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ENDLESSDOORS: Hintertür in diversen Netzwerk-Routern aufgespürt

Router nehmen eine ebenso wichtige wie obskure Rolle in der Internetkommunikation ein. Jeder Haushalt hat eins dieser oft antennenbewehrten Kästchen, die per WLAN oder Ethernet-Kabel den einzelnen Internetanschluss des Hauses einer unterschiedlich großen Armada von Endgeräten bereitstellen. Meistens kümmert sich der Nutzer um dieses Gerät nur, wenn es Probleme gibt – und oft beschränkt sich die Interaktion auf Aus- und erneutes Einschalten. Doch die Geräte haben ein Betriebssystem, und dieses kann Sicherheitslücken haben. Manchmal sind diese sogar vom Hersteller beabsichtigt – so lautet zumindest der Vorwurf von VulnCheck, einem IT-Sicherheitsberater.


Das Unternehmen untersuchte das Verhalten eines Routers der Marke Zbtlink. Bei der Prozessanalyse fielen den Forschern zwei Prozesse namens „kworker“ auf. Anders als ihr Name vermuten lässt, waren dies keine Kernel-Prozesse, sondern nutzten lediglich diesen Namen, um möglichst wenig aufzufallen. Eine detaillierte Analyse offenbarte, dass es sich bei ihnen um eine modifizierte Version eines vor zwölf Jahren veröffentlichten Tools namens Remote Control Linux handelt. Laut VulnCheck macht dies die Geräte komplett aus der Entfernung steuerbar – auch wenn die Geräte hinter einer Firewall installiert sind. Deswegen gaben sie der Lücke den Namen ENDLESSDOORS.

Schwierig zu entdecken
Die betroffenen Router stammen vom Hersteller „Shenzhen Zhibotong Electronics“, vertrieben werden sie unter unterschiedlichen Markennamen. Bei Amazon gibt es betroffene Geräte unter den Handelsnamen „Zbtlink“ sowie „Wiflyer“, auch in Deutschland. Unter zbtwifi.com werden diese direkt in den Vereinigten Staaten vertrieben, und auch beim Versandhändler Alibaba gibt es Geräte dieses Herstellers. VulnCheck empfiehlt, den Modell- anstatt des Markennamens der Geräte zu beachten – dieser bleibt nämlich stets derselbe. Aus der Analyse der Firmware haben sie eine Liste von Modellen zusammengestellt, von deren weiterer Verwendung das Unternehmen abrät:

  • CPE2801
  • WE1026-5G-WD
  • WE1326
  • WE2007
  • WE2008-DSIM
  • WE2416
  • WE3326
  • WE5927
  • WE5931
  • WE5931AC
  • WE826-T3-DSIM
  • WG108
  • WG1602
  • WG1608-DSIM
  • WG209
  • WG2105
  • WG2107
  • WG259
  • WG3526
  • Z8102AX-2DSIM

Kommentare

FlyingSloth
FlyingSloth06.08.26 21:41
Wer wirklich auf Nummer Sicher gehen möchte und leichte Paranoia hat (zu der Gruppe zähle ich selbst), dass der Router zum Hersteller nachhause telefoniert, baut sich seinen Router selbst. Basierend auf PfSense oder OpnWrt. Das ist heute kein Hexenwerk mehr und für jeden machbar der sich etwas mit der Netzwerk Materie auskennt. Das einzige was über diese DIY Router nicht machbar ist, ist DECT Telefonie. Ich weiß, das ist in Deutschland noch ein Ding. Bei uns jedoch gibt es so gute wie keine DECT Festnetz Telefonie mehr.
Persönlich habe ich den Router, die Firewall und die VPN über einen Raspberry Pi und OPNWRT realisiert. Der telelefoniert zu keinem Hersteller nachhause und ist obendrein um einiges performanter als Fritz, TP-Link, Asia, TP-Link und Co. Ebenfalls schlimm mit dem Nach Hause Telefinieren sind im übrigen auch Ubiquiti Geräte.
Fly it like you stole it...
+8
Spacely06.08.26 23:42
Ich nutze noch pfSense als Router im Eigenbau. Aber die haben die Opensource Community liegen gelassen und vermarkten nur noch kostenpflichtig. Also Finger weg von pfSense im Privatgebrauch. Da gibt es keine Updates mehr.

