Apple präsentiert "HomeView", die Zentrale für das Smart Home – aber nur für wenige Länder


Viele Jahre wurde Apple nachgesagt, das Thema "Smart Home" verschlafen zu haben. Zunächst waren strategische Fehlentscheidungen dafür verantwortlich, denn den anfangs für HomeKit‑Accessoires vorgeschriebenen Authentifizierungs-Chip verweigerten viele Anbieter. Später ließ Apple hingegen zu wenig Interesse an jenem Markt erkennen, weswegen sich Amazon und Co. mit unzähligen Produkten zu einer festen Größe entwickelten. Nun erfolgte jedoch eine Ankündigung, die durchaus von Bedeutung ist, denn diesmal ist es Apple offensichtlich ernst. Die als "
HomeView" bezeichnete Home-Zentrale soll eine essenzielle Rolle im digitalen Zuhause einnehmen.
Quadratisches Display, zwei unterschiedliche VariantenHomeView kombiniert ein Touch-Display mit den Funktionen eines HomePods und einer Smart-Home-Zentrale. Das rund sieben Zoll große Display ist annähernd quadratisch ausgeführt. Apple bietet zwei Bauformen an: Bei der Tischversion sitzt der Bildschirm auf einem Lautsprecherfuß aus Metall, was viele zwar an den alten iMac G4 erinnert, allerdings optisch deutliche Unterschiede aufweist. Außerdem gibt es eine flachere Ausführung zur Wandmontage.
Im Inneren arbeitet ein A18-Chip, der genügend Leistung für Apple Intelligence und vor allem Siri AI bereitstellt – denn Apples Sprachassistent nimmt eine zentrale Rolle ein. Siri AI soll einzelne Geräte ein- oder ausschalten, komplexere Anfragen verarbeiten und auf persönlichen Kontext zurückgreifen können. Kalendertermine, Erinnerungen, Nachrichten, Musik, Fotos oder Informationen aus anderen Apple-Diensten lassen sich so per Sprache abrufen.
Eigene Systemoberfläche statt iPadOSAuch wenn vor allem die Wand-Version durchaus an ein iPad erinnert, hat Apple eine neue Benutzeroberfläche entwickelt, die Elemente bestehender Betriebssysteme miteinander verbindet. Im Ruhezustand stehen hingegen große Uhren, Fotos und auf einen Blick erfassbare Informationen im Vordergrund – ähnlich dem Nachttisch-Modus des iPhones. Widgets zeigen unter anderem Wetter, anstehende Termine oder häufig verwendete Funktionen des vernetzten Zuhauses. Wischt der Nutzer über den Bildschirm, gelangt er zu den vorhandenen Apps. Dazu zählen Kalender, Kamera, Musik, Podcasts, Fotos, Wetter, Notizen, "Intercom", Erinnerungen und weitere Programme.
Das Display erkennt, wer davorstehtEine Besonderheit ist die Anpassung an unterschiedliche Bewohner. Kamera und Sensoren erkennen, wenn sich jemand dem Gerät nähert, und können die Oberfläche entsprechend verändern. Aus größerer Entfernung erscheinen beispielsweise Informationen und Bedienelemente auch größer – direkt vor dem Bildschirm stehen detailliertere Ansichten zur Verfügung. Darüber hinaus ist HomeView für mehrere Personen eines Haushalts ausgelegt. Über Gesichtserkennung lässt sich feststellen, wer das Gerät gerade bedienen will – und dann die individuell relevanten Informationen anzuzeigen. An weiteren Sensoren bringt HomeView Temperatur-, Luftfeuchtigkeit-, Umgebungslicht- und Beschleunigungs-Erfassung mit.
Verfügbarkeit: Nur in einigen LändernGemäß Apples Pressemitteilung können Kunden aus den USA, Großbritannien, Australien, Kanada, Indien und Neuseeland ab heute zum Preis von 299 Dollar vorbestellen, die Auslieferung beginnt am 13. November. In anderen Ländern ist das Gerät vorerst nicht verfügbar – Apple gibt an, Siri AI für iOS dürfe in der EU nicht angeboten werden ("HomeView is not available for sale in the European Union, as Siri AI is currently unavailable in iOS in the EU"). Die Begründung ist reichlich kurios, denn auf den US-Seiten rühmt sich Apple sogar, dass HomeView die grundlegenden Funktionen von Siri AI auch ohne kompatibles iPhone eigenständig beherrscht (siehe unser
Kommentar).