Push-Nachrichten von MacTechNews.de
Würden Sie gerne aktuelle Nachrichten aus der Apple-Welt direkt über Push-Nachrichten erhalten?
Forum>Software>Die KI-Wolken ziehen sich dunkel zusammen …

Die KI-Wolken ziehen sich dunkel zusammen …

System 6.0.1
System 6.0.107.07.2618:09
Ok, das ich den Hype um KI aktuell als substanzlos ansehe … geschenkt. Das weiß inzwischen jeder. Aber die Anzeichen verdichten sich weiter, dass der wirtschaftliche Aspekt um dieses Thema einen Endpunkt anvisiert, wo es dann heißen wird … Und jetzt mal Butter bei die Fische!

So schreibt heute das Manager Magazin
Samsungs Gewinn explodiert, Aktie stürzt – Dämmerung bei Chipwerten

Der Chipriese Samsung hat seinen Gewinn um das 19fache gesteigert, die Aktie bricht dennoch zweistellig ein. Für Anleger ein Warnzeichen, dass die Rekordrallye im Chipsektor beendet ist. Extrem hohe Bewertungen sorgen auch bei den US-Schwergewichten für Gewinnmitnahmen und eine Branchenrotation.
(Hervorhebung von mir)


Auf heise.de ist heute zu lesen
Nvidia verkauft KI-Beschleuniger jetzt gegen Umsatzbeteiligung

Nvidia stellt ein neues Geschäftsmodell für seine eigenen KI-Beschleuniger vor. Kleinere Betreiber von Cloud-Rechenzentren, sogenannte Neoclouds, kaufen Nvidias Hardware, die Start-ups und andere Endnutzer dann mieten können. Die Neuheit liegt bei einer „Kreditunterstützung“ (credit-support model): Nvidia verspricht, ungenutzte Rechenkapazität selbst zurückzumieten, wenn der Betreiber nicht genügend Kunden findet. Im Gegenzug beteiligen Betreiber Nvidia am Umsatz. Unklar ist, ob das Modell mit vergünstigten Kaufpreisen für die Hardware einhergeht.

Wichtig an dieser Nachricht ist u. A., das Nvidia eine Beteiligung am Umsatz haben will, nicht am Gewinn.

Ist das Beispiel von Samsung ein inzwischen offen sichtbares Zeichen für die Erkenntnis: Diese Ralley ist bald zu Ende, so ist in meinen Augen die inzwischen immer hektischer wirkende Raffgier von Jen-Hsun Huang die sichere Bestätigung, dass da bald ein reinigendes Gewitter ansteht.

Apple hat in meinen Augen sehr klug gehandelt, sich vorzeitig aus diesem Sog zu verabschieden, und mit Google einen der wahrscheinlichsten Überlebenden dieses Absturzes als Service-Provider zu wählen.

Gemini ist vielleicht nicht das beste Modell für Apple, aber eines, das es auch in ein paar Jahren noch gibt …
„„A lot of times, people don't know what they want until you show it to them.“ Steve Jobs, 1998“
+7

Kommentare

Fontelster
Fontelster09.07.2613:05
Huba
Ich frage mich nicht, ob die Blase platzt, sondern wann sie platzt.
Dann, wenn der erste Investor nervös wird und an der Rendite zweifelt.

Huba
Ich vergleiche das im Ansatz mit der Eisenbahnblase (Railway Mania) in den 1840ern in England, in der auf den neuen Hype Eisenbahn unglaublich viel Geld geworfen wurde. […] Nachdem diese Blase platzte, konnte die gebaute Infrastruktur weiter genutzt werden.
Bei KI ist der Restwert natürlich weniger greifbar als bei Gleisen, stärker von laufender Pflege abhängig und deshalb nicht ganz mit der Eisenbahn vergleichbar -- prinzipiell ist aber ein weiterer Betrieb möglich.
Der Vergleich hinkt daran, dass einmal gebaute Gleise bis auf etwas Wartung sehr wenige Folgekosten haben. Die sind und bleiben erstmal da, sind benutzbar und können Geld verdienen.

