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Apple-Werbeplakat sorgt in Italien für Aufschrei

Prägnante Werbekampagnen haben bei Apple eine lange Tradition, man denke nur an den legendären Spot während der Halbzeitpause des Super Bowls 1984 oder an "Think Different" im Jahre 1997. Im Rahmen der großangelegten Aktion "Relax, es ist ein iPhone" hat das Unternehmen jetzt auch in Mailand viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen – aber anders, als vermutlich geplant. Ein Werbeplakat, das ein Kleinkind mit einem dreckigen, völlig verschmierten iPhone in der Hand zeigte, wurde vielfach kritisiert. Am Ende reagierte der iPhone-Hersteller und ersetzte das Bild.


Kleinkind mit Smartphone soll Robustheit des Geräts demonstrieren
Die länderübergreifende Kampagne, in deren Kontext das Werbeplakat verwendet wurde, möchte eigentlich zeigen, wie robust das iPhone ist, indem es in unterschiedlichen Alltagssituationen zu sehen ist, die das Gerät physisch herausfordern. Offenbar dachten die Macher des Werbeplakats, dass auch ein Kleinkind ein harter Test für ein Smartphone darstelle und überzeugend die Widerstandfähigkeit des iPhone präsentieren könne. Die Frage, ob ein Mobiltelefon schon in die Hände eines ungefähr zwei Jahre alten Kindes gehört, kam bei der Konzipierung scheinbar nicht auf. Dafür dauerte es aber nicht lange, bis sich Mailänder Bürger bei der nationalen Behörde zum Schutz der Rechte von Kindern und Jugendlichen – Autorità Garante per l’Infanzia e l’Adolescenza (AGIA) – beschwerten und auf offene Ohren stießen. Der Fall wurde von dort an die italienischen Aufsichtsbehörde für Kommunikation weitergeleitet. Inzwischen hat Apple das Plakat offenbar von sich aus entfernt.


Kritik an "elektronischem Babysitting"
Kernpunkt der Kritik an dem Plakat war der Standpunkt, dass ein Smartphone nichts in den Händen eines Kindes zu suchen habe, das noch so jung sei. Dies suggeriere es als normales Verhalten, selbst sehr kleinen Kindern elektronische Geräte zu geben, während gleichzeitig immer intensiver über ein Mindestalter für die Nutzung digitaler Dienste nachgedacht werde. Die Werbung vermittle genau das Gegenteil. Elektronische Geräte dürfen nicht der Babysitter sein, lautete der Tenor der Kritik.

Kommentare

Fontelster
Fontelster17.08.26 12:28
mtn
man denke nur an den legendären "Think Different"-Spot während der Halbzeitpause des Super Bowls 1984.
Sorry, aber das ist Blödsinn. 1984 wurde der erste Macintosh beworben.


Think different kam 1997.
+16
MetallSnake
MetallSnake17.08.26 12:31
ilh ist wohl noch neu und mit Halbwissen gesegnet, da kommen dann auch mal so Aussagen wie think different von 1984 zustande
https://www.mactechnews.de/news/article/S-187416.html#newscomment1621890 Was ist mein Fehler? ('Nicht richtig gelesen. Setzen, sechs.')
0
mdmd17.08.26 12:35
… oder ist KI hat ihm einen üblen Streich gespielt. Soll ja vorkommen…
+6
jeti
jeti17.08.26 13:05
Erinnert mich irgendwie an die "Schock"-Werbung von Benetton,
war so späte 80er oder frühe 90er = > ich sah nur zwei niedliche Kinder,
aber der Aufschrei war groß warum das Teufelchen das schwarze Kind sei.


Irendwie verkehrte/verrückte Welt
+5
nagi_muc
nagi_muc17.08.26 13:26
Sehr witzig. Ich bin gerade in Bella Italia und habe noch nie zuvor so viele Kinder, darunter auch Kleinkinder, gesehen, die beim Essen vor dem Smartphone oder Tablet geparkt wurden. Erstaunlich, wie gut die Essens Aufnahme funktioniert, ohne jemals gesehen zu haben was man isst. Empörung habe ich nicht wahrgenommen.
+9
chrisha8917.08.26 13:33
Ist das deren Ernst? Ich glaub, denen ist langweilig.
+5
Assassin17.08.26 13:49
Eine Werbung
1.000.000 Leute sehen sie
800.000 ist die egal
799.000 finden die ganz witzig
990 finden die doof
10 beschweren sich.
Folge: Werbung wird zurückgenommen

