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OS für vServer im Internet: Debian oder Ubuntu? Adminoberfläche?

Weia
Weia25.03.2203:44
Da mein alter Provider für meinen vServer im Internet die Grätsche macht, muss ich einen neuen suchen und bin das erste Mal seit 20 Jahren mit den entsprechenden Details konfrontiert.

Da hat sich doch einiges geändert …

Ich habe als Linux-Distro immer Debian genutzt und dachte, das sei nach wie vor das Maß aller Dinge für vServer im Internet. Zu meinem Erstaunen stelle ich aber fest, dass mittlerweile viele Server-Anbieter standardmäßig Ubuntu vorinstallieren.

Ich dachte immer, Ubuntu sei (grob gesprochen) Debian mit hübscher GUI und ein paar netten GUI-Apps. Was habe ich davon auf einem vServer im Internet, den ich ohnehin nur über Kommandozeile/ssh nutzen kann?

Irgendwas scheine ich da zu übersehen und wäre für Erleuchtungen durch kundige Forumsmitglieder dankbar.

Für Tipps zu einer Open-Source-Adminoberfläche (ohne monatliche Kosten) wäre ich auch noch dankbar. Ich habe da gerade null Überblick und das Netz macht es einem durch Informationsflut nicht leicht, einen zu bekommen. Bislang bin ich nur auf Froxlor gestoßen. Wobei ich ich gar nix für Multi-User bräuchte, sondern de facto nur für mich (aber mehrere Domains/IP-Adressen).
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
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Kommentare

Frank
Frank25.03.2210:16
Debian hat eine sehr konservative Update-Strategie. Und wenn du halt ein Feature brauchst, von z.B. neueren OpenSSH Versionen, stehst du da. Ubuntu bringt immer noch alle 6 Monate eine neue Version raus, die dann auch neue Features hat. Wenn du bei Ubuntu auf LTS bleibst, gibt sich beides nichts.
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Dupondt25.03.2221:04
Weia
Ich dachte immer, Ubuntu sei (grob gesprochen) Debian mit hübscher GUI und ein paar netten GUI-Apps.

Ubuntu gibt es seit vielen Jahren auch als Server Edition ohne grafische Benutzeroberfläche.
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Weia
Weia25.03.2221:21
Danke an Frank und Dupondt für die klärenden Antworten!
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
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heubergen25.03.2222:21
Als Gegenargument zu Frank: Debian (und noch stärker RHEL) ist über längere Zeit stabil was bedeutet das du Updates schneller und mit kleinerem Risiko einspielen kannst. Den was das allerwichtigste ist bei einem Server der am Internet hängt sind regelmässige Updates (mindestens alle 90 Tage, besser noch sofort wenn sie herauskommen) und Neustarts.

Nun frag dich; wann spielst du die Updates eher ein? Wenn du weisst das sich nichts an den Funktionen ändert und die Entwickler nur die Bugs oder Sicherheitslücken schliessen oder wenn sich mit jedem Update gewissen Funktionen ändern können und evtl. deine Applikation nicht mehr läuft oder du nicht aktualisieren kannst weil es mit der neuen Version nicht kompatibel ist?
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Weia
Weia25.03.2222:28
heubergen
Als Gegenargument zu Frank: Debian (und noch stärker RHEL) ist über längere Zeit stabil was bedeutet das du Updates schneller und mit kleinerem Risiko einspielen kannst.
Klar; ich würde in jedem Fall eine LTS-Version nutzen. Ich mag laufende Neuerungen überhaupt nicht und brauche sie auch nicht für meinen Anwendungszweck.

