Forum>Software>xpcproxy - Was ist das?

xpcproxy - Was ist das?

massi
massi04.05.2113:48
Hallo,

ich habe gestern mein MBP Pro 2015 auf Big Sur aktualisiert, seit dem laufen die Lüfter ständig hörbar und mir ist ein Prozess aufgefallen, der sich gerne mal 500% CPU Anteil genehmigt, der Prozess lautet xpcproxy.
Nach ein wenig googlen bin ich nicht recht schlau geworden, man liest, das wäre ein Ad Ware "Virus" aber auch, daß das ein Apple Prozess wäre, was stimmt den nun und wie bekomme ich das Ding weg oder stillgelegt?

massi
0

Kommentare

Sid.TUX04.05.2114:00
Ich denke mal es stimmt beides. Es ist ein Apple Dienst für Inter-Prozess Kommunikation wird allerdings wohl teils von Viren angegriffen und ersetzt, da sich damit natürlich schön Daten abfangen lassen.
Da der Prozess der Kommunikation von Anwendungen dient kann es gut sein, dass dieser teils mehr unter Last gesetzt wird, sobald es mehr zu Kommunizieren gibt.
Tritt das vermehrt auf sobald bestimmte Anwendungen offen sind?

Ansonsten kann ein Virenscan sicher nicht schaden, wenn du sowas nicht ausschließen kannst.
-1
Marcel Bresink04.05.2114:01
Das ist ein Programm von Apple, das zu macOS gehört. Es verwaltet die Startumgebung von Diensten, die Daten per Interprozesskommunikation (XPC) miteinander austauschen und gehört mit zu den wichtigsten Prozessen in macOS. Wenn Du das abschalten würdest, wäre das System sofort kaputt.

Wenn das Programm aus irgendeinem Grund überlastet ist, ist das nicht die Ursache, sondern sozusagen das Opfer eines anderen Problems. Möglicherweise hast Du ein Programm installiert, das einen XPC-Dienst erbringt, der ständig abstürzt. Im Systemprotokoll sieht man vielleicht Näheres.
+16
massi
massi04.05.2117:20
O.K., danke für die Aufklärung, dann werde ich mal das Systemprotokoll durchforsten, im Moment verhält sich der xpcproxy ruhig, allerdings wird die CPU trotz 3% Last recht warm, ca. 60 °C
Ansonsten kann ein Virenscan sicher nicht schaden
Was wäre denn zu empfehlen?
Ich habe schon etrechck und KnockKnock laufen lassen, aber nichts Auffälliges finden können.
0
X-Jo04.05.2119:06
Bei mir auf einem Mini M1 mit macOS 11.3 alle paar Sekunden, insgesamt tausende Meldungen:

May  4 18:40:58 Mini-M1 com.apple.xpc.launchd[1] (com.apple.mdworker.shared.10000000-0400-0000-0000-000000000000[1586]): Service exited due to SIGKILL | sent by mds[95]

Habe 11.3 neu installiert, es hat sich leider nichts geändert. Hoffe auf 11.3.1 (lädt gerade) …
0
massi
massi04.05.2120:10
Ja, habe ich auch und mein MBP ist recht warm unten drunter, das war mit Mojave nicht so, Mist.
0
gacki04.05.2121:25
X-Jo
Bei mir auf einem Mini M1 mit macOS 11.3 alle paar Sekunden, insgesamt tausende Meldungen:

May  4 18:40:58 Mini-M1 com.apple.xpc.launchd[1] (com.apple.mdworker.shared.10000000-0400-0000-0000-000000000000[1586]): Service exited due to SIGKILL | sent by mds[95]

Habe 11.3 neu installiert, es hat sich leider nichts geändert. Hoffe auf 11.3.1 (lädt gerade) …

Wenn ich mich nicht täusche, bedeutet das, dass es Probleme bei der Spotlight-Indizierung gibt (mdworker). Die Zahl der Meldungen scheint dabei von Fall zu Fall zu schwanken: bei mir sind es (unter Mojave) ca. 1 bis 3 pro Minute. Unschöner Nebeneffekt: Hat man die Konsole offen, zieht diagnosticd dadurch wohl Leistung ab (bis zu 20%). Das war unter HighSierra nicht so; wobei ich jetzt nicht einschätzen kann, ob das Problem durch die Konsole alleine oder durch die Fehlermeldungen kommt (die es ebenfalls unter High Sierra nicht gab).
0
Marcel Bresink04.05.2123:48
gacki
Wenn ich mich nicht täusche, bedeutet das, dass es Probleme bei der Spotlight-Indizierung gibt (mdworker).

