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Test – Ultimate Streaming: eversolo T8 und T10 in der Gegenüberstellung

Musikstreaming geht heute ganz einfach und preisgünstig. Aber wer mehr will und vor allem Flexibilität in Sachen Streamingquelle will, braucht einen Experten. So wie eversolos Top-Streaming-Bridges T8 und T10. REWIND hat sich beide genau angesehen und angehört.


Für Einsteiger kurz noch mal eine Erklärung der Begrifflichkeit: Mit einer Streaming Bridge (manchmal auch Transport genannt; daher das "T" in den Modellbezeichnungen) ist eine rein digitale Komponente gemeint, die ausschließlich über digitale Ein- und Ausgänge verfügt. Eine Streaming Bridge eignet sich einerseits ideal, um eine vorhandene Anlage mit DAC und Verstärker um Audiostreaming zu ergänzen, und im Falle des T8 und T10 auch für diejenigen, die maximalen Funktionsumfang und Flexibilität wünschen.


Der Hersteller eversolo ist inzwischen gut bekannt und bestens beleumundet, wenn es um streamingfähige Audiokomponenten geht. Vom günstigen, vollintegrierten Streaming-Amp PLAY (Test) über Streaming-DAC-Vorverstärker der DMP-Serie (siehe ergänzende Links unten) bis hin zu absoluten Spezialisten wie den hier getesteten Bridges hat eversolo ein sehr umfangreiches und ausgereiftes Portfolio. Alle Komponenten, auch die hochpreisigeren, zeichnen sich dabei durch ein im Vergleich zu vielen Konkurrenten sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis aus. Die eversolos bieten allesamt sehr viel hochwertige Technik und Funktion fürs Geld.


T8 und T10: Was können sie, was unterscheidet sie?
Beinahe jeder Verstärker, der heute auf den Markt kommt, hat auch einen D/A-Wandler (DAC) eingebaut. Und sehr viele haben auch gleich Streaming integriert. Hochspezialisierte Streamer wie der T8 und T10 bieten aber einiges mehr an Komfort und Funktion. Das fängt schon mit ihren vergleichsweise riesigen Touch-Displays an (6″ beim T8, 8,6″ beim T10), die mit vielen grafischen Finessen über die gespielte Musik und den Funktionszustand informieren sowie die Menüsteuerung ermöglichen.

Beide Geräte unterstützen zahlreiche Musikquellen. Dazu gehören viele Streamingdienste aus dem Internet sowie die Musikwiedergabe von lokalen Speichermedien. Wahlweise per internem Doppel-SSD-Schacht für bis zu 16 TB Kapazität, oder via Netzwerk von einem NAS, oder per direkt angeschlossenem USB-Speicher. Analoge Eingänge sind nicht dabei.

Die Verbindung zum Netzwerk erfolgt bei beiden Geräten wahlweise über WLAN, Ethernet oder SFP. Letzteres ist entweder optisch per Glasfaser oder mittels sogenannter Direct-Attach-Kabel (elektrisch) möglich. SFP mit Direct Attach umgeht zusätzliche Protokollwandlungen und muss das Signal auch nicht wie Glasfaser erst elektrisch>optisch>elektrisch konvertieren. Direct Attach wird auch in Serverumgebungen eingesetzt, wo es auf maximale Signalintegrität bei der Übertragung ankommt. Genau das kommt auch im Audiobereich zum Tragen. Glasfaser wiederum hat den großen Vorteil der galvanischen Trennung zwischen Quelle und Empfänger, was ebenfalls wichtig für die reinstmögliche Verarbeitung von Audiodatenströmen ist. Die mit Glasfaser mögliche Länge der Übertragungswege, die viele Kilometer betragen kann, ist hingegen in diesem Bereich irrelevant.



Auch bei den Ausgängen setzt eversolo in seinen Top-Streamern auf größtmögliche Signalintegrität und -Reinheit. Dafür steht neben den traditionellen Digitalschnittstellen S/PDIF, AES/EBU und USB auch das sogenannte I²S-Interface zur Auswahl. I²S (oft auch IIS genannt) kommt ähnlich wie SFP mit Direct Attach ohne aufwändige Protokoll-Änderungen des Signals aus. Eigentlich wird IIS in fast jeder Digitalkomponente für den Signaltransport zwischen verschiedenen ICs eingesetzt. Als externe Schnittstelle kommt es bis jetzt nur in wenigen High-End-Geräten zum Einsatz. Das liegt auch daran, weil IIS als externe Übertragungsart nicht standardisiert ist.


Die Übertragung mit IIS folgt in der Regel (nicht immer!) über handelsübliche HDMI-Kabel, wie auch bei eversolo. Hier ist aber für die Übertragung zu einem kompatiblen DAC noch die Pinbelegung zu beachten, wofür eversolo im Menü seiner Streamer extra ein Menü mit 8 Optionen anbietet. Wird ein eversolo-DAC mit IIS genutzt, ist es stets die erste Option im Menü, die auch standardmäßig eingestellt ist. Im Falle eines eversolo DAC Z10, den ich im Test verwendet habe, muss also lediglich ein HDMI-Kabel verbunden werden, ohne weitere Konfiguration. Neben USB ist IIS die einzige Schnittstelle, die Audio mit sehr hohen Auflösungen und Abtastraten bis 768 kHz oder DSD512 erlaubt. Über die anderen Schnittstellen ist bei 192 kHz Schluss.