Fraglich bleibt dann nur, ob sich Ubuntu und Debian überhaupt noch durch irgendwas unterscheiden, wenn man jeweils die LTS-Versionen wählt.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
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macfori26.03.2208:40
Test: wenn du noch einen Intel-Mac hast:
Parallels oder VMWare Testversion laden
Debian / Ubuntu als VM installieren und testen. Dann siehst du die Unterschiede.
Ggf. kann als Virtualisierer auch Virtual Box verwendet werden.
Falls du zufällig eine leistungsstarke Synology hast, kann man auch dort VMs installieren, die auf jeden Fall für einen Test reichen.

vServer. Aber Achtung: selbst bei gleicher Distribution unterscheiden sich die Eigenschaften der VMs bei den unterschiedlichen Providern.
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gfhfkgfhfk26.03.2209:06
Weia
Fraglich bleibt dann nur, ob sich Ubuntu und Debian überhaupt noch durch irgendwas unterscheiden, wenn man jeweils die LTS-Versionen wählt.
Im Gegensatz zu Debian wird Ubuntu von vielen kommerziellen Anbietern direkt unterstützt. D.h. der Provider hat weniger Arbeit mit kommerziellen Paketen. Wesentlicher Unterschied zwischen debian und Ubuntu ist, dass Ubuntu snap verwendet und das mal wieder Ubuntu proprietär ist. Der Rest der Linux Welt verwendet flatpak. Wobei persönlich sehe ich sowohl flatpak als auch snap als Rückschritt an, da hier die Pakete nicht gegen die Pakete der Distribution gebaut werden, sondern alle Abhängigkeiten in sich tragen und so oftmals nicht aktuell gehalten werden.
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Murx26.03.2211:32
So wie ich das verstehe richtet sich Flatpak, Snap und Co. an Desktop-Benutzer, die es mittlerweile gewohnt sind, eine App aus einem AppStore komplett zu laden ohne sich Gedanken um so Geschichten wie Abhängigkeiten zu machen. A la AppStore im Mobilbereich.
Das Zeug läuft auch wie es aussieht am besten auf einem Single-Desktop - und es gibt bei ein paar Flatpak-Apps noch Zugriffsprobleme, wenn da mehrere Speicher/Volumes/Partitionen im Spiel sind.
Braucht/benutzt man diese Container auch bei Servern? Ich kenne mich da nicht aus, gehe aber davon aus, dass die bisherige Methode über Repos anwendungssicherer ist, wenn man weiß, was man tut.
Und als alter UNIXer wird Weia das wissen.
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pitch
pitch26.03.2211:56
Sofern Du nicht bspw. mit Docker arbeitest, hast Du bei Ubuntu normalerweise die aktuelleren Pakete als bei Debian.

In der Regel haben die Debian Versionen eine längerfristig garantierte Laufzeit, das hat sich aber mit der Ubuntu LTS Strategie mittlerweile auch relativiert.

Für einige Pakete werden bei den Ubuntu LTS Versionen die Security Patches per Backport von höheren Versionen auf bereits End of Life Versionen portiert (soweit technisch möglich), siehe bspw. PHP.
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konnektor26.03.2212:32
Auf die Frage nach der Admin-Oberfläche, was soll denn administriert werden?
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Weia
Weia26.03.2213:31
konnektor
Auf die Frage nach der Admin-Oberfläche, was soll denn administriert werden?
Im Wesentlichen DNS und E-Mail-Konten (POP/SMTP). Besonders bei Letzteren muss ich immer mal wieder schnell was ändern; das fand ich auf der Kommandozeile immer mühsam (vielleicht gibt’s da mittlerweile Komfortableres). Apache und Proftpd laufen zwar auch, aber da ändert sich die Konfiguration bei mir nie, deshalb ist das zweitrangig.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
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macfori26.03.2215:16
Weia
konnektor
Auf die Frage nach der Admin-Oberfläche, was soll denn administriert werden?
Im Wesentlichen DNS und E-Mail-Konten (POP/SMTP). Besonders bei Letzteren muss ich immer mal wieder schnell was ändern; das fand ich auf der Kommandozeile immer mühsam (vielleicht gibt’s da mittlerweile Komfortableres). Apache und Proftpd laufen zwar auch, aber da ändert sich die Konfiguration bei mir nie, deshalb ist das zweitrangig.