Die Meldung zeigt überhaupt kein Problem an, sondern bedeutet nur, dass Spotlight zu diesem Zeitpunkt gerade dabei war, die Anzahl seiner Dienst-Threads etwas zu reduzieren.
X-Jo
Bei mir auf einem Mini M1 mit macOS 11.3 alle paar Sekunden, insgesamt tausende Meldungen:

Bei einem System, das auch genutzt wird, verarbeitet macOS etwa eine halbe Million Tätigkeitsmeldungen pro Stunde. Das ist normal.
+6
gacki05.05.2100:40
Marcel Bresink
gacki
Wenn ich mich nicht täusche, bedeutet das, dass es Probleme bei der Spotlight-Indizierung gibt (mdworker).

Die Meldung zeigt überhaupt kein Problem an, sondern bedeutet nur, dass Spotlight zu diesem Zeitpunkt gerade dabei war, die Anzahl seiner Dienst-Threads etwas zu reduzieren.

Aber warum? Die Ansicht bei den Apple-Diskussionsforen scheint zu sein, dass es seit irgend einem Mojave-Update dort Probleme gibt und das möglicherweise mit bestimmten Spotlight-Importern etwas zu tun haben könnte.
Und warum führt das dazu, dass die Console plötzlich 50% Rechenleistung benötigt und diagnosticd noch mal 20% dazu?
Wie gesagt: Von High Sierra kannte ich weder das eine noch das andere.
0
Marcel Bresink05.05.2108:53
gacki
Aber warum?

Ein fehlerhafter Importer eines Drittanbieterprogramms kann natürlich dafür sorgen, dass ein Arbeitsprozess von Spotlight einmal hängt, wonach Spotlight in zwangsbeendet. Aus der Abschaltmeldung alleine kann man aber nicht feststellen, ob das irgendwie "unnormal" oder routinemäßig war.
gacki
Und warum führt das dazu, dass die Console plötzlich 50% Rechenleistung benötigt und diagnosticd noch mal 20% dazu?

Schon durch das Öffnen der Live-Streaming-Ansicht in Konsole wird das Protokollverhalten des Betriebssystems anders konfiguriert, so dass es danach beträchtlich mehr Meldungen in textueller Form aufbereitet, um sie im Fenster anzeigen zu können. Das braucht Einiges an Rechenleistung. Deshalb warnt die Konsole (ab macOS 11) ja vor sich selbst, wenn man die Streaming-Ansicht verwendet.
+4
gacki05.05.2109:12
Mich irritiert z.B. folgendes:

May  5 08:07:03 Mac-Mini com.apple.xpc.launchd[1] (com.apple.mdworker.shared.09000000-0000-0000-0000-000000000000[27945]): Service exited due to SIGKILL | sent by mds[98]
May  5 08:07:05 Mac-Mini com.apple.xpc.launchd[1] (com.apple.mdworker.mail.05000000-0000-0000-0000-000000000000[27997]): Service exited due to SIGKILL | sent by mds[98]
May  5 08:07:05 Mac-Mini com.apple.xpc.launchd[1] (com.apple.mdworker.mail.06000000-0000-0000-0000-000000000000[27996]): Service exited due to SIGKILL | sent by mds[98]
May  5 08:07:05 Mac-Mini com.apple.xpc.launchd[1] (com.apple.mdworker.mail.02000000-0000-0000-0000-000000000000[27994]): Service exited due to SIGKILL | sent by mds[98]
May  5 08:07:09 Mac-Mini com.apple.xpc.launchd[1] (com.apple.mdworker.shared.10000000-0000-0000-0000-000000000000[27999]): Service exited due to SIGKILL | sent by mds[98]
May  5 08:07:13 Mac-Mini com.apple.xpc.launchd[1] (com.apple.mdworker.shared.0A000000-0000-0000-0000-000000000000[28000]): Service exited due to SIGKILL | sent by mds[98]

und

May  5 09:00:54 Mac-Mini com.apple.xpc.launchd[1] (com.apple.mdworker.mail.02000000-0000-0000-0000-000000000000[36291]): Service exited due to SIGKILL | sent by mds[98]
May  5 09:00:54 Mac-Mini com.apple.xpc.launchd[1] (com.apple.mdworker.mail.05000000-0000-0000-0000-000000000000[36293]): Service exited due to SIGKILL | sent by mds[98]
May  5 09:00:54 Mac-Mini com.apple.xpc.launchd[1] (com.apple.mdworker.mail.06000000-0000-0000-0000-000000000000[36292]): Service exited due to SIGKILL | sent by mds[98]

(Das ist nur ein Auszug.)

