
What the Case? – Schutzhülle kaufen oder nicht?Wie nach einem iPhone-Modellwechsel üblich, stellt sich für viele Käufer die Frage, ob und mit welcher Hülle sie ihr neues Schätzchen kleiden und schützen sollen. Mit dem Kauf des
iPhone 17 Pro vor einem Jahr hatte ich mich erstmals dazu entschieden, gar kein Case zu benutzen. Einerseits, um das schöne Gehäuse in „Cosmic Orange“ nicht zu verstecken, andererseits, um nicht mehr Größe und Gewicht hinzuzufügen, und weil ich einfach wissen wollte, ob ein solcher Schutz überhaupt nötig ist. Denn ich gehe mit meinen iPhones immer sehr sorgsam um. Unfälle natürlich nie ausgeschlossen.
Bis heute bereue ich den Verzicht nicht. Nach einem Jahr Nutzung – in der Hosentasche oder in Jackentaschen – sieht das Orange noch aus wie frisch lackiert, und weder das Gehäuse noch das Glas haben Kratzer. Mit einer kleinen Ausnahme: Mir ist das iPhone einmal im Sitzen aus der Hosentasche gerutscht und aus Sitzhöhe auf harten Fliesenboden gefallen. Dabei hat es an einer Ecke eine ganz leichte Stoßmarke bekommen. Nicht schlimm und kaum sichtbar, aber mit einem Case wäre gar nichts passiert.
Zuvor hatte ich mehrmals für neue iPhones auf eine Hülle aus Carbon von Filono gesetzt. Die ist schön dünn, äußerst stabil und macht das iPhone etwas griffiger. Außerdem sind bei diesem Case die Tasten etwas versenkt, was Fehlbedienungen beim Greifen des Geräts minimiert, das Drücken aber auch etwas erschwert. Zusätzlich hatte ich eine Schutzfolie auf das Glas aufgebracht. Tatsächlich hatte ich mit dem iPhone 12 im Filono Carbon Case einmal einen heftigen Crash aus etwa 2,5 Metern Höhe und mit Vorwärtsbewegung. Das iPhone schlug hart auf Asphalt und schlitterte noch ein paar Meter. Keine Schäden am iPhone und selbst am Case musste man leichte Spuren mit der Lupe suchen.
Das iPhone war nach zwei Jahren Nutzung darunter noch wie neu. Zweck erfüllt! Und wenn ich mich wieder einmal dazu entscheiden sollte, mein iPhone in eine Hülle zu stecken, dann wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder so ein Carbon Case. Entweder von Filono oder von Reuterson. Derzeit sind die Carbon-Cases für das iPhone 18 Pro/Max bei beiden in der Vorbereitung und vorbestellbar.
Empfehlenswert sind solche Carbon-Cover nur für diejenigen, die die Hülle nicht ständig wie die Unterhosen wechseln wollen. Durch die extrem hohe Steifigkeit lassen sich die Schutzpanzer nur mit etwas Geduld, Spucke und kleinen Hilfsmitteln entfernen und nicht mal eben im Handumdrehen aufsetzen oder abnehmen. Siehe dazu auch meinen
Test des Filono Carbon Case am iPhone 14. An der Funktionalität und den Praxiseigenschaften hat sich seitdem nicht allzu viel geändert, sodass der Bericht nichts an Aktualität eingebüßt hat.
Eine gute Alternative zu den Carbon Cases sind die
Aramid-Hüllen von Filono. (Reuterson hat solche nicht im Angebot.) Diese bieten annähernd denselben Schutz, fühlen sich aber weicher an, ja, sind richtige Handschmeichler. Sie lassen sich auch etwas leichter auswechseln. Aber sie sind nicht ganz so kratzfest und empfindlicher für Fingerabdrücke. Siehe dazu ebenfalls
diesen Test. Eine weitere Alternative, die nicht so dünn ist, weniger hochwertig aussieht, aber auch weniger Kostet, in Sachen Schutz ebenfalls überzeugt, sind die
Hybrid-Cases.
Optisch sind die überwiegend in Schwarz angebotenen Carbon/Aramid/Hybrid-Cases nicht jedermanns Sache. Wenn es nur um die Optik geht und etwa bunte Farben gefragt sind, scheiden diese Lösungen wohl aus, obwohl Reuterson sein Carbon Case immerhin auch
in Silber anbietet. Jede Hülle verdeckt zudem die speziellen iPhone Gehäusefarben, wie das besagte „Cosmic Orange“ des 17 Pro oder „Burgunder" beim 18 Pro.
Immerhin: Reuterson bietet das Carbon Case in zwei Varianten an. Eine verdeckt das gesamte iPhone-Gehäuse, einschließlich der Kamerainsel. Die Andere lässt die Kamerainsel hingegen frei. Meine Wahl und Empfehlung wäre die komplett geschlossene Variante, was die Wahrscheinlichkeit verringert, dass sich Dreck in den Kanten absetzt. Aber die offene Version ist ein schöner Kompromiss, den Filono nicht bietet.
Übrigens: Die Carbon-Hüllen der beiden Anbieter sind voll MagSafe-Kompatibel. Sie verfügen über flache, integrierte Magnete mit Ausrichtungsfunktion. Tatsächlich ist die Magnetkraft damit sogar fast noch etwas größer als am iPhone direkt.
Zusätzlich, um den „Rundumschutz" zu vervollständigen, bietet der Hersteller passende
Displayschutzgläser an. Diese haben auch den Vorteil, dass sie den Übergang zur Kante des Case etwas angleichen, wodurch es weniger fühlbar wird. Aber sie erhöhen natürlich den Preis erneut und erfordern etwas Geschick bei der Anbringung, damit keine Lufteinschlüsse verbleiben. Der Preis für das Carbon-Case liegt bei rund 95 bis 100 Euro. Passende Schutzgläser kosten um 30 Euro.
Mein Fazit nach vielen Jahren iPhone SchutzhüllenWenn schon eine Hülle, dann am besten Carbon oder Aramid. Je nach Geschmack. Nach meinem Selbstversuch bleibe ich jedoch erst mal beim Nackedei-iPhone. So kann ich mich immer an der schönen Gehäusefarbe erfreuen und die (ab iPhone 17) wieder schön gerundeten, sanften Kanten spüren. Dass es etwas rutschiger als mit Carbon-Hülle ist, daran gewöhnt man sich. Aber es kommt bei mir nach wie vor gelegentlich zu ungewolltem Drücken der Knöpfe, die ohne Hülle nicht versenkt sind. (Was sie bei vielen anderen Hüllen wegen Extra-Drückern allerdings auch nicht sind.) Mit dem Carbon-Case gab es diese Fehlbedienungen jedenfalls nicht.
Die alternativen Aramid-Cases, sind ebenfalls eine gute Wahl. Diese gibt es auch von
vielen anderen Anbietern zu teils erheblich günstigeren Konditionen. Doch den kompletten Rundumschutz der echten Carbon-Hüllen, die auch die Kamerainsel einhüllen und nur die Objektive/Sensoren freilassen, bieten sie selten.