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Vor 10 Jahren: Das MacBook Pro mit Touch Bar – eine sehr umstrittene Baureihe

Vor genau zehn Jahren fand ein Apple-Event statt, dessen Inhalte noch auf Jahre kontrovers bleiben sollten. Der Titel "Hello Again" griff einen Kurzslogan auf, den man sowohl vom ersten Macintosh als auch vom ersten iMac kannte. Dementsprechend hoch war die Erwartung – wenn Apple derart eindeutig auf zwei revolutionäre Produkte anspielte, musste es wohl erneut einschlagende Neuerungen geben. Als das Event allerdings nach 80 Minuten endete, lautete die häufigste Frage: "Das soll es gewesen sein?", die Enttäuschung überwog so deutlich wie selten nach einer Apple-Veranstaltung.


Wenige Neuerungen, mehrere Rückschritte
Die (längst wieder abgeschaffte) Touch Bar war wirklich neu, ansonsten sorgte das MacBook Pro 15" (2016) eher durch abgeschaffte Funktionen und immense Speicher-Aufpreise für Diskussionen. MagSafe fiel weg, ebenso SD-Card, HDMI und USB-A – stattdessen übernahm Thunderbolt 3. Das galt zwar einerseits als gute Entscheidung, immerhin kann der Anschluss Peripherie direkt mit Strom versorgen, andererseits begann für die Nutzer spätestens jetzt die "Adapteritis". Gänzlich fehlten hingegen Themen wie die Zukunft des hoffnungslos veralteten Mac Pro sowie zum iMac oder Mac mini. Ein neues Apple-Display kündigte man ebenfalls nicht an.

Technische Patzer
Dazu gesellte sich noch ein weiterer Fehlgriff. Apple setzte beim MacBook Pro 2016 auf die bereits vom MacBook bekannte Butterfly-Tastatur. Man verwendete zwar einen überarbeiteten Mechanismus, dennoch häuften sich schon wenige Monate später Berichte über klemmende oder komplett ausfallende Tasten. Später legte Apple sogar ein offizielles Reparaturprogramm auf, da es massenhaft zu Defekten kam. Auch die Displaykonstruktion erwies sich als problematisch. Beim später als "Flexgate" bekannten Fehler konnten die Verbindungskabel der Hintergrundbeleuchtung durch wiederholtes Auf- und Zuklappen beschädigt werden. Hinzu kam Kritik an der maximalen RAM-Ausstattung von nur 16 GB, die Apple aus Gründen der Energieeffizienz nicht erhöhen wollte.

Beispiellose Konfusion im Angebot
Ebenfalls negativ wahrgenommen wurde, wie konfus sich das Notebook-Sortiment seit Oktober 2016 zeigte. Wer ein 13"-Notebook wollte, konnte nun wählen aus MacBook Air 13", MacBook Pro 13" (alt), MacBook Pro 13" (neu, aber weniger Anschlüsse und Ausstattung) und MacBook Pro 13" (neu und mit Touch Bar). Auch das 2015er MacBook Pro blieb erhalten – zudem das MacBook ohne Namenszusatz mit 12"-Display. "Apple verliert den Kurs im Mac-Bereich", lautete damals unser Kommentar zu dieser verwirrenden Gestaltung samt uralter, aber dennoch sehr teurer Hardware.

10 Jahre später: Touch kommt wohl erneut – aber anders
Auf dem Trackpad der Apple-Notebooks sollten Steuergesten erhalten bleiben, die Touch Bar kam jedoch nicht zurück. Allerdings soll noch in dieser Woche eine andere große Ankündigung folgen, nämlich das erste MacBook Pro mit Touchscreen. Man darf gespannt sein, wie der neuerliche Versuch aussieht, das klassische macOS-Interface um Fingerbedienung zu erweitern.

Kommentare

Huba27.10.26 17:48
Die Touchbar habe ich geliebt, die Butterflytastatur gehasst. Immerhin wirde mir aus Kulanzgründen das 2016er durch ein 2017er Modell getauscht, dessen Tastatur etwas besser war.
+11
Metty
Metty27.10.26 18:24
Die Touchbar war eine Katastrophe! Apple lies einfach die oberste Tastenzeile mit den Funktionstasten inklusive der ESC Taste weg. Die Touchbar konnte diese Tasten nur sehr unzureichend ersetzen. Der Frust war bei mir riesengroß. Hätte man sie zusätzlich installiert wäre das wahrscheinlich ein Erfolg geworden.
+7
ssb
ssb27.10.26 18:29
Eigentlich fand ich die Touchbar echt pfiffig.

