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HD-Lebensdauer: Faktoren und Empfehlungen?

Weia
Weia07.09.1902:05
Hallo allerseits,

ich würde gerne für Backup-Zwecke mehrere 4TB-HDs kaufen und frage mich, nachdem da mittlerweile meist zwischen Desktop-, Server- und NAS-Typen differenziert wird, welche für meine Zwecke am geeignetsten sind.

Hintergrund meiner Frage: Ich hatte früher in meinen Classic Mac Pros für lange Zeit mehrere Festplatten und die gleichen Festplatten als Backup in externen Gehäusen des Typs Pleiades:



Das sind passiv gekühlte Gehäuse (sprich: kein Lüfter) aus Aluminium, die senkrecht betrieben werden.

Meine erstaunliche Erfahrung war nun, dass alle Festplatten in den Pleiades-Gehäusen irgendwann (nach ca. 3-5 Jahren) den mechanischen Geist aufgaben (Klacken, kein Hochlaufen etc.), während die jeweils baugleichen Modelle in den Mac Pros munter & problemlos weiterliefen (manche 11 Jahre alt, ehe sie gegen SSDs ausgemustert wurden, obwohl sie noch tadellos funktionierten).

In dieser Häufung ist ein Zufall ja nicht sonderlich wahrscheinlich, ich rätsle aber, was die Ursache war, zumal die Platten ja viel seltener benutzt wurden (manche nur alle paar Wochen für unter einer Stunde). Mögliche Ursachen, die mir einfielen:
  • schlechtere Kühlung (keine Lüfter)
  • senkrechter Betrieb
  • selten eingeschaltet (vermeintlich schonend, aber vielleicht in Wahrheit ja das Gegenteil?)

Meine beiden Fragen wären nun:
  • Weiß jemand, ob eine der genannten möglichen Ursachen am wahrscheinlichsten ist?
  • Gegeben, dass ich die Gehäuse weiter benutzen will, welcher der drei Festplattentypen (Desktop, Server, NAS) hätte wohl die größten Überlebenschancen? (Da das alles nur Klone zusätzlich zu einem Time-Machine-Backup sind, werden sie wie gesagt eher selten und dann nur kurz in Betrieb genommen, um ein Update des Klons zu machen.)

(Wenn das ratsam ist, könnte ich die Gehäuse wohl waagrecht positionieren.)

Danke im Voraus für Tipps & Erfahrungen!
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Kommentare

HumpelDumpel
HumpelDumpel10.09.1915:59
rosss
eSATA und booten glaube ich nicht, da zuerst ein Boot-Treiber für die eSATA-PCI-Karte da sein müsste.
eine meiner PCI-SSD Karten von der ich definitiv booten kann, hat auch 2 externe sATA Anschlüsse. Warum soll das jetzt einen Unterschied machen?
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HumpelDumpel
HumpelDumpel10.09.1916:01
Weia
HumpelDumpel
Mal über die Nutzung der beiden brachliegenden Anschlüsse intern nachgedacht.
Falls Du damit die beiden DVD-Laufwerke meinen solltest – die liegen bei mir nicht brach (DVD und Blu-ray).
Nein, ich meinte die beiden freien Anschlüsse auf der Hauptplatine. Aber hat sich ja dann erledigt...
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Weia
Weia10.09.1916:05
HumpelDumpel
Nein, ich meinte die beiden freien Anschlüsse auf der Hauptplatine.
Ooops, wo sind die denn? Davon habe ich noch nie gehört.

Und wo tust Du dann die Laufwerke hin??
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HumpelDumpel
HumpelDumpel10.09.1916:22
Weia
HumpelDumpel
Nein, ich meinte die beiden freien Anschlüsse auf der Hauptplatine.
Ooops, wo sind die denn? Davon habe ich noch nie gehört.

Und wo tust Du dann die Laufwerke hin??
Oooops - zurückruder...
Das hab ich jetzt mit dem 3.1 verwechselt. Der 5.1 hat die ja gar nicht mehr...
Sorry.
Und Platz ist ja, wenn man oben keine 2 Laufwerke drin hat...
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Duke97
Duke9710.09.1916:23
Ich mag die Idee mit dem Dock.
Es ist nicht so bequem, aber der Schutz vor Ueberspannung und boeser Software ist unerreicht.
Wenn alle Platten im Schrank liegen, sind sie sicher.