Für mich sieht das so aus, als ob dort die gleichen drei Prozesse bei mail gekillt wurden.

Marcel Bresink
Schon durch das Öffnen der Live-Streaming-Ansicht in Konsole wird das Protokollverhalten des Betriebssystems anders konfiguriert, so dass es danach beträchtlich mehr Meldungen in textueller Form aufbereitet, um sie im Fenster anzeigen zu können. Das braucht Einiges an Rechenleistung. Deshalb warnt die Konsole (ab macOS 11) ja vor sich selbst, wenn man die Streaming-Ansicht verwendet.

Beispiel: Ich habe normalerweise als einzige Protokolldatei mein UUCP-Log offen, um zu sehen, ob tatsächlich Mails empfangen wurden, wenn UUCP aufgerufen wurde. Ich erkenne nicht ganz, wieso dort ständig mehr Meldungen aufgearbeitet werden müssten. Mal davon abgesehen ist das anscheinend auch gar nicht der Fall, denn sofern keine Mails übertragen wurden, wird zwar das Öffnen der UUCP-Verbindung angezeigt, nicht aber das Schließen - dazu muss ich "Neu laden" aufrufen...
De facto ist das UUCP-Log in der Konsole die meiste Zeit ein völlig statisches Fenster. Wieso ich dafür dann so viel Rechenleistung abzwacken soll, erschließt sich mir nicht so recht.

(und weil ich es wieder vergessen hatte: Vielen Dank für die ausführlichen Erläuterungen.)
0
Marcel Bresink05.05.2109:29
gacki
Für mich sieht das so aus, als ob dort die gleichen drei Prozesse bei mail gekillt wurden.

Im ersten Fall wurden 9 Arbeitsprozesse von Spotlight und im zweiten Fall 3 Arbeitsprozesse von "Mail-Spotlight" beendet. (Mail verwendet bereits eine neue Version von Apple Core Spotlight, die vom Rest des Systems noch nicht eingesetzt wird.) Alle 12 Prozesse hatten unterschiedliche UUIDs und PIDs.
gacki
Ich habe normalerweise als einzige Protokolldatei mein UUCP-Log offen,

Da geht es um die Anzeige einer Protokolldatei. Davon war nie die Rede. Die hohe Last wird nicht beim Öffnen von "Konsole" oder von Dateien, sondern beim Aktivieren der Live-Streaming-Ansicht der macOS-Protokolldatenbank erzeugt.
+2
gacki05.05.2110:37
Marcel Bresink
gacki
Für mich sieht das so aus, als ob dort die gleichen drei Prozesse bei mail gekillt wurden.

Im ersten Fall wurden 9 Arbeitsprozesse von Spotlight und im zweiten Fall 3 Arbeitsprozesse von "Mail-Spotlight" beendet. (Mail verwendet bereits eine neue Version von Apple Core Spotlight, die vom Rest des Systems noch nicht eingesetzt wird.) Alle 12 Prozesse hatten unterschiedliche UUIDs und PIDs.

Könntest Du das im Detail erläutern; ich verstehe es nämlich nicht. Der obere Logeintrag enthielt doch nur 6 Einträge, davon 3, die für mich prinzipiell identisch zum unteren aussehen (com.apple.mdworker.mail.02000000-0000-0000-0000-000000000000 und zwei weitere).

Mittlerweile ist im Log auch so etwas aufgetaucht:

May  5 10:07:51 Mac-Mini com.apple.xpc.launchd[1] (com.apple.mdworker.mail.02000000-0000-0000-0000-000000000000): Service only ran for 8 seconds. Pushing respawn out by 2 seconds.
May  5 10:08:46 Mac-Mini com.apple.xpc.launchd[1] (com.apple.mdworker.mail.02000000-0000-0000-0000-000000000000[36684]): Service exited due to SIGKILL | sent by mds[98]
Marcel Bresink
gacki
Ich habe normalerweise als einzige Protokolldatei mein UUCP-Log offen,

Da geht es um die Anzeige einer Protokolldatei. Davon war nie die Rede. Die hohe Last wird nicht beim Öffnen von "Konsole" oder von Dateien, sondern beim Aktivieren der Live-Streaming-Ansicht der macOS-Protokolldatenbank erzeugt.

