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Leaker zur 200-Megapixel-Telekamera: Apple braucht mehr Zeit

Vielen Käufern eines Pro-iPhones geht es weniger um den leistungsstarken Chip, einen schnelleren USB-Anschluss oder die „Vapor Chamber“, um bei rechenintensiven Aufgaben für ausreichend Kühlung zu sorgen. Oftmals ist es vor allem das Kamerasystem, das zum Kauf animiert – weswegen Apple darauf bei den alljährlichen Präsentationen viel Zeit dafür aufbringt. Im aktuellen iPhone-Sortiment setzen alle Ableger auf 48-Megapixel-Objektive. Mehreren Berichten zufolge plant Cupertino jedoch, die Telekamera deutlich aufzuwerten. Das dürfte aber nicht so bald der Fall sein, wie der Leaker Digital Chat Station auf Weibo anmerkt.


200-Megapixel-Telekamera erst für das iPhone 21
Samsung führte 2023 beim Galaxy S23 Ultra eine Kamera ein, welche mit 200 Megapixeln auflöst und auch in den Nachfolgemodellen Verwendung findet. Apple scheint sich in dieser Frage jedoch etwas zu zieren. Immerhin testet der Konzern den Einsatz einer 200-Megapixel-Periskopkamera bereits, so Digital Chat Station. Im März dieses Jahres war er der Annahme, dass die Technik in den Pro-Modellen 2027 Einzug hält (siehe hier). Auf Nachfrage eines anderen Weibo-Nutzers revidiert der Leaker nun jedoch seine Prognose: Aller Voraussicht nach dauere es bis zur Marktreife der Kamera noch bis zum Jahr 2028. Das iPhone 20, welches nächstes Jahr zum 20-jährigen Bestehen des Produkts mit großen Neuerungen aufwarten soll, müsste folglich auf diese Kamera verzichten.

Größerer Sensor geplant?
Die neuen Ausführungen von Digital Chat Station decken sich mit jenen von Morgan Stanley: Die Investmentbank ging in einem Bericht ebenfalls davon aus, dass das iPhone 21 mit einer 200-Megapixel-Kamera versehen ist. Digital Chat Station zufolge konkurrieren Samsung und Sony um die Aufträge für das Modul. Cupertino setze zudem auf eine größere Sensorfläche von 93,2 mm², um mehr Licht einzufangen und vor allem Bildrauschen entgegenzuwirken. Das diesjährige Pro-Modell soll übrigens über eine Hauptkamera mit einer variablen Blende sowie eine 48-Megapixel-Telekamera mit größerer Blendenöffnung und längerer Brennweite verfügen.

Kommentare

skipper22.04.26 14:52
Warum braucht man eine 200 MP Kamera an einem Handy?
+4
Dunnikin
Dunnikin22.04.26 14:59
Zumal die kleinen Objektive sowieso kaum mehr als 12 MP auflösen können.
+3
System 6.0.1
System 6.0.122.04.26 15:14
Ich schließe mich diesen Fragen an: was soll das? 📸
„A lot of times, people don't know what they want until you show it to them.“ Steve Jobs, 1998
+1
Huba22.04.26 15:51
Dass das keinen Sinn macht, sollten alle wissen, die sich schonmal ernsthaft mit Fotografie beschäftigt haben.
Den Sinn, den ich sehe: Marketing blabla.
+3
Deichkind22.04.26 15:54
Der Grund dürfte derselbe sein wie bei der Inflation der WLAN-Datenraten in den Spezifikationen der Home-Router. Nur aus dem Grund haben Hersteller Unterstützung für VHT-Modulationsarten (Very High Throughput) auch in die Module für das 2,4-GHz-Band eingebaut, obwohl VHT laut Standard nur für die Frequenzbänder oberhalb 5 GHz vorgesehen ist und obwohl kaum ein Client-Gerät beim Betrieb im 2,4-GHz-Band die VHT-Modulationsarten unterstützt hat. Mit der Einführung von 802.11ax konnte man diesen Unsinn wieder entfernen.