Jetzt habe ich sie unter verschiedenen Linux Varianten noch nicht zum Laufen gebracht.
+5
Dunnikin
Dunnikin27.10.26 18:42
Ich fand die TouchBar sehr gut und nutzte diese ausgiebig. Die Implementierung in so mancher App war leider gern mal suboptimal
+15
bassitsch27.10.26 18:49
die Touch Bar war genial. Wie oft brauche ich die Tasten oben? Selten, weil sie in den meisten Programmen nicht zu gebrauchen sind. Aber die Idee, diesen Bereich flexibel zu gestalten war wirklich gut. Eigentlich war es genau das, was Jobs damals gesagt hatte, als er das iPhone vorstellt und über die fixen Tasten der Smartphones sprach.
+10
jan6827.10.26 18:53
Ich genieße die TB immer noch auf dem MB Pro 13“ M2. Sie ist einer der Gründe, warum ich noch kein neues MacBook habe
+8
Mac-Trek
Mac-Trek27.10.26 19:35
Die Touchbar war imho vollkommen unnötig und Defektanfällig. Gebraucht habe ich sie nie und zum Schluß war sie auch noch kaputt und veranstaltete eine Lichtshow; müssig zu erwähnen, dass es eine recht teure Reparatur war. Bin froh, dass die wieder weg ist.
Live long and *apple* . Mögliche Rechtschreibfehler und grammatikalische Entgleisungen sind Gratisgeschenke. Jegliches Nörgeln ist Energieverschwendung >:-]...
-1
SelbstgewaehlterName27.10.26 19:50
Für mich tatsächlich das schwächste Notebook das ich bisher von Apple hatte. Vom Butterflykeyboard dessen Anschlag ich nicht wirklich mochte (und dessen Tasten klemmten, wenn doch mal etwas Dreck reinkam), zur Touchbar die für mich im Alltag einfach keinen Mehrwert bot, über einen Intel Heißluftföhn hin zum - imho völlig unnötigen - wegfallen von Anschlüssen (u.a. MagSafe!) - das war einfach nichts.

Der Wechsel danach auf ein MBP mit M1 Pro war hingegen eine gefühlte Offenbarung. Schade, dass es irgendwie immer Zyklen mit "besseren" und "schlechteren" Produkten gibt.
+1
mazun
mazun27.10.26 19:54
Verrückt, wie die Meinungen hier so extrem auseinandergehen. Ich weiß bis heute nicht, was ich von der TouchBar halten soll, da sie komplett in eine Zeit fällt, in der ich keinen neuen Mac kaufen musste.
+4
DogsChief
DogsChief27.10.26 19:57
2016 und die Touchbar = genial! Und seit dem hoffe ich, dass Apple die Traute hätte und die Touchbar in eine externe Tastatur am Mac 🖥️ implementiert. Platzprobleme gäbe es nicht, denn oberhalb der F-Tasten könnte man locker etwas zusätzliches Aluminium anbringen und dort die Touchbar unterbringen. Und in dem etwas größeren Gehäuse wäre auch zusätzlicher Raum für einen größeren Akku, als Ausgleich für den höheren Stromverbrauch durch die Touchbar. Naja, man darf ja mal träumen… 💭
Die 2 wichtigsten Tage im Leben eines Menschen: 1. Der Tag an dem man geboren wird und 2. der Tag, an dem man herausfindet, warum... (Mark Twain)
0
typneun27.10.26 20:13
Witzige Idee. Aber insgesamt die schwächsten Macbooks, die wir hatten.

Unstieg auf M-Serie ein wahrer Segen! 🤩
+5
Metty
Metty27.10.26 20:14
bassitsch
Wie oft brauche ich die Tasten oben? Selten, ...

Als Entwickler brauche ich diese Tasten dauernd. Schon mal versucht Linux vi ohne ESC Taste zu benutzen?

Klar, ist wohl nicht der typische Anwendungsfall eines Mac Users, aber die M-Macs sind mittlerweile so schnell und so flexibel geworden, daß man mit Virtualisierung fast alles machen kann. Auch Entwicklung unter Linux. Und da stand die Touchbar einfach nur im Wege.
+2
Mr.Tee27.10.26 20:18
Die Touchbar war einfach mal verdammt nice, leider wurde sie nicht behalten und weiterentwickelt. Am Ende wurde sie dann einfach kommentarlos gestrichen.
0
NFK27.10.26 20:25
bassitsch
Aber die Idee, diesen Bereich flexibel zu gestalten war wirklich gut. Eigentlich war es genau das, was Jobs damals gesagt hatte, als er das iPhone vorstellt und über die fixen Tasten der Smartphones sprach.

Der Mac hat ja eine frei konfigurierbare Bildschirmtastatur, die "Bedienungshilfentastatur". Nur kennt die keiner, benutzt keiner. Weil Bildschirmtippen mit der Maus umständlich ist (schieben-klicken-schieben-klicken), und mit dem Trackpad wird es vollends zur Qual. Wenn man doch nur einen Touchscreen hätte, so wie das iPhone!

