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Apple: Misslungene iPod-Werbung

frashier
frashier11.09.0319:42
Was tut ein aufstrebender deutscher Autor, sagen wir einmal Benjamin von
<br>Stuckrad-Barre[1], wenn er zuhause eine 3000 Tonträger umfassende
<br>CD-Sammlung sein Eigen nennt, aber aufgrund ständigen Termindrucks nie dazu
<br>kommt, die Scheiben in Ruhe anzuhören? Geht es nach Apple, ist die Frage
<br>schnell beantwortet: Er kauft sich natürlich einen iPod. Dessen größte
<br>Variante speichert immerhin 7500 Songs (bei 30-GByte-Festplatte und circa 4
<br>MByte pro Song im MP3- oder AAC-Format) sodass Stuckrad-Barre wenigstens
<br>ein Viertel seiner CDs auf den handlichen Player bekommt -- sieht man
<br>einmal von doppelten CDs oder Songs ab.
<br>
<br> So weit, so gut. Doch was Stuckrad-Barre auf der Apple-Website
<br>berichtete[2] (Apple hat den Bericht am Montag, den 8. September,
<br>vermutlich als Reaktion auf unsere Meldung vom Netz genommen, der Link
<br>führt daher nur noch auf die Apple-Hauptseite), dürfte den bis dahin
<br>bestimmt höchst erfreuten Plattenbossen, immerhin hat der "Noch-Twen" in
<br>seinem Leben immerhin schon 3000 Tonträger aller Art gekauft, die Tränen in
<br>die Augen treiben: "Ich bekam den Tipp, alle CDs auf den Apple iPod zu
<br>übertragen und die CDs dann zu versteigern", so Stuckrad-Barre. Zu
<br>verdanken hat die Musikbranche diesen niederträchtigen Vorschlag Christian
<br>Kracht[3], seines Zeichens ebenfalls Buchautor.
<br>
<br> Da der "iPod eine so handliche und praktische Alternative zu Tausenden von
<br>CDs ist, fiel Benjamin von Stuckrad-Barre das Abschiednehmen von den vielen
<br>heiß geliebten CDs nicht mehr allzu schwer", heißt es auf der Homepage. Zum
<br>Glück trennte er sich augenscheinlich für rein ideelle Werte von den CDs,
<br>beispielsweise Postkarten, Fotos oder Lob -- angeblich sind noch einige CDs
<br>zu haben, also frisch ans Komplimente schmieden.
<br>
<br> Dennoch könnte Apples Botschaft in der als Erfahrungsbericht getarnten
<br>iPod-Werbung bei manchem Nutzer eine Idee aufkeimen lassen: Spinnt man die
<br>Idee nämlich weiter, landet man schnell bei einer Offline-Musiktauschbörse.
<br>Üblicherweise würde zwar nicht die CD selbst, sondern nur die Datei
<br>weitergegeben, der Effekt ist aber schlussendlich der gleiche.
<br>
<br> Übrigens: Nach Auslegung des Urheberrechts seitens der Musikindustrie
<br>verliert Stuckrad-Barre, weil er die Original-CD weitergegeben hat, das
<br>Nutzungsrecht an der Musik. Will heißen, er müsste sämtliche
<br>"Sicherungskopien" löschen -- nur gut, dass lediglich ein Viertel der Musik
<br>auf den iPod passte... (vza[4]/c&rsquo;t)
<br>
<br>URL dieses Artikels:
<br> http://www.heise.de/newsticker/data/vza-06.09.03-002/
<br>
<br>Links in diesem Artikel:
<br> [1] http://www.stuckradbarre.de
<br> [2] http://www.apple.com/de/hotnews/articles/stuckrad-barre/
<br> [3] http://www.christiankracht.com
<br> [4] mailto:vza@ct.heise.de
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