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iOS App Store: Illegale russische Banking-App überwindet wieder einmal Apples Review-Prozess

Apples Review-Prozess für den iOS App Store steht seit geraumer Zeit in der Kritik. Einer der Vorwürfe: Die Prüfung von Apps sei alles andere als gründlich, und das trotz teilweise sehr langer Wartezeiten (siehe ). Tatsächlich tauchen immer wieder betrügerische Anwendungen in Apples digitalem Softwareladen für iPhone und iPad auf. Jüngstes Beispiel war eine gefälschte Krypto-Wallet, welche drei Nutzern nach deren Angaben einen Schaden in Höhe von 1,8 Millionen US-Dollar bescherte. Das brachte Apple eine Klage auf Schadenersatz ein. Besonders heikel wird es für das kalifornische Unternehmen, wenn Programme durch die Prüfung schlüpfen, die von Gesetzes wegen nicht im App Store angeboten werden dürfen. Zu dieser Kategorie gehören unter anderem Apps von russischen Banken, welche von der US-Regierung wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine sanktioniert wurden. Diese sind in den Vereinigten Staaten verboten.


Russische Banking-Apps schlüpfen getarnt durch Apples Prüfung
Immer wieder gelingt es jedoch den Entwicklern solcher illegalen russischen Banking-Apps, den Review-Prozess zu überwinden und ihre Anwendungen im iOS App Store zu platzieren. Sie tarnen dafür die Programme. Diese geben vor, eine komplett andere Art von Anwendung zu sein. Im Juni dieses Jahres beispielsweise flogen einige derartige Programme auf, unter anderem ein angeblicher Pomodoro-Timer sowie eine Arbeitshilfe für MCs, bei der es sich in Wirklichkeit um die App der russischen T-Bank handelte (siehe ). Das Geldinstitut, vormals bekannt als Tinkoff-Bank, ist von der US-Regierung mit Sanktionen belegt. Keine der Apps erregte bei Apples Review-Team einen Verdacht, es ließ sie daher zunächst anstandslos passieren. Aus dem US-amerikanischen iOS App Store entfernt wurden sie erst einige Zeit später, nachdem sie es zwischenzeitlich sogar unter die Top-Ten der Charts geschafft hatten.

App ließ Tarnung schon beim Start fallen
Die T-Bank steht auch im Zusammenhang mit einer weiteren illegalen App, welche es jetzt in den App Store schaffte. Die Anwendung mit dem Namen „K8chen Pro“ gab vor, ein Küchenplanungsprogramm mit Augmented Reality zu sein. Schon beim Start wurde allerdings laut 9to5Mac offenbar, dass es sich dabei lediglich um eine Tarnung handelte. Darauf deutete auch die Datenschutzerklärung hin, welche sich aus dem App Store abrufen ließ. Diese Anwendung fand sich ebenfalls schnell in den oberen Rängen der Top-Charts wieder. Apple entfernte sie kurze Zeit, nachdem der Vorgang öffentlich bekannt wurde. Das kalifornische Unternehmen dürfte gut beraten sein, die offensichtlichen Lücken im Review-Prozess zu schließen, andernfalls könnte es über kurz oder lang in Konflikt mit der US-Regierung geraten.

Kommentare

Gfurther24.08.26 11:07
Ich empfinde es zunehmend als befremdlich, dass Staaten darüber entscheiden, welche private Apps anderer Staaten ich nutzen darf und welche nicht. Dies gilt übrigens nicht nur für westliche Staaten wie der USA oder aus der EU sondern auch für China und Russland.
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Metty
Metty24.08.26 11:45
Gfurther
Ich empfinde es zunehmend als befremdlich, dass Staaten darüber entscheiden, welche private Apps anderer Staaten ich nutzen darf und welche nicht.
Jedes Land hat seine eigenen Gesetze. Die enden nicht im digitalen Raum. Deshalb muss man sich daran halten.
Ob man jedes Gesetz und jede App Store Regel gut findet, das steht auf einem anderen Blatt Papier.
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