Apple-Werbeplakat sorgt in Italien für Aufschrei


Prägnante Werbekampagnen haben bei Apple eine lange Tradition, man denke nur an den legendären "Think Different"-Spot während der Halbzeitpause des Super Bowls 1984. Im Rahmen der großangelegten Aktion "Relax, es ist ein iPhone" hat das Unternehmen jetzt auch in Mailand viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen – aber anders, als vermutlich geplant. Ein Werbeplakat, das ein Kleinkind mit einem dreckigen, völlig verschmierten iPhone in der Hand zeigte, wurde vielfach kritisiert. Am Ende reagierte der iPhone-Hersteller und ersetzte das Bild.
Kleinkind mit Smartphone soll Robustheit des Geräts demonstrierenDie länderübergreifende Kampagne, in deren Kontext das Werbeplakat verwendet wurde, möchte eigentlich zeigen, wie robust das iPhone ist, indem es in unterschiedlichen
Alltagssituationen zu sehen ist, die das Gerät physisch herausfordern. Offenbar dachten die Macher des Werbeplakats, dass auch ein Kleinkind ein harter Test für ein Smartphone darstelle und überzeugend die Widerstandfähigkeit des iPhone präsentieren könne. Die Frage, ob ein Mobiltelefon schon in die Hände eines ungefähr zwei Jahre alten Kindes gehört, kam bei der Konzipierung scheinbar nicht auf. Dafür dauerte es aber nicht lange, bis sich Mailänder Bürger bei der nationalen Behörde zum Schutz der Rechte von Kindern und Jugendlichen – Autorità Garante per l’Infanzia e l’Adolescenza (AGIA) – beschwerten und auf
offene Ohren stießen. Der Fall wurde von dort an die italienischen Aufsichtsbehörde für Kommunikation weitergeleitet. Inzwischen hat Apple das Plakat offenbar von sich aus
entfernt.
Kritik an "elektronischem Babysitting"Kernpunkt der Kritik an dem Plakat war der Standpunkt, dass ein Smartphone nichts in den Händen eines Kindes zu suchen habe, das noch so jung sei. Dies suggeriere es als normales Verhalten, selbst sehr kleinen Kindern elektronische Geräte zu geben, während gleichzeitig immer intensiver über ein Mindestalter für die Nutzung digitaler Dienste nachgedacht werde. Die Werbung vermittle genau das
Gegenteil. Elektronische Geräte dürfen nicht der Babysitter sein, lautete der Tenor der Kritik.