Safety und Security sind irgendwie immer unbequem ...

Und Platten wuerde ich verschiedene, guenstige, langsame nehmen.
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gfhfkgfhfk10.09.1923:02
Weia
Die Gehäuse, die ich jetzt bestellt habe, haben neben FireWire-800-Anschlüssen aber auch noch USB3 und eSATA, nominell beide 3 × so schnell wie FireWire 800 und also untereinander gleich schnell.
eSATA ist wie FireWire tot, man sollte beides nicht mehr kaufen. Wenn alles drei im Gehäuse verbaut ist, deutet es darauf hin, dass ein alter USB 3.0 Chip drinsteckt (möglicherweise kein UASP – ein NoGo). Für SoHo Lösungen wird nur noch USB 3.0 oder neuer genutzt. Wenn man professionell Festplatten betreiben will, nimmt man SAS.

Bei Thunderbolt zahlt man nur mehr Geld, es gibt aber ebenfalls nur Ramsch als PCIe zu SATA Controller in den Gehäusen.
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Weia
Weia10.09.1923:22
gfhfkgfhfk
eSATA ist wie FireWire tot, man sollte beides nicht mehr kaufen.
FireWire ist langsamer, OK. Aber was spricht denn gegen eSATA? Nachdem die internen Festplatten auch über SATA laufen, kann eSATA für externe Festplatten doch eigentlich nicht völlig daneben sein?
Wenn alles drei im Gehäuse verbaut ist, deutet es darauf hin, dass ein alter USB 3.0 Chip drinsteckt
JMicron JMB355 (eSATA/Firewire 800)
JMicron JMS562 (USB 3.1 Gen 1)
– whatever this means …
möglicherweise kein UASP
Doch.
Für SoHo Lösungen wird nur noch USB 3.0 oder neuer genutzt.
Das Philanthrop für völlig ungeeignet für Festplatten hält (s.o.).
Wenn man professionell Festplatten betreiben will, nimmt man SAS.
SAS? Basiert das nicht auf FDDI? Da dachte ich nun, das sei mausetot. Gibt’s da überhaupt Karten für den Mac Pro?
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gfhfkgfhfk11.09.1910:37
Weia
Aber was spricht denn gegen eSATA? Nachdem die internen Festplatten auch über SATA laufen, kann eSATA für externe Festplatten doch eigentlich nicht völlig daneben sein?
Es war elektrisch immer grenzwertig, weil SATA für externe Verkabelungen eigentlich nicht vorgesehen war. Im „Pro“-Umfeld war dafür immer SAS vorgesehen. SATA und SAS wurden parallel entwickelt und sind die Nachfolger von IDE (PATA) bzw. paralleles SCSI. SCSI selbst lebt in diversen Formen über serielle Verkabelungen weiter. Der erste Versuch war SSA später wurde dann FireWire, FibreChannel (das scheinst Du mit FDDI zu verwechseln), SAS, iSCSI und USB 3.0+UASP entwickelt. Im RZ findet sich eine Kombination von iSCSI oder FibreChannel mit SAS. Da SAS mit SATA kompatibel ist (aber nicht umgekehrt), kann man problemlos SATA Platten in einem SAS JBOD betreiben. An einem Hardware RAID Controller ist ein anderes Thema, da einige Platten da ziemlichen Ärger machen, da sie sich nicht an die Timing Vorgaben halten.

FibreChannel gab es mal direkt als Festplatteninterface, aber das ist lange vorbei. Es wird nur noch als SAN Technologie genutzt. Der große Konkurrent ist iSCSI, was über die normale Netzwerkverbindung (Ethernet, Infiniband, …) das gleiche leistet. Die besseren NAS haben eigentlich alle iSCSI Support. Am Mac ist aber ein iSCSI IT (Initiator) notwendig (eine spezielle Software, damit man vom Mac auf ein iSCSI Target zugreifen kann), da Apple es nicht für notwendig hält so etwas in OS zu integrieren.