Neuer Versuch dann mit Hund statt Kind:
Tierschützer schreien auf.
Vermutlich 100 statt 10.
+9
ww
ww17.08.26 14:15
Ich habe so genug von diesen selbsternannten Gutmenschen.
-3
Tech Berater17.08.26 14:16
Smartphones gehören nicht in die Hände von Babys/Kleinkindern.
+18
AndreasDV17.08.26 14:37
Mache regelmäßig Urlaub in Italien und ich sehe, das diese Werbung die Wahrheit sagt. Kleinkinder im Kinderwagen werden mit ein Handy ruhig gestellt

Das ist die Realität
+9
Deppomat17.08.26 14:43
Finde die Reaktion gut und erfreulich. Entweder haben sie bei Apple das Problem nicht gesehen - was zum Kopfschütteln wäre - oder sie haben es durchaus darauf angelegt, das Bild von Kleinkind und iPhone zu etablieren.

So oder so, das Thema ist eins der Probleme dieser Zeit, und Apple hat sich schlecht positioniert.
+1
Legoman
Legoman17.08.26 15:11
ww
Ich habe so genug von diesen selbsternannten Gutmenschen.
Du magst also lieber schlechte Menschen?

Zum Thema Smartphone und Kleinkinder gibt es wohl ausreichend Studien.
Kurz zusammengefasst: Besser als Hauptschule wird's im Leben nur mit sehr viel Glück.

Es gilt das gleiche wie bei jeder anderen Gefahr: Es ist richtig und wichtig jene, die es nicht wissen, zu warnen.

Mal davon abgesehen, dass für den Empörungshype das gilt, was Assassin sagt.
Das hat dann aber wenig mit Gutmenschen zu tun, sondern viel mehr mit der Lust an der Aufregung, die aufflammt und wieder verschwindet.
+5
Lacsap17.08.26 15:51
Fontelster
mtn
man denke nur an den legendären "Think Different"-Spot während der Halbzeitpause des Super Bowls 1984.
Sorry, aber das ist Blödsinn. 1984 wurde der erste Macintosh beworben.


Think different kam 1997.

natürlich, du hast Recht - ist korrigiert
+2
Fontelster
Fontelster17.08.26 16:46
Legoman
ww
Ich habe so genug von diesen selbsternannten Gutmenschen.
Du magst also lieber schlechte Menschen?
Nein, er mag lieber fremd-ernannte Gutmenschen
-2
net_zwerg
net_zwerg17.08.26 16:50
Zweischneidige Sache:
prinzipiell finde ich ein unbegleitetes 'Parken' von Klein-/ Vorschulkindern vor einem bilder- und töne-speienden Handy furchtbar. Das geht einfach gar nicht,
weil es die Kinder in einen Zombie-Mode versetzt...!
Dagegen habe ich Kleinkindern aber auch schon mal einen Schlüsselbund, Bankkarten oder auch ein Handy in die Hand gedrückt zum 'erkunden'. Die Dinge werden dann auch schon mal in den Mund gesteckt, bepatscht und ausgiebig untersucht. In solchen Momenten gab es aber auch immer ein waches Beobachten und Rückmelden seitens des Erwachsenen.
Eine ähnliche Situation sehe ich auf diesem Plakat. Für mich ist es eine lustige Situation und hat (in meiner Wahrnehmung) nichts mit dem erstgenannten Ab-und Ruhigstellen eines störenden Kleinkindes per Handy zu tun.
+10
net_zwerg
net_zwerg17.08.26 17:24
kleiner Nachtrag:
man sieht es eigentlich auch am Blick des Kindes, welcher (vermutlich) einer anderen Person zugewandt ist, in Erwartung einer Reaktion - und nicht zombimäßig auf den Bildschirm fixiert
+3
JoeyCruber
JoeyCruber17.08.26 17:27
Als ich diese Werbung sah, war mein Gedanke so, wie es Apple wohl gemeint hatte. Ein iPhone hält auch den evtl. rabiaten Umgang mit einem Kleinkind aus.

