Großer Personalabbau bei Microsoft: 60.000 Mitarbeiter erhalten Abfindungsangebot


Microsoft will schlanker werden, was die Mitarbeiterstruktur angeht. Für den Konzern arbeiten derzeit weltweit mehr als 220.000 Menschen. In der Vergangenheit waren es schon einmal mehr, das Unternehmen strich allerdings in den zurückliegenden Jahren und auch heuer insgesamt rund 20.000 Stellen. Darüber hinaus nahmen rund 3.000 Angestellte im Frühjahr 2026 ein Abfindungsangebot an und verließen Microsoft. Die personelle Umstrukturierung ist damit jedoch alles andere als abgeschlossen, wie sich jetzt zeigt. Mit einem neuen freiwilligen Ausstiegsprogramm, im englischen Original als „Voluntary Exit Offer“ bezeichnet, könnten sich bis zu 60.000 Mitarbeiter aus Microsofts Diensten verabschieden. Im Gegenzug erhalten sie eine Abfindung.
Ausstiegsprogramm für tausende Mitarbeiter in vier LändernDas Angebot richtet sich laut einer
Ankündigung von Microsofts Senior Vice President Amy Coleman, die im Unternehmen für das Personalwesen zuständig ist, an Mitarbeiter in Kanada, Indien und den Vereinigten Staaten sowie im Vereinigten Königreich. Wahrnehmen können es Angestellte bis zur Microsoft-internen Gehaltsstufe 70, das schließt alle Ebenen bis hin zu Führungskräften wie beispielsweise Vizepräsidenten ein. Außerdem gilt das Ausstiegsprogramm nicht für Mitarbeiter in bestimmten Abteilungen, dazu zählen beispielsweise IT-Sicherheit, Marketing und Vertrieb sowie KI-Rechenzentren. Beschäftigte, die für das Angebot in Frage kommen, wurden direkt per E-Mail informiert und müssen dem Unternehmen bis Anfang Dezember mitteilen, ob sie die Offerte annehmen. Tun sie dies, ist der 31. Dezember 2026 ihr letzter Arbeitstag bei Microsoft.
Abfindungen und Unterstützung für berufliche NeuorientierungWer das Ausstiegsprogramm nutzt, erhält eine finanzielle Abfindung. Deren Höhe richtet sich nach Alter und Dauer der Betriebszugehörigkeit. Sie bewegt sich Berichten zufolge im Rahmen dessen, was etwa in den Vereinigten Staaten bei solchen Vorgängen üblich ist. Maximal gibt es 39 Wochengehälter, hinzu kommen Aktienoptionen. Darüber hinaus verspricht Microsoft, die scheidenden Mitarbeiter bei der beruflichen Neuorientierung zu unterstützen. Wie diese Hilfe aussehen soll, ist allerdings nicht bekannt.
Gestiegene Kosten und zunehmende KI-NutzungDie drastische Personalreduzierung hat gleich mehrere Gründe. Wie etliche andere Tech-Konzerne kämpft Microsoft mit enorm gestiegenen Kosten, unter anderem durch massive Investitionen in künstliche Intelligenz (KI). Zudem werden in etlichen Unternehmensbereichen weniger Mitarbeiter benötigt, weil KI mehr und mehr Aufgaben übernimmt. Auch bei Apple kam es in den zurückliegenden Monaten mehrfach zu Entlassungen (siehe
). Im Falle von Microsoft ist nicht damit zu rechnen, dass tatsächlich 60.000 Mitarbeiter das freiwillige Ausstiegsangebot annehmen. Bei einem ähnlichen Programm des Konzerns im April dieses Jahres entschieden sich etwa 30 Prozent dafür, sich vom Unternehmen zu verabschieden.