Bei der KI ist aber der Betrieb selber der Kostenfaktor in Form von Strom und Kühlung. Und es brauchte damals nicht immer neuere und leistungsfähigere Gleise. Die haben sich in hundert Jahren im Prinzip nicht verändert.

Die KI-Infrastruktur muss zwangsläufig ständig erneuert werden und durch leistungsfähigere und effizientere Computer ersetzt, oder man bleibt gegenüber der Konkurrenz auf der Strecke.
Prinzipiell wäre ein weiterer Betrieb zwar möglich, wäre aber sehr schnell sinnlos, weil die Infrastruktur veraltet ist.

Man müsste die Analogie also eher auf die Lokomotiven übertragen, die sich – im Gegensatz zu Gleisen, Weichen, Schranken und dergleichen – weiterentwickelt haben.
Allerdings dürfte sich in der ganzen Geschichte der Menschheit keine Technologie so dermaßen rasant entwickelt haben (und auch in Zukunft entwickeln) wie Computer, die in wenigen Jahrzehnten ihre Leistung vertausendfacht haben.
Mein erster Mac hatte vor dreißig Jahren 20 MB RAM, 160 MB Festplatte und 33 MHz.
Heute hab ich 36.000 MB RAM, 3.000.000 MB Festplatte und bis zu 4.500 MHz
Heute ist jeweils der tausendfache Wert die Regel.
Eisenbahnen dürften in 100 Jahren ihre Geschwindigkeit ca. verdreifacht haben, von – ich schätze mal – 100 auf 300 km/h und das sind dann schon »besondere« Züge. Alles andere, weichere Sitze, mehr Komfort, weniger Lärm ist eine willkommene Zusatzleistung, die an der reinen Reisedauer aber nichts ändert.


Fazit: der Vergleich hinkt vermutlich zu sehr.
+4
TMS
TMS09.07.2613:24
Nun, ich habe KI befragt:
Ich
Wurde schon KI auf einen seriösen, etablierten Intelligenztest losgelassen? Wenn ja, welche KI und welche IQ-Werte wurden erreicht?
Claude
Ja, das ist tatsächlich schon mehrfach gemacht worden – allerdings mit wichtigen Einschränkungen, was "seriös und etabliert" angeht.

Wer macht das?
Die bekannteste laufende Untersuchung stammt von TrackingAI.org (Maxim Lott und Kollegen), die regelmäßig führende KI-Modelle testen und die Ergebnisse öffentlich veröffentlichen.
Welcher Test wird verwendet?
Der am häufigsten genutzte Test ist der Mensa Norway IQ-Test, ein öffentlich verfügbarer Test mit 35 visuellen Matrizen-Aufgaben (ähnlich den Raven-Matrizen). Das ist zwar ein real existierender, von Mensa Norwegen genutzter Test – aber eben kein klinischer Test wie WAIS-IV, der von Psychologen individuell administriert wird. IQ Certificate

Aktuelle Ergebnisse (Stand April/Mai 2026)
Nur wenige Modelle liegen aktuell über 140: GPT-5.5 Pro (Vision) mit 145, Grok-4.20 Expert Mode mit 144, Gemini 3.1 Pro Preview mit 143 und Claude 4.7 Opus Extended Thinker mit 141. Binary Verse AI
Die Werte sind seit 2025 stark gestiegen – der Spitzenwert lag 2025 noch bei 135, jetzt bei 145. Mistrals Top-Modell liegt mit 97 deutlich abgeschlagen. TalkMarketsTalkMarkets

Der wichtige Haken: Offline- vs. Online-Tests
Hier wird es methodisch spannend: Die Werte fallen deutlich niedriger aus bei "leak-resistant" Offline-Tests, die verhindern sollen, dass Modelle die Aufgaben (oder sehr ähnliche) bereits im Training gesehen haben. Bei diesen Offline-Tests führt GPT-5.2 Thinking mit 128, gefolgt von Grok-4 Expert Mode mit 123. IQ Certificate
Das ist der Kern des Problems: Ein Modell, das den öffentlichen Mensa-Test "kennt" (weil er im Trainingsdatensatz vorkam), kann künstlich hohe Werte erzielen, ohne dass das echte Problemlösefähigkeit widerspiegelt.

