"Sextortion": Zahlen steigen – Apple soll mehr unternehmen


Jugendliche und junge Erwachsene sind weiterhin häufiges Ziel von Groomern und Erpressern. Eine häufig dokumentierte Vorgehensweise setzt auf das Schamgefühl junger Menschen: Täter geben sich als Gleichaltrige aus und täuschen Intimität vor. Nach dem Aufbau von Vertrauen initiieren sie den Austausch von Nacktbildern. Antwortet das Opfer mit eigenen Fotos, drohen die Täter mit Veröffentlichung, um sie zu weiteren Aufnahmen (oder zu Geldzahlungen) zu nötigen. Die australische Behörde für Sicherheit im Netz, eSafety, stellt in einem
Bericht das weiterhin hohe Aufkommen derartiger Vorgänge dar und kombiniert die Erkenntnis mit Forderungen an Apple, Meta, Google und andere.
Der Bericht fordert Plattformanbieter zum Handeln in drei Bereichen auf:
- Vorsorgliche Erkennung von neuem Bild- und Videomaterial mit sexuellen Inhalten, in denen Minderjährige erscheinen
- Automatische Erkennung und Unterbindung von Inhalten mit kindes- und jugendpornografischen Inhalten in Videotelefonaten
- Implementierung von Werkzeugen, um Grooming-Versuche in Textform zu erkennen und zu verhindern
Umfangreiche Forderungen an AppleDer Bericht stellt individuelle Forderungen an sieben Anbieter von Kommunikationsplattformen. Neben Apple werden Discord, Google, Meta, Microsoft, Snap und WhatsApp angesprochen. Der Abschnitt zu Apple ist bei Weitem der längste. Zwar habe Apple mit "Kommunikationssicherheit" Möglichkeiten zur lokalen Erkennung von Bild- und Videomaterial mit sexuellem Inhalt ins System integriert und für Menschen unter 18 Jahren automatisch aktiviert. Jugendliche bekommen derlei Zusendungen nicht angezeigt und können sie bei ihren Eltern oder bei Apple melden. Doch könnten Jugendliche diese umgehen, indem sie ihr Alter nicht korrekt angeben. Zudem erkennen Apples Kommunikationsplattformen (iMessage, FaceTime) keine Grooming-Versuche.
Leak: Apple arbeitet an lokaler ErkennungEs gibt Hinweise darauf, dass Apple bereits
intensiv daran arbeitet, Nachrichten automatisch zu erkennen und Anwendern die Möglichkeit zu geben, "bösartige Mitteilungen" bei Apple zu melden. Ein entsprechender Dialog ist erstmals in der fünften Beta-Version von iOS 26.6 aufgetaucht.
Risiko-PlattformenIm dritten eSafety-Bericht nennt die Behörde auch Zahlen, auf welchen Plattformen die meisten gemeldeten Fälle registriert wurden. Die meisten wurden auf der Plattform Instagram gemeldet, dicht gefolgt von WhatsApp und Telegram. Alle weiteren hatten weniger als die Hälfte der gemeldeten Vorfälle. Facebook folgte auf Platz 4, danach kam iMessage. Die erste Kontaktaufnahme erfolgte oftmals woanders, am häufigsten auf Tinder, mit Abstand gefolgt von Instagram, Grindr und TikTok. Der letztendliche Erpressungsversuch lief am häufigsten über WhatsApp und Telegram. iMessage lag in der australischen Untersuchung auf Platz vier, hinter Instagram.
Bei Erpressungsversuchen mit sexuellen Inhalten kommen meistens mehrere Plattformen zum Einsatz. Die tatsächliche Bedrohung läuft häufig über Messenger wie WhatsApp und Telegram. (Quelle:
eSafety.gov.au)