Du musst die Anforderungen zwischen Distribution (Debian / Ubuntu) und Admin-Panel aber schon getrennt behandeln.
Das Admin Panel wird (allein schon aus Lizenz Gründen) mit einem - vom Provider vorkonfigurierten - Image ausgebracht. Dh. egal welche Distribution du auch wählst, sind die vServer - abhängig vom Provider - total unterschiedlich.
Dein Frage bezüglich Mailkonten-Konfiguration hängt dan vom eingesetzten Serverkonfigurationstool ab. CPanel, Plesk, ...
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konnektor26.03.2216:13
Hätte jetzt auch Plesk empfohlen. Lizenz kostet eigentlich, ist bei vielen Providern in den Paketen aber schon dabei.
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Peter Eckel26.03.2218:55
@Weia: Eigentlich ist die Distribution in Deinem Fall doch vollkommen gleichgültig, da Du Deine Software ja immer selbst kompilierst und so von den ganzen Paketmanagern vollkommen unabhängig bist.

Irgendein Linux-Kernel und gut ist's.

„Ceterum censeo librum facierum esse delendum.“
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Weia
Weia26.03.2219:08
macfori
Du musst die Anforderungen zwischen Distribution (Debian / Ubuntu) und Admin-Panel aber schon getrennt behandeln.
Natürlich; woraus entnimmst Du, dass ich das nicht tue? Ich habe die zweite Frage halt einfach an den Beitrag angehängt, weil ich gerade beim Thema war, sie ist aber natürlich eine eigene und war auch nicht meine primäre.
Das Admin Panel wird (allein schon aus Lizenz Gründen) mit einem - vom Provider vorkonfigurierten - Image ausgebracht.
In meinem Fall eben nicht; ich kann/muss mir da selbst installieren, was immer ich möchte – daher die Frage.
Dein Frage bezüglich Mailkonten-Konfiguration hängt dann vom eingesetzten Serverkonfigurationstool ab.
Ja, aus genau dem Grund frage ich ja, ob da jemand eine Empfehlung für so ein Tool hat; muss aber Open Source sein. CPanel und Plesk sind ja proprietäre/kommerzielle Programme; sowas will ich nicht, sondern eben sowas wie Froxlor. Könnte ja sein, dass es da noch empfehlenswerte Alternativen gibt, die ich nicht kenne.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
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Weia
Weia26.03.2219:17
Peter Eckel
Eigentlich ist die Distribution in Deinem Fall doch vollkommen gleichgültig, da Du Deine Software ja immer selbst kompilierst und so von den ganzen Paketmanagern vollkommen unabhängig bist.
Na, für meinen Linux-vServer, den ich ja nur so nebenbei betreibe, nehme ich schon gerne apt. Da ist das ja ins System integriert im Gegensatz zu macOS, wo das alles Krücken sind.

Aber um zusätzlich Software ging es mir hier auch gar nicht. Ich wollte einfach verstehen, wieso Ubuntu, das bei mir gedanklich fest mit einer GUI verbunden war, für Internet-Server eingesetzt wird – das hat sich ja jetzt geklärt.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
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Nebu2k
Nebu2k26.03.2221:54
Eigenen Raspberry und gut…
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ssb
ssb27.03.2212:33
Als Admin-Oberfläche… gibt es den Webmin noch? Brauchte ich schon lange nicht mehr, aber damals war der recht OK für meine Bedürfnisse (Co-Located Debian Server mit SVN). Da Apache eh schon läuft, sollte Webmin kein Problem sein. Ich kann aber - weil es eben so lange her ist - nicht beurteilen, wie es da mit der Sicherheit aussieht. Mit Mailserver sollte man da schon gründlich sein.
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surangumal27.03.2215:49
Ich bin seit 20 Jahren im Server Admin Geschäft.

Nach meiner Beobachtung: alle "admin UI tools" sind gut wenn Leute noch einen Spezialisten an der Hand haben. Wenn man den aber nicht hat, dann sollte man die Dinger nicht als erstes einsetzen. Besser alles einmal selbst verstehen.
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