Bei mit Transistoren aufgebauten Rundfunkempfängern der 60er-Jahre hat mancher Hersteller funktionslose Transistoren eingebaut. Damals war es nämlich üblich, in den Spezifikationsdatenblättern die Anzahl der Transistoren anzugeben wie zuvor die Anzahl der Röhrensysteme bei den Röhrengeräten.
+3
MacNu9222.04.26 16:44
Mich interessiert vor allem, was letztendlich an Bildqualität rauskommt. Ob nun 12, 24, 48 oder 200 MP ist mir dabei egal. Das 48-MP-Ultrawide scheint bei schlechtem Licht ja eher schlechter zu sein als die 12-MP-Variante der Vorgängermodelle.

Ich denke, das ist vielleicht auch der Grund für die längere Entwicklungszeit. Bei 200MP auf einem Mini-Sensor und mit einem simplen Objektiv davor (verglichen mit "richtigen Kameras") muss man wohl auch softewareseitig heftig korrigieren, damit Beugungsunschärfe, CAs, Lensflares etc. das Bild nicht verschlimmbessern.
+3
CJuser22.04.26 17:08
2028 soll erst eine 200 MP Telekamera verbaut werden?! In Asian geht man inzwischen schon einen Schritt weiter und verbaut bei Tele- und Weitwinkelkamera einen relativ großen 200 MP Sensor. Hat zum Ergebnis, dass man 1x, 2x, 3x, 6x jeweils relativ simpel (mit oder ohne Pixel-Bining) ein 48 MP Foto herausbekommt... auch wenn mir jeweils 25 MP Fotos (= 100 MP Sensor) vollkommen reichen würden.

"Das diesjährige Pro-Modell soll übrigens über eine Hauptkamera mit einer variablen Blende sowie eine 48-Megapixel-Telekamera mit größerer Blendenöffnung und längerer Brennweite verfügen."
Dabei hatte ich die aktuell 100mm Brennweite für einen idealen Mittelweg gehalten.
+1
Dunnikin
Dunnikin22.04.26 17:21
MacNu92
Bei 200MP auf einem Mini-Sensor und mit einem simplen Objektiv davor (verglichen mit "richtigen Kameras") muss man wohl auch softewareseitig heftig korrigieren, damit Beugungsunschärfe, CAs, Lensflares etc. das Bild nicht verschlimmbessern.

Je mehr im Bild herumgerechnet wird und je schlechter die native Abbildungsleistung ist, desto verschlimmbessert wird das Bild.

Aber große Zahlen sehen halt auf dem Papier immer gut aus. Was, das iPhone hat nur 48 MP, mein [chinesische Marke der Wahl hier einsetzen] hat 200 MP!!11!!!1!11einself!!! iPhone stinkt!

Auch wenn's 2000 MP sind, ich stelle immer 12 MP ein. Es ist ein Mobiltelefon mit bauartbedingt kleinen Objektiven, die den Gesetzen/Physik der Optik unterliegen. Zaubern geht halt nicht.

Eine einstellbare Blende (vermutlich zwei Einstellungen) brächte deutlich mehr als mehr MP.
+1
Deneb
Deneb22.04.26 17:53
Was viele hier andeuten ist, dass Apple Ingenieure alles Idioten sind und die Entwicklung federführend von der Marketing Abteilung betrieben wird. Ich denke das nicht. Apple weiß, dass deren Produkte härter getestet werden, als alle anderen. Eine neue Kamera, die schlechter ist, als die alte, können sie sich nicht erlauben. Ich denke mal, diese Leute wissen, was sie tun. Zumal Apple technische Spezifikationen noch nie in den Vordergrund gestellt hat. Entscheidend ist, was hinten raus kommt.
0
Spacely22.04.26 18:31
Deneb
Was viele hier andeuten ist, dass ... die Entwicklung federführend von der Marketing Abteilung betrieben wird....

