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Fotos-App in OS 27: Das können die neuen KI-Werkzeuge

Eine der aufregendsten Neuerungen in iOS 27 nicht nur für eingefleischte Fotografen sind die neuen bzw. verbesserten KI-Werkzeuge "Bereinigen", "Erweitern" und "Neu ausrichten" in der Fotos-App. REWIND hat ausprobiert, was die Tools taugen und wie einfach sie zu benutzen sind.


Künstliche Intelligenz als Mittel zur Bildmanipulation zu nutzen ist nicht mehr ganz neu, auch wenn man immer noch staunen kann, wie schnell sich KI-Features in den verschiedensten Bereichen durchgesetzt haben. Schon länger bieten beispielsweise Softwareanbieter wie Adobe in ihren Bildverarbeitungsprogrammen Funktionen an, die das Leben bei der Bildbearbeitung deutlich vereinfachen und teils viele Stunden herkömmlichen "photoshoppens" ersparen. Zu den heute verfügbaren Möglichkeiten in Adobe Photoshop (und anderer Adobe-Anwendungen) gehören so praktische Funktionen, wie (nur als Einzelbeispiel genannt) das intelligente Erweitern von Bildern. Das gab es tatsächlich schon vor dem KI-Boom, aber mit nur sehr begrenzten Möglichkeiten.

Apple hinkte diesen Möglichkeiten mit seiner eigenen, plattform-internen Fotos-App bislang weit hinterher. Die Fotos-App galt schon immer als eher sparsam mit Funktionen bestückt, weil sie vor allem einfach zu bedienen sein und auch von Nicht-Experten überschaubar sein soll. Mit macOS/iOS/iPadOS 27 zieht Apple nun immerhin mit ein wenig KI-Hilfe in der App nach.


Im Fokus stehen dabei die im Einstellen-Dialog unter dem Button "Werkzeuge" versammelten KI-Funktionen "Bereinigen", "Erweitern" und "Neu ausrichten". Diese nutzen die Power künstlicher Intelligenz, um Bilder auf einfache Weise optimieren zu können, ohne dafür ein Photshop-Studium absolvieren zu müssen. Natürlich handelt es sich nur um drei ganz spezielle Features, aber die erweisen sich in vielen Situationen als sehr nützlich. REWIND hat gleich nach Erscheinen der Release-Version von OS 27 ausprobiert, wie gut diese Funktionen arbeiten und wie einfach die Anwendung ist. Beginnen wir mit der verbesserten "Bereinigen"-Funktion …

Bereinigen mit KI
Bild auswählen Bearbeiten klicken Werkzeuge

Hier finden sich die drei genannten Tools. Diese sollten nach Möglichkeit genau in der Reihenfolge benutzt werden, in der sie in der rechten Seitenleiste aufgelistet sind. Wer beispielsweise ein Bild erst erweitert und es dann bereinigen will, bekommt einen Hinweis, dass dafür alle vorherigen Änderungen wieder rückgängig gemacht werden.


Neben der Möglichkeit zur Einstellung der Pinselgröße und der Unterscheidung zwischen "Löschen" und "Retuschieren" gibt es drei weitere Punkte: "Automatisch", "Schnell" und "Hohe Qualität". Meistens reicht "Automatisch", aber wer beispielsweise viele kleine Staubflecken "wegstempeln" will, wählt besser "Schnell". Für mein Beispiel habe ich "Hohe Qualität" gewählt.

Als Ausgangsbild diente dieses Foto mit Hund und Kettensäge:


Der Hund war leider nicht ganz im Bild, schaute nicht direkt in die Kamera und an den Bildrändern waren störende Elemente. Das eignet sich perfekt für genau die drei neuen Features. Zunächst bereinigte ich die störenden Elemente an den Bildrändern, indem ich einfach drüber pinselte:


Erweitern mit KI
Nun wird es spannend. Das Erweitern des Bildausschnittes erfordert von der KI zu antizipieren, was womöglich in den nicht vorhandenen Bildbereichen zu sehen war/ist. Bei diesem Beispielfoto sollte das recht einfach sein. Nach Aufruf der Funktion erhält man eine neue Werkzeugleiste, die selbsterklärend ist.


Im Hauptfenster zeigt die App um das bestehende Bild herum einen unscharfen Bereich an, der die Limits der Erweiterung anzeigt. Im Gegensatz zum Firefly-Modell von Adobe in Photoshop können Bilder nicht über diese Grenzen hinaus erweitert werden:



Ich habe die Funktion mehrmals angewendet, und das Ergebnis war nicht immer gleich gut. In einem Fall hat die KI das Schwert der Kettensäge einfach mit erweitert, welches dann plötzlich über einen Meter lang erschien (und nicht wirklich nach Kettensäge aussah). Dass der Hundehintern keinen Schwanz hat, könnte man monieren, aber tatsächlich saß der Hund auf dem Schwanz, der somit auch nicht sichtbar war. In anderen, auch komplizierteren Fällen war das Ergebnis ebenfalls meistens überzeugend.