Sehe es ähnlich so, wie der "grumpy" net_zwerg es geschrieben hat,
+3
teorema67
teorema6717.08.26 19:12
Besonders gut oder witzig finde ich diese Werbung nicht. Der Skandal, der daraus gemacht wird, ist reine Empörungskultur. Und das im Heimatland der pubblicità sfrenata und der Heimatstadt Berlusconis 🫨





net_zwerg
man sieht es eigentlich auch am Blick des Kindes, welcher (vermutlich) einer anderen Person zugewandt ist, in Erwartung einer Reaktion - und nicht zombimäßig auf den Bildschirm fixiert

So ist es 👍
— Hier könnte Ihre Werbung stehen —
0
Hugo Bond17.08.26 19:47
teorema67
Besonders gut oder witzig finde ich diese Werbung nicht. Der Skandal, der daraus gemacht wird, ist reine Empörungskultur.
Genau so ist es! Gelangweilte Menschen, die aber vor allem keine Eltern sind. Wer schon ein 2-jähriges Kind hat, weiß dass die alles grabschen was in Reichweite ist und der Zustand der Hände ist dabei natürlich auch egal . Mit 'digitalem Babysitting' hat das so viel zu tun, wie diese Empörer mit gutmeindenden Menschen.
Ich könnte mich höchstens empören, dass einer der bestbezahlten Werbemaschinerien nichts besseres einfällt zum Thema Robustheit. Die Werbung ist einfach blöd. Vor allem ist doch fast jedes Handy heutzutage abwaschbar.
+2
Legoman
Legoman18.08.26 09:05
Hugo Bond
Genau so ist es! Gelangweilte Menschen, die aber vor allem keine Eltern sind. Wer schon ein 2-jähriges Kind hat, weiß dass die alles grabschen was in Reichweite ist und der Zustand der Hände ist dabei natürlich auch egal
Sündhaft teure Technik hat aber einfach mal nichts in der Reichweite von Kindern zu suchen. So wie irrsinnig viele andere Dinge auch.
Am Küchenmesser die Finger abgehackt? Chlorreiniger getrunken? Den Autoschlüssel in den Gulli geworfen? Sich den Topf mit heißem Wasser übergekippt? Finger in die Steckdose gesteckt?
Sagst du dann auch - ach, Kinder grabschen einfach nach allem?

Die Verantwortung für die Dinge liegt immer beim Erwachsenen.
0
OliverCGN19.08.26 13:07
Soweit ich weiß war das Wort "Gutmensch" schon immer negativ, weil es Menschen beschreibt, die öffentlich vorgegeben "die Guten" zu sein - es aber nicht sind - oder Menschen die das moralisch Richtige tuen wollen, dabei aber praktische Folgen, Widersprüche oder unangenehme Realitäten ausblenden.
(Mir fällt dazu der Song "Menschenfresser Menschen" von Rio Reiser ein.

Warum viele Leute "Gutmensch" und "gute Menschen" in einen Topf werfen ist mir ein Rätsel.
0
pogo319.08.26 13:33
in Erwartung einer Reaktion - und nicht zombimäßig auf den Bildschirm fixiert
Was sie im übrigen tun die Kinderlein, zombimäßig auf Bildschirme glotzen. Was aber auch nicht verwundert, es ist reiner Überlebensinstinkt. a. Es muss was besonderes dran sein weil die Eltern immerzu zombimäßig drauf glotzen. b. Sie glotzen permanent drauf, sie könnten glatt die Fürsorge vergessen, und damit das Leben des/der Kleinen gefährden, was des öfteren passiert. Gefahr in Verzug, also bleibt den Kleinen nichts anders übrig als schnellsten zu kapieren was es mit diesem Zeugs auf sich hat um zu überleben. Man könnte glatt verhungern, unter die Räder kommen, von Bäumen fallen, ersaufen, sich am Klettergerüst des Spielplatzes die Knochen brechen, giftiges oder schmutziges mit den Fingern futtern, vor Autos laufen, den Berg runterfliegen, weil die Eltern nicht auf die Kinder starren, sondern auf ein kleines Gerät welches auch noch so tolle Töne ausspuckt. Ach gut, wenn die Kleinen dann endlich das Ding in Fingern halten, man es den Eltern geschickt abgenommen hat, dann kann man ja endlich mal beruhigt zu Abend essen, Gefahr gebannt. Film an, der Balg ist ruhig und sicher, die Eltern auch. Win / Win - die Sache.
+1

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