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Vor 25 Jahren: Jobs stellt den ersten iPod vor – aus "idiots Price Our Devices" wurde ein Welterfolg

Bis Mai 2022 gab es noch einen verbleibenden iPod im Apple-Sortiment, nämlich den iPod touch. Dieser war zu Preisen ab 229 Euro zu haben, setzte auf den A10-Chip, wurde seit Mai 2019 aber nicht mehr aktualisiert. Dann endete eine Ära, die vor genau 25 Jahren begonnen hatte. Ein Blick auf den sagenhaften Aufstieg Apples nach den desaströsen 90ern ist unweigerlich mit dem kleinen Musikplayer verbunden. Dieser verwandelte Apple in der allgemeinen Wahrnehmung vom Mac-Hersteller zum iPod-Hersteller und Musik-Anbieter – wovon dann wiederum auch die klassische Geschäftssparte profitierte.


2001 - eine neue Ära beginnt
Verglichen mit der Einführung des ersten iPhones verlief die Präsentation des iPods am 23. Oktober 2001 eher ruhig. Auf kleiner Bühne zeigte Steve Jobs, wie es momentan auf dem Musikmarkt aussieht und wie viele mittelmäßige Lösungen sich tummeln. "Portable Music", so Jobs, unterteile sich in viele verschiedene Bereiche, die alle auf verschiedene Arten nicht gut funktionieren. Apples Ziel war, mit einer ganz neuen Herangehensweise anzutreten. Zunächst wurde der iPod aber von vielen Seiten als extrem teures Spielzeug ("idiots Price Our Devices") belächelt – und auch die Publikumsreaktion auf dem Special Event fiel eher verhalten aus. Video- und Audioqualität der Aufzeichnung sind leider ebenfalls sehr aus dem Jahr 2001:


2003 – Der Erfolg setzt ein
iTunes Music Store und iPod ergänzten sich optimal. Die Bedeutung des iPods stieg enorm an und die Verkaufszahlen legten zu. Gleichzeitig war zu beobachten, dass dem Mac mehr Kundeninteresse zuteilwurde, denn die vielen Meldungen rund um den iPod brachten Apple insgesamt wieder stärker ins Gespräch. Im Jahr 2003 hatte Apple bereits die dritte Generation des iPods auf den Markt gebracht und schon eine Million Geräte verkauft.

2004 – iPod mini
Die erste ganz neue Baureihe erschien im Januar 2004. Apple präsentierte den kleinen Bruder des iPods und nannte ihn iPod mini. Trotz des hohen Preises war die Nachfrage so hoch, dass Apple monatelang mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen hatte und erst im Sommer mit dem internationalen Verkauf begann.

2005 – iPod shuffle
Laut Steve Jobs war die Shuffle-Funktion so beliebt, dass man einen hauptsächlich auf Zufallswiedergabe setzenden iPod entwickelte. Der iPod shuffle wies kein Display auf und erschien zunächst mit bis zu einem GB Speicherplatz – übrigens erstmals Flash-Speicher und keine Mini-Festplatte wie im großen iPod sowie iPod mini.

2005 – iPod nano
Eine weitere Baureihe erschien – der iPod nano löste den iPod mini ab. Gleichzeitig stellte Apple den iPod photo außer Dienst, da nun der reguläre iPod über ein Farbdisplay verfügte und die Serie daher kein Alleinstellungsmerkmal mehr hatte. Längst war Apple vom Computer-Hersteller zum iPod-Hersteller geworden und die Umsätze mit dem Musikplayer übertrafen die Mac-Umsätze. "Apple vernachlässigt den Mac und kümmert sich nur noch um den iPod" war damals ein regelmäßig in Foren zu lesender Kritikpunkt.

2007 – iPod touch
Das iPod-Lineup war mit der Einführung des iPod touch komplett. Jedoch ließ sich an den Verkaufszahlen ablesen, dass die Ära des iPods langsam dem Ende entgegenging. Apple hatte das iPhone unter anderem auch deswegen entwickelt, da man die Musikfähigkeiten von Mobiltelefonen als wesentliche Gefahr für den iPod ansah. Wenn jedes Mobilgerät Musik wiedergeben kann, bedarf es keines iPods mehr, so die richtige Einschätzung. Mit dem Erfolg des iPhones kollabierten die iPod-Verkäufe. 2014 verschwand der iPod classic aus dem Sortiment, 2017 auch iPod nano und iPod shuffle.

Ein Kuriosum zum Schluss: Prototyp des ersten iPods
Bis zur Marktreife gab es viel zu tun und wie so oft erhielten Produkte erst ziemlich am Schluss ihr finales Antlitz. Das entspricht der Geheimhaltungspolitik Apples, auch eigene Mitarbeiter so lange wie möglich im Dunkeln zu lassen, an welchem Endprodukt sie arbeiten. An folgendem Prototyp sieht man, womit die Entwickler zunächst arbeiteten, um die Technologie dann später ins bekannte Gehäuse zu bringen.