Ich habe aber nun mal die hohe Last; und das UUCP-Log ist dabei das einzige Fenster der Konsole.
Typischerweise öffne ich die Konsole, klappe /var/log aus, klicke dort auf UUCP und öffne per Doppelklick das UUCP-Log, das sich dadurch in einem neuen Fenster öffnet. Dann schließe ich das Ursprungsfenster.
Danach schwankt die Konsole zwischen ca. 25% und 60% Last (klar: eines CPU-Kerns), diagnosticd ebenso. Für mich ist das nicht plausibel.
Unter High Sierra fraß die Konsole dann nach längerer Zeit erheblich Speicher, aber an eine vergleichbare Prozessorlast kann ich mich nicht erinnern. diagnosticd tauchte überhaupt nicht auf.

Wenn ich der Anzeige trauen darf, wird der Rechner seit dem Update auf Mojave auch etwas wärmer. Der Lüfter dreht jedenfalls öfter hoch.
0
Marcel Bresink05.05.2114:20
gacki
Könntest Du das im Detail erläutern; ich verstehe es nämlich nicht.

Für Mail-Spotlight wurden 6 Prozesse mit den Bezeichnern 27997, 27996, 27994, 36291, 36293 und 36292 beendet. Es ist richtig, dass die Spotlight-Verwaltung dafür zwei mal drei gleiche Prozessnamen wiederverwenden konnte, weil diese Dreierblöcke nicht gleichzeitig im System waren.
Service only ran for 8 seconds. Pushing respawn out by 2 seconds.

In dem Fall hat sich der Prozess selbst nach kurzer Laufzeit beendet. Das kann ein Fehler sein, lässt sich ohne weitere Informationen aber nicht sicher sagen. Wie gesagt testet Apple innerhalb von Mail die nächste Generation von Spotlight. Die kann noch unausgereift sein.
+1
X-Jo05.05.2118:06
Vielen Dank für die vielen Infos, besonders an Marcel!
0
massi
massi05.05.2118:19
Das nennt man wohl Thread kapern.
0
gacki06.05.2108:23
Marcel Bresink
Für Mail-Spotlight wurden 6 Prozesse mit den Bezeichnern 27997, 27996, 27994, 36291, 36293 und 36292 beendet. Es ist richtig, dass die Spotlight-Verwaltung dafür zwei mal drei gleiche Prozessnamen wiederverwenden konnte, weil diese Dreierblöcke nicht gleichzeitig im System waren.

Vielen Dank nochmals für die ausführliche Erläuterung. Wie gesagt: Diese Fehlermeldungen sind bei mir vergleichsweise überschaubar; andere scheinen dort größere Probleme zu haben.

Vielleicht abschließend noch eine weitere Beobachtung zum Konsole-Problem: Das Anzeigen des UUCP-Logs ist in der Tat für ca. 10° Temperaturunterschied beim Prozessor verantwortlich; insofern deckt sich das mit meiner Beobachtung, dass der Rechner jetzt wärmer wird. Das ist für alle anderen (statischen) Logs genau so; das ist sogar dann der Fall, wenn Konsole komplett ohne Fenster läuft.
Dabei habe ich jetzt auf zwei Rechnern ein aus meiner Sicht merkwürdiges Verhalten beobachtet: Wenn Konsole im Vordergrund ist, kann ich das letzte Fenster schließen und das Programm läuft weiter. Wechsle ich nun zu einem anderen Programm, wird Konsole stillschweigend automatisch beendet. Ist so etwas normal?
0
Marcel Bresink06.05.2109:03
Ja. Ab Mac OS X 10.7 können Programme dem System bestätigen, dass sie automatisch vom Betriebssystem beendet werden dürfen, wenn sie bestimmte Energiesparregeln und Nutzungsmuster einhalten. Sobald macOS erkennt, dass der Benutzer ein Programm nicht mehr aktiv nutzt (z.B. wenn alle Dokumentenfenster geschlossen wurden), wird solch ein Programm dann aggressiv von macOS ausgeblendet, wobei simuliert wird, dass es beendet wird.

Für Programme, die überwiegend Anzeigefunktionen haben (wie Konsole oder QuickTime Player), wird das genutzt.

Meist wird das Programm nur in eine Art Ruhezustand versetzt. Es erscheint als Pseudoeintrag ohne Speicherverbrauch in der Prozessliste. Wird es innerhalb kurzer Zeit wieder geweckt, ist das Programm quasi "sofort" wieder da.
+1

Kommentieren

Sie müssen sich einloggen, um sich an einer Diskussion beteiligen zu können.