eSATA wird im SoHo Umfeld (dafür wurde es eingeführt) nicht mehr aktiv vermarktet, es gibt zunehmend weniger Produkte damit, weil USB 3.0+UASP das überflüssig gemacht hat. Wem USB 3.0 zu langsam ist, der nimm halt USB 3.1 Gen2 und das ist definitiv schneller als eSATA.
Das Philanthrop für völlig ungeeignet für Festplatten hält (s.o.).
Persönlich kann ich da nichts Negatives sagen, wenn man es als SoHo-Backup bzw. Datenaustauschlösung nimmt. Nur würde ich es nie als Dauerbetriebslösung an einem Server nutzen, da ist SAS das Mittel zur Wahl. Für Kleinserver reicht normalerweise ein System auf Basis einen Intel PCH C246 aus, daran kann man 8 SATA Platten betreiben. Apple Kunden schauen halt in die Röhre, weil Macs keine günstige Lösung erlauben, außer man stellt einen Linux Server daneben. Nur das will kaum jemand, weshalb NAS so beliebt sind. Und das sind nichts anderes als Linux basierte Storage Appliances.
SAS? Basiert das nicht auf FDDI? Da dachte ich nun, das sei mausetot. Gibt’s da überhaupt Karten für den Mac Pro?
Nein s.o.
ATTO liefert passende Karten und Thunderbolt3 auf SAS Adapter, aber nur noch HBAs. Die Fertigung von RAID Controller haben sie wohl aufgegeben. Seit der Ankündigung des mMP wurde der Treibersupport auch auf die SAS12G Karten ausgedehnt. Der Marktführer im Gesamtmarkt ist Broadcom (vormals LSI), aber von denen gab es noch nie Mac Support. Adaptec (mittlerweile Microsemi) hat vor vielen Jahren den Mac Support eingestellt.

P.S. In den externen Thunderbolt RAIDs für Macs steckt ein RoC (RAID on a Chip) von Broadcom oder Microsemi drin. Bei den einfachen Thunderbolt Festplattengehäuse steckt ein simpler PCIe-SATA-Chip drin, und da gibt es diverse weniger gute am Markt.
+2
Weia
Weia11.09.1910:54
gfhfkgfhfk
Weia
Aber was spricht denn gegen eSATA? Nachdem die internen Festplatten auch über SATA laufen, kann eSATA für externe Festplatten doch eigentlich nicht völlig daneben sein?
Es war elektrisch immer grenzwertig, weil SATA für externe Verkabelungen eigentlich nicht vorgesehen war.
Ah, OK.

Na gut, ich werde es einfach mal probieren. Meine externen Festplatten stehen direkt neben meinem Mac Pro, also sind zumindest keine langen Kabel erforderlich. Da die Plattengehäuse ebenfalls FireWire haben, kann ich ja jederzeit wechseln.

Zu der von mir selbst aufgeworfenen Frage nach der Bootfähigkeit: Ein Selbstläufer ist das offenbar nicht, ich habe jetzt aber (weil ich weder Lust auf noch Zeit für diesbezügliche Experimente habe) eine sündhaft teure 4 × eSATA-Karte von Sonnet bestellt, die Bootfähigkeit ohne spezielle Treiber (die wollte ich vermeiden) garantiert.

Ansonsten vielen Dank für Deine detaillierten Erläuterungen!
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Philantrop
Philantrop11.09.1911:00
Weia
Für SoHo Lösungen wird nur noch USB 3.0 oder neuer genutzt.
Das Philanthrop für völlig ungeeignet für Festplatten hält (s.o.).
Wenn man professionell Festplatten betreiben will, nimmt man SAS.

Ich glaub ich muss mal was zu meiner Aussage klarstellen.
Ich halte jede Konvertierung von Datenströmen für nicht ideal.
SATA USB oder SATA Firewire spielt da keine Rolle.

Anders sind natürlich Netzwerke zu betrachten, weil da über verschiedene Protokolle Datenintegrität gewährleistet wird.

Die Erfahrung hat gezeigt, das USB-Festplatten eine durchschnittliche Lebensdauer von 3-5 Jahren haben.

Was Weia ja möchte ist ein Arbeits- und Sicherungsmedium und da bin ich halt ganz rigoros und sage, dass die Ausfallwahrscheinlichkeiten bei allen externen konvertierenden Medien höher ist, als bei eingebauten und bei NAS-Systemen.

Aber: Man muss her auch ganz klar abwägen.

Ich habe auch USB3 Platten als Sicherungsmedium im Einsatz. Zwei Stück abwechselnd. Wo von eine immer alle 2 Jahre getauscht wird und so eine Platte maximal 4 Jahre im Einsatz während die andere maximal 2 Jahre alt ist. Diese ziehen mit Backups meiner RAID 5 NAS (weil: NAS ungleich Backup!!) welche das Dateisystem des Server spiegelt.

