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Fünfeinhalb Cent pro Gigabyte: Frankreich diskutiert Steuer auf Datentransfer

Der französische Staat ist hoch verschuldet. Das könnte erklären, weshalb die Suche nach neuen Einkunftsquellen zunehmend kreativ ausfällt. Am Freitag stimmte die französische Nationalversammlung für einen Änderungsantrag für das Haushaltsgesetz, welches das Ziel hat, „Produzenten digitaler Daten zu besteuern“. Damit erhofft sich der Staat 10 Milliarden zusätzliche Steuereinnahmen. Kernaspekt: Für jedes Gigabyte, welches an Endanwender ausgeliefert wird, sollen die Anbieter 5,5 Cent an den französischen Staat zahlen.


Der Antrag formuliert zudem positive Nebenaspekte, berichtet Le Figaro: Das motiviere Anbieter zu Datensparsamkeit, was wiederum Rechenzentren und Datenleitungen entlasten würde. Zahlen sollen alle Unternehmen, welche Downloads in Frankreich anböten. Lediglich eine Obergrenze nennt der Entwurf: Bei mehr als zwei Prozent des weltweiten oder 15 Prozent des innerfranzösischen Umsatzes werde die Steuer gedeckelt.

Open Source in Gefahr
Anders als bei vielen EU-Richtlinien enthält der Entwurf keine Untergrenze: DSA und DMA nennen jeweils eine Nutzerzahl von 45 Mio. Anwendern in der EU, ab welcher Unternehmen umfangreiche Verpflichtungen erfüllen müssen. Deswegen sehen Software-Entwickler ihr Angebot gefährdet. Das französische Open-Source-Projekt VideoLAN stellt plattformübergreifende Videoplayer und -Codecs kostenfrei zur Verfügung. Sie haben errechnet, dass sie jährlich mehr als eine Million Euro Digitalsteuer zahlen müssten. Sie bezeichnen die Befürworter auf X als „vielleicht ahnungsloseste Politiker des Planeten“.


Umsetzung unklar
Seit 2019 erhebt der französische Staat bereits eine Branchensteuer: Große Digitalunternehmen müssen drei Prozent des in Frankreich erwirtschafteten Umsatzes an den Staat zahlen. Ob die zusätzliche Datenabgabe in dieser Form tatsächlich umgesetzt wird, bleibt ungewiss. Der Vorschlag wurde von der Fraktion „Socialistes et apparentés“ eingereicht und erhielt eine knappe Mehrheit von 11 Ja– gegen 10 Nein–Stimmen. Die Macron-Regierung hatte im Voraus empfohlen, gegen diesen Änderungsantrag zu stimmen. Die nächste Abstimmungshürde könnte bereits das Ende dieser Initiative darstellen: Im Senat hält die Macron-Regierung eine Mehrheit.

Kommentare

topress02.11.26 17:40
.... und die Franzosen wundern sich, wenn die Leute randalieren?
-1
xcomma02.11.26 17:46
topress
Artikel nicht gelesen? Da werden Unternehmen und nicht Privatanwender anvisiert.
-15
gritsch02.11.26 17:51
xcomma
topress
Artikel nicht gelesen? Da werden Unternehmen und nicht Privatanwender anvisiert.

Und wer glaubst du zahlt das am Ende?
Wenn du ein Spiel bei Steam runterlädst das du gekauft hast, dann kostet das aktuell gar nichts. Auch wenn du es 10 mal runterlädst. Ein Spiel kann heutzutage auch gerne mal 100 GB groß sein. Das wären dann zusätzliche 5€ pro Download. Dann noch ein paar Updates und das Spiel eventuell später noch mal runterladen oder auf einem anderen Rechner und du bist schon über dem Kaufpreis. Und du glaubst das kann Steam dann einfach so bezahlen oder holt es bei den Kunden?

Aber Entwarnung: das war nur ein Antrag irgendwelcher Spinner. Da wird nicht viel diskutiert sondern abgelehnt. Für einen feinen click-bait in verschiedenen Medien reicht es aber trotzdem.
+12
Tom Macintosh
Tom Macintosh02.11.26 17:57
wenn man allein sieht wie oft unsere Haus Adressen und Rechner angepingt werden um diese zu Hacken wäre das vielleicht ein Möglichkeit das zu unterbinden.

Ich teste meine Leitung ab und an mal.. alle 8 Sekunden werden alle Ports gescannt auf die Standart offenen Ports..
Einige Homepages haben pro Monat zwischen 10 und 20.000 Hackversuche pro Monat. Trotz IP Sperre.

Ja die Frage wäre eher wie man dass in Frankreich das machen will. Jeglichen Verkehr nur nach Frankreich lassen ?