Man kann sich mit "Bedienungshilfetastatur" eigene Tastatur-Panels basteln, Tastenfolgen zuordnen oder auch Scripts. Hier ein Anwendungsbeispiel:
0
Kompost27.10.26 20:39
Ich habe ein MacBook Pro M1 mit Touch Bar und eigener ESC-Taste. Auf diese möchte ich nicht verzichten. In vielen Programmen ist sie gut integriert und stellt Funktionen bereit, die sonst nur über das Menü oder spezielle Tastenkombinationen (die ich mir nicht merke) erreichbar sind.
Die TouchBar ist auch ein Grund, warum ich dieses MacBook immer noch nutze. Schnell genug ist der M1 auch noch. Nur dass er nur ein externes Display unterstützt, könnte ein Grund für einen Umstieg werden.
0
Daishima
Daishima27.10.26 20:49
Ich auch mit MBP M1 und Touchbar - wir werden keine Freunde. Wenn es nicht ein Dienstrechner wäre und der so gut läuft, hätte ich privat längst getauscht. Ich möchte immer genau wissen, wo welche Taste ist und mir nicht bei zehn Programmen die TB-Belegung merken.
+1
MLOS27.10.26 21:11
Das war bei mir die Zeit, in der ich zum ersten Mal erwägt habe, auf den Mac umzusteigen. Das damalige Sortiment hatte mich aber einfach nicht überzeugen können. Ich wollte echte F-Tasten, keine Butterfly-Tastatur und auch nicht nur TB3-Anschlüsse haben, der name Pro wurde dem Gerät meiner Meinung nach damals einfach nicht mehr gerecht. Aber so verschieden sind die Meinungen.
Bei der Vorstellung des M1 war ich aber so überwältigt, dass ich 2021 dann auf den Mac umgestiegen bin. Seit den M-Prozessoren stimmt Preis-/Leistungsverhältnis einfach wieder und die Pro-MacBooks haben endlich auch wieder mehr Anschlüsse und arbeiten grundsolide.
Das Lineup finde ich aber damals wie heute konfus, vor allem wenn jetzt wirklich morgen so ein Touchscreen MacBook unter dem Pro-Label kommen sollte. Dann gibt es ein 14"-Gerät mit M6 im alten Design und dazu dann zwei neue im neuen Design mit Touchscreen. Oder sie nennen es doch MacBook Ultra... Mal schauen.
+1
maikdrop27.10.26 21:41
Ich gehöre auch zu denen, der die Touchbar gut fand. Das Sliden bei Lautstärke und Helligkeit war super. Von den Entwickler*innen und auch von Apple selbst kamen wenig innovative Ansätze, dass in die Bedienung der Apps einzubauen oder noch flexibler zu gestalten. Apple gibt da ja auch vor, welche Art von Funktionen zu bedienen sind. Es gab ja leider nicht mal die Möglichkeit Shortcuts da hinzulegen oder Automationen zu starten. Heutzutage könntest du darüber einfach deine Agenten starten und stoppen. Es gäbe schon Möglichkeiten…
+1
Bigflitzer27.10.26 22:04
Ich hab auch die TouchBar sehr geliebt. Helligkeit, Lautstärkeregler, Sliden in Videos und Musik war damit eine Freude. Auch die Korrekturvorschläge für Wörter war für mich nützlich. Mit Shortcuts und Automatisierungen hätte man noch einiges rausholen können
+3
adiga
adiga27.10.26 23:01
Ich vermisse die Touch Bar. Habe sie viel benutzt und war toll damit zu arbeiten
+3
hepar09
hepar0927.10.26 23:26
Ich persönlich habe die Baureihe übersprungen, kenne aber auch jemanden, der immer noch täglich mit einem MBP 15″ arbeitet und große Freude an der TB hat.

