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Dank Speicherkrise: Hersteller von Flash-Speicher rächen sich an Apple

Apple ist ein großer Fisch auf dem Weltmarkt für Hardware-Komponenten. Dank der enormen Verkaufszahlen von iPhones und Co. verfügt das Unternehmen über eine sehr starke Verhandlungsposition gegenüber Lieferanten. Längere Zeit konnte man damit und mit langfristigen Verträgen trotz Speicherkrise die Einkaufskosten für Flash-Speicher moderat halten, jedenfalls im direkten Vergleich zur Konkurrenz. Dieses Jahr sah man sich aber schließlich auch in Cupertino dazu gezwungen, die Preise anzuheben. Laut dem damaligen CEO Tim Cook sei dies unvermeidbar gewesen. Wie ein Bericht des Wall Street Journal jetzt nahelegt, nutzen Apples Flash-Zulieferer die veränderten Marktverhältnisse nun offenbar, um sich für die jahrelange harte Verhandlungspolitik des Konzerns zu revanchieren.


Beim Einkauf werden die Ellenbogen ausgefahren
Der Bericht des Wall Street Journal gibt interessante Einblicke in das Innenleben der Verhandlungen zwischen Apple und seinen Zulieferern. Unter dem damaligen Einkäufer Tony Blevins soll Apple beispielsweise Flash-Speicher zu Niedrigpreisen gekauft haben, verweigerte im Anschluss aber die Abnahme, wenn die Preise seit Vertragsschluss noch weiter nach unten gegangen war. Vor allem bei speziell für Apple angefertigten Produkten sei das für die Zulieferer ein großes Problem gewesen. Darüber hinaus soll Apple Einsicht in die Buchhaltung der Geschäftspartner verlangt haben, um sicherzustellen, dass kein anderer Kunde einen besseren Preis erhalte als das Unternehmen aus Cupertino.

Markt wandelt sich und Apple verliert Einfluss
Möglich gemacht hatte dieses Agieren die Marktstellung von Apple vor dem KI-Boom. Bis das KI-Rennen vor rund zwei Jahren losging, nahm Apple laut WSJ doppelt so große Speichermengen ab wie Amazon, Meta, Microsoft und Google zusammen. Durch den Bau von KI-Rechenzentren wandelte sich dieses Kräfteverhältnis. Apple nimmt nunmehr nur noch die Hälfte der Menge der Hyperscaler ab. Damit ist auch die Position als dominierender Kunde der Speicherhersteller Vergangenheit. Die neue Marktkonstellation nutzen jetzt offenbar Zulieferer, um den Spieß umzudrehen und nun ihrerseits die Regeln zu diktieren.

Weitergabe an Kunden, aber weniger Marge
Einen großen Teil der erhöhten Einkaufskosten konnte Apple gemäß dem WSJ-Bericht durch Preiserhöhungen an die Endkunden kompensieren, ganz folgenlos sind sie für den iPhone-Hersteller aber nicht. Die höheren Endpreise könnten in geringeren Verkaufszahlen münden sowie in niedrigeren Margen bei den teuren Speicherupgrades der iPhones. Wenn ein Käufer bisher 200 Dollar für 512 GB Speicher anstelle von 256 GB bezahlte, mache Apple beim iPhone 18 Pro nur noch 134 Dollar Profit. Beim vorhergehenden iPhone 17 Pro lag die Marge noch bei attraktiveren 185 Dollar.

Kommentare

FlyingSloth
FlyingSloth02.11.26 14:18
WSJ
Unter dem damaligen Einkäufer Tony Blevins soll Apple beispielsweise Flash-Speicher zu Niedrigpreisen gekauft haben, verweigerte im Anschluss aber die Abnahme, wenn die Preise seit Vertragsschluss noch weiter nach unten gegangen war. Vor allem bei speziell für Apple angefertigten Produkten sei das für die Zulieferer ein großes Problem gewesen. Darüber hinaus soll Apple Einsicht in die Buchhaltung der Geschäftspartner verlangt haben, um sicherzustellen, dass kein anderer Kunde einen besseren Preis erhalte als das Unternehmen aus Cupertino.

Was sind denn das für Mafia Methoden?
Fly it like you stole it...
+10
Deppomat02.11.26 14:20
Das klingt ja herzig, wie Apple da vorgegangen ist. So sind sie, die Guten.

