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Durchsatzmessung externe SSD / Erfahrungsbericht

Lagavulin
Lagavulin19.08.2122:24
Seit etlichen Jahren nutze ich mehrere Exemplare der Samsung T5 Portable (anfangs noch 500 GB, später 1 TB). Diese SSD hat sich bei mir als sehr zuverlässig erwiesen, allerdings ist sie verhältnismäßig langsam, da sie noch das SATA 6 Protokoll verwendet.

Nun wollte ich mal in einem (für meine Einsatzzwecke praxisrelevanten) Test herausfinden, mit welcher Technologie (NVMe vs. SATA, USB vs. Thunderbolt) und mit welchem finanziellen Aufwand ich welche Verbesserung des Durchsatzes erzielen kann.

Getestete SSDs (alle 1 TB):
- Samsung T5 Portable (ca. 110 EUR)
- Samsung 860 EVO (M.2) im Gehäuse Inateck FE2025 (ca. 130 EUR)
- SanDisk Extreme Portable V2 (ca. 140 EUR)
- Samsung 970 EVO Plus im o.g. Inateck-Gehäuse (ca. 165 EUR)
- Samsung 970 EVO Plus im Gehäuse OWC Envoy Express Thunderbolt 3 (ca. 220 EUR)

Die Preise sind Marktpreise vom August 2021 und umfassen immer SSD und Gehäuse.

Zur den SSDs und SSD-Gehäusen:

Die SanDisk Extreme Portable V2 (NVMe-SSD) ist für mich eine Art „Versuchsballon“ für zukünftige SSD-Käufe anstelle weiterer Samsung T5. Als nahezu preisgleiches Konkurrenzprodukt gäbe es die Samsung T7 Touch. Ich habe der SanDisk den Vorzug gegeben, weil der Hersteller 5 anstatt 3 Jahre Garantie gibt und die SanDisk im Inneren eine gesteckte SSD (M.2 Slot) hat – im Gegensatz zur Samsung, die eine proprietäre Technologie verwendet. Sollte der Controller oder die USB-Buchse der SanDisk einmal kaputt gehen, kann man die SSD entnehmen und in einem anderen SSD-Gehäuse weiter betreiben.

Die Samsung 860 EVO (SATA-SSD) und 970 EVO Plus (NVMe-SSD) haben fast schon den Status von Referenzprodukten im Consumer-Segment, gegen die andere SSDs bei Tests bestehen müssen (bspw. bei Tom’s Hardware, anandtech, Hardwareluxx). Für den externen Betrieb dieser beiden SSDs wird natürlich noch ein SSD-Gehäuse benötigt.

Das SSD-Gehäuse Inateck FE2025 hat den Vorteil, dass es sowohl mit SATA- wie auch mit NVMe-SSDs funktioniert. Angeschlossen wird es über USB-C (USB 3.2 Gen2).

Das SSD-Gehäuse OWC Envoy Express bietet einen Thunderbolt-3-Anschluss, ist allerdings auf max. 1553 MB/s limitiert.

Test-Szenarien:
- Black Magic Disk Speed Test (aus dem Apple App Store)
- Kopieren von 1.000 Bildern (28,7 GB)
- Kopieren von 50 Videos (177 GB)
- Time-Machine-Sicherung (169,4 GB)


Test-Rahmenbedingungen:
- Getestet wurde an einem M1 Mac mini.
- Die SSD wurde vor jedem Testdurchlauf im Format „APFS, verschlüsselt“ formatiert.
- Nach jedem Testdurchlauf durfte die SSD 5 Minuten abkühlen.

Test-Ergebnisse:
DAS ANGEHÄNGTE BILD ZEIGT DIE TESTERGEBNISSE.
(Diese hier – ohne Formatierungsmöglichkeit – darzustellen, wäre zu unübersichtlich).

Ergänzender Test:
Da alle betrachteten SSDs nur passiv (= ohne Lüfter) über das Metallgehäuse gekühlt werden, wollte ich wissen, ob die SSD beim Schreiben einer Datenmenge von 500 GB so heiß wird, dass sie sich heruntertaktet.

Dazu habe ich in drei unmittelbar aufeinanderfolgenden Durchgängen jeweils 50 Videos (177 GB), also insgesamt 531 GB, auf die SSD geschrieben. Bei jedem Durchgang habe ich für die SanDisk Extreme Portable V2 und für die Samsung 970 EVO Plus im OWC-Thunderbolt-Gehäuse die Laufzeit ermittelt. Ergebnis: Die Laufzeit war in allen drei Durchgängen jeweils identisch. Daraus schlussfolgere ich, dass sich die SSDs nicht heruntergetaktet haben.

Auf ein Fazit verzichte ich an dieser Stelle, da ich mich nicht dem Verdacht aussetzen möchte, ein Produkt zu „bewerben“. Außerdem hat Jeder sein eigenes Anforderungsprofil und seine eigenen Vorstellungen, was er bereits ist, auszugeben.