Das KI Thema mit Apple hast du aber mitbekommen?

Physik ist: Trifft viel Licht auf eine Fotodiode hast du ein wesentlich besseres Verhältnis Signal zu Rauschen. Bedeutet mit zunehmendem Licht, steigt das Signal der Fotodiode stärker an als das Rauschen.
Bei 200MP auf so einem kleinen Sensor, müssen die einzelnen Fotodioden sehr klein sein und nehmen sehr wenig Licht auf.
Deswegen macht meine alte 12 MP Kamera immer noch bessere Bilder als mein iPhone. Hierbei muss man aber das Schöngerechne, was das iPhone deutlich besser kann, mal außer acht lassen. In "normalen" Lichtsituationen ist das Schönrechnen nicht nötig und da sieht man sehr gut wie toll ein Bild eines großen Sensors im Vergleich zum iPhone aussieht.
+5
gfhfkgfhfk22.04.26 19:08
Deneb
Was viele hier andeuten ist, dass Apple Ingenieure alles Idioten sind und die Entwicklung federführend von der Marketing Abteilung betrieben wird. Ich denke das nicht.
Der Punkt ist, dass man die Physik nicht besch****n kann. Bei so einem Minisensor wie in einem iPhone kann man nicht mehr sinnvoll so fein auflösen, wie es ein 200MPixel-Sensor erfordert. Dazu müsste der Sensor wesentlich größer sein, und eine entsprechende Optik verbaut sein. Die Wellenlänge des Lichts spielt da schon eine gewaltige Rolle.
+4
kaizen22.04.26 19:30
Ich zitiere mal den Entwickler des CMOS Bildsensors: "The power of marketing is stronger than the power of engnieering".

Er meinte auch dass das Endziel ist dass es pro Photon einen Sensor gibt. Dann ist es binär. Photon da oder nicht da.
Das Leben ist wie ein Brot. Irgendwann wird es hart.
+2
AJVienna22.04.26 20:45
Keine der 200mpix Sensoren die derzeit verbaut werde, werden genutzt um 200mpix Bilder zu erzeugen. Das wäre auch nicht zielführend. Mit heutiger Technik ist die Lichtaufnahme auf dem Sensor auch nicht signifikant schlechter, wenn man Pixel wieder zusammenrechnet. Ich sehe zwei Vorteile:
- man bekommt einen stufenlosen Zoom. Ähnlich wie bei einem Retina Display wo ich ja auch noch kleinere Auflösungen einstellen kann ohne gleich Artefakte zu bekommen.
- Und ich kann bei guten Lichtverhältnissen recht weit reinkommen und bekomme trotzdem noch ein scharfes 12mpix Bild, insbesondere weil ich dann nur den inneren Bereich der Optik nutze wo die Schärfe noch sehr gut ist.

Ich glaube auch das Apple da was Gutes draus machen kann.
+1
Spacely22.04.26 21:10
AJVienna
…Mit heutiger Technik ist die Lichtaufnahme auf dem Sensor auch nicht signifikant schlechter, wenn man Pixel wieder zusammenrechnet…
Das Signal-Rauschverhältnis wird zwar beim Pixelbinning auf Grund der Statistik etwas besser kann sich aber durch das Elektronikrauschen auch gleichzeitig verschlechtern.
Ein großes Pixel (Fotodiode) ist dem Binning aber um einiges überlegen.
Auf diesen kleinen Sensoren Megapixelstarke Bilder zu erzeugen halte ich für absolut falsch.
+2
System 6.0.1
System 6.0.122.04.26 21:54
Deneb
Was viele hier andeuten ist, dass Apple Ingenieure alles Idioten sind und die Entwicklung federführend von der Marketing Abteilung betrieben wird. Ich denke das nicht.

