Siri AI: Einfacher Wechsel zwischen Siri und Chat GPT – und Verweigerung, URLs aufzurufen


Hält man Siris aktuelle Recherche- und Kommunikationsfähigkeiten für zu gering, so lässt sich ChatGPT direkt als Erweiterung nutzen. Daran ändert sich mit der kommenden Siri-App nichts. Diese verwendet zwar standardmäßig Apples eigenen Assistenten, Nutzer können innerhalb eines Gesprächs jedoch jederzeit zu ChatGPT wechseln. Das bringt aber eine wesentliche Einschränkung mit, denn der jeweilige Dienst hat keinen Zugriff auf das, was die andere KI im Verlaufe des Gesprächs erarbeitet hatte.
Eine Möglichkeit, ChatGPT dauerhaft als Standardanbieter in der Siri-App festzulegen, gibt es derzeit offensichtlich nicht. Nach einem Neustart der Siri-App greift zunächst wieder Apples Routine – wobei sich das angesichts des frühen Betastadiums durchaus noch ändern könnte.
URLs aufrufen? Siri AI soll das nicht tunApple hat die Verhaltensregeln von Siri AI mit iOS 27 Beta 2 an einer wesentlichen Stelle präzisiert. Der Assistent erhält nun ausdrücklich die Anweisung, keine Inhalte von Web-Adressen aufzurufen, zusammenzufassen oder auszulesen. Im sogenannten System-Prompt heißt es dazu sinngemäß: Stellt ein Nutzer eine URL bereit und bittet darum, die dahinterliegende Webseite zu lesen, zusammenzufassen oder Informationen daraus zu extrahieren, müsse Siri erklären, dass es nicht auf Webseiten zugreifen könne. Eine Erklärung für diese Einschränkung nennt Apple nicht, allerdings gibt es verschiedene Erklärungsansätze. Beispielsweise könnte es die Positionierung als "kein Chatbot wie ChatGPT" stärken, denn Siri AI soll bekanntlich ein Systemtool sein, welches vor allem von lokalen Informationen Gebrauch macht.
Andererseits möchte man nicht primär Siri als Web-Suchmaschine verstanden wissen – zumal dies komplexe weitere Implikationen nach sich zieht. Apple müsste unter anderem Redirects, Bezahlschranken, Logins, dynamisch nachgeladene Inhalte, Bot-Schutz, robots.txt, Schadcode und andere Konstellationen handhaben. Das Haftungs- und Qualitätsrisiko stiege damit enorm an. Als Betreiber von Apple News würde zudem die Verhandlungsposition schwächer, denn eine systemseitige Funktion übernähme dann die Rolle als Newsaggregator.