Ich habe schon lange vor auf opnSense umzustellen. Aber bisher nicht die Zeit dafür.

Ubiquity macht sehr viel Spaß beim Konfigurieren. Über den Netzwerk Controller stellt man zentral alle Geräte ein, anstatt sich auf jedes einzelne einzuwählen. Die Dignosedatenübermittlung kann man sehr einfach abstellen. Und es gibt kein Cloudzwang. Ist eine amerikanische Firma. Den traue ich auf jeden Fall mehr als den Chinesen.
+5
panfire06.08.26 23:49
FlyingSloth
Basierend auf PfSense oder OpnWrt. Das ist heute kein Hexenwerk mehr und für jeden machbar der sich etwas mit der Netzwerk Materie auskennt.

Hast du dafür gute Tutorials, die du empfehlen kannst?
Als die Menschheit begann Schuhe zu tragen, hat sie den Boden unter den Füssen verloren.
+1
FlyingSloth
FlyingSloth07.08.26 00:32
panfire
Hast du dafür gute Tutorials, die du empfehlen kannst?

Van Tech Corner hat Super Tutorials auf Youtube. Von der Sprache her ist sein englisch leider echt schwer zu verstehen, aber von der Thematik her sind die Videos super.
Er ist auch immer am Puls der Zeit.


Beta Utopia


und Dev Odyssey


sind auch super Quellen zur Thematik. Zeitweise etwas nerdy (sind wir das nicht alle?), aber sehr gut erklaert.
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+3
xcomma07.08.26 09:59
FlyingSloth,
solche DYI Projekte finde ich immer sehr spannend!
Kannst du bitte kurz umreissen wie dein Raspberry Pi-Setup hardwaretechnisch aussieht? Bist du den "Router on a Stick"-Weg gegangen oder eine Erweiterungskarte mit mehreren NICs (falls, welche Karte und welche Bandbreite) an den Pi gedockt?
Danke!
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sudoRinger
sudoRinger07.08.26 10:43
FlyingSloth
Wer wirklich auf Nummer Sicher gehen möchte und leichte Paranoia hat (zu der Gruppe zähle ich selbst), dass der Router zum Hersteller nachhause telefoniert, baut sich seinen Router selbst. Basierend auf PfSense oder OpnWrt.
Ich habe mir einen OpenWRT-Router gekauft. Der GL.iNet GL-MT5000 Brume 3 ist für rund 130 Euro verfügbar mit 3x 2.5G LAN und einer hohen VPN-Leistung von über 1000 MBit/s (für Wireguard oder Tailscale).

Ausgeliefert wird der Router mit einer eigenen Oberfläche von GL.inet, die sich aber abschalten lässt. Das legt dann ein OpenWRT 21 frei. Container für Pi-hole und Tailscale habe ich bereits installiert.