Oder so stumpf das nur die Hoster / Streaming Dienste bezahlen was sie ausliefern? Dann freuen sich die Hacker natürlich noch mehr... Sie können weiterhin kostenlos Scannen...
-1
MacBelwinds
MacBelwinds02.11.26 18:24
“Sozialismus funktioniert solange, bis einem das Geld der anderen Leute ausgeht!“ (M. Thatcher)
+2
aqua01
aqua0102.11.26 18:32
In Österreich haben wir gerade eine Paketsteuer bekommen, €2,40 pro Lieferung. Die Regierung dachte, das bezahlen die Unternehmen. Ist natürlich nicht so.
Es wird für nächstes Jahr eine Streamingabgabe geplant, als jeder der Netflix oder ähnliches sieht wird dann zusätzlich zur Kasse gebeten. Klar zahlen das auch die Streaminganbieter [Ironie off]

Wenn also jemand glaubt, dass irgendein Unternehmen dafür bezahlt, dann ist das Blödsinn.
Und ich wäre mir nicht so sicher, ob Abgeordnete wegen Geldmangel solchen Spinnereien nicht doch zustimmen. Aber wenn gritsch Recht hat, ist das in Wahrheit eh kein Thema.
+3
RobRoy02.11.26 18:34
Hab gerade mal in meine heimstatistik geschaut
Wir machen alles ubers Internet
Musik, Radio, tv sowie 2 mal Homeoffice
In 28 Tagen ( letzter Neustart der Systeme ) haben wir knapp 2,3 TB an Download Daten und 700gb Upload
Also ungefähr 3 TB datentransfere mal 55€
Sind das 160€ im Monat Knappe 2000€ im Jahr
Nicht so geil zum Glück habe ich noch meine vhs und Hörspiel Kassetten
+7
Dirk!02.11.26 18:39
Richtig. Genau das würde passieren. Alles würde 55€/TB teurer werden.

Oder glaubt etwa immer noch jemand, dass die Zölle die anderen zahlen...?
+2
Bigeye
Bigeye02.11.26 18:44
Ich nenne das mal wieder modernes Raubrittertum. Jemand trägt nichts zur Sache bei hält aber fleißig die Hand auf.
Zuerst Alles verschenken und dann sich beschweren, dass die Kasse leer ist.
Der Bürger wird die Zeche schon zahlen. 🤮
Was mich nicht umbringt macht mich nur härter
+1
tranquillity
tranquillity02.11.26 18:44
Leider benötigen die Staaten mehr Geld, bedanken kann man sich u.a. bei Putin dafür.
Eine Download-Steuer halte ich aber auch für unpraktikabel.
Es gibt doch so viel Geld, jedes Jahr steigt das BIP, d.h. die Umsätze. Wo m.E. viel Geld bei drauf geht, sind die „leistungslosen“ Einkommen der Aktionäre. Klar, die haben mal Geld investiert (was sie vielleicht geerbt hatten oder sich vielleicht auch erspart haben), aber wenn man sich anschaut, wie viele Milliarden Euro jedes Jahr an Dividenden ausbezahlt werden – das zahlen wir alle mit über die Konsumpreise. Die Dividenden werden mit nur 25% besteuert, vielleicht könnte man da mal ansetzen … im Vergleich zum erarbeiteten Einkommen ist das recht wenig.
+2
Don Gomez
Don Gomez02.11.26 18:51
Ein Vorschlag, der von der Assemblée nationale abgestimmt wird, aber nur mit 21 Stimmen (11 zu 10) entschieden wurde? Handelt es sich hier nicht eher um einen Ausschuss, der über den genannten Änderungsantrag zum Haushaltsgesetz abgestimmt hat? Damit wäre das noch nicht Gesetz, sondern immer noch im parlamentarischen Prozess.
... darauf einen Dujardin!
+1
Lavalampa02.11.26 19:16
Diese merkwürdigen Idee kommen nur daher, weil sich niemand traaut ordentliche Überreichen-, Vermögens- und Erbschaftssteuern zu verlangen. Konzerne zahlen auch im Verhältnis weniger Steuern als Bäcker Lutze. Alles was die überreichen nicht zahlen, zahlen die Normalos.
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elscod
elscod02.11.26 19:18
tranquillity
Leider benötigen die Staaten mehr Geld, bedanken kann man sich u.a. bei Putin dafür.
Eine Download-Steuer halte ich aber auch für unpraktikabel.
Es gibt doch so viel Geld, jedes Jahr steigt das BIP, d.h. die Umsätze. Wo m.E. viel Geld bei drauf geht, sind die „leistungslosen“ Einkommen der Aktionäre. Klar, die haben mal Geld investiert (was sie vielleicht geerbt hatten oder sich vielleicht auch erspart haben), aber wenn man sich anschaut, wie viele Milliarden Euro jedes Jahr an Dividenden ausbezahlt werden – das zahlen wir alle mit über die Konsumpreise. Die Dividenden werden mit nur 25% besteuert, vielleicht könnte man da mal ansetzen … im Vergleich zum erarbeiteten Einkommen ist das recht wenig.

Dafür, dass ich zu 100% das Verlustrisiko meines Ersparten trage (das ich bereits teuer versteuert habe), sind 25% Anteil an meinem Gewinn (fürs nichts tun des Staates), nach meinem Ermessen ausreichend.
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xcomma02.11.26 19:21
gritsch,
zur Sinnhaftigkeit habe ich mich gar nicht geäussert und habe bewusst auf eine weitere Ausführung verzichtet.
Die Art der Randale wie geschehen mit so etwas kausal in Verbindung zu bringen ist halt völlig daneben.
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