Hier eine tabellarische Gegenüberstellung von T8 und T10 – ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

eversolo T8 eversolo T10
Taktgeber: Femto-Clock (TCXO) Temperaturgesteuerte Clock (OCXO) mit rauscharmer PLL
Externer Referenztakt: kein Eingang Eingang für 10- oder 25-MHz-Masterclock; unterstützt 50 Ω und 75 Ω
Stromversorgung: lineares Netzteil mit Ringkerntransformator Maßgeschneiderter O-Kern-Ringkerntrafo mit geschlossenem Magnetkreis
Isolation und Abschirmung: isolierte Digitalausgänge Umfassendere elektrische Isolation; zusätzlich räumliche Trennung durch Zwischenwände und elektromagnetische Abschirmung rund um das Display
Digitale Ausgänge: USB Audio, IIS/I²S, koaxial, optisch und AES/EBU Dieselben fünf Ausgangsarten; bei USB und koaxial hebt eversolo die Isolierung besonders hervor
Auflösung: Über USB und I²S: bis DSD512 und PCM 32 Bit/768 kHz Gleich: bis DSD512 und PCM 32 Bit/768 kHz


Funktionale Unterschiede und Gemeinsamkeiten:

eversolo T8 eversolo T10
Display: 6-Zoll-Touchscreen 8,6-Zoll-Touchscreen; aus größerer Entfernung besser ablesbar
Prozessor / Arbeitsspeicher: Quad-Core, 4 GB DDR4 64-Bit-Octa-Core, 8 GB DDR5
Streamingdienste: Unterstützt die gängigen Dienste wie TIDAL, Qobuz, Deezer und Amazon Music, inklusive Apple Music, plus viele mehr Identisch
Raumkorrektur: evotune evotune Pro
Netzwerk: Gigabit-Ethernet, Dualband-Wi-Fi und SFP-Glasfaseranschluss 2,5-Gigabit-Ethernet, Wi-Fi 6 und weiterhin SFP
Fernbedienung: Remote mit IR und Bluetooth Remote mit IR und Bluetooth
Speicher: Zwei M.2-Steckplätze, bis zu 16 TB insgesamt Zwei M.2-Steckplätze, bis zu 16 TB insgesamt

T8 und T10 in der Praxis
Die Bedienung beider Kandidaten ist im Wesentlichen identisch und unterscheidet sich nur in Details. Etwa durch das größere Display des T10, das mehr Inhalt zeigt, oder durch einige zusätzliche oder abweichende Funktionen im Topmodell.

Da beide einen nachgeschalteten DAC in irgendeiner Form benötigen, verfügen sie auch über Triggerports, über die sie andere Geräte mit Trigger ferneinschalten können. Natürlich auch im Falle des eversolo DAC Z10. Je nach Verkabelung von In- und Output der Triggerports kann mal der DAC, mal der Streamer als „Master“ dienen. Ich habe es so verkabelt, dass der DAC Z10 quasi der Chef ist. Drücke ich seinen Lautstärkeknopf zum Einschalten, wird auch der T8 oder T10 eingeschaltet. Plus gegebenenfalls weitere Geräte, wie eine Endstufe. Die technisch so simple Triggerschnittstelle ist deshalb so praktisch, weil sie völlig ohne Software auskommt und mit allen Geräten funktioniert, die über standardisierte Trigger verfügen.


Aus dem Low Power Standby (Nennt sich hier „Ausschalten“, ganz aus geht über harten Schalter an der Rückseite) brauchen beide Streamer einige Sekunden zum Hochfahren. Der T10 ist etwas flotter in Bereitschaft. Von da an ergibt sich die Bedienung intuitiv. Jeder, der mit einem Smartphone umgehen kann, durchschaut auch schnell die Menüstruktur der eversolos über ihr Touch-Display oder auch über die zugehörige App.


Dennoch ist die Bedienung aufgrund der umfangreichen Funktionsausstattung auch recht komplex. Wer eher puristische Geräte gewohnt ist, die man an- und ausschaltet oder die Welle an einem Knopf oder Schalter wechselt, muss sich umgewöhnen. Das ist die Natur solcher Benutzeroberflächen, die schon mit dem iPod ihren Anfang genommen haben.

Die Kernaussage hier lautet, dass sich T8 und T10 kaum unterscheiden. Und beide ähneln wiederum den anderen Geschwistern aus dem Portfolio. Ein sehr konsistentes Benutzerinterface also – Das übrigens auf Android basiert.

