Apple gibt Spyware-Warnung an Nutzer in 99 Ländern heraus, Bundesregierung ebenfalls betroffen


Apple hat erneut zahlreiche iPhone-Nutzer darüber informiert, möglicherweise Ziel eines gezielten Spionageangriffs geworden zu sein. Betroffen sind Personen in insgesamt 99 Ländern. Bei den Angriffen handelt es sich nicht um gewöhnliche Schadsoftware, sondern um hochentwickelte Spionageprogramme, die häufig im Auftrag staatlicher Stellen zum Einsatz kommen – oft speziell und aufwendig auf einzelne Personen zugeschnitten. Wie das
ARD-Hauptstadtstudio berichtet, hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) mehrere Bundestagsabgeordnete sowie Mitglieder der Bundesregierung vor möglichen Angriffen gewarnt – die betroffenen Nutzer seien schriftlich informiert worden.
Angriff erkannt, Auswirkungen aber unbekanntOb die Angriffe erfolgreich waren und tatsächlich schützenswerte Daten die Geräte verließen, ist bislang nicht bekannt. Das BSI empfiehlt den Betroffenen allerdings, vorsorglich von einer möglichen Kompromittierung ihrer Geräte auszugehen. Über die Urheber der Angriffe gibt es keine gesicherten Informationen. Apple macht dazu grundsätzlich keine genaueren Angaben, um keine Rückschlüsse auf die eigenen Erkennungsmethoden zu ermöglichen.
Millionenausgaben für einzelne AngriffeDie von Apple als "Mercenary Spyware" bezeichneten Malware-Pakete richten sich meist gegen einzelne Personen, beispielsweise Politiker, Journalisten, Diplomaten oder Menschenrechtsaktivisten. Bekannte Beispiele für Söldner-Spyware sind Pegasus von der NSO Group sowie vergleichbare Produkte anderer Anbieter. Derlei Angriffe können Millionenbeträge kosten und Sicherheitslücken ausnutzen, die der Öffentlichkeit noch nicht bekannt sind. Ist ein Angriff erfolgreich, können die Programme unter anderem Nachrichten auslesen, Standortdaten erfassen oder Mikrofon und Kamera aktivieren.
Empfohlene Schritte im Fall der FälleApple empfiehlt im Falle einer solchen Warnung, den Blockierungsmodus zu aktivieren und fachkundige Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Als Anlaufstelle nennt das Unternehmen beispielsweise die Digital Security Helpline von Access Now. Die Echtheit einer Warnung lässt sich durch direkte Anmeldung unter
account.apple.com überprüfen. Apple betont ausdrücklich, in seinen Warnmeldungen niemals zur Installation von Apps oder Profilen beziehungsweise zur Herausgabe von Passwörtern aufzufordern. Auch in
unserem Forum gibt es einen Nutzer, der indirekt mit der Meldung in Kontakt kam – denn ein Bekannter erhielt die höchst unerfreuliche Benachrichtigung auf sein iPhone.