Ist natürlich klasse für uns letzten Endes. Apple will seine verlorengegangene Marge wiederhaben. Drum schmeißen sie lieber neue Features - die wenige wollen - in die Rechner und rechtfertigen so weitere Preissteigerungen, als in den sauren Apfel (huch) zu beißen.
+9
Johnny6502.11.26 14:28
Man kommt immer mal wieder an den Punkt, an dem man sich eingestehen muss, dass man Apple-Produkte TROTZ des Agierens in Cupertino kauft und benutzt.
+9
Niederbayern
Niederbayern02.11.26 14:36
Ziemlich schäbig, wenn man sich mit seinen Zulieferern nicht auf Augenhöhe begegnen kann und seine Position dementsprechend ausnutzt. Aber mei, so gehts halt zu auf unserem Planeten
+1
strateg
strateg02.11.26 14:46
Niederbayern
Ziemlich schäbig, wenn man sich mit seinen Zulieferern nicht auf Augenhöhe begegnen kann und seine Position dementsprechend ausnutzt. Aber mei, so gehts halt zu auf unserem Planeten

das war schon immer so und gehört ab einer gewissen firmengrösse zum alltag. dem menschen auf unserem planeten geht es um genau eines — geld. und davon nie genug.
cuntentientscha, attentivitad, curaschi —
+2
gfhfkgfhfk02.11.26 14:47
Deppomat
Das klingt ja herzig, wie Apple da vorgegangen ist. So sind sie, die Guten.
Mit diesem Methoden hatte Apple schon das Verhältnis zu Motorola und IBM nachhaltig beschädigt.
+4
xcomma02.11.26 14:51
Johnny65
[...] man sich eingestehen muss
Ich zumindest muss mir das eher nicht.
Denn gerade WEGEN des Agierens (und ein paar weiterer Gründe) ist Einkaufsstop hier schon länger angesagt.

Ja, ich schliesse nicht kategorisch aus vielleicht auf dem Gebrauchtmarkt mal einen Mini M4 zu schiessen zum Ausprobieren, aber derzeit sind die letzten aktuellen Apple-Geräte ein Mac Mini 2018 und iPhone 12 Pro, die ich nicht plane mit neuen Apple Geräten zu ersetzen. Alles was noch vorhanden ist, wird - auch aus Nachhaltigkeitssicht - noch benutzt solange wie es sinnvoll erscheint.
Und die zuletzt eingekauften Rechner sind zumeist von Lenovo und Dell gewesen.
+3
Johnny6502.11.26 14:51
Aber Apple hat ja alles unternommen, damit mehr RAM und Storage in seinen Produkten zu kundenfreundlichen Aufpreisen angeboten werden können.

Wait...
+1
gfhfkgfhfk02.11.26 14:52
strateg
das war schon immer so und gehört ab einer gewissen firmengrösse zum alltag.
Das dürfte eher nicht zutreffend sein. Man eckt mit so Methoden auf Dauer an, denn man bricht Verträge, um sich eigene Vorteile zu verschaffen. Es gibt nicht ohne Grund die Aussage „pacta sunt servanda“. Auch in den USA wird man sich daran erinnern, dass da jemand geschlossene Verträge nicht eingehalten hat.
+1
xcomma02.11.26 14:53
FlyingSloth
Was sind denn das für Mafia Methoden?
Oder auch Aldi-Methoden
Die pressen aus ihren Zulieferern auch ganz schön was raus. Gab da mal eine Reportage dazu, ist länger her, weiss nicht mehr welche Sendung das war.
+2
thomas b.
thomas b.02.11.26 15:14
xcomma
FlyingSloth
Was sind denn das für Mafia Methoden?
Oder auch Aldi-Methoden
Die pressen aus ihren Zulieferern auch ganz schön was raus. Gab da mal eine Reportage dazu, ist länger her, weiss nicht mehr welche Sendung das war.

Eben, das ist leider nicht ganz so ungewöhnlich in diesen Sphären. Autozulieferer z.B. können da sicher auch ein Lied von singen.

Aber, wie man in den Wald hineinruft, so schallt es irgendwann dann auch wieder hinaus.
0
Metty
Metty02.11.26 15:16
Da der neue Apple CEO nicht mehr aus der Buchhaltung, sondern eher mit technischem Hintergrund daher kommt, habe ich die Hoffnung, daß Apple etwas daraus lernt.
Man darf ja noch hoffen ...
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Kronar (back)02.11.26 15:17
Dies gibt es letztendlich in allen Branchen, sobald jemand die Marktmacht hat, seine Preise durchzudrücken, dann tut er es auch...glaubt mal nicht, dass das im Bereich Retail Food/Nonfood anders ist, die Milchbauern können davon ein Lied singen...
Oder in der Bekleidungsindustrie....
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