun, ist es nicht selten das neue Lieblingsgerät.

Ich fühle euren Schmerz.

Grüße, ein langjähriger Newton-Fan
+13
sudoRinger
sudoRinger21.08.26 10:56
Ich habe den Eindruck, dass die Fans der Vision Pro meinen, man wolle ihnen das Spielzeug abnehmen. Nein, ich will es den Besitzern nicht madig machen.

Dennoch ist mir, ohne das Gerät je benutzt zu haben, sonnenklar, dass ich das Ding nie benutzen würde und es im Büro Unfug ist. Oder probierst Du wirklich alles aus bevor Du dir eine Einschätzung erlaubst?
mkummer
... und habe sich seit Beginn im täglichen Einsatz.
Was machst Du damit?
+8
Jadekaiser
Jadekaiser21.08.26 11:12
Für den normalen Anwender zu hochpreisig und speziell. Es gibt aber auch Anwendungen in der Medizin, wo sie wohl stark gefeiert wird. Dazu gab es kürzlich erst einen Artikel:
https://www.n-tv.de/wissen/Apples-Datenbrille-in-Operationssaelen-geschaetzt-id31182068.html
+3
skipper21.08.26 11:14
Also Chirurgen finden das Teil hervorragend! Man könnte es als Nischenprodukt weiter pflegen und den Preis anheben. Wenn Siemens so ein Teil für OPs entwickeln würde, dann wäre der Preis sicherlich das Fünffache oder mehr.
+5
esc
esc21.08.26 12:06
Aus meiner Sicht hat Cook den Markt AR/VR einfach überbewertet.
Diese Themen machen sich auf einer Keynote gut, weil man was präsentieren kann, aber für den Alltag meist unbrauchbar oder nette Spielerei.
0
Phil Philipp
Phil Philipp21.08.26 15:28
esc
Aus meiner Sicht hat Cook den Markt AR/VR einfach überbewertet.
Diese Themen machen sich auf einer Keynote gut, weil man was präsentieren kann, aber für den Alltag meist unbrauchbar oder nette Spielerei.

Vielleicht ist die VisionPro für Apple sowas wie die Formel 1 für Auto-Hersteller. Mit viel Geld das maximal machbare herstellen, um die Erkenntnisse und Entwicklungen dann hier und da im Massenmarkt anzubringen.
+1
gfhfkgfhfk21.08.26 15:29
mkummer
Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass die meisten, die sich über die Vision Pro auslassen, nie selber eine besessen haben oder wirklich ausführliche Erfahrungen damit (gehabt) haben. Ich bin nach wie vor ein grosser Fan der Vision Pro und habe sich seit Beginn im täglichen Einsatz. Sollte sie komplett aus dem Fokus geraten, wäre es ein grosser Verlust und auch keine gute Entscheidung.
Der Punkt ist, dass man die VisionPro hätte leichter machen können, wenn man einen Akkupack an den Gürtel oder in die Hosetasche gepackt hätte, und man ein aktuelles iPhonePro als Datenquelle genutzt hätte. Dadurch wäre der Tragekomfort besser, und man hätte das Problem der speziellen Software vom Tisch gehabt. Als Alternative wäre ein Akkupack mit drahtloser Empfangseinheit für Monitorsignale für Macs eine Lösung gewesen. Dadurch wäre die VisionPro nur noch eine spezielle Kombination von Bildschirm und Eingabegeräten gewesen für iOS und macOS. Dadurch wäre ein besserer Softwaresupport möglich gewesen, und die Hardware müsste nicht beständig angepasst werden.
0
Frost21.08.26 16:05
mkummer
Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass die meisten, die sich über die Vision Pro auslassen, nie selber eine besessen haben oder wirklich ausführliche Erfahrungen damit (gehabt) haben.

Davon kannst Du ausgehen, die VisionPro ist fuer mich das beste Stueck an Hardware welches ich seit langem in den Haenden hatte.
Sowohl der 3D Eindruck (man ist wirklich Teil des Geschehens) als auch die Umsetzung mit den virtuellen Personas sind dem was andere Hersteller bieten haushoch ueberlegen.

Das Problem ist aber, diese Qualitaet die Apple hier bietet ist zur Zeit nur an der absoluten Grenze des technisch Machbaren moeglich und daher leider noch in einem Preisbereich, der fuer die meisten Kaeufer zu hoch liegt.
Meine Meinug, Apple hat die VisionPro einfach 10 Jahre zu frueh auf den Markt gebracht, die Kundschaft ist noch nicht reif fuer so ein Produkt.

Gleiches Problem als Google 2012 die Google Glass vorgestellt hatte, da waren sie auch 10 Jahre zu frueh und die Kundschaft noch nicht reif, heute verkaufen Meta/Ray Ban diese Brillen un Millionenstueckzahlen, jetzt ist die Kundschaft reif genug fuer die Brille und die Preise in einem Bereich den viele bereit sind zu zahlen.
mkummer
Sollte sie komplett aus dem Fokus geraten, wäre es ein grosser Verlust und auch keine gute Entscheidung.