Vom Ansatz her finde ich die Touch Bar cleverer als einen Laptop mit Touchscreen.
…do more things that make you forget to check your phone!
+3
Fucko27.10.26 23:35
Beim Thema Touch Bar bin ich immer überrascht ob der ganzen positiven Rückmeldungen. Ich habe das ding gehasst und das war der Grund, wieso ich dann direkt auf das MBP M1 umgestiegen bin. Ich fand die Einstellung der Helligkeit und Lautstärke ungleich umständlicher mit Slidern als mit den ollen Tasten (die ich blind bedienen kann), insbesondere wenn man die Leiste nach einiger Zeit erst wieder aufwecken musste. Die ständig ändernde kontextsensitive Belegung hat mich gestört und vor allem ging so ziemlich alles an Zusatzfunktionen, was das Ding geboten hat, über Shortcuts mittels Tastatur schneller und man musste die Finger nicht erst von der Tastatur lösen. Gute Entscheidung, das Ding wieder zu beerdigen und ich verstehe nicht, worin genau eure positiven Erfahrungen liegen. Vielleicht könnt ihr mir mehr Details geben?
+5
marcel15127.10.26 23:45
Hab die Generation glücklicherweise übersprungen und mein 2011er MBP bis 2021 verwendet. Da aber direkt beim M1 Pro MBP zugeschlagen.
+2
mja28.10.26 00:33
Die Touchbar war m.E. eine supercoole Idee, die ich eigentlich geliebt habe. Aber die schon daran krankte, das die externe Tastatur das nicht ebenfalls konnte. Dadurch war es für viele Programme und Tools reichlich unattraktiv wirklich dafür zu entwickeln bzw konsequent drauf zu setzen.

Ich habe nie verstanden weshalb Apple da nicht durchgängig konsequent war. Letztlich war das IMMER Apples Erfolgsgarant: wirklich stringente Umsetzungen.

Einen ähnlichen Effekt erwarte ich jetzt eigentlich auch ein bisschen beim Touch-MBP. Wenn das richtig gut umgesetzt ist, sollte es auch an einem MacStudio mit externen Monitor funktionieren. Damit Software das auch wirklich nutzt.
+3
eastmac
eastmac28.10.26 05:38
Ich sitze noch immer vor einem MBP-13-Zoll mit Touchbar und sie wird mir ab 2027 fehlen, da gibt es bei uns die neuen Books.
+3
Peanuts
Peanuts28.10.26 06:51
Interessant wie unterschiedlich die Meinungen sind. Ich habe die Touchbar geliebt und vermisse sie manchmal noch heute.

Beim Touchscreen am MacBook bin ich skeptisch. Vor allem auch wegen der Fingerabdrücke.
+4
lenn1
lenn128.10.26 06:58
Auf einmal mochten alle die Touch Bar…
Ich fand die Idee auch gut und die Umsetzung auch. Menschen die aber viel am Laptop arbeiten, brauchen keinen 2. Mini Bildschirm auf den man ständig hinunterschauen muss.
Da war halt leider keine Haptik.

Die ist zurecht verschwunden. Ich habe das 2019er Modell 4 Jahre lang gehabt und die Touchbar nicht einen Tag lang vermisst, als ich danach das m2 Pro hatte.
Die Tastatur war allerdings das schlimmere Übel an dem Ding.
+2
Scrembol
Scrembol28.10.26 07:59
ich fand die touchbar grausig! insbesondere, weil ich für funktionen wie lautstärke oder displayhelligkeit plötzlich statt einem direkten click plötzlich mehrere clicks brauchte. und auch die wenigen Dinge, die extra für die Touchbar entwickelt wurden, waren nicht wirklich sinnvoll und viel zu fitzelig. aber am schlimmsten fand ich wirklich den entfall jeglicher sinnvoller anschlüsse sowie die miesen thermischen Eigenschaften.. ich habe damals ein 2012er MacBook Retina durch eins dieser 2016er Pros ersetzt und jegliche Software, die ich darauf nutzte (CAD Software vor allem) lief auf dem 2016er bedeutend schlechter.. größer Fail. zu der Zeit habe ich noch bei Apple gearbeitet und wusste echt nicht mehr, wie ich Kunden noch vernünftig zu MacBooks beraten kann.. so lange es ging habe ich die Vorgängermodelle noch empfohlen
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+2
rschumacher
rschumacher28.10.26 10:19
lenn1
Auf einmal mochten alle die Touch Bar…
Nein, das kann ich nicht bestätigen. Ich zumindest habe sie ab dem ersten Moment sehr geschätzt.
Einzig dass die ESC-Taste zu einem permanenten Touchbar-Feld umgewandelt wurde, war gewöhnungsbedürftig. Die Funktion aber funktionierte anstandslos wie bei einer echten Taste.
Wie bereits jemand anders oben bemerkt hat, wurde die Touchbar leider von vielen Programmen nicht sinnvoll unterstützt. Und einzelne Programme hatten es damit auch übertrieben, woraus dann häufige und schliesslich ständig hektisch wechselnde Funktionsbelegungen resultierten.
0
rschumacher
rschumacher28.10.26 10:26
Was mich hingegen bei der Butterfly-Tastatur zusätzlich (zu den Störungen) störte, war der verursachte Lärm. Die Vorgängertastaturen der MacBooks waren allesamt viel leiser.
Fazit: mit der Butterfly gesellte ich mich bei der Arbeit im Zug unfreiwillig zum Geklapper der noch lärmigeren Windows-Tastaturen.
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