Der Slogan "1000 songs in your pocket" traf auf das Entwickler-Device ganz offensichtlich nicht zu, denn für das riesige Gehäuse hätte man eher eine Tragetasche benötigt. Interessanterweise stammt der Prototyp von September 2001, ist also nur wenige Wochen älter als das erste auf der Bühne gezeigte Modell.

Kommentare

Megaseppl23.10.26 13:01
Woah! Der hässliche Prototyp wäre eigentlich wert mal nachgebaut und gedruckt zu werden.
Nikotinbeiges Filament hab ich sogar. Jetzt muss ich schauen, ob man das iPod OS auf einem ESP32 zum Laufen bekommt.
+2
andreas7623.10.26 13:22
Soweit ich mich erinnere hieß es „idiots Price our devices“ nicht „products“ so würde es ja „iPop“ und nicht „iPod“ heißen.
+3
xcomma23.10.26 13:25
Ich denke, dass iPods und das iPhone die 2 wegweisendsten Produkte (Produktkategorien, was auch immer) überhaupt waren/sind, die Apple zu dem verholfen haben, was sie heute sind. Es gab davor und seitdem kein weiteres solch wirklich relevantes, wegweisendes Produkt mit einem Impact dergleichen für Apple.
+1
Fenvarien
Fenvarien23.10.26 13:29
andreas76 Gut, dass du darauf hinweist... offensichtlich dachte ich bis jetzt immer, dieses Gerät heiße iPop!
Up the Villa!
+2
evanbetter
evanbetter23.10.26 13:34
Ach fand' ich's cool! Und das erste iTunes war user friendly, nicht wie heute vorallem ein Showroom, der mir Musik unterjubeln will, die ich gar nicht so mag...
Wer zuletzt lacht, hat's zuletzt geschnallt.
+4
macfms23.10.26 13:57
Schade, dass der nicht mehr gebaut wird. Für Kinder, die schlicht zu jung für ein Handy sind, wäre das Produkt noch immer perfekt.
+6
Paperflow
Paperflow23.10.26 16:24
Es ist ein Prototyp von mehreren parallel entwickelten Prototypen. In der Produktentwicklung entstehen parallel verschiedene, auf bestimmte Fragen zugeschnittene Prototypen: etwa Funktionsprototypen, UX-Prototypen für Software oder haptische Modelle, bei denen Gehäuse aus unterschiedlichen Materialien und mit verschiedenen Gewichten die späteren Innereien simulieren. So können Teams einzelne Aspekte parallel optimieren, ohne auf den Entwicklungsstand der anderen warten zu müssen.
Und wenn das fertige Gehäuse am Ende zu klein für die Innereien ist, kommt die berühmte Steve-Jobs-Anekdote ins Spiel: Er soll einen Prototypen in ein Aquarium geworfen haben. Als Luftblasen aufstiegen, habe er sinngemäß gesagt, dass noch Platz im Gehäuse sei – es könne also noch kleiner werden. 😜
+1
euha0123.10.26 17:14
macfms
Schade, dass der nicht mehr gebaut wird. Für Kinder, die schlicht zu jung für ein Handy sind, wäre das Produkt noch immer perfekt.
Für diese Zielgruppe gibt es heute toniebox Hat den Vorteil es nervt Eltern und Grosseltern gleich mit
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typneun23.10.26 17:36
Hab meinen 1st Gen gerade diese Woche wieder aktiviert!
Kurz geladen - und läuft!!!

Ich liebe das Scrollrad und die Bedienung! ❤️😘
+2
gevaugeh23.10.26 22:12
Ich habe mir damals den ersten iPod bei Karstadt gekauft. Der Verkäufer meinte damals „Was ist das denn eigentlich?“ Mit dem FireWire Anschluss konnte er nix anfangen zum Glück hatte ich damals ein iBook, das lief perfekt. Ich war dann aber total neidisch auf den Nachfolger mit dem Anschluss an dem man z.b. den FM Transmitter anklippen konnte.
+1
tranquillity
tranquillity23.10.26 22:32
Mein erster iPod war der mit dem Touchrad (auch mit Firewire), den hatte ich mir geholt, kurz nachdem ich meinen ersten MacMini hatte. War ein klasse Gerät! Dazu kam dann bald noch der "Bügel" von Harman/Kardon, was für ein Sound

Leider wurde er mir zusammen mit meinem weißen MacBook (mit Intel i3) aus der Wohnung geraubt
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