Neu ausrichten mit KI
Der letzte Punkt ist ziemlich beeindruckend. "Neu ausrichten" erlaubt es, die Perspektive des Bildes in gewissen Grenzen zu ändern. Das geht über den bekannten "Räumlichen Effekt" hinaus, der vom iPhone und seinen Tiefensensoren erzeugt werden kann. In diesem Beispiel ging es mir darum, dass der Hund in die Kamera blicken sollte. Nach Aufruf der Funktion erhält man folgende Werkzeuge:


Das Bild kann nun über die Schieber oder einfach mit Maus/Touchpad oder dem Finger in den Dimensionen bewegt werden. Hier drehte ich es einfach ein wenig nach links, wodurch sich der Blick des Hundes zur Kamera ausrichtete. Die sichtbare Bewegung der Perspektive kann nicht in einem Screenshot festgehalten werden, daher hier nur das Endergebnis:


Wer genau hinsieht, erkennt kleine Unstimmigkeiten im Bild. Etwa in den Bereichen, die zuvor von dem Hund verdeckt waren und die durch das Drehen von der KI passend zum Bild erzeugt werden mussten. Beispielsweise das Gras rechts neben dem Kopf des Hundes. Das sieht etwas zu dunkelgrün und zu "perfekt" aus. Es passt nicht optimal zum Rest des Grases.

Nichtsdestotrotz ist der Gesamtvorgang sowohl am Mac als auch am iPad oder auf dem iPhone (sofern diese kompatibel sind) in kaum mehr als einer Minute zu bewerkstelligen. Mit etwas mehr Feintuning im Anschluss dürfte das Ergebnis noch zu verbessern sein. Aber denken Sie daran: Wenn das Bild neu ausgerichtet wurde, können nachträglich keine Bereinigungen mit diesem Tool vorgenommen werden. Es erscheint folgende Meldung:


Hier noch ein anderes Beispiel, das die Limitierungen der Funktion sehr gut aufzeigt:


Links das Original, rechts nach "Bereinigen", "Erweitern" und "Neu ausrichten". Erkenntnisse: Bereinigt habe ich lediglich zwei kleine Kronkorken auf dem Tisch, die mich störten. Die fehlen hier schon in der Vorher-Version. Die Erweiterung gelang weitgehend überzeugend. Sowohl die Pflanzen im Hintergrund, als auch der unruhige, teilweise im Unschärfebereich liegende Vordergrund wurden sehr glaubhaft generiert. Bei der Neuausrichtung kommt es aber zu deutlichen Kompromissen. Zunächst einmal ist es nicht möglich, die seitlich wegschauenden Augen des Subjekts neu auszurichten, sodass der Blick in die Kamera gerichtet ist. Auch das Gesicht lässt sich nicht vollständig zur Kamera ausrichten. Die Rekonstruktion der zuvor unsichtbaren Gesichtspartien ist recht gut. Weniger Gut: Die im Original etwas verdeckte Geburtstagstorte hat nun keine Kerzen mehr und das komplett verdeckte Kettensäge-Motiv auf der Torte konnte natürlich von der KI nicht "erahnt" werden. Die Oberfläche der Torte sieht jetzt eher nach Pizza aus. Schade ist auch, dass der erweiterte Bereich links nur den nackten Tisch zeigt, anstatt dort etwas Deko oder Gläser/Flaschen zu ergänzen. Das Original sieht damit letztendlich besser aus.

Erstes Fazit: Brauchbare Tools für Jedermann mit gewissen Grenzen
Die neuen KI-Tools in der Fotos-App sind eine willkommene Bereicherung. Was andere schön längst können (und teilweise noch besser), hält nun auf Mac und iDevices in der kostenlos zum System gehörigen Fotos-App Einzug. Einem geschenkten Gaul, schaut man nicht ins Maul. – Sagt man. Und die Ergebnisse sind auch definitiv nicht schlecht. Doch jeder wird schnell beim Experimentieren an die Limits dieser Funktionen stoßen.

Trotzdem: Die neuen KI-Tools in Fotos sind eine der besten Neuerungen unter Apple OS 27.

Plus/Minus neue KI-Tools:
+ Auf Mac und iDevices gleichermaßen schnell und intuitiv zu bedienen
+ überwiegend gute Ergebnisse, wenn auch nicht perfekt
+ beeindruckende Perspektivenkorrektur

– nicht Layer-basiert (Bereinigen nach Erweitern nicht mehr möglich)
– Erweiterungsbereich recht limitiert

Kommentare

nepi19.09.26 10:25
Nur leider gibt es, gleich bei welchem Tool auch immer, replizierbare Fehlermeldungen und sie sind nicht anwendbar. (iPhone 17 Pro Max)

„Bereinigen
Beim Bereinigen dieses Fotos ist ein Fehler aufgetreten. Versuche es später erneut.
OK“
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horst119.09.26 10:39
Da ist noch viel Luft nach oben, aber ein guter Anfang.
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Assassin19.09.26 11:20
Passiert das ganze Lokal oder werden die Bilder in der Private Cloud verarbeitet?

War bei meinen ersten Versuchen teils auch sehr beeindruckt.
Auf den ersten Blick oft sehr gut und nur bei genauem hinsehen mit kleineren Fehlern.
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mkummer
mkummer19.09.26 11:29
Bei mir funktioniert es recht gut und ohne die obige Fehlermeldung - war dort vielleicht ein temporärer Glitch. Eine Sache ist etwas störend: Personen können, wenn sie als solche erkannt sind - nicht beseitigt werden - da springt ein Filter an. Macht vielleicht Sinn bei Gruppenbildern aber wenn man irgendeine Sehenswürdigkeit fotografiert hat und die Touristen beseitigen will, wäre es schon gut, wenn Fotos das erlauben würde - oder wenigstens mir die Entscheidung überlässt.
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