Nein, ich deute garnichts an. Ich habe gefragt, was das soll? Das ist etwas ganz anderes.

Was ist der Benefit einer 200 MP-Kamera? Vor allem, wenn dieser Sensor hinter einer Linse von der Größe eines Smartie montiert wird.

Mir fällt keine kluge Anwendung ein, trotzdem mag es sie geben.

Zudem bin ich als ehemaliger Besitzer einer Vollformat-Kamera mit 47 MP wieder auf 24 MP zurück gegangen, weil mich die riesigen Dateien bei schlechterer Qualität nicht überzeugt haben.

Also, was denkst Du, was soll das?
„A lot of times, people don't know what they want until you show it to them.“ Steve Jobs, 1998
+2
Spacely22.04.26 22:32
System 6.0.1
Zudem bin ich als ehemaliger Besitzer einer Vollformat-Kamera mit 47 MP wieder auf 24 MP zurück gegangen, weil mich die riesigen Dateien bei schlechterer Qualität nicht überzeugt haben.

Gleiche Beobachtung hier. Selbst bei großen Kameras mit viel größerem Sensor merkt man schon die Qualitätsunterschiede im Pixelrennen. Was soll dann der Minisensor sagen?
Gerade wenn das Licht mal etwas schwächer ist oder nicht gerade blauer Himmel mit Sonne da ist. Zu den Tageszeiten wo man gute Bilder machen kann, ist das Licht eh immer etwas schwächer.
+1
Mr.Tee22.04.26 23:13
Das Problem ist das die Masse an Kunden halt einfache Kunden sind und nicht alle sind Experten, der einfache Kunde sagt und denkt nämlich das mehr Megapixel immer besser sind und nur das zählt. Samsung und co. gehen da gut mit und bedienen dieses Klischee einfach. Apple macht es zurecht nicht weil die genau wissen das mehr megapixel in der Bauform halt nicht mehr bringen, aber die werden auch da mitziehen müssen.
0
MacNu9223.04.26 16:07
Die Entwickler bei Apple sind selbstverständlich nicht doof. Die gehen auch nicht den einen Weg, schauen, was durch Zufall rauskommt und optimieren das dann maximal. Es werden sicher unterschiedlichste Wege überlegt, ausprobiert, simuliert, diskutiert, wie man sowohl Fähigkeiten als auch Bildqualität der Kamera optimieren kann. Dabei spielt natürlich auch eine Rolle, was für Bauteile (Bildsensoren) auf dem Markt verfügbar sind bzw. wie weit der Stand der Entwicklung dabei ist. Möglicherweise kristallisiert sich dabei heraus, dass ein moderner 200MP-Sensor mit Pixel-Binning ein Tickchen mehr BQ und Flexibilität (Brennweite) liefert als ein 48MP-Sensor ohne und sich die dann früher einsetzende Beugungsunschärfe per Software "gut genug" kompensieren lässt, um diesen Nachteil in Summe mehr als auszugleichen.

Was mir an meinem iPhone 15 Pro beim Fotografieren auffällt, ist, dass es beim intensiveren Fotografieren oft extrem heiß wird. Das Gerät ist wohl derart hart am Bildfehler rausrechnen, dass ich nach 5-10 Fotos im Sommer erstmal eine Zeitlang kräftig puste, um Prozessor und Akku vor Überhitzung zu schützen.

Bei Betrachtung der Fotos an einem großen Bildschirm mit EBV-Software fällt dann aber auch auf, dass Smartphone-Fotos mitnichten mit "richtigen Kameras" mithalten können. Wenn man sich mal ein hochwertiges Objektiv mit 8-16 bewegelichen Linsen (darunter etliche hochwertig beschichtete Korrekturlinsen) ansieht, ist es aber auch nicht zu erwarten, dass die winzige "Kontaktlinse" im Handy eine vergleichbare BQ zaubert.
+1

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