Es geht also immer darum:
1. Welche Ausfallwahrschienlichkeiten habe ich?
2. Hat der Ausfall eine Auswirkung und welche?
3. Welche Kompensationsmaßnahmen kann ich für welchen Fall wählen?

Eine externe Platte mit seinem "Leben" zu füllen und dann nach 5 Jahren Festzustellen das alle Kinderfotos aufeinmal weg sind weil die Platte gestorben ist - halte ich immer noch für den gängigsten Kardinalfehler im Privatbereich.
+2
Philantrop
Philantrop11.09.1912:52
Und noch eine letzte Sache. Spiegeln - Synchroniseren - Raid - NAS sind keine Synonyme für ein Backup.
Tatsächlich gehört das durchdenken der drei vorher angesprochenen Themen zu den Dingen die ich regelmäßig tue und mir dabei graue Haare wachsen.

Unser System ist mittlerweile eine Mischung aus allen oben besprochenen Systemen geworden mit Cloud als Zusatz - falls es tatsächlich mal brennt.

Eine der größten Herausforderungen sind dabei eig. gar nicht die Daten in Form von Dateien sondern Daten im Sinne von Datenbanken. Nicht automatisierbare Backups von Software-DBs für unsere Rechnungslegung, Mail-Backups, Kalender-Backups und und und...

Die größte Herausforderung beim Thema Daten allgemein sind für mich:
- User löscht ausversehen Ordner B und wir bemerken es (weil altes Projekt) erst nach nem Jahr.
- User löschen unbeabsichtigt wichtige Mails in ihrem eigenen Postfach
- User löschen unbeabsichtigt Kalendereinträge im Team
- User löscht Rechnungen - oder sonstige Daten in Programmen die mit DBs arbeiten
Alles Funktionen die wichtig sind und uns im Team arbeiten lassen - aber was ist wenn es nicht nur unbeabsichtigt ist - sondern sogar gezielt beabsichtigt?

Anderes großes Thema was mich meine Backupstrategie hat völlig überdenken lassen:
Ransomware.

Wenn etwas am WE verschlüsselt wird - könnte ein Backup mit einer verschlüsselten Version überspielt werden.
Oder noch schlimmer: Die Backups (weil natürlich Ordnerfreigaben auf der NAS) werden verschlüsselt.

Kurzum: Überdenkt eure Backupstrategie wirklich regelmäßig und setzt bei der Speicherung auf das richtige Medium!
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Weia
Weia11.09.1914:16
Noch ein Nachtrag von meiner Seite: Egal wie teuer die USB3-PCIe-Karte, es scheint Einigkeit bei den Herstellern zu bestehen, dass über diese Karten angeschlossene USB3-Laufwerke nicht bootfähig sind und Probleme mit dem Schlafmodus haben. Beides sind für mich Ausschlusskriterien.

Somit bleibt für den Classic Mac Pro das langsame, aber zuverlässige FireWire 800 und – falls es hält, was es verspricht (das werde ich nachtragen) – eSATA jedenfalls über die teure Sonnet-Karte, wenn man 4 Anschlüsse braucht so wie ich. Braucht man nur 2, täte es theoretisch ebenso eine viel billigere Karte von OWC, die man aber in Deutschland nur zu Wucherpreisen bekommt, sodass man sie schnell noch in UK bestellen müsste, um Boris zuvorzukommen.
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gfhfkgfhfk11.09.1914:45
Philantrop
- User löscht Rechnungen - oder sonstige Daten in Programmen die mit DBs arbeiten
Alles Funktionen die wichtig sind und uns im Team arbeiten lassen - aber was ist wenn es nicht nur unbeabsichtigt ist - sondern sogar gezielt beabsichtigt?
Das Problem hatte ich vor einigen Jahren. Da haben die Nutzer vorschnell Sachen gelöscht und anschließend kamen die Klagen, man müsse die Sachen wiederherstellen können. Die Lösung war dann eine zweite Tabelle mit Triggern, die automatisch alles gelöschte in die zweite Tabelle verschob. D.h. mit Shellskript (mit passenden Zugriffsrechten) konnte man problemlos ein rollback machen.
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