Der GL.iNet hat kein WLAN, aber dafür habe ich weiterhin mein Mesh mit Fritzbox und Powerline-Repeatern.
xcomma
Kannst du bitte kurz umreissen wie dein Raspberry Pi-Setup hardwaretechnisch aussieht?
Es gibt mittlerweile von OpenWrt einen eigenen offiziellen Router mit WLAN auf Raspberry-Basis. Schau mal unter "Banana Pi OpenWrt One".
+1
xcomma07.08.26 12:29
Wie sieht es mit der Unterstützung von 10G WAN aus bei den Raspberry & Co. Projekten?
0
FlyingSloth
FlyingSloth08.08.26 03:16
Nein ich bin nicht die Router on a Stick Variante gegangen. Ich wollte unbedingt einen zweiten NIC. Der native NIC auf dem Pi habe ich als WAN Port genutzt. Für den LAN Port habe ich mittels USB 3 auf 2,5GB ethernet adapter einen der 4 USB Ports zum ethernet port umgewandelt. Der geht in einen aktiven Switch, der dann die Verteilung im Haus vornimmt. Die genaue Hardware ist ein Pi mit 8GB RAM. Slightly Overkill für den Task, aber den Pi hatte ich eben. Der ist in einem passiv gekühlten Gehäuse und wird über PPOE vom Switch mit Spannung versorgt. Bei mir ist der Großteil vom Netzwerk hardwired über Ethernet vom Switch aus. Fürs WLAN setze ich drei Synology Access Points ein die untereinander auch über wired Ethernet ein Mesh bilden und das zuverlässige WLAN im Haus bereitstellen. Wohl gemerkt, die Access Points bilden das Mesh nicht über WLAN, sondern über wired Ethernet. Das ist die Voraussetzung für ein zuverlässiges und performantes WLAN.
xcomma
FlyingSloth,
solche DYI Projekte finde ich immer sehr spannend!
Kannst du bitte kurz umreissen wie dein Raspberry Pi-Setup hardwaretechnisch aussieht? Bist du den "Router on a Stick"-Weg gegangen oder eine Erweiterungskarte mit mehreren NICs (falls, welche Karte und welche Bandbreite) an den Pi gedockt?
Danke!
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+1
xcomma08.08.26 14:53
FlyingSloth
[..] USB 3 auf 2,5GB ethernet adapter [..]
Danke für deine Ausführungen! Klingt alles sehr nice
Beim USB-to-Ethernet-Adapter - wäre für (noch stabileren?) den Betrieb es nicht evtl. besser so eine PCIE-to-Ethernet Erweiterung dranzuflanschen? Nur ein Beispiel ergoogelt (kenne das Produkt nicht):

Hab definitiv was neues gelernt und dafür Danke nochmal!
Router-on-a-Stick war mir noch kein Begriff und dass man Router/Firewall mit nur einer physischen NIC realisieren kann wusste ich auch nicht. VLAN Konfigurationen sind aber schon etwas aus dem advancedten Bereich und würde auch dazu tendieren: mehr (NICs) ist einfach besser (oder zumindest eine Erleichterung)
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FlyingSloth
FlyingSloth09.08.26 10:00
xcomma
Beim USB-to-Ethernet-Adapter - wäre für (noch stabileren?) den Betrieb es nicht evtl. besser so eine PCIE-to-Ethernet Erweiterung dranzuflanschen?

Router-on-a-Stick war mir noch kein Begriff und dass man Router/Firewall mit nur einer physischen NIC realisieren kann wusste ich auch nicht. VLAN Konfigurationen sind aber schon etwas aus dem advancedten Bereich und würde auch dazu tendieren: mehr (NICs) ist einfach besser (oder zumindest eine Erleichterung)

Gerade wegen der Stabilität habe ich zum damaligen Zeitpunkt auf die USB3 auf Ethernet Adapter gesetzt und nicht auf einen PCIe Hat mit NICs. Der USB3 auf RJ45 Adapter hat nativ unter OPNWrt hervorragende Treiber, die stabil laufen. Das war äußerst wichtig. Als ich das Image über die OPNWrt Seite compiled habe, konnte ich die benötigten Treiber gleich mit laden. Das ging damals für PCIe Hats nicht. Ist heute womöglich anders. Aber mein Setup läuft absolut zuverlässig, schnell und vor allem 24/7.

Es ist dabei jedoch zu beachten, dass du auf alle Fälle auf einen USB auf NIC Adapter setzt, der auf dem Realtek RTL8153 Chipset basiert und nicht auf dem ASIX AX88179 Chipset. Der Realtek läuft absolut problemlos, während der ASIX hin und wieder Zicken macht und reboots des Pis verursacht. Gerade das kann man bei einem Router überhaupt nicht gebrauchen. Habe selber beide Chipsets getestet. Der Realtek ist bombensicher.

Die VLan Lösung war mir persönlich zu Fehler anfällig. Ich wollte es so einfach und stabil wie möglich halten.
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+1

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