Dies sehe ich auch so, aber wie oben schon geschrieben, Apple ist mit diesem Produkt sicher 10 Jahre zu frueh dran gewesen und da bin ich mir nicht sicher, dass sie so lange durchhalten werden. Wo ich mir aber absolut sicher bin, sollte Apple die VisionPro einstellen, dann werden sie wenn der Markt endlich reif dafuer ist (und es liegt bei der aktuellen VisionPro nicht mehr an den technischen Qualitaet) so ein Produkt wieder vorstellen.
Daher wage ich die Aussage in dem Artikel: Es wird immer unwahrscheinlicher, dass Apple jemals eine zweite Generation oder eine günstigere Variante der Vision Pro auf den Markt bringt doch sehr zu bezweifeln.
Was aber wohl der Fall sein wird, wir werden noch einige Jahre warten muessen, hoffentlich keine weiteren 12 Jahre wie damals bei der Google Glass.
+1
desko7521.08.26 20:50
@mkummer
Warum meinst Du, die Beurteilung der Kritiker der AVP, wäre nicht fundiert und hätte keine Berechtigung? Glaubst du, wir hätten einfach noch nicht das Licht gesehen und müssten es nur zulassen, dann würden wir auch die Erleuchtung erfahren? Du kannst das Gerät gerne total gut finden. Ich finde, es ist ein überteuertes Technikexperiment, dass zufällig zum Kauf angeboten wird.
Niemand bezweifelt auch, denke ich, dass das Gerät in seiner klitzekleinen Nische voll gut ist.
Aber der mangelnde kommerzielle Erfolg im Massenmarkt und die stiefmütterliche Behandlung des Gerätes durch Entwickler und Inhalteanbieter spricht einfach Bände. Das kann man nicht wegbeschönigen. Und es gibt Gründe dafür. Mein Hauptgrund, mit dem alles steht und fällt, habe ich dargelegt. Und der ändert sich auch nicht, weil er für mich Realität ist, egal wie Andere es empfinden. Der ist für mich essentiell, um das Gerät nützlich zu finden. Ich hänge mir keinen Kühlschrank vor die Augen. Peace!
-1
mja22.08.26 09:56
Für mich ist es immer wieder spannend bei soetwas zuzusehen. Ich glaube eigentlich, das größte Problem ist der Preis. Aber meines Erachtens auch ein bisschen die Lust die Apple selbst auf dieses Produkt hat. Fast kommt es einem so vor, als ob niemand mehr bei Apple damit etwas zu tun haben möchte um nicht mit dem Scheitern in Verbindung gebracht zu werden.

Ich hätte sie sicher ausprobiert und ein bisschen experimentiert, doch der Preis hat mich tatsächlich davon abgehalten. Dabei bin ich sicher, das Teil ist weit besser als der Ruf (so ging es mir z.B. beim Newton – der in einigen Usability-Bereichen iOS deutlich überlegen war. Die Handschrifterkennung war z.B. der Hammer und das Clipboard Gold wert!). Irgendwie schade um die Technologie und das Hirnschmalz dahinter.
+2
Sitox
Sitox22.08.26 15:23
Ein Problem war/ist sicher, dass man ein „ähnliches“ Erlebnis mit der Meta Quest 3 erfahren konnte, mit einem deutlich größeren Titelkatalog.
Ähnlich insofern, dass die OLED-Panels der Vision bzgl. des Schwarzwerts natürlich besser sind ... aber für +3400 Euro.
0
Thyl23.08.26 15:10
Ist das jetzt nur mein Gefühl, oder gehen zu viele Produktkategorien grad schief? Apple Home kann man ja wohl knicken. Apples Auto kommt gar nicht, nach gigantischen Investitionen. Dann die Vision Pro. Künstliche Intelligenz ist auch ein Desaster. Wie laufen eigentlich faltbare Handys so insgesamt auf dem Markt?

Wann war eigentlich das mit den Tags, die Infos liefern sollten, z.B. in Ausstellungen? Hab vergessen, wie die hießen.
-1
Raziel124.08.26 11:58
gfhfkgfhfk
Schon bei der Markteinführung war absehbar, dass das Produkt kaum Anwendungen hat. Die von Apple gewählte Ausführung: eigenständiger Computer und kein Datensichtgerät für eine teure Workstation und somit schwer, und der für Apple verhältnismäßig hohe Preis, haben das Käuferpotential deutlich eingegrenzt. Jetzt kommt das Erwartbare.


Dem würde ich widersprechen. Vor und während der Einführung was das Potential riesig. Der Markt hat das auch gut gezeigt. Einziges Problem war hier nur der Preis. Im Profi segment war sie attraktiv. Aber im Consumer Bereich der weiterhin in das Segment gelockt werden musste war die Hürde zu hoch. Konsequenz: Wenige Consumer Käufer, daher auch wenig Entwicklung etc. Da waren Alternativen wie Metas Quest mit dem Preis genau richtig
+1
gfhfkgfhfk24.08.26 12:41
Raziel1
Dem würde ich widersprechen. Vor und während der Einführung was das Potential riesig. Der Markt hat das auch gut gezeigt.
Vergleichbare 3D Brillen haben nie einen großen Marktanteil erringen können. Insofern wundert es mich, was denn der Markt gezeigt haben soll.
+1

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