Abschließend nur so viel:
Ich bin enttäuscht, dass es am Markt keine SSD-Gehäuse mit wirklich schneller Thunderbolt-3-Schnittstelle gibt, wie sie beispielsweise Samsung in seiner Portable SSD X5 einsetzt. Wenn man sich anschaut, dass das OWC-Gehäuse 75 € kostet, müsste eine wirklich performante Lösung doch für den doppelten Preis machbar sein. Dann könnte man auch die Performance einer SSD wie der Samsung 970 EVO (Plus) besser ausreizen. Aber möglicherweise bräuchte man dann wirklich eine aktive Kühlung.

„Always look on the bright side of life“
+7

Kommentare

seahood
seahood19.08.2123:51
Werden die SSD nicht mit der Zeit ziemlich schnell langsam?
„Think different! “
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Josch
Josch20.08.2109:17
Moin,

ich habe mir gerade eine Samsung T7 (nicht Touch) mit 500GB und eine mit 1TB zugelegt. Mit dem Blackmagic Speedtest und einer 2GB großen Datei komme ich am MacBook Pro mit USB 3.2 auf eine Schreib- und Leserate von circa 870-900 MB/Sek.
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Lagavulin
Lagavulin20.08.2109:36
Josch
Moin,

ich habe mir gerade eine Samsung T7 (nicht Touch) mit 500GB und eine mit 1TB zugelegt. Mit dem Blackmagic Speedtest und einer 2GB großen Datei komme ich am MacBook Pro mit USB 3.2 auf eine Schreib- und Leserate von circa 870-900 MB/Sek.

Ist das ein Intel-MacBook oder ein M1 MacBook?

Vom M1 Mac mini und M1 MacBook Air weiß ich, dass sie am USB-Port ein schlechteren Durchsatz als die Vorgänger mit Intel-Prozessor haben. Ob das für die anderen M1 Macs auch gilt, kannn ich nicht sagen. Ich habe an einem M1 Mac mini getestet (den Intel habe ich nicht mehr). Insofern sind die Messwerte einer SSD ggf. nicht vergleichbar.
„Always look on the bright side of life“
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maculi
maculi20.08.2109:47
Ist es nicht so, das auf einem gewissen anderen Betriebssystem (bzw. der dafür konzipierten Hardware) die Verbreitung von TB-Anschlüssen noch stark zu wünschen übrig läßt? Möglicherweise wartet der eine oder andere Hersteller entsprechender Gehäuse noch darauf, das die Zahl potentieller Kunden deutlich größer wird, bevor passende Produkte entwickelt und vorgestellt werden?
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wicki
wicki20.08.2109:55
Meiner Erfahrung nach kommt nichts an die Samsung SSD X5 mit Thunderbolt-3 ran. Gab sogar mal einen Test hier auf rewind ().

Für mich die einzige externe Platte (an einem Intel-MBP), von der ich auch macOS booten und damit arbeiten kann.
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Josch
Josch21.08.2110:57
Moin,
Lagavulin
Josch
Moin,

ich habe mir gerade eine Samsung T7 (nicht Touch) mit 500GB und eine mit 1TB zugelegt. Mit dem Blackmagic Speedtest und einer 2GB großen Datei komme ich am MacBook Pro mit USB 3.2 auf eine Schreib- und Leserate von circa 870-900 MB/Sek.

Ist das ein Intel-MacBook oder ein M1 MacBook?

Vom M1 Mac mini und M1 MacBook Air weiß ich, dass sie am USB-Port ein schlechteren Durchsatz als die Vorgänger mit Intel-Prozessor haben. Ob das für die anderen M1 Macs auch gilt, kannn ich nicht sagen. Ich habe an einem M1 Mac mini getestet (den Intel habe ich nicht mehr). Insofern sind die Messwerte einer SSD ggf. nicht vergleichbar.

sorry - die Information hatte ich ganz vergessen. Es ist ein Intel i7 MacBook.

Ich habe auch eine T5 (max. 5 GBit/Sek., die T7 wird mit 10 GBit/Sek. angezeigt) als TimeMachine-Medium am selben Gerät - damit erreiche ich circa 370-390 MB/Sek., also exakt genauso viel wie Du mit der T5. Damit bleibt die Leistung weit hinter den „bis zu 540 MB/Sek.“ zurück. Allerdings habe ich tatsächlich nur mit dem Blackmagic Disk Speed Test mit einer 2 GB großen Testdatei geprüft. Nur zur Info.
+1
Lagavulin
Lagavulin21.08.2113:24
@Josch: Vielen Dank für die zusätzlichen Infos!

Mit der Implementierung der USB-Schnittstelle am M1 Mac (ich spreche nicht von Thunderbolt) hat sich Apple wirklich nicht mit Ruhm bekleckert. Nicht nur, dass der Durchsatz geringer ist als bei den Intel-Macs, ich musste auch noch feststellen, dass an meinem M1 Mac mini die USB-A-Buchsen einen etwas geringeren Durchsatz haben als die USB-C-Buchsen (und das bei einer SATA-SSD !).
„Always look on the bright side of life“
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