Die Ahnen des iPads – fast 50 Jahre Tablet-Geschichte

Dynabook (1972): Eines der ersten Konzepte

Steve Jobs traute seinen Augen nicht. Der Apple-Mitbegründer besuchte 1979 zusammen mit einigen Apple-Mitarbeitern die sagenumwobene Forschungsstätte PARC (Palo Alto Research Center) des Kopiererherstellers Xerox. Jobs wahrte zwar sein Pokerface; aber was er dort sah, sollte die Grundlage des Erfolgs des wenige Jahre später erscheinenden Macintoshs bilden. Der Apple-Mitbegründer erblickte in Xerox’ Labor zum ersten Mal eine Computermaus und einen Rechner mit grafischer Benutzeroberfläche.

Die Forschungsabteilung hatte aber noch weit mehr an zukunftsweisenden Technologien zu bieten. Ende der 1960er-Jahre begannen PARC-Forscher damit, das sogenannte Dynabook zu entwickeln. Das eigentlich als Lernhilfe für Kinder gedachte Gerät enthielt schon viele der Ideen, die Jahrzehnte später iPads so attraktiv machen sollten.



Entwickler Alan Kay wollte ein vergleichsweise flaches und handliches Gerät, das zudem leicht war (unter 1 Kilogramm) und ein für damalige Verhältnisse hochauflösendes Display bot (mindestens 1 Million Pixel). Das intuitive grafische Nutzerinterface sollte Kindern dabei helfen, sich schnell zurechtzufinden und ohne kryptische Befehle auf digitale Medien zuzugreifen.

Kay erläuterte in seiner Abhandlung „A personal computer for children of all ages“, dass der flache Rechner Stift und Papier ersetze, Medien wie beispielsweise Bücher beinhalte und sogar als Musikinstrument eingesetzt werden könne – dabei aber trotzdem erschwinglich bleibe (maximal 500 US-Dollar). Das Dynabook gelangte allerdings nicht zur Marktreife, sondern blieb eine Designstudie.

Kommentare

Aulicus
Aulicus10.12.14 17:34
Klasse Artikel!!! :-D
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Aulicus
Aulicus10.12.14 17:39
... Und der Newspad Stream läuft synchron☺
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daschmc10.12.14 17:50
Schöner Artikel 👍😊
Manche dieser Errungenschaften, hätte ich gar nicht mehr auf dem Schirm 😁
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teorema67
teorema6710.12.14 18:04
Seit 29 Jahren habe ich Macs.

Als ich das iP4 kaufte, hatte es mit 960x640 das größte Display auf dem Markt. Heute ist mein 5.5"-QHD-Phone optimal.

Was ich nicht brauche, ist ein Pad. Ein Pad könnte mir nur helfen, wenn es eine Nichttouchtastatur hätte.

Klar, das gilt für mich, die meisten anderen haben andere Prioritäten
«Oh, Stan!» (Francine Smith)
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tranquillity
tranquillity10.12.14 19:46
Häh? Die kannst du doch dazu kaufen. Gibt 120 verschiedene Varianten.
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Helli7410.12.14 19:56
Toller Artikel!!! 👍😁
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sudox
sudox10.12.14 20:21
Den Newton hatte hatte ich echt gemocht. Hatte den 100er und später den 120er. Ich konnte sogar Bilder von meiner Apple Quicktake 150 mittels ADB Kabel auf eine 2 MB (!!!) Speicherkarte übertragen
Die Welt ist Kunst in der wir leben – macht die Augen auf...
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reaverle
reaverle10.12.14 21:07
1987 stimmt aber nicht als Datum für den Knowledge Navigator Film, oder? Quicktime kam '90 raus und die haben da schon Filme drauf laufen, oder war das Montage?
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gentux
gentux10.12.14 22:25
Die Palm Werbung war gut! Das klappte damals wirklich so schnell. Jede App war sofort da, kein Laden oder Ruckeln.
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tranquillity
tranquillity10.12.14 22:40
Hatte damals auch zuerst einen Handspring Visor (gab es mal günstig bei Tschibo). Das war schon ein tolles Teil. Graffiti funktionierte wirklich gut. Und das Gerät war sehr robust. Später hatte ich von Palm den Tungsten T3 lange im Einsatz. Abgelöst wurde der dann von einem iPod touch, den ich vorwiegend wie einen PDA benutzte. Nur das Schreiben lief dann anderes ab. Naja, und nun seit drei Jahren iPhone und seit einem Jahr iPad mini.
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cab10.12.14 22:49
Am enttäuschendsten fand ich die Palm PDAs, das waren Geräte die die Welt nicht brauchte. Naja jedenfalls ich nicht.
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hazuki, ryo11.12.14 10:02
Auch Atari hatte sowas mal in der Pipeline, sie stellten auf der CeBIT '91 in Hannover ein ST-Pad vor.

http://www.atari-computermuseum.de/stpad.htm
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3-plus-1
3-plus-111.12.14 10:38
Die mit LCARS laufenden Tablets aus Star Trek (ab Next Generation) fehlen leider in der Aufzählung. Gerade diese Geräte erschienen bereits damals (1987-1994) nützlich, handlich und lösten bei mir schon zur Vorstellung des ersten iPhones das "Haben Wollen" aus, weil so etwas endlich real zu erwerben sein würde.


Ein riesiger Unterschied zu heute, wo mir die Realisierung einer "Dick Tracy Uhr" durch Apple völlig egal ist. Apple sollte sich da besser mal ein Vorbild an den ST-NG-Kommunikatoren nehmen. Eine Ansteckbrosche zum Freisprechen inkl. Siri hätte meines Erachtens einen viel größeren Umbruch zur Folge als noch eine Smartwatch.
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TheOne2k1411.12.14 11:19
3-plus-1
Eine Ansteckbrosche zum Freisprechen inkl. Siri hätte meines Erachtens einen viel größeren Umbruch zur Folge als noch eine Smartwatch.

Denke ich weniger, weil es relativ schwierig wird von einer Ansteckbrosche etwas abzulesen. Und das ein Bild von dieser Brosche als Hologramm vor dir erscheinen könnte, davon sind wir bestimmt noch mind. 5 - 10 Jahre entfernt. Ausserdem kannst du dir eine Ansteckbrosche in Form eines Bluetooth Headsets ja heute schon kaufen und Siri damit steuern.
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Megaseppl11.12.14 13:57
reaverle
1987 stimmt aber nicht als Datum für den Knowledge Navigator Film, oder? Quicktime kam '90 raus und die haben da schon Filme drauf laufen, oder war das Montage?
Der Knowledge-Navigator war ein Konzeptfilm. Es sollte zeigen wie die Zukunft aussehen kann. Als Produkt gab es diesen nie. Teile wurden in späteren Produkten aber aufgegriffen.

Interessanterweise kam dem Macher der App Siri durch diesen alten Spot auf die Idee auf sein späteres Produkt. So schließt sich der Kreis.
(Diese Info habe ich vor ein paar Jahren in einer Präsentation der Firma gefunden die hinter Siri stand bevor sie durch Apple aufgekauft wurde)
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Gerry
Gerry11.12.14 14:58
Weil ihr von der Brosche in Star Trek redet. Die Idee zum Handy soll wirklich aus Star Trek kommen. Aber vom Kommunikatior wie in Kirk in der Hand hatten.

Auch die Idee zur Magnetresonanz soll aus der Serie stammen.
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