Kleines Manko: Die Fernbedienung ist nicht zur Steuerung eines ganzen Systems geeignet. Die Remote von DAC Z10 und T8/T10 sind fast identisch und verfügen beide über Funktionstasten wie Steuertasten für Lautstärke und Musik. Doch es ist nicht möglich, einen Titel mit der Remote des Z10 zu skippen oder die Lautstärke des DAC mit der Remote des Streamers zu ändern. So müssen immer zwei Fernbedienungen in Griffweite sein, die leicht zu verwechseln sind. Hierfür würde ich mir eine bessere Lösung wünschen.


Doch davon abgesehen geben sich beide Streamer in Sachen Bedienung keine Blöße. Auch die Tatsache, dass kaum ein anderer Hersteller seine Software so intensiv pflegt und so konsequent weiterentwickelt, spricht für die eversolos.

T8 oder T10 kaufen? Das MacBook-Pro-Dilemma
Der T8 kostet 1.380 Euro, der T10 liegt bei einem UVP von 2.180 Euro. 800 Euro Mehrpreis also. Dabei können beide bis auf ein paar Dinge das Gleiche. Ob der Mehrpreis für den T10 gerechtfertigt ist oder nicht, ist sehr gut mit der Situation zwischen dem neuen Apple MacBook Pro und dem MacBook Pro mit PROLED XDR Dis­play vergleichbar. Es kommt darauf an, was man braucht und/oder was man will. Ganz einfach.

Verschiedene Wiedergabescreens des T10

Wer die oben genannten technischen Vorteile des T10 nicht braucht, ist mit dem T8 genauso gut bedient. Der Klangunterschied durch die höhere Signalqualität des T10 ist nicht riesig und fällt nur in einer Top-Anlage auf. Auch die höhere Prozessorleistung des T10 ist nur im direkten Vergleich relevant oder wenn eine sehr große lokale Musiksammlung verwaltet werden soll. Und außer einigen kompromisslosen Enthusiasten werden auch nur wenige eine externe Clock anschaffen wollen und die entsprechenden Anschlüsse am T10 benötigen.

Wer jedoch schlicht die höchsten Ansprüche an eine Bridge stellt, ist mit dem T10 am Ende doch besser bedient und wird den Mehrpreis auch nicht bereuen. So wie beim neuen Top-MacBook von Apple.

Andere mögen einwenden, dass man für eine Bridge ohnehin nicht so viel bezahlen muss und schon welche ab etwa 100 Euro bekommt. Klar. Man bekommt ja auch einen billigen PC-Laptop für kleines Geld oder ein MacBook Neo für deutlich weniger als ein Pro. Es ist und bleibt stets eine Frage von Anspruch und Geldbörse. Willst Du mehr, zahlst Du mehr.


Konkurrenz? Ja, aber nicht zu dem Preis.
Aus rein technischer und Funktionaler Sicht gibt es derzeit kaum eine bessere Bridge. Vielleicht den großen RS130 von HiFi Rose. Aber der kostet auch rund das Doppelte. Sowohl der T8, als auch der T10 sind in Sachen Preis/Leistung derzeit ziemlich allein auf weiter Flur.

Fazit: Mehr Streaming fürs Geld geht nicht
Schon der eversolo T8 (1.380 Euro) zeigt der Konkurrenz, wo derzeit der Hammer bei hochwertigem Audiostreaming hängt. Für den geforderten Preis bietet aktuell keiner mehr. Mit seinem schönen Display und den zahlreichen Quellenoptionen gibt es so gut wie keine Digitalquelle, die er nicht für einen passenden DAC aufbereiten kann. Der Bedienkomfort ist ebenfalls top.

Der eversolo T10 (2.180 Euro) macht alles noch ein kleines bisschen besser und passt mit seiner Größe ideal zum perfekten Spielpartner, dem eversolo DAC Z10. Darüber hinaus bietet er noch die Möglichkeit, eine externe Masterclock anzubinden. Selbst mit den 800 Euro Mehrpreis zum T8 ist auch er aktuell ein absoluter Preis-Leistungskönig – Und meine neue Referenz für Streaming-Bridges.


Plus/Minus T8:
+ Riesiger Funktionsumfang
+ unzählige Streaming-Optionen
+ Benutzerinterface und App
+ Doppelter SSD-Slot
+ sehr gutes Touch-Display (6")
+ Roon Ready
+ Qobuz/Spotify/Tidal Connect (u.v.m.)
+ unterstützt Apple Music mit spezieller App in HiRes
+ sehr gute Internet-Radio-Features (inkl Radio Paradise App)
+ sehr gute Software-Pflege vom Herstellet
+ schöne Fernbedienung (aber nicht als System-Remote nutzbar)

– Raumeinmessung evotune überzeugt klanglich nicht


Abweichend/Zusätzlich beim T10:
+ großes, helles Touch-Display (8,6")
+ Link für externe Clock
+ noch hochwertigere Bauteile, aufwendigere Abschirmung
+ höhere Prozessorleistung mit mehr Speicher
+ Upsampling bis PCM 768 kHz bzw. DSD512

– auch evotune Pro Raumeinmessung überzeugt nicht

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