Kritik an der Methodik
François Chollet, Erfinder des ARC-AGI-Benchmarks, argumentiert schon seit 2019, dass klassische IQ-Tests kein sinnvolles Maß für maschinelle Intelligenz sind, weil sie Fähigkeit (etwas Bestimmtes zu tun) mit Intelligenz (effizient neue Fähigkeiten in unbekannten Bereichen zu erwerben) verwechseln. IQ Certificate
Auch von anderer Seite: Unter Experten gibt es die Ansicht, dass Mensa-artige Tests keine realistischen IQ-Werte für KI liefern können, weshalb parallel umfassendere Benchmarks wie ARC-AGI, MMLU und Humanity's Last Exam empfohlen werden. Qmsdoc

Kurz gesagt: Ja, es gibt echte, laufende Messungen mit einem real genutzten Test, die Spitzenmodelle (GPT-5.5, Gemini 3.1, Grok-4.20, Claude Opus 4.7) erreichen dabei Werte um 140–145 – aber die Werte sind mit Vorsicht zu genießen, da visuell-räumliche Matrizentests nicht 1:1 auf LLMs übertragbar sind und Trainingsdaten-Kontamination ein reales Problem ist.

Meine Interpretation:
Dei Lage bei KI ist zurzeit nicht vom klar zu sehen. Erzielter IQ im Offline-Modus von 128 Punkten ist für mich trotzdem beeindruckend. Rechnerisch haben nur etwa 3,1% der Menschen einen höheren IQ.
Außerdem: Das mit der Künstlichen Intelligenz, die jeden Turing-Test mit Leichtigkeit besteht, ist nicht nur irgendwann soweit, sondern schon längst passiert. Das könnte man wissen.

Claude
...eine der methodisch saubersten Studien zu diesem Thema, die es bisher gab.

Die Studie
Cameron Jones und Benjamin Bergen (UC San Diego) führten 2025 einen randomisierten, kontrollierten und vorregistrierten Drei-Parteien-Turing-Test durch – also genau in der klassischen Form, wie Turing sie 1950 beschrieben hat: Ein menschlicher Interrogator führt gleichzeitig 5-minütige Gespräche mit einem Menschen und einer KI und muss danach entscheiden, wer der Mensch war.

Getestete Systeme und Ergebnisse
Es wurden vier Systeme getestet: ELIZA (das alte Chatprogramm aus den 1960ern als Baseline), GPT-4o, LLaMa-3.1-405B und GPT-4.5. Mit einer "Persona"-Anweisung (die KI sollte sich als kulturell versierte junge Person geben) waren die Ergebnisse:

GPT-4.5: wurde in 73 % der Fälle für den Menschen gehalten – signifikant öfter, als die echten menschlichen Teilnehmer selbst als Mensch erkannt wurden
LLaMa-3.1-405B: 56 % – statistisch nicht besser oder schlechter als ein echter Mensch
GPT-4o: nur 21 % (deutlich unter Zufallsniveau)
ELIZA: 23 %

Der Zufallswert läge bei 50 %. GPT-4.5 mit Persona-Prompt lag also deutlich darüber – das gilt als erster empirischer Beleg, dass ein System einen echten Turing-Test besteht.

Wichtige Einschränkungen
Das Ergebnis hing stark vom Prompting ab: Ohne die "Menschen-Persona"-Anweisung fiel die Leistung deutlich ab. Bestehen des Turing-Tests bedeutet kein Bewusstsein oder "echtes" Verständnis – es zeigt vor allem, wie gut ein Modell menschliche Konversation in Kurzgesprächen imitieren kann.
Der Forscher Jones wies selbst darauf hin, dass das eher etwas über soziale Täuschungsfähigkeit und mögliche Missbrauchsrisiken (Social Engineering, Jobautomatisierung) aussagt als über "Intelligenz" im eigentlichen Sinn.

Kurz gesagt: GPT-4.5 von OpenAI war das erste Modell, das einen strengen, kontrollierten Turing-Test nachweislich bestanden hat (Studie von März 2025, mittlerweile mehrfach diskutiert und repliziert).
0

Kommentieren

Sie müssen sich einloggen, um sich